Ausgabe 
26.9.1921
 
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Die Trauerfeier in Oppau

Hnter-

Die Ansprache des Reichs

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deurfchen HnrernehmungSgeisteS und deutschen 2Irbeii81rineitS sind hier unß unbekannte xraftc der Zerstörung mit elementarer Wucht «nge- brvchcn, daS zerstörend, waS ErfinbungSgeift und Schaffenskraft in jahrelanger Arbeit erreicht ha­ben. Hart ist bies Geschick, und doch wird eSund nicht lähmen in unserem Entschluh. das Zerstörte wieder aufzubauen. Und wie wir hier trvh des Waltens finsterer Mächte unerschüttert sofort wieder an das Werk gehen werden, das was heute hier in Trümmern liegt, morgen wieder auszubauen, so wollen wir auch im ganzen "Solle und im ganzen DeutschenReiche fortfahren, mit festem Willen und in har­ter Arbeit aller produktiven Kräfte unser Wirtschaftsleben wieder auf- z u b a u e n und trotz der harten Schicksalsschläge, die uns wie kaum ein Soll in der Weltgeschichte betroffen haben, schaffestsfreudig uns eine bessere

nehmen.

Hochverehrte Damen unb Herren! In eine ötäi le blühender Arbeit, in eine Musteranstalt

2831.

Darmstadt. 24. Sept. Die Regierung und der Finanzausschuh wenden sich an alle Volksgenossen mit der dringenden Ditte,

rechnet werden.

Rettungswerk unb Technische Dothilfe.

Die hiesige Dienststelle der Technischen Aothilfe, Gießen. Ost-Anlage 11II, Fornspr. Ar. 2034, teilt uns in Ergänzung der am Freitag gebrachten Notiz mit, daß die Be­satzungsbehörden inzwischen die Genehmigung zum Einsatz und Hilfe­leistung der durch die ^plosivn verunglückten Menschenleben, erteilt haben, die jedoch jetzt ohne praktische Bedeutung ist, da die Direktion der Badischen Aniltnwerke erklärt hat, daß jetzt genügend Hilfskräfte zur Verfügung stehen. Ein Einsehen der Technischen Aothilfe kommt also nicht mehr in Frage. _________

von Ludwigshafen zikfllehen wird.

(Berlin, 24. Sept. (WB.) DaS Zentral« Relief-Eommittee in Aeüyork hat dem deutschen Boten Kreuz für die Opfer der Op- pauer Katastrophe 500 Kisten mit Milch und Lebensrnitteln im Werte von einer Million Mart und ferner 500000 (Diart in bar für die Pflege der Verletzten und die 2iot- Hilfe durch Funk'pruch mit dem Auftrag über- Wielen, die Spende gemeinsam mH dem Bürger­meister von Ludwigshafen zu verteilen. DaS deutsche Bote Kreuz hat im Hamen der Aot- leidenden für die großartige brüderliche Hilfe­leistung. die unter dem ersten Eindruck dec SU- tastrophe von unseren amerikanischen Freunden gewidmet wurde, gedankt.

Die Opfer.

alles, was in ihren Kräften liege, zur Linderung der entsetzlichen Äot und des furchtbaren Elend» in Oppau beizutragen. Schnelle und möglichst ausgiebige Hilfe sei Ehrenpflicht aller Kreise. Sine gemeinsame Hilfsaktion der Aeichsregierung und der Lanbesregierungen von Bayern, Vaden und Hessen sei im Gange.

fpd. Frankfurta. M, 25 Sept. Die öffent­lichen Sammlungen für die Hinterbliebenen der bei der Oppauer Katastrophe verunglückten Arbei­ter haben in Frankfurt bisher mehr als 1 200 000 Mark ergeben.

Koblenz, 24. Sept. (Wolff.) Wie di» Agentur HavaS meldet, hat der französische Ober- kommissar Tirard angesichts des autterordent» lichen Umfanges der Katastrophe von Oppau ein« neue Summe von 77 000 Mart überwiesen, bl» den Opfern durch Vermittlung des DezirisrateS, der Bürgermeister der verwüsteten Ortschaften un8 per tuibofifdjen und protestantischen Geistlichkeit

Zukunft zu erarbeiten.

Das Hilfswerk.

Berlin, 24. Sept. (WoM.) Die zeichneten erlassen folgenden Aufruf:

sammelte man sich tot Festsaal deS neuen Haus^ Merkbund". um in einer kleinen Feier die alua- Üche Vollendung des Baues zu begehen. "Beben den Pressevertretern hatten die Behörden und -Ke- merunaen ihre Abordnung gesandt, u. a- war der hestische Staat durch den Minister von Bren­tano di-Tremezzo vertreten. Konsul Kotz en­de rg hieh im (Damen des Mehamtes und der Handelskammer die Gäste willkommen. Direktor M o d l i n g e r schilderte daS Wachstum der Messe und betonte, dah sie immer mehr ein eigenes Gesicht bekomme. 11 ebergehend zur Er­richtung des Hauses .Wet^und^betonke ter Redner als Avvum. die Siebung der Aussteller. Mer der geforderten Qualität nicht cntiprcq>e, werde nicht zu gelassen. Prof. (Riemer fd) mitt, der Vorsitzende des Werkbund^. gab em Bild der Entstehungsgeschichte deS

sich ganz nachdrücklich für eine geschmacklich bessere O^fmachung verdeutschen Mellen einsehte. Pros. Schmidt der Direktor des Kunstgewerbemu- seumS sprach für die Arbeitsgemeinschaft des Werkbunde«, Herr Son dhei mer ^r den m dem Hause ebmsall« untergebrachten deutschen Buchhandel- Schließlich beendete Aeichskunstwart AedSlob die Fülle der Ansprachen, indem er feiner Freude über das geschaffene Werk Aus- druck gab. Der Qualttätsg-chanke muffe siegen, die Wertarbeit wieder zur Geltung kommen, dann würden die Früchte auch nicht ausbleiben.

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Für die Opfer von Oppaul Eine Katastrophe, wie sie in Deutschland noch nicht er­lebt wurde, hat in der bayrischen Rheinpfalz Hunderte von Menschenleben vernichtet, Taufende obdachlos gemacht und unermehliche Wirtschrfts- schäden verursacht. Doch ist zwar die Wirkung des Hnglücks in allen seinen Folgen nicht ab- feijbar! Aber eins ist schon jetzt ersichtlich: Bielenanstrengungen sind notwendig, um ausreichende Hilfe zu bringen. Weit über tau­fend Tote und Schwerverwundete sind neben zahl­reichen Leichtverletzten ein Opfer der Explosion geworden. Kann auch den Kindern und Frauen, die das Schicksal zu Waisen und Witwen gemacht hat, der Ernährer nicht wiedergegeben werden, vermag auch keine noch so weitreichende Hilfe den obdachlos Gewordenen ihr altes Heim wieder­zugeben, so gilt es doch, in Zusammenfassung aller hilfsbereiten Kräfte Deutschlands, Mittei l und Wege zu finden, um eine rasche und mög- I lichst nachhaltige Hilfe zu gewähren. Un­geheure Summen wird die Wiederherstellung des betroffenen Werkes und seiner Arbeitsfähigkeit im Interesse der deutschen Volkswirtschaft er- fordern. Diese Summen aufzubringen betrachtet das Werk als seine selbstverständliche Ausgabe. Darüber hinaus aber werden grobe (Beträge zur Behebung des außerhalb 'beS Werks ange­richteten Schadens erforderlich sein. Bereits find aus öffentlichen und privaten Mitteln umfang­reiche Summen zur Verfügung gestellt und Matz- nahmen zur einstwelligen dringlichsten Hille ge­troffen worden, Soli aber volle und nachhaltige Hilfe gebracht werden, so gilt es, weitere grobe Mittel aufzubringen. Die Hnterzcichneten richten deshalb an das gesamte deutsche Voll in Stadt und Land die Bitte: Gebt rasch und gebt reichlich für die Opfer des Oppauer Hn- glücks! Heber die eingehenden Beträge verfügt der unterzeichnete Reichs hlfsausschuh. Er über­weist sie nach Bedarf Den öffentlichen Hllfseinrich- tungen der betreffenden Lander. Auch Vertreter der Geschädigten arbeiten mit. Spenden nehmen entgegen: die Reichs bau k, sämtliche Banken, Postan st allen sowie die Postscheckkonten Lud­wigshafen Ar. 15 000, Frankfurt a. M. Ar, 55 000, Berlin Qlr. 117 000 (Aeichshilfsausschutz für Op-

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Mannheim, 24. Sept. (Wvllf.) Aach bett hiSher durch daS Ludw gLH'fener B rgermeister- amt veröffentlichten Listen stnd 235 Tote, die mit (Hamen einwandfrei feftgestellt worden sind und außerdem 75 nicht erkannte Tote auf dem Friedhöfe untergebracht worden. Von Angehörigen sind Dis gestern abend 61 Per­sonen als t?erm ibt qem-'Ib't werden. In dm Krankenhäusern der Pfalz, Mannheim und Heidel­berg sind 519 Verwundete ausgenommen worden.

Man n heim. 25. Sept. (Wolff.) In Op­pau traten gestern Gerücht e auf. wonach sich unter den Trümmern noch Lebende befinden soll­ten. Man wollte sogar wissen, bah Klopfzeichen zu hören feien; ferner wurde gesagt, datz den Eingeschlossenen durch Rohren Sauerstoff und Aahrungsmittel zug'-führt würden. Da diese Ge­rüchte sich mit grober Hartnäckigkeit verhielten, sah sich die Mannheimer Feuerwehr kurz vor ihrem Abrücken veranlaßt, den Dingen nachzu­gehen. Dabei stellte sich der(Heuen Badischen LandeSzeitung" zufolge einwandfrei heraus, bah sich in Oppau keinesfalls noch Heber» lebenbe unter den Trümmern befinden. Solche Möglichkeit wird für die Fabrikanlage selbst von der Fabrikleitung aufS Bestimmteste in Ab­rede gestellt, '

Die Zahl der nichterkannten Leichen beträgt augenblicklich noch 75. Die Zahl der von Angehörigen alS vermiht Gemeldeten ist vo« 69 auf 90 gestiegen.

Die Ursache.

Mannheim, 24. Sept. (WB.) Aach einet Erkläru n g der Badischen Anilin - und Sobafabrik steht nunmehr fest, bah die Ka­tastrophe auf eine Explosion eines LagerS von etwa 4500 Tonnen Ammoniaksulfatsalpeter zurück­zuführen ist. Es war bisher nicht bekannt und im höchsten Mähe überraschend, bah biesern Pro­dukt eine Explosionsfähigkeit innewohnt. Die H r- fache bet Explosion wirb sich kaum sicher ermitteln lassen, weil sämtliche zur Zeit ber Ex- plosion in diesen Bauten beschäftigten Personen ber Katastrophe zum Opfer gefallen sind Die (Nachricht, bah Oppau gänzlich zerstört sei, trifft nicht zu. Mit ber Wiederaufnahme ber Ammo- niakherstellung kann in nicht allzuferner Zett ge-

5>te Radfahrerin wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Während ber Verhandlung stellte es sich heraus, bah an der Stelle, wo sich bet Hnfall ereignete Mitte ber Konitzkhstrastc tiefe Dunkelheit geherrscht hat, und es wurde gerügt, bah diese Strahe zu wenig beleuchtet sei. Hnter Berücksichtigung aller Hmftänbc kam bas Schöffengericht zu einer milden Auffassung bes Unfalls unb verurteilte die Angeklagte zu einem Monat Gefängnis. Es besteht die Aussicht, bah die Freiheitsstrafe auf dem Gnadenwege in eine Geldstrafe verwandest wird.

Heute letzter Tag:

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Ebert, Reichspräsident: Graf Lerchenfeld, bay­rischer Ministerpräsident: Trunk, badischer Staats­präsident: Hlrich, hessischer Staatsminifterprasi- berrt: Wirth, Reichskanzler; 2ötr, Präs.dent deS Deutschen Reichstags; Reichsarbeitsminister Dr. Brauns: Stegerwald, preutzischer Minister für Vclkswohlfahrt: Oswald, bayrischer Staats- Minister für soziale Fürsorge: Dr. Engler, ba­discher Arbeitsminister: Raab, Präsident des hes­sischen Landesarbeits- und Wirtschaf IsamtS; All­gemeiner Deutscher Gewerkschastsbund: Allgem. Freier Angestelltenverband; Earitas-Verband für das katholische Deutschland: Zentralausschuh für innere Mission der deutschen evangelischen Kirche; Zentralverband'des deutschen Bank- und Bantter- gewerbes; Deutscher Gewerkscha^tsbund: D'utscher Städtetag; Deutsches Rotes Kreuz; Gewerkschafts- rrng der Angestellten-, Arbeite?- und Beamten- verbände; Hauptausschuh für Arbeiterwohlfahrt: Hauptgemein schäft des deutschen Einzelhandels: Interellengemeinschaft der chemischen Industrie; Reichsausschuh für die deutsche Landwirtschaft: Reichsverband der deutschen Industrie: Reichs­verband der deutschen Presse; ReichSverband des deutschen Handwerks: Zentralverband des deut­schen Grohhandels: Zentralwohlfahrtsstelle ber deutschen Juden; Geschäftsstelle des Reichshllss- ausfchufses für Oppau: Berlin (H. dB. 40, Scharn­horst strahe 35, Zimmer 279, Fernsprecher Aorden

Hätf Ich.......

meine Weihnachtsgeschenke schon im September gekauft, wird jeder in einigen Wochen beim Einkauf von Lederware sagen,

dann wären mir noch die aHen billigen Preise zugute gekommen. Niemand versäume die günstige Gelegenheit und sichere sich schon heute seinen Weihnachtsbedarf in la Offenbacher Lederwaren im

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Als Vertreter des preuhischen Handelsmmi- sterS wandte sich Ministerialrat Posse gegen den Vorwurf der Frankfurter Zeitung, bah das HanbelSministerium ber Frankfurter Messe nicht genügendes Interesse entgegenbringe.

Recht herzliche Worte widmete der hollan- bisch« Venerallonsul Marx der Frankfurter Messe währenb der Präsident der holländischen Eisenbahnen Vegi daS angenehme Zusammen­arbeiten zwischen ben holländischen unb deutschen Eisenbahnen hervorhob unb unter lebhaftem Ver­fall fein Glas auf bie beutschen Freunbe leerte. Direktor Sutter vom Mehamt widmete seinen Dank besonders der Presse, in deren (Kamen Dr. Albrecht- Frankfurt a. M. die weitere Mit- arbett an bem (Derk ber Frankfurter Messe zu- tsagte. Landtagsabgeordneter Martell hob her­vor, bah im interfraktionellen Ausschuh des Ab­geordnetenhauses sich die Vertreter aller Frak­tionen einmütig für bie Hnterstühung der Frank­furter Messe ausgesprochen hätten.

Gerichlssaal.

bF. Dad-Aauheim. 24. Sept. Die Haus- barne 3ba St hatte vor einigen Wochen in ber Abenbstunde einen Kurgast mit ihrem un­beleuchteten Rab so heftig angefah­ren, bah er zu Boden fiel unb an ben Folgen deS Sturzes nach wenigen Minuten verstarb.

Präsidenten.

Mannheim. 25. Sept. (WTB.) Bei ber Trauerfeier für die Opfer ber Oppauer Katastrophe hielt Reichspräfibent Ebert heute vormittag folgende Ansprache:

Hochverehrte Anwesende! In tiefster Erschüt­terung stehen wir heute am Orte der Katasttophe, die in der Morgenfrühe des 21. September ganz Deutschland in Schrecken unb Aufregung verseht hat, einer Katastrophe, wie sie die Ge­schichte der deutschen Industrie bisher noch nicht verzeichnet hat. Mit schmerzbeweg- tem Herzen betrauern wir den Tod so vieler pflichttreuer Arbetter, die dem furcht­baren Hnglück zum. Opfer gefallen sind, beklagen wir die bei dem Hnglüa verletzten Männer unb Frauen, deren Qualen und Schmerzen wir Mit­empfinden. Gewaltig ist die Zahl bet o_ien unb dkrtounbeten. Es ist mit ein dringenbes Herzens­bedürfnis gewesen, zur heutigen äuheren Feier teilnehmende Trauer hierher zu kommen und Den Hinterbliebenen, ben Verwundeten unb ben ©e- schäbigten auch von biefer Stelle aus nochmals bie innige Teilnahme ber Reichsregierung und wie ich sagen darf des gesamten deutschen Volkes an ihrem Hnglück auszusprechen. Sie bür- fen* überzeugt sein, bah die weitesten Kreise Deutschlands mit ben Hinterbliebenen ber Toten unb ben zahlreichen Verletzten in herzlicher Teil- nahme mitfühlen. Auch weit über bie Grenzen des Reiches hat das Hnglück Widerhall und Teilnahme geweckt unb aus allen Teilen ber Welt sind Wrileidskundgebungen unb Zeichen hilfsbe­reiten Deist arides eingelaufen, die uns wohltuend berührt haben unb für welche ich auch hier noch­mals Gelegenheit nehme, zu danken. Ehrliches Mitgefühl beschränkt sich aber nicht auf Worte. Gleich nach ber Kunbe von bem Hnglück hat sich überall menschenfreundliche und brüderliche Hilfe qcregt Reichs- unb Staatsbehörden, Kommunal­verwaltungen, Organisationen, industrielle und finanzielle Hnternehmungen, wie bie einzelnen Mitbürger in Stadt unb Land haben bereits er­hebliche Beträge zur Vermeidung materieller Aot aufgebracht Eine Hilfsaktion gröhten Hmfangs hat begonnen und wir dürfen alle hoffen, dast es so gelingen wird, ben so schwer vorn Hnglück Be­troffenen die Sorge um das tägliche Leben abzu­

Mannheim, 25. Sept (Wolff.) Hnter Beteiligung von etwa siebzigtgusend Menschen aus Mannheim unb ber Pfalz würbe heute in Gegen­wart des Reichspräsidenten, des baye­rischen Ministerpräsidenten, des badischen Staats­präsidenten und des Präsidenten des bayerischen Landtages sowie in Anwesenheit von Vertretern zahlreicher Behörden und Organisationen auf dem Ludwigshafener Friedhof eine Trauer feier für bi e Opfer derOppauerKatastro- phe gehalten. Die französlschen Milttärbehörden waren durch General d e M e tz als (Beauftragten ber interalliierten Rheinlandkommisswn sowie durch General Dangand aU Beauftragten des Oberbefehlshabers General Degoutte vertteten, die beide in vor Beginn ber eigentlichen Trauerfeier an ben Reichspräsibenten unb ben bayerischen Ministerpräsidenten gerichteten An­sprachen in warmen Worten dyre Teilnahme zum Ausdruck brachten und Kränze niederlegten. Der Reichspräsident erwiderte ihnen mit Wor­ten des Dankes: Es berühre wohltuend, bah am Grabe ber Opfer dieser Katastrophe das mensch­liche Gefühl sich über die Landesgrenzen htnweg- sehe. In gleicher Weise dankte.ber bayerische Ministerpräsident. >

Bei ber Trauerfeier selber hielten sodann Vertreter deS Fabrikarbeiterverbandes, der Ar- | beiterfchaft und der Direktion des Werkes, ferner der badische Staatspräsident, der Präsident des bayerischen Landtags, ter Regierung5Präsident der Pfalz und der Cberbürgermeiftcr von Mann­heim Ansprachen. Die von Musik unb Gesang eingeleitete unb geschlossene Feier verlief würdig unb eindrucksvoll.

Frankfurt a. M., 25. Sept. Ein Fest- mahl vereinigte anlählich ber Eröffnung ber «. Frankfurter Internationalen Messe heute nach­mittag bie Vertreter ber Reichs- unb einzelstaat- lichen Dehorben, unter benen sich in gewohnter Meise die Staatsoberhäupter von Württemberg, Baben unb Hessen befanben, sowie bie Vertreter ber Tages- unb Fachpresse. Oberbürgermeister Boigt gab seiner Freube darüber Ausdruck, bah ber Deutsche Werkbunb in so tatkräftiger Weise die Frankfurter Messe unterstützt habe, unb bah ber Buchhandel, anknüvfend an bie alten Traditionen ber Frankfurter Messe, sich im Hause Werkbunb zu einer bemerkenswerten Ausstellung »ufammengefunben habe. Die kräftige finanzielle Hnterstühung des Reichs, die zum erstenmal der Frankfurter Messe zuteil geworden sei, habe zu deren Ausbau auf bem bisher bewährten Funda­ment beigetragen. Besonders herzliche Worte wid­mete der Oberbürgermeister ben Staatsoberhäup­tern ber angrenzenben sübdeutschen Staaten, die auf« neue ben engen Zusammenhang zwischen der Frankfurter Messe und dem südwestdeutschen Wirtschaftsgebiet bekundet hätten. Ministerial- direttor von Schöneb eck überbrachte als Ver­treter ber Reichsregierung beten aufrichtigste Glückwünsche. Der Organismus ber beutschen Wirtschaft fei an sich gefunb; aber in bieten Organismus sei ein Fremdkörper clngebrungen. DaS sei der Versailler F r i e d e n s v e r - , trag. Man Tonne gerade in Frankfurt nicht daran vorbei, einen Vergleich zu ziehen zwischen dem Franffurter Frieden von 1871 und dem Ver­sailler Friedensvertrage. Beim Frankfurter Ver­trage hätten wir mit der einen Hand genommen, mit der anderen aber gegeben. Wir hätten da­mals bie Meistbegünstigung zugestanben. Heute hoben wir einseitig bie Meistbegünstigung geben müssen, ohne sie selbst zu erhalten. Man brauche aber nicht Optimist zu sein und werde trotzdem den Glauben an die Lebenskraft deS deutschen Volles nicht verlieren. Das Allbeilmtttel gegen unsere wirtschaftliche (Röte fei Arbeit, und nir- genM sehe man fo charakteristisch diese Wahrheit wie auf ben Messen.

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