Ausgabe 
26.8.1921
 
Einzelbild herunterladen

I

1Ui Mädchen, nuhe In ver- m :: » ..

Loontas. 28. A°g°K Turngang N Vroben-Linden INarfdil'/i

W M

Mglttdtt- Versamml««S im iöootSbaas.

Werde flflnario- nbnb. 8 ui1 goiitiw

b.Gn>mlrl gellinfl

ÄSSäSi Voll»« l- Äirtiui.

cbuhlagerl i'lSS I

>ENTeleph.20l0| iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiH^ JOODflOODDDDoooD Heater

Aeiogoettn.

ift, abenbs 7 Uhr:

Geburtstag

xqmtal

tlzug von Goethe.

ttf:

huldigen

j Ausjügen von Goethe Ende gegen Vh Uhr.

inbet statt: D-nnerriag Samstag von 1H uro kaffe.

idddjjdddodüoodo

Verein« 1

Sr^hen8ibt

Qele0enheit

1 Teuerung

E Schuh-

;u decken. -

Gießener Anzeiger (Gen ral-Anzeiger für Gberhessen)

Srcitag, 26. August 1921

Ur. 199 Zweites Blatt

Erzbergers Doppelgesicht.

DerÄreuMcitung urirb fron besonderer Seite ein Doiumt.nt überreicht, in Dem Erzberger her ibm barrali unterstellten zentrale für Heimat' dienst Richtlinien für die Railerfrage ur Iterbreilung an die Presse gegeben bat Das ouitliche einiftftikf datiert vom 31 Oktober 1918. allo öd'! ?'agc vor der Revolution, In der Her > rzberger so wirkungsvoll zum Sturze ixe» Kai' umS beigetragen hat: c« trägt die - agebucht,ummer 1471 18 h und die Lleberschrift 5iaat ' tär Erzberger" 3n der Hauptsache

faulet c. c folgt:

Die esse unsrer Feinde ist wieder und immer H iebe; bemüht, dem deutschen Tolle einz.,- ('ben. die Person des Kaisers sei ein Hindernis für den i Iirischen Fortschritt, sei die Berlör- beding tcv Militarismus: das deutsche Toll s"-ide erst dann zur Ruhe kommen, wenn es li<h vom Änifc getrennt habe, der Friede werde für Deutlä >nd günstiger, wenn es den Kaiser opfere. Rrinc der feindlichen Regierungen hat sich bisher flai und unzweideutig diese Forderungen dc, Prelle zu eigen gemacht Auch Wilton at n. seiner Rote vom 20. Oktober nicht die Forde, nng gestellt Sicherung und Abdankung, nnher.- C.tterungen oder Abdankung Trotz- hen> bat die feindliche Wühlarbeit bewirkt, bah "ich in Deutschland Stimmen laut werden, die die Abdankung des Kaisers in denBereich der stlöglichkeit stellen, ja sie sogar fordern Die fnlgenbcn Richtlinien sind nicht dazu bestimmt, den Meinungsstreit über die Kaiserfrage zu ver­breitern und zu vertiefen, sondern sie sollen nur Gedanken zu, Abwehr und Zurückweisung für diejenigen enthalten, die bei einer öffentlichen oder prmaten Erörterung für das Terbfeiben Mi Kai«e' - pflicht- und überzeugungsgemäh ein treten len Kein Deutscher darf vergessen, bah nnr bei Kaiser aus Anfah seines 25iährigen Regierungsjubiläums mit vollem Recht als X r i e h r n » f it r ft e n feiern konnten. Mehr als einmal bat der Kaiser, das steht vor der Weltgeschichte fest, es abgelehnt. sich an Kriegen Au beteiligen, oder das Gewicht der deutschen Waffen zur Zelt internationaler Spannungen in die Wagschale der Entscheidung zu werfen. (Tuten- krieg, russisch-japanischer Krieg. Marokto. bos­nische Krise.) 3n ganz Deutschland gab es aber nur ein3 a der Zustimmung, als der Kaiser am 4 August 1914 vor den Vertretern des beut^ schen Volkes und am 6. Llugust 1914 dem gesam- ten Volt erklärte:Seit der Reichsgründung ist os durch 43 Jahre mein und meiner Vorfahren heistes Vemühen gewesen, der Welt den Frieden zu erhalten und ttn Frieden unsre kraftvolle Ent- tnidlung zu fördern Die Welt ist Zeuge gewesen, wie unermüdlich wir in dem Drange und den Wirren der letzten 3achre in erster Reihe standen, um den Völkern Europas einen Krieg zwischen den Grossmächten zu ersparen. Vor her Geschichte wird Kaiser Wilhelms H Wirken in jenen schwülen Stunden, da der Weltkrieg über uns hereinbrach, makellos bestehen kön­nen Seine Taten in jenen Tagen bestätigen seine Worte. Immer wieder hat er versucht, auf den Zaren tm Sinne des Frieden- einzuwirken, bis zur letzten Minute überzeugt, dass die alte Freund­schaft durch die Kriegshetzer deS russischen Hofes nicht zerbrochen werden könne . 3m Laufe des Weltkrieges war der deutsche Kaiser der erste unter den kriegführenden Fürsten, der, der Ein­gebung seines Gewissens folgend, wiederholt mm Frieden drängte. Wilhelm II. hat tn Preuhen durch seine Botschaft dem Volke das allgemeine, gleiche, geheime, direkte Wahlrecht ver- lprochen, und er hat es verwirklicht. Er hat im Reiche das parlamentarische Sh st em Hngcfübit, obgleich der letzte Kanzler der kon­stitutionellen Regierungsform, Graf Hertling, ein Gegner dieses Systems war Wilhelm lt. hat es oorgezogen. sich vom Grasen Hertling zu tren­nen imb die Forderungen des Volkes zu erfüllen, "elchr-?- an der Regierungsverantwottlichkeit mit­verantwortlich sein wollte. 3n einer Ansprache an die neu ernannten parlamentarischen Staats- lekretäre, in der sich der Kaiser in vertrauliche, htc Grö^e seiner Auffassung zur Ehre gereichen­den Weile über die Gefamtfage aussprach, tat Wilhelm lf den denkwürdigen AuSspruch:Das deutsche Volk soll als das freieste Volr dastehen." Das monarchische Gefühl, die Treue zum angestammten Fürsten Hause, hat durch die Reichs- qrunbung neue Belebung und Kräftigung erfahren Eine Ad dankung des Kaisers auf 'den Druck des Auslandes hin würde eine schwere Ver­letzung deS monarchischen Gefühls weitester Volkskreise bedeuten. Heftige innerpolitische Kämpfe unter den Staatsbürgern aller Klassen und ein blutiger Bürgerkrieg wür­det, die Folge sein. Die in ihren Folgen nicht absehbar.- Erschütterung, die der monarchische Ge­danke Zerführe, mühte im weitem Verlauf zur Re­publik Preuhens führen, was wiederum die Auf-

Die Rothersteins.

Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by Greiner &. Comp., Berlin W 30. 38. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Do war bei Magelones Worten zusammen- zeschreckt und starrte nun fassungslos in das ; ölige Gesicht der jungen Witwe.

Dann aber schoh ihr das Blut in Strömen ns Gesicht, und sie rief heftig:Wie darfst >u mir so etwas sagen, Magelone! Ich und -okett!' Rie ist mir dies in den Sinn getommetn!"

Lind wie nennst du es denn, wenn du mit lküdiger hinter unser aller Rücken Morgenprome- mden machst, die sich für ein so junges Mädchen einesteils schicken?"

.Er ist doch mein Vormund," frömmelte Do, j.nb ich schwöre dir, dah ich nichts älnrechtes abei dachte? Er traf mich ganz zufällig l -llnd s war das erste Mal, Magelone . . glaube nrr doch!' Eie brach in Tränen aus. .Wie 'annst bu nur so schlecht von mir denken!"

-^ut- Ich hoffe, es wird also auch das ^5 -®.al fein, dah du dich so ... zufällig messen lätzt! Ich mühte sonst Papa auf'dein selt- cmies Bestreben aufmerksam machen, Rüdigers Interesse auf dich zu lenken. Damit du mich -elfer verstehst, will ich dir im Vertrauen mit- Jäten, dah Rüdiger schon feit langem eine stille Neigung zu einer anderen im Herzen trägt, es d!o ganz zwecklos wäre, mit ihm zu kokettieren."

..Ich schwöre dir, Magelone ..." ..Still. Lah mich ausreden. Es ist immer gut, wenn man klar sieht in gewissen Dingen.

lösung des gesamten Deutschen Reiches im Ge­folge haben mühte. Präsident Wilson, der Philosoph und älniversitätsprvfessor. besitzt in auherordentlichem Mähe gerade feine letzten diplomatischen Roten beweisen das aufs klarste die Gabe, sich verständlich auszudrücken. Wenn unterJemen 14 Punkten, die wir als Grundlage der Friedensverhandlungen angenommen haben, irgendwo die Abdankung des deutschen Kaisers älnterschliipf gesunden hätte, so können wir sicher sein, Wilson hätte klipp und flar daraus auf­merksam gemacht. Da er das nicht getan hat, ge­hört es nicht zu seinem Friedenöprvgramm. Darum haben teil Deutsche keinen An la st, re­publikanischer zu sein als der Re­publikaner Wilson.

Kirche und Schule.

Die Katholikentagung.

mc. F r a tf f f u r t a. 1, 24. Aug. Die letzten Vorbereitungen zur Katholiken versa mm- I u n g sind im Gange An die Bürgerschaft sind Aufrufe ergangen, die Häuser zu beflaggen und zu schmücken Von Seiten des Lokalkomitees wird in Verbindung mit dem Stadtgärtner für eine grohzügige Schmückung der Balmhöse und Fest- lokale gesorgt Welches Interesse die Katholiken­versammlung in Deutschland erweckt, erhellt aus der Tatsache, dah 130 Pressevertreter sich an- gemeldet haben und noch immer Anmeldungen er­folgen. Morgen und übermorgen werden die ersten Gäste erwartet, zumal eine ganze Reibe von Ta- ?jungen mit der Katholtkenversammlung verbunden ind. Die Zahl der gemeldeten Sonderzuge hat sich auf 20 erhöht.

Hirzenhain, 24. Aug. Am nächsten Sonntag findet in unserer Kirche eine Feier zur Ehrung der gefallenen Männer und Söhne unserer Gemeinde statt. Die Ramen wurden in einer Säule unserer Kirche eingemeihelt und das ganze Werk mit bildnerischem Schmuck versehen. Die Arbeiten wurden unter Beratung des hessi­schen Denkmalspflegers, Prof. Walde, von Bild­hauer Ködding in Giehen und Bildhauer Conrad in Hungen ausgeführt, das Geld durch eine Sammlung aufgebracht.

Gießener Strafkammer.

Giehen, 23. Aug

Wegen versuchter Verleitung zur Fahnen­flucht, wegen verbotenen Handels tnit Arznei­mitteln und wegen unerlaubter Entfernung von der Truppe hatte sich der Kaufmann o. M. von Giehen zu verantworten. Als Angehöriger des Mannschaftsersatz-Depots der 45. Division hatte er sich im Frühjahr 1919 während einer Bahnfahrt von Giehen nach Kowno an seine Kameraden herangemacht und sie zu verleiten gesucht, mit ihm zu den Bolschewisten überzugehen: dort sei das Essen besser, und wenn der ganze Zug übergehe, werde er ihn führen. Einen Zivilanzug hatte er bereits bei sich. Die Leute fielen auf die Ver­lockung nicht herein und die Sache wurde angezeigt. Dem vernehmenden Kriminalkommissär gestand er am nächsten Tage sein Vorhaben ein und nahm alles mehr von Der leichten (Seite; als dieser ihn darauf aufmerksam machte, dah die Angelegenheit ihm doch weniger gut bekommen könne, wurde es ihm schlecht und er versuchte am nächsten Tage alles als Scherz hrnstellen. Die gleiche Taktik verfolgte er heute, hatte aber damit kein Glück. Er erhielt ein Jahr Gefängnis und wegen des Arzneimittelhandels, den et nicht bestritt, weitere zwei Wochen; wegen der unerlaubten Entfernung, die ihm ebenfalls nachgewiesen wurde, muhte das Verfahren eingestellt werden, da inzwischen Amnestie eingetreten war.

Der Kraftwagenführer M. F. von Trier hat während feiner Militärzeit zu zwei verschiedenen Malen Benzin entwendet, das erste Mal etwa 30, danach etwa 150 Liter. Wegen eines ein­fachen und eines schweren Diebstahls erhielt er eine Gesamtgefängnisstrafe von fünf Monaten.

Drei Bäcker von Vilbel verfolgten Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts, durch das sie zu je 500 Mk. verurteilt worden waren, weil sie Brot mit Bohnenmehl ge st reckt und es ohne Marken über den Höchstpreis ver­kauft hatten. Da sie keinen übermäßigen, vielleicht überhaupt keinen Gewinn gemacht hatten, es ihnen vielmehr in der Hauptsache darauf angetommen war. ihre nach Brot drängende Kundschaft zu be­friedigen. wurden die Strafen auf je 300 Mark herabgesetzt.

Eine Witwe, die es versäumt hatte, nach dem Tode ihres Mannes ein sehr beträchtliches Bank- guthaben zur Erbschaftssteuer anzugeben, wurde mit 60 Mk. Geldstrafe belegt Das Schöffen­gericht hatte sie freigesprochen; Staatsanwaltschaft und Finanzamt verfolgten dagegen Berufung

Büchertisch.

Paul Rosenhayn. Der Schlitt­schuhläufer Detektivroman 9.00. geb. 14,00 Mark (Josef Singet. Verlag. Leipzig.)

Handel.

Frankfurt a. M, 25. Aug Börsen - st i m m u n g s b i l d. In Uebercinftimmur.g mit der unsicheren Haltung der AuSlandSdevisen er­öffnete die Börse ruhiger. Jedoch trat später, aus­gehend von der etwas regeren Rachfragc. für ein­zelne Industriepapiere eine lebhaftere Bewegung ein 3m freien Verkehr bestand lebhafte Rach- frage für Südseephvsphat. Deutsche Petroleum schwankend, Mansselder Kuxe 6125 Hansa Lloyd 168. Julius Sichel 680. Der Mvntanmarkt zeigte ein ruhiges Aussehen. Lebhafter wurden Phönix Bergbau gehandelt, und unter Berücksichtigung des Abschlags des Bezugsrechts wesentlich höher gesucht. Deutsch-Luxemburg, Caro und Ober- dedarf setzten schwächer ein Mannesmann be­hauptet. Westeregeln befestigt. Für Elektro ßab- meyer zeigte sich erneute Aufnahmeneigung zu höheren Kursen, plus 14 Prozent. Höher stell­ten sich Bergmann. Licht und Kraft, Siemens u. Halske, auch AEG. befestigt. Als höher sind auch Scheideanstalt zu nennen, die, begünstigt durch Materialknappheit. sich kräftig steigerten. Seht gesucht waren Zellstoff Dresden, 'Bergisch Mär­kische Industriegesellschaft. Karlsruher Maschinen. Riedinger .Chemische Braubach, Süddeutsche Eisen­bahn. Deutsche 'Dank 'waren aus *Realisierungen gcbrTicfi und Bei Beginn "20 Prozent niedriger Kolonialwerte, auch Schiffahrtsaktien, fanden Be­achtung. Die Börse schfoh bei vorwiegend festet Tendenz. Privatdiskvnt 33/« Prozent.

3 ran hf u rt a M., 26. August.

Börsenkurse.

Frai 1-Uhr Kurs Datum 24.8.*)

5*.e Dtsch. änegsant 77,50 4*/g Dtsch. Reichscml. 3*/, Dtsch. Reichsanl., 4°/0 Preuh. Konsols Darmftäbter Bank . deutsche Bank . . . 375, Disconto-Gesellschast Dresdner Dank... Nastonalbank f. D. . Mitteid. drebitbanh., - H.-Amerik Pakets. . 184.- Norddeutscher Lloyd. 178, - Bock.Gussstahlwerk . D.-Luxemb. Bergw.. 525, - Belsenkirch. Dergw . 528,- Harpener Bergbau . 764,- Oberschles. Eisend.-B. 469, Oberschles. Eisenind. . 395,- Phönir-Bergb -Akt.. 1250,- Bad. Anilin- u. Soda -, - Höchster Farbwerk«. 406,-

Llektt. A. E. G. ... 371,- Schuckert-Werke. . . Felten-Guilleaume- .

Daimler , 275,

Bud.- Eisenw.- Akt. , 700,-

Adlerwetke 375,

t'/° Hess. Staatsaul. , Elektron Griesheim.

nfpirt Berlin

- 1-Uht- Schiust- Anf - Kurs Kurs Kurs 25. 8. 24. 8. 25. 8. 77,50 77,50

78,80 77,-

67,75

-,- 191,- 354,50 348, -

278,50

,- 242,75 204,- 182,25

186,- 182,24 - - 180,- 177,84

618,- 625,-

512,-

514,- 527,-

7c 2 - 748, - - -

465 - 469,75 390 - 394,75

1275,-

377,50 - -

360,-

525,- 618,-

277,75 270,25 -,-

_ _ 7*>a _

3sa- 394'50

69,-

409,75 420,- - -

*) Die Abendbötfe fällt bis 26. Aug. auS.

Matknotietungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Saturn: 1.7.1 L

Zürich Fr. 125,49

Amsterdam Fl. 59,20

Kopenhagen Kr. 88,83

Prag Kr. 117,30

Stockholm ftr. 88,83

Wien Kr. 117,88

London Sh 97,8)

Paris Fe. 125,43

Neupork..........S 23,80

24.8. 25.8.

6,95 7,07

3,80 3,85

7,15 7,15

-,- 98,50

5,45 5.55

-,-1245,-

6,28 6,32

15,25 15,36

1,22 1,18

Züricher Devisenmarkt.

25. 8. 26. 8.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Fl. « 183.25 184. -

Deutschland 100 Mt. = 6.95 6L5

Wien .....100 Är. = (L675 0.70

Prag 100 Är. = 7. 7.05

Paris 100 Fe. = 45.65 45 65

London \ £ = 21.73 21.79

Italien 100 2. 254)5 22.20

Brüssel 100 Fr. - 44,60 44.50

Budapest 100 Ar. 1.525 1.65

NeuyorK 100 | = 690.- 588.-

Agram ... 100 At. => g 25 3.20

Bukarest 100 L. = 7.10 7.10

berliner Devisenmarkt.

Märkte.

1429,55 1432,4

1088,JO 1091,10

1449.501452,=0

1104,851107,15

1123,851126,16

1416,05 1418,95

1833,15 1836,85

125,15

362,40

312,60

85/ 9

661,70

Geld Brtej 25. August 2607,35 2612,6.') 631,35 632,65 1112,851116,15 1419,551422,45 1813,15 1816,86

. 124,85 . 361,60 . 311,90 - 84,91 . 660.30

123,10

358,60

308,90

83,78

Geld Bries Datum. 24. ?lugust.

Amsrer^am Botterd. 2642,35 2647,65 vrüssel.Antwerpen . 642,85 64445 Christiania

.9,78 9,82

101,15 101,4:

21,62 21,6k?

123,^0

359,40

309,10

83,96

65 CO

Kopenhagen . Stockholm . . helsingfor». . Italien .... London.... NeuyorK . . . Paris öchweiz. . . . Spanien . . . Wien (altes). Deutsch-Oesterr Prag Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel

9,60 9,64

101,45 101,75

21,77 21,83

Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt.

Frankfurt a. M., 26. Aug Amtlicher Bericht. Der heutige Bkark! brachte starken Austrieb Die am Montag auffallenb gestiegenen Schweinepreise gaben wieder etwas nach Die Schweine hinter!iesten bei gedrücktem Geschäft grd steten Ucbcrflanb. Kälber und Hammel wurden bei schleppendem Handel schliestlich ausverkaust Aufgettiebeii waren 991 Kälber, 569 Hammel und 552 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Ztr. Lebendgewicht, für Kälber, beste Quali­tät, 725 850 Mk. mittlere Qualität 600 725 Mk. geringe Qualität 500 600 Mk.. für Hümmel 350 bis 550 Mi. für Schweine unter 80 Kg Lebens­gewicht 1000 1300 Ml., von 90 100 Kg. Lebend­gewicht 1400 1500TOT von 100- 150 Kg. Lebend gewicht 1400 1550 Mk, für Fettschweine über 150 Kg Lebendgewicht 1400- 1500 Mk . für Sauen und Eber von 1100 1200 Mk. Austerdem wurden 64 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehan beit. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste. Spesen und Händlergewinn in sich schliesten.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Zusammenkunft zwischen Nalhenau und Loucheur.

P a r i s, 25 Aug. iWTB.) Wie die Morgen­blätter mitteilen, ist Loucheur gestern nach^ mittag nach Wiesbaden zur Zusammen Zunft mit Rathenau abgereift Der Zu­sammenkunft mit Rctthenau wird <"inc Bespre­chung mit dem Oberkommissar für das Rheinland vorausgehen. Die erste Unterrebung in Wies­baden wird heute vormittag, 10 .> Uhr, statt­finden. Es werde sich hierbei hauptsächlich um die Frage der Lieferung in natura handeln, und es scheint, dast die Absichten Lvucheurs in dieser Angelegenheit bei den Belgiern, die sich bisher sehr reserviert verhalten haben, günstig ausge­nommen würden. Es soll Grund zu der Annahme bestehen, dah ein Abkommen erreicht werde.

Der deutsch-amerikanische Vertrag.

London, 25. Aug. (WTB.) Einer Reuter­meldung aus Washington zufolge erläuterte Staatssekretär Hughes gestern vor der Voll­versammlung des Senatsausschusses für auswär­tige Angelegenheiten die Bedingungen deS Friedensvertrages mit Deutschland Die demokratischen Mitglieder des Llusschusses stellten einige Fragen Später wurde mitgeteilt, es beständen Anzeichen, dah der Friedensvertrag im Senat nicht auf eine organisierte Opposition stohen werde.

Die Hetze gegen den Dertewiger von Oftcrfrifoa.

Zeitz, 25. Aug. (WTB.) General von L e t- t 0 w - V 0 r b e ck, der zu einem Vortrage über die Kampfe in Afrika hierher gekommen war, wurde beim Erscheinen in der Stadt von einer mehrere hundert zählenden VollSmenge unter den RufenHinaus aus Zeih! Massenmörder 1" und ähnlichen Rufen gezwungen, die Stadt mit dem Abendzuge wieder zu verlassen.

Cin Iugzufammenstotz.

Essen, 25. Aug. (WTB.) Heute morgen gegen 8 llhr stiehen in der Rähe des Haupt- bahnhofes Essen auf der Linie EssenBorsig zwei Güterzüge zusammen. Die beiden Lokomotiven und sechs Wagen wurden auS dem Geleise geschleudert. Der Führer des einen Zuges wurde schwer verletzt. Der Sachschaden ist nicht bedeutend.

Du hast ja auch Waldemar Ruhland, der seine Absichten deutlich merken läht

Herr Ruhland geht mich gar nichts an. unterbrach sie Do, deren Tränen plötzllch versiegt waren, schroff.

»So? DaS würde ich um deinetwillen sehr bedauern, liebe Dorothea, denn er ist ein aus­gezeichneter Mensch und ein Künstler von be­deutendem Ruf. Austerdem würdest du Rüdiger, wie ich heute merfte, sehr enttäuschen, wenn du dich dieser Chance gegenüber ablehnend 'verhiel­test Dein wenig freundliches Entgegenkommen gegen setüen besten Freund, der dir so offen hul­digt, verstimmte ihn schon heute sehr: Du mustt auch bedenken, dah du ihm durch eine so glän­zende Verbindung eine groste Last von der Seele nehmen würdest! Denn schliestlich bedeutet die Vormundschaft über ein fast mittelloses Mädchen, mit dem man nicht recht weih, wohin ins Kloster willst du ja nicht! immerhin eine beständige Sorge für ihn der ohnehin schon Sorgen genug hat! Also überlege dir lieber noch recht gut, was du tun willst, ehe du Waldemar Ruhland vor den Kops ftöheft."

Damit wandte sie Do den Rücken und liest sie allein.

Weih wie Ginnen starrte ihr Do nach. Sie hatte nur zwei Dinge begriffen: Erstens, dast Magelone eifersüchtig war und durch ihr Be­nehmen Grund dazu zu haben glaubte Zweitens, dast Rüdiger wünschte, sie würde Waldemar hei­raten, weil sie ihm eine Last war.

Rie im Geben hatte ein so Heister Schmerz, eine so tiefe Scham sie erfüllt. In dieser Stunde wäre «sie mit Freuden gefrorben . . .

18. Kapitel.

Aber es sollte Do keine Zeit bleiben, den Eindrücken dieser Unterrebung mit Magelone nachzuhängen, oder irgendwelche Konsequenzen daraus zu ziehen.

Schon am folgenden Tage trat ein Ereignis ein. daS ihr neue Pflichten auferlegte und fle naturgemäß) in eine isolierte Stellung brachte

Der Fürst hatte den Besuch seines Rechts- freundes. des Iustizrats Dr. Hettle, gehabt, der ihm in mehrstündigem Vortrag über den Stand feines Prozesses Bettcht erstattete. Die Sache beschäftigte gegentoärtig das Grazer Landesgericht für Zivllsachen und drohte eine so ungünstige Wendung zu nehmett, dah der Insttzrat schliestlich die <^rage aufwarf, ob es nicht klüger wäre, die Klage freiwillig zurückzunelnnen?

Auch der alte Ruhland besah Verbindungen, die er aus allen Kräften in seinem Interesse spielen lieh. Es war ihm gelungen, die Mehrzahl der mahgebenden Faktoren zu der Meinung zu bekehren, dah fein Kaufvertrag mit der Gemeinde Wolkenriet. der ohne jeden Vorbehalt geschloflen worden war, sonnenllar iede Verpflichtung aus- schloh, sich um die alten Lebensansprüche der Familie Rotherstein zu kümmern.

Aber auch die Gemeinde Wolkenriet konnte nach der vorherrschenden Ansicht nicht als ersatz­pflichtig herangezvgen werden, denn es war er- wiesen, dah der Fürst von dem beabsichttgten Ver­kauf der Buchau gewuht und es trotzdem unter­lassen hatte, feine Ansprüche rechtzeitig geltend zu machen.

Rach dieser Auffassung konnte der Ausgang des Prozesses kaum mehr zweifelhaft fein. Er würde, wie Iuftizrat Hettle durchblicken lieh.

nur mit einer blamablen Riederlage enden, wenn man nicht beizeiten freiwillig die Segel ftttch ' Aber davon wollte der Fürst absolut nichts wissen. Mit dem ihm angeborenen Eigensinn stellte er sich auf den Iustamentstandpunkt:Gut, wenn der Prozeh in Graz wirklich verloren wird, fo gibt es dann in Wien immer noch eine letzte Instanz beim obersten Gerichtshof!" schrte er den Iustizrat erbost an, als sei dieser mttschuldig an dem schlechten Ausgang.

Achselzuckend entfernte sich der alte Herr end­lich. etwas von .halsstarrigem Autokrat" vor sich hinmurmelrrd.

Als Hampe kurz darauf des Fürsten Zimmer betrat, fand er seinen Herrn fang auSgestreckt auf dem Teppich liegen. Die Erregung war dock wohl zu grvh gewesen, und eine schwere Ohn­macht, aus der Dr. Kasper aus Wolkenriet den allen Hettn nur mühsam wieder zum Bewuhtssin brachte, hielt ihn über eine Stunde im Bann es eine grobe Verwirrung un Schloh. Rüdiger war nicht daheim, und bic anderen standen ratlos jammernd um den Kranken herum, unfähig, einen vernünftigen Gedanken zu falten. Die einzige, die den Kopf nicht verlor, sondern dem Arzt mit zur Hand ging, war Do

©te erklärte auch sogleich, die Pflege des Fürsten übernehmen zu wollen. Aber dieser Enl- schfah pahte weder der Gräfin, noch Magelone Erstere fürchtete im stillen ihren Einfluh au £>cti alten Herrn, letztere die dadurch unvermeid- llchen Begegnungen im Krankenzimmer mit> biger und den Eindruck, den Dos Opfettoilligkeit auf ihn machen konnte.

(Fvrtfehung folgt)