Ausgabe 
26.8.1921
 
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fpd. Frankfurt a. M, 25. 2lug. Anträge kommunistischen und unabhängigen Fraktion Bewilligung von 50 000 bzw. 100 000 Mark Linderung der Hungersnot in Ruß­land lösten in der heutigen Stadtverord­netensitzung längere, teilweise stürmische Aus­einandersetzungen zwischen den Bürgerlichen und Sozialisten aus. Der Magistrat erklärte, daß man für derartige Zwecke aus öffentlichen Mitteln keine

Ein türkischer Sieg.

Angora, 25. August. Havas. Amtlicher Kriegsbericht. Die türkischen Truppen haben die Stellungen genommen, welche die Griechen im Abschnitte von Afium Karahissar innehatten. Die Griechen wurden gezwungen, sich auf Kara As- lanlar zurückzuziehen.

Konstantinopel, 25. Aug. Havas. Mel­dungen aus Kleinasien bestätigen den türki­schen Sieg, jedoch ist noch keine amtliche Be­stätigung dieses Sieges eingelaufen. Die griechi­schen Truppen, die den Bormarsch in der Richtung auf Angora angetreten hatten, wurden gezwungen, sich auf 120 Kilometer von dieser Stadt zurück- zuziehen.

Die Nationalversammlung von Angora nicht aufgelöst.

Paris. 26. Aug. (WTB.) Rach hier ein- gegangenen Nachrichten aus Angora wird die Meldung, daß die Rationalversammlung von An­gora aufgelöst worden sei, dementiert.

Erkrankung des Königs Konstantin.

Paris, 25. Aug. (WTB.) Dach einer Athener Meldung leidet König Konstantin seit einigen Tagen an DarmLeschwerden. Er wurde gestern wiederholt von Brechanfällen be­fallen und fiel dann in eine Ohnmacht, die 20 Minuten andauerte. Darauf schlief der König sehr ruhig, er hatte kein Fieber und der Puls- schlag war normal. Rach den letzten Meldungen verbrachte der König die Rächt sehr ruhig. Er hatte kein Fieber und war am morgen in guter Stimmung, doch haben ihm die Aerzte vorsichts­halber verboten, sein Bett zu verlassen. Die Regierung entsandte sofort Professor Ehristo- manus und den Leibarzt Manufsos nach Sskir- Schehir.

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bisher auf vier Millionen Mark sestae- stellt werden. Ob dies der ganze Umfang der älnterschlagungen ist, ist noch zweifelhaft. Einer der Haupttäter. namens Mollin, ist seit einigen Wochen in .Urlaub und soll sich in Frankreich auf- halten. Die Rachricht, daß das Kasssenbuch ge­funden worden sei. entspricht nicht den Tatsachen.

bei dem unglücklicherweise auch der deutsche Reichsangehörige Heinrich Hoff um« Leben ge­kommen ist, richtete die deutsche Gesandt­schaft an das Ministerium für auswärtige An­gelegenheiten in Prag eine Verbalnote, worauf der Minister des Aeußeren sein lebhaftes Bedauern ausgesprochen und mitgeteilt hat, daß die Erledigung des Fallet nach den Regeln LeS Völkerrechtes stattfinden werde.

Aus dem Reiche.

Wilde Streiks.

Magdeburg, 25. Aug. (Wolff.) In Bad Elm en, wo am Sonntag ein Leberfall auf die an der Feier des VereinsStahlhelm" teil­nehmenden Personen stattfand, brachen wilde Streiks aus, ebenso in Großsalze, wo das Elektrizitätswerk stillgelegt wurde. Der Kurbetrieb in Bad (Simen ist eingestellt. Auf Anordnung der Regierung wurde die technische Rothilfe zu Hilfe gerufen.

Aus Kessen.

Dem Landtag

ist außer verschiedenen Regierungsvorlagen und Anfragen, über die wir schon berichteten, nunmehr auch eine Vorlage betr. Aenderung des Gesetzes über dasDerfahrenin Forst-und Feld­rügesachen zugegangen.

rm. Darmstadt. 25. Aug. Der Schul- Ausschuß des Landtags trat heute vor­mittag unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Diehl zusammen. Die Beratung über die Rovelle betr. das Volks Schulgesetz wird bei dem Ab­schnitt 3, der die Ausbildung und Prüfung der Lehrer behandelt, fortgesetzt. Der Vertreter der Re­gierung legte neue, hauvtsächlich redaktionell ge- änbeite Fassungen vor. t keiner Aussprache unter­zogen wurden. Eine Abstimmung wurde wegen des Fchlens einzelner Mitglieder nicht vorgenommen. Die nächste Sitzung soll am Freitagnachmittag stattfinden. Um die Beratungen zu beschleunigen, sind weitere Sitzungen am SamStag, Montag und Dienstag vorgesehen.

men rod, Frischborn. HopfmannSfeld und Hör­genau erklärt. Das gefährdete Gebiet umfaßt eine Zone von 15 Kilometer im Umkreis von Dir-

mc. Frankfurt a. M. 25. Aug. Die großen Eisenbahndiebstähle auf dem Hauptgüterbahnhof haben nun weitere Aufklärung gefunden. Insgesamt sind 17 Per­sonen verhaftet worden. AlS Haupttäter hat man jetzt den 31 Jahre in Staatsdiensten befindlichen Vorarbeiter Scharf ermittelt, der in K i e r d o r s wohnt. Als man in seiner Wohnung Rachschau hielt, wurde nichts gefunden. Auf der Straße aber sagte ein kleiner Junge den Beamten. .Ihr mißt emal in seim Garte an der Saalburg-Allee nachgucke." Als die Beamten dort untersuchten, fanden sie zuerst nur Kohlenhaufen. Diese wur­den umgeseht unb dann fand man in einer Grude die schönsten Dinge, angefangen vom feinsten Damenschuh bis zu den erlesensten Stoffen. Wert der gesamten Deute 50 000 Mr. 'Schars 'leugnete hartnäckig, als man ihn aber in des Zimmer führte, wo feine Beule aufgestapelt lag, bequemte er sich zu ehren umfassenden Geständnis.

mc. Frankfurt a.M 25. Aug. Der beim Reichsverwertungsamt in Hanau angestellte Buch­halter Wilhelm Peufer hat insgesamt 1 20000 Mavk unterschlagen, um sich in Offenbach eine Schuhfabrik zu errichten. Diese Unterschlagun­gen wurden im Amt erst gemerft, als Peufer sich selbst anzeigte. Heute erhielt er von der hiesigen Strafkammer 2 Jahre Gefängnis.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* DaS AmtSverkündigungsblatt Rr. 123 vom 25. August enthält: Zulagen für Schwer- und Schwerstarbeiter. LandeSpolizei- liche Prüfung des Entwurfes der Beseitigung der Schranken am Wegübergang Km. 8,64-15 der Strecke LollarWetzlar. Denkmalschutz. Ausführung der Landes-Feuerlöschordnung, hier. Befreiung der Lehrer und Postbeamten von der Zeuerwehrpflicht. Straßensperre. Lehrgang ür Fleischbeschauer. Viehseuchen Feld- chuh in Hungen.

ZulagenfürSchwer-undSchwerst- a t 6 c i t e r. Für daS am 16. August d. I-. 6e- Sonnene neue GetreidebevirtschaftungSjahr ist daS lmlageverfahren eingeführt worden. SS wirb hieraus die bisherige Brotration von 200 Gramm Mehl täglich gewährt, außerdem wird für die UebergangSzeit wie bisher Kvchmehl an die Der- orgungsberechtigten zur Ausgabe gelangen. Der onsttge Bedarf an Brot und Mehl muß jedoch durch die auS freiem Getreide heraestelllen Er- zeugniffe gedeckt werden. Die beteiligten RetchS- bebörden ordneten daher übereinstimmend an, baß ab 15. August 1921 alle Zulagen In Fortfall zu kommen Haven. Das Hessische LandeSernäh- nmggamt verfügt infolgedessen xur Rr. L. S. A. 18 739 vom 16. os. Mts., daß ab 15. September 1921 alle Zulagen völlig abgeschafft werden. Dem­nach kommen von di es em Sa g e ab d i e Zulagen für Schwer- und Schwerst- arbeitet, sowie für werdende MÜt -

Die Kämpfe in Marokko.

Paris, 25. Aug. (WTB.) Rach einer Mel- düng aus Madrid wird dort offiziell bekannt- gegeben, daß an den gestrigen Kämpfen in Ma­ro k k o 10 000 Mann Infanterie, 13 Batterien, zahlreiche Flugzeuge und Kavallerie-Hilfstruppen teilnahmen. Die Feinde, die 60008000 Mann stark gewesen seien, hätten schwere Verluste er­litten.

Landwirtschaft.

Getreideschieber an der Arbeit.

Zu den Rotizen. die unter dieser ileberfcfrtift in verschiedenen Blättern erschienen sind, erhalten wir eine Zuschrift, in der es u. a. heißt:

3n tendenziöser Absicht wurde auSgeführt, der Getreidehandel habe ein Interesse an hohen Getreidepreisen und die Händler überböten sich gegenseitig und veranlaßten so die Landwirte, ihre Forderungen für Brotgetreide fortgesetzt zu erhöhen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Der legale Getreidehandel hat sofort, als die freie Wirtschaft für Brotgetreide einsehte. große Zu­rückhaltung gezeigt, weil er sich seiner volks­wirtschaftlichen Aufgabe bewußt war, und die Tatsachen beweisen, daß die Preise zur Zeit einen wesentlichen Rückgang zeigen. Während in den ersten Tagen nach der neuen Ernte Weizen unter 500520 Mk. je Doppelzentner nicht zu erhalten war, war der Preis am vergangenen Montag an der Börse etwa 420 Mk. Die unerhörte Ver­leumdung, der Handel verschiebe deutsche- Ge­treide ins Ausland, zeigt die Absicht dieser Hehartikel und die Spekulation auf die Un­kenntnis der Leser, wie die Verhältnisse tat­sächlich liegen. Das Inlandsgetreide ist heute ebenso teuer wie das AuSlandSgetreide. Wie ist es da möglich, daß man deutsches Getreide in das Ausland verschiebt, wie von jener Sette behauptet wird, wenn man berücksichtigt, daß alsdann noch die Frachtkosten hinzukommen. ES ist an sich ein ganz natürlicher Vorgang, daß in der freien Wirtschaft die Preise sich für alle InlandSprvdukte den Weltmarktpreisen anpassen werden, besonders bei solchen, bei denen wir auf große Zuschüsse vom Ausland angewiesen sind, wie dies bet Brotgetreide der Fall ist. ES hat sich gezeigt, daß beim Uebergang von der Zwangswirtschaft zur freien Wirtschaft im ersten Augenblick hohe Preise, weit über die Weltmarkt­preise, gefordert und gezahlt wurden, daß aber sehr bald Angebot und Rachfrage die Preise regelten und diese weit unter den Schleichhandels- Preisen während der Zwangswirtschaft blieben. Letzten Endes waren es aber nicht nur die Händ­ler und die Konsumenten, sondern noch weit mehr die Produzenten, vor allem die Landwirte, welche die Aufhebung der Zwangswirtschaft forderten. Gs ist die Pflicht aller, nunmehr dafür zu sorgen, daß die Versorgung des Volkes mit den not­wendigsten RahrungSmitteln zu erträglichen Prei­sen erfolgt: verwerflich im höchsten Grade sink aber Veröffentlichungen in den Zeitungen, die geeignet sind, unter Fälschung der tatsächlichen Verhältnisse daS Volk zu verhetzen und die Klassengegensätze zu verschärfen.

* Dad-Rauheim, 26. Aug. Bis zum 25. August 1921 betrug der Gesamtbesuch 43 216 Kur- | fläfte und Passanten.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 24. Aug. Die Landes- Hypothekenbank macht kommunale Verwal­tungen. welche gegen Schuldschein Tilgungs- Darlehen mit niedrigem Zinsfuß und größerem Disagio aufnehmen, darauf aufmerksam, daß die wirkliche ZinSleistung sich höher stellt, als ohne nähere Berechnung e^ichtlich oder anzunehmen ist. Aus Anlaß von Anfragen, die an sie gelangt sind, erklärt sie sich bereit, den Kommunen mit einer solchen Berechnung an die Hand zu gehen, wenn Diele sich über Gelovfferten schlüssig machen sollen. Der Rarne des Ver­mittlers oder des Geldgebers braucht ihr gegenüber bei solchen Anfragen selbstverständ­lich nicht genannt zu werden.

rm. Darmstadt, 24. Aug. Weitere 2 4 Notwohnungen sollen nunmehr durch die Stadtverwaltung in den früheren Lazarett­baracken auf dem Exerzierplatz errichtet wer­den. Es ist dies als ein weiterer, wenn auch kleiner Schritt der Besserung der hiesigen Wohnungsnot zu bezeichnen.

rm. Darmstadt, 26. Aug. EineBeam­te n 6 a n f Darmstadt e. G. m. b. H. wurde hier errichtet, die den Betrieb eines Spar- und Dar- lehnsgeschäftes zum Ziele der wirtschaftlichen For­derung der Mitglieder, sowie die auf Selbst­hilfe gerichteten Bestrebungen deS Deutschen Be- amtenwirtschaftsstandes aufnehmen soll. Den Vor­stand bilden zunächst Obertelegraphensekretär Burger, Kasseninspektor Oppelt und Staatskassier Mahr.

Kreis Wetzlar.

d. Großrechtenbach, 24. Aug Eine in ben Gemeinden der Hiesigen Bürgermeisterei ver­anstaltete Sammlung für Oberschlesien ergab den Gesamtbettag von 2807,70 Mk. Es wurden gesammelt in Dornholzhausen 70 Mk. Grvßrechtenbach 280 Mk., Hochelheim 410 Mk., Hörnsheim 360 Mk.. Kleinrechtenbach 117 Mk., Lützellinden 625 Mk.. Münchholzhausen 167,20Mk, Riederlleen 305 Mk., Oberlleen 76 Mk., Rei3- kirchen 77 Mk Vollnkirchen 176 Mk.. Volperts­hausen 93 Mk.. Weidenhausen 51,50 Mk.

Hessen-Nassau.

Frankfurter Stadtverordneteusitzuug.

DieTimes" über die englische «nd die deutsche Wirtschaft.

Sine Zuschrift, welche dieTimes" an hervorragender Stelle veröffentlicht, be- 'weist, daß der englischen Geschäftswelt all­mählich vor den Wirkungen graut, welche die fortwährende Entwertung der deutschen Reichsmark auf dem Wirtschaftsmarkt an­richtet. Da heißt es:

Außer in Amerika sind die Kosten der Lebenshaltung und demgemäß die Löhne und Herstellungskosten der Waren in England we­niger gestiegen als in jedem andern Lande, und wir sollten daher mit Aufträgen aus der ganzen Welt überhäuft sein. Statt dessen liegt Lei uns und in Amerika Las Geschäft dar­nieder und unsre Arbeitslosen zählen nach Millionen, während Deutschland, dessen Kosten weit mehr gestiegen sind als die jedes anderen Industrielandes, sich vor A u f - trägen nicht zu retten weih. Amerika sitzt müßig auf seinen Goldhaufen; Deutsch­land mit seiner Schuldenlast gewinnt den Han­del der Welt. Wir treiben eine falsche Fi­nanzpolitik. Zwar wird uns vorgeredet, daß wir dank unserm vorzüglichen Bank- und Fis­kalsystem den Krieg gewonnen hätten. ES wird vergessen, daß 150 Millionen Menschen, die nur auf ihre eignen Hilfsquellen ange­wiesen waren, 1000 Millionen Menschen be­kämpft und beinahe besiegt haben, denen alle Schätze und Rohstoffe der Welt zur Ver­fügung standen. Statt daß wir mit unsrer über­legnen Weisheit prahlen, sollten wir uns lie­ber bemühen, die Finanz- und Fiskalshsteme Deutschlands zu studieren, von denen wir viel­leicht einiges lernen können. Wir haben den Krieg gewonnen, werben aber vielleicht bank! unserm Schatzamt den Frieden verlieren."

Gelder zur Verfügung stellen könne. Er sei dagegen bereit, bei der Vorstandssihung des Deutschen Städtetages am 5. und 6. September in Wiesbaden einen Antrag zur Annahme vorzulegen, wonach der Deutsche Städtetag selbst eine Aktion für Rußland ins Leben rufen solle. Der Erlös dieser Sammlung solle dann einer neutralen Or­ganisation zur Verfügung gestellt werden, aber nicht, wie beantragt sei, unmittelbar der Sowjet­regierung oder dem Deutschen Gewerkschaftsbunde. Diese Ausführungen fanden die Zustimmung der bürgerlichen Parteien, die durch ihre Redner er« klären liehen, daß sie aus sozialen und menschlichen Gründen für die Bewilligung von 50 000 Mk. zu habzn seien. Die Anträge der bürgerlichen Grup­pen fanden Annahme. Die Anträge der Kommu­nisten und Unabhängigen wurden abgelehnt. Die Versammlung setzte sodann die Beratung des Haushaltsplanes für 1921 fort. Der Pal­mengartengesellschaft wurde ein einmaliger Zu­schuß von 70 000 Mk. bewilligt. Der Vereinheit­lichung der Senckenbergischen Bibliothek und der Rothschildschen Bibliothek mit der Stadtbibliothek unter einer einheitlichen Verwaltung soll in kür­zester Frist, näher getreten werden. Gegen die Stimmen der bürgerlichen Parteien wurde be­schlossen, die Gewährung unentgeltlicher Lernmittel für die Schüler sämtlicher Schulen auf Antrag der Eltern ohne Nachprüfung der Be­dürftigkeit zu bewilligen. Gin Antrag der Sozial­demokraten auf Vermehrung der Vvlksvorstel- lungen im Schauspielhaus und Opernhaus wurde trotz schwerster finanzieller Bedenken des Magi­strats genehmigt. Das Verlangen der sozialistischen Parteien auf Einsetzung einer Kommission, die die Lehrerbibliotheken in den Schulen daraufhin prü­fen sollen, ob sie noch monarchische Literatur und dergleichen enthielten, wurde abgelehnt. Auch die Kommunisten stimmten dagegen. Dagegen sollen die Schülerbibliotheken aufReinheit" gründlich durchgeprüft werden. Der Haushaltsplan für 1921/22 wurde daraufhin in Einnahmen und Aus­gaben auf 869 351 060 Mk. festgesetzt und geneh­migt. Die unabhängige Fraktion lehnte den Etat ab. Ein Antrag der Deutschen Volkspartei, den nächstjährigen Etat schon im Frühjahr vorzulegen, fand Annahme. Der Oberbürgermeister erDärte, daß die Einzelnen Aemter schon jetzt angewiesen seien, den Etat für 1922 in Angriff zu nehmen.

Aufforderung zum Mord.

mc. Frankfurt a. M, 25. Aug. Unter der geschmackvollen Überschrift »Ungarische Ar - beitermörder in Frankfurt" wendet sich der hiesige Kommunist gegen die drei ungari­schen Vertreter der christlich-natio­nalen Vereinigung Karl Ruszar. Dela Turi und Stephan Haller die anläßlich des Katholikentages nach Frankfurt kommen. Der Artikel zählt die angeblichen Schandtaten der drei Männer auf und schließt mit folgender eindeutigen Aufforderung: Aber niemals dulden darf die Frankfurter Arbeiterschaft, daß diese Bluthunde den Boden ihrer Stadt betreten, ohne gewärtig zu sein, daß sie die proletarische Gerechtigkeit in ihrer ganzen Schärfe trifft Sollten die Bluthenker es dennoch wagen, Frankfurt aufzusuchen, wird die Frankfurter Arbeiterschaft wissen, was sie zu tun hat Arbeiter, es sind eure Mörder, eure Henker! Vergeßt daS nicht, übt proletarische Gerechtigkeit" Da in dem letzten übrigens noch fett gedruckten Abschnitt eine Aufforderung xum Mord erblickt wird, nimmt der Polizeipräsident Veranlassung, gegen den Schriftleiter Knodt vorzugehen, der noch im Laufe des heutigen Tage« verhaftet wird. Die ungarische Delegation wird sich in Frankfurt allen Schuhes erfreuen, den ihr die Polizei ge­währen kann. Auch die Unabhängigen haben sich natürlich nicht nehmen lassen, ebenfalls gegen den Besuch der Ungarn zu protestieren und wollen dies auch noch in einer Versammlung am kommen­den Sonntag tun.

Die Veruntreuungen in Bad Ems.

geordnete Sperre der Kreisstrahe(Xberftabt Oberhörgern" (KreiSgrenze) wird aufgehoben.

AuSbruch der Maul - und Klauen- euche im Kreise Lauterbach. In der Gemeinde Dirlammen ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die Gemarkung Dir­lammen wurde zum Sperrbezirk erdärt Zum Beobachtungsgebiet wurden die Gemeinden All-

** P e rsonalnachrichten. Gisenbahn- Oberfefretär Karl Todtenbier in Gießen, der heute sein 25jähriges Dienstjubiläum feiert, wurde mit Wirkung vom 1. April 1920 zum Eisenbahn- Inspektor ernannt

** Der letzte Z u ck er für die Zeit der Zwangsbewirtschaftung gelangt im Oktober l. Zs. zur Verteilung. Die Kleinhändler müssen die Reichszuckerscheine, die im Laufe dieser Woche anbie Bürgermeistereien versandt werden, b i s spätestens 1. September 1921 an einen Großhändler zur Belieferung einreichen, andern­falls diese ihre Gültigkeit verlieren.

** Zur Kartoffelversorgung. Das Wirtschaftskartell Gießen steht zur Zeit mit dem Bauernbund und dem Reformbund der Guts- Höfe in Verhandlungen über Lieferungen von Kartoffeln an die Mitglieder des Kartells, die vor einem günstigen Abschluß stehen. Der Preis richtet sich nach den allgemeinen Kartoffelpreisen im Herbst. Näheres wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben.

** Zeitgemäße Erhöhung der Feuerversicherung. Vielfach liest man in den Zeitungen von großen Schäden, die durch verursachte Brände die Landwirte betroffen haben. Der Schaden, den diese betroffenen Landwirte erleiden wird zum Teil daurch erhöht, daß sie zu niedrig gegen Brandfälle versichert sind. ES ist daher unbedingt notwendig, daß die Landwirte entsprechend der Erhöhung der Getreidepreise auch eine zeitgemäße Erhöhung ihrer Feuerversiche­rungswerte vornehmen. Erneut weist die Land­wirtschaftskammer in Darmstadt die Landwirte in ihrem eigenen Interesse auf eine notwendig werdende Erhöhung der Versicherungssumme hin, um sich vor großen Schäden zu bewahren.

Falsche n fz i g mar ksch e i n e sind gegenwärtig in Umlauf. Die am häufigsten vor- kommende Fälschung macht den Eindruck einer schon etwas abgenützten Banknote. Darauf ist es wohl auch zurückzuführen, daß die ziemlich schlechte Nachahmung in großem Umfang in Verkehr ge­setzt werdest' konnte. Der Druck 'ist undeutlich, die Nummern sind meist etwas verwischt. Die Buch­staben am unteren Rande der Vorderseite sind stets die gleichen B S b. Die Buchstaben RBD (Reichsbankdirektorium) sind nicht, wie bei der echten Banknote, mij durchlaufenden, sondern mit unterbrochenen Strichen versehen.

"DiePreisefürdieHerbstregatta sind in der Zigarrenhandlung Heinrich Driesch. Seltersweg 70, ausgestellt.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag: Astvrialichtspiele.Mit Büchse und Lasso, 4. Teil (Das Antlitz des Todes)",Fünf Milliarden Volt",Dritte Mesterwvche, die neuesten Tages­ereignisse". Lichtspielhaus, Bahnhofstr.,Die geschlossene Kette" undDie Scheidungsehe".

Aus dem Stadttheaterbureau. Nochmals fei dringend 8uf die morgige Goethe- feier, dieDer Bürgergeneral" undD i e Mitschuldigen", zwei selten gegebene Lust­spiele Goethes bringt, hingewiesen. Die Vor­stellung beginnt um 7 Uhr.

Landkreis Gießen.

ßVvnderRabenau, 24. Aug. Die Wie­sen bei Allendorf, Londorf, Kesselbach u. a. sind ein Hauptfeld für die Champignons, einen der besten vpeisepitze. Durch die Trockenheit blie­ben sie lange aus. Durch die letzten Niederschläge aber sind sie wie durch Zauber hervorgekommen, so daß manche Stellen weih aussehen. Die Som­mertemperatur, die immer noch herrscht, begünstigt auch das Auftreten der Pilzmaden; darum bedarf es beim Sammeln der Pilze einer sorgfältigen! Auswahl.

Kreis Alsfeld.

x Ruppertenrod, 24. Aug. Unfete Ge­meinde ließ gestern einen Bullen versteigern. Meistbietende blieben zwei Handelsleute aus Reis­kirchen mit der Summe von 12 800 Mk. Es hatte sich eine große Zahl Kaufliebhaber eingefunden.

Kreis Friedberg.

Die FriedbergerOungftau* verkauft.

fd. Friedberg, 25. Aug. Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Sandsteinfigur am Hause Ecke Kaiserstrabe und Schirngasse, im BolkSmunde genanntDie Jungfrau" ist für 45 000 Mark in den Besitz deS Kaiser-Friedrich- Museums in Berlin übergegangen. Die Stadtver­waltung, der Hessische Staat und der Geschichts­verein hatten alles getan, um die Verschleuderung derJungfrau" durch ihren Besitzer, den Rentner Georg Haustein zu verhindern.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 26. Aug. 1921.

Der Bestand an Kraftfahrzeugen in Hessen.

Rach einet Aufstellung der Kreisämter befan­den sich am 1. Juli 1921 in Hessen 614 Kraft- räbet, 1125 vorzugsweise zur Personenbeförderung und 598 vorzugsweise zur Caftbeforbetung dienende Kraftwagen. Dazu kommen noch 3 Kraft­wagen für Feuerlöschzwecke, 4 selbstfahrende 6tra- henreinigungSmaschinen und 8 Zugmaschinen ohne Güterladeraum, zusammen 2352 Kraftfahrzeuge. OJon den 1125 Personen-Kraftwagen werden 106 im öffentlichen Fuhrverkehr (Droschken, Omnibusse) verwendet, 46 für Zwecke öffentlicher Behörden und 973 für gewerbliche, berufliche und sonstige Zwecke. Bon Den 598 Lastkraftwagen finden 66 vorwiegend Verwendung für Zwecke öffentlicher Behörden, 211 im Transportgewerbe, 31 im Brauereigewerbe, 7 im Müllereigewerbe, 18 im Baugewerbe, 8 in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben und 153 für andere Zwecke. Von den Lastkraftwagen haben 241 ein Eigengewicht von mehr als 4000 Kilogramm. Die Zahl der Kraft­räder betrug in den Kreisen Darmstadt 139, Mainz 96, Offenbach 60, Groß-Gerau 56. Per­sonen-Kraftwagen waren in den Kreisen Rlainz 305, Offenbach 135, Darmstadt 134, Worms 105 und Lastkraftwagen in den Kreisen Mainz 210, Darmstadt 84 und Worms 74 vor­handen.

Wettervoraussage

Wollig, .meist trocken, Temperatur wenig ver­ändert. Winde aus Rorwesten.

Das nordische Fallgebiet hat sich nach Osten verlagert. Im Rordwesten von Irland erscheint ein neuer Tiefdruckwirbel, der unsere Wetterlage auch in den nächsten Tagen beeinflussen wird. Die herrschende Witterung wird auch morgen noch anhalten.

Bad EmS, 26. Aug. (WTB.) Durch weitere Untersuchungen ist der Betrag, der in der Kasse, <jone vr des Ein- und AusfubramteS veruntreut wurde, j lammen.