Ausgabe 
26.7.1921
 
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Die Wohnungsnot, ihre Ursachen und Abhilfe.

Don Otabtnerorbn. H. Winn.

Bor bem Ärwge 1870/71 war das Wo h - Mung-bedürfni- ber einzelnen Menschen ge­ringer al« heute Man war befcheibener und begnügte sich in ber Mehrheit mit den Bäumen, die unbedingt notwendig waren. Sehr ost war baß Wohnzimmer zugleich auch Schlafzimmer der (Ktern. Auch in den sogenannten besseren Kreisen DZvhnte man bcfd>dben; die Arbeiter waren höchst »anspruchslos Die Arbeitsgelegenheit war zeit- jlveise gering, so daß viele Arbeiter gezwungen Koaren. in fremden Ländern Arbeit zu sucheit. So wanderte and Ober Hessen eine große Anzahl 'Arbeiter nach Frarckreich auS. um dort besonders als Straßenkehrer Verwendung zu finden. Sie wurden im Jahre 1870 bei Ausbruch des Krieges ausgewiesen. Sin Teil kehrte mit erheblichen Barmitteln in die Heimat zurück und baute sich, um besser wohnen zu können, aus eigener Kraft ein Häuschen.

Aach dein Kriege 1870/71 entwickelte sich die gesamte deutsche Volkswirtschaft in ungeahnter Äeise. Industrie, Handel und Wandel, das ge­tarnte Handwerk, nahmen in kurzer Zeit einen derartigen Aufschwung, dah viele der raschen Entwicklung kaum folgen konnten. Ss kamen die Isogenannten Gründerjahre, in welchen man ähn­liche Erscheinungen erlebte, wie bei dem heutigen Schiebertum, nur nicht in dem ausgedehnten Um­fange wie heute. Mit der Entwicklung und dem Fortschritt auf allen Gebieten wurden auch die Bedürfnisse der Menschen im allgemeinen gröber. Man begnügte sich nicht mehr mit den früheren engen (Räumen; jeder hatte daS Bestreben, sich auszudehnen. <$ine natürliche Folge dieses De- streoens war, dah sich das Baugewerbe in unge­ahnter Weise entwickelte Heberall, wo man hinschaute, war rege Bautätigkeit. Unsere Arbei­ter brauchten nicht mehr wie vor dem Kriege auSzuwandern, um im Auslande Arbeit zu suchen: jetzt suchten Arbeiter aus fremden Ländern Arbeit en Deutschland. In wenigen Jahren entstanden auS Hütten Häuser und Prachtbauten, aus Dör­fern wurden Städte. Mit der Bautätigkeit ent­wickelte sich die gesamte Volkswirtschaft. Eisen- -und Holzindustrie wurden durch den grohen 3n- jlandsbedarf gehoben. Industrie und Handwerk Latten sich in freiem Wettbewerb in wenigxn fahren zu hoher Blüte aufgeschwungen. Man wetteiferte auf allen Seiten, stets Besseres zu schaffen. Mit der steigenden Bautätigkeit wuchs auch daS Bedürfnis nach geeigneten Bauplätzen. Wilde Bodenspekulanten erschienen auf 6er Bildfläche und verteuerten Grund und Boden. Die bäuerliche Bevölkerung der Städte, der vor­nehmlich Grund und Boden der Städte als Eigen- (tum gehörte, merkte aber bald, dah sie wert­wolle Objekte hatte, betrieb die Spekulation selbst -und spielte bald den großstädtischen Rentner. Die Spekulation derjenigen, die gern ohne große Mühe und Arbeit reich werden wollen, bemäch­tigte sich auch deS Baumarktes. Diesen Herren war es mit der Dodenfpekulatton nicht genug, (sie nahmen sich Strohmänner, die größtenteils aus ! kleinen Dau Handwerkern mit etwas Barmitteln westanden, und bauten Häuser, meistens billig und schlecht. Eine Menge Seiner Leute büßte hierbei 'ihre Spargelder ein, während die Spekulanten .ihre Taschen füllten und das reelle Bauhandwerk, da« nur Qualitätsarbeit lieferte, schwer schädigten, |fo daß eS seinen Betrieb änderS einftellen mußte, ,um den Anforderungen, die gestellt wurden, Rech­nung zu tragen. DaS Verlangen nach besseren Stockwerk-Wohnungen und Häusern zum Allein­bewohnen wurde immer allgemeiner, und so muß­ten diejenigen Bauleute, die sich auf der Höhe halten wollten, sich eignes Baugelände beschaffen und auf diesem Wohrchäuser errichten, waS auch wiederum nötig war, um einem festen Stamm Arbeitern ständig Arbeitsgelegenheit zu geben.

Hier wurde eine Fülle sozialer Arbeit ge­leistet, jedoch können diese Leistungen erst jetzt gewürdigt werden. Bedauerlich war eS, daß man die das Volk-Wohl fördernde Bautätigkeit durch oberflächliche Beurteilung gehemmt hat. Anstatt Tie zu fördern, belegte man sie mit allen mög­lichen Lasten, so daß eS in den letzten Jahren vor dem Kriege unmöglich war, Welter zu bauen. DaS Geld auf dem Daumarkt war schwer, oft nur gegen hohe Zinsen, zu beschaffen: die Wvh- nungSmieten waren zu gering und standen in keinem Verhältnis zu den auf dem HauSbesih ruhenden Lasten. Große Verluste und Zahlungs­einstellungen waren die Folge. Sin großer Teil der an den Bauten beteiligten Kreise mußte Kon­kurs anmelden. Die noch wenigen Daugeschaste konnten sich nur noch mit Mühe halten. So kam es. daß schon vor dem Kriege die Bautätigkeit lahm gelegt war und während deS Krieges fast vollständig ruhte.

An den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Dießen wurde bereits im Jahre 1908 die Forde­rung gestellt, einen großzügigen Bebauungs­plan für die Stadt Gießen anfertigen zu lassen und Gelände für die Stadt, daS beson­der- für Kleinwohnungen Verwendung finden

wirtschaft ist die' letzt bestehende Wohnungsnot I ober richtiger gesagt daS Wohnungselend ent- > landen. Lllle dtese Fehler noch im einzelnen auf- zuführen, würde zu weit führen.

Unsere Ausgabe muß es sein, nicht lediglich rückwärts zu schauen, sondern zu versuchen, aus dieser Rot herauszukommen. Hier muß Jeder­mann mitheisen: die Wohnungsnot besteht über­all und bedrückt sowohl den ^jauSbefttjer wie den Mieter. Die Beschlagnahme von Wohnungen hilft über daS Elend nicht weg. bringt dagegen nur Streit und Unannehmlichkeiten aller Art. Wün- chenswert wäre es, wenn bemittelte Bürger durch Zahlung einer Abfindungssumme das Bauen unterstützten oder selbst kleine Häuser erstellten, damit ihre Wohnungen von der Beschlagnahme verschont blieben. Allgemein müßte ein bessere- Verständ­nis für die Zusammengehörigkeit und für die oziale Rot Platz greifen. Vorschläge sind nach tllen Richtungen gemacht und auch hier unb da chöne Ergebnisse erzielt worden. Staat und Ge­meinden tun ihr Möglichstes, um neue Woh­nungen erstehen zu lassen. Vereine mit ver- chiedenen Zielen bauen mit Hilfe der Gemeindc- und Staatszuschüsse Häuschen für ihre Mit­glieder. Doch alle die bis jetzt getroffenen Maß­nahmen in den verschiedensten Formen konnten die in so großer Masse erforderlichen Wohnungen nicht beschaffen. Mehr als bisher vom Reich und den Städten für den Wohnungsbau geschehen ist, kann augenblicklich nicht geleistet werden, weil andere große Sorgen unsere Reichsfinanzen be­drucken. Somit bleibt nichts anderes übrig, als daß alle mitarbeiten, einerlei welchen Standes ober welcher Partei sie angeßören, und baß wir als ein einig Volk zusammenstehen unb burch Aufbringung eigner Arbeit unb eigner Kapitalien, wenn solche auch noch so klein sind, Wohnhäuser erstehen lassen.

Früher baute sich ein Arbeiter mit Hilfe einer Kollegen ein Häuschen. Warum kann dies heute nicht geschehen? 20 bis 30 Prozent der Baukosten könnten dadurch gespart werden. Jeder W o h nun g such en d e muß dahin ftreben, sich ein eignes Heim z u be­schaffen, was bei vielen bei gutem Willen geschehen kann. Ein Volk, das in der schweren Kriegszeit zusammengestanden und Schützengräben in Hülle und Fülle gebaut hat, muß auch be­fähigt sein, sich Häuser für seine Familien zu bauen. In erster Linie sollten vermögende Mie­ter bestrebt sein, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln Häuser für sich zu erbauen, damit ihre Mietwohnungen für weniger Be­mittelte frei gemacht werden könnten. Selbst­verständlich ist, daß der Staat und die Ge­meinden alle bieienigen, die bestrebt sind, sich mit eigner Arbeit und teilweise eignen Mitteln ein Haus zu erbauen, unterstützt. Von fetten des Staates wäre ein bestimmtes Kapital, wie solches seither schon geschehen, auf eine Reihe von Jahren zinslos zu geben unb bas Haus in ben ersten Jahren von den Grunbsteuern frei z u lassen. Die Stabt müßte Dau - gelänbe loftenloö ober zu billigem Preise, unter Umftänben nach einem festzu- setzenben Ablösungsoerfahren, zur Verfügung stellen. Jede Baustelle müßte mindestens 500 Quadratmeter groß sein, bamit auch ein ent- sprechenb großer Auhgarten vorhanden ist. Stra­ßen, Wasserleitung und ähnliche Anlagen wären auf Kosten ber Stadt bis an das Haus zu legen. Die teuren Kanalbaukosten könnten vorerst durch Anlage von Gruben erspart werden, weil die Abgänge zur Düngung deS Garten- erforderlich sind. Die Baugelber müßten auf eine Reihe von Jahren steuerfrei bleiben. Auch die Abgabe von billigen Bau­materialien, Holz zum Schätzungswerte. Steine und Sand zum Selbstkostenpreise, ist ins Auge zu fassen.

Wenn auf diese Weise Staat und Gemeinden und alle d i.e in ber Lage sind, Hilfe leisten unb Hilfe kann jeber gesunde arbeitsfähige Mensch leisten bahn muß eS auch möglich fein, baß mit Selbsthilfe ein großer Teil Wohnungen erstellt werben kann. Auch gut fundierte Sabri- k e n könnten den Eigenbau ihrer Arbeiter durch Hergabe billiger Hypothekengelder unter bestimm­ten Voraussetzungen unterstützen. Die private Bautätigkeit tonnte durch die hier angeführten Unterstützungen wieder neju belebt werden.

Spekulation in irgendeiner Weise darf bei Bauten, die mit Hilfe öffentlicher Mittel erstellt werden, nicht getrieben werden. Del Fertig­stellung eines jeden Baue-, der mit Hilfe deS Staate- und der Stadt errichtet wird, find den Behörden die Selbstkosten anzugeben. Die Be­hörden müßten berechtigt fein, die Häuser ge­gebenenfalls zu den Selbstkosten zu übernehmen. Durch die Hebung der Bautätigkeit wird die Ar­beitslosigkeit gemindert, Baugewerbe unb bie ba­mit zusammenhängende Industrie erhalten loh­nende Beschäftigung Die Arbeitslosenunter- stützungsgelder würden in Wegfall kommen unb baS Geld zum Wohnungsbau eine viel bessere Verwendung finben

sollte und damal« für etwa 1 Mk. pro Quadrat­meter zu haben war, zu erwerben. Dieser Antrag wurde in den folgenden Jahren wiederholt gestellt. Der Herr Oberbürgermeister lehnte die Forde­rung mit der Begründung ab, daß er kein billiges Baugelände abgeben könne, eS feien Wohnungen genug vorhanden, man solle nicht so viel bauen. Trotzdem fehlten überall Kleinwohnungen, von Vereinen wurde um Gelände für diese bei ber ©tobt nachgesucht. Anbere Städte dagegen hatten der Forderung der Zeit folgend großzügige De- .bauungSpläne ausgearbeitet und einen Teil Bau­gelände für ihre Weiterentwicklung sichergestellt. Hier aber hatte man nicht das wünschenswerte Verständnis und sträubte sich, dem Volkswohl bienenbe Anlagen zu schäften. Auch heute noch warten seit etwa 20 Jahren einzelne Stadtteile auf ihre Entwicklung: Flickwerk unb Kurzsichtig­keit überall

Aber auch die Bewegung ber Bodenre­form e r schadete der Weiterentwicklung des Dau- IhandwerkS. Man wollte die wilde Dodenspellu- Kation bekämpfen, bekämpfte aber Hausbefiy unb Baugewerbe Die Bestrebungen, daS erforder­liche Baugelände in den Besitz der Städte zu .bringen und ber Spekulation zu entziehen, waren angebracht, aber fast burchweg erfolglos Wic leider so oft in unserem Wirtschaftsleben blieb

Wenn das Bauen von Staat unb ben Ge­meinden ernstlich mit allen Mitteln gefördert wird, bann wirb unsere Volkswirtschaft in ab­sehbarer Zett wieder neu belebt werden; Arbeit ist auf eine Reihe von Jahren in Hülle unb Fülle vorhanden. Richtig ist wohl, baß bie Stäbte au eigene Rechnung einen großen Teil Wohnungen errichten, aber wirtschaftlicher unb für bie soziale Erziehung weit wichtiger ist eS, den Eigenhaus­bau zu fördern. Wer in einem Mietshaus wohnt, hat keinerlei Interefte an ber Unterhaltung und Verbesserung seiner Wohnung. Wer dagegen ein eigenes Heim besitzt, unterhält und verbefteri, hat an seinem Besitz, ber ihm stet- wertvoller wird, auch seine .Freude. Sobald die Unter­haltung und Verwaltung ber Häuser beginnt, muß bie Stadt eine Anzahl Beamte zur Auf­sicht und Pflege der Häuser anstellen. Es ist zu haften, daß bie hier in Gießen bestehende Bewegung, mit Selbsthilfe eigene Heime zu er­richten, halb greifbare Gestalt annehmen wird unb wir bald über der Haustüre den schönen Spruch finden- .Eigner Herd ist Goldes wert".

Die geplante Mietsteuer muß den Städten verbleiben, wo fie erhoben wirb. Es ist wohl nicht richtig, baß der Staat sie für sich teilweise beansprucht. Den Städten werden durch Heb er - nähme der Flüchtlinge große Lasten aufgebürdet, vom Staat aber nicht ber entsprechende Ersatz gegeben. Eine Verteilung ber Mietsteuer ver­ursacht wieder eine Menge Unkosten durch ben schwierigen Derwallungsapparat. Die Forderung muß erhoben werden, daß bie Mietfteuer ben-

zu beleben unb besonders ben oft geforberten j ^Llleinwvhnungsbau zu fördern. Durch diese Miß-1

«es auch hier bei den Theorien. Rur durch De- 'teitftenung von billigem Baugelände und Heber-

jerrigen Gemeinden verbleibt, die fie zur Förde ruug des Wohnungsbaues verwenden. Die Land

«ahme eines Teile- ber Lasten wie z. B. Straßen- toftenbeiträge unb andere Lasten auf Kosten ber Stadt wäre eS möglich gewesen, den Daumarkt

bcDöltcrung der Kreise könnte durch bie Kreis' Verwaltung zusammengesä^ossen werden und die auf dem Lande zu erhebende Mietsteuer dem Lande verbleiben.

Landwirtschaft.

Bezug do» Obstbäumen durch die Landwirt» schaftskammer.

Die Landwirtschaftskammer Darmstadt veranstaltet durch ihre Ausschüsse in Darm- tadt, Gießen unb Alzey auch in diesem Jahre einen gemeinsamen Daumbezug. Die Bäume werden durch Sachverständige in gu­ten Baumschulen ausgesucht. Die Unkosten für Verpackung und Porto trägt der betreffende Landwirtschaftskammer-Ausschuß und ge­währt, soweit die Mittel reichen, bei Bestel­lungen von 5 Bäumen aufwärts Zuschüsse bis zu 20 Proz., jedoch nur an Selbstpflanzer und nur bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mark pro Besteller. Bestellungen sind bis zum 15. August dem zuständigen LandwirtschaftS- kammer-AuSschuß einzusenden.

Handel.

Berlin, 25. Juli. Börsenst im­mun g S b i 1 d. War auch die Anhäufung der Kaufaufträge bei der Bankwett nicht mehr so groß als,sonst Montags, so war die Geschäfts­tätigkeit an der Börse doch noch beträchtlich. Don den zu schwankenden Kursen gehandel­ten Papieren erfuhren die meisten Kurssteige­rungen bis zu 7 Prozent, und eine ganze An­zahl führender Papiere solche von 10 bis 15 Prozent. Rheinische Braunkohlen, Deutsche Kali und Zellstoff Waldhof stiegen um 20 bis 30 Prozent. DaS Geschäft spielte sich in der Hauptsache in Harpenern, Mannesmann und Zellstoff Waldhof sowie im Freiverkehr in Wvlff-Buckau-Aktien ab. Don Kaliwerten setzten die Aktienpapiere Im Freiverkehr ihre Kurssteigerungen fort, wogegen Kuxe vernach­lässigt waren. Auf den übrigen Märkten ein­schließlich der festverzinslichen Papiere blieb das Geschäft bei unerheblichen Kursverände­rungen ruhig. Am Devisenmarkt sind infolge der inzwischen stattgefundenen Markverschlech­terung erneute Preissteigerungen eingetreten, doch war heute der Verkehr wegen der Un­sicherheit der politischen Lage unbedeutend.

Frankfurt a. M., 25. Juli. Bör­se n st i m m u n g S b ild . Unter den Werten im freien Verkehr, die lebhafter umgesetzt wur­den, gehörten Hansa Lloyd, die mit 148, 1491 umgingen, ferner bestand auch Rach- fragc nach Deutsche Petroleum, 810. Benz wurden 234 bezahlt. Julius Sichel mit 595, Wolf Buckau 441 gehandelt. ManSfelder Kuxe 5175. Montanaktien waren meist wenig ver­ändert, Phönix Bergbau, sowie auch Mannes­mann hatten regeres Geschäft. Gelsenkirchen fester, 400, Elektrizitätswerke vernachlässigt. Lahmeyer wurden höher bezahlt, 266, Licht u. Kraft 239.75. Hirsch Kupfer stellten sich bei einiger Rachfrage auf 393. Mit we­nig Ausnahmen verkehrten chemische Aktten auf befestigter Basis. Bad. Anilin waren besser bezahlt, Scheideanstatt 684, Elberfelder Farben abgeschwächt, 3461 ?. Bei bescheidenen Umsätzen stellten sich CinheitSwerte in der Mehrzahl höher. Brauerei-Aktien waren wie­derum stärker gefragt. Schuhs. Herz stellten sich auf 297, Siegener Eisen auf 752, Badische Maschf. Durlach auf 429. Harpener wurden weiter kräftig höher, 629Vr- Die Börse schloß fest.

Frankfurt a.. M., 26. Zull

25. Juli.

22. Juli.

Datum:

593,40 594,60

9,97

9,93

1166,30 1168,70

1575,90 1579,10

99,60 99,60

23,47 23,53

124,35 341,65 274,20 76,42

592.40

124,65

342,35

274,80

76,59

593,60

125,60

343,65

281,20

78,79

608,85

125,90

344,35

281,80

78,95

610,15

London.... Neuyork . .

Vhns......

Schweiz. . . . Spanien . . . Men (altes). Deutsch-Oesterr. Prag Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel

10,08 10,12

98,90 99,10

23,17 23,23

1013,- 1016,05 1193,801196,20 1603,35 1606,65

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief

1256,701259,30 1293,701296,30 .990,- 992,- 1008,-1011,05

Amsterdam- Rotterd. 2402,552407,45 2437,55 2442,45

Brüssel-Antwerpen . 577,90 579,10 ""

Thristiania ..... 983,- 985,- kopenhagen Stockholm .

Helsingfors.

Italien . . .

Börsenkurse.

183,

378,

256,50

593,

310,

383, -

399,75

838, 406, 336, 310, 296,

315, 273, 842, 403, 340, 315,

Kurs

25.7.

77,50

Kurs

22.7.

77,50

Kurs

25. 7. 77,50 79,30 76,10 70,60 170,- 300,- 263,- 214,- 1F3,- 165,- 170,60 151,-

534,50 255,-

588,50

282,-

68,-

348,-

848,50

404,-

338,-

314,50

Kurs

22.7.

77,50 79,50 76,25

70,60 170,50 300,- 263,- 214,- 183,- 166,50 170,- 150,- 518,- 382,50 399,- 590,- 309,84 270,- 841,- 407,- 335,- 312,- 295, 530, 257,- 57850 282,50

69,- 335,-

259,75

594,-

280,-

Fcanfturt Berlin Abend- Abend- Schluß- Schluß«

383,- 4(0,- 629,50 312,-

Datum:

5 * , Disch, firiegsanl. 4/. Disch. Reichsanl. 3*/, Dtsch. Beichranl. 4,Preuß. Monsols Darmstädter Dank . Deutsche tkm> .

Disconto-Gesellschast Dresdner Band. . . lstatienaldank f. D. . Mitteid. Treditbank. A.-Smerik Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Doch.Gußstahlwerk . D.»£u$emb. Dergw.. Dekseukirch. Dergw. . harpener Bergbau . Oberschles. kiseub.-B. Oberschles. Eisenmd. . Phönix.Bergd -Akt. Bad. Smltn- u. Soda Höchster Farbwerk« Tlektr. A.T.G.....

Sch ackert-Werke. . . Friteu-GmUeaume. . Daimler . .

Bud^ Vstmw . Mt. . Ldlerwerke.....

4*/. Hess.Staatsanl. . Elektron Erieschä».

Mnrknotiernngen.

Für 100 deutsche Mark wurden gefehlt: Datum: 1.7.1 L 23.7.

Zürich Fr. 125,43 7,90

'Amsterdam Fl 59,23 4,12

Kopenhagen Är. 83,83 8,65

Prag Mr. 117,88 Stockholm ........ Mr 88,83 6,35

Wien Mr. 117,88

London Sh 97,83 -,-

Paris Fr 125,40 -,

Sleuyork 5 23,83 1,29

25.7.

7,75

4,08

8.6U

6*36

7*-

16,5(

1,28

Züricher Devisenmarkt. 25. 7. 26. 7.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Fl. = 191.- 19 .50 DeutschUmd ..... 160 TVl = 7.»2 7.72

Wen 100 Mr. = 0.80 0.75

Prag 100 Mr. -- 7.85 7.75

Paris 160 Fr. --- 47.05 47.05

Landon \ £ = 21.81 21.80

Italien 100 C. 26.95 26.50

Brüssel 100 sfr. - 46.- 45.90

Budapest 100 Är. 1.85 1.75

NeuyorK 160 $ = 609.- 609^0

Ägram. ...... 100 Mr. == 3.60 3.60

Bukarest 100 ß. « 8.25 8.-

Märtte.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt, 25. Juli. Amtlich. Auf dem heutigen, stark beschickten Markte glich sich der PreiSfall vom vorigen Montag wieder aus. Bei lebhaftem Geschäft wird der ganze Markt geräumt. Im einzelnen ist zu bemerken: Auf- getrieben waren 815 Stück Großvieh, darun­ter 26 aus der Tschecho-Slowakei: davon 153 Ochsen. 40 Bullen. 622 Färsen und Kühe; fer­ner 290 Kälber, 23 Hämmel und 767 Schweine, darunter 52 Dakonyer, und 2 Ziegen. An Preisen wurden angelegt p. Ztr. Lebendge­wicht: für Ochsen 400-800 Mk., für Bullen 400 -625 Mk.. für Färsen und Kühe, 250 bis 775 Mk. für beste Färsen, und 700 Mk. für beste Kühe, ferner für Kälber 500800 Mk., für Schweine unter 80 Kilogramm Lebendge­wicht 11001200 Mk, 80100 Kilogr. 1300 bis 1375 Mk., alle schwereren Schweine 1250 bis 1350 Mk., für Sauen und Eber 1150 bis 1250 Mk. Hammel wird des geringen Auf­triebs wegen nicht notiert. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen.

Getreidemarkt.

F r a n k f u r t a. M.. 25. Juli. Rur in ein­zelnen Artikeln zeigt sich lebhafterer Verkehr. Infolge der anhaltenden Trockenheit sind Futterartikel begehrt. Die Preise sind fest, das 2lngebot ist bescheiden und die Forderungen sind erhöht. Sämereien: besonders gesucht waren Seradella, Lupinen, gelbe, zogen wei­ter an. In Hülsenfrüchlen war baß Material knapp. Mais sehr fest. Für Heu und Stroh erhielt sich die regere Rachfrage.

Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt.

Frankfurt a. M., 25. Juli. In wahrhaft trostloser Weise gähnten heute die Markthallen. Zufuhren von Holland, Holstein und der Pfalz waren auSgeblieben und die Zufuhren der hre- sigen Gärtner waren sehr gering. Das gleiche Bild bot auch der Dörnepiatz. Wo sonst die Zu­fuhren kaum Platz fanden, waren heute die An­fuhren äußerst gering. Die Preise waren in­folgedessen recht hoch. Es wurde im Großhandel bezahlt: Dirnen 2.00- 3.50 Mt. Aepsel 2.50 bi« 3 00 Mt., Falläpfel 0.80 Ml., Pflaumen 3.20 bi« 3 80 Mt., Pfirsiche 7.008.00 Mk.. Aprikosen 9.00 biS 10 00 Mk., Reineclauden 5.006.00 Mk.. Mira­bellen 5.50-7.00 Ml.. Türk Kirschen 5 00- 600 Mark, Heidelbeeren 3.50-4 00 Mk.. Stnchribeeren 3,00-3.50 Mk.. Tomaten, aus!., 2.00- 2.80 Mk. Tomaten, hiesige, 3.504 00 Ml.. Dohnen 2 00 bi« 2 80 Mk., Erbsen 2.503.00 Mk., SalatgUrken 2 506.00 Mk.. Sensaurken 1 001.50 Mk. Salz­gurken 0 250.30 Mk.. Pfeffergurken 0 15--0.20 Mart, Blumenkohl 1.808.00 Mk., Weißkraut 100-1.50 Mk.. Wirsing 0.90-1.50 Mk Rot­kraut 1 502.00 Mk.. Salat 0 501.00 Mt.. Zwie- dein 1 001.30 Mk.. Kartoffeln 0.95 110 Mk.

Mütter'sche Badeanstalt.

Wafterwärme der Lahn am 26 Juli: 20° R.

(In einem Teil der Auslage wiederholt.) Französifche Presseftnnmen zur deutschen Antwort.

Paris. 25. Juli. Heber durch die deutsch« Rote geschaffene L'age spricht sich die Paris"r Morgenpresle säst einstimmig gegen Deutsch­land auS. Rur der .Petit Paris ten" nimmt eine mittlere Stellung ein.

Jule- Sauerwein sagt intMali n" Die Ursache der engl.-französisch. Meinungsverschie­denheit müßte lebt ernst fein, wenn das britische Kabinett soweit gehe, Deutschland eine direkte Ermutigung zu geben, indem ihm gestatte, den französischen Botschafter in Berlin zu fragen, ob die französische Division, deren Abiransporl angekündigt worden sei, von Frankreich allein, oder auch von dessen Verbündeten verlangt Werve Das sei eine nicht zu billigende Frage, die Deutsch­land vor einigen Wochen nicht gewagt habe. Lord Lurzon könne durch seine Halsstarrigkeit Frank­reich in die Rotwendigkeit versehen, ohne feine Verbündeten einen Gewaltstreich gegen Deutsch­land zu unternehmen und eine Entente zu brechen die der Ministerpräsident in dem Augenblick aul- recht zu erhalten verständen hätte, in dem sie am notwendigsten gewesen sei.

Ere Douvelle erklärt, der neue Äon» flikt mit Deutschland erscheine als eine säst sichert Konsequenz der Meinungsverschiedenheit zwischen Frankreich und Großbrrtannien. Well die Alli­ierten uneinig seien, halle Deutschland den Augen­blick für gekommen, eine laute Sprache zu führen

Jaques Damville schreibt in der »Aktion Stancati c: Frankreich habe im Osten Eu­ropas keinen anderen Alliierten als Polen. Polen sei, sich selbst überlassen, zum sofortigen Tode verurteill. Deutschland in Oberschles len nachgeben, heiße, sich dazu verurteilen, nachgeben zu müßen.

Der .Figaro" fragt kurzer Hand, warum französische Truppen an die Oder gehen, wenn s>« vor den Toren de« Ruhrgebietes stehen.

Auch Pertinax im .Echo de Parrs" schreibt: Briand müsse OSerlin zum Rachgeben zwingen, nötigenfalls durch Zuschlägen vor den Toren de« 2lubraebieieS.