Unterhaltung ♦ Erhebung ♦ Selehrung
Zwei Gfterdriefe von )oh. Peter Hebel findet man in der kürzlich von Dr. Milh. Zentner herausgegedencv vollständigen Sammlung oer Briefe des Dichters an seine. Freundin Gustave Fecht (C. F. Müller- sche Verlagsbuchhandlung, Karlsruhe L B.). Diese Sammlung bietet nichts Romanhaftes, nicht einmal die „Geschichte einer Dichter- liebe", da das Freundschaftsverhältnis nicht von Leidenschaft, sondern nur von stiller Sympathie ourchklungen wurde. Allerdings wares von D a u e r, und der Briefwechsel spinnt sich von 1791 bis 1826 hinaus. Ern verrauschtes Jahrhundert spricht daraus; man stieg nicht in erkünstelte Diesen, sorwern dehnte sich lieber in behagliche Breite. Bei unserem unbefan, aenen, alemannischen Dichter, der in seinem Werf schlicht und innig, und reich doch auch in einer selb st gewollten Beschränkung war, quoll in jenen Briefen viel herzerfrischendes auf. sDas Osterfest hatte er besonders m sein Herz eingcschlossen. Einmal schreibt er, im Jahre 1796, in einem Feiertagsbrief, in dem auch keine Spur von welthistorischem Zeitgetön, sondern nur em harmloses Durcheinander von Begebenheiten und Wünschen zu finden ist:
Schneit'4 berat auch hübsch ordentlich bei Ihnen? — Ick, h'.b's sonst lieber, wenn am O ste r- *or gen bir Lust recht still und heiter ist und bt< Sonne geräuschlos und freundlich aufgehl und die fccnifrc Natur mit den lieblichsten Reizen, die die JohreSzoit oerstottet, den lieben Morgen feiert. Ick, fami mir dann so lebhaft vorstellen und'S io innig '-ühien, wie's dem edlen Sohn Mariä so wohl ward, als er aus dem Grabe kam und im neuen frohen Leben die Schönl-eit der Natur um sich erblickte, den schönen blauen Dimmel über sich, den ersten Stroit der Margen sonne, den sie ihm Jfum Grus; schickte, und als er den balsamischen Moraendusl wieder hauchte. Am selbigen Sonntag früh hat's gewiß nicht gesckmrit. Auch mein ich ich fühl's schon, wenn ich rars der finstern Kammer in die Stu betrete «und die Sonne schon so lieblich hereinschcint wie'4 unsercinem sein wird, wenn wir auch einmal auS dem langen Schlaf aufwachen und aus ter finstern Kammer herrvrgehen. Es soll alÄwnn gor eine milde lieblickx Lust und ein milder bläulicher Schimmer unS umgeben in der Urständ, wie Dr Luther vermutet. Tod, daS wird Ihnen der Engel alles besst-r gesagt haben. Jst'S etwa gar der gewesen, brr dabei war selbigen Morgen?
11 Jahre später beschrieb er ein seltsames Erlebnis, das er während des FestgotteSdien- stes hatte qind in dem sich die poetisch-praktische T Natur Hebels in höchst anziehender Weise fundtnt: l
Als ich in der Schloßkirche nach dem Gesang die Salristeitüre öffnete, sah mir nicht sehr fern, doch etwa- schies gegenüber ein Frauenzimmer, daS mir wie eine Erscheiramg von Ikien au.ssah. Ick, hxrr sehr frappiert, weich und kehtte Immer nach di-fem lr-nnden und bekannten Gericht zurück. Alle Ihre Mienen Wichte mir die Zauberin nackzu- mackxm. wie Sie die Angen gegen den Pfarrer rid>- ten und wieder »inihhifbm, um gleichsam über etwas nack^sudenken. wie Sie das Gähnen unter» ^.drücken, wie Sie heimlich scheuern (es war etwas kühl in der Kirck'e) und tmisend kleines MuSblspiel, das alles sah ich xwn Täuschen, vergast gern, hast eS nicht möglich sei und almibte bald. Sie seien es. Die Täuschung hielt mich die ganze Predigt durch und fiel erst, als daS Bild am Ende der Kirrte nah an mir vorüberging. Aber andächtig war ich doch Gewiß: meine heilige Zeit, mein schöner, grvster Feiertag, wo ich näher als sonstbeiGvttundbeiallem Gutenbin dauert von Ostern bi- Pfingsten. Do gebe ich gerne in die Kirche und erbaue mich, hx-im aum die Tr'tngt schleckit wäre, am Eoanm'- Inrm. Denn in dieser Jahreszeit, wo draußen alles bl übt haben wir auch die Blüte der ganzen Kirch. Irni> Religion in den Sonntagsevangelien. Abei ebenso fromm rmd gerührt kann ich auch sein, wenn ich den ganzen Sonntagsmorgen in Beiertheim im fnrfcbcn. im Grasgarten unter den Bäumen im iFreien lxn einem halbem Schöpplein Roten und Butterbrot in der Sonntag-stille, unterbrochen von Glockenaeläut und Bienens'imsen, fit* und im Jean Paul lese. Lesen Six' denn auch, so wie Sie Zeit l-aben. die schönen Schriften dieses einzigen vorteesslickxn Menschen ober sckmeckt Sie die Sck-nneriakeit ab. die nnrn im Anlana hat, ihn -u verstehen? Seine Sckristen find wie Ananas, aus- io-nbig lauter Distel und Dorn, bis man in das süste innere Leben binoingcdnlngen ist. und wenn es Ihnen ein gutes Vorurteil für ihn machen kann, er ist ein guter Freund von unseren alemannischen Gedichten und ich habe noch kein schöneres Lob davon gelesm <115 das seinige in der Zeitung für die elegante ©eit.
Derselbe Geist von beschaulicher Frömmigkeit bcfcbf auch Hebels alemannische Gedichte „für Freunde ländlicher Natur und Sitten"*V so etwa, wenn er in die zutrau- Hrf* Nnterbaltung mit dem Morgenstern am Fnlstlingsmoraen, „'S Dett^it-Glöckl^, geschäftig do,Epischen reden läßt:
Und d'Vöaeli sinn au scho bo, sie stimmen ihn Pfifft scho, und ut em Daum und hiuterm Dag seit eis im andere giKtc Tag!
und 'S Turteltilbh rut und lackt, - wtib 's Bottzid-Glöckli isch au verwacht. '
,.Se beb iS Gott und geb iS Gott en guete Tag, und bhüet is Gott! Mer betten um e dirtftfi D>erz.
es dnnait etm Wadi in Freud und Schmerz, wer (bristlt lebt, bet frohe Muet: der beb Gott ibbt für alles guet."
•) LcbelS Dichterwerk, mit Einschlust bc3 berühmten „Scl'ahkästleinS" und einiger Briefe des Dickztcrs sind in einem ftatte Ncknm, sehr geschmackvoll und solid aus- gestatteten Bande der Tempelklassiker kTempel-Derlag, Leipzig) vor kurzem erschienen.
Der Blumengarten im Vorfrühling. I
Der reiche BllUenslor des Vorfrühlings umiaßt etwa 60 Pslanzenatten, die während der zweiten jtbtuar» und ersten Mörzhälite zu erblüh.n beginnen, ettoa 25, die in Cer zweiten Murzhäljte, weitere 60 die in der ersten Ainilhä.!te utl) fckl eß- lich noch 100 ante re, die während bar «neuen April- Hälfte in Blüte äu treten beginnen. In der März- ruimmer der „Äa r t e n s ch ö n he i t" (eine Zeitschrift mit Bildern für den Blumen- und ©arten* freund, für Liebhaber und Fachmann, Verlag bei Gartenschönheit, Ä. m. b. v, Berlin W) schicibt Karl Förster, der Mithrrcrusgeter di^ ser geschmackvoll ausgestatteten Zeitschrift in zwei Aufätzen ausführlich übA die Lichtmtg uno Er^ah cungZarbeit und über die Amoendungen Der Bor- frühlingsVegetation im Blumengarten, deren Reichtum, Mannigfaltigkeit und Sckönhrit durch Neu» cinsührung, durch eärtnenfdx Spielarten ir-b Kreu- iumgcn in unabsehbarer Zunahme begriffen sind. Wohin mit bem Vor.richiugsflör im Garten? To die meisten Garten noch nicht auf ein tiefes und h.rzhistes Zusammenleben mü rriu.em und urwiich p.gem Blütenp. lawenlelen «stimmt m d ucr.e.ci.e find, so kann man bvrt d.n Dorirüh-ing nicht leicht zu seinen tiefsten Wirkungen bringen, ohne besondere Plätze ooryubcreiten Tie schönsten Möglichkeiten zur Entfaltung und zu baumttem Grdxiten der Vorfrühlings Vegetation sind ©letnGärtdien im regelmäßigen ober natürlichen Siil, inib jnxir sowohl im Schatten als auch in txXlcr Sonne. Man kann sie so anlegcn, daß da du i ter die Blüteng.hZlze des Vorfrühlings blüh n. Weitere schönere Plätze sind schattige oder sonnige Naturgartenpartien. darunter auch Streublumenwiesen. Hinzunahmc d.-r Sträuck)er tesck/rankl man sich hier aus unsere Wildformen und Die ihnen verwandten Gestalten.
Schön sind auch lanae immergrüne gerahmte Deetrabatten als SBeg&cgLeitung, h.nter denen, getrennt durch einen schmalen Weg, eine zweite eingefaßte Rabatte die srühblühmden Sträuck/er ausnimmt. Ein Tieferlegen des Weges oter eine 53er» '.vandlung der Bcetränber in kleine Steinterrassen ist künstlerisch sehr wirlsam. Ob eine rhythmische Tusfpffanzung in Gcczenfärben ober eine zwang» losere Pflanzung durchletzt mit Zwergsträuchern und kleinen Nadttgchölzen, ist Sache gartenkünsileiisd-ci Mcksicht aus die Umgebung ober aus die Vorliebe des Gartenbesitzers. Recht nchzend sind Heine, roarm- qelegene, hecketiumgrbene Sonder gärt chen für den Vorfrühling mit guten Si.wlätzen. Solck>e Gärten kann man später mit Tahlicn und Gladiolen, ober im Schatten mit Begonien und Fuchsien bunt halten. Im Sckxlttcn sind unter anderem Farnkräuter wichtige und rücksichtsvolle Nachbargewachse aller Derjenigen DorfrühlingSgcwächse, die im Frühsommer unansehnlich werden und versch'.oinden.
Eine andere gute Nachbarschaft der Vorfrüh- lingsgcivächse ist die BuchSbaumcinfassung. £)icr kann man besonders aus ter Wegseite in scl-einbar völlig besetzten Garten noch Tausende von Vorfrühlings knollen stauten noch zwanglos und gede.h lich unterbringen. Man kann auch geradlinige Gartenwege, die zu fladjcn L>vhlnxgen mit kleinen Beet- terasien umgeftaltet sind, mit einem lustigen berankten Pergvlagerüsl übernehm, wenn man Primeln und Farne und andere schattenliebende Steingarten» a-wichse zi hen will und sonst baiüx lei« Plä^e hat. Z m mcr reidxrr wird das ganze Pflanzen leben unserer Gärten an Pflanzen, die uns locken, ihnen Gartengestaltung und GaNcnpattien zu ersinnen, die edler Pilanzenschönheit zur reichsten und zauberhaftesten Auswirkung h üen. Dtrklüh dem „Lande der frierenden Sevlen" entrück! nxrben unsere Gälten erst, wemi sic auch genügend intime ® eit al» tungvn enthalten, die aus engster Fühlung mit bem Zauber der Jahreszeit ter Wildnatur oder mit der s?lusdruckSsähigkcit einer Pffanzenart ersckmssen sind. Qicrbei ist ein unerläßliches Mittel, sich vor Dcr» zettelungnr der SBirfungen zu schützen, die Benutzung von Blütenkalcardem und von endlosen fiiincn Rezepten der Zusammen Pflanzung. Ueberall im Garten geht der größte Reiz von wirksamer Benach- baruna zwier ganz verschiedener Pslanzenarten ober Blüten färben aus. Eine Welt von Schön hits- bezichungen liegt hier noch unersckchvssen verborgen, lvcit über die Sck>önheit der Einzelart hnauS- greifend, wie Akkorde über die Schöndnt des einzelnen Toires. In cbicr schönen Blütenpffanzc schlummert es wie in einem Musiki»strumeirt: aber die Musik, bk wir bisher der Blütenpslanzegtwclt .ntlockten. war verhältnismäßig primitiv, w e Musik crorifdicr Völker. Einen merffvürdigen Reichtum von Reizen können wir auch auf dem Gebkt der Vorfrühlingspslanzung oft sckwn durch die bloße Beschränkung auf eine Lauptfarbe, z. B. auf die gelbe, entfalten, hierzu gehören natürlich auch die goldbraunen Töne und blaugrünm wie auck silber- grauen Laubtöne in allen müglickien Abwand- tungen. Tic AuÄvahl dieser Farben birtet auch den Neben vorteil bcfonbeivr Widerstandskraft der Pffan-en gegen einen trocknen Platz, der auf diese Weise bei entfvredxmber Bo^en Verbesserung auS einem Unkrautd-rd zu einem Gartenplätzchen ersten Ranges gemacht werden kann.
Sckwn im Januar und im Februar sollte man auch beginnen, in der Wohnung Vorfrühlings- blüten aus dem Freien in mannigfachen kleinen Basen ober <rus großen flocken Sckmlen bluh^m zu lasten. Tie mit Moos ausgelegte ffacke Sckialc kann man für den Vorfrühling und Steingarten überhaupt nicht entbehren. Wochenlang kann man hier immer neue DorsrühlingSblüten in zwangloser Anordnung ein fügen. Auch die kleinsten Blumen offenbaren in der Wohnung selbst Sck;ö"h?it die unfcr Auge erzieht. Tie Moossckwle ist ein Uebungsseld für allerlei kleine Erfahrungen, die auch der gärtnerischen Bemeisterung des Vorfrühlings zu gute kommen.
Das schöne chberschleslen.
Der einmal bet der alten Stadt Ratibor die Oder durch blühendes Land bo* irohrt met sah. mit Mö^rn belebt, wer x»-n südlichen Industrie gebitt cru-5 om Südhvrizont die Beskidenkettc und die Karpathen aufblauen sah. wer die urwald- artigen Forsten der Plerer Gegend mit ihren roriten. wa'.d mgebenen Teüf>m gcsckien und an den vielen erm .iNnr imb uralte t Kirchletr und Kapellen Cberidjle kn-j vorbeigewandett m, der wird nicht in daS Vorurteil einstimmen, als sei in Oberi tieften nichts aryutreffen, als Gruben und Hütten mit Ruß. Lärm und Schlackenhald?n, mit ruptigert Städten und lörfmt. und langweilig ödem Ackerlattd baytifdrn. Staunen haben überall, wo sie in der letzten Zeit gehalten mürben, die Lichtbilder auS Oberfchlesieu erregt,
auf denen stch das ob erschleiche Land in meiner vollen Annr.it oder tt seurer meidjmal herb«! Schönheil yigt xv Tetche de r Plesier Gegend >rnd allem etwa- jo VurtderbareS, daß k mit zu den» •Sdp.ux.t zu rechnen snck, wir- gantz Sa>.dieu bar«kiel: Häutig luurmeln sich Scharen uo.i lotbrn yiue-t uno Gä.iseri. von Tauchern, Mö>oen unb allerhand anderes Dosier- >cf.ügfl auf ihren Fluten Durch da- Gewirr dieser Teickie, m benei eate gnostatt ge Fifchzuch: betrieben wird — vvrnel.mlich Üa.pfrn — zielen sich hohe fdmale Tänone, ueiber e iS mit benlufxTt a.tm Eichen bevila:c*t Oben auf txn Dc.m ne entlang laufen id.ckli.che Fußwege, auf teter. m m fiimberdmtg irxrndcm Lim Tuvä'ckäise regulieren Die Dai serhacktung die er Teickie. bk bts oicht an den alten idjönat 'StKxon Goitsckxrl^witz heran- &.inmen und bieient Ort dadurch ein ganz eigenes Gepräge neben.
Welcke farbenkcolVt B Oer b eten nickt btc Wockeiimäick.e bet ojerfixe ijdien S-Ubtt mü chrem Lwiten Xratiengcnxrr! Wie ;ei>e.iö wandert ti ,ich an der m ei.iem rtei ause.eioasche.ten F.utz- .»e t bat)n:fhöme Ikn WejchzL, die meücr.to t d e Südgrenze O.e.sckLe.iens bil « Wcitberühmt ist das Ira<btciiicit von StoS.oiuajo.a; die elien Trachtenbr-der hat man oit ge.iug b.n den ^on» lerchnarnsproz« 'ionrn und des Sonntags bam strrchgaug in : :r:cn von DbcrfdXe ifeben Orten. Ta sind ■<: oii.c.3 b;e Sckumbec^er Dauern mit :breit u.id den P 'lzinützen. Tie c sacben-
frol-en T.-achten vor b.e aLte.i Bau r.rt/üt.-en mit den typische:i 2troVäch.-m gestellt, geben in.leril'äe ©über Unb dann die fdiöncn alten obersckstesischen Sck.(össer tn Pietz, N^-u.eck, Kap^itz, Mosten, Rauben, Slamenrzitz. Neubeck usw., meist Ba>.ten tn vornehmem, ebiem Stil, von weiten, herrlichen Parkanlagen umgeben. Sie waren oft genug das sehnsüchtig begehrte Ziel passronierter Jäger oon Rang und Wurden, imm die Sü-ü2>2e)tänbe ter ober» schlesischen Forsten sind io groß, daß selbst die letz.en 6 Jahren nnt froen äigcrlidjen B.gle.t- umstanden fönen nickzt mä anbxü-en tonnten. 06er- sck<esien ist ernes dec gelobten Länder ter L>vch- uid Wasjerwüd agben. 0bersck<effen hat zwei unserer besten beutidjen Ttett<)otograpl)en auizu- ipeijen, bte WQ» aus freier Wi.'dbahii tn vorbilb- licher Weise aus die Pla te ge.«nnt haben. Der Oberschlesiens Schonchcht p.eiseu will, mutz auch die alten Eickrenwolder am Dbcrftrom burchwon- bert haben, mutz die Fudustriear beiter totouie Giesckrntmld gcidlxit hai'en. bte ten Ein drück eine-3 idyllifcken sü.-teutsckeii Ge'rrgsdörfchers madjt; er mutz die idyllische Teu elSmühl« bei Neudtck. den Fernblick von dec Eid na ut^-äbe bei Emanuels- segen aus ganz Obersechesoen und die Hohe Tatro genossen und das romantsche Jamnatal durch- nxmbert fern. Tann die einzigartigen Brider des Wasser Verkehrs aus dem Gte:zf.utz Przernia mit den ffaci)gol>rn!xn Stoblenfafmen unb Tamp ern, die „Treikarserreichsecke" bet My-Äoivitz, bte alte Ruine zu Tost mit ihrem malerischien Burgtor, bte dreien uralten Dolzkirch>lein, ein Bergiest tn einem ber vielen Q)ru5enorte mit bem Umzug ber Bergleute, die Bergma rrS anelle rorroegn a sa ie end Er mutz die Birlhahnl>alz bei Tworvg bclaufdX haben und int den Tichrungein am P<rpirsuner Teich dem Gesang ber ÖUfö.bomnid beLiufdX taten, Tam- birfdjfrubn inib 26-Ender durch schnceglitzemte £*od-tonten jagen gdelyet um dann wieder in die t(iCenben Lichtertotten des 3nbuftncbc>trf6 zu blicken, um bann erst ganz zu nnfien. ime schön bas otersehlesische Land ist, um das setzt bte Würsel gefallen sind.
wieder die Isar erreicht, wurden ÄnsangS Trzrn» der vorigen Jahres vergeben.
Für die Tinxffüfr.ir.g des Baues waren bi Frietenszeiten 25 Millionen veranschlagt. Leiter kam das Projekt damals nicht zur Aus'ührung. deute ist mit einem Kostenaufwand von 250 ML lionen M rechnen, die am" bem Lnlcihewge um Teil im Jnlande, bei Bedarf auch durck andLnbiitc Kredite aufgebracht werden sollen. Zur Weucr« iütenmg des Baues und zum Betrieb oes Werkes ist eine Aktiengesellschaft mit einem Grunbkavcksl non 50 Millionen .gegründet worden, te en Aktien, Mehrheit in den Hä.iden des baneriMbm Staates tl
Trotz ber ungeheuren Teuerung wird ba i chenfecwerk eine außerordentliche n-irtschaftliche iv» beutung erlangen. Ttirch die Amspeickecung bei Jfarwassers int Dalctens« unb AuSnützunq der 200 Meter hohm GesLllstufe zwischen äBcl^rifet und Kvchclsee wird eine Scixnkiüung oon 120000 P crdestärken gewonnen, die einem Jahresvurch. schnitt von 250 Mü ioncn Dferdekra'tirunden ent» spricht. Tie ©auarbcücn werben drr vauvt nach bis Ende nächsten Jah.es vvllendc: sein, st daß die Inbetriebnahme des Kraftwerkes im Lou'c des Jahres 1923 erfolgen Cann.
Dir Urgkschichtr der Schokolade.
Fast 400 Jahre sind verstossen, seil Kakao und Schokolade, btc hrute eine so wicküise Rr lle in um» Hier Ernährung spielen, zum ersten Male nach Europa a-bnacht wurden. Ter Eroberer Meiikos. i>etnan Gottes, bereiste im Jahre 1325 vor ten Augen Karls V. und seines £>o,t5 ne .en all ten anderen Kostbarkeiten und Selisamkeiten der min erobert en Gebiete auch die von den MeritonrrL sa techoerehtten Kakaobohnen aus. In Spanien wurde die Herstellung ter S<bost>lade bei den T^v> nehmen rasch beliebt: aber es hrt auch noch langt »Dauert, bevor das neue Genutzmittel in den anderen Ländern Eurvpas und bevor es allgemein eingebürgert wurde. Nach Italien 5rad>rt bv. Schokolade 1606 ber Italiener Antonio Carlttti: von dort kam sie nach Frankreich und auck naÄ Teutschland. Doch war es nur das Motegetrünk ber eleganten Welt, unb man wußte damals noch so h>?mg von dem Wert der Kakaobohnen, teß bu englifd>nt und hvllLndiscten Seeräuber bi; .< il’oxn ladungen spanisckxtt Deulcsdn'fe e.ls „To-Imist" ini Meer warfen. Erst im 19. Iah h indert sind Kakao und Schokolade in weiteren Dolkssdnckiten mbreirt worben.
Der hildeShttmer „Zuckechut".
Gar manch sonderhar grsialtttes £hiu3 fnM sich in den alten deutschen S a.>ten, in denen Die Miordnttftur ifjre spitzen Giebel und seltsamen Sparren gen Semmel schickt. Aber daS ori ündlfte dieser Däuser ist doch zwtifellos der Zucke. Hut in L>ildes heim Einen herben d völligen Bcuid-erz des Mittelalters nennt Frik'. Mielrrt in „lieber Land und Meer" dies l'eüiamc ixm^gebilbe, bad aber burdxnid nicht *um Svatz. sondern aus der Notwendigkeit geschaffen imitoe, für den Verl hr in den engen hnnHigen Gassen Platz zu fdiaifvn Aus ersbaunlich kleiner, dazu noch trapciidrmifln Grundfläche erhebt sich ber »Luckerh t" mit zwi überein an der vorgebauten Obergeschossen. fc> tu« man gar nickt begreift, wie die mer Eckpfosten durch viele Jahrh.inderte das Gebäude haben tragen können. Einen kleinen 5)alt befommi das so fpi^ empor- schiebende Häuschen allerdings durch fdnrn Nachbar, der ebenfalls ein kurioser Geselle ist, baut er stützt sich auf einen einzigen Steinweiler und steht also einbeinig da
vom walchcnscewert.
Aus München wird uns geschrieben:
Mit dem Dau des Wa1<1»lseewerses. tes bn ber $l\>ljlc.:annut Badens jeue Was erkräste ?lusnupung bringen soll, wurde im Tezemter 191b begonnen. Angrsidls ber überhasteten Ternobilrnachung. ber zerrütteten Berkehrsverh-.lt- nisse im Jahre 1919, ter politischen Wirren und Revolutionen, der ungeheuren Kohlen» inib 53au* stossknapph-it mußte von voriihi^in mit einer sehr langen Banda ne r gerechnet werten. Bon einem g- regelten Ikiubctrxcb konnte erst seit Sommer 1919 die Rede sein.
Tas Walchenseewerk besteht aus mehreren Teilen: AuS ter Wasserüberlritung aus der Isar bei Krünn (nördlich Mütenwrld durck) das Wallgau in den Walchensee, aus bem Durchstich tes Kcsselbcrges bei Uridb und Altjoch mit Truckrohr- Iritunq. aus ter Kraftstation am Kvckxlsec und aus ber Wasserrückleitung vorn KochelseeauSfluß zur Isar durch die regulierte Loisach bzw. durch einen eigenen Kanal. Tie Wasserüberleitung von ter Isar in den Walchensee testete aus ter ©fbranlage bei Krünn imb aus bem Kanal durch Wallgau uich Obernachtal. Tie Wehranckage bei Krünn ist bis auf die maschinellen Einrichtungen vollendet, die im Lause dieses Jahres noch zur Aufstellung gelangen werden. Tie Grbterocgyng für den anschließenden Kanal ist ebensalls größten Telles zu Ende geführt, mit ter Bewnverklridung der Kanalwönde bereits begonnen. Um was für gervaltige Arbeiten eS sich hier handelt, dafür mag tne Anaate genügen, daß bie Dammschüttung bei Krünn 9 Meter Vöde beträgt und baß zwischen Krünn uno Wallgau allein bie Erdbewegung 120 000 Kubikmeter betrug. Bis zum Sommer 1923 bürste die Ausmauerung uno Betonierung der Teilstrecke bis »um Walchensee fertigaestellt fein. Ter Durchstich tes SesselbergeS umfaßt das Einlaufwerk bei Ur efi>, cem jeden narb' teutschon Touristen wobltekamrten 5>otelbörfchen am Nordende des WatchenseeS, den Kri'selterg' stollen, und das Wasserschboß am Nordabhang teS Borges mit anschließender Truckvohrbahn bis zur Kraftstation bei Altjoch. Ter sckiwierigste Teil dieser Daustrecke, ja brr schwierigste Teil des ganm Werkes überhaupt, baS Ginlauftocrf bei Uridb, Halle sehr inner bem Dasserandrang unb der Ungunst der Rälezoil #u leiden, so daß es noch am weitesten im Rückstände ist. Ter FelsauSbruch für daS an ber Stollen anschliehende Waflerscklotz ist -u Trrimertd vollendet. In ein ober zwei Monaten myTicn bie Sprengungen erledigt fein, dann rterd i6iort mit ter Tlusfübning bes D- tonma iorwerk:-s. dem Unterbau ter Rohrbahn unb ter Legung ter Truckrohr- [cihmym begonnen worden. Tie Rohre werten einen Turchmeffer rxm über -wri Meter, eine Scte stärke von beci Zentimeter unb ein Gesamtgewicht von 3000 Tonnen besitzen. Für die Kraftstation bei Altjoch am Sübcnb’ des Kvcte.'s-es ist der Erd- aushub dcri 201000 Kubikmeter Nah^u vollendet. Mch hier m.-rten bie Betonierungsarbeiten in nächster Zeit in Angriff genommen. Tre Arbeiten für die Dasiorrücklritung zwischen Bauerberg an der J sarralbahi und Puppling fa» das I ja rwo ssor
Das Lied bet Toten.
Bon Agnes M i eg e l*).
Au- bem gtborftnen Gesäß, das die £ anb des Todes zcr ch'.ug
Stiegen wir aus wieRauch, den der fl ckenoeAelba trug
Don des Namens Bann, vom Zwan । te? Go orrnÄH b freit
Treiben wir bin im Strom der Lautlongkeit: Ohne des Schauens Lust, ohn' bei Derlangols Begier,
Ohne der Kälte Qual, ohne der ©tunten Maß — ruten wir
Ein- mit dem andern vereint, wie da ILnberrudttÄ lartt.
Wunschlos erfüllt von göttlichen Lebens AllM» wart.
Au- der Erscheinungen Welt durch ber sarblofo» Ncbd Meer
Braust der Vergänglichkeit wirtelnde Unrast ter. Zuckt ein (Erinnern auf, daS wie Krei e im 23alW verrinnt —.
Tiber vor einem zerreißt es wie Wolken Im Sml Gleißend in schillernder Schuppen wechselndem Prangen
Tohnt sich Staude-versuchung vor 2dxxIK* verlangen.
„Herrlichkeit der Erde, die einst ich beteilen,
WaS ist Gott, an deiner Süße
Felder in Lehren wispernd, damv en> wie Brot, Licnenbeuten derS.ädte. kochend oorLärm irre) Xiufi des gestillten Hungers, verebtendon Dervags Last.
Denn ich wie ihr ver'ank in atmend n Zchla es
Wenn ich wie ihr inE.njamkritsid)aurm aeiammerti
Denn ich lechzend wie ihr, fremdes Leben um* klammert l
Mund, bat ich küßte, so hast bu stammelnd vorLieKe ge’proaKll»
Augen so seid ihr selig in Dollust tefnorben. Pochen ter Pulse Rausch, verströmendes Gluck.. Glühender Mutterschoß, gib mich der Welt |ud»r
Süßer Erlöser Tod. der bte morsche Form zorschl»» Tag uns teS reinen AetherS 'latente Wette krur. In dem lautlosen Strom, vom Frobn der terrtl. ..
Treiben wir. ein« dem anbent tmrienntarjtelett Ohne zu sckaun von ewigem Lickte innrnt». Wunschlos in ewigen Friedens ^»üge vermeng Ganz geläutert von Furcht, brtn das Gezeug» verharrt.
Ruh'n wir erfüllt ät SotteS tOIgegawxxrt.
AuS „Gedichte und 6öt
Agnes Miegel (Verlag von Eugen
Jena), einer valladen- unb £iete^«tinuL öw itfö sichtlich über ten Durch,chintt der KUgcnSli** schon PerSkanst rrtebt


