Einzelbild herunterladen

Posa unb Königin, König, Königin und Infantin, die ficrtnn Setten ui'ro. Freilich ivttb man entgegen- halten können, daß eine Klassikervorstellung auch ein Spiegelbild der ZeU geben soll. Das freilich wird durch die Stilbuhne nicht nur nicht erreicht, sondern verpönt. Andererseits aber ist die Stil- bülme, weil M;>§ für alle Zeiten anervannt. Der äußere Erfolg war jedenfalls unbestritten groß, und wenn er ermöglicht, das h-utige Theaten>ubllkum für klassisch: Vorstellungen zu erwärmen, bconitci er eine - kulturelle Tat. Die Besetzung mit Harnisch (Philipp), Eaga rter (Car os), K u - lisch (PosaX Baumeister (Alba), Schneider (Großinquisitor), Horn (Elisabeth) war aus­gezeichnet, ein Mißgriff aber die der Eboli, für die Dera Jäger-Scherrer auch nicht das Mini­mum an Kunstzeug besitzt. Th. Pilartz wußte mit der Gestaltung des Bühnenbildes den Intentionen Hartungs restlos zu folgen.

Frankfurter Theater.

Hanns I ohst:Der König/' Die Kckmmerspirle hatten inten IltenmW'tn Äveird: Hanns Iohst^ Särauspiel in 9 BÜdernT c r Koni q" trug einen starken äußeren Erfolg da­von. Dieses Werk Les jungen, let'-cnfdxfrach rm- genben Dichters ist ganz geioiß alles andere eher ÄS ein wohlg.'fstgtes und durt-'omponttktds Tcä- ma, ist eine lose Folg: von Bi fronen und nftl b.r- rockrr Ma ltasie g chicen S.zerren.. Dien tnngtn, beiß glühenden Mnig leitet der beste Wrlle tuv Mensächestsbesserung aber itiu Zrertismus mutz an der eigenen Wrltiernheik, am Unmtifllich.it tenter Efedanken ftheitern, und Selbstmord verneint iim Ende die Erfüllung seiner Lebensyfeu». Da» Schau­spiel gebärdet iick' genv^uLLr als es im (c^nntix ist Trr literarischen -Mhängigleiken UNoMcklÄtgfe sind

zeuillrion.

Hessische» Landetztheatcr.

Don Carlos.

D« Neu:rnstn.irrung desDon Carlos" durch Intendant Gustav Hartung kam einer rolligen szenischen uno weitgchmd auch darfatte- rischcn llrrunbc.tung gleich und wirkte wie eine Sensation. Ob das in der Absicht des Neu- schöpscrs lag, sei dahingestellt. Giu.rdprinzip der Neuerung war die Verwendbarkeit der Stilbühne die einen frührr nie errnchten schnellen Szenen- wechsel ermöglichte. Hartung erzielt? in der Tat eine Geschlos enheü der .Handlung, die überraschend wttk.e, die eine Carlosvv.stll ung von mo uincii» toter Größe herau ^brachte, deren tiefen Eindruck (der ausUnberührte" unverkennbar war) sich auch der kritischste Thraterb.sucher nicht entziehen konnte. Tarüler hinaus roar sein Bestreben die Herausarbeitung einzelner S ett.it, die in sonst ge­wohnten Borstel.ungea bedeut ngsws b.i bcn oder doch nebensächlich behandelt wurden, d. h. nut durch das gefanxbenr Wort wirkten, weil sie eben zum Ganzen g.hören, zu tragenden Säulen der Handlung und bc.' Bützte.rbildes, und die ihren Höhepunkt fandet in der Szene Philipps mit dem Großinquisitor. Es war in der Tai eine nicht mehr zu übertres'-noe Regiel .-istung, dieses Hin mttwa ckr en des bis dahin verbannten fanatischen Inquisitors zu übermenschlicher Größe, dre von selbst den mächtigsten finnig, in dessen Reich bi? Sonne nicht unterging, in dre Knie zwang, durch eimachstr darstellerische Mittel, gehoben nur durch Bel.tub- lungseffelle und stilgerechte G stalrnng des Bildes, glaubhaft darzustellen. Arhnlich stark und neu waren andere Szenen, wie die Philipps mit Posä,

abend 8 Uhr tm Gemerndeiaal,

Entschädigung für sein un Dienst vcrTvendetes I stattet nwmen abend 8 Uh Fcchrrad. 17. Gesuch des Männerbadevereins um Kirchstraße y, ihre Haupwer «

ammlurg.

die Feier.

am

Ber-

mc.

Eine Sisiüng der Stadtverord

neten-Bersammlun

den

der Mruttrv- und Säuglings

mit der

Kostüme, die Herren Weinig und Wallburg Bo tat darstellerisch gute Leistungen. tt

ricÄer zur Verfügung. Änmeldeschluß ist 26. Januar. Näheres siehe Anzeigen.

kostenlose Ueberlassung von 31 _ Festmeter Fichten- derbstangen zur Befestigung des Lahnufers entlang seiner Badeanstalt. 18. Erhöhung des Markttarifs;

Landkreis Gießen.

Zur Stichwahl in Sich.

Von entern guten Kenner der örtlichen haltnisfe wird uns geschrieben:

Z garrenliethader.

i k f u r t a. M., 24. Jan. Der Kauf'

Art, sei es btreft aus der föemdnbcfcfK enwm werden.

Hessen-Nassau.

Ein vollständiges KamevalSvertwt.

mc. Frankfurt a. M., 24. Jan. Der Frankfurter Polizeipräsident hat nunmehr auf Lu- orbrutng des Regierungspräsidenten in Wiesbaden auch sämtliche privaten und gesch'.vsfene Karneval- f e stlichkeiten verboten. Zu privaten Tanz venu»» staltungen soll nur unter Beobachtung des Nach­weises, daß teine FaschingSfeiern dabet fhHifmbcn, die Erlaubnis gegeben werben.

Mann Fritz Neitzler knackte mehrere Zigarrrnläde« und ließ 'Waren im Werte von 3000 Mk. .mit- gehen. Wegen der Schwere des Falle- erkannte das Gericht auf 2Vs Jahre Zuchthaus.

Kultur" Dr. ured. Becker^Gteßen entet Aus» klärungsvortrag-halten über die Ofeiahvm der Ge­schlecht skrankheiten, üro Vcrdüvmg und Bekämpfung. Dr. Hecker ist Afststen^arzt an der Klinik sstr Haut- und GefchlecktStrankheiteu in Gießen. Die Ausführungen werden unterstützt durci Dorführung etner Reibe non sehr mtrr* essanten Lichtbildam Jugendliche unter 16 Jahr« haben keinen Zutritt.

Kreis Büdingen.

Ort en berg, 26. Jan. Von der Dia­konisse unserer Dekanate ranIcn.vfl>.-aeCratioo wurden im Jahre 1920 4895 Besuche im ^>n «resst der Kranken, 14 Besuche im Inte esse der Arme» gemacht, 10 Tagvslegen und 59 Nochkwackxn ge­halten. Es wurden in 9 Gemeinden 173 Familie» besucht. Von den Krankenbesuchen, Tag- undNacht- bf legen eiufallen 433 aus Selters, 162 auf Liß- berg, 106 auf Wippenbach, 66 auf Bergheim, 48 auf Stockheim, 10 auf Eckartsbvrn, 3 auf Ruhr back, 20 auf Usenborn, 1 auf Hi^enhain. Die übrigen Besuche und Pfle'xn entfal en auf Orten-- berg. Es brachten auf dre Gemeinde Orleuberg außer freier Wohnung und Licht 780 Mk., Selter- 55 Mk. und durch Haussammlunq mit Wippenbach 287,20 Mk , Bergheim 35 und 30,50 Mk., Stock- beim 10 SDM., Usenborn 60 Mk., .HiTgenhain 10 Mark, daxu kommen noch die EmtedanFesttollek- ten der ernzelnen Gemeinden, die noch nicht ein­gegangen waren. Bei den erhöhten Ausgaben, die infolge der allgemeinen Teuerung auf un­serer Station Jafarn, muß txm eneinen Gemetn-

* B a d H o m b u r g, 25. Jan. Dre Gustav- Weigand-Stijtung, Genesung-heim für ehe­malige Müitärpmpllen, rst seit dem Mnter ge­schlossen. Bor dem Kriege war der vvrnebmr Lalast an zwei Straßenfronten in b'ster fiunagc Homburgs ein Ho el ersten Ranges. König Eduard von England wohnte als Prinz von DaleS alb« jährlich bann und feierte darin intime Feste Nach dieser Blütezeit ging es abwärts. Der Rentner Weiaand erwarb das Haus als Hovotheken-

Inger und schenkte eS bei Anwes.mhnl des ers im Kriege in Homburg der Heeresverwal­tung, welche das Geschenk mit dem Namen bc5 Stifters firmierte. Seitdem dritte c5 als Lazarett und Sommerfrische der 18. Jntmdantur. Nach Auf" Hebung des Lazaretts wollte der Magistrat rat Einrichtung von Wohnungen erwerben, ebenfa der Kreis als KreÄbans. Di.- MilitLrverwa'tnng va> fornberte beide Absichten. Jetzt hat das HcemL- abwicklungsamt sein HauS geschloffen.

X. Stein au lKreis Sch5stckrtrrn">, 25. Jan. Durch einen Rollwagen der Draht setlba hn, welcher sich losgelöst hatte, Warden »roet Arbeiter so schwer DctlefcL daß der eine sofort tot war, der andere im Kreiskrankenhause »u Schlüchtern, wohin man ihn verbracht hatte, verschied.

gruppe der Bodenresormer fand sich am 22. Januar im Postkeller eine größere Anzahl von Anhäi!S°rn der B wegung zusammen. Ober­postschaffner Mohr, der vor kurzem fernen Herrn- stätlemurfus in Berlin nritgemadn hatte, fytdt einen ciiiLiimben Vortrag Die 2drwst m<n b> schlossen dre lofortig? Gründung einer Ortsgruppe Zum Borsitzenden wurde Tr. Weinberger ge- wlhtt. R g lmößige Zu ammenlimfte fin en leden zweiten Torrnersdag im Monat aberrds 81/2 Uhr im Postkeller, Wageirgasse, statt.

** Dre Männer- und Frauenverer- nrgung der MatthäuSgemeinde verar'-

** D er hiesige Ka nincheniu chtver- e t n veranstaltet am 6. Februar in der Turnhalle des Ghmnasiums in der Süd-Anlage eine große Ausstellung männlicher Kaninchen (sog. Rammler-- schau. Dre Anmeldungen dazu laufen.recht^zahl- rerck ein. Als Preisrichter ist Subimg Stett^- brecher-Darmstadt gewonnen. Die Prämiierung ist öffentlich. Sehr viele Ehrenpreise stehen dem Preis-

* Der Männergesangverern£r- pheu s", gegründet 1920, fererte am Sonntag den 23. Januar m der Turnhalle strn erstes Wrntericsl. Tie un:cc Leitung seines bewährten Diri^eruen 2 ch u ch a r d t i?orgetragenen Volkslieder Tontet starken Beifall, ebenso zwn Thvatsrstülke und ernige Tuette. 2ttrschießende Verlosung und Tanz schlossen

eine ganze Reihe; S'a'espeare und Ställer, Büch­ner, Björnson, Wche.ivd u d and.rr laben in der Ehavakrerairbage des Helden u rd dar sprach­lichen Prägung ihre Spuren hinterlasien, und ixm Dichter ist es nicht gelungen, uns in den mneren Dann seiner Königsgestatt »u zwingen. D« Be­gabung iet Hanns Johst nicht ab gestritten m diesem Werk scheint sie aut Irrwegen. Tee terft- aufsührung, von Rudolf Frank vortresslich ge­leitet, war aus einem Guß mtb, wie es der Autor erstrebte, nkbt auf Jnszei-ieimngsef e le. sondern allem aus das Wort eingestellt. Bor allem Herr sta t cho w als Röntg gab »ein Bestes an Inbrunst und lugendlicher Ekstase. Neben ihm traten Walter FriÄ>, Hilde Wall inb Helene äikigl mit Ehren hervor. Tie TarsteAer, und mit i nen Dichter und Regisseur, wurden zuletzt tebhaft gerufen.

Heinrich Schmitt'.Excellen z". ^4e Komödie ,,(k $ c e (i en >" von Hernnch Schmitt würbe, im Neuen Th a er erstmal s oespielt, sehr freundlich ausgenommen, und ter Verfasser, der zugleich die sauber abgeninixjte Vor­stellung testete, korntte sich eine Reihe von Malen dem Publrlum »Tigen. Stärkere li erarische Ein­drücke gThen von dem Stück nicht aus: vielmehr ist es nach dem Muster von so und so vielen Vorgängen gearbeitet und beixntbeü das alte Motiv des Ehetrios mit der auch nicA g.'rabe jng> nellen Schlußwendu: g, daß diesmal der Haus­freund und Lieblabertz^cellert-' und Bor gesetzter des ©arten ist und ihn, den Präsidialrat, um der persönlichen Vorzüge |einer Frau willen avan­cieren läßt. Ter Dicckog plätche.t 3 Akte lang durch allerlei Zw.ndcu igfrüen imb PLa.Herren, tue guten Geschmack aui die Dauer ver letzen. Frl. Hambach wirkte durch mondäne Haltung und

Daldeyer-Hartz f.

Berlin, 21. Jan. Der Anatom Gfeh. Medi- zinalrat Prof. Dr. vv» Waldeper-Harh ist gestern hier in seinem 85. Lebensjahre ve-sch» den, eines der bedeutendsten Mi!gli.!er des Lehrkörpers der Berliner Universität, ja, eine Weltlerühnrtb'it Bor wenigen Monaten erst hat Geheimrat Waldever seine Lebensennnernngen, ent prächtiges Gedenk­buch, erscheinen lassen, lieber ein volles Menschen­alter gehörte dieser Dtmeistar der Anatomen der Berliner Universität an. Der Dahingcschicdene wurde am 6 Oktober 1836 zu Hehlen a. d Weser im Kreise Holzminden als Sohn ces Administrators des Grafl. Sckmlenbuvgschen Gutes Hehlen ge­boren und hatte sich unter ziemlich erschwerenden Verhältnissen vom Torfsch cler xum Paderborner Gl mnasiastrn empongearbeitet. 1861 hatte er in Berlin promoviert, toar bann in Königsberg und Breslau als UniverfüälÄchrer tätig unb gehörte, als die Stvaßbu-aer Universität 1872 neu trrf Leben gerufen wurde, yi denen, die dort die Lehr­st ättr ein richten halfen Als Direktor des dortigen anatomischen Instituts toidte er bis 1883 ix Sttaßburg unb seitdem in Berlin. Gelegentlich seines 80 Gebuttstag ts wurde dem Der bi mnxrtlcn Gelehrten der Adel verliehen, unb er führt» seit­dem nad feiner Mutter, die geborene v. Hartz auf Hehlen war, bat Namen von Waldeyer-Hartz. Obwohl der Gelehrte sein Lehramt fefpn vor em paar Jahren nifbergrlegt hatte, fmnb er noch fortdauernd tm Mittelpunkt des Nn sferchchoftLche» unb gesellschaftlichen Lebens in Bettin.

5 Lich , 24. Jan. Für die am nächsten Sonn­tag ftattfinbenbe Bürgermeister - Stich­wahl ist bis jetzt merkwürdigerweise nach außen hin eine agitatorische Tätigkeit kaum entfaltet worden. Es mag auch sein, daß nach dem leb* haften Wahlkampf, dcr sich bis zur Hauptwahl abspieltc, und der jebem Gelegenheit gab, bic Kandidaten gründlich kennen zu lernen, bei den meisten Wählern weitere Belehrungen unbAuf­klärungen" überflüssig sind. Wenigstens Kört man vielfach, wenn man mitWählern spricht, bi; Acu.x- rung:Ich habe mir mein Urteil über die Kandi­daten gebildet und kann mich von der Gegenseite nicht mehr anders überzeugen lassen." Vermutun­gen über den Ausgang der Wabl lassen sich bei ge­nauer Einschätzung der örtlichen Verhältnisse selbst von den besten Kennern nur schwer an- stellen. Ter Gießener Anzeiger bat sich eines Urteils über den bevorstehenden Wahlausgang von vornherein auch enthalten. Wenn aber andere Blätter das Ergebnis des ersten Wahlganges so ausgeleat haben, daß es unzweifelhaft für bic endgültige WaU des mit 612 Stimmen an der Spitze stehenden Kandidaten spreche, und wenn gemeint wird, daß die 262 bauernbündlerische Stimmen unmöglich dem sozialdemokratischen Ge­genkandidaten zufatlen könnten, so wird dabei voll­ständig verkannt, daß die Wahl gar nicht so sehr eine rein politische Wahl ist, wie sie noch außen hin erscheint. Der von hier gebürtige Kan­didat hat unter seinen 433 Stimmen auch viele bürgerliche Wähler gehabt, und auch aus dem stark vertretenen Kleinbauerntum bars er bei der Stichwahl auf Zugang rechnen, ebenso wie aus den bürgerlichen Kandidaten auch sozialdenwkra- tische Stimmen gefallen sein bür ten, wie wir neu­lich schon bei einem Vergleich mit früheren Wah­len feststellen mußten. Wesentlich zur Entscheidung werden die etwa 300 Wahlsäumigen beitraaen, um die sich beideParteien^ vor und an dem Wahltage sicher auch noch bemühen werden. Nach unserer Meinung wird eS am Wahltage hart auf hart gehen, und nur ein ganz geringes Stimmen­mehr wttd einem der Kandidaten den Sieg brin­gen. Wir sehen daher dem 30. Januar 1921, der für die Stadt Lich eine Entscheidung von größter Tragweite bringen wttd, mit gespannter Erwar­tung entgegen.

u. Heuchelheim, 26. Jan. Die vor Weih­nachten in einer losen VevernLgamg angeregte Orte* jammiung zur Errichtung ernes Gedenkstein- Tür die im Weltkrieg? Gcfallenui nuferer Gemeinde wurde in diesen Tagen buntgefülrt. DaS Eraebnis der Sammlung sowie die in sichere Aussicht ge­stellte befanbere Beihilfe eines hiesigen Ortsbür­gers geben berechtigte Hoffnung, daß bas Denkmal bald ausgeführt werden kann. Zur ra|die''m For­derung wurde nun in einer Zusammenkunft brr Vereinigung beschlossen, in nächster Zeit e'ne ttri tete Versammlung eintzuberufm, zu der alle Freunde und Spender mngelmen werden sollen, um so jedem Gelegetcheit *u geben, zu einem bis dahin vorzulegenden Denkmalsentwurs Stellung zu nehmen, sowie Wünsckie und Abänderungsvor­schläge vorzutragen.

X Wieseck, 24. Jan In dieser Woche mit drei Kursen ub ber kommenden mit zweien findest in ber Bol kshochschule anschließend an die Vorlesungen die Wahlen zum erro ilerten Lbusschuß s.srtt: in diesen entsenden die Kurse mit bis zu 20 Hörern einen, die übrigen zw.-i Vertreter. Was auch größere VolkshochLchnlen erlebten, daß Kurse aus Mangel an Beteiligung aus ""all en mußten, ge schal) leider hier mit dem ged'anfenGang durch Schillers Gedichte". War es schon für diesen Kur­sus nicht günstig, daß wegen Erkrankung des Vor­tragenden er nicht mit ixm anderen beginnen konnte, so darf man fragen, ob mit sechs ffiuren für unsere Verhältnisse nicht zu viel geboten wurde.

28. Januar 1921, nachmtttags 4 Uhr, in das ' Stadthaus anberaumt. Auf der öifentlichmt Tages- orbrontg stehen: 1. SchulgeHdermaßignng für Ge­schwister in höheren Schn en. 2. E^ttsckmdigung der Förster bei Schreibauswand. 3. Uebemayme des Fehlbetrags bei ber Kmchgebung für Obetckchilesien aus die Stadtkasfe. 4. Gcnchmiaung ber Wahlord­nung für den Beamten-Ausschuß her Stadt Gießen. 5; Beschaffung von Großpflastersteineir. 6. Her- Elung der Straßenkanäle in der Derbindungs-- che zwischen Ludwig- und Friedrichstraße (Not- tb5arbeiien). 7. Mmuttsliarten zur Benutzung- ber Straßenbahn an Arbeiter, LlnshÜsSkräfte und Be­amte. 8. Ausbau einer Straße -wisckrn Kaiser-All« und Licher Straße, parallel zur Landmannsttaße /Notstarchsarbeiten). 9. Wahl ton Beisitzern für das MttfeinigungSamt und Sitzungstage des Mieteini- gLMgsamtes. 10 Vergebung der Erd- und Maurer- arbeiten für die Wohnhaus gruppe III Haus Nr. 61, 63, 65 und 67 an der Kaisev-Mlee. 11. Tesgl. für Wohnhausgruppe II Haus 9h. 53, 55, 57 und 59 an der Kaiser--Mlce. 12. Vermächtnis der Geh. Kominerzien.nt Heichelheim Eh?lente über 100000 Mark. 13 Gmnchmignng der R^chmmg der Blocke

Vereine und Veranstaltungen.^

6 Lich, 25. Jan. Der kkriegerverein veranstaltete am Sonntay wieder ein Militärkvn- zcrt in Steins Saal bau Es war wieder durchweg aute Musik, die von der Kavelle deS Iw- faUlerie-Regiments 9h. 15 in Gießen auS- feführt mürbe Besonders liebevolle Anfnahme anbeu die SoliS der Herren Hernig 'Violine), Christensen (Flöte), Sch-ertzlofe (T mnprte, Dr.pl (DosauneV Der Präsident des BeoernS, Sladt- rechner L. Häuser, eröffnete den Abend mit einer kernigen Ansprmke, in der er des 18. Januars gedacktc. Im Anschluß an baß Hoch aufs Vater­land wurdeDeutsckland, Deutschland Über al'es" von den Anwesenden bogttüer! geiungm Der

Arr» Statt tettd Land.

Gießen, den 26. Jan. 1921.

Anrechnuntz der Kapitalertragsteuer ans die Einkommensteuer.

Die Steuerpflichtigen seien auf ß 44 Einkom­mensteuergesetzes aufmerksam gemacht', er lautet: Die für einen 'unb von einem) Steuerpflichtigen in entern Kalenderjahr entrüft ctc, auf volle Mark nach unten abgerundete .kapitalertrugst«»er wtrd, sofern sie <im Gesamtbeträge) mindestens 5 Mk. beträgt, auf ran eine Frist nicht gebundenen) Antrag auf die von iHm für das folgende Rcck> nungöiahr geschuldete Einkommensteuer angcrcch- net, wenn der Steuerpflichtige: über 60 Jahre alt oder erwerbsunfähig oder nicht bloß vorüber- gehend behindert ist, feinen (vollen) Lebensunter- t/alt bunt eigenen Erwerb zu beftrciten und wenn dos Einkommen sich hauptsächlich aus Kavitalein- kommen und Befugen aus Ruhegehatt, öitnxm- unb Waisengeldern, Invalidenrenten Zusammen- setzt. (Daß neben dem Äapttaleinkommen auch falck.e Be-ü.qe tm Gcsamteoinkommen enthalten sein müssen, ist aus den Wortenund" unb ,/zusammettgesetzt" nicht zu schließen: es genügt auch, wenn das steuerbare Einkommen ganz ober hauptföck li ch allein aus Anvitaleinkommen oder tzmiptsäch/ich aus den genannten Bezügen besteht/. Die Anreck''iung erfolgt bet einem steuerbaren (allo einschließlich des als Existenzminimtlm steuerfreien Eichommensteilsj Einkommen vvn nicht m>?hr als 7500 Mk. in Höhe von 75 tarn Hundert, von nicht mehr als 10 000 Mk in Höhe von 50 v. H., von nicht mehr als 12 500 Mk. in Höhe von 25 v. H. des Betrags der entrichteten Kavitalertragssteuer. ES findet aber auch, bet einem diese Einkommens- grenzen übcrTle genben Einkommen eine solche An­rechnung statt nach einer Berechnunq, deren Einzel­heiten hier nichlt näher erörtert wecdm können.

Die Steuerpflichtigen, die von dieser Wohttat deS Gesetzes Gebrauch nwf/cn wollen, müssen auj einem vom Finanzamt erhältlichen Formular bic dort gesteltten Fragen beantworten und dürfen habet nicht unterlassen, diejenigen Bescheinigungen beizuschtteßen, aus bereu k^rvorgelst, welche Kapi- talert» agssteuer der Schuldner für sic entrichtet ober bic Danken unb Bankgeschäfte ihnen bei Ein­lösung ber Zins- und Divtdendenscheine tm Jahre 1920 in Abzug gebracht haben, lieber bic An- rochrnrt! g (unb gegebenenfalls Erfalttuna, wmn sich heravs'lelll, baß der anMrechncnde Dettag an t< I rtragfteurt bte CinLommensteuer übersteigt oder eine solche überhaupt nicht zu entrichten ist! «znrt> im Beschsoerdrverfahren entschieden. Gegen die Entsch Übung auf verfolgte Beschwerde ist eine wei­te« Beschwerde nicht zugelassen.

Veranstaltungen.

Mitrwochi SEtstioter, 6Va UTr, ,^etz Jan Berlichrngen". Dsäl-zer Hot, 8 Uhr, Mtt- tzlrederversommlung des Obst- und Gartenbau- Vereins. Gemerbchaus, 81/? Uhr, HLndwcrker- nr. b unb Or.sgckverbevereim Bort a; über tfe Lehrlrnssfrage. Eafd Leib, 7^ Uhr. Lvnzcrt und BorstelÜmg der Chiemfeer. Tichtsprel- khaater ane gestern.

Wettervoraussage

für Donnerstag:

Bedeckt, zeitweise Niederschläge, Temperatur wenig geändert, Westwinde.

Tie Wetterlage hat sich gegen gestern nicht wesentlich geändert.

hier: Abänderung der Dochenmarktorbnung. 19. Druck ber Marttpttikatr; hier: zkredttbewill:- cpmg. 20. Gesuch des Wilhelm Krause um Erlaub^ nis zum itxisfeeausschanfbctriefc nn Hause Guten- bergftraBc 2. 21. Tesgl. des Cttu 3dwnibt jum Schanbrtrtschaftsbetrieb im Hause Kaplansgalte 10. 22. Tesgl. des Karl Wörncr $um Schankwtrt- schaftsbetrieb im Haufe Neuenbäue 22.

** Ein Geburtshaus dreier Ober­bürgermeister. Von einem werden wir darauf aufmerksam genrachi, bat aus dem Hanse Bismarckstroße 7, II. unb III. Stock nicht weniger als bret Oberbürger- meister größerer Städte heroorgegangen stnd: £bctbürgx'mreifter Glössing in Darmstadt, Ober­bürgermeister Glässiuq in Wiesbaden und Ober­bürgermeister Böß in Berlin. Das Adreßbuch, der Stadt Gießen von 1889 bestätigt diese Tatsache.

* * Dienststeinpe 1 ber Behörden. Das Gesarntministerium hatte tm Mai vori­gen Jahres durch ein allgemeines Ausschrei­ben aus bic Notwendigkeit hin gewiesen, eine einheitliche Herstellung der Dienstsiegel und Ftenipel in die Wege zu leiten, und deswegen die Zurückhaltung von Einzelbeftellungen an­empfohlen. Nach Abschluß notwendiger Ver­suche und Vorarbeiten ist nunmehr sämtlichen Behörden und Dienststellen ein weiteres Aus­schreiben des Gesamtministeriums vom 10. Dezember 1920 zuaegangen, in dem b-eftimmte Anordnungen und Nichtlinien mit verschie­denen Musterbeispielen bekanntgeaeben wer­den. Den Gewerbetreibenden, welche an der Ausführung von Dienstsiegeln und -stempeln Interesse haben, bleibt es Überlassen, sich an die betreffenden Behörden, insbesondere diejenigen in der Nähe ihres Wohnsitzes, zu wenden.

** Anthroposophische Gesellschaft. Der gestrige Abend brachte den 3. Vortrag des Bundes für aMbropowphische Hochschularbett. Frl. Dr. Vreede führte an Hand der Relativitäts­theorie aus, wie die Anthropösophie sich zu der Methode der modernen Naturwissenschaft stellt. Es handelt sich für sie nicht darum, die Relativi­tätstheorie zu widerlegen, sondern zu überwinden. Die Relativitätstheorie habe sich durch ihre weit- gebenbe Abstraktion unter völliger Ausschaltung des Menschen zu sehr von der Wirtlichkeit entfernt unb fei zu einer großartigen Einsettigkeit aus- gebaut morden. Sie sei aber nur mathematisch und nicht auf Grund des wirklichen Experiments ausgebildet. Darum führe auch rhre Anwendung auf die Wirtlichkeit zu unbefriedigenden Ergeb­nissen. Sie habe die Natur ersetzt durch matho matische Gebilde. Zwar habe sie die Aufstellung eines Bildes der natürlichen Weltordnung ge­geben, aber dieses völlig losgelöst von der sittlichen Welwrdmmg, was nicht angängia sei. Vielmehr müsse ein wirllich wertvolles Dvtbrld beide, so­wohl die natürliche als auch die sittliche Welt- vrdnung, umfassen. Diese Ausgabe glaube die An­throposophie durch die Art ihrer lstaturbetrachtung, wie sie im 2. Borttag auSeinandergesetzt wurde, lösen ru Kunern Auch müsse die soziale Auswir­kung oer Relattvttaterhevrie zu bedenllichen Er­scheinungen führen, da ihre Art der Betrachtungs­weise notwendiger weiße auf andere Gebiete, z. B. die Soziologie, angewendet werde und hier auf­lösend und zersetzend wirken müsse. An den Dortrag schloß sich eine kurze Aussprache an, in deren Verlauf der Vorsitzende der Ortsgruppe für anthroposophische Hochschülarbeit bekannt gibt, daß in Zukunft jeweils Freitags in Riegel Pfad 41 a Freunde der Anthroposophie sich zusammenfinden werden. In dem gestrigen Berichl hat sich ein sinnentstellender DruckfelLer eingesch'.ichen; in der Mitte des Berichtes ist selbstverständlich richttg zu lesen, daß die Anthropowphie auf ,chas Quali­tative gerichtet" ist.

Tie Vorstands- und Ausschuß- Wahlen bei der Allgemeinen Orts- krankenkasseGießen sind nunmehr beendet; die Zusammensetzung dieser Kassenorgane ist aus dem Anzeigenteil ersichtlich

* * Zur Gründung einer Orts-

Turnverein hielt am Samstag abend feine gut besuchte Generalversammlung ab, über dre in der nächsten Nummer der Sport-Umschau, der Beilage des Gieftmar Anzeigers für Turnen, Sport und Spiel, ausfülnlicher berichtet wird. Zum ersten Sprecher des Vereins wurde Turner Meinfcarb Zimmer gewählt, nachdem der bisherige 1. Vorsitzende, Turner Heinrich Schmidt, nach * Lollar, 26 Jan. Am Frettag wird hier nahezu lOjähriger treuer Amtssühruufl das Amt um Auftrage der ,Liga »um Schutze ter deutschen I piedergeleqt bat.

fürsorge Darmstadt bett, lleberlasiung von Für- foEfleidtocäcrn. 16. Gesuch des Forstwartaspiranten Brück m Rödgen um Gewährung einer jährlichen >