Nr. 211
Der H.etzener Iijetcer rr<4)etnt tiglid), «*B« Senn, und Jnertaös. »oeflili* Btie«*e<1r. Mk. 5.50 efx|d)L Tröget, lohn, durch b«e Polt ML. SLü ein!4,L SeiuB- «ild. auch bei Mchkerlchtt. nm fin?eln«r Hummern infolge höherer ®emalL gtrnlpred).W*|d>inne: Kirbte Sdjrihkttunq 112; für Druckerei, U er lag und «Lelchafioflelle 51. lnld)rifl für Drahwach. ridjt.n Snjriger »letze».
Po|f*etftento: freeffwrt e. BL 11696.
Srcitag, 25. November 1921
171. Jahrgang
Erstes Blatt
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für bie Taqeonummer bte zum tzachm naq oorher ohne jede Uetbinbltd)heil. Srtit fir I mm höhe für nzeigen o 34 mm Brett« bnhd) 55 Dl . auooatt» 65 pf.; fir ‘Helilamew An,eigen von 70 mm Stet,e 250Pf. Be> Platz- »odArh 20 Aufschlag. Haup.jchrifHeiler: Slug, (boet, BeranlwonUch für Politik: Lug- Goeg; für den übrigen leih Karl Walther; für den Xnjeigenied: Han» Beck, fSmtlich in
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Drud unö Verlag: vrihl'sche Unio.'Budf nnt> Steintnidtrei R. lange, rchrisllettnng, 6tfd>äfis#tnt -ad vrnderei: 5chnlftra,e?.
Lord Curzon über die üuhere Politik Englands.
London, 24. 7lot>. (Meuter) 3n einer Lede, btt Lord Curzon heult b i einem Früh- flürf in der City hielt, gab er eine bedeutungsvolle »rflh-ung über die Ludere Politik Englands ab und kennzeichnete die Washingtoner Konferenz als einen groben, bemerkenswerten Schritt auf dem Wege zum sittlichen Fortschritt der Menschheit. Die 2b- rüflung werd« in das Gebiet praktischer Politik aerüdt, wenn die Gröhe der Flotten gewisser GrohmLchte endgültig begrenzt werde, und in noch höherem ®rabe, wenn eine diefer Drotzmächte auftrete und ankündige, bah sie die Äbrüsiung in ihrem eigenen Falle mit der Einstellung bereits begonnener Schiffsbauten beginnen werde. Gin froher Teil der Spaten arbeit fei aber noch zu Erledigen und, fo fuhr Lurzon wörtlich fort: Ich möchte gerne ein Wort der Vorsicht aus- .1breiben, und gewisse Bedingungen anregen, die noch zu erfüllen seien. Cs ist nicht ratsam, die Rüstungen zur See zu beschränken, wenn wir mitansehen müssen, wie die Anhäufung au » ge - Dehnier Lüftungen zu Lande sich höher und höher türmt. Sin Beispiel darf nicht von «einer Lation oder foaar von zwei oder drei Rationen gegeben werden; es muh von allen ■Rationen hn Verhältnis ihrer Lage und Fähigkeit befolgt werden. Für England ist eS nicht angebracht, Opfer anzunehmen ober sich ihnen zu unterwerfen, wenn die anderen sich ihnen ent- Hiehen. Sine dritte Bedingung ist. wenn wir al» grfthte Seemacht der Welt, deren Sristonz als Ratton tätlich von der Beherrschung der See abhängt. willens sind, unsere Floltenstärke zu beschränken, es anderen Mächten nicht gestattet sein darf, neue Maschinen ober Werkzeuge für Luft- ober U n t c r f eea n g r t f f c zu lauen, die unsere Opfer nichtig machen könnten und die, well entfernt davon, uns in der stolzen Lage derer zu belassen, die ein Beispiel gaben, uns tn der gefährlichen Lage lassen können, bah wir uns einer unverhültnismählgen Desahr auSsetztrn.
Lord Curzon erklärte weiter, die bargetegten Punkte seien die einzigen Vorftchtsmahnahmen und Bedingungen, die er an die Washingtoner Verhandlungen zu knüpfen wünsche. Gr betonte ft bann das Bedürfnis internationaler oufam- menarbtU zur Wiedererlangung des Friedens unb führte aus. In Washington wurde ein Fortschritt erzielt durch gemeinsame Beratung und gemeinschaftliches Vorgehen, ein Fortschritt, der zu seiner Verwirklichung Jahre erfordert Hütte, wäre er der Initiative einer einzelnen Macht überlassen worden, die aus sich selbst hera>ls handelte. Ich Möchte diese goldene Methode gern überall dort anwmden, wo wir den Frieden in Europa wieder herzustellen wünschen. Das kann nicht dadurch erreicht werden, bah man den Zauberstab schwingt, sondern lediglich durch die Methode, die ich beschrieben habe. 2lur durch gemeinsames Vorgehen wurde die ober- schlesische Frage, die von neuem Europa in einen Krieg zu verwickeln drohte, in den Bereich a u S- ftchtsvoller Lösung gerückt. Hur durch gemeinsames Vorgehen legte Italien in der Frage der Adria seine Dchwicrigkeite.i zu beit Nachbarstaaten bei Rur durch gemeinsames Vorgehen kann Deutschland dazu gebracht werden, noc einmal, wie eS doch schließlich tun muh, seinen Play als friedliches Glied in der Gemeinschaft der Ola t ione n einzunehmen.
Vezngnehmend auf die türktsH-griechi- s ch en Feindseligkeiten erklärte Curzon, es sei viel richtiger, bah keine der Parteien gewinne und bah ein Friede zustande käme. Dies liege im Interesse beider Parteien und sei wichtig für Drohbritannten. England habe, trotzdem es gegen die Türken kämpfte, keinen dauernden Streit mit der mohammedanischen La'se. Wenn
man nur den Argwohn töten könne, der zwischen den Türken und Griechen
»werde man Ne überreden können, beide Platz im nahen Osten sei Diese Öffnungen könnten sich jedoch nur erfüllen, wenn man diese Frage anfasse mit einer gemeinsamen Politik, einem gemeinsamen Ziel und einem gemeinsamen Plan.
Lord Curzon richtete eine Warnung an Frankreich und erklärte, die einzige Gewähr für die Wiederherstellung des Weltfrieden» fei nicht die alle Idee von der glänzende.i Isolierung irgendeiner Macht, sondern die h.ti-monifche, fruchtbare Zusammenarbeit aller Mächte Der Friede werde niemals erzielt, wenn eine Macht veriuche. einer anderen zuvorzukommen und auf eigene Rechnung ein ilebereintommen abzuschlienen. Wenn Frankreich versuchen würde, ein? dosierte ober eigene Politik anzunehmen werde es auf die Dauer nicht Deutschland schaden SS würde ihm auch nicht gelingen, sich selbst zu schützen. Worin liegt die wirklich? Stärke und der wirkliche Schutz unsere- grohen Alliierten? Sie bestehen nicht In der Tapferkeit seiner Soldaten, wie grob sie auch ist. oder in der Stärke seiner Armeen, so mächtig sie auch find, sie bestehen nicht in dem unerschöpflichen Geiste 'eines Volles und auch nicht in der Gerechtigkeit seiner Sache, vielmehr bestehen sie in der Tatsache, bah daS Gewissen der Welt und die oerrtnig-cn physischen Ärähe der Welt — und unter die akl der groben Mächte Europas rechne ich auch die Vereinigten Staaten — nicht zulassen werden, bah im Herzen Europas ein: grobe gefährliche Wach: wieder erscheint, die immer mit dem Schwerte in der Schride raffelt und die eine immerwährende Bedrohung be* europäischen Friedens ist. Wir werden Deutschland nu- dann zu «inan friedlichen Mitglied des internationalen
europäischen Hofes machen wenn die groben Machte sich dazu verbinden, nicht bloh um die Durchführung des Vnnoages zu erzwingen, son. bem Klarheit darüber zu schaffen, bah keine Politik ber Vergeltung ober Lache von ihnen liebulbet wird, und bah sie Deutschland dazu ►elfen werden, feine Lolle zu spielen, vorausgesetzt, bah es Aufrichtigk.it unb guAn Glauben zu erkennen gibt.
Don der Washingtoner Konferenz.
Die ftrage der Abrüstung zu Lande.
Paris, 24. Rov. (WTB) De- Sonderte rfta :cr te- Havas-Agen ur in W- s i itt n benotet über die geurigen Verhandlungen betreffs Einschränkung der Landherr c und ber modernen .Kampfmittel noch folgendes: Im Fünserausschuf; fei eine gewisse Tendenz zutage getreten, die Frage ber Abrüstung zu Lande im einzelnen vorzunehmen und bis zu einem po'i'iven Ariionsplan durchzuarbeiten Tiefe Reigung habe sich befonbers gezeigt innerhalb der italienischen Delegation, die auS Inner- politischen Lücksichten unb wegen der 180 000 Wann starken jugoslawisch?» Armee, die Italien Besorgnis cinflbT.e, gewünscht hätte, bah eine Art Play über bie Einschränkung ber Rüstungen ausgearbeitet werde i wär', dem später, wenn die Umstände es erlaubten, auch Frankreich hätte beitreten sollen Ader dieses Verfahren hätte Frankreich indirekt im Lichte der einzigen curvpäischen Macht erscheinen lassen, die sich weigere, abzurusten. Deshalb habe eS Bria nb energisch bekämpft. Gr habe darauf hingewiesen. bah die Lage zum Beispiel Italiens sich mit der Frankreichs nicht vergleichen hasse, und der italienische Delegierte S cha n z e r habe anerke:men müssen, bau ^übslawten keine feindliche Macht sei, wie Deutschland. Auher- dem könne cs den beteiligten Mächten wie Süd- slawien. Rumänien, ber Tschochoslowalei unb Polen nicht zugemutet werden, sich von ber Konferenz mill Lrifche Sinschränkungckt aufetlegen zu lassen ohne bei den Beratung^» vertreten zu fein. Schlichlich seien bie Streitkräfte einzig unb allein bestimmt, feine Sicherheit zu gewährleisten. Der Berichterstatter spricht von g e w i s se n G i n- wenbungen beS kanadischen Vertreters Sir Robert Dorbon, die Briand mll dem Ermweis daraus beantwortet habe, bah die drei grohen Seemächte untereinander verbündet seien, während Frankreich stet- daS drohende OeutWanb zur Seite habe. Ds sei schliehlich beschlossen worden bah bie Frage ber Gssektiv- beständ? und des Kriegsmaterials nicht mehr auf dieser Konferenz erörtert werden solle.
Briand über die U Boote und (tzrostkampssriiifsr.
Paris. 24. Rov. (WTB.) Sine Rach- richtcnagentur verbreitet folgende Meldung auS Washtngton In seiner Erklärung im Fünferausschuh habe Briand in bezug auf die Unterseeboote ausgeführt. man wolle Frankreich da» Recht nehmen, die Unterseeboote zu verwenden, die es brauche, aber welche Aufnahme könne ein solcher Vorschlag finden, wenn andererseits eine einzige Ration 503 000 Tonnen Grohkampsschiffe verlange? Man habe sich auf den Grundsatz geeinigt, die Rüstungen tatsächlich einzuschränken. Die Grohkampf'chifse bienten aber keineswegs dazu, Angriffe abzuweisen. sie seien vielmehr Offensivwaffen, wobei Im voraus an Krieg gedacht werde, und die eine Aufforderung zum Äriei darstellen. Deshalb könnten nach der fl-anzölischen Ansicht alle Grohkampfschiffe in der gan’en Welt verschwinden, dagegen seien die Unterseeboote zu Defensiv zwecken bestimmt.
R e u t) o r f. 24. Rov. Hava». Der französische Ministerpräsident Briand ist, non Washington kommend, hier ein getroffen. Gr begab sich nach ber Columbia Universität, wo ihm das Diplom eine» Ehrendoktor« bet Rechte verliehen werden soll.
BriandS Abschirdsrcde.
Washington, 24. Rov. (Wolff.) HavaS. Am Schfah der tjeftrigen letzten von den fünf Drohmächten abgehaltenen Sitzung drückte 2 r i • an b sein Bedauern darüber aus, bah er gezwungen sei. bie Zusammenarbeit mit ben Mitgliedern ber Washingtoner Konferenz zu unter- drechen. Er betrachte eS als höchste Ehre leine» politischen Qtivn». tah er während einer ZeU den Arbeiten dieser Konferenz habe folgen tonnen und möchte noch einmal wiederholen, ton» er hn Laufe der letzten öffentlichen Sitzung aussprechen konnte, wie banttxir er seinen Kollegen für die Worte fei die die Konferenz für Frankreich geboten hätte Gs tei sicher, bah ber 2hi»- tausch ber freundschaftlichen 'Beratungen, ber vor ber ganzen Welt stattgefunden habe. Europa einen grrhen ©divtlt auf dem Wege zum Frieden wcitergedracht habe Die Konferenz habe in der Tat eine moralische Wirkung gehabt, ohne bie es schwer wäre, entscheidende Arbeit zu let- st en Riemand ckönne jetzt noch lagen, bah die Rüstungen Frankreich» Angriff »ndf chten v rber- gen würden. Offen gestanden habe e» Frank re ch fast nötig, bah diele Rote getroffen wu'de SS lei fo stark angegriffen worden und man habe ihm so viele Hrntergeda-cken unterschoben, bah man im Ausland« über leine wahren Absichten im Zweifel lein könne. Morgen — und da» ist einer der Gründe, warum er (Briand) nach Paris zurüÄehoen müsse — würde Regierung und Parlament in Frankreich an die Prüfung be» militärilchen Problem » herantv? en, wie es sich nach bem Kriege barst eklen muffe. Sie würden daran hevantreten mit dem Wunsche, zum
Höchst mah ber möglichen Verminderungen an den militärischen Lasten zu gelangen.
Wal hlngtvn, 24 Rov. (Wolff) Havas Der Abschiedsbesuch, den Briand dem Präsidenten H a r b i n g abstattete. bauer:e mehr als eine halbe ötunbe. Die Unterredung war — wie ber De. ichterstatier ber HavaS-Agernur bin- zusugt — sehr herzlich, fast freundschattlich
♦ Reuyork, 23 Rov. (Wolff., Funkspruch
Geitartttel ber ,Rew VvrWor 1 b - be- schäftigl sich mit ber französischen Polt- tlt gegenüber Deutschland, mit ber bie einsichtsvollen Amerikaner wenig sympathisierten und mtt der lde sich in offenem Gegensatz befänden. Da» Blatt betont bie Vereinigten Staaten hätten dazu bei getragen, die gegenwärtige Lage zu schassen, denn Frankreich sei berechtigt getocfc'-1, anzunehmen. bah bie Vereinigten Staaten in den TölNHninb eintreten tnüroen
LtinneS in Loudon.
ßonbon, 24. Rov (WTB) Wie die Blätter melden, wird amtlich in Abrede gestellt, bah irgenb ein Zusammentreffen zwischen Lloyd George unb St inne» vereinbart worden sei. StinneS reift heute nach Berlin zurück.
Ein Finanzbeschluh der französischen Kammer. Paris. 24. Rov. (WTB ) In der bcutlacn Kammerfiyung Hal nach Beendigung der Finanzdebatte das Ministerium eine Tagesordnung Isaac angenommen G» wird darin von ber Regierung verlangt, über die strikte Ausführung der Verpflichtungen Deutschland» zu wachen und alle notwendigen Mah- nahmen zur Dewae-rung ber Schuldrechte Frankreich» vorzunehmen, vom Lande fdneriel neue Steuern irgendwelcher Art zu verlangen, bevor nicht das gröhtmöglichste Ergebnis aller derer erzlell sei, die bereit» bestehen. Die Tagesordnung verlangt ferner, bah der Rotenumlauf nicht vermehrt, bah die öffentlichen Ausgaben auf daS Rotwendigste beschränkt, bah bie An-ahl der Beamten auf den Stand von 1914 zurückgesührt und bah alle Mahnnhmen getroffen werden, um bie wirtschaftliche Snrwlcklung Frankreich» unb einer Kolonien zu fördern. Schliehlich wird noch die Umgestaltung der Staat»mono- p o l e geforbert und der Regierung da» Vertrauen ausgesprochen Die Priorität bei Tagesordnung Isaac ist mit 350 gegen 197 Stimmen angenommen worden. Der fachliche Inhalt ber Tagesordnung wurde mit 347 gegen 183 Stimmen angenommen Mit 393 gegen 172 Stimmen wurde ber letzte Absatz ber Tagesordnung, ber eben Zusatz ablehnt, angenommen. Gs fte.jt nunmehr nur noch die Abstimmung über die Gesamt- tagesordnung aus.
Der Skandal im preußischen Landtag.
Berlin, 24. Rov. (Wolss.) Die gestern nachmittag begonnene Sitzung des preuhischcn Landtage» hat bi» heute früh ','»6 Uhr an- gedauert Die Obstruktion ber Komm 'nisten gegen die Wciterberatung ber Geschäftsordnung wurde durch 64 namentliche Abstimmungen niedergekämpft. Schließlich wurde die neue Geschäftsordnung un'er grohem Lärm ber Kommunisten endgültig angenommen. Im Laufe der Atzung kam cs ?u slürmischen Auftritten, wobei die Kommunisten den Präsidenten ßehrert mit Beschimpfungen über häuften, die ber Präsident unbeach'et lieh. Ein Komnrunist mari auf der rechten Seite des 5)aufe» eine Stinkoombe ab, die nicht erplodierle Während der Sitzung wurde mit Trillerpfeifen und auf HauSschlufrin ein betäubender Lärm veranstaltet. Gin kommunistischer Antrag, da» Rauchen zu gestatten. wurde abgelehnt Trotzdem wurde entgegen dem Einspruch de» Präsidenten von männlichen und w<i''Iichrn Äommuniften mit Rau- chen begonnen. Rach stürmischer Deschäftsorb- nungebebatte wurde bie nächste Sitzung auf nachmittag» 3 Uhr festgesetzt.
Die kommunistische Putschtaktik.
Der .Vorwärts" veröffenll'cht zwei Berichte. die während de» kommunistifchen März- aufftanbe» von ber Aufstanbölertung in Halle an die kommunistilche Zentrale in Berlin gerichtet worden find, und au» denen hervorgrht. bah die Kommunisten systematisch daraus hingearbeitet haben, durch Provokationen den Aufstand berbeizuführen In dem einen Berichte heiht es. bah die Stimmung unter den Arbeitern ’ebr schlecht sei, und bah es künstlicher Mittel bedürfe, um die Sache hochzubringen Dte Stimmung der Arbeiter müsse durch Verhaftungen kommunistischer Führer und durch Attentate gestützt werden In bem anbern Berichte beiht es. bie Sipo müsse zur Abwehr gereizt werden.
2tetSr ffangen wegen Deheimbündelei.
Karlsruhe. 24. Rov. (WTB.) Die „Frankfurter Zeitung" Iaht sick> aus Berlin melden: Wie dem ..Vorwärts" von unterrichteter Sette mitgcteilt wird, find in den letzten Tagen auf Veranlassung der badischen LandeSvolizeibehörden verswiedene Persönlichkeiten verhaftet worden, die einer rechtsstehenden Geheimorganisation
angehören. Die Verhaftungen sind wegen De- »eimdündelet erfolgt. Qläberc Ginzeiheiten Mirübcr liegen noch nicht vor.
Hierzu erfahren wir von zuständiaer Stelle, eS sind in den letzten Tagen durch badische Kriminalbeamte in verschiedenen deut- chen Städten Verhaftungen voraenommen worden, die tm Zusammenhänge stehen mit der Verfvlgung der im Anschiutz an die Ermordung 6^-dergers aufgedeckten D^heim- organisalion. In Baden sind Verhaftungen in dieser Angelegenheit nicht erfolgt
Berlin, 24. Rov. (Dolfs.) Rach einer Mitteilung de» Polizeipräsidium» nahm dieses vorgestern 7 Personen, meist frühere Offiziere und ehemalige Angehörige der । weiten Marinebrigade Shthardt est. Sie stehen unter dem Verdacht der De- feimbündelei bzw. Begünstigung der Mörder Grzberaers, jedoch hat der In Berlin weilend« badische Untersuchungsrichter nur die Verhaftung eines Feftgenommenen aufrechterhallen.
Die Auflösung angeblicher Militärvcrbänd«.
D e r l i n, 24 Rov Amtlich Die Reichs» regierung sprach aus Grund des Gesetzes vorn 22 März bie Auslösung ber Otganl- atlonen Rohbach, Hubertus, 2 ulock, Heydebrock unb Oberlanb aus Pie Auslösung war von ber Interalliierten Militärkon- trvllkommission aus Drunb des Ultimatum» vom 5 Mai wlederbolt unb in»besonbere burch bie Roten vom 9 unb 28. September unb vom 12. Rovemder ausbrücklich verlangt worben. Die Reichsregieruna muhte ber Forderung emtlprechen. wenn der Rachwei» erbracht wurde, bub diese Verbände nach ihrer Tätigkeit unter da» Gesetz vorn 22 März in Verbinbung mit bem Ultimatum fallen Die Erhebung, insbesondere die Berichte Der letzten Wochen, erbrachten diesen Rachwei» E» steht nunmehr insbesondere fefL bah bieje Derbänbö, wenn sie auch zum Teil gleichzeitig wirtschaftliche<Zwcckc versolaen, militärisch gegliebert sink», unb ban Ihre Be- sehlsgewalt nach Art militärischer Vorschriften geregelt ist. Die Verbänb« erstrecken sich sowohl allein, wie in Verbinbung mitetnanber über grobe Telle be» Reiches Die Reich-regierung war auf Grund be» von ihr angenommenen Ultimatums verpflichtet, bie Auflösung ber Verbünbe auszusprechen Die Auslosung trifft auch alle an Stelle ber aufgelösten Organisationen etwa gebilbeten Verdänbe. bie sich als beten Fortsetzung barstellen. Soweit clnttxxnbfrtie winschastliche Tendenzen von A.beitSgemeinschasien burch bte Auslösung betroffen werben, leitete bie ReichStegie- rung befonbere Mahnahmen ein. bie aber an ber Dollftänbiaen Auslösung ber obengenannten Der- bände nichts ändern.
Verbot der „Täglichen Rundschau".
2 e r l i n . 25 Rov Die .T ä g l i ch e R u n d- schau" ist vom pteubischen Minister des Innern ®?gen eine» Artikel», ber die Politik des R e l ch »- kanzlerS in schärfster Weise anqreitl. aus drei Tage verboten worben Per Verleger des DlatteS hat gegen das Verbot Einspruch erhoben.
Diplomatische Schritte der Reichsreyierung gegen den ungarischen Reichsverweser.
Berlin. 24. Rov. (Wolss.) Die deutsche Regierung hat wegen de» Telegramms be» ungarischen ReichSverwefer» H o r t b tz an ben Prin- jen Rupprecht von Bavern. in welchem dieser ben Prinzen als »Seine Majestät König Rupprecht" anrebete, biplomatische Schrllte tn Budapest unternommen.
Die deutsch-polnischen Verhandlungen.
Dens. 25. Rov. (WTB ) Die drutsch- polnische Konserenz hielt nachmittag» eine sehr hange Sitzung ab. Die über vier Stunden dauerte. Die B«atunyen werden am Freitag fortgesetzt werden 2lm Schlüsse der heutigen 2er- hanblungen wurde folgende amlliche Mitteilung ausgeqeben: 3m Laufe ber Sitzung gelangten bet Präsibent unb bie beiden Abordnungen au einer völligen Einigung übet da» Dethandlungsveriah- ren Der Konferenz Das Sekretariat be» Präsidenten würbe beauftragt, den endgültigen Tert zu rebigieren Die Sitzung führte zunächst zu einer Dmeralbebatte über bie mahfe'«'ben grohen Gesichtspunkte. Der beutfche Bevollmäch igte. Reichsminister a D. Schiffet, gab in einer längeren Rede bie Richtlinien ber beutschen 2 ffaffunq wieder. tote» vornehmlich auf die oberichlefifche Eigenart hin und betonte, bah es notwendig fri. sich nicht nur auf Me finanziellen unb wirt!chaGlichen Fragen einzustellen, fonbern auch den geistigen ®e- llchtevunkten Rechnung zu tragen Richt mir materiell. sondern auch leelilch müfie da» Volk befriedigt werden. Die moderne Auffassung, welche bie Berücksichtigung ber Seele des Arbeiter» fotbere. könne nicb* anher acht gelassen werben. Ober- fchlriüen» Gedeihen beruhe atohenteil» auf geistigen Grundlagen Rach bei allgemeinen Austp ache erörterte die Konferenz die Grundlinien de» Ar- beitSpUme». bte in ber morgigen Si'ung enbgül- tige Form erhalten sollen. Die Verteilung bef 2rbeit»ftoffe» im Sinne ber Rot? ist nunmehr Geschloffen. Man nimmt an. tah bie UnterfonnniffIonen am 9 Dezember ihre 2rbeiten beginnen werden. Die OrUftage ist noch nicht vollftändig gellärt.


