Unterhaltung. Erhebung Belehrung
I Deutschland begrüßt werden als ein weiterer, | vornehmlich in ethischer und ästhetischer Be-
Vorbedacht so mancher Brüller sagen!
mit
H, hauptsächlich
der
ziehung nicht hoch genug zu bewertender Bun- DeSgenoffe im Kampf gegen die Mielkaserne und für die weiträumige Ansiedlung des künftigen Zuwachses der Großstadtbevölkeruug.
grenzen, sind auf der neutralen spannungslvsen) Zone gezogen, zungsstrich ist 0,008 Millimeter
Das links und rechts von Bäumen eingefaßt: Indes sich an den lieben Ruhegast Zu Füßen schmiegte sanft uni) teppichweich Das gottgesegnet üpp'ge Wiesenreich. Sie mußte mich schon längst, die gute Frau. Erblicket haben: denn ich sah genau An chrer Mienen lieben Anteilnahm', Daß ich zu ihr nicht unerwartet kam. Erschöpft von all den Herzensbitternissen Sank ich der lieben guten Frau zu Füßen, ilnb weinte heiße Tränen, schwer und groß, ilnb barg voll Weh mein Haupt an ihrem Schoß. Da zog sie voller Liebe sacht an sich Den niüden Wanderer und küßte mich.
Uni) zeigte mir. wie Gras und Kräuter sprießten, ilnb wie bie lieben Blumen buftig grüßten, ilnb wie bie Döglein froh im Svnnenprangen So muntre, helle, liebe Lieber sangen!
Dann sprach sie nicht mehr — bah bie heil'ge Sttlle Mein wallenb Herz in süße Ruhe hülle. Sie sah gar oft voll stiller Herzenssorgen Mir in bie Augen, ob kein Schmerz, verborgen. Darin zu lesen unb zu linbern wär'. Ich aber blickte scheu unb bang umher, Ob ich nicht bie gewohnten Steine sähe: Es war kein Stein in ihrer trauten Nähe! Rur Liebe, Liebe, überreichlich schier! ilnb wer bie Frau war. wüßtet gerne ihr? Es war bie treubesorgte gute Mutter!
Kleine Fabeln und sonstige Phantasien, in denen der Verfasser nicht mit Humor und Satire spart, bieten eine unterhaltsame und erfreuende Lektüre; ein besonders gelungener Beitrag scheint uns das nachfolgende Gedicht „Der Löwe", zu sein, das zu zeitgemäß klingt und gewisse, hochpolitische Situationen der Gegenwart zu schlagend illustriert, als daß wir es nicht hierher setzen sollten:
Der Lowe.
(b. h. biegungs- Ieder Begren- breit. Das ilr-
Die Damentasche und ihre Geschichte.
Zu ben unentbehrlichsten Gegenständen
Dame von heute gehört die Tasche, aber nicht die im Kleid, sondern die Handtasche, in die sie all ihre Dachen und Sächelchen gepackt hat unb von bei? sie sich nicht trennt. Die Mode versucht immer wieder, die nun bereits so lange währenbe Herrschaft dieser selbständigen Tasche zu vernichten, indem sie Taschen an den Kleidern anbringt, aber die Tasche ist nun einmal in der Damentoilette verpönt: sie zerstört, sobald sie offen als Tasche auftritt, die einheilliche Silhouette des heutigen Stils, und wenn man ste wieder irgendwo im Berbvrgenen versteckt, dann ist sie unpraktischer als die Handtasche, die die Dame zwar vielfach verlegt oder gar liegen läßt, zu der sie doch aber wenigstens, wenn sie sie hat, gleich zu tarn. Die Handtasche hat stets ihre Blüte ge- häbt, wenn die Kleibertasche aus der Mode verschwand. unb umgekehrt. Das Altertum kannte zwar bie Tasche in unferm Sinne überhaupt nicht; die altgriechische Darnenrnobe aber hals 'sich in derselben Weise, wie es auch heute wieder geschieht, indem die Schönen von Athen ihre Briefe, ihr Geld, ihre Schminkedöschen usw. im Gürtel oder in der Brust tasche trugen. Erst im Mittel- aller ist die Tasche als selbständige Erscheinung in die Darnenrnobe eingeführt worden, und zwar eine Einrichtung, die zunächst ganz anderen Zwecken gedient hatte, in das Bereich der Frauen-
Das Metermaß.
Bon der Erwägung ausgehend, daß daS Längenmaß eine zu jeder Zeit herstellbare, genau definierte Länge sein müsse, hatte im Jahre 1791 die französische Nationalversammlung den vierzigmillionsten Teil des durch die Pariser Sternwarte gehenden Meridians als Längeneinheit gewählt und die beiden Gelehrten Mechain und Delambre
Neue deutsche Poefie.
Im Leipziger Verlag von Otto Hillmann hat Julius Dichter, dessen Rame in der -lettischen Literatur ziemlich unbekannt ist, ein Buch erscheinen lassen, das er etwas an- pruchsvoll „Deutsche Lyrik" nennt. Es handelt sich nicht durchweg um lyrische Gedichte, sondern zum großen Tell auch um epische, und des Verfassers Lyrik, die sich in mannigfaltigen Anklängen an alten Besitz innerer Literatur anschließt, ist nicht gerade überagend. Es verrät sich dagegen in seiner Prv- )uktion ein durchaus über dem Durchschnitt tehendes, künstlerisches Können in Schöpfungen von wirklich deutscher Gemütstiefe, Ra- türlichkett und Einfalt. Am besten gefallen uns gerade die erzählenden Gedichte. Das olgende, das er „Traumbild" nennt, esselt durch Tiefe und Innigkeit seines Ge- »ankenS und eine frische Geläufigkeit in der Form:
Gin wilder Löwe, stolz auf seinen Löwen, chritt einst mit mächtig hochgewölbtem Schweife, damit man seine Majestät begreife.
durch einer Wüste tiefe Totenstille. Da fiel ihm ein, durch grollendes Gebrülle in dieses Friedens stillen Regionen sein eignes Ich gehörig zu betonen.
Er tat es dröhnend unb sein Auge rollte, als ob er mit ber Wüste raufen wollte. Dann gab er sich noch eine wichtige Rote unb rieb sich seinen Schnurrbart an ber Pfote. Run zog er hoch sein Haupt, bas klangberauschte, und spähte grimmig rings umher unb lauschte. — Ein wenig Wüstenstaub, der tanzte lose, verscheuchet durch ber Rüstern Ausgestoße, ein Äiftchen, durch des Brüllens Wuchtverschwen- fdung erschreckt, tat eilig eine Rückwärtswendung. das war des wilden Brusttons ganze Wirkung! So leer und ruhig war rings die Dezirkung der sandbedeckten sanften Wüstengründe: kein Gegner war. ber Red' und Antwort stünde^ unb still unb friedlich war es überall so!---
Da ging ber Löwe dran sich hinzuducken, unb meinte mit verlegnem Achselzucken ernüchtert unb verbüßt: „Was brüll' ich also?"
Das sollte weise sich in unfern Tagen
mit ber Messung bes Meridians beauftragt, die diese mit den damals besten Hilfsmitteln ausführten: gemessen wurde der Dogen zwischen Dünkirchen unb Monjuich bei Barcelona. Auf Grunb ber hierbei gefunbenen Zahlen wurde ein „Prvto- thpmeter" hergestellt, das aus einer Legierung von 90 Prozent Platin und 10 Prozent Iridium besteht, so fest wie Stahl ist Und dabei hinsichtlich der Länge Temperatureinflüssen fast vollständig widersteht: der zwei Zentimeter hohe Querschnitt des Stabes ist nicht etwa ein Rechteck, sondern er hat ungefähr bie Form eines
Traumbild.
Es wirft ber Mensch so gern auf Andre Steine. — ilnb ob ihr mir entgegnet auch entrüstet Daß ihr von euch bas nicht zu sagen wüßtet, Glaubt mir, hierin tut jebermann das Seine.
In leisem Hoffnungsstrahl, bem stilgerechten, Daß sie ben Menschen einmal mangeln möchten. Hat Gott bie Steine, bie bie Menschenhänbe Geschleudert, menschenfern, am Welten en de An einer Straße, Höllenweg verlottert. Mit vieler Mühe sammelnd aufgeschottert.
Rur Menschenliebe, gottverschwenb'risch sorgend. Könnt', zu dem edlen Werk die Hände borgend, Dies unfern Herrn für uns botih ringen lasten. Er dachte wohl in schönem Traumerfasten, Daß steinentblößt bie Menschen frieblich lebten ilnb Hand in Hand durchs frohe Leben strebten. O schöner Traum, von Gott dem Herrn geträumt, Don einem golbnen Heiligenschein umsäumt, Entflammenb von ben Himmels Paradiesen, Muht du vor Menschen in ein Nichts zerfließen! Wohl finden sie auf ihrer Lebensstrecke Oft keinen Stein für ihre bösen Zwecke. Doch listig in gotthintergeh'nben Dingen, Woll'n sie sich der Gedanken Tat erzwingen, ilnb ftreu'n sich in bie Augen kampf verheißend Der Falschheit Danbesmenge. rauh unb beißend, Sv bah kein Mensch vom andern Menschen sieht, Dah dieser sich um Steine erst bemüht.
Dis bann bie Augen wieder klar unb Helle, Sind längst zum Kampf bie Steine schon zur Stelle.
Zu dieser Straß' voll wilder SteineSformen, Den stummen Zeugen ber Gefinnungsnormen Der Menschenherzen, ach, in bösen Tagen. Hat mich ein Traum, ein schlimmer, hingetragen. Unsäglich ob unb traurig war bie ©trabe ;
Kein Daum, kein Sttauch kein lleblich Vogel- plappern!
Rur Schritt für Schritt ein triumphierend Klappern
deshalb, um ben Stab gegen Biegungen zu schützen. Die Striche, welche bie Meterftrecke be-
meter wirb im Pavillon be Dreteuil auf ber Höhe von St. Cloub in ber Rähe von S4vres bei Paris aufbewahrt. Kopien bavon aus bemfeEben Material sind an bie einzelnen Kulturstaaten verteilt worben, wo sie als Rormale ber Längeneinheit bienen; in Deutschland (Eharlottenburg) befindet sich bie Rormale Rr. 18. Später ausgeführte, genauere Meribianmessungen haben bas einmal eingeführte Urmeter nicht zu Verbrängen vermocht. Der Vergleich eines zu prüfenden Längenmahstabs mit bem internationalen läßt sich heutzutage mit einer Genauigkeit von 3 Zehntausenbstel Millimetern unb noch genauer burchführen, eine erstaunliche Leistung ber mobernen Bergleichsmethoden. — Da man in ben Wellenlängen ber Ächt strahlen noch viel konstantere Längen besitzt, als in ben Meribianlängen, hat man neuerbings auch das Urmeter in Wellenlängen ausgewertet; bie Messungen hierzu sinb äußerst subtil, unb sie haben im Auge, ben materiellen Maßstab eines Tages zu Verbrängen unb qji feine Stelle eine bestimmte Lichtwellenlänge als normales Längenmaß zu sehen.
Denn als bie Steine mich, ben Menschen, sahen. Da würben sie an ihren Zweck, ben nahen, Boll Kampfeslust erinnert, unb sie schauten Sich um nach Menschenhänden, altvertrauten, Die ste an diesen stillverschwieg'nen Stätten Gar wohl geübt auf mich geworfen hätten. Doch da ich mich allein am Platz befand, Blieb alles still, es regt’ sich keine Hand. — Da lagen ste in tückischem Vereine Geductt und stumm am Boden, diese Steine. Verändert nur durch Menschensinnerwerbung: Ein Steingesicht, das zeigte gelbe Färbung; Es war aus Reid geschleudert hergekvmmen, -Uni) hatte dessen Farbe angenommen. Indes ein andres, sonsten wangenblaffeS, Gezeichnet mit der Röte war des Haffes.
Da sah ich plötzlich in ber Steinewildnis Am Straßenrand ein schattenhaftes Bildnis Bon scharfgezeichnet menschlichen Konturen Sich lösen aus verschwommnen Rebeffpuren. Fest wie ein Standbild hielt es Wache, spähend. Änd ich gewahrt', an ihm vorübergehend, Ein wohlbekanntes Menfchenanllitz, Dem ich im Leben Feind. In schlimmem Wahnwitz, Daß schnell des Schattens Händ' nach Steinen faßten Zum Wurfe, wollt' ich eilig weiterhasten. Doch nichts von dem! In edler ernster Güte Blickt' er mich an; ich sah, daß et sich mühte Mit vorwurfsvoll versöhnlichen Gebärden Bon mir als wohlgesinnt erkannt zu werben. Beschämt ob meiner Menschenwihverirrung War ich zu ihm in zagender Verwirrung Mit ausgestreckter Rechte hingeschritten Mm herzlich mir Verzeihung zu erbitten. Doch da zerfloß mit leisem Geister hauche Der Schatten unb verschwand im Rebelrauche. Aus einmal grinsten drohender und wilder Allüb'rall geisterhafte Schattenbilder Mich höhnisch an, hvchaufgerecket lauernd. Dann blitzessc^tell am Boden niederkauernd, Mit häßlich tollen Fratzen nach mir schielmd, Voll wilder Wollust im Gesteine wühlend. Hab' ich so viele Feinde? Ich erschrak.
Wen schlug ich je, daß grimmer Widerschlag Mich droh'nd auf meinem Lebensweg umlauert? Von nie gekanntem tiefen Weh durchschauert Wankt' ich vorbei! — Doch wie ich weiterirre. Versiert allmählich sich das Steingewirre, Die Steine werben kleiner, werben minber, Auch seltener bie bösen Steinesinber Mnb Steinauffpeichrer. Wie ein irr'nber Tor Lugt hie unb da ein Grashalm selbst hervor. — Da sah mein Liebchen, schau, ertappt ich grüßen. Es hatte Heine Kieselchen zu Wißen.
Mit denen es zum Schein ganz harmlos spielte. Doch auch zuweil'n recht tapfer nach mir zielte! Mein Lieb — da ward das Herz mir bitterschwer, Mein eignes Lieb sah zielend nach mir her!
Rasch eilt' ich weiter ernst unb grambefangen Die Straß' zu Enb' in Einsamkeitsverlangen!
Die Entstehung der Gartenstädte.''
Der Rame Gartenstadt gehört zu jenen Worten, die schon durch chren Klang einen Zauber auf uns ausüben; das unserer Zeit eigentümliche Sehnen nach der Natur und nach besseren Wohnverhältnissen drückt sich in ihm aus.
Die Anfänge der deutschen Gartenstadtbewegung stehen im engsten Zusammenhang mit der englischen. Zwar hat bereits im Jahre 1896 der Deutsche Theodor Friffch in seiner Schrift: „Die Stadt der Zukunft" die Ziele der deutschen Gartenstadtbewegung größtenteils gezeichnet. Es wird darin der planmäßige Aufbau von Städten nach einem System gelehrt, das mit den gesundheitlichen und schön- hettlichen Interessen auch allerlei praktische und technische Vortelle verbindet. Die eigentliche Stadt ist in Zonen gegliedert, deren jede einzelne bestimmten wirtschaftlichen Aufgaben dient; vor allem aber sind über das Ganze Gärten und Parks reichlich verteilt, so daß den
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Berli rische suchte heute Leuten ui 2nschliehen! Mischen bei Tragen, ufa Mejerorbi 29. August ZeDerhan! Minister des Wer bes . Me ber ' M <NteTTQt I irischen i
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Mode ber bamaligen Zeit bietet, finben wir bie Damentasche erwähnt als „em länglich runber, aus Brokat, Samt, Plüsch, Damast ober anbcrem Zeuge genähter, unb an einen silbernen ober stählernen Bügel gehefteter Beutel, ben bas Frauenzimmer vermöge bes daran befindlichen Hakens oder Ringes von vornher an bie Hüften zu bangen unb ihr Ausgabegell) darinnen zu verwahren pfleget. Sie werben insgemein unten am Enbe mit allerhand goldenen ober silbernen Quast lein ober E-ro^eln gezieret." Die malerische Wirkung, bie bie Tasche im Damenkostüm hatte, badurch baß sie an ben Rock gehängt würbe, ging ihr freilich Breits mit bem Pornpabour verloren; Ile löste ich nun erst völlig von bem Kleid los unb begann ein Eigenbasein zu führen. In ben engen Röcken
Empire, bie sich glatt unb hemdartig um ben Körper legten, war für Taschen überhaupt kein Platz mehr. Zunächst ließen sich bie Schönen ber Direktoirezeit Taschentuch unb Portemonnaie von einer Dienerin nachtragen. Aber ba man bie Die- neröi nicht immer zur Hanb unb überhaupt nicht immer eine Dienerin hatte, so entstaub ein neuer Luxus in Damentaschen, bie im antiken Geschmack nach ben altrömischen reticulae ober Jagdtaschen zunächst „reticule“ genannt wurden. Dies römische Wort aber lag dem französischen „rebicule" 8u nahe, als daß man es nicht bald verwechselt hätte, unb obgleich die Täschchen zunächst nichts Lächerliches an sich hatten, erhielten sie doch überall ben Namen Rebicule, ben sie sich bann durch groteske Verzierungen mit langen Schnüren usw. verbleuten. Neben ber Tasche war ein großer Beutel beliebt, ber nach bem altgriechischen „ba- lautions" die Bezeichnung „Balautine" empfing. Mit bem Bieberneier enbete bie Mode der taschenlosen Kleiber, unb nun verschwand auch die Damentasche, bie erst im 20. Jahrhundert wieder Sur tyrannischen Herrschaft im Modereich gelangt ist.
Wo stand die Donar-Eiche?
Die berühmte Donar-Eiche, die ber heilige Bonifatius im Kampfe gegen bas Heidentum fällte, unb bie so ben Sieg bes Christentums be- grünbete, ist in letzter Zeit Gegenstanb wissenschaftlicher ©treitigfeiten gewesen. Professor Schäfer wollte ihren Standort nicht, wie bisher allgemein angenommen, nach bem Dörfchen Geismar bei Fritzlar, fonbem nach Hofgeismar zwischen Kassel unb Warburg im ehemaligen sächsischen Grenzlanbe verlegen. Nunmehr aber hat, wie in ben „Heimatblättern ber Roten Erde" berichtet wird, Dechant Iestätt vom Dom zu Fritzlar eine große Fülle von Material zusammengebracht, wonach die Donar-Eiche für das Geismar bei Fritzlar gerettet wird. Bonifatius konnte die große Tat nur in Kranken vvllführen, wo er zahlreiche germanische Christen hinter sich hatte: auch bie Wegever hältniffe im 8. Iahrhunbert sprechen für biefe Auffassung. Iestätt glaubt sogar ben genauen Ort festgestellt zu haben, auf bem bie Eiche staub, unb zwar soll er sich auf bem Iohaunes- kirchhof befinben, einem steilen Walbberge zwischen ben kleinen Flüßchen Elbe unb Sdder. Aus biefer schwer zugänglichen Höhe befinben sich noch bie Grundmauern einer alten Kapelle. In der Gegend um Fritzlar herum gab es außerordentlich viele altgermanische Heiligtümer; fast jede Höhe war eine Stätte des Götterkults. Dafür liefern noch heute die zahlreichen Hünengräber ben besten Beweis. Hier also, mitten im Zentrum ber germanischen Götterverehruug. muß es gewesen fein, wo Bonifatius bas weltgeschichtliche Wagnis unternahm, bie Eiche des Donar zu fällen unb ein Kirchlein zu Ehren des heiligen Petrus an ihrer Stelle zu erbauen.
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bung von M befolgt m all [eine eigenen Sinsthrsrechei welchem Grad Daren nach o mag die nachl in Frankreich sLtze zeigen:
Segenstand Dägel . ■ Hufnägel . ■ Srahtnägel . Schrauben.
Abgesehen artigen Handh Reparation un steht auch noch Mommen zu Mm Gesicht Mellen. einen steten,' ten Dellmai Großväter slim Inneren Dabei werd auch in h beträchtliche Seite finöei gleich für toi wirtschaftliche DoÜMrftchaf im Mwerle' Dauer leine ' andere hanl gung ein unc zu fördern, andere unser« ziehet unter l Marktes leide klar sein, daß unserer Wirts ju vermeiden geworden und den von ber i ist. unb bah i ben unb 1t schnüren unb einschnüren t
gesundheitlichen Ansprüchen voll Genüge geleistet wird. Aber erst daS zwei Jahre später erschienene Buch des Engländers Howard: „Garten EitieS of To^morrow" lGartenftädte in Sicht) gab den Anstoß für die praktische Gartenstadtbewegung, wobei die Entwicklung der englischen Wohnkultur der Gartenstadt einen günstigeren Boden berettet hatte als in Deutschland. Der Verfasser legte überzeugend dar, daß vernünftige Wohnverhältnisse für die weniger bemittelten Klassen nur auf zwei Grundlagen geschaffen werden könnten: einer gesunden Bodenreform und einer planmäßigen, allen Verkehrs- und Detriebsverhältnis- sen Rechnung tragenden Anlage. DaS Problem der Gartenstadt ist 'also gleichzeitig eine bodenreformerische und eine städtebauliche Frage. Howards Buch wirkte in England so stark, dah sich bald eine Gesellschaft bildete, die dessen Gedanken in die Tat umzusetzen begann. Es entstand die Gartenstadt Letch- worth, die heute bereits eine ansehnliche Ausdehnung gewonnen hat. Weitere Gartenstädte, so vor allem die Gartenstadt Hcnnp- stead bei London, sind in raschem Aufblühen begriffen. Die anmutigen Anlagen verfehlten nicht, auf den in England Reisenden ihren bestrickenden Reiz auszuüben. Besonders überraschten die innige Verbindung zwischen Natur und Menschenwerk und die gute Architektur der Häuser. Diese war allerdings nur möglich infolge der jahrzehntelangen Tradition in gutem Hausbau, druch den sich England von anderen Ländern unterscheidet. Schon vor Gründung der Gartenstädte waren reizende Arbeiterfiedelungen in Port Sunlight und Bournville entstanden, welche durch ihr Bekanntwerden m Deutschland auch unseren Kleinhausbau cmfs glücklichste beeinflußt haben.
Den Gedanken der Gartenstadt in Deutschland zu verbreiten, hat sich vor allem Die im Jahre 1902 gegründete Deutsche Garteststadtgesellschaft zur Aufgabe gemacht, die durch literarische Propaganda in der eindringlichsten Weise für ihn einftitt. Die Ge- Dllschaft verfolgte ursprünglich das Ziel, der Aebervölkerung der bestehenden Städte durch Gründung in sich abgeschlossener Siedelungen auf wohlfeilem Gelände, das zur Verhinderung jeder Bodenspekulation dauernd im ObÄeigentum der Gemeinschaft erhallen wird, entgegenzuwirken. Sie bezweckte also eine De- zentralisation der in den Großstädten mit übermäßiger Grundrente, mit Produktionsund TranSpvrffchwierigkeiten belasteten Industrie, sowie ihre gleichmäßige Verteilung auf daS Platte Land, daneben aber die Sicherung eines großen Teils des zu erschließenden GeLndeS für den Garten- und Ackerbau. Die- .ser Gedanke leidet jedoch an manchen Schwächen. Ganz neue Orte zu gründen und in die Höhe zu bringen, stößt auf sehr große Schwierigkeiten. Seine Verwirklichung ist auch vor allem in unseren hochkultivierten, dichtbevölkerten und industriereichen Gegenden kaum >ein Bedürfnis, es sei denn, dah es sich um eine neu entstehende Hoffenanlage, wie Rheinau bei Mannheim, um Wasserkraftwerke wie Ba- disch-Rheinfelden usw. handele. Aber auch hier wird die Anlehnung an eine bestehende Siedelung das wirtschaftsich Vorteilhaftere sein. Es hat sich Wohl aus diesen Gründen auch die Deutsche Gartenstadtgesellschaft im Laufe der Zeit zu der Ansicht durchgerungen, dah in Deutschland der Gartenstadtgedanke nur in der besonderen Form der von einem bestehenden Gemeinwesen politisch und wirtschaftlich abhängigen Gartenvorstadt zu verwirklichen sei. In dieser Gestalt ist denn auch die zeitlich früheste Gartenstadt Rüppurr bei Karlsruhe zur Ausführung gelangt. Ein zweites Beispiel ist die von einer lokalen Genossenschaft unter tiefeingreifender Mitwirkung der [Stadt Sttahburg i. E. geschaffene Gartenvorstadt. Stvckfeld Auch die Gartenvorstädte Nürnberg und Hellerau (bei Dresden) gehören zum wirtschaftlichen Bannkreis der benachbarten Großstädte.
Mit dieser Einschränkung kann die praktische Betätigung der Gartenstadtbewegung in
Da sah, bestrahtt von frohen Sonnenbsitzen, Ich eine Frau auf einem Bänkchen sitzen.
•) Aus bem soeben erschienenen Buche „(Stabte- baukunst" von ßtabtbaurat unb Beigeordneten Dipl.-Ing. Hermann Chlgotz. An Hanb zahlreicher Abbildungen unb Pläne wirb hier auch für jeben Laien verständlich bas ganze Problem des Städtebaus unb Sieblungswesens von historischer, vvlkswirtschasllicher, hygienischer, verwaltungstechnischer unb gesetzgeberischer Seite her behandelt. (Wissenschaft unb DiDung, Banb 160, Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.)
Heibung gezogen. Die Dettelmönche Wanbelten mit Taschen herum, in benen sie die ihnen gespen- beten Almosen nach bem Kloster brachten, unb diese geräumigen unb groben Almosentafchen bienten nun ben Damen in zierlich koketter Umformung für ihre Zwecke. Diese ersten Damentaschen, bie jog. aumönUreß, waren in Gold unb Seide gestickt, unb als bie Ritter auf ihren Kreuzzügen bann die im Orient bereits übliche Form ber Tasche kennen lernten, brachten sie ihren Damen kösl siche Täschchen in türkischem Geschmack mit, bie mit zierlichen Kettchen an ben Gürtelhat en ber gotischen Kleidung befestigt unb von ben Damen zum Schmuck beim Kirchgang getragen wurden. Allmählich gehört bie Tasche notwendig zur Erscheinung ber mittelalterlichen Frau im Hause; außerhalb der Wohnung trug sie Ziertaschen, aber viel seltener; doch sind sogar Königinnen auf Ihren Grabsteinen in großer Toilette mit solchen Ziertaschen abgeb übet. Die Taschen, bie aus Leber ober gewebtem Stoß mit gepreßter ober gestickter Arbeit bestand, hing an einem langen Riemen vom Gürtel herab, unb besonders wurden hier die Schlüssel, dieses Ehrenzeichen der Hausfrau, bewahrt, so daß bie Tasche selbst zu einem Hausfrauensymbol wurde. Diese Stimmung des Hausmütterlich-Sittigen haftet auch ber log. Gretchentasche der deutschen Renaissance an, die an langer Kette ober seidener Schnur über dem malerisch gerafften Obertleib angebracht wurde.
Die Tasche hat im Mittelalter in ber Toilette ber Frau eine große Rolle gespielt; Dichtung, Geschichte unb Sage gebenfen ihrer immer wieder. Don ber Tasche, in ber die Hexen des Märchens I ihre Zaubereien verbergen, bis zu ber Tasche bet ' altsranzösischen Königin Wargo tt. bte darin
2ffche von ben Herzen chrer verschiedenen Gelieb» I ten bewahrt haben soll, begegnen wir diesem ©egenftanb immer wieder im Frauenleben ber Vergangenheit. Im Rokoko, in bem ber straff gespannte Reifrock mit seiner reichen Verzierung das Anbringen einer Rocktasche besonders schwierig machte, kamen Riesentaschen auf. bie nach ber Pornpabour, ber angeblichen ©rfinberin dieser weiten Utensilien, ihren Namen erhielten. In bem „ Frauenzirnmerlexikon" bes Amaranies von 1715, das einen so erschöpfenden lleberblick über die


