Ausgabe 
24.6.1921
 
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Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)

N. H5

Zrettag, 2}. Juni 1921

begrübe ich. Herr Osann bat dem inanemmiftn ren Zwangsarbeit. den Somnm gemacht, daß fein Sriutu itbarai scher Soldat, bei

Ein amerik ani

der bei Kelsterbach einen

rS die zweite Lesung ie 9taibramg des ®

Georg ®i e b

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Sicherung noch nicht gedacht sschuß ivertw Z?it haben, sich rage zu beschäftigen.

mit der Jnvalidenve'

die nächste

Vor-

Schluß 6.15 Uhr.

nttif)

g, nxnn ich nein Außerdem waren wir ja faktisch betaratt, abavdt

Herrn Collins Abenteuer

Roman von Frank Heller.

(tRadjbnirf verboten.)

41. Fortsetzung

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des ®e|ctp erlitt

Krüger und Ludwig Schmidt tn en

hessische üoltsfammer

Fortsetzung aus dem 1. Blair

*o stengesetzes hervorzickeben ist. Ter Aus^ 1juB hat dazu eine Entschließung beantragt, öte ieicksregierung Mi ersuchen, ein sonder ges'v über

Amtlich« Personalnachrich- t c n. Ernannt wurde der Landmesser Karl Wagner zu FricDberg mit Wirkung vom l. Juli an zum £'bcr(anbmdfer bet der Feld bereinigung Durch Entschließung des Mi- nisteriunis des Innern wurden zu Regie rungsassessoren ernannt die Referendare Dr

taubstummen Arbeiter durch Bedrohung mit dem Bajonett zur Herausgabe seiner Bries-- lasche mit 7Q Mk. gezwungen hatte, erhielt wegen räuberischer Erpressung ein Jahr fängnis.

nicht gefunb sei. Ich meine, es handelt sich auch hier, angesichts der schwierige Lage nur um vor übergehende Maßnahmen. Bei den bobrn D.vi-

bin Philipp Collm? Wahrhafttg, nxrai uh nein jagte, ich wäre es nicht wert, es je ge.vesen 81 jeirt' Und soll ick meine Verbrechen mir ewig in .Longholmen" sühnen, nh bin für den Augen­blick wieder Philipp Eollw.

Tas Haus beschäftigte sich heute mit einer tun Anträgen und Gesetzentwürfen.

Deutscher Reichstag.

121. Sitzung.

Berlin, 23. Ium 1921

| Vereine 1 D. V. D öwib.

Tamstag, 25, Jmj:

UWMW

3ir es vergessen haben/'

Ich werde c4 mir ne ver^chen, Philwo.Morgen werde ich ein Stachekherm tragen und gefchinolzenes Wachs aur meinen ent­blößten Ann rrjpim lassen Ader ich habe mtth nach nicht von meinem staunen über Sie edyolt Wie formten Sie sich nach all diesen Jahren meiner

Kühnheit . ."

Sie zögerte einen Augenblick, dann ragte sie hastig hir-u i . ,

,,Es wäre so nett, allem mit Ihnen zu total* Dem' aber das geht nicht. Dollen wollen Sie nicht bet uns Watz nehmen?" (Forts, folgt-)

Abg. Dr. Büchner (Dem.): Ich habe

rar mit grofeem Widerstreben bereit erklärt, als Redner meiner Barter aufzurreten, weil ich mehr laie je davon überzeugt bin, daß Reden nichts nützen, sondern daß gearbeitet werden muß, und daß Reden die kleinlrchen Gegensätze nur ven'chär fen. Die Schlußworte des Abgeordneten Osann

tt»

V,r erinnern un!en Sänger

am Sonntag

!? ®unittn £

sarnmenzulegen und mit den Son^roerii^rnngcn Schluß ztt machen.

Neick-sarbettsminifter Brauns bestreitet, daß btt Borlage wie ein Blitz aus heiterem Himmel Geformten sei Die Interessenten forderten eine Erhöhung der Renten, genau wie das auch bei der Invalidenversicherung der Fall sei. Hier sei schon zweimal eine Beitragserhöhung vorg.nommen itwriknt und dasselbe müsse nun auch bet der An- gestelltenversichertmg pefdrebai. Die Organisatio­nen hätten sich schon im Januar und im Februar mit der Angelegenheit befaßt. Die Regierung fleh: noch immer auf dem Standpunkte, daß es sich hier um ein Rotgesetz bandele, daß sei mich der Grund, daß an eine Zusammenlegung

GH

,,Verzeihung. ist das nicht Herr Reckt smwali Collin aus Stockholm?"

Philipp roar em Marm, der sich unter solcher Kontrolle hatte, datz er selten oder nie durch,em Aeußeres verriet, was in i)m rwrgmn .trer als er diese acht ein fachen Warte hörte, cqiuerte er m Mark und Bein. Tausend bestürzte .fragen nnr- teiten in weniger als etter Sekunde in -einem Innern auf: Wer kann das sein? Was pH ick tun? Philipp Eollm!'Wie lange ist es her, -e-.t ur so fne§? Mit Aufgebot fei ter ganzen <2<cl^2raTt gelang cs ihm, sein Gesicht vollständig ?u benerr fdY-n, und fast immitteibur nach der ner-mgnts- rollen Frage hob er ruhig den Blick und bettete ihn aur die Sprecherin. Das er »ab, war dorn ick angetan, ihm einen neuen Cwc -u geben

Sor ihm stand tm grauen Bromnubefoirüni em schlankes, hochgewaclienes, junges Mädchen mit dunklem Haar, dunklen Brauen, b.'a 'em Temt imb den herrlichsten blauen Äugen, link'r dem aur geknöpften Iacke.t de- Promenadefo-üms »cktm- werte eine ausgeschnittene weiße Bluse, au- dar der zierliche Hals sich in tadelloser Runoung rt> hab Tie blauen Augen waren fragend aur Philipp gerichtet, während ein unsicheres Kacheln den schönen Mund urnftnelft. Sie in entzückend, em- zückend, nej es in Phtliovs Innern. Alle znt- jfobenen Iugendttäume sind Fletsch und Blut ge- worden. Und gerade heute aSend, wo ich die v$v tneruna daran feiere, fcmunt sie zu mir. Und tch

Gr erhob sick mit einem raschen Entschluß, verbeugte iid- und sagte lächelnd:

,,Gmiz richtig. Mein 9fome ist Philipp Eollm, und ick wurde einstmals in Stockholm Rechtsanwalt genannt. Aber ick muß etwas UnverHechlich-s ge- lieben ick erinnere mich nickt . . . wir habm nnA alia schon cmmal getrafen ?"

3tc reichte ihm mit einer Neigung des Sache- die Hand.

,,sic erinnern sich nicht ? Nun, das ist ja auch nicht' ui verwund hem. Es sind «dpn Jahre her, feit wir uns einmal aus einem Bal! bei Sfowul Bfoch gctrösten hoben. Mem Name ist --igrid Halten."

Aber Sie müssen dach damals em reines 9*mh geweien fern ?"

..Siebzehn Jahve," gab sie lächelnd zurück.

Pd'l'pr-i- (y-ehirn machte einen iehinbrnrcntten Hebericktag. Stockholm 1899 bis 1900 . . 1910, was, siätenurchDvanzig Iah7- Unglaublich, ahn: osten dar wahr! Sie rühr rasch fort.

Sie mtben es w^cht gräßlich von mir, datz ick sie so austuche aber Sie nrinen ja, amnen tm Ausland! Und es ist so unendlich lange her, daß ich nicht Schwedisch gesprochen habe.

Aus Stadt und Eand.

Gießen, den 24. Ium 1921.

Welchem Iweck dient bai Ergebnis der «inderhilfswoche?

Aus unsere Anregung gibt br Stadtverwal­tung folambe (Iüt$dbcitcn bekannt über die beab­sichtigte Verwendung her durch die Ätntcrfoo .Mtvdr aufgebradittn Mittel:

In der Stadt Gießen mußten von 4100 amt? ärztlich untersuchten Sck: :lluid?rn im Alter von 6 bis 14 fahren nidit weniger als <50 als ..jckwer unterernährt" bezeichnet ivraert, und zwar sind dies st acker aller Bevölfe-rungsickuh- ten und nicht am wenigsten des Mittelstandes.

Um den Hauptk.milbrit.n dec fltnb.T, wi< Rackttis, Skwfulofo, TuberTidjoc, eimgennaßen wirksam entgegcn^utTticn, imb neben der Be­schaffung von geeigneten Radrungsmitteln Sol- badekuren erforderlich. Durch das städtische V-alll sahn samt werden in den Odonaten sselnuar Li-:- November etwa 3 >0 Kinder »u Solbacrfnren eingewiesen. Das Bedürfnis nach diesen sturen ist aber so gwß, daß schon seit rinigeti Wvchcn fämt- lidic Plätze bis zum i>Ronat 'Jicnxmber belegt sind. Reben d.nn WvhlfahNSamt werden noch durch pri­vate 2L>b tätigfri:&7rganifatfonrn Sinder zu diesen Muren enrf ndck Sinder von Sefostzahforn stick natürlich hierbei nickt einbcgriff'-Tt Die für t>c Durchführung tirfer Sturen von dem hiesigen. SBolit salirtsamt erforderlichen Mittel belaufon sick iähr- lieb auf etwa 40 000 Mark.

Außer diesen 750schwer unterernährten" Mindern sind in Gießen aber immer noch 1000 Minderunterernährt".

Ein Sind braucht, um seinen Körper »u bilden, täglich ein Drittel mehr drastrung als em Er­wachsener braucht, um lernet Möcpcr zu erhaltet.

Aus der ameritattfebm Bolkssamnckung wer­den, durch Permittlimg der Quäker, die Materia­lien für täglich 800 SckulmahlZeiten ,geliefert. Ter Stadt erwächst hieraus du ich Transport unb Zubereit ungsvosteit usw. eine IahresauSgabe von 80000 Mk.

Sind diese A'isgabcn niftig ?

Die Einen sagen:Latzt der 'Jlatur ihren Üauf!" Tie Anderen sagen: ,JinderhiIfe ist SLfoc fache." Die Dritten memtm:Meine eigenen Min- t-er brauchen's nicht." Und die Vierten lachen in sich hinein:Ick; hab keine Shnber; mich geht's nichts an."

Uno du, lieber F-veund? Willst du »ur Seite stehen, verärgert über den Gang der stfolitrk? Willst du, vergrämt über die Hergangenheit, unsere Zu kunst, unsere fiutber vergessen?

Der Ausflüchte sucht, um nickt geben zu müssen, der wird fte finden.

?lber wer ein Herz tm Leibe hat, der wird geben, wemt'S auch weh tut: der wird geben, ahne zu fragen, was der Nachbar gibt und wem's zugute kommt.

Johannistag.

Schon hat die Sonne ihren höchsten Standpunkt wiederum erreicht, die Hälfte des Jahres ist wieder zu Ende! Ehedem war die zweite Sonnenwend- oder Mtttsommer- nacht, des Sommers Mitte, ein Naturereig­nis, das Anlaß zu hoher Feier gab. Verehr­ten doch die alten Germanen der Urzeit das Licht und als dessen Anfang und Ende: die goldene Sonne! Jetzt noch heißt der wichtige Tag, der 24. Juni, in FlandernSommer­tag", und in England und SchwedenMit­sommertag", bei uns zu Lande aberJohan­nis", weil das Christentum das Fest Johan­nis des Täufers, alsLeuchte der Mensch­heit", für den Sonnenroenbtap bestimmte. Da­durch verbanden sich althetdnischer Brauch mit christlicher Sitte, um schließlich in eins sich zu verschmelzen, wovon besonders Zeug­nis ablegen: Johannisbad und Johannis­feuer! Ein Bad, in der Johannisnacht ge­nommen, soll *fo heißt es mehr Heifo erfolg besitzen als neun gewöhnliche Bäder zu­sammen. Deshalb geschah es auch in früherer Zeit mit Vorliebe, daß man gerade in dieser Nacht ein Mineral- oder Wasferbad aufsuchte, und noch jetzt meint frommer Aberglaube, daß der erste Eimer Wasser, geschöpft am Abend vor dem Johannisfeste, das Fieber heilt, '.leberhaupt ist kaum ein Tag, eine Nacht im Aabr io überreich an sagenhafter Geisterkraft. Schätze und wundersame Kräuter sprießen und erblühen sagt man überall: Träume in der Johannisnacht sollen prophetische Bedcu-

tung in ^Liebesangeleaenheiten haben. Und allerlei Schutz gegen Krankheit wird erwartet von den üblichen Sonnenwendfeuern, die am ^rbannie-abatb lodern, während man um die Flammen berumhngi und tanu ober darüber

Dörfern acht Tage lang, und hohe Herrschaf­ten verherrlichten sogar früher durch ihre Ok* aenwart und Teilnahme den Reigen, das Feuer aber zündete zuweilen ein schönes Mäd­chen an Eine lwchnnchtige Rolle i'oielle auch fov? ..Iobannte kraul", das gepflückt in der Sonnenwendnachl das ganze Jahr dae Haus beschützen iolt; am allermichrigften und wertvollsten abc: ist zweifellos die geheimnis­volle 29ünfd)c!rutc, die man ta oft. ganz ab­gesehen von der Sckatzgräderei. io nötigt Branchen könnte, und die man in der Sonnen- wendnacht schneiden muß. Wenn man stch nur nicht dabei schneidet'

benben, von denen man immer wieder lieft, muß in Betracht gezogen werden, daß baa immer Papiermark find, nicke Gvldmark. Wenn wir auf die drei Jahre Abolition»rrtri.-rung zurückblicken müssen wir dock foarn, es ist viel, was tn dieser o außerordentlich sckwrengrn Zeit geleistet wird Die Situation bat sich seit dem Boriabre babux geändert, daß wir beute roiffon, welche Aufgaben wir zu lösen haben Für muh als Dirtsckastler war eS kein Zweifel, daß das Ultimatum angenom­men werden mu freue mich über die Zu-

age des Abg Osann, sich wenigstens m Hessen nut ferner Partei hinter bi: Regierung zu stellen. Dir müssen den Brrmck machen, die Berpslich- tungen zu erfüllen, die wir eingegangen find, wir müssen aber auch immer versuchen, die Gegner Pt überzeugen, daß Vieles imdurck'ubrt>ir 't. Geld ist etne Fixion. Tre Hauptsache ist, daß neue Werte geschaffen werden Tie Landwirt

(haft muß mehr produzieren. Oedlänvereien müssen urbar gemacht und Naturkräfte ausgenutzt werden. Daneben müssen wir sparen. Dazu muß unser Volk erzogen werden. Aufgabe der Gebildeten ist es, da mit gutem Beispiel voranzugeben Wer mehr veckraucht. als er zum Lcktii notwendig bat, sündigt. Das Festefeiern zum Besten der Oberscklesier, für die Üinderbilfe, ist der falsche Weg. Im roeiteren bespricht der Redner Fragen ter großen Politik, der Staatsformen, des Völkcr- verkehrs, der Fndustnc und des Handels und vieles andere, fommt dann wieder auf die Be ratungen des Voranschlags im Finanzausschuß zu sprechen und geht eine Anzahl von Einzel rapitrln durch. Beim Kapitel Scknile sollte man nicht sparen, die Schule als ErziehungSstätte der Jugend, ist geeignet, unser seelisch frank« Volk zur Gesundung zu bringen. Daß das Volk sick) nach innerer Gesundung sehnt, b.'weist die Tal sacke, daß es mit rührender Anhänglichkeit allen möglichen ^lposttln anhängt, von Waßmonn bis Steiner, zur Schule der Weisheit und Tagore. Bedauerlich ist nur, daß dasselbe Volk, da; Tagore zujubelt, Dr. Strecker mit Steinen bewirft, der auch nichts anderes als den Welt-Friedcnsgedanken vertritt. (Weiterleit, Zustimmung. Widerspruch..' Daß Abg. Kaul die Frage des Großherzogs h-.cr in die Debatte warf und die Bereitschaft von Studenten, nach Oberschlesien zu geben, war sicher nicht klug und dürfte nod) ein unerfreuliches Echo finden. Was die Parteivolitik angebt, so wird vielfach auf dir Minderung der Temokratisch.'ii Partei hmgewiesen. Ich meine, mag die Partei auch zugrunde geben, die Demokratie wird leben unb wird von Erben übernommen werden müssen.

Abg. Nuß (3entr.): Ich meine, daß der Frnanzmmister, der es allen recht machen kann, schon in der Vorkriegszeit nicht gefunden werden konnte. Was Herr .stnul zur Regiments- feier und zmn Großherzog gesaat hat, darf auch von unserer Partei nicht ohne Widerspruch bleiben. Die Regimentsfeiern selbst siick nichts wie edle Kameradschaft gemefen, aber cme andere Frage ist, ob sic klug sind, dem Ausland gegen« über. In Frankreich wurden Filme von den Re- niment-afeiern gezeigt, sicher nicht, um ims zu nutzen. In der Frage des Gwßh.wzogs ging Herr Maul viel zu wett. Der Gnoßlie^og hat seine Staatsbürgerpflicht nicht verletzt. Verurteilung verdient einzig das Publikum, das gestern der Republik, heute dem Grvßhemog zufubelt, gestern Strecker steinigt und heute Tagore feiert Auch Kauls Verurteilniig des LiedesTeutsckKand über alles" muß unbedingt zurückgewiesen werden. Das ist fein Parteilied. Und gerade wie früher das große und mackttvolle, gebärt heute auch das ge- bemütigie Deutschlmid allen Deutschen. 'Zustim- ntung, Unruhe, Widerspruch. > Redner bespricht dann Fragen der Politik, besonders die Koalitions- Politik uick tvarm davor, die Türen nach rechts zuzuschlagen, wie der Abg. ftaul es geftern getan Ifot. Man kann nie wissen, wie die KvMtrllation wird, und Bismarck tagte einmal, man soll in der Politik niemalsCemals" sagen. Was das Thema Kirche unb Staat betrifft, so hat die Kirche nicht nur einen moralischen, sondern einen ver brieften Reck:sain'vruck auf Zuschüsse des Staates. Tie Kirche ist nickt etwa Bettterin, sie hat rechts­gültige Forderungen an den Staat. Redner be­legt das mit zahlreichen Entscheidungen, Urteilen und Gesetzen. Die Politik des Zenirurns wird auch in Zukunft fein, für ten notleidenden Btittelstand, für einen Fortschritt der sozialen Polttik in Hessen einzutreten.

Nacks« Sitzung Freitag 9Vr Uhr. Schluß iVs Uhr.--

lus dem belehren Gebiet.

Mainz, 22. Juni. (Wolff.) Tas sran- fische Kriegsgericht verurteilte einen seit längerer Zeit in die Heimat entlassenen französischen Soldaten, der vor zwei Jahren einen Wächter in Wiesbaden durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt hatte, wegen Mordversuchs zu zwanzig Iah

erinnern ?" .

Ich habe Sie immer in guter (krmnermg ge­habt," sagte fit ruhig, und Philipp zuckte zu­sammen. Ohne ihm Zett zu einer Antwort jj lotsen, fuhr iie fort:

Sie sehen so beüürv au5! Sie sind natürfif entsetzt über mente Zudringlichkeit?"

Philipv beeilte sich^ sich in Protesten zu er­schöpfen. Platz!ick kam ihm zum Bewußtsein, bat dieses Gespiach, stehend, vor einem Disch, eigen» tümlick ausicben muffe, und er tagte rasch:

.Sind Sie allein, Fräulein Holten?"

Die lachtk.

Ganz so schlimm ist es nicht. Ich icke mit r-ior cngliftten Freunde" aus der Pension Sie i'ind starr vor Schrecken über meine

qespvvcken werde. Demi die Beiträge nicht hcrob- iflety würden, tmobe etocntl. em General­streik der Ange stell ten. Eine Heraufsetzung for Grenze aaidi möglich, ohne datz die Beiträge erhöht würden. Erfordert ck wäre gewesen, bx breiteren Srijicbten der Angestelltenschaft, vor allem bie 2£ngeftrfltenberbänbe, sich mit der Vortage b» 'chäftigen zu lassen, ^iri?» einmal in dec Presse sei sie erwähnt worden, gefrfjnKigc denn an den Reichs- I wirtsck'aftsrat gelangt. Die GeMder bar Ange- MdIten seien rm günstigsten Falle um das Seckis- fache gcffi'nen, bte Teuerung aber aut das Zwölf- bis Fünf-zehnfackie. Es müßten alfo wesenllickc Aufbesserungen erfolgen. So könne seine Partei tue Vorlage nickt annebmen, vielmehr sei eine ffdinblidK Berbeseoung im sozialpolitischen Aus- ichuß er for berittst Für die Ei'lfohung der

Grenze gebe die Regierung die Entwertung des f^lldes als Grund an. Dann müsse aber die Grenze auf 60 000 Mark festgesetzt iverden. Die wlllMrliche Heraufsetzung der Grenze auf 28000 Mark sei absolut nicht hallbar, mindestens müßte Jbc Grenze bei 40000 Marl festgesetzt werden.

Seine Partei werde jedenfalls dafür eintreten. Außerdem müsse geprüft toerben, wie an dem Peamtmmaterial gespart werden könnte. Die Ver­waltung sei viel zu kompliziert aufgebaut, und außerdem seien die Leistungen vollkommen un- qemigmid Vielleicht sei gerabe jetzt der richtige Augenblick, die ganzen Bersick-r'mae'i n das all- gemeine sozialistische Versicherungsgesetz zu-

fin obligatorisches und unentgeltliches Gütever- irren vorVilegen

| Tas Gesetz wird schlietzllck in zweiter und frirter Lesung ziemlich einstimmig angenommen

Es folgt dann die gestern vertagte dritte Le- iimg des CXfoK- über den Waftengebvauck deS Grenza uf sicht Sperson als.

Tic Lmke macht auch heute wieder dic van <ir gestern gemachten Einwendungen geltend, doch wird das Gesetz s-ht^tzlich auch in dritter Lesung -flgen die gefdlofime Linke angenommen.

Fast debattelos wurden die Nachtrags- r t a 14, und zwar der Hau>^altSetat des Rcicks- atäftbenten, des Reichsministeriums, des Reichs- inzlers, der Reichskanzleien, des Reicksfinanz- nnistenums, des allgemeinen s8enfton8onfcä, deS 'fochnungSlvfes und des Reichsiustlzministerrums rjtctnommen.

Bei Beratung des letzten Etats nehmen die Un­abhängigen und Kommunisten noch einmal Gc- l<^eicheit, gegen die Ausnahmegesetze, gegen bte fondergerichte und gegen die Rechtsprechung in .'.eiwig, forme gegen die Verweigerung der all- toneinen Amnestie Stellung zu nehmen.

2lls wickttigster Punkt der heutigen TageS- ettmmg folgt sodann die Beratung deS Gesetz­entwurfes über die Abänderung deS Verstcke- rungSgesetzeS für Angestellte. Der Entwurf sicht eine Ausdehnung der Versickxrungspslicht bi5 FU einem Gehalt von 28000 Mk. vor.

Abg. Giebel f©ox.) verweist aut die Er­regung der Angrslell tmfchaft über die Vorlage, jiu einer Zeit komme, wo überall sckon von einem Abbau der Löhne unb Gehäl ter

KreiS «ISfeld.

oz. Elbenrod, 23. Juni. In der letzten Gemein der atSsitzung wurde der Bau des elektrischen Ortsnetzes der Firma Lottdwehr u Schütz-ikassel übertragen zum festen Preise von <>1000 Mk. DaS Ortsnetz mtrb patiÄ in Kupfer ousgebaut imb so einge­richtet, daß an allen Teilen des Ortes elek­trisch gedroschen werden kann. Zu dem Bau hatten sechs Großfirmen Angebote einoe- reid)L deren Preise zwischen 64000 bis 90 000 Mark schwankten

LrelS Detzlar.

wa. W e tz l a r, 23. Juni. Die 15jährige Tochter einer angesehenen Familie in Kölsch- Hausen, die in Wetzlar einen NähkursuS mitmachte, ging in letzter Woche allein von Ehringshausen nach Kölschhausen heim. Un- terwegs gesellte sich ein junger Mann zu ihr Bei dem Herborner Steg 20 Minuten vom Dorfe entfernt, wo die Landstraße dem Walde sehr nahe kommt, schleppte bet Wüstling die Kleine in den Wald, um sich an ihr zu vergehen. In ganz zerzaustem Zustand kam das Mädchen heim. Durch die genaue Be­schreibung des Unholdes gelang es der Poli­zei, ihn beim Betteln In Ehringshau­sen feftzunehmen, wo er die Tat zunächst zu leugnen suchte. Eine hiesige Einwohnerin, dick auf dem Wege nach Ehringshausen den Bei­den begegnet war, wurde dem Täter gegen» übcrgcftellt, so daß er nun eingestehen mußte. Der Täter stammt aus Nauborn und trieb sich bettelnd in den Dörfern der Dill herum. Er wurde nach Limburg ins Gefängnis geliefert

vesfen.Nassau.

li M a r b ur g . 22 Juni. Eine von etwa 1000 Beamten aus Stadt und Land gestern abend in den Stadtsälen abgehaltene Set' sammlung, die vom OrtS- unb KreiSkartell des Bea mtenbundeS einberufen war, erhob scharfen Einspruch dageyen, daß Har­burg im Lrtsrlassen Notgesetz in eine niedere Klasse gekommen fei, wie Kassel und Hanau

0 Marburg, 22. Juni. Heute natfr mittag raubten in der Borstadt Weiden hausen drei fremde Burschen in einem Laden, in dem nur ein Fräulein war, die Laden lasse und liefen davon Sie wurden sofort vei folgt und außerhalb der Stadt auch ergriffen

Fahrraddieb st ah l Entwendet wurde au4 einem Hausgang ein noch gut er­haltenes Damenfahrrad Marke Dürkopp, Nr 529 114. Bor Ankauf wird gewarnt Fest­genommen wurde hier ein fremdes junges Pärchen, das seinen Unterlid damit ver­diente ,Fahrräder #u stehlen und sie in Nach­barorten wieder zu verkaufen.

Bitb e V b ochnel t unb 2 .) jähri­ges Geschäftsjubiläum. Spengler­meister Emil Dörr und Frau Susanne geb. Pfeiffer, Großer Steinweg 14, begehen mor­gen das Fest der silbernen Hockrzeit. Glettch- zeitig konnte der Jubilar am 1. Mai auf das 25jäyrige Bestehen seines Geschäfte- zurstck- blicken.

Justin t ff. Niiii laslrl?-e,l7L^ Ä!1»; ^r,lu,,ln 'fo

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Die Dräumere en der Jugenk^itt van einem n<im unb einem Weib lebten wiecec aur, unb ba bat wollüstig ftKud^nbcn Tönen d« -Bwelle ge­tischte er wieder seines- 1 nestelten GlückstraumS. Er iak um die Dämmerstunde in mem graxen -afon, ton den Wänden blickten dic Bi.der mir gediegene, elvacr altmodische Möbel herab, alles ivrack van entern vornehmen, wohlfundicrten Burgerbcrm. ^te lenster n*aren aus den Moifrvlatz gevftnek der stEerbsthimmel flickte Hereir mck em Lue Wind spielte ben Notenblättern aur dem «1a- rier. Gin junges Mödcken satz daran und spielte: sie Vm schlank und dunkel und hatte bloße, >veiße Irmc. Ihre Finger glitten über die Tastern und ertt mattes Lächeln sp.elre um ^re Mundwinkel lab ivb yU roarr fie ihm einen Aick zu, voll INeickbeit, halb sckwermü'.ig, halb lächelnd . .

yfrre Augen waren dunkelblau, mit einem Ierbten ! Schatten, sie war blaß, und ihre kippen waren rot'... . .

Philipp, der, den Stoor in die Hand gestüht, in bieje Träumereien versunken war, nnirbc tüotz- ljch durch» eine zaghafte stimme daraus genften, die auf Schwedisch sagte:

gtrntinfüm mtl JugtiV gruppt Sritbbtrg ifow bürg v. b. h.

Näheres im flulbtM der gcrberitieii tw banblnnfl.

Auch die Mglteber be Hauvlvariei fmb fron* lichst eingelabea. 'M Ter Vottlnb.

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-LpüllkkgüUtz gtüifolirh m.t der Frage zu beschästiai ^m-eucktldn«' Vizepräsident Bell setzt daraus ® w Sitzung auf morgen nackmittaa 1 Uhr fest,

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