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24.6.1921
 
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Ul Zahr-ang

Stettag, 24. Juni 1921

sietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dn«f und Verlag: vrichl'sche Umv.-Vuch- und Steinöruderei H. Lange. S^riftleitmig, Geschäftsstelle und Vruckerel: Schulstratze 7.

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Poetz DeraaNvortlch ttir Politik Auq. «setz, für den übrigen Teil: Dr Betndold ßenj; für den Snjetaenteil. Han» Beck,

Nr. M5

Der Lietzener Anzeiger mtt der Dienetagsbeilage -.Spsrl-Umscha,- er- scheint täglich, nutzer Sonn* und Jeiertaqe. Monatliche veruarvreise: Mark 5-.- emschlietzlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 etnschlietzlich Bestellgeld. Fernsprech.AnschlusteE fflr6ieSd)riftleüungll2; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drdhtnach. richten: liitiger Lietzen.

postscheckfonio:

Srairffert a DI. UM*.

Einigung über die Räumung Oberschlefiens?

Laut Vossischer Zeitung ist die Reichs- regierung gestern nachmittag zu einer Sit zung zusammengetrcten, um den Bericht des aus Oberschlesien zurückgekehrten Ministeriall direktors v Malbahn entgegenzunehmen. Nach dem Bericht ist zwischen General Hen nifer und General Höfer ein Einver­nehmen über die Räumung Oberschlesiens erzielt worden. Diese Vereinbarungen wür­den die Grundlage abgeben für die von der interalliierten Kommission zu erlassenden ordnungen Nach dem Abkommen soll die Räumung Oberschlesiens innerhalb sieben Tagen vollständig durchgesührt sein. Zunächst müssen die polnischen Insur­genten innerhalb 36 Stunden eine neue Linie erxxidyt haben, die westlich von Lublinitz liegt und die Stadt Gleiwitz sreiläßt. Erst wenn die Polen diese Linie erreicht haben, wird der deutsche Selbstschutz sich von der gegen­wärtigen Linie ^uriukziehen, und zwar so, daß er mit dem nördlichen und dem südlichen Flü­gel in je einem Halbkreis einschwenkt. Zwi­schen den beiden Halbkreisen wird, völlig ge--. räumt, Oppeln liegen. Die neue deutsche Linie werde int Norden etwa östlich Kreuz-- bürg, im Süden östlich von Oberglogau lie­gen. Nachdem der deutsche Selbstschutz diese Linie erreicht hat, müssen sich die Polen an die deutsch-polnische Grenze zurückziehen. Erst nach der vollständigen Räumung Oberschle- iens durch die Insurgenten hat der Selbstt« , chutz die beiden Halbkreise zu räumen und ich aufzulösen. Die alliierten Truppen werden das jeweils geräumte Gebiet sofort besetzen. Nach Beendigung der Räumung dür­fen sich in dem Abstimmungsgebiet nur noch interalliierte Truppen befinden.

Unmittelbar nach der Kabinettssitzung machte der Reichskanzler den Parteiführern Mitteilung von dem zwischen General Höfer abgeschlossenen Uebereinkommen. Die Parteien haben sich daraufhin geeinigt, baß die Be­sprechung der Interpellation über Oberschlesien aufunbeftimmteZeit vertagt wird. Auch die Einbringer der Jn- terpeUation, die Deutsch-Nationalen, haben dem zugestimmt, weil sich der Zwölferaussckmß dahin ausgesprochen hat, daß die Jnterpella- tionsdebatte im gegenwärtigen Augenblick po­litisch unzweckmäßig wäre.

Die Vossische Zeitung bemerkt dazu, daß durch die Vertagung der InterpellationS- debatte eine Gefahr, die dem Kabinett drohte, beseitigt sei. Nicht nur innerhalb der Opvo^ sition, sondern auch der Koalitionsparteien sei man in den letzten Tagen zu der Meinung gelangt, daß das Schicksal desKabi- n e t t s W i r t h von dem O b e r s ch l e s i e n s abhänge. Die Fortführung der Politik der auf­richtigen Erfüllung sei nur möglich, wenn die Regierung Wirth auch auf Erfolg dieser Poli­tik Hinweisen könne. Eine ungerechte, für Deutschland unglückliche Entscheidung über Oberschlesien würde das Kabinett Wirth und seine Politik auf das allerschwerste gefährden.'

London, 23. Juni. «Reuter.) Im Un­terhaus erklärte Chamberlain über die Kon- serenA Lord Curzons mit Briand, die Lage in Oberschlesien sei erschöpfend geprüft toorben. Dem Plane, der die progressive Zurückziehung der Insurgenten und des deutschen Sclbstschuttes aus dem strittigen Ge­biete vorsehe, wurde zuqestimmt. Die alli­ierten Streitkräfte, annähernd 20000 Mann, sollen für die Aufrechterhaltung der Ordnung in dem geräumten Gebieten solange verant­wortlich' sein, als die Entscheidung des Obersten Rates über die zukünftigen Grenzen noch in £cr Schivebe ist. Es wurde beschlossen, den alliierten Kommissionen in Oberschlefien jede mögliche Unterstützung sowohl am Orte selbst als auch durch Vorstellungen bei den Regierungen in Berlin und Warschau zu ge­währen. Um die endgültige Lösung zu oe- schleunigen, wurde ferner beschlossen, die Kommission zu fragen, ob sie nicht mit Rück­sicht auf die geänderten Verhältnisse inner­halb angemessener Zeit einen gemein­samen Bericht anstelle der vor einigen Wochen abgegebenen Teilberichte erstatten könnte. Fal^s eine Unterstützung durch tech­nische Beamte gewünscht werde, würden solche zur Verfügung gestellt. Falls keiner dieser Wege als praktisch oder angängig angesehen werde, seien die alliierten Regierungen be­reit, die Angelegenheit einem in London oder Paris tagenden technischen Ausschüsse zu überioeisen, um dem Obersten Rate bei der endgültigen Entscheidung behilflich zu fein. Es sei dem zugestimmt worden, daß der Oberste Rat im nächsten Monat in Boulogne Msammentrete, wo dieser und andere Gegen­stände behandelt werden sollten. Tie Pariser Verhandlungen seien durchaus von dem Geiste gMter Freundschaftlichkeit getragen gewesen.

Der Wunsch der Mächte, im engsten Zusam­menwirken vorzugehen, sei aufs neue zum Ausdruck gekommen

London, 23. Juni. sWolff.) Im Unter* Haus erklärte Chamberlain in Erwiderung eine Anfrage, es sei nicht wahr, daß in gewissen Teilen Oberschlesiens die alliier- ten Truppen den polnischen Irre­gulären oder Aufständischen gestatteten, die früher von dem deutschen Se Lckr st schütz ge­haltenen Gebiete 111 besetzen Es seien Berichte über A t t e n ta t e einge­gangen, die die Polen gegenüber der Bevölke­rung begangen hätten, aber angesichts der im Lande herrschenden Verwirrung sei es nicht möglich, diese Berichte auf ihre Wahrheit hin nachzuprüfen. Was die Behauptung an­gehe, daß die Polen versuchten, gewisse Äädte auszuhungern, so sei es richtig, daß die Le» bensmittelversorgung unter den gegenwär­tigen Umständen unterbrochen sei. Aber die interalliierte Kommission habe Maßnahmen ergriffen, die bereits zu einer Besserung der Lage geführt hätten.

Ovpeln, 23. Ium. (Wolfs.) Tie Lage un oberschlesischen Industriegebiet ist nach nnc vor unverändert er n st. Nach zuverlässigen Mtt- tcilungcn nehmen die Polen Ncufvrmierungnr ihrer Streitkräfte vor. In verschiedenen Gegen­den, so bet R y bn r?. heben die Insurgenten Schützengräben aus, wozu hauptsächlich De ut s che f/eranncyXMi werden, darunter Frauen. 2ie Angriffsabstasten der Insurgenten aus die großen Städte des Industriebeztrks, die noch immer von ihnen emgeschlchsen sind, besteben weiter. Tie Verzweiflung der Bevölkerung dieser Städte tst kaum noch zu schildern. Im Rücken der Insur­genten bilden sich kommunistische Banden, die ihrerseits ebenfalls Angrifssabsichten zeigen. Kampfhandlungen landen luir in kleinerem Um­fange statt, und zwar, wo ein Angriff der In­surgenten abgeschlagen wurde.

Die amtlichen oberschlesischen Abftimmungs- zahlcn.

Berlin, 24. Juni. Das amtliche Organ der intcrattiierten Kommission in Oppeln ver­öffentlicht heute die amtlichen Abstim- mungszahlen. Danach haben 60 Prozent für Deutschland gelautet. Von sämtlichen Ge­meinden haben 55 Prvz. eine deutsche Mehr­heit erhalten. In den drei Wahlkreisen Kreuz­burg, Leobschütz unb Oberglogau gibt es nach der amtlichen Feststellung überhaupt kein Ge­biet mit polnischer Mehrheit. Im ganzen Ab­stimmungsgebiet ist eine einzige Stadt mit polnischer Mehrheit festgestellt, nämlich M- Berun im Kreise Pleß, wo 1171 polnische und 255 deutsche Stimmen abgegeben worden sind.

Die Wicdcraufbauverhandlungen.

Paris, 23. Ium. (WTB.) Der .Lntran- siaeant" glaubt tzu wissen, daß die beiden fran­zösischen Sachverständigen Lefevre und Cheyston, die bereits wieder in Paris erngetrvfßm sind, hauptsächlich über bie von Deutt'ckLanb zu liefernden 25000 Holzhäuser verhandelt haben. Es fd möglich, daß man fvantzösifch^rseits nur 5000 Holz­häuser verlange und rat übrigen versuche, mit Deutschland über einen einigermaßen umfang­reichen Kaut von Häusern aus dauerhafterem Ma­terial pi verhandeln. Die Verhandlungen werden rn Paris mit den deutschen .Vertretern Wolff imb Guggen Heimer fortgesetzt. Im übrigen habe bis jetzt, soviel das Blatt zu wissen glaubt, entgegen anderslautenden 50tütcümincn ferner der brei Verbündeten von den mündliüxm Verhand­lungen des Ministers Louckeur Kenntnis ge- nommen.

Zur Auflösung des Berliner Wacht- regiment».

Berlin, 23. Juni. ODolff.'' Im Haupt- aussckuß des Reichstages erklärte Oberst v Kreß, daß die Nachricht, nach der dosD ochtregiment m Berlin durch ein Gebot der Entente aufgelöst werden mußte, zutreffend sei. General Rollet gmg bei der Begründung des Verbot davon aus, daß uns durch den Friedens vertrag nur b:e Aufstellung von 21 Infanterie-Regimentern ertaubt ist Das Wachregiment stelle nach ferner Amich. eine mili­tärisch- Formation dar, die dm Rahm e n der erlaubten Regimenter in uniuIriTger Serie über» schreite. Vergebens wurde baraur hin- gennetcn, daß das sogenannte SachtregrmeM ja ich, glich aus abkommQidierten Kompagnien an­derer Regimenter zusammengesetzt fei, also in Wirklichtait ein über den Rahmen der erlaubten Regimenverzahl bmousgehendes Regiment gor nicht terstelle Es werde gevtartt, an Stelle des Wacht- regimentes abwechslungswerie einzelne Kompagnien für je 23 Monate nach Berlin zu kommandieren, ohne daß selbstverständlich rrgenbem Regiment ge- bübet Wade.

Das Sowjetprogramm.

Reval, 23. Juni (Wolffs In einer vor Eröffnung des dritten Kongresses der Dritten Internationale gehaltenen Redt erklärte der soeben aus Turkestan zurückgekehrte Volkskom­missar Trotzki:Wenn der .'trieg und die Re­volution in Rußland und die halben Revolu­tionen in Deutschland und Oesterreich nutzlos gewrien seien und das.Proletariat wieder unter das Joch der Bourgeosie falle, dann werde diese wieder die unbeschränkte Macht erhalten und das Zeld ihrrr Tätigkeit hauptsächlich nach Ame­

rika. Afrika und 9Rien verlegen Trotzki erklärte weiter:Wir müssen mit dem xetolimonärcn Geiste nicht nur den Westen bearbeiten, wnd.ru auch den Osten, vor allem die örtlichen Kolo­nien der Großmächte, auf die der Kapitalismus augenblicklich ferne Hoffnungen »eftt Dir haben unsere Illusionen bezüglich xines unmittelbarai Ausbruches der Weltrevolution begra­ben. Unsere Feinde schlafen nicht, sondern sie beobachten uns wachsam. Dies alles bedeutet, daß der kommende Kampf sehr blutig sein romv Wenn wir siegen wollen, müssen wir alle unsere Kräfte am Pannen. Bei der kommenden Äeltrevo- lution werden die Frauen nicht die pastive Rolle von Pflegerinnen uiib barmherzigen Schwestern übernehmen; sie werden mit den Män­nern in den ersten Reiheti des Proletariats kämpfen."

Reval, 23 .Juni. (Wolss.s In Moskau wurde der dritte Kongreß der Dritten Internatio­nale eröffnet. Der Vorsitzende sinowjew er­klärte Pressevertretern gegenüber, das Programm des Kongresses sehe eine Offensive de 7 Pro­letariats in naher Zukunft vor. Einer der wichtigsten Punkte des Programms fei di- Zu­sammenfassung aller Kräfte auf die Propaganda- urtb Revolutionstätigkeit im Osten.

Eilte neue Sowjet-Methode.

Neuy 0 rk, 23. Juni. (Wolff.) Zu dem Verschwinden dreier amerikani- scherDampserim Atlantischen Ozean gibt die Polizei bekannt: ES wurden vor 18 9J?Or­naten bei den Durchsuchungen des Haupt- auartiers deS Verbandes russischer Arbei­ter in den Vereinigten Staaten und in Ka>i nada Schriftstücke beschlagnahmt, aus denen hervorgeht, daß die amerikanischen Schisse planmäßig auf offener See beschlag' nahmt und nach Sowjetrußland ge>- führt werden sollten.

Au» 0cm Reiche.

Reueinstufung der vrltzklaffen.

Berlin, 23. Junr. (SBblft.) Ter Re«dsta<d>- auSschnß für Barmtmon-vlegerchriten beriKmoelt* über den fast allseittg unterstützten Antrag, iwh dem die Neueinstufung in Ortsklassen in tne bisherigen Ortsklassen A, B und G ffef'K'bcn soll, während die Ortsktasfen b und E vollkommen gestrichen werden sollen. Kur; vor der Abstim­mung zog ein Teü der Unterzeichner des An­trages die Unterfdirift zurück, um eine Fertigstel­lung des OrtSklaffenverzcichniNes bis zum 1. Ok­tober duvck eine eventuelle Awrahine dreses An- ttageS nicht zu verzögern Ter Antrag wurde darauf mit 8 gegen B 'Stimmen abgelchm An­genommen wurde dagegen der Antrag von Tr Most (D. Dv .der besagt, der Ausschutz ist m:t Rüch'icht auf die Taft unausbleibliche erheb!Ver­zögerung in der Verabscknedung des Gesetzes da­mit einverstanden, daß die weiteren Vorarbeit.'n für das endgültige Ortsktassenverzeichnis auf 'dec Grurrdloge von fünf Ortsklassen erfolgen soll Dieser Beschluß bedeutet nickst nur ri"c grund­sätzliche Stellungnahme Ter Ausschutz geht dt- bet aber von der ausdrücklichen Voraussetzung an*, daß gleichzeitig mit der Verabicknedung de» end­gültigen Lrtsklaüenverzeichnisfes die gegenn^rttge, den bestehetchen Verhältnissen kerne Rechnung tra­gende Staffelung der Kinder- und Teuerungs­zuschläge nach den Orstsklas'en in Wegfall lamme,

Zchcwemann.

Kassel, 23. Juni. (Priv.-Tel.s Zu einer Protestkundgebung gegen Scheide - mann aT^ Oberbürgermeister hatten sich gestern etwa 7000 Einwohner Kassels auf Veranlassung des Bürgerbundes und der Fraktionen aller bürgerlichen Parteien, die im Stadtparlament vertreten sind, zusammen­gefunden. Der Präsident der Handelskammer, Karl Ludwig Pfei fer, Mitglied des Vor- standesf der Demokratischen Partei in Kassel, führte aus, daß unter der Doppelstellung Zcheidemanns als Parteipoliliker und sozial- dernokrarischer Agitator die kommunalpoli- rische Tätigkeit des Oberbürgermeisters zum Nachteil Kassels leiden müsse. Die Veriamm> hing faßte eine Entschließung, in der miß­billigt wird, daß sich Scheidemann bei seinem Auftreten al? Äpitationsredner seiner Partei in keiner Weise die Zurückhaltung auferlege, die durch seine Stellung an der Spitze einer großen Stadtgemeinde geboten erscheine.

I>efftfd}e,Dolfstammw.

9 2. Sitzung.

St- Darmstadt, 23. Ium.

Aw Recherunasrische: StaatÄnäfitent Ul­rich, Fman^rrämter Heurick. Mnnster des Innern Dr. Fu l d a, die Präsidenten der Lande-s- ämter und Regierungsvertreter

Präsident Adelung eröffnet die Ätzung um 9 Uhr 45 Min. Pftnansminifter Henrich stellt trm Hause Herrn Oberregierungsrat Krapp vor. Die

Genera?bebatte 30m Staatshaushalt wird tartgefetzt. ... , . .

Abg. Dr. Osann bebauen, datz durch dre AusÄbrungen des Abg. Kaul die Absrcht, eine große politt.sche Ausetnanberietzung jetzt zu ver­meiden, inrnk'gTith gemacht wurde Die Aussutten unserer FinM^^barung find emtt Ich ^glaube, daß es tticht richtig ist roemi der Herr Finanz Minister aufiorbert, Abstriche an de.'. Forverungen des Etats '»x machen. Bedenklich ist m der Hanot-

daß der Etat für 1921 mc durch eine Lr-

srihe von 41 Millu-uun blameeii rptrbr.t kann. o-f" lajfaibr Ausgaben taUet au» trm ^.^rriwgcn gedeckt werden Aber auch nach anderer Säte pat stch die fmait»irfl<* Lage tuixlMatarrt Der tRcst» ftrxf ist 1990 vollständ-g erschöpft ivowen. W-iter imb au? den Etiaü'.Uriuumapmrn in bot bte-MOlutflai Etat 3 Millionen »mgestellt. Tic eigenen Emnabmcn tx' Staat« lasen sich nm um ein geringes Mehr steigern. Tie ttomabme aus der Eintommensttuer ist mit 130 Millionen Mark eingestellt, der ^tamtdelmg ui Hessen beziffert sich aui 400 Milli» "tt, davon bekommt t»j<' Reich 140 Millionen der Staat 100 Millionen, die Gemeinden ebcnfall.i 100 Mrijiv- tien, 60 Millionen werben d.-rart g-teilt, daß .'40 Millionen b.*m Staat zufall-ir und 30 Milli»- int bent Au»gleichSwnds angeführt loerbcn Wenn ich den Herrn Fittanzminisler recht verstanden habe, ist er auch mit der Anlrch nickN ein­verstanden und mir müssen nach neuen Euinadme- gucllen iuchen An Steuern sollen 83 Millionen mehr als im Vorjahre euigehen Eriparniise müssen und sollen gemacht iverden: in eriler Linie aus dem Gebiete der persönlichen Ausgaben Was gestern Herr Abg. ftaul für eine Rechmmg ouf- machte, rum Beweise, daß die heutigen Müiistrr billiger smd, wie die ftüheocn, das b?deutel doch ein starkes Stück und eine fast imgtaublicht Ailsor- derung an die Naivität deS vaiucj iit Rechnung-- sackren. Wir verlangen also Beveinfachmig, vor allem Abbau der Zwmtgswirlschaft mib Beseiti- nuitfl der Ministerien, bif damit zu nm hadeii. Wir müssen nach neuen Quellen fudjcn Ein- kommeMteuer nimmt imd das Reich wei Wir kön­nen die Grund- und Gewcrb.steuer nicht ins llnge­niessen- erhöhen. Tie Stabte erbeben fdxm weit höhere Beträge als der Staat. Wir bo>?n un-j stets auf das heftigste gewehrt dangen, daß das Reich alle Steuern an sich zieht. Die ReichS- finoniverfassung hätte einen Sinn g-habt. wenn wir ent einheitliches Reich waven unb nid^ viele Einzelstaaren, d.e an ihrer politischen unb kultu­rellen Selbständigkeit fest hallen und feschalten müssen. Der Herr Fmanzmmister hat auf stem­pel, Schulgeld. Pflegesätzc in den Krankenanstalten unb anderes mehr btngcroiefcn Das alle» ist bedenklich. Nach meiner Ansicht bleibt nichts an­deres mehr übrig, als dahin zu roirfen. daß ein Teil der Einkommensteuer dem Staat und den Gemeinden überwiesen wird, und daß aus diesem die Bedürfnisse von Staat unb Gemeinden befriedigt werden

Damit märe id) eigentlich mit den finanziellen Dingen fertig Der Herr Abg. Kaul zwingt mich noch -11 einigen Auslassungen politi­scher Art. Er hat von einer vergifteten Atmo­sphäre grfprodxn, die in Bayern und auch in Hessen verpestend wirkt. ES sdreint eher, al? müsse Herr Kaul für den kommenden Wahlkampf oie Atmosphäre künstlich rerdicken. Den Mord in Bobern verurteilt jedermann Gefreut habe id, mich über die Auslassungen M Abg Kaul üuer die Verurteilung des Militarismus und Chauvini.' * mus IN Frankreich rei'v. im besetzten Gebiet. Auch waS er in bezug auf Oberschlriien an natio­nalen Worten und Grundsätzen sanx war aner­kennenswert, nur zieht er keine Kon segnenden huo feinen Worten, wenn er bört, dass au» (fiepen und Darmstadt Heller für Oberichlesien fidi zur Verfügung stellen. Denn wlll er daS verhindern, anstatt denen, die ihr Leben opfern Ehre zu geben? Herr Kaul hat dann weiter die jüngsten

Zwischenfäkkean der Universität erörtert. Der gerecht urteilt, muß unbedingt ann» kennen, tast die Universitätsbehörden totlau 1 ihre Schulbigkrit getan haben und daß die cinfriliflai Tarifen im gen brr F. Z. sich als unglaubwürdig er­wiesen laben. Tie Ausführungen beS Abi Staut geaen vie Universitätspwfritaren unb gegen die Universitäten überhaupt verbieten schürkste Zurück­weisung. Wenn er bzr bafür rin trat, das; dec Einilun des LandesamtS für daS Dilbungswcsen weiteren Einstutz auf die Universitäten gewinnen müRte, so bat er ni-bt erkannt, wa. d?.- "T-irfbrit der Wissenschast und ber IbTtaerfitätm, tu* diese ich durch die Jahrhunderte errungen unb eil alten haben, betruiä. ^Zuruf. Nur die Organisation 0 Diese Freiheit unriatzt nicht nur die Dr sarschaft, Re um laßt den ge'amten UniversttälSkörver. Auch den Katheberfozialislen ist ja unter der früheren Regierung die volle Frriveit gewährt worden. 'Zu- ruif: oonxbart. Tatnb' Noch schärfer nruß zurück- qcroiefen werden bv Ausdrucksweile, tast die Pro­fessoren -um Teil Knechte unb Mägbe der früheren Regierung seien. 'Fn Unruh.' und Zwischenrufen grfn ber wettere Teil der Ausführungen des Red­ners verioven. Virderh?lt Glocke des Präsidenten.} Wir verlangen, baß bie Freiheit der Uni­versitäten auch unter der so-raldemo- kra tischen Regierung völlig erhalttn bleibe und baß den Unwerittüten keinerlei Beschrän­kungen, auch in der Organr-arion, auserlegt wer­den. Diberspr. links Bravo rechts, große Unruhe.., Im weiteren prün Redner nach, rnwteweit dr- Regierung das politische Programm des Staats­präsidenten Ulrich ..durch Demokratie zur Soziolr- iimmg" vernnrslicht bat unb kommt dabei zu setze geringen taten. Alles, was tne friSere bürger­liche Regierung m Fürsorgetätigkril Geschäften Hot, besteht auch beux noch Was hier für das besetzte Gebiet gesagt wurde, ist recht schön, genügt aber nicht, um trete Ansicht zu widerlegen., datz dre Regierung sich wenig um das besetzte G-cbiet küm­mere Die Rebe des Staatspra'identen in Ar- Heilgen ist unbedingt zu verurteilen, eben weü sie als solche des Staarsprmibenten, wjfjz des Abg Ulrich ausgelegt wub. vor altem in den fran­zösischen Blättern. 2v har seine Stellung al- ^taalLvraiidem außcrordmtiüb gefährdet. Wert er kommt ber Redner aut bie Artikel tm ,^Zolls- fteunb" uni- ber ,.Darmstädter Zerrung" jmnJKe- gimestdi2i6ilÄUBl zu ürmtzkn, die er jchio^