Ausgabe 
24.5.1921
 
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M-N8

Der *ift<tner »Zeiger mit der Dienstagsbeilage .SpertiUnifdfau" er. scheint täglich, aufeer Sonn- und ^eicrtaos. Monatliche veiuo«ore'se: Mar, 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernprech. Anschlüsse: fürdleSchriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Lrneioer Lietzen.

päßschealonlo:

Sranhürt a. M. UIM.

IN. Jahrgang

Dienstag, 24. Mal 1921

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

Druck und Verlag: Vruhl'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerel H Lange. Schriftleilunq, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7.

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der

.Rheinifck-Westfäliscken MontagSposf

um die Bildung

hörten Tagen

Vorfällen sei hier nur an die vor wenigen

Die Richtlinien bes Reichskanzlers.

erioigL 'zx.ua k w 0SN, Ote jteDaraiiunyiuagc huuj

Materials erwLhne tch nur einen wnau^oer itm - - Gedanken zu bearbeiten. Sie nterben

L non Ls-S-ntw^feu bem c^en

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Räumung der Städte Düss ldorf, Duisburg und Ruhrort soll bereit- einige Tage vorher angeordnet werden.

Fran-vsen getroffen werden.

Aufhebung der Zollsanktionen.

Tie deutsche Antwort.

Snertnxr fit dem drarzö'i'cken Botschafter oeute folgende Antwortnote jugcücjt worden:

voraehenden Banden zu erbidbeit haben, sind un- beschreibllch. AuS der großen Zahl von unerl"

Wahlen in Tirol.

Innsbruck. 23. Mai (Wolff.) Bei den heutigen Wahlen für den Landtag in Nvrd- titot wurden für die Tiroler BolkS- Partei 57 958, für die Großdeutsche DollS- Partei 12 698, die Sozialdemokraten 24 739, die Nationalsozialisten 1227 und für die Gruppe der Kriegsopfer 475 Stimmen abge­geben. 14 Gemeinden stehen noch auS.

Berlin, 23 Mm. iWvlft.) Ter franzö­sische Botschafter Hal am 19. Mm nach­stehende Roe dem Reichskanzler ü'>crf<mht:

Eure Eizellenz holen mir Reitern von den - 61Ueia ''en, dte das Ri V-

Zur Volksbefragung in Salzburg.

'Wien, 23. Mai. (Wolff.) Die die Pott- tifefie Korrespondenz erfährt, hat Bundes­kanzler Dr. M a y r an den Landeshauptmann non Salzburg telegraphiert, daß im Hin­blick auf die allgemeine politische Lage eS ge­boten erscheine, die von den politischen Par­teien beabsichtigte BofkSbefragung hintanzuhalten, wenn dies aber nicht mebr möglich sei, ihr den Charakter einer pri­vaten Veranstaltung zu geben und insbesondere deutlich zum Ausdruck zu brin- aen, daß die Regierung ihr vollkommen fern» stehe. Unter Hinweis auf die Bundesverfas­sung wären die Behörden und Beamten anzu- weisen, einer derartigen Privatveranstaltung fede Unterstützung irgendwelcher Art zu ver­sagen.

Zranzöfisch-deulfcher Notenwechsel.

Aufhebung derZollsanktionen Rhein nach einer Mitteilung auS englischer

Quelle bis spätestens 6. Juni erfolgen Die

Vie tage in Sderschlefien.

Opveln, 23. Mai. (WTB) Auch heute war eS nicht möglich, telephonisch oder tele» graphisch Nachrichten aus dem von den In-- furgenten besetzten Gebiet zu erhalten. 'Tie heftigen Zusammenstöße im Kreise Rosen­berg dauern an. Auf Seiten der Aufständi- scheu griff auf der Bahnlinie Kreuz­burgZembowitz ein fahrender Panzerzug in den Kampf ein. Dort, wo die Polen bisher von chnen gehaltenes Gebiet räumen mußten, wurden die Dörfer von ihnen geplündert. Aus Grund von Nachrichten, die auf besonderem Wege von Beuthen nach Oppeln gelangt find,, kann mitgeteilt werden, daß Kattowitz und' Beuthen bis heute noch nicht in die Hände der Aufständischen gefallen sind. Die Lebensmit- tehwt wurde bisher noch nicht behoben und nahm besonders im Landkreise Beuthen er­schreckende Formen an.

General Haller als polnischer Agitator!

W a r s ch a u, 23. Mai. (Dolfs.) Die pol­nischen Blätter veröffentlichen einen von G s- neral Haller unterzeichnetenAuf- r u f, der zu Spenden von Geld und Lebens­rnitteln zur Unterstützung der oberschlesischen Aufständischen im Kampfe mit den Deutschen auffordert.

Englische Truppen in Lberschlesien

London, 23. Mai. Reuter erfährt, daß beschlossen wurde, vier britische I n - santeriebataillone vorn Rhein nach Lberfchlesien zu entsenden. Die Truppen sind noch nicht ab marsch irrt.

Berlin, 23. Mai. Zn einer Unter­redung mit einem RedaLrnir desD. T." er­klärte Reichskanzler Dr. Wirth über die Richtlinien der deutschen Politik u. a.: Alsbald nach der Bildung der Regierung sind die zustündigen Ressorts angewiesen wor­den, die Reparationsfrage nach groß-

hoifnungslos darniederliegen.

Tie deutsche Regie.u;g i"t ständig temfitt, Mittel und Wege zu finden, um di? unbeschreib­lichen Qualm der o ersch e ischen Bevölkerung xi lindern. Sie i t in Uederein ftimmun q mit Eu.cr Exzellenz grundsätzlich beveü und gen ilt, m ledev praktischen Weise, auch xrxt. ^ensrnittel- und Geldsendungen, die Lage zu erleichtern. Es be­stehl jetaxb nach der übereinstimmenden Ansi hl aller beteiligten und sogar bet umristelbar be» trofTenen Kreise in Oberschtespm die o b je fti »e Unmöglichkeit für ttc Gewähr, daß Gelder ober Lebensrnittel in bie Dände bet wirklich Emre- fangsberech igten gegangen und nicht den Zugri ten der Insurgenten unterliegen. Ter Präsident der rnteräll toroen Kommission verfügt wenige Zkilo^ meter bitter Ovrteln ü.*er keinerl i Befugnisse mehr und ist nicht ii der Lage, seine etwa gegebenen Gavcmtieit in ttc Tat umzufetz«t. Auch die con ihm ausgestellten Beschein trungen ha'en bei den polnischen Jmurgenten, die teilweise beginnen, itdji in unabhintige wilde Bande i aufmlö'en, keinerlei Gelrimg mehr. Ties zeigt sich deutlich z. B. bei der Reise der nm Gen erat L e Rond nach Oppel 1 gebetenen Deputation der Drbettervertre- ter aus Kattowitz. Trotz der ®emüTnrngen des französischen Kreis "vnt-rlleurs, Ma ors Sa- teaou, wurde hier die A^r .ck c txm den Bolen zu­nächst überhaupt nickst gestaltet. Die davaufl t: t ron Salcwvu tr>m polnischen vau^tguart er pevönlrch erbetenen schrisklickjen Ausw i e nrurben am des Fahri von den politischen Polten ebenfalls nicht anerkannt, so daß die Deputation wieder um tonen mußte. Auch der schließlich von dem polnilchen Kreisbeirat Eomick in Kattowitz in polnischer Sprache unterschriebene Ausweis ge­nügte nur bis zu den ersten Postenketten von Mikulft'chütz. Don dort mußte sich die Deputation durch Verhandlungen von Ort zu Ort in polnischer Begleitung bis kurz vor Oppeln durcheilen. Ein ferneres Beispiel für die völlige Ohnmacht der interalliierten Kommission und ihrer Organe ist da-' am 14. d. Mts. durch di? volmsch-n Insur­genten erfolgte Anhalten des Rvbntker Transport- zuges von etwa 700 Fluch lingen, obgleich die«em Zug freies G.'leit non feiten des polnischen Be- tehlsbabers schriftlich zugesagt war und obgleich der Zug unter militärischer Bedeckung von ^dret alliierten Offizieren und 50 französischen ool- daten fuhr. Bis auf die Frauen, .Kinder und älteren Männer wurden alle Flüchtlinge ver­schleppt und vier Personen unlerwegStm Walde von Tamowitz nach vorherigen schwersten Mißhandlungen ohne irg?nbcine Deranla 'ung er- schosten, darunter der 14jährige Gymnanast vaate

19. b. Mts die Auffassung her sranzZliscken Re­gierung über gewisse C6erWrften berührende Frc»- gen übermittelt. Ich benütze gern jebe Gelegen­heit, um durch Erörterung mit ben tn Stettin beglaubigten Vertretern der betetstiften Regie­rungen die MögllchNen zu erschöpfen, den Brandherd in Oberschles zen zu bei c t- tigen, dessen Fiorttestehen, wie Eure Ex-ellen; mit Recht auSftchrt, den atlaemeincn Freden aufs sckeverste gefährden muß. Eure Exzellenz toben aus den M^strabmen der deutschen Regierung er- sehen, baß diese du Bildung von Freikorps auf deutschem Gebiet und den Uebcrtntt vom m-ttf besetzten deutschen in das besetzte Gebiet nicht duldet EtwaS gar» anderes ist ter Selbst­schutz den die an Leben und Eigentum aufs höchste 'gefährde e Bevöltenrng Ol^rschlefiens tn E ma-ge.wt3 teö i et Schutzes d rf ttejrxr, zöftiaEst Truppen mtb nt beroch igier R-vtnnchr gegen polnisch Insurgenten von sich aus ju H - dchgenötigt war. Aus diesen, au- dem Zuiammen- schluß der Bcvöltermig tcrtxngegangencn edblt- ftbutz am einem Gebiet, das der Vernutung der mterall ttrten Stommtiium witetlW, bat Dir deutsche Regierung ketnerle. Etn. fluL Tie deutsche Regierung hat über dte bis­her getroffenen bekannten Anordnungen b maus aber aSS erttüt, daß dte Ue6«wachmg der Grenzlinie des besetzten G^ts deu^k.r Seite vorhandenen S tcherhe ttsor gan e we­sentlich verstärkt werden . -r, v

Eure fce'Im erwähnten, dte ehe Re­gierung habe der Aufforderung A

Gre^e eMprvchen. Tcntgegnrubn Meid) bxt Ehre, festzustellen, daß eute Vermgung der pol­nischen Regierung viälncht ergangtrn wm mag. daß die Grenze tatsächlich aber vollkvmmen offen steht und tagtägltch der polnischen Soldaten sowie der Z^ub von Mu­nition und Materirst jeder Dt tur bt< Jmurgenten «folgt W der M°ng° d« h-rub-r wrl,-g°nd°.

Unruhen in Aegypten«

Abexandrta, 23. Mai (Wofff.) Reu­ter meldet, daß britische Truppen ein- getroffen sind und die Uebenvachung der Stadt übernommen haben.

Alexandria, 23. Mai. (Wolff.) In­folge eines Gerüchtes, daß in der letzten Nacht ein Grieche einen Eingeborenen um* gebracht Haden soll, griff ein DolkZhaufe die Gri echen und die anderen Europäer an. Zahlreiche Personen murden getötet. Kranketr- wagen hatten die ganz« Nacht zu tun, um die Verwundeten inS Hospital zu bringen. Das Volk ging auch gegen die europäi­schen Geschäftshäuser vor und warf die Fensterscheiben ein. Die Europäer er­schienen heute früh vor dem Hause des Gou­verneurs und verlangten Schutz oder die Er­laubnis. sich selbst schützen zu dürfen. In zahlreichen Distrikten kam eS auch )u Brand­stiftungen, wobei ebenfalls zahlretche Men­schen umgekommen sein sollen.

Alexandria, 23. Mai. (Reuter.) Bei den Unruhen gestern abend und heute früh wurden fünf Europäer getötet und 72 verwundet.

Mu« veni Heid).

Erzberger In Frankfurt.

mc. Franks urt a. M, 22. Mai. Im ^Hippodrom" sprach gestern abend Erzberger über die Ideen deschristlichenSoltda- r i s m u s, wobei er eingehend auf die augen­blicklich politische Lage zu sprechen kaw Er lehnte das Svstem des internationalen Kavt- talismus ab. Ebenso bekämpfte er daS kommu­nistische Prinzip, das in Rußland zur Herr­schaft gekommen sei, aber »bem. F a)ko erlit­ten habe und gab der Ansicht Ausdruck, daß die Rettung Deutschlands nur in dem christlichen Solidarismus liegen werde. Er verlangte u. a. die Zusammenfassung der großen Indu- ftrie in freie Selbstverwaltungskörver unter Heranziehung der Arbeitgeber und Sonsumen» ten, Auteechterhaltung des Eigentums, wobei die Zahl der Eigentümer vermehrt werden soll und schließlich die Werksgenossenschast, als Fideikommiß der Arbeit für die Zukunft. Zu den deutschen Idealen gehöre auch das Festhal­ten an den christlichen Grundsätzen.

Ter deutsche Richtertag.

Leipzig . 23. Mai. lDolff., Ter deuts che 9i i 6ter ta g beschloß auf den Bericht des Reichs- a-richtsrat Bewer hin, die neu zu errichtenden Arbeitergerichte seien unter Einführung emes besonderen Verfahret unter pari.änsch^r Be­teiligung von Laien den Amtsgerichten an$u* glÄtern. Weiter beschäftigte sich die Versamm­lung mit der Fratje der Zulastung der Frau zum Richteramt. Sie erach'et die Frau mcht als zur Berufsrichterin geeignet Tie überwiegende Mehr heft sprach sich auch gegen die Zuziehung der Frau als Laienrichterin ^Schöffen und Ge- ''chworew) aus Tageaen muß die Beteiligung der Frau als Sachverständige und Beraterin nament­lich im Strafverfahren mit weitgehnrdea p ozessu- alai SBausniiifii gesetzlich üduaftt\telU mtroau

Maßnahmen Kermtnis gegele todnrmnrifteiiim getvossen hat, von Freikorps zu verhindern, und tu

das Rei-ckÄverstchr-mfi llbrrtum verfügt hat, um jegliche Beförderung von Freiwilligen und Dasten n«d Oberschlesren $u untersagen. Nach tm mir jugegangenen Jnformatönen frü> biejc Maß­nahmen xu spät gettoflen worden, um das Ein­dringen bedeutender bewaffneter Sltontingente von «rußerlvlb nach ObersckLesien zu verhindern. Tr' in der Gegend von Kreu-^rg unter dem Besch! v Arnims vereintgten Frei'ivrpS sollen mehr als R000 Mann zählen: gleich'alls wird bt' An­wesenheit der Freikorps von Au lock bei Oppeln und von Schmitt bet D-apti^ gemeldet, Tic Gruppe Ra'i'or. die täglich Berichte veröfsent- licht, soll über 9000 Mann und mehrere Kanonen verfügen Tie erste Massnahme, die bt*fe Lag? gebieterisch erhci'cht, ist die strenge i rf) l te- «ßnna der Grenze zwischen dem deutschen Ge­biet und dem Absttmmimasgetnt durch die deut- säten Behörden. Tie polnische Reetermig bat be­reits einer derartigen an sie gerichteten Dufb> berung entsprochen.

Fn rrteitcr Lrnt? wäre ich Ew-er Exzellenz dankbar, wenn Sie die zustäntlien Behörden an- weisen wollten, der in ter af irrten Zbommissron bte Aufnabe der Lebensmittelversorgung zu erleichtern.

Schließlich muß ich erneut daraus bestehen, daß die Reichsbank aufgefordert wird, unverzüglich die zur Bezahlung der Arbeiter notwen­digen Fonds nach Oter'chLesi-n fru entsenden Nach den Angaben, welche bte LegatwnSräte Richird Mever und v Mo'rid ge^ern abcnb'bm Bftschaft amtocht baden. VT biete Sendung an die zweifache v.-dinaima aetnünft fein, daß die Kommission be p.ckuniä e Derantworfung- bi' Bewerkstelligung ihrer'eit- übernimmt und daß die Zab-lungen auf gewisse Betriebe beschränkt werden, die nach An­sicht der deutschen Vertreter der Kontrolle der Insurgenten entzogen ftnb., Di fec Anspruch ist mit dem Buchstaben und dem Geist des Vertrages un­vereinbar, wonach dir RegierungSÄ'mmiision als Vertreterin der alliierten Mächte die auS'chließ- fiche Verantwortung für die Aus'ochtcrhallung der Ordnung trägt. Unter bieen Uinständen ist die deutsche Regierung gehalten, sich auf bie Kvm- tnifffon zu verlassen, bte Bnörderung und die Verteilung ber FvndS nach ihrem Ermessen f <f)er- Wuflrflen. Mir dm bie verfallenen Löhne meiter- bin zurückgcl'ä ten werden, so würde sic sich schwer­lich dem Vorwurf enf-ieben können, die aNgemeine Wiede-aufnahmr der Arbeit uiundgTitb yi macken und bie Anarckne yt ttet'ängern, welche die Kom­mission yj unterdrücken bemüht ist.

Indern ich m Auftrage nviner Regicrung die Aufmerfi<rm"eit Eurer Exzel'enz auf diese ver­schiede cn Purrkte lercke. zweifle ich nicht, daß sic dreie in dem versöhnlichen Geiste prüfen wird, ton dem ihre Politik getragen ist, und mit bnn Wunsche, dazu beizutragen, daß ein Heed non Unruhe ausge'öscht wird, her für ben allgemeinen Frieden besonders gefährlich ifL

gez. Charles 2autent

Berlin, 24. Mai Einer Meldung veS ,B. T." auS Köln zufolge soll nach der

durch die Polen er.olgte Mißhandlung bnr bei en Ingenieure Winller und Tabb- in Frietenshülte erinnert, bie in der Turnhalle über ein Pfe.'d gelegt und mft Peitschenhieben bi; zur Bewußt- losigkeft geschlagen, bann wiederlwlt durch Er­frischungen zum Bewußtsein gebracht und barauf- btn wefter geschlagen worden sind, so baß sie jetzt

finblichcn Kreite Kreurburg haben in der Nacht vom 19 auf dm 20 Mai 250 bis 300 Pi e.» die Grenze überschritten und den Ort Kostau angegriffen. Auch her mußte der anroeienbc örtliche Selbst ckwtz ei igve.sen, um daS Leben fiteb> lieber obersckil'.sischer ^titracr zu sclKtzen. Ter An- arih tonnte nur unter blutigen Ve. lüsten abge schlagen werden, nackidem die e.ngebrungaien Polen im Dorf Kvstou ein Gehöft in Brand gc 05t hat:en In UeEereuCimming mit Eurer Exzellenz stelle ich mit Befried.guug scst, daß die interalliierte Kom­mission für bie Aufrechterhaltung der Ruche un*) Ordnung in Obersch e.icn allein verantwortlich ist

Die Anarchie, von ber in der Note Red ist, und die seit br.'i Wochen in Oberschle ie« herrscht, steht allerdings zur Zeit in fdjeverftem Widerspruch zu den Verhältnissen, unter Denen ber Prä ident der interalliierten Kommission bie Ber waltung des blühenden Landes im Februar vorigen Jahres übernommen hat. Die Wiederherstellung der Ruhe ist doch nicht, wie es in ber Note ange» deutet ist, eine Frage der Wiederaufnahme der Arbeft, berat es handelt sich gar nicht um einen Aufstand wirtschaftlichen, sondern einzig und allein um einen solchen politis chen Charakters. Der polnische Ausstand bezweckt unter Verletzung ber Bestimmungen des Friedmsvertrages und unter Bcrl>öhnung jedes moralisck-en Rechtsemp­findens die Vergewaltigung des oberschlesischen Volkes. Die Leiden, welche die unglücklichen Be­wohner von den mit grausamstem Raffinement

aus Rnbnik.

Den Aus'ührungen dieser Note werden Eure Exzellenz entnehmen, daß die deuticke Regierung alles zur Besseruna ber oberfchle ischen Lage zu tun bereit ist, soweit es die tatsächlichen Verhält­nisse nicht unmöglich machen. Tie deutsch: Re­gierung will die öofmun1 nicht aufgeben, baß eS ben Bemübungen der interalliierten Kommt sion gelingen roira. endlich Mittel und Dege ^u finben, die ordnungsmäßige Gewalt in Lberschlei'ren wieder berzustellen und die Bevölkeruno von dem Joche der polnischen Insurgenten zu befreien.

sgez.^Dr. Wirth.

tik muß von sachlicher Seite her auf lanpe Sicht gestellt geteilt werben. DeutschlanoS Befreiung kamt nur durch Arbeitsleistungen erfolgen. An ben Opferwillen des deutschen Bolltes und <rn den festen WT/en dauernd mit- erarbeiten, nicht nur für ein paar Wochen, muß appelliert werden. Diejenigen Parteien, biejid) an ber jetzigen Regierung beteiligen wollen, müssen ihre Mitarbeit auf Jahre einstellen. Niemand soll ausgesck>lossen fein, der auf sachlichem Boden am Wiederaufbau- Programm mitarbeiten will. Mit Personen, die etwa nur parteipraktisch manövrieren, will und darf Deutschland nicht rechnen. Ich werde die Mitarbeit jener großen wirtschaft- lichen Führer herzlich begrüßen, die in der Kriegszeit dem deutschen Volke durch Organi­sationsarbeit das Ausharren int Wettkampf ermöglicht haben Auf die Frage, was chn zum Jawort beim Ultimatum bestimmt habe, antwortete der Reickskanzler:Wer in der Welt hätte bei der Ablehnung deS Ulti­matums an Deutschlands Willen geglaubt, bis zur Grenze feiner Leistungsfähigkeit den Friedensvertrag *u erfüllen? Niemano; wir hätten bie ganze Welt gegen uns gehabt und dann bedenken Sie die politischen Folgen. Das Verwachsen der Rubrbohle mit den fran­zösischen Erzen! Was hätte das politisch für folgen gehabt! Wenn wir im Kriege das Leben unb die Gesundheit von Millionen nicht schonten, um wievielmehr müssen wir opfern, um dadurch deutsches Land und die d^ttschs Freiheit retten zu können"

Der Gesandte Dr. Rosen zum Minister der Aeutzern ernannt.

Berlin, 23. Mar. (Wvlft.) Der Reichs­präsident hat bat bi5f,ett3en Ge andten tm Daag, Tr. Rosen, zum Reichsmtntster des Aeußern ernannt unb den Reichskanzler ron ber Wahrnehmung der Geschäfte dteses Mrnfite- riumß entlnmben.

Friedrich Ro en wurde als Sohn des jüngeren ber beidrn Brüder Rosen in Jerusalem geboten, wo sein Barer in den 6Orr Jahvm preußischer Konsul war. Tie beiden Brüder Ro en haben fick als Orientalisten einen Namen gemacht, wie später auch nrieber Frtedrim Rv'en. Dieser wurde nach Abschluß feil er Studien im Jahre 1888 zunächst Lehrer b-r hittbusllr'.ti'chen Sp ach? am Drien- talifdten Sem nar in Berlin. Im Jahre 1890 t al er als Tolmerscker in ben bip. mrtisch.n Dienst ein und wurde zunächst in Teh.rrn unb Bu ckir in Persien, barat seit 1897 als Sv iful tn Bagdad unb seit 1899 in Jerusalem verwendet. Ster (ernte ihn ter Kaier bei seinem Bemch femteit. Daraufhin würbe er 1900 in bie püiti cf>? Ab- tcilung des Auswärtigen Amtes nach Berlin be­rufen wo er biS 1904 d-S Or entm rat inne hatte.

Anfang 1905 wurde Roten mit er er Sonbe.- miffton nach Aöessi nen zur AnÄrüp'ung von van- delsbezichungen und zum Abicklutz eines SxmtclS' vertragt letraut, Ende 1905 übernahm er den Ge­sa n dte n po st en in Tanger. 1910 wurde Rosen a's Gesandter nach Bukarest, 1912 in gleicher Eitensckttft nach Lissabon renetzt, wo n bis zum Abbruch der bipb.matifckun Bezirh- ungen im März 1916 verblieb S-it Sxrbft 1916 bet ei bete er den Posten d S Ge'andten tm Laag, der namentlich während des Krieges eine besondere Bedeutung gewann.

Ausschuß deS Kabinetts und hernach dem I Die Anordnungen hierfür sollen erst nach Be- Kabinett selbst vorlegen. Diese sacklichen Dor- spreckung mit den militärischen Behörde* bcrcitunpen können nicht auf die Augew I blickspofttik eingestellt sein; bemt unsere Poli-