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Berlin. 22 Sept. fSTB.) Der Reichs­kanzler richtete an den bayerischen Minister- Vräsidenten Lerchen selb in München nach­stehendes Telegramme ?.ur Linderung der Rot der durch das Oppauer Unglück Betroffenen teer­ten von ter RcichSregierung zehn 4llillivnen beim Reichsrat und beim Reichstag angesordert Die Reichsregierung ist bereit, ter bayerischen Skaatsregierung sofort im voraus Beträge zur Verfügung zu stellen. Die Verteilung ter Gelter wird ter bayerischen Staatsregierung im Beneh­men mit ter badischen Regierung überlassen. Ra- menS ter Reichsregierung darf ich hoffen, daN ter Betrag die Hilfsaktion wesentlich fördern möge

Berlin, 22. Sept (Wolff.) Der Reichs- arbeitsmintster Brauns begibt sich heute äls Vertreter der Reichsregierung an den Schauplatz deZ Oppauer Erploftonsunglücks. um mit den bayerischen Rcg>erungss1ellen über die Organisation ter Hilfsaktion zu beraten. Diese Hillsaktivn soll sofort in Tätigkeit treten. Weitere Mitteilungen über die eingeleiteten Maßnahmen teerten ergehen. Der Dcichsarbeitsmini- fl e r wies die HauPtvcrsorgungSämter von Karls- vute. Würzburg, Frankfurt a. M. sowie ter baye- --itchen Regierung cm, sofort zurH i l feleistung das Unglück in Oppau Personal,

Betten und Sanitätsmaterial in jeder Weise zur Verfügung zu stellen.

Berlin, 22. Sept (WTB.) Die Preu- yjscheRe-gieruna stellte zur Milderung des durch das Oppauer Unglück entstandenen Rot- standaS ter bayerischen Regierung eine Mil­lion Mark zur Verfügung.

Dresden, 22. Sept. (WTB.) Das Gesamt­ministerium teZ Freistaates Sachsen beschloß in einer Sondersitzung, der badischen und der baye- rilchen Regierung die Teilnahme teS sächsi­schen Volkes an tem schweren Erplosionsunglück in Oppau zu telegraphieren. Gleichzeitig stellte ter Ministerpräsident den Opfern des Unglücks aus dem Dispositionsfonds 1000OMark zur V e r- f ü g u n g.

Köln.22. Sept. (WTB.) Der I n d u st r i e - auSschuß des besetzten Gebietes hat eine besondere Sammlung bei rheinischen Indu­striefirmen zugunsten ter von dem Oppauer Un­

glück so schwer betroffenen Familien eingeleitct. Gr fordert in einem Schreiben an Verbände und Einzelsinnen zu rascher und reicher Hilfe auf.

Das Rote ftrctij.

Berlin, 22. Sept. (WTB.) Der Präsident des deutschen Roten Kreuzes von Win- rerfeldl telegraphierte an den Regierungspräsi­denten in Speyer folgendes^ Tief erschüttert durch di« Oppauer Katastrophe, sprechen wir den Be­troffenen warmherziges Mitgefühl aus. Dir bie­ten jede verfügbare Hilfe an. besonders für den Transhort, die Pflege ter Verletzten und die Unterbringung ter Obdachlosen. Das bayerische, badische und hessische Oandes-Rote Kreuz sind zur Rettungsaktion aiHgcteten. Wir erbitten Mit» teilung. falls weitere Anforderungen notwendig sein sollten. Das deutsche Rote Kreuz in Der- ttn entsandte Vertreter an die Unglücksstätte.

Ausländische Kundgebungen.

Koblenz, 22. Sept. (WTB.) Die inter­alliierte Rheinlandskommission ließ tem Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete eine Rote zugehen, worin sie ihn bittet, anlastlich ter furchtbaren Katastrophe von Oppau ter Reichsregierung, der bayerischen Regierung und ter Io hart betroffenen Bevölkerung den Aus­druck wärmster Anteilnahme zu übermitteln.

Berlin, 22. Sept (WTB.) Außer den be­reits gemeldeten Beileidskundgebungen des K 5 - nigs von Dänemark und ter Königin derRiederlandezu dem Unglück von Oppau gingen der Reichsregierunq von einer großen Anzahl ausländischer Regierungen Beweise ter Teilnahme zu. Rahezu sämtliche hier anwesende fremde Diplomaten sprachen zu diesem Zweck auf tem Auswärtigen Amt vor. Einer ter ersten war ter französische Geschäftsträger, ter auch beauftragt war, tem Reichskanzler das Beileid Driands und des Ministerrates zu über­mitteln.

Nettungswerk und Technische Nothilfe.

Die hiesige Dienststelle ter Technischen Rot- Hilfe, Gießen. Ost-Anlage 11. II.Fernsprecher 2034. teilt uns mit, daß die Ortsgruppen Frankfurt am Main, Darmstadt, Bensheim und Mannheim

sofort nach Bekanntwerten des Unglücks ihre Rot- Helfer!chaften mit allen ihren Hillsmitteln und Ausrüstungen zur Hilfeleistung angebvten ha­ben, daß aber bis jetzt noch keine endgültige Ent­scheidung von Seiten ter Besayungstehörte ge­troffen Worten ist, ob in diesem besonderen Fall eine Ausnahm« von dem Verbot der Orga­nisation im besetzten Gebiet zügelallen wild. Es ist ter Technischen Aut Hilfe deshalb vorläufig nicht möglich, den vielen Wünschen ter Mitglieder nach Einberufung zur Unterstützung schwer heimgesuchter Volksgenossen stattzugeten, wenn auch außer Frage steht, daß hier, wo Men­schen in höchster Lebensnot seien, ein Einsatz ter Technischen Rothilfe zu DergungS-, Lösch- und Raumungsarbelten zweifellos am Platze wäre. Zugleich macht die Technische Rothilfe daraus aufmerksam ein neuerlicher Fall gibt dazu Veranlallung. daß es zur Vermeidung von Un­annehmlichkeiten aller Art zweckdienlich ist, keiner­lei die Technische Rothllfe tetr. Schriftstücke, Rot- helferauSwoise usw. bei Reifen ins besetzte Gebiet mitzuführen.

Schlichtungsausschns; der Provinz Qbcrheffcn.

Sitzung vom 21. September 1921

Die einem Vorarbeiter des Dausterschen Ba­saltwerkes bei Lollar ausgesprochene Kündigung feitet Stellung als Vorarbeiter wurde für zu­lässig erklärt, weil sie durch Verhältnisse des Be­triebes bedingt war. Rach Ablauf der Künöi- gungsfrist ist er aber als Arbeiter weiter zu be­schäftigen. oder es ist ihm eine Entschädigung von 1500 Mark zu zahlen, die u. a. nach seiner Deschäftigungsdauer festgesetzt wurde. Die Klar­stellung eines etwaigen Anspruches auf sechs­wöchige Kündigungsfrist und Entlohnung nach dem allgemein verbindlichen oberhessischen Werk­meistervertrag wurde dem ordentlichen Rechts­wege vorbehalten. Die Entscheidung ist bindend nach 8 67 des Vetriebsrätegesetzes. Die Weiterbe- schäft igung als Arbeiter wurde vom Arbeitgeber alsbald zugesichert.

Die Fabrik feuerfester Erzeugnisse ter Scheid­hauer & Giebing QI.-®, in Mainzlar soll mit Wir­kung vom 1. September 1921 u. a. folgende Löhne zahlen: Handwerkern über 22 Jahren Mk. 6, -

Detriebsarbeitem über 21 Jahren Mk. 5.70, Ar­beiterinnen über 20 Jahren Mk. 4,10.

In einigen weiteren Sachen verständigten die Parteien.

Vermischtes.

fpd. Hofstetten, 22. Sept. Bei einer hier lagernden 40köpfigen Zigeunerbande ent­standen Streiligkeiten, die zu einer kleinen Schlacht ausartclen Im Verlauf des stunden­lang andauernden wüsten Streites wurde eine 48jährige Zigeunerin von dem Zigeuner 'Bern er­schossen. Eine größere Anzahl Männer wurde von ter Gendarmerie festgenommen.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 22. Sept. Am vergangenen Frei­tag wurde von einem auswärts ansässigen Herrn ein Haus in ter Roon st raße gekauft, ohne daß ter Käufer sich von ter Berechtigung der Kaufpteisfordetung eingehend überzeugte Warm» auch, sind die eingehenden Mieten dem Kaufpreis nicht entsprechend, so werten halt die Mieter ge­steigert. Und so kam es auch. Vor seiner Qlbreifc aus Gießen teilte ter neue Hausbesitzer, welcher selber nicht nach Gießen zieht, den Mietern den ilebergang des Hauses in feinen Besitz und--

eine Mieterhöhung von 200 Mk. und Wnsser- geld als erste Steigerung mit. Wie kann bei solcher Handlungsweise bai deutsche Volk gesunden'? Zu erwarten ist, daß das Mieteinigungvaml. nie Oe- nehmigung zur Mieterhöhung kurzerhand versagt.

Kirchliche Nachrichten.

Israel.ReligivnSgemeinde Gottes­dienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag. 24 Sept. Vorabd. 6.00. Morg. 8.30. Adds. 6.30 und 7.10 Uhr.

Israel. ReligionS-Geselkschast. Sabbatseier, 24. Sept. Freitag abb. 5.55. SamS- tag Dorrn. 8.00. Rachin. 4.30. Sadbatausgang 7.10, Wechengvttesdienst: Sonntag morg. 5.00, an den übrigen Tagen 5.30, abds. 5.30.

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