Aeitag, 2b Gttober 1921
Erstes Blatt
M- Jahrgang
Das neue Diktat der Botschafterkonferenz
und
des der der
Erweiterung des Kabinetts Wirth?
Berlin, 20. Ctt. (Wolff.) Der .Vorwärts' die .Freiheit" bringen freute früh die Mit-
lcichterung der Vorbereitung der Ausführungskontrolle dieser zeitlichen Mahnahmen wird eine Kommission gebildet, die aus der gleichen Anzahl Polen und Deutschen aus Oberschlesien bc- stehl mit einem Vorsitzenden anderer Staatsangehörigkeit. Sie wird den Titel „Gemischte cberschlesische Kommission" führen und hauptsächlich beratend sein. Ein Schiedsgericht kann eingesetzt werden, um alle Streitigkeiten zu regeln, die sich aus der Anwendung der zeitweiligen Maßnahmen ergeben können. Streitfälle, die sich aus der Ausführung und Auslegung der allgemeinen Konvention ergeben, werden auf Grund der Bestimmungen der genannten Konvention und des Völkerbundsstatuts, falls dies nötig, geregelt.
Der „Schutz der Minderheiten".
Paris, 20. Ott (WB) AuS den Veröffentlichungen über Oberschlesien ist weiter hervorzuheben der Absatz über den Schuh der Minderheiten. Danach erhall jede, im Augenblick der endgültigen Teilung des Abstimmungsgebietes in den den Polen zufallenden Teilen ansässigen Personen, die für die deutsche Staatsangehörigkeit optiert und während 12 Monaten, die auf den Tag der Ausübung des 0p ttons rechts folgen, leinen Gebrauch von dem Rechte macht, ihren Wohnsitz nach Deutschland zu verlegen, das Recht, ihren Wohnsitz in Polen während einer Zeitdauer von 15 Zähren betzu- behalten. 3ete Person politischer Abstammung, die über 18 Jahre all und in dem Augenblick Der endgültigen Gebielsteilung in dem Deutschland zugewiesenen Telle ansässig ist, erhält das Recht, innerhalb zweier Jahre für die polnische Staatsangehörigkeit zu optieren. Alle an dem gleichen Tage in dem endgültig Deutschland zugcteilten Telle Oberschlesiens ansä sigen Polen sind berechtigt, dort ihren Wohnsitz während einer Periode von 15 Zähren beizubehalten. Diese Bestimmung findet Anwendung sowohl aus die Polen, die deutsche Staatsangehörige waren .und für Polen optierten, wie auch die polnischen Staatsangehörigen, die keine deutsche Staatsangehörigen waren. Alle unteren Fragen, die auf die Rationalität der in Oberschlesien ansässigen Personen und auf den Schuh der Minderheiten im Abstimmungsgebiet sich beziehen, srnd entsprechend dem Versailler Vertrag und der Völkerbundssahung zu regeln. Die in diesem Sinne getroffenen Maßnahmen werden für Deutschland und Polen internationale Verpflichtungen darstellen und in gleicher Weise wie die Bestimmungen des am 28. Zuni 1919 zwischen den alliierten Staaten und den Polen abgeschlossenen Vertrages unter die Bürgschaft des Völkerbundes gestellt werden.
Berlin, 21. Oft (WTD.) Der Rote der Botschafterkonferenz ist eine umfangreiche Anlage beigegeben, die an erster Stelle die vom Völkerbund festgesehte Grenzlinie enthält Rach dieser Linie verliert Deutschland Len südöstlichen Teil des Kreises Ratibor, den Kreis Rybntk bis auf die Rordwestecke, den Kreis Pleh und den Südostzipfel des Kreises Gleiwih, fast zwei Drittel des Kreises Hindenburg, die Stadt und den Landkreis Kattowih, den Kreis Königs- Hütte und den Süd- und Ostteil des Landkreises Beuchen, während die Stadt selbst deutsch bleibt sowie endlich die überwiegenden Teile der Kreise Tarnowih und Lublinitz, einschließlich der Städte und der reichen Industrieanlagen. — Die Anlage enthält ferner Mitteilungen über das zwischen Deutschland und Polen abzuschliehende Wirtschaftsabkommen. Diese betrifft den Eisenbahnverkehr, der in Zukunft für das gesamte Abstimmungsgebiet, also auch für den bei Deutschland bleibenden Teil, durch eine gemischte Kommission geregelt werden soll. Ferner werden Bestimmungen über die Wasser- und Elektrizitätsversorgung, die ebenfalls einheillich bleiben soll, getroffen. Die deutsche Mark ist in dem gesamten ehemaligen Abstimmungsgebiet als einziges gesehliches Zahlungsmittel vorgesehen. Einige dieser Bestimmungen betreffen die Regelung des Post- und Zoll- wesens. Die Zollgrenze soll sofort an die neue politische Grenze verschoben werden, jedoch werden für die Dauer von 6 Monaten bzw. 15 Zähren zahlreiche Bestimmungen gegeben, die einen zollfreien Verkehr innerhalb des gesamten Absttm- mungsgebietes gewährleisten. Bei den Bestimmungen über Kohle und Dergwerkserzeugnisse wird Deutschland eine Verpflichtung zur Ausfuhr von Kohlen und Bergwerkscrzcugnissen nach Polen auferlegt, wie sie in Artikel 90 zu Lasten Polens und zugunsten Deutschlands vorgesehen ist Weitere Bestimmungen beschäftigen sich^ mit der Anerkennung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervcrbände und der '.Regelung der sozialen Versicherung. Hierbei wird unter anderem die Lieberweisung des für die abgetretenen Gebiete erforderlichen Fonds für die sozialen Leistungen festgesetzt Andere Bestimmungen betreffen den freien Verkehr ter Einwohner Oberschlesiens über die Grenze und die Aufrechterhaltung ter geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Polen soll für die Dauer von 15 Zähren auf das Recht ter Liquidation deutschen Eigentums verzichten, aber mir insoweit als die Liquidation
Die Überreichung der Entscheidung an den Botschafter Dr. Mayer.
Paris, 20. Oft (WTD^ Der Wortlaut des Beschlusses ter Dvtschafterkonserenz in der vberschlesischen Frage einschliehlich ter Entscheidungen des VölferbundSrateS ist heute nachmittag 4V4 Ähr dem deutschen Botschafter in Paris. Dr. Mayer, überreicht worden.
Berlin, 20. Oft (WTB.) Die Botschafter- konferenz übermittelte freute nachmittag dem deutschen Botschafter in Paris nachstefrente Rote über die oberschlesische Entscheidung
Herr Botschafter!
Ich habe die Ehre, Ihnen anbei den Text der Entscheidung zu übermitteln, die die Botschafterkonferenz am 20 10 d. Zs. namenS und In ausdrücklicher Vollmacht der Regierungen de« Britischen Reiches, Frankreichs. Italiens und ZapanS getroffen hat, die mit den Vereinigten Staaten von Amerika als alliierte und assoziierte Hauptmächte den Friedensvertrag von Versailles unterzeichnet haben. Die genannten Mächte haben gemäh dem Friedensvertrag eine Lösung gesucht, die dem Wunsche der Bevölkerung, wie er in ter gemeindeweisen Abstimmung zum Ausdruck gekommen ist. entspricht und idie geographische und wirtschaftliche Lage ter Ortschaften berücksichtigt. Sie haben sich deshalb nach Einholung des Gutachtens des Dölker- bundsrates veranlagt gesehen, d e n I nd u st r lebe z i r k Oberschlesiens zu teil en. In Anbetracht der Tatsache, dah die verschiedenen Volksteile zerstreut liegen, andererseits aber stark untereinander vermengt sind, muhte jede Teilung dieses Gebietes dazu führen, dah auf beiden Seiten der Grenzlinie ziemlich beträchtliche Minderheiten verblieben und dah wich- ttge Interessengebiete auseinantergerissen wurden. In Berücksichtigung dieser Llmstände enthält die getroffene Entscheidung Mahnahmen, um im Iglerefse ter Allgemeinheit die Fortdauer des Wirtschaftslebens ebenso wie den Schutz ter Minderheiten in Oberschlesien zu gewährleisten. Die deutsche Regierung muh sich auch wohl dessen bewußt werden, dah die alliierten Mächte ihre Entscheidung als ein einheitliches Ganzes betrachten, und dah sie fest entschlossen sind, seinen verschiedenen Teilen Geltung zu verschaffen. In dem Falle, dah die beteiligten Regierungen oder eine von ihnen sich aus irgendeinem Grunde wekgern sollte, die Entscheidung insgesamt ober au einem Telle anzunehmen, oder durch ihre Haltung zu erkennen geben würde, dah sic ter loyalen Durchführung ter Entscheidung Hindernisse in den Wog zu legen sich be'.rebt. behalten sich die alliierten Mächte in ter Erwägung, dah es im Interesse deS allgemeinen Friedens notwendig ist. die vorgesehene Regelung so schnell wie möglich durchzuführen. solche Maßnahmen vor. die sie für geeignet halten, um die völlige Durchführung ihrer Entscheidung sicherzustellen. Genehmigen Sie usw. gez. Driand.
Aus dem englischen Unterhaus.
London, 20. Oft. (WTB.) Unter* Haus. Auf eine diesbezügliche Anfrage wurde von selten der Regierung mttgetellt, dah die Meldung von der Rückziehung der britischen Handelsdelegation aus Moskau un* begründet ist. Lloyd George erklärte, das englisch-russische HandelSabkom* men habe zweifellos wesentliche Ergebnisse gezeittgt, die jedoch nicht den Erwartungen entsprechen, die in manchen Kreisen darauf gesetzt werden. Der Premierminister erklärte außerdem, die Regierung prüfe augenblicklich die Antwort der bolschewisttschen Regierung auf die letzte englische Rote betreffs der Der- letzung des Handelsabkommens.
Bon feiten der Regierung wurde im Unterlaufe mitgeteilt, daß die deutsche Regierung sich bereit erklärt habe, den Alliierten 250 Zivilflugzeuge auSzu- liefern, die seit Inkrafttreten deS Friedensvertrages gebaut wurden. Inzwischen sei der gesamte Bau von Flugzeugen in Deutschland eingestellt worden, bis die Alliierten sich davon überzeugt haben, dah die Abrüstung von Flugzeugen vollständig ist.
Ein Antrag auf Revision des Versailler Vertrags.
London, 20. Oft (WTB.) Das Parias mentSmitglied Kennworthh hat folgenden Antrag angefünbtgt: Das HauS ist der Ansicht, dah die unter dem Friedensvertrag und deur
schen Staates wird ein gemeinsames Betriebssystem während fünfzehn Jahren in Kraft treten. Die Tarife werten vereinheillicht, und die Fahrpläne sollen den Bedürfnissen der Industrie angepaht werten: der Aufenthalt an ter Grenze soll möglichst kurz sein. In dem Abstimmungsgebiet wird während des Zeitraumes, ter fünfzehn Zahre nicht übersteigen darf, die Mark das einzige gesetzmäßige Zahlungsmittel sein. Dieses System kann nach einer Vereinbarung zwischen den beiten Regierungen geändert werten: für Post-, Telephon- und Telegrammgebühren wird für die ganze Dauer das deutsche Geld- fystem. die Mark, festgesetzt. Die Zollverwaltung und die Zollgrenze fällt mit der politischen Grenze zusammen. Die Zollgesehe und die Zollgebühren kommen mit einigen Ausnahmen zur Anwendung. So dürfen während sechs Monaten Rohstoffe, Halbfabrikate und unvollendete Fabrikate, welche aus den inbuftrteilen Unternehmungen der beiden Parteien ins Abstimmungsgebiet kommen und von den industriellen Unternehmen der anderen Partei in ter gleichen Zone fertiggestellt oder verbraucht werten sollen, zollfrei über die Grenzen gehen. Während fünfzehn Zähren dürfen die gleichen Erzeugnisse der gleichen Herkunft und zu gleicher Bestimmung die Grenze zollfrei überschreiten, wenn sie zum Wieterimport in das Ursprungsland bestimmt sind. Raturprodukte oder Fabrikate aus dem polnischen Telle des Abstimmungsgebietes sind auf drei Zahre von sämtlichen Zollabgaben bei der Einfuhr in das deutsche Zollgebiet befreit. Diese dreijährige Periode beginnt mit dem Tage der Rotifizierung der deutsch-polnischen Grenzfesllegung.
Kohlen und ®ruben: Polen wird während 15 Zähren die Ausfuhr ter Grubenerzeugnisse aus dem Abstimmungsgebiet erlauben. Was Kohlen anbetrifft, so wird den verschiedenen Bestimmungen ter Verträge, Beschlüs se ter internationalen Vereinbarungen usw. zwischen Deutschland und Polen und den Gegenden, die unmittelbar 'oder mittelbar an der Einfuhr obersch.esifcher Kohlen interessiert sind, Rechnung getragen Preußen wird gleichfalls auf 15 Zahre die Ausfuhr von Grubenerzeugnissen nach Polen erlauben.
Verschiedene Bestimmungen, sowie verschiedene andere Maßnahmen werden ins Arge gefaßt tetr, die sozialen Versicherungen, die 2Lt- teitgeterverbänte und den Verkehr zwischen betten Parteien im Gebiet. Zeter Einwohner, ter einen regulären Wohnsitz oder seine reguläre Beschäftigung im Abstimmungsgebiet hat, wird eine Dertehrserloubnis kostenlos erhalten, die ihm gestattet. die Grenze ohne Förmlichkeiten zu über-
Paris. 20. Olt (WTB) Hm die Fortdauer wirtschaftlichen Lebens Oberschlesiens nach Teilung zu sichern und auf das Mindestmaß ___ Schwierigkeiten während der HebergangS- periode zu beschränken, wurden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Bahnlinien, die Privatgesellschaften gehören, werten auch weiterhin tote bisher verwaltet Für die Bahnstrecken des deut-
Alt-Tarnowih, Rybna, Piasetzna. Doruschowitz, Mikolesna, Draht Hammer. Piosek. Wüsten Hammer. Kokotek Koschmieter. Oawneka. Siegelsdorf, Gutsberirk Grvß-Lagavnik. Glintz, Koschutz und Lissau. Im Rorden des letzteren Ortes fällt die Grenze mit ter alten Grenzlinie zusammen und mit ter. die bereits zwischen Polen und Deutschland festgelegt worden ist.
Das vorgeschlagene Wirtschaftssystem.
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen
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über Oberschlesien keinen Anlaß gibt, eine Regierungskrise au eröffnen, und daß für eine solche ein Augniblick unglücklicher gewählt werten konnte alS der gegenwärtige. Die Frakilon lehnt es ebenso ab. die Frage des Verbleibens oder tev Sturzes ter gegenwärtigen Regierung in diesem Augenblick von der Äsung ter komplt- zierten Steuerfrage abhängig zu matten, was langwierige sachliche Beratungen erfordert. Sie ist daher einmütig ter Ueterzeugung. daß die Rcichs- vegietung ifri Verbleiten von nichts anderem abhängig machen darf, alS von dem Votum deS Reichstags, das sofort nach der 'Bekanntgabe des Entscheids über Oderschlesien ein- zuholen sein wird Sie ist bereit, ter gegenwärtigen Reichsregierung daS Vertrauen auSzu- sprechen. Dieser Auffassung ter Fraktion stimmten auch "Die Vertreter OterschlesienS ausdrücklich zu. — Am Freitag vormittag tritt die sozialdemokratische ReichStagsfraktion mit dem Par- teiauSschuh zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen.
Fraktionssiyunqen des Zentrums und der Deutschen Volkspartei.
Berlin, 20. Ott. (WTD.) ES haben Fraktionssitzungen des Zentrums und ter Deutschen BolkSpartei statt- gefunden. Heber den Verlauf und das Ergebnis ter Beratungen innerhalb des Zentrums wird in der ZentrumS-ParlamentS-Kor- respondenz mltgetellt, daß die Auffassungen über die politische Lage völlig einheitlich waren. Damit wird den Gerüchten entgegengetreten, die von einer durch Strömungen im Zentrum ins Auge gefaßten Reubildung des Kabinetts unter ter Führung eines anderen, vom Zentrum zu benennenden Parlamentariers wissen wollten. Heber das Ergebnis der Beratungen innerhalb der Deutschen BolkSpartei wurde bisher eine parteiamtliche Meldung nicht ausgegeben. Eine völlige Klärung der polittschen Lage dürfte sich aus den Beratungen des Kabinetts auf Grund der morgen vorliegenden Entscheidung über Oberschlesien, und auS der unmittelbar daraus, voraussichtlich am SamStag, ftattftntenten Plenarsitzung deS Reichstags ergeben. *•
Der Schadenersatz sür die Deutschen in Oberschlesien.
Oppeln, 20.OIL (Wolff.) lieber die Schäden, die die Deutschen Oberschlesiens seit dem 10. Februar 1920, dem Tag der Besetzung bei Landes, erlitten haben, werden gegenwärtig Erhebungen angestellt. Die Entschädigung-» z a h l u n g soll auf Grund eines besonderen Gesetzes er'olgen. das für Ober chle ien analog dem für Westpreuhen und Posen erlassen wird. Di« Regulierung soll sich auf alle Schäden erstrecken, die seit dem obengenannten Termin erwachsen sind Man hofft, die direkten Schäden in vollem Umfange erseht zu erhalten, von den indirekten auf alle Fälle die, die einen tatsächlichen Schaden darsteilln. Den entgangenen Gewinn zu ersetzen, er- §ärte Jitfr die Regierung außerstande, da die umme ins Ungeheure gehen würde. Die Feststellung der direkten und indirekten Schäden soll einheitlich erfolgen. Für die Abschätzung dieser Schäden wurden in den einzelnen Kreisen Kommissionen gebildet, wobei je eine Kommission für mehrere Kreise zuständig ist. Die bisher bei den zuständigen Landräten und Rotstandskommisstonen in Oppeln angemelteten Summen gehen in die Milliarden. Ob eS möglich sein wird, diese Schäden voll zu ersetzen, steht dahin.
schreiten. Die in Kraft befindlichen Verordnungen im Abstimmungsgebict. tetr, im besonderen die Gruden, die Industrie- und Handelsunternehmen und die Arbeitergesetzgebung bleiben in Kraft biS zu dem Augenblick, wo Polen die aut sein ganzes Gebiet anwendbare (^ele.-gcbung geschaffen, die an Stelle ter früheren Verordnungen treten kann Alle diese auf geführten Maß naomen werten Gegenstand eine«» zu treffenten Abkcmmens zwischen Deutschland und Polen in Form einer allgemeinen Konvention zwischen den beiten Ländern bilden. Diese Konvention wird f daher Oberschlesien während ter Übergangszeit unter ein besonderes Regime stellen. Zur Er-
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frroffiirt a. DL 11686.
teilung, daß die Reichstagsfraktion ter D e u t - ichen Volkspartei in ihrer gestrigen Sitzung durch Mehrheitsbeschluß den Eintritt in das Kabinett Wirth ablehnte. Der ,Vor- wärts' will sogar wissen, daß die Entscheidung gegen 5 Stimmen gefallen sei. Die Rational- literale Korrespondenz stellt Demgegenüber fest, daß die Fraktionsberatungen freute nachmittag fortgesetzt werden und daß in ter gestrigen Sitzung irgendwelche Abstimmung nicht statt- gefunten habe.
Der .Vorwärts" erklärt, daß, wenn eS tatsächlich die Deutsche Vollspartri aMcfrncn sollte, in das Kabinett Wirth einzutreten, dies besagen würde, dah die Deutsche Vollspartei die bisherige Polittk ter Reichsregierung verurtellt und eine ganz andere Polittk wünscht. Die Sozialdemokratie könnte eine solche neue Polttik nicht mitmachen. Die neue Politik könnte beite |o- zialdem okratischen Fraktionen des Reichstags in Die schärfste Opposition Drängen.
„Der Deutsche" will sich auf die Person Wirths nicht fest legen. Das Blatt schreibt, gelinge es dem Kabinett Wirth nicht, die Vermittlungsaktion zwischen der Deutschen Vollspartei und ter Mehrfreitssozialdenwkratie durchzuführen, so wäre die neue Lage geschaffen. Die außen- und innerpvlitische Lage fordert gebieterisch die Herstellung einer großen Koalition. Personen frag en Dürfen dieser nationalen Frage gegenüber selbstverständlich keine Rolle spielen.
Ein Fraktionsbeschluß der Sozialdemokratie.
Berlin, 20. Ott (WB.) Die sozialdemokratische ReichStagsfraktion ist freute nachmittag zu einer Sitzung zusammengetreten. In ter Aussprache ergab sich als einmütige Auffassung, dah Die Entscheidung
nicht tut Interesse ter Aufrechterfraltung ter Betriebe nicht für notwendig erachtet wird. Endlich enthält die Anlage Desttmmungen über den Schutz ter nationalen Minterhetten. Zur Durchführung Der Bestimmungen sind Ausschüsse vvrge- fefren. Die sich aus Deutschen und Polen zusammensehen. deren Vorsitzende aber fämtlicfr vom Bölkeröundsrat bestimmt werten. Die deutsche und polnische Regierung werten aufgefordert, innerhalb 8 Tagen Die Bevollmächtigten für die vorgesehenen Verhandlungen zu ernennen.
Die vorgeschlagene Grenze.
Paris, 20. Oft. (Havas.) Man veröffentlichte heute die Dokumente über Ober- schlefien. Die dem Dölkerbundsrat und dem Vorsitzenden Den Obersten Rates unterbreitet wurden. gemäß ter einstimmig am 12. Oktober angenommenen Empfehlung. Die Grenze folgt ter Ober, von dem Punfte al\ wo dieser Fluh in Oberschlesien eintritt, bis Riebotschau. Sie läuft dann in nordöstlicher Richtung und läßt auf polnischem Gebiet die Gemeinden Hohenbirken, Wil- helmstale, Raschütz. Adamowicz. Bogunih, Lissek Summ in, Zwenvtoih, Tfreawakenowih. Cobelwih, Wleza. Kriewald, Knurow. Giraltowitz. Preiswitz. Rakoschau, Kunzendorf. Paulsdorf, Rula, Or- zegow. Schöngrube und Hohenlinde. Sie beläßt aus deutschem Gebiet die Gemeinden Oftrog, Mar- kowih. Babitz, Gurek, Stodvll. Riederndorf Wila- harih, Rieborowitzer Hammer. Rieborowitz, Schönwald, Ellguth, Zabrze. Sosniza, Machesdorf, Zaborze, Diskupitz. Bobrek und Schömberg. Don da geht die Grenze zwischen Roßberg, das an DeutscAand fällt, und Birkenhain, das an Polen fällt, in der Richtung Rordwest weiter und läßt auf deutschen Gebiet die Gemeinden Karf, Miechowitz, Stollattowitz, Frirör chrwille, P^akv- witz, Larischow, Ribar, Hanusek, Reuendorf, Ztoorog, Kattenlast, Potembo. Keltsch. ZavadSki, Pluder, Petershvf, Klein-Lagievnik, Skrziblowih, Gwvdzian, Dzielna, Cziasnau, Sorowski, und läßt im polnischen Gebiet die Gemeinden Scharley, Radzionkau, Locken berg, Reu- und Alt-Repon,


