Ausgabe 
21.9.1921
 
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Mittwoch, 21. September 1921

Gießener Anzeiger (Gemral-Anzeiger für Gberhesfen)

Das Kreditangebot

Berlin, 17. Sept. Bei der Stellung

nähme au den Besprechungen über Zurverfü- (Abhebung, gungstellung ausländischen Kredits iung b«i

Niger in Devisen zu stellen sein als vielmehr in

ge^en Rüdiger

Absicht zu cx-

ileber eine Milliarde werde man kaum hin- auskommen; Deckung dieser Kredite wird we>

-Reichskanzler gegenüber ausdrücklich hervvr- gehoben, das) mit dem Kreditangebot ein gan- neuer Weg beschritten werde, der mit dem Plan einer Erfassung der Sachwerte nichts zu tun habe, und daß Eingriffe in die Substanz und weitere Belastungen über die Kreditlei-

fangenhctt verblüffend. _ . .

Do beobachtete sie wie ein Wunder. Davor war sie aber innerlich desto unruhiger. Denn sie begriff einfach nicht, warum Magelone uder- Haupt abreiste? Wie konnte sie Rüdiger in dieser Situation allein lassen?

Erst als Magelone später wie zufällig er­wähnte, daß die Stimmung im Dors letzt eine andere geworden sei, und sich vorwiegend aez einen gewissen Scheibinger und , kehrte, glaubte sie Magclvnes -----

raten. Sie wollte Rüdiger entgegenreisen, um

nun bin ich wieder ich selbst. Das ülnglück. wie grob es auch sein mag, soll mich nicht Leiner finden, als manchen anderen Rotherstein, der in schlimmeren Zeiten den Kopf nicht einen Zoll niedriger trug als zuvor."

($r hatte sich hoch aufgerichtet und ferne Hellen, scharsen Augen leuchteten wie In jungen Tagen.

Da tat Do etwas, das sie bisher noch nie gewagt hatte, sie warf sich stürmisch an lerne Brust, umschlang seinen Racken und rief leiden­schaftlich: .Wie habe ich Dich lieb, Onkel "üldald. dah du so denkst, ülnd so muhtest du denken I Dann bleibst du immer ein Fürst und ein Rother­sleiner, auch wenn dich das Schicksal zum Bettler machen würde." , a

Ein warmer Strahl traf sie aus des alten Herrn Rügen.

ülnd du? Soll ich dir sagen, was du bist, Dorothea? 3n dieser Rächt habe ich's gefühlt, tvie nie zuvor: Ruch du bist eine echte Rotcherstem, auf die ich stolz bin!" sagte er inniger, als er je zu Do gesprochen hatte.

Sie war zu bewegt, um antworten zu kön­nen. Dann gingen sie hinüber nach dem Früh­stückszimmer.

Dort herrschte eine gedruckte, verlegene S tut mung Rlle fühlten ganz gut, dah ihre Abreise in diesem Rugenblick als Flucht aufgea^t w.r- den muhte und dem Fürsten gegenüber eine Lück- sichtslosigkeit nxir. Rainer besonders litt unte- pjesem Gedanken sichtlich und suchte die 2ll>reise mit allerlei Ausreden ?u bemänteln.

Seine Frau leide schon lange an einem hart­näckigen Katarrh, wesla b man gst vorgehab hatte, ans Meer zu gehen. Run habe ma" die Reise nur beschleunigt, weil Carola fürchten

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 21. Sept. 1921.

Gtratzerireinigung und Müllabfuhr.

Zu dem dieser Tage Veröffentlichten Ent­würfe einerOrtSsahung-überdie Er­hebung von Gebühren für die Rei­nigung der Straßen und Fußsteige und für die Abfuhr von HauSkeh- richt" hat der Gießener Mieterver- e t n eine Eingabe an die Stadtverwaltung ge­richtet. 3n folgender Zuschrift faßt der Mie­terverein seine Stellungnahme gegenüber der geplanten Steuer zusammen:__

Kreis Büdingen.

4* O r t o n b e r g, 20. Sepl. Die Her st e i g e* rung des städtischen Obstes brachte der Gemeinde die schöne Einnahme von etwa 13 Ouo Marl Rn der Kreisstraße nach ßihberg tourben 26 000 Mk.. an der nach Bleichenbach IbOCO gelöst, so dah diese beiden Strahen mit ihrem Obst allein dem Kreis 42 000 Mk. erbrachten, ^üälich wird an unserer Statron Obfl verladen: von den umliegenden Dörfern, besonders von Wippenk^ch und Eckartsborn. die ganz besonders gute Obst­ernten hatten, kommen ganze Wagenladungen mit feinstem Obst zum Vertaten ungefähren.

§§ Stockheim, 20. Sept. 3n unserer Ge­meinde lieb sich ein praktischer A r z t Dr. S i e g e r t, nieder. Er nahm vorläufig im Hause des Gastwirts Walther am Bahnhof Wohnung.

Kreis Alsfeld.

xtElbenrob, 15. Sept Nachdem in unserer Gemeinde nunmehr das elektrische Licht eingerichtet ist, wurde nunmehr die Anschaffung von zwei neuen Glocken beschlossen, die bedeutend größer und schwerer sein werden als die alten. Die Kosten werden mehr als 20 000 Mark betragen.

Kreis Friedberg.

Kreis Wetzlar.

ra. Wetzlar. 20. Sept. Die Ausgestaltung der Hausergasse und der Straßenanlage am altehrwürdigen Hauserwr bereitet unfern Stadt- Vätern nicht geringe Sorgen. Wenn das alte Stadt­tor erhalten bleiben soll, muß sich die Straße am Tor gabeln, und zwar ein Teil durch das Tor hin­durch. der andere Teil nach der Lahnseite. Dabei gilt eS eine ilfermauer anzulegen. deren Kosten allein auf zirka 70 000 Mark veranschlagt find. Die Entscheidung über das uralte Stadt.or, ob eS fallen soll oder nicht, liegt bei dem Minister

Hessen-Nassau.

Admiral Scheer in Hanau.

muhte, dah die Kinder nicht sicher seien unter der erregten Bevölkerung. Man wollte deshalb auch nicht durch Wvlkenriet zur Station fahren, sondern lieber über Wilhelminenruhe zur nächsten Station.

Der Fürst nahm diese Erklärungen mit dem liebenswürdigsten Lächeln entgegen. Er trug über­haupt ein so heiteres, unbefangenes Wesen zur Schau, als sei nichts geschehen. aI8_ sähe man einfach wie sonst gemütlich beim Frühstück bei­sammen. .

Rm schnellsten paßte sich Magelone dieser stillschweigend ausgegebenen Parole an. 3£".e Heiterkeit war geradezu bestrickend, ihre ülnde-

Hr. 221 Zweiter Blatt

Marione erzählte nämlich, man habe noch in der Rächt bcrauggeW#, daß Scheib«^ die Fabrik angerünbet habe, und ihn sofort nar haftet Gleich'eitig berfloa der Taumel in den Köpfen der D. sonnenen. Es war^e ib'-en .Üing" 'am klar dah sie durch ben Brand auch mtt be- trcffen wurden. Mit dem sicheren D«dt«st m der 5a6rir war es nun au immer vorbei. Das traf viele hart Der Fürst

Stadtverwaltung Mainz gcr.ch.ct.

Der Giebener Mielerverein svrbert, dav vor der Beratung des Entwurfes dem Borstand des Mi tcrt>:rd.i$ aasr.iche b G l ge hi: cur Reu herung zu geben ist. Zu der Beratung selbst sind Mitglieder des Dvrslandes hinzuzuziehen.

Die zu erhebenden Gebühren beruhen nicht auf dem Prinzip der Leistung und Gegenleistung, sondern sind lediglich ein Ersatz der geleit ch nicht mehr möglichen Kommunal st euern Eo ist daher so zu verfahren, dah ein sozialer Ru Sgl eich geschahen wird, und zwar derart, dah Einkommen bis zu einem bestimmten Betrag, oder der Mietwert bis zu einem bestimmten Be­trage, oder gröberen Kinderzahl eine Erleich­terung oder am besten eine völlige Befreiung von der Gebühr erfahren. Bei Festsetzung des Mietwertes durch das Wohnungsamt ist dahin zu wirken, dah die leistungsfähigeren Kreise der 3n- dustrie und des Handels entsprechend stärker her- angezogen werden. Ferner sind' bei der Gebühren- festsetzung diejenigen Kreise, die am meisten zur Berunreinigung der Strahen beitragen, wie Fuhrwerks- und Pferdebesitzer, ent­sprechend höher einzuschäyen. Ruch die Auto- und Krastwagenbesitzer. die durch die verstärkte Abnutzung der Straßendecke wesentlich die ©taub- und Schmuhbildung fördern, sind cnl- I sprechend stärker zu veranlagen. Desgle chen sind

Die Rothersteins.

Roman von Erich Ebenstein. Copyright 1919 by Greiner & Eomp.. Berlin W 30. 59. $ortfeBunq. (Nachdruck oetbotea.)

.Olein, dazu darf es nicht kommen! sagte Do leidmschafllich. Er wird weiter arbeiten nur anders um Erfahrungen reicher I"

,2llle Arbeit kann diese Derluste nicht er­sehen'"

Sie wird es! Wenn alle zusammenhelfen, wenn man den Haus hall reduziert. Die L^tte im Dors werden sich beruhigen und selbst helfen, die Fabrik wieder aufzubauen, wenn sie nur erst sehen, dah Rüdiger ein Herz für ste hat. Sie sind verhetzt, aber gewiß nicht bösartig ^110. wird gut werden, Onkel Ubalö, du wirst sehen!

Do sprach aus innerster üleb-rzeugung Aber der Fürst hatte nur ein traulges. hoffnungs­loses Lächeln für ihre Trostworte.

So wurde es Tag Statt der Rote lagerten nun düstere Rauchschwaden über der ganzen Ge­gend und verdunkelten die Sonne. Ein berzender Rauchgeruch erfüllte die Luft

Hampe kam mit der Meldung, dah die §err schäften sich zum Frühstück begeben hatten. Cb 6c. Durchlaucht daran teilnehmen oder separat serviert haben wolle? , ,

.Wir kommen hinüber, _ Tagte Fürst. Rls Hampe gegangen war, fügte er zu Do ge­wendet hinzu: .Sie sollen mrch mcht b-nnckletden als einen gebrochenen Mann. Sre sollen auch nicht denken, ich schäme mtch vor rhnen, oder ibr Fortgehen täte mir weh. 3n der RaHt t^n mich Kleinmut und Derzweiflung gepackt. Ader

Die hessische» landwirtschaftlichen Schulen.

Der orbentlicheLehrgang 1921/22 der hessischen landwirtschaftlichen Schulen wird nach einer Bekanntmachung des Landesernährungs­amtes am Montag (7. Rovember) eröffnet.

Die neue Schule inGrünbera wird nur mit einer, der unteren Abteilung. eröffnet, während an den übrigen Schulen der Unterricht in beiden Abteilungen abgehalten wird.

Der Unterricht dauert bis zur Karwoche und wird auf Grund eines für sämtliche Landwirtschaft­liche Schulen einheitlichen Unterrichtsplanes in 34 Wochenstunden erteilt

Der gesamte Unterrichts stoss ist aus

"Streiks und Aussperrungen im - Stadtgebiet Giehen sind, wie von zustän­diger Seite mitgeteiü wird, durch die Betriebs­leitung sofort auf schnellstem Wege dem Stadt. Arbeitsamt, Liebigstraße 16 (Alte Klinik, Tele- phon 2054), mitzuteilen. Das Städt. Arbeitsamt erledigt alsdann die nach der Dervrdnung des StaatSkommisssars für die wirtschaftliche Demobil­machung in Hessen vom 12. Zanuar 1921 vor­geschriebene drah.liche Mitteilung an diesen.

* DefälschteTausendmarkscheine. Seit einem halben Jahre wurden falsche Tausend­markscheine in den Verkehr gebracht. Die Hersteller und Verbreiter dieser falschen Tausendmarkscheine sind jetzt von der Reichsbank-Falschgeldabteilung ermittelt und verhaftet worden. Es sind der Litho­graph Erwin P o f a h l, sein Bruder, der Photo­graph Bruno P o f a h l und der angebliche Schrift­steller Franz Wydrinski, der in Berlin wohnte und in seiner Wohnung auch die Fälscherwerkstatt eingerichtet hatte. Wydrinski ist eine nicht uninter­essante Persönlichkeit Lithograph von Beruf ent­deckte er in jungen Jahren bei Hemmenthal in der Schweiz einen Schieferbruch, der sich zur Herstel­lung von Lithogravhiesteinen ebenso eignen soll wie der bekannte Svlenhofer. Zur Ausbeutung des neuen Bruches rief Wydrinski mit Schweizer Kapi- talisten eine Gesellschaft ins Leben, aus der er sei­ner Behauptung nach später wegen Meinungs­verschiedenheiten hinausgedrängt worden ist Der Lithograph wurde später Schriftsteller und Erfin­der eines Stenographiesystems, das nach ihm daS Whdrinskifche heißt. Auch auf technischem Gebiet hat er sich durch Erfindung des sog. Lithon-Ver fahrens betätigt, das den Umdruck von Zink au Stein erleichtern soll An den Geldfcheinfälschungen will er sich nicht aus Eigennutz beteiligt haben, son­dern um seine Pläne einer Reform der Gesamt- Wissenschaft durchsetzen zu können. Bei den Ermitte­lungen gegen Wydrinski und'seine Helfer hat man fcftgcftcllt, dah die Fälscher in der Wohnung Wydrinskis in den Zähren 1919 und 1920 auch Rachahmungen von Fünfzigmarkscheinen in grober Menge hergestellt haben. Während der März- unruhen 1919 geschah es. dah eine von den Auf­ständischen abgefeuerte Granate das Dach durch­schlug und Wydrinski in seiner Fälscherwerkstatt zu Boden warf. Infolge des Rervenchoks^ den er ha­bet erlitt, hat er sich ein dauerndes Dervenleiden

, g v l c b b e r g, 19. Sept Gestern starb in der Klinik in Gießen der frühere Oberstabsarzt bei Marine Dr. G r o h. an den Folgen einer schweren Operation, im 46. Lebensjahre. Der Verstorbene Halle sich nach seinem Abgänge vom Militär in Friedberg als Augenarzt niedergelassen und eine bedeutende Praxis erworben.

zwei Winter verteilt, und zwar derart, daß für jeden Schüler der Besuch beider Abtcilunger notwendig ist Am Schluß des unteren Lehrgangs erhalten Die Schüler ein UebergangSzeugmä mu einem Vermerk, ob sie nach Beschluß der Lehrer­konferenz in den oberen Lehrgang versetzt werden können oder nicht. Am Schluß des oberen Lehr­ganges erhalten die Schüler das Abgangszeugnis.

'Das Schulgeld für den B.such jeder Ab­teilung beträgt 2f) Mark für Hessen. 250 Marl für Richtbeilen.

In die Hessifchen Landwirtschaftllchen Schulen können Schüler und Schülerinnen ausgenommen werden, die sich durch Zeugnis der Bürger­meisterei des Wohnortes über bisherige tadellose Führung und über die Bekanntschaft mit den gewöhnlichen Arbeiten in der Landwirtschaft, ferner durch Schulzeugnisse über den Besitz der durch den Besuch der Volksschule zu erwerbenden Kenntnisse und Fertigkeiten ausweifen können. Eine Aufnahmeprüfung findet nicht statt. DaS Lllter der auszunehmenden Schüler und Schüler­innen soll In der Regel nicht unter 16 Zähre sein.

ftuna hinaus von der Ändusttie nicht getragen GnMcke ge-

werden könnten. ES hegt auf der Hand, daß ' u Andren «rnzusetzen, die durch Einsetzung

ausländischer Kredit in der erforderlichen ln und GrunbstückS-mtcrhaltungs--

Höhe nur genommen und zur Verfügung ge- tite[ &er ©tabt auf die Allgemeinheit, der die Ge­stellt werden kann, wenn die Substanz, die I bäube und Grundstücke dienen, abgewälzt werden.

Grundlage der Kreditbeschaffung, unangetastet Hierdurch wird die Summe für die Bürger, welche bleibt. Heute vormittag fanden sich die V e r - gewislermaßen nur den Bürgersteig benutzen, we° - - - fentlid) verringert.

Rach tz 5 des Entwurfes beträgt die Ge­bühr 10 Prozent deS Miet- ober Pachtwertes. RuS der Veröffentlichung ist nicht zu ersehen, was Villen- oder Fabinkbesitzer für ihre Gärten. Lager­plätze oder dergleichen nicht in dem Mietwert enthaltenen Flächen, die aber des öfteren zwei ober brei lange Straßenfluchten einnehmen, an-

3n ber Begründung des Entwurfes wirb angeführt, baß sich die Gebührenerhebung in Darmstadt und Mainz bewahrt habe. Das ist irreführend. Es kann sich dieser Say nur auf die nicht aber auch aus die V e r t c i» .o .jr Gebühren beziehen. Der Landes­verband Hessischer Mieterschutzvereine hot, nach­dem die Mainzer Mieter vor die vollendete Tat­sache gestellt waren, ein Protestschreiben an die

hatte sie Gesindel" genannt. Gut. sie hätten da­für vielleicht die Arbeit eingestellt, aber Brand- flifter werden? Olein, dann hätten sie jg den Mimen Gesindel verdient! 3m Handumdrehen waren die besten Freunde des Scheibinger nun gegen ihn. Oluch von den Steinwürfen wollte heute niemand mehr etwas wissen

Reben Scheibinger wendete sich die Entrüstung auch Rüdiger zu. Gr war ja schuld, day die Dinge so weit gekommen waren. Hätte er doch Scheibinger nicht ent'assen und dessen Weib nicht einsperren lassen! So hatte er sie nun durch seinen Starr.inn alle brotlos gemacht Aber er sollte sich nur wieder blicken lassen in Wollen- riet .

Magelone hatte all diese Rach.ichten von ihrer Kammerjungfer. die glttch nach OluSbruch des Brandes den Befehl erhalten hatte, zu packen, unb die nun am Morgen mit dem Reisegepäck ihrer Herrin aus Fürstenhaus nach Grafenegg gekommen war.

Während man noch beisammen saß, wurde die Post gebracht und gleichzeitig eine Depesche Rüdigers, die seine Ankunft für den Vormit.ag meldete. Er wußte natürlich noch nichts von dem Brande und kam lediglich auf die beun­ruhigenden Meldungen hin, die Brömel ihm ge­stern nachmittag gesandt hatte.

Do blickte erschrocken aus Magelone. Würde cs nun gelingen, ihn noch rechtzeitig zu warnen? Da er schon unterwegs war. konnte dieS nur auf her Station Wvlkenriet selbst geschehen. Otter es war hie Frage, ob er sich da noch zurückhalten lassen werde, wenn er erfuhr, was geschehen war.

(Fortsetzung folgt)

für die Zwecke der Wiederherstellung ist ver­schiedentlich die Llnsicht geäußert worden, daß ber von der Industrie empfohlene Weg auf Erfassung der Goldwerte oder eine einer sol­chen ähnliche Aktion hinauSlaufe. Demgegen­über betonen die Berliner Politischen Nach­richten, daß eS sich bei dem Vorschläge darum handelt, den ausländischen Kredit der deut­schen WirtfchaftSstände für die Zwecke des Reichs nutzbar zu machen. Der Gedanke dem Reich die Hilfe der Industrie zur Beschaf- fung der demnächst für die Erfüllung deS Ultimatums notwendigen Goldzahlungen an­zubieten, ist vom ReichSverband der deutschen Industrie ausgegangen, dessen Präsidium und Vorstand am 13. d. M. nach eingehender Beratung in Würdigung der außerordentlich schwierigen außen- und inner- politischen Lage einen dahingehenden Ent­schluß gefaßt haben. In den Besprechungen über die Durchführung des Kreditangebots wurde von den Vertretern der Industrie dem

8 9 "Der Städtische Volks kinber gar­ten wird während ber Herbstferien nicht ge­schlossen. Es können zur Zett noch Kinder Auf­nahme finden. , m .

"Vorsicht beim Traubengenu h. Bei dem Mangel an Regen in diesem Sommer sind die zur Bekämpfung der Rebschädlinge angewandten Mittel Kupfervitriol, Nikotin, Arsen u. a. an den Trauben haften geblieben, während sie m anderen Jahren größtenteils durch Regen abgewaschen wurden. Di« Gefahr, daß bei Genuß der mit obigen Mi teln be­handelten Trauben Dergistungrerscheinungen auftreten, ist daher zu befürchten und sind schon beobachtet worden. Trauben sind also unbedingt vor Genuß gründlich abzuwaschen.

Landkreis Gietzem

k.Allendorf a. d Lda., 18. Sept. Don Fett- Mäusen wird auch in unserer Gemarkung viel Schaden angerichtet. Um der Mäuseplage Herr zu werden, wurde beschlossen, vergifteten Weizen auf die Äcker zu streuen. Diese Arbeit wurde von allen Landbesitzern gemein, schaftlich vorgenommen. Je nach der Größe des Grund, besitzes beteiligten sich aus jedem Hause ein ober zwei Personen daran. Gemeinschaftlich durchzog man die ganze Gemarkung, um den vergifteten Weizen in die Mauslöcher zu streuen. Dieses Verfahren wurde in einem früherenMäusejahr" schon einmal mit Erfolg angewandt-__

treter der Bankwelt zu einer Besprech­ung zusammen, die sich ebenso wie dje indu­striellen Kreise bereit erklärten, an dem Werk mitzuarbeiten, wenn bei den Verhand­lungen auch nicht verkannt wurde, daß cuf dem eingeschlagenen Wege noch große Schwierig­keiten zu überwinden sein werden. Ferner i ober brei lange otrartrniUKOten dnnemneu, uu- wurde der Befürchtung Ausdruck gegeben, dah gerechnet bekommen sollen. D.e an diese Flächen auch diese gewaltige Kraftanstrengung umsonst angrenzenden ©traben werden auch gerei- sein müßte" solange man nicht die Gewahr er- nig3n

6?,ln ® t ® nnH am telt *** ber vtraßenr:inig ng und MW.

Deutschlands eine deutlich erkenn- mad>t wurden. Wo stecken die Kehr-

bare Grenze erführen; immerhin wurde Maschinen? Als guter Piassava überhaupt eingeräumt, daß man durch den Schrttt wenig- ^^cht, oder nur zu Luruspreisen zu haben war. stenS einen Aufschub erzielt hätte, und daß in tonnte man verstehen, bah die Maschinen nicht mit der Zwischenzeit die Wirtschaftslage der Welt neuem Material versehen wurden, aber dieser und auch die geistige Einstellung zum Verfall- Grund ist doch schon fett einem Iahre Ter Vertrag und dem Londoner Ultimatum sich stichhaltig Wirb fedvch noch^Ar^gc^ _ änl)ern werde, ^ot^l^ legten die Vertreter bekannten städtischen Schneckengalopp-

der Danken großes Gewicht auf hie Dedingun- Müllwagengäule dürste es sich

gen, unter denen das Ausland bereit wäre, empfehlen, die Wagenkasten zweckmäßig zu uns diesen Kredit zu gewähren. Er werde ja Detgröf>ern, da das Gewicht des Wageninhalts unter den heutigen Verhältnissen nicht billig Qu(g dann noch nicht so schwer würde, dah ein fein, aber daS dürfe uns nicht hindern, den Gaul es nicht ziehen ßnnte. Ohne auf weitere Versuch zu machen. Heber die Höhe des ' ' v _'1' " n"

Kredits war man nicht allzu opttmistisch.

sn. Hanau. 20. Sept. Die Hugendgruppe der Deutschen Vollspartei in Hanau hatte den Ehrenbürger her Stadt Hanau. Admiral Scheer, ber den größten Teil seiner Hugenb in Hanau verlebte, zu einem Vortrag eingeladen. den der Admiral am Sonntagabend im überfüllten Saal des Turn- und Fechtllub hielt. Um etwaigen Störungen durch linksradikale Elemente vorzu- beugen war der Zutritt nur gegen Einlaßkarten gestattet. Oeffentlich- Ankündigungen hatte man unterlassen Das politische Gebiet wurde von Admiral Scheer nur flüchtig berührt. Er ver­urteilte es, dah oft derjenige als minbertoötig angesehen werbe, ber politisch gegenteiliger An- liebt sei. Dah hierin eine Gesundung eintreten nwge wäre sein lebhafter Wunsch. Durch die Jagd nach dem Gvlde habe schon vor dem Kriege ein Tell des Volkes die Ideale verloren. An der Jugend liege eS die Ideale hvchzu halten. In gewandter, unterhaltender Form verbreitete sich der Redner dann eingehend über verschiedene Vorgänge während des Krieges, über den Anteil der Marine an den Kämpfen unter besonderer Berücksichtigung der äl-Dootwasfe.

*

St. Schweinsberg. 20. Sept. Auf ber Bahnstrecke Kirchhain-Burg- undRie - ber-Gemünben wollte heute morgen in ben vor 9 Uhr hier abgehenden Personenzug eine ältere, aus Vockenrode bei Alsfeld stammende Frau' einsteigen, kam rückwärts mit dem Rock unter die Räder, wobei beide Beine über­fahren wurden. Die Frau war huvor gewarnt worden, in den schon fahrenden Zug einst eigen Die Frau sollte sofort ins Landkrankenhaus Als­feld verbracht werden, nachdem in Homberg cm Rotverband angelegt war. Auf der Station Burg­und Rieder-Gemünden trat aber bereits ber Tob ein Eine andere grau, die ebenfalls noch ein­steigen wollte, ließ sich durch die Warnung im letzten Moment noch zurückhalten, und entging dadurch wohl einem ähnlichen Schicksal.

Gerichtssaal.

rm. Darmstadt, 20. Sept. Ein^Hell' seher", der 34 Jahre alte Friseur Wilh Strv- i meter aus Reuenstein in Thüringen stand heute ; mit seiner 23 Jahre alten Haushälterin Sofie ! Löhrbacher aus Weinheim wegen D e t r u g s vor i Gericht. Er beschäftigt sich seit einiger Zett hier , mit Graphologie. Astronomie Astro- 1 o g i e und Der wandtenWissenschasten,

SparfamkeitSmögl ch'etten durch rationelle Aus­nutzung ber vorhanbenen Kräfte, Mischinen unb Material einzugehen, kann ruhia behauptet wer­den, hab bei ernstlich gutem Willen die Kosten für ©trabenreinlgung und Müllabfuhr auf bte - - - , , v . Höhe von 1920 herabgebrückt werben können. Dann

deutschen Sachwerten. Der Haupterfvlg der ^nt @runb zur AdwRzuna der Kosten von Aktion sei in der Einschüchterung der Devisen- der Allgemeinheit auf den Ginzänen fort. Hamsterer zu finden. Heute nachmittag fanden Aus allem diesem ist zu ersehen, baß eine sich dann Die Vertreter der Banken zu einer so einschneidende Verordnung eingehender De- Unterrebung in der Reichskanzlei ein. Heber ratung im kleinen bedarf und wir biete verwogen Ist im Lugenblick nod) bte 5

teine Auskunft zu erhalten. Hinzuziehung von berufnen Faktoren durch-

~ arbeitet. L-