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il-esfischer Zchutz- und wirtschastrbund).
Uebrr die Tatlosigkeit und politische Schwäche des deutschen Bürgertums ist häufig geklagt worden. Eine durchgreifende Aenderung ist bisher noch nicht erkennbar. Auch die gewaltigsten Umwälzungen, die vollständige Zerstörung unseres Staatswesens und Zerrüttung unseres Wirtschaftslebens haben das deutsche Bürgertum nicht aus seiner Mutlosigkeit, Zersplitterung und Ohnmacht aufrütteln können.
Bis zur Revolution gewährte der autoritative Staat mit seinem starken und disziplinierten Heere dem deutschen Bürgertum aller Berufe und Stände, dem gesamten Wirtschaftsleben den sicheren Rückhalt. Unser Heer ist aufgelöst und verschwunden, von der Staatsgewalt ist nur noch ein Schatten übng geblieben.
Da wird das deutsche Bürger- und Bauerntum endlich sein Schicksal in die eigene Hand nehmen müssen, wenn es nicht mit seinen ganzen geistigen und materiellen Gütern vernichtet werden will. Das aber würde den Untergang unserer gesamten staatlichen, wirlschast- lichen und geistigen Kultur bedeuten.
Was nottut, ist die gewerkschaftliche Organisation des gesamten Bürger- und Bauerntums bis zur restlosen Erfassung aller Berufsgruppen und Stände.
Immer stärker macht sich die Ueberzeugung geltend, daß die polittlchen Parteien allein die Erhaltung und Fortbildung unseres Staats- und Wirtschaftslebens nicht verbürgen können. Neben die rein politische muh die wirtschaftliche Organisatton treten, die von aller Parteipolitik unabhängig, die für alle Erwerbs- und Berufsgruppen gleichmäßig unentbehrlichen Grundlagen unseres staatlichen und sozialen Lebens mit den Mitteln der wirtschaftlichen Macht zu schützen berufen und im Stande ist.
Auch im innerstaatlichen Leben kann die bloße Rede und Ueberzeugung nicht die letzte Entscheidung bringen, sondern die reale Macht. Diese reale Macht aber im innerstaatlichen Leben ist die w i r t - H s Das deutsche Bürger- und Bauerntum muh sich durch Bildung einer einheitlichen gewerkschaftlichen Organisation der gewaltigen wirtschaftlichen Macht, über die es im Falle der Einigkeit verfügt, bewuht werden, um diese grobe wirtschaftliche Macht unter einheitlicher Führung im Falle der Not wirksam zur Erhaltung unseres Staats- und Wirtschaftslebens in die Wagschale werfen zu können. .
Noch sind die schwersten Gefahren für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Ge,etz in unserem Volke nicht gebannt. Noch leben wir insgesamt im Gefühl der schwersten Unsicherheü, die nicht weichen wird, bis wir uns nicht selbst eine sichere Schuhwehr zur Erhaltung von Gesetz und Orbming geschaffen haben.
Diese Schutzwehr auf rein wirtschaftlicher Grundlage ist für unser Gebiet der „Hessische Schutz- und Wirtschastsbund", Ortsgruppe: Wirtschaftskartell Bietzen.
Unsere Organisation dient nicht dem Angriff, sondern der Abwehr. Sie will ein Schutzmittel sein gegen jede Art Terror und Gewalttätigkeit, von welcher Seite sie auch kommen. Sie vereinigt deshalb alle Staatsbürger und Staatsbürgerinnen ohne Unterschied der Partei, die die bürgerliche Staatsauffassung vertreten, d. h. die unbedingte Aufrechterhaltung von Gesetz und Recht verlangen und die dem Einzelnen die möglichst freie Entfaltung seiner per önlichen, wittschaftllchen und geistigen Kräfte sichern wollen. Bürger u. Dauern reichen sich in unserm Bunde die Hand. Der Großindustrielle, Kaufmann, Handwerker, Großgrundbesitzer, Kleinbauer, Gelehtte, Künstler, Lehrer, Arzt, Anwalt, die Beamten u.Angestellten aller Zweige und Schattierungen - kurz das gesamte schaffende Bürger- und Bauerntum bildet tn unserer Organisation einen unüberwindlichen Schutzwall, um gegen jede ungerechtfertigte und gewalttätige Bedrohung unseres Staats- und Wirtschaftslebens rechtzeitig die entsprechenden Gegenmaßnahmen zu treffen. Auch alle Arbeiter sind unserer Organisation willkommen, soweit sie für eine ruhige und gesetzmäßige Entwicklung unserer Zustände eintreten. Gerade diese ordnungsliebenden Kreise der Arbeiterschaft haben unter dem Terror gewalttätiger Minderheiten am menten zu leiden.
Wer sich uns anschlietzt, genietzt den vollen Schutz und die Kräftige Unterstützung unserer starken Organisation!
Unseren Mitgliedern - vor allem in Zeiten der Erschütterung unseres Wittschastslebens aus. reichende Sicherung für Leben und Eigentum zu verschaffen, ist unser Hauptziel. Aber auch jetzt und ht ruhigen Zeiten werden sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen.
Schon zählen Tausende in Stadt und Land zu unseren Reihen. Mit verwandten Orcjanifationen ht anderen Teilen des Reiches stehen wir in fester organisatorischer Verbindung, so daß etne einheitliche wirtschaftliche Leitung des gesamten deutschen Bürger- und Bauerntums gesichett erscheint.
Um jedem den Beitritt zu unserer Organisation zu ermöglichen, ist die Selbsteinschätzung nach Maßgabe der wirtschaftlichen Kraft eingeführt worden. Die finanzielle Stärke wird die Hauptstütze unserer Organisation bilden müssen. Daher opfere jeder für diese notwendigste S cherung von (Eigentum, Leben und Arbeit, wie es die deutschen Arbeiter schon seit vielen Jahren getan, nach bestem Können. Namentlich von ben großen, leistungsfähigen wirtschaftlichen Betrieben müffen wir erhebliche ‘Beiträge erwarten. Diese Beiträge müffen unsere Mitglieder als die wichtigste Versicherungs-Prämie in dieser unberechenbaren Zeit ansehen, die jeder nach den Werten, die er zu verlieren bat, bemessen sollte. Doch sind auch alle Staatsbürger mit bescheidener Beitragsleistung zur Stärkung der Organisation erwünscht. D>e große Zahl soll sich in unserer Organisation mit der bedeutenden Einzelleistung zu einer wuchtigen Stoßkraft verbinden.
Die Z it des tatlosen Abwarlens und Zauderns ist vorüber. Nur der wirtschaftliche Zu- ' sammenschlutz aller geseh- und ordnungsliebenden Kräfte in unserem Volke kann unserem Staats: und Volksleben wieder die unentbehrliche Sicherheit und Stetigkeit verleihen, ohne die unser einst so geachtetes, begabtes und leistungsfähiges Volk unrettbar zu Grunde geht.
In diesem Sinne rufen zum allseitigen Beitritt auf:
Rechtsanwalt Albrecht, Prof. Dr. med. Brünning, Dr. m d. Büchner, Apotheker Dornberger, Prof ffor Dr Eger, Privatdozent Dr. Erhard, Eisenbahn-Bettiebsingenieur Enheroth, Kaufmann Hermann Fubr, Kaufmann Dr. Gg. Gail jr., Profeffor D. Dr. Freiherr v. Gall, Gutspächter Heinrich (Bottmann, Molkereibesiher M. Grieb, Bankdirektor Grießbauer, Bergrat Gröbler, Schneidermeister Handrich, Prioaldozent Dr. Horneffer, Kaufmann Robert Imheuser, Druckerei- besitzer 2llbin Klein, Lehrer Georg Kling, Profeffor Dr Kraemer, Kaufmann E. Krumm, Oberstleutnant a. D. Mohr, Friseur-Obermeister Muhl, Schreinermeister Karl Müller, Kaufmann August Noll, Kaufmann Karl Röhr, Fustizrat Dr Rosenberg, Profeffor Dr. Schmoll, Kaufmann Ludwig Schöck, Kaufmann L. Schüßler, Schloffermeister Stohr, Landgerichtsrat Trümpert, Stadtv. Heinrich Winn. Die Bäckerinnung i. A.: Wilh. Loeber, Obermeister. Die Fleischerinnung i. A.: E.L.Sack, Obermeister.
Beitrittserklärungen sind zu richten an das tsbd
Wirtschastskartell Metzen, H ofmannstr.8.
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