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Prof. Dr. Werner- Butzbach, die stürmischen i und aber Flandern nach Deutschland gedrrnmen. Keifall fanden. Namens der ringelebenen (^3fte I Seine Mutter stammt aus Dänemark. Er besuchte

Dichter gewonnen: Waldemar BonselS. Walde- mar Bons ls ist am 21 Februar 1881 in SckleS- wig-Ho'strin neborrn. Sri« Borfahren von väter­licher Seite waren aus Frankreich ausgewandert

zu nehmen, wick rm Gewerbehaus ri« Reihe von öffentlichen Vorträgen veranstalte: werden, wobei bat Interessenten in freier Aus- prache die Möglichkrit gegeben wird, ihre Meinung zu äußern. Der erste Vortrag wird am DienStag den 25. Januar, abends 8 Uhr, finttfmben. Dr Ä raufe wirdDie Lebrlmgsfrage" bedaudeln.

** Ehemalige 168er. Am Sonntag fan­den sich in Butzbach, info'ge eines Aufruf- in bat verfchiedoren Zeitungen, viele ehemalige 168er ein, die eine Vereinigung ebem. AngchZrig'r deS Inf - Regts. 168 gründeten. Rach eitler Begrüßung durch den provisorischen Vorstand ging man zur allgemei­nen Ausspvach? über den Zweck der Bereinigung über. Man beabsichtigt die Pflege der Kameradschaft ehemaliger RegirnentsangehöriAer, einerlei welcher parteipolitischen Richtung bue Mitglteder an- gchörrn, wie überhaupt alle politischen Angriegen- beiten vermieden werden sollen, außerdem Frier eines Jahrestags (22 Dwust 1914 Feuertaufe des Regiments bri Nenschat au», Chrungm restor- bener und Unterstützung in Nok geratener Mit­glieder. Biele Kameraden hatten fick ringehmben, die bereits bei der Gründung dem Regiment an gehörten. Auch Offiziere deS Regiments waren an­wesend und traten der Vereinigung bei. Eine er Heute Zusammenkunft soll am Sonntag in Gießen ml Restaurant Fchenteller stattftnden, um auch die noch Außenstehenden in den Krei> der kameradschaftlichen Bereinigung zu bringen (Siche Anzeige.)

** Der Deutsch-völkische Schutz und Trutzbund veranstaltet Sonntag ten 23. Januar, nachnrittags 4 Ubr, rm ,Fatholi scken Verci iShausri", Lieb gstrasa, eine öffentliche Versammlung, in der Priratdozant Dr Arnold Ruge-Heidelberg spricht überDie Gefährdung des deutschen Gci.':eslebens durch das Ju e.Uum". Der Redner ist dadurch bekannt geworden, daß ihn infolge einer Rede, bi? er in Sxibelbcrg amL2. No vember 1919 anschließend an die Jahresfeier der Universität auf dem Ludwigsplah gegen bcn Unter snchungSausjchuß hielt, die Demo legendi entzogen wurde.

* Die christliche Deltan schauung und die neue Zeit. Es sei nochmals auf den

Hddjsgtünöungsfeiern.

Gießen, den 21. Jan. 1921.

** Die Vereinigten Das sta-Miltär- -vereine Gießens begingen am 20. b. Mts. die ! Feier der 50. Mederkrin des Rrickisbegrü>idlings- ;«rges rm Saale des Ho tn' Er-Horn. Tie Vor- itragsfvlg? war der Würde d-s Tage- enfbredynb , gewählt und bot den zahlreich erschienenen Tril- jmöhmern viel Abwechflung. KamenaL Boller begrünte die Teilnehmer in einer kernigen An- fpmcke imb betonte, bah die Anregung der Ver- leine, die Frier am 18. Jarruar mit der ge- ! f a m t e u B st r g e r scha f't M b.^gchm, leider nicht auf 'fruchtbarem Boden fiel. Verschönt wurde die > Feier durch Borträge imb Lieber von Frl. Pstfter- ^Teulsch und .Herrn £>cCTbom vom hiesigen Stabt» tTirater, die reichen Beifall fanden. Kamerad Bruch- Häuser jr., Darmstadt, trag einen von ffamerab H. Enders, Darmstadt, verfaßten Prolog ,.Ro'- barts Mahnung" vollendet vor. Den Glanzpunkt des Abends b'ld'te die Festarrspnack« des Kame­raden LandgerrciLs at Trümpert bei zu lächsr darauf "binnried, daß bn< deutsche Volk trotz des finxtitbarm Druckes, der infolge des Zusammen­bruches und deS schändlichen Friedens von Ver­sailles auf ihm laste, allen Grund habe, die 50. Wiederkehr der RrichSbeqründimg festlich zu begehen, tu die damals heißerkämpfte Einheit fast das einzige Gut sei, das ihm bisher noch erhalten geblieben. Ter Redner entrollte dann rin fef- felndes Bild der deutschen Einheit^bestrebungen tm 19 Jahrhundert und wies in bicfem arschichtliclien Rückblick darauf hin, welch traurige Zustände vor 1870 herrschten, wie große Schwierigkriten bis zur Errichtung der RrichSrinhrit zu überwinden 'waren und wie diese zu bewerten fei. Znm Schluß bemerkte der Redner, daß durch die sittliche Er­neuerung des Volkes die äußere Einheit yt einer Einmütigkeit, wie sie im August 1911 unser Volk erfüllte, vertieft werden müsse. Sei diese erreicht bann werde auch die dringendste Au'gäbe der näch­sten Zukunft, die Revision des Versailler Ver­trags, gelöst und damit der Wicberauflieg des deutschen Volkes angetaärt worden. Genie infame Lieder erhöhten die Feststimmung So verlief der Abend in harmonischer Weife und weckte m den Serien der Teilnehmer eine echt deutsche Ge­sinnung.

U Gießen, 18. Jan. Montag nachmittag ücronflaltc'e im Leiizfchen Felsenfester bic Baurrn- schule ,^.'ahn tal" eine Reichsgründungs­feier. Sie wurde eingelritet durch Begrüßung^ reden deS Vorsitzenbrn der Schule Wenzel-- Großen-Linben und des Schulleiters Dr Roß > berg- Gießen. Musikstücke wechselten ab mit Bo» tragen Te lamationen und gemeiniamen Gelängen. Im Mittelpunkt der Feier standen die Reden der Herren RrichstagSabg. Dors ch - Wölsersbrim und

2.1L Von bet LandeSunivetsität. Der Privatdozent ber Hraiene, Professor Dr. Phil, et nreb. Hermann Griesbach wurde zum ordentlichen Hlnwrarpvofessvr ernannt.

* Der Fackelzug, den die Studenten­schaft rar Reichsgründung geplant hatte, findet nunmehr heute abend bestimmt statt. Aufstellung 7 Vi U br in ber Kaiser-Allee.

Ernennung Der hessische Fman^asses- sor E bu a r b Rumpf aus Äv g Göns und bis­heriger Leiter des Stemtpri- und Erbschaftssteuer - steueramtes Elberfeld wurde yum Rege.rungsrat am Finm^zamt Essen ernannt. (In ber SamstagS- runnmer war die Notiz ocrftihmrtrfL)

** Volkshochschule. Heute abend 7 Uhr beginnt im Physiologischen Institut, Sen- ckenb'rgsrraße) eine neue VottragSrrihe über All­gemeine LebenScrschetnungen (Leben

am Abenteuerlickten hinaus in die Welt. So begab ec sich mit 17 Jahren auf die Wanderschaft. Aus btefer Zeit beeiden dieMenschenwege", dte aller­dings erst viel später nicdergeschrieben worden sind, unb auch fein Buch(dws und die Evangelien". Er buref^og Europa. Asien und Afrika. In seiner ,,Jndrcniahrt" schildert er uns bic Ereignisse dieser Wanderungen. Es kam dann eine Zeit stiller Ab­geschlossen beit und Ruhe, in der er »eine Erleb.risse niederschrieb. Während des Weltkrieges war er Be­richterstatter im Osten. (Näh. s. Anzeige.^

** I m Verein derFreunde des humanistischen Gymnasiums sprach am Mittwochabend Professor Tr. Brüning über die Ehirurgie im klassischen Altertum. Nach einem kurzen UeÄeiblick über bie Eckvtck- lung ber antiken Medizin, deren hervorragendste Vertreter bei den Griechen Hippo krates und Ga- lenos, bei den Römern Crisus sind, widmete ber Redner dem Stand ber Aerzte und ber Art ihrer Tätigest einige Worte, um bann die Kenntnisse und Erfahrungen der Alten auf dem Gebiet ber Chirurgie eingehend zu würdigen. Neben manchem im Volke wurzelnden und dort trotz aller Auf- flärung weiterlebenden Aberglauben roaön den antiken Aerzten eine Anzahl von Kenntnissen und Methoden eigen, die zum Teil erst in jüngster Zeit verbessert und vervollkommnet wurden, von denen manche aber auch heute noch in Anwendung sind. So war ber Gebrauch steriler Lösungen und des Balsams bei Wundbehandlungen wohl bekannt: ganz im Einllang mit der modernen Therapie lannte man den Gebrauch von Zimtlappen bei SWrnblung von Narben. Die Unterbiwnarg. eines blutleeren GriäheS als die Vorbedingung rar Mög­lichkeit einer Amputation läßt sich zuerst bei Archr- jenes im 1. Jahrh. nach Ehr. nachweisen, und ras Verfahren, beim feuchten Brand oberhalb der erkrankten Stelle rin Band herumzuziehen, um das Bein abzuschnüren, entspricht ber modernen, durch Esna ch cr.igeiüg. ten Operation mir Hi Et­licher Blutleere. Die offene Sonnenlichtbehanblung der Wunden, ber heute wieder ein bisweilen über­trieben hoher Wert brigelegt wird, findet sich schon bei Hippokrates: zahlreich und brauchbar sind die Vorschriften über die Heilung von Sclnißverletzun- gen; am auägebreitetften aber war die Kenntnis ber Lehre von den Knochenbrüchen und Verrenkun­gen, die manches ganz modern anmutenbe Ber­ühren ausweist. Auch vor operativen Eingriffen schreckte man nicht zurück: so führte Asklepiades bereits im 1. Jahrh. ben Luftröhrenschnitt aus, Soranos vvllführte eine Exstirpation bes Uterus, Galenos berichtet von einer erfolgreichen Operation am Brustbeutel. Interessant ist bie Tatsache, daß Celsus eine Erkrankung beschreibt, die zweifellos nichts anderes ist als Blinddarmentzündung: frei­lich wurde fie noch nicht auf operativem Wege, sondern wie bei uns noch vor 25 Jahren mrtb Aufschläge behandelt. Auch die Behandlung ber Mastdarmnstel wurde nach noch heute gültigen Prinzipicn vorgenommen und die Heilung des Wasserbrack)ö nach der jetzt nach Bergmann be­nannten Methode ausgeführt. Dem relattv hohen Stand des Wissens entsprach auch die Auffassung von ber Würde und ben Pflichten des Berufes, von deren erhabener Sittlichkeit der unter ben Schriften des Hippokrates erhaltene Eid, den bie Aerzte- schüler vor ihrem Eintritt in ben Beruf 'ablegen mußten, Zeugnis gibt, und dessen Weiterleben an deutschen Universitäten bis in bic 2. Hälfte des 19. Jahrh. beweist, wie eng sich bie Medizin der Neuzeit mit ihnen antiten Meistern verbunden fühlte. So läßt sich nicht nur auf dem Gebiet ber Geisteswissenschaften, sondern auch in Medizin und Naturwissenschaft der Nachweis des engen Zu- am men Hangs zwischen Antike und moderner Wissenschaft führen und zeigen, daß rin restloses Verständnis moderner Kultur ohne jene unmög­lich ist.

** Die Oberhessilche Gesellscha fl für Natur- und Heilkunde veranstaltet eine Festsitzung zur Feier des 2')jährige.t Jubi lauM-s der Entdeckung der Röntgenstrahlen am Donnerstag den 27. Januar, abends 87 t Uhr, im grofien Hörsaal hes PhysSalischen Instituts. (Siebe Anzeige.)

4e Um Fidus über seine eigenen Werte sprechen .zu hören, chckte gestern abend eine stattliche Anzahl von Aufmerksamen die neue Aula brr Universität gefüllt. Der Künstler gab an Hand zahlreicher Lichtbilder einen Einblick in sein Den­ken uite Wollen und einen Ueberblick über seine Kunst. Für ihn ist Kunst gleichbedeutend mit Be­kenntnis inncrlidrfter LebenÄtberzeugung. Er steht im Dienst einer rakunftsgerichteten Religio siät, bie auf Grund unserer Berchristung" ra einer neuen geistigen Verinnerlichung des Daseins gelangen will. Er will Prophet und Priester einer neuen MensÄrit sein, die in Nattirfröinmigfeii und Le- bensinnigkrit, in Wahrheit und Tat ihr Leben rin- richtet, ,,Siedler" eng verwachsen mit der Scholle, vorläufig noch fernab ber Welt von heute. Ihre

^Bad-Nauheim, 19. Jan. Nahau 1000 deutsche Männer und Frauen aus allen Lolksschich- ten und poli:i,ch.m Parteien vereinigten sich gestern abend in der dichtgefüllten Tnrnhate, nm die all­gemeine städtisch: Reichssrier würdig ra begehen. Bürgermeister Dr. Kayser, der ben Abend leitete, begrüßte nach einem Musikvortrag ber Kurkapelle bie Festgäste. Den Höhevunit ber Feier bildete die g:bankentjefe Festrede von Stadtv. Dr. Haeberlin, der es meisterhait verstand, w einem Längsschnitt durch dir deutsche Geschichte ben Wech.el von Ans und Nieder zum Ausdruck zu bringen. Ter letzte Zusammenbruch habe uns eins getanen: den Bau des Reiches, den bk Frinde auch so gern zertrümmert hätten. Aus ber xkr* gangenheit des deutschen Volkes dürfen wir ben Glauben an das Unbesiegte in uns schöpfen, das schaffende Kräfte in uns auslösen und uns einer besseren Zukunft entgegenführen, wran uns nur die Einigkeit erhalten bleibt. Die mehr als ein* stündige Rede erntete reichm Beifall. In den Dienst deS Abends batten sich außer der Kur- kapelle noch ber GriangverrinFrohsinn" und ber Turnverein 1850 gritellt. Der ^migterein brachte unter ber Leitung von L'hrer Bechtols- Heimer eine feine Auswahl beutsch.r Lieder zum Vortrag. Der Turnverein bot mit seinen vlasti scheu Graopen, Gewandtheitsübungen, Barren- Übungen und Pyramiden brat ch?s Turnen in vollendeter Form. DaS gemeinsame LiebO Deutschland hoch in Ehren" beschloß die vater­ländische Feier. Der Männerturn- verein veranstaltete heute eine Reichsgrun- dungSfeier für seine Mitglieder.

O Gedern, 19. Jan. Zur Frier ber Reichs* grfinbuna hatten bte Orlsgruvpen der Deutschen und der Deutsch-nationalen BolkSvarlri am Diens­tag einen wohlgelungenen Farnilienabnrd veran­staltet, der von Spinnerribesitzer Hoffmann eröffnet und geleitet wurde. Im Mittelpunkt stand 'jer i*"efti)ortraq von Lehrrr Sckmierle über das Thema:Laßt uns vom Reiche zeugen!" Ausgefüllt wurde der Abend von musikalischen und deklamatorischen Darbietungen brr Mitglieder bei­der Parteien, sowie von gemeinsamen Gesängen vaterländischer Lieder. Das ScAußwort sprach Bauingenieur Jeckel: er ließ es ausklingen in einen warmen Avpell zur Mitarbeit am Wieder­aufbau unseres Vaterlandes.

Laubach, 19. Jan. Gestern fand im Saale des Sckrützenhofs aus Einladung des K rie- gervereins eint allgemeine Frier zur 50jäh- rigen Begründung des Deutschen Rei­ches statt. Megettmeister Ritter begrüßte bie Festgäste. Die gut durchdachte Festrede hielt Ober­lehrer Vetter. Sodann folgten lebende Bilder und Deklamationen: die Darbietungen wupden um- rahntt von Vorträgen brr Laubacher Musikkapelle, ber Gesangvereine ..Eintracht" und .Harmonie", sowie durch gemeinsame Vaterlandslicker. Ober­amtsrichter Zimmermann verlas eine Protest­kundgebung gegen die beabsichtigte Veraewal- tigmig Obersch5esiens. Die Kasino-Gesell­schaft hatte bereits am 14. Januar eine Vor­feier zur RrichSgrünbung abgebaltrn Hier war Herr Professor Dr. RveSchen mit ber Rede

A«s Stadt and Land.

Gießen, den 21. Jan. 1921.

Wettervoraussage

für SamStag:

Wolkig bis bedeckt, meist trotten, kalt, nord­westliche Winde.

Die nach Nordosten abgewogene Depression ist über Skandinavien liegen geblieben. Die Ost' roärteberoegitr.g des Hock-auckgck^etes ist dadurch verlangsamt und somit auch der Eintritt größerer Kälte verzögert worden.

Veranstaltungen.

Freitag: Stadttheater, 7 Uhr, ^Kame­raden". 7Vi Uhr, Aufstellung des Fackelzuges der Studentenschaft in der Kai-erallee. Hotel tsinihora, 8 Uhr, Tanzabend Friedel Coradvtv. Stadtmission, Löberstvaße, 87« Uhr, Vortrag des Pfarrers Lorentz überDas Weltbild ber Zukunft". Caf6 Leib, 77- Uhr, .Ködert und Dorstelllmg ber Chiemseer. Cafä Leib, 8 Uhr, öffentliche Versammlung ber U. S. P. Lichtspielhaus,Die sieben Todsünden" undDie Jagd nach dem Dol­lar". Lichtspiele Seltersweg,Ter Geheimbund der Falken" undLoo weiß 3lat".

Arbeit will er verklären, noch mehr allerdings ihre Sehnsüchte, Träume und Feste Ihnen gilt seine Temprikünst. Lehrmeisterin unb Richtschnur für die äußeren Ausdrucksformen der Kunst ist ibm die Natur. Bei allerNatürlichkeit" aber sind seine Dilder krinesweg einfach. DaS Begriffliche ihres tendenziösen Gehaltes begnügt sich nicht mit ber Bildfläche, es überwuchert ben Rrchmen, eS ruft bas Wort zu Hilfe, baS in ben Rahmen geritzt w ck. W es wird Svmbol: Aufbau, Größenverhält- niflc, Farben Manche Bilder sind erst restlos zu verstehen auf Grand rin gehender okkultistischer Kenntnisse. Es ist sicher, daß viele Betrachter von allen diesen Dingen nichts ahnen, bie für sie ent­legen und iremixrrtig fein müssen. Dabei schrint Fidus bieheutige Kunst" wie er sich auSdrückt, völlig abzulehnen, weil sie zu begrifflich ist, weil zu ihrem enbgültigern Verständnis und Erlebnis zu viel theoretische Erörterungen nach seiner An­sicht nötig sein sollen. Unb boch bürsten chn inner­lich manche Fäden mit einigen jungen Künstlern verbinden, wenn auch nur ganz lose und nicht dem Leußerlichcn seiner Form nach Auch bie Meister ber Vergangenheit, auf benen er und sein Lehrer Tieffenbach fußen (Runge, C. T. Friedrich), ftehen ber jungen Generation boch nicht so ferne. Leiber verbietet der Raum, auf Einzelheiten rin-ugehen lieber Fidus Kunst, über sein Zukunftssehnen und über bte Wege zu dessen Verwirklichung find die Meinungen sicher auch unter seinen gestrigen Zu­hörern fi.hr geteilt. Dem Eindruck feiner ehrlichen unb gütigen Persönlichkeit konnte sich wvhl niemand entziehen. Sie ist vielleicht seine stärkste Wirkung.

* Der Hanbwerkerbnnd, eine Ber­einigung verschiedener Innungen, HandwerkSver- emigungen unb bes OttsgewerbräerrinS hat sich in wiederholten Sitzungen mit ei-ter Umgestaltung der stabt. PreisprüfungSstelle für bas Handwerk befaßt unb hat einen entsprechenden

der Zelle und der Zellverbände, Tod, Wickevaeburt deS LebenS). Der DortrcV wirb buvch Versuche unterstützt. Er umfaßt 4 Abenbe. Anmel bu n- gen werben vor Besinn an Ort imb Stelle tnoch angenommen. (Siehe Anzeige.)

** AuS bem Stadttheaterbureau. In Llugust StrindbergsKameraden", die Iteuie zum ersten Mate in Gießen gegeben werden, sind m der hiesigen Darstellung in den Haupt* rollen beschäftigt die Damen: Rubner, Koop, Marcks, Türk, Keller tmb die Herren: Brandes. Hellborn, Heding, Teleky. Die Spielleituna liegt rn Händen des Herrn Telektz. Es sei darauf brngeroiefen, baß die Aufführung des Weißen R ö ß l" am nächsten Sonntag die letzte dieser Spielzeit ist.

**LiterarischeGesellschaft. Für ben nächsten Dickter-Abend am Freitag, ben 28. Jan., bat bie Gesellschaft wiebenan einen bekannten

des Ob^iakritsstaates. In der Deamtenb^- foetrunn habe durch das Eindringen des ge- k^sck-astlichen Gedankens eine ganz neue .Entwicklung eingesetzt. Man solle nicht qlair- berr, daß durch die Gewährung von 10 Proz. im Dezember die ganze Entwicklung ge­hemmt wäre.

Der HauhtaussckTuß nahm sodann den Gesetzentwurf an, durch welchen bie Teue- rungszusch läge zum Grundgehalt und zum Oriszuschlage mit Wirkung vom 1. Januar 1921 ab folgendermaßen festgesetzt werden: Für Orte der Ortsklasse A auf 70 Proz. B auf 67 Proz., 0 auf 65 Proz., D auf 60Proz., E auf 55 Proz. Unter Stimmenthal­tung der Deutsch-Nationalen wurde dagegen die vom Reichsrat dem Gesetzent­wurf hinzuge^ügte Bestimmung abgelehnt, nach ttrldyer den Ländern an dem Ertrage ber neu einzu führen den Steuern Anteile zu ge- toäTyren seien. Der Antrag Delius (Dem.) und Dr. P a ch n i ck e (Dem.') ein Ortsklassen­gesetz mit größter Beschleunigung vorzulegen und darin die Orte mit den gleichen Teue­rungsverhältnissen in die gleichen Orte ein- zureihcn, wurde angenommen.

Aus dem Reicde.

Oberfr.rrgrrmristerwahl in Berlin.

Berlin , 20. Jan. (WTB.) Bei der heu­tigen O b erb ü rg e r me i st e rw ah l wurde Stadtkämmerer Böß mit 114 Stimmen ge­wählt, 95 Stimmen waren auf den Stadtver- ordnetenvorsicher Wehl gefallen. 6 Stimmen waren ungültig. Bei der Bekanntgabe des Er­gebnisses setzten die Kommunisten einen star­ken Lärm 'ins Werk und schmähten die So­zialdemokraten als Sozialistenverräter.

Aus dem Verhältnis der abgegebenen Stimmen berechnet eine Korrespondenz, daß; für B ö ß gestimmt haben die Demokraten, die Wirtschaftliche Vereinigung, das Zentrum, die Deutsche Volkspartei und die Sozialdemokra­ten, (für Dr. Wehl die Unabhängigen, die Kommunisten und die Deutschnationalen. Von letzteren wurde eine Erklärung überreicht, in ber beide Bewerber als gleichwenig geeignet bezeichnet werden, in dieser schweren Zeit ihre Aufgaben zu bewältigen.

Eine Auslieferung.

S t u t t g a r t, 20. Jan. (Wolff.) Der an der hiesigen Reformlehranftalt als Oberleh- ree beschäftigte AltclsäfserE. Jung, im Kriege deutscher Divisionspfarrer, agitierte mach &ent Kriege in seiner Heimat 'für die kRückgabevon Elsaß an Deutschland und tzog sich dadurch den Haß der französischen Behörden zu. Er mußte fliehen und tourte hier «angestellt. Durch einen Brief an seine! Angehörigen kamen die französischen Behör­den gus seine Spur. Unterm 9. Januar stellte die französisch« Regierung beim Auswärti­gen Amt in Berlin unter Berufung auf oen AriedenSvertrag Antrag .auf Ausliese- rrun g Jungs wegen B randstistung und -Mordversuchs. Infolgedessen mußte Jung.festgenommen werden. Er wurde an das Amtsgericht tu Neuenbürg ausgeliefert und gab dort bei feiner Vernehmung an, daß sich die Franzosen die Begründung des Haftbs- ,-fehls «aus den Fingern gesogen hätten. Jung Pal sich inzwischen der Haft entzogen. Nach dem Flüchtigen wird gefahndet.

heute abend 87, Uhr im Stadtrniisionssaate, Löberstraße 14, stall sinkenden Sch.ußoortvag bin- gewiesen. In den geftr;gcn Darteningm gab bei Redner Antwort auf die im vorhergehenden Vor­trag aufgeworfene Frage:Gobi es eine Erlöfimg aus unserem $8dtteib?" Eink.hr, Umkehr und Hin kehr zu Gott, ber uns im Krieuze Christi bic rettende und erlösende Hand bar bietet Alles schwankt unb bricht, alles vergeht Gewiß ist nur, baß bie Sünde der Leute Verderben ist unb baß ber Erlöser lebt; baß tnut bas Bestand hat, wa? durch ihn das Leben hat. Er verwaltet dos große Geheimnis aller aufbauenben und leben- erneuernden Kraft. Welche Zukunft derer wartet, die einen Kreuzweg gehen, soll dir heuttge letzr VortragDas Weltbild der Zukunft" zeigen.

** Die am 1. Februar fälligen Bezüge der Beamten im Ruhestand und Veamtenhinterblieben«i der Postverwaltung werden bereits vom 20. Januar ab gezahlt

** Der Wasserstand der Lahn, bei normalerweise 1.20 Meter beträgt war durch die großen Niederschläge der letzten Tage bis geftera auf etwa 3 Meter gestiegen. Bon eigent­lichem Hochwasser kann aber, wenigstens für Gießen, bei dieser Wafierhöhe noch nicht ^ge­sprochen werden: frit ««.Ikca f<Mc b-r *Safbcr- stand der Lahn übrigens wieder langiam.

** HLuser-Verkvu f. Bei r<n gestern durch ba? OrtSaericht erfolgten freiwilligen ®er- hfigenrnffra betrug bas-Irstg-bot für das An­wesen Liebigstraße 66 53 000 Mk. imb für das­jenige Ebelstvaße 10 40 500 Mk.

VnnDfrrid Gießen.

Eine 250jährige Linde entwurzelt.

LJ Lang-Göns, 19. Jan. Arn DienStag abend fiel bem orkanartigen Lturm bic 250j adrige Linde in der Oberaasse an der Kreisstraße nach Kirchgöns Aum Opfer. Obwohl fie von außen ein gesundes Aussehen hatte, waren bie Hauptwurzeln fast ganz abgefault. DaS Neben­gebäude des Konrad Rudolph wurde am Giebel und Dacd beschädigt, außerdem das Dach am Wohnhaus. Die Haussarnrnlimg für bte Oberschlesier ergab den Bering von 1110 Mk.

KrriS Büdingen.

# Eckartsborn, 19. Jan Im Mllitäe- l aza rett zu Darmstadt starb an ber im Kriege er­littenen schweren Erkrankung ber Fuß-Artillerist Theodor Keiber vom Trub-Hrt -9tegt 9.

Kreis AlSfeld.

a. Flensungen, 19. Jan. Auch in un­serem Gotteshaus soll »irr Chran-r brr tm Writ- Tricg gefallenen Helden «rnS den Gnn«nben Flen- firrgm, JlSbors unb Stockhausen eine Gebenk- täfel angebracht werben Da bte freiwilligen Gaben zur fSnfcfxiffimg dieser Tafel nicht auSrri' chen, wurde durch bic Kirchendiener ber drei Ge nreinben noch eine .Haussammlung veran­staltet, so baß ber ganze Betrag bic Höhe von mehr als 3000 Mark erreichte. Der Ueberschnß soll zur Anschaffung einer neuen Glocke bi men, ba unser prächtiges Geläute tm Weltkrieg zwei Glocken verlor.

Kreis Friedberg.

fb. Friebb erg, 20. Jan. Eine Hun- bertschast ber Schutzpolizei nahm in Nie der-Florstabt eine Durchsuchung sämtllcher Häuser nach Waffen vor Messen-Nassau.

Der rote Hahn.

ge. Eschwege a. b Verra, 19. Jan In letzter Zeit erhtelten eine Anzahl Einwohner bes benachbarten Dorfes ßengenfrlb Drohbriefe, in benen nritgeteüt wurde, paß man ihnen wegen der geforderten hohen Lebensmittelprrite ben roten H ahn auf ihre Häuser fetzen würde. Die Briefschirriber scheinen ihre Drohungen auSführcn zu wollen, denn ntxfcbcm erst vorige Woche ein Bauerngehöft ein Raub der Flammen wurde, sind beute schon wieder zwei mit Ernte Vorräten gefüllte Scheunen unb Nebengebäude erng äschert roorben. Der entstembene Schaden ist groß unb nur zu einem Nein en Teil buoch Versicherung gedeckt.

Die 30 Millionen-Fowerung der städtischen Arbeiter.

fb. Frankfurt a M.. 20. Jan Der Magi­strat hat bie Forderungen der stäori'chrn Arbeiter aus Zulogen von 95 bis 120 Pfennigen pro Ar­beitsstunde für alle über 24 Jahre alten Arbeiter abgelehnt Er hat ihnen als äuFrrfte Mög­lichkeit eine Tracrungsrala-re für Verhrratete von 10 Pfennigen pro Arbeitsstunde für bie Ehefrau unb ebenfalls 10 Pfennig pro Stunde für jckes

sprach der Vorsitzende ber bratsch-nation-alen Volks-1 bas Gymnasium zu Kiel, fand aber wenig Lust an Partei, der Vertreter der bratsch-nationalen In- ernster Studienarbeü mib balb lockte ihn^dre Lust gendgruppe G.cßen und ein Vertreter des Krris- verbandes Gte^n des Hess. Bauernbundes.

Kind aracboten. Die Arbriterschoft lehnte heute Antrag an die iiäbt. Verwaltung gerichtet. Um i bat Vorschlag ab und rief die Entscheidung des zu den schwebenden Handmerkerfragen Stellmig«Tarif-Sck ledsgerichts an.