Ausgabe 
20.11.1921
 
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Montag, 21 November Ml

Gießener Anzeiger (Gen-ral-Anzeiger für Vberhesscn)

geschlafen

20.

der Wllbbieb Haas

\ilnb mach nid) fol-

Derbältnisse, ober wir erwarten auch, bah bie Gmiffäic uns gegenüber dieselbe Haltung ein- nehmen TDtc werben jeben Versuch, wirtschaft- liche Beziehungen zu politischen Zwecken auäui- nühen, verhindern. Dafür sollten auch bie Inter­pellanten Derstänbnis haben. Wenn Ruhlanb für seine StaatShandelöschisse baS Vorrecht der Sx- tciritorialität in Anspruch nimmt, fo ist diese For­derung ein Aovum. Es ist doch unmöglich, ber

ges Bild bes Liebschcs enS unterer -er.lüfte en unb verästelten Liebergangszeit geben kann, etwa bic trotz aller Lieb riultur des Können- und der Mittel erschreckend hohle unb seelisch leere Lyrik G. W. Korngolbs. dann wirb man sich >s Eindrucks ni-'t erwch en können. ia3 ttc nr« lichtcil.bes Empfindens und Fühlen- sovx-li überhaupt im Keim vorhanden ist weit hinter der Lieberstcigerung alles Artistischen zurück-

verfahren worden.

Aba. Koen en (L1LP ): Der Minister hat sich al» der typische Stinnesminister gezeigt (stürmische Heiterkeit». alS ein Vertreter der alten Klassenjustiz Er hat sich den traurigen Auhm erworben, durch sein Verhalten in der Lichtenburger Zrage in bic Valerie der Blut Hunde und Reaktionäre eingereiht zu sein D.e Provo­kation des Proletariats wird nicht ungehört ver- hallen.

Abg Ledebour (L1SP.) verurtellt die ter­roristisch« Politik Aadbruchs genau so wie bte der Sowjetrepublik, und wenn Lüddring in einem Zwischenruf von Schwindel unb Linterschrislen- sälschung gesprochen, so fei er von Arbeiter- ixrtutern aller sozialistischen Parteien bevoll­mächtigt worben, der Empörung Ober daS Auf­treten bes Minister- unb dcw Verhalteir ber Mehrheitssozialisten 2lusdruck zu geben.

>g Müller- Franken (Soz i: Der Reichs- lustizminister weist. waS Vesüiig-.iS l.a en bedeu­ten. Er gehört lange genug unserer Partei an. um daS 41 wissen, unb er ttxrih auch, bah von uns noch niemand zum Hungerstreik gegriffen hat. Wir als Fraktion decken ihn ledensallS vollkom­men und teUcn auch seine Auffassung über die Llnmöglichkeil einer allgemeinen TLnneflie. Dre AuSdehnuitg der Deguabigung entspricht da­gegen auch unserer Ansicht

Abg. Lris pien <L1SP ): De Klassen­kämpfer pfeifen aut Gnade. Die Unabhängigen (ebnen es ab. innerhalb einer kapitalistischen Ge­sellschaft an ber '.Kcflicning teilzunehmen, weil dadurch nur bie Geschäfte bes Kapitalismus be­sorgt werden.

Präsident Gäbe ruft den Redner zur Sache.

Abg Du. Haas (Dem.) erllärt die BesctMl- dtgungen gegen bähe rische Gesängnisse für er­funden.

Der verlangte LInterfuchung sau-schütz wirb beschlossen. Der vorliegende Antrag Barh. die Gefangenen sofort freizulassen, wird abgelehnt, die Vorlage dem RechtsauSfchutz überwiesen. Es folgt die Beratung ber Interpellation Barh «Komm.) betreffend

Verbot des SanbenS russischer Schisse.

Abg. Plettner (St.) begründet bie Inter-

ber gröstte Teil abgeschoben werben

Aig Schimmel Pfennig (Deutlchnot!.': Die Elsahlungm mit Sowie rutzland zeigen, da st alle- im Inteoe'se ber Wirkung ber russisch Propaganda geschieht. Loml: ist bas höchste M - trauen am Platze. Die Häsen, vor allem Stettin, müssen genau kontrolliert werben.

Abg Horn Lln^bh.) lestreitet die Angaben beS Ministers Es seien nicht nur Mihgrisse oev gefommen; die ganze Sache sei wohl überleg! gewesen, baut man habe daS Schiff erst brci - a ic vor Greifswald toarien laf en, ehe es in den Hasen Stettin habe einlaue.i dürfen.

2Iud> Abg. Ma retzki (D. Vpt ) hält bie Besserung ber wirtschaftlichen CBe-.t. Lungen für wünschenswert, um so mehr. alS bic Sowselregic- rung ihr kommunistisches Programm zu rcvi- bieren beginne unb bic Privatwirtschaft toicbcr aUlü^bg. Barh (Komm.) weist In feinem Schlust- wort bie Derbächtigung, Nie russischen Schiffe ständen im Dienste bolschewistischer Prcp.'.ganrrn, zurück. Wir verlangen für Rutzlanb nur bis gleichen Rechte, die allen anderen Rationen eln- geräumt werben.

Hieraus vertagt sich da- Haus Der Präsi­dent wird ermächligt. bie nächste Sitzung, zwischen dem 6. unb 13. Dezember anzusetz<n

Schiust 7.33 Llhr.

Giefzener Konzertverein.

Sonderkonzcrt zugunsten ber GebächtniSjpendc der Universität.

Diehen, den 18. Rov. 1921.

Nr. 273 3welte5 Blatt

Sin Achselzucken. I

,3d) bab hier doch nichts zu tagen! Linds Gretels Unfall geht mir viel näher! Wenn ihr Gesicht nur nicht entstellt wird. Herr von Hol- tcr.au hat sich erklärt!"

,2Ul-?utnd Zutrauen zu dem Regierung-- assesfor fdxinst du nicht zu haben!"

Wieder ein Achselzucken.

,Ich würde mir auch keine Frau nehmen, deren Gesicht entstellt ist!"

Du ganz sicher nicht!"

Ging hinaus und warf die Tür hinter sich zu. 6ei,te sich auf Hänschen- Bett und war fünf Minuten später vor Ermattung fest ein-

_Das ist nicht wahr wahr.

Mit einer Hand warf gegen ein Gebüsch.

.Was beim""

,Dast meine Mutter .

.Ach Joi Werst ich-?

etwas verständlicher, aber ich hätte gegenüber den früheren Leiprearungen mit ikn «züyrern oei Kommunisten eher eine Abmahnung an die Strei­kenden erwartet, als eine Verye^ltevung. So aber wirb derStreis nicht qu einerDerzweiflungStat. benrx eine Klage gegen bie Gefängnisverwaltung wirb nicht erhoben, fonbcni zu einer leeren Demon­stration (Llngeheurer Lärm.) Ich gedenke vor die­ser aber nicht zurückzuweichen. Eine Lebensgefahr besteht für keinen Kranken. Auch ist die Schupo nicht gegen diese, sondern nur alS Ersatz für die überanstrengte Wachmannschaft einberufen. Im übrigen sollen bie Kranken ins Lazarett kommen, oth.e dao dadurch die Strafe unterbrochen wird, denn dazu werden wir uns nicht zwingen lassen.

Hans war aufgeslanden, hatte sich den Rücken gcrit^x-i, um Dlui?..\ «augui hinter seinem sort­stürmenden Pferde hrrgeshen Und dann war er sich wie im Traume über die S.irne gesahre:- Liebel war ihm, schrecklich übel! Ja. tote trat denn das alles gekommen? Ach so. der Mann, der da vor ihm stand, das Gefichl m'.t Rust be­schmiert. hatte gc agt seine Mutter . Da war dieser fürchterliche, siechende Schmerz. Der den ganzen Hinteriopf biS tief in Nm Vaden hineinlief Ihm ekelte letzt vor diriem Kerl, tote batte er sich mit dem einst ein lassen tonnen ? Seine Mutte- . . . HanS mutzte 'ich an einen Baumstamm lepnen. fo zitterten ihm Die Knie. Und t<nm buche er sich 'prang auf den Ma m wie eine Katze »u. packte ihn an der Brust, knirschte mit den Zähnen vor Wut

- - du das ist ntcht

(Be.fall.)

Abg Stück len (Soz.) stellt ebenfalls fest, bah die deutschen Bestimmungen genau den iuII- schen entsprechen. Um einem groben Teil von Desahrgu.llen au begegnen, fordert ber Redner von einem bestimmten Termin ab 2U:I!).< ung der Anerkennung des Kr e -sgcfange c iia alte s für bic hier gebliebenen Russen und auch für die Leute der Dermonbtfchen Armee und bie weitz- garblstilchen Truppen des Generals Awalow. Ruhlanb bat eine allgemeine Amnestie mit Auo- nahmc ber 5s iz.ere erlass n Wenn auch cinzelne dieser 2Lmnc|tie nicht recht trauen, so kann doch

an ber Büchse krumm gemacht in meinen Wäl­dern, ohne von mir bic Erlaubnis zu haben, toird's auch wieder geschehen sein. So nimmt man6 an. Ra. da setzen Sie Ihrem Enkel gan- tüchtig den Kopf zurecht, unb ich last ben Fritz- (arer Arbeiter laufen! Drohe dem Kerl ihn das nächste Mal einfach nicberzulchietzenl ES können die Dinge aber auch ganz ander- liegen und so scheint es mir sogar zu sein: HanS hat sich die Rase begossen. H.rrgott. wer tut das beim nicht öfters in ber Jugend schönen Tagen k Hat noch ein bistchen durch bic frische Luft reiten wollen, bevor er nach Haute kam. um nicht merken zu lassen, dast er sich einen Schwips geholt halle: Unb da hat er gedacht: hörst dir ein bistchen das Konzert der Hirsche an! Ist runtcrgefallen unb schläft nun hinter einem Busch feinen Rausch aus: zum Äahenjammer kommt ein gehöriger Schnupfen, das ist alles!"__

.Ich glaubs nicht! 2lder wenn Sie recht hättm?"

.Und ich glaube ganz bestimmt, mem ver­ehrter Herr Oekvnomierat!" s

Allo bann nochmals meinen Dank

Schult liest Ehrlllvph Wär^ahi'. len W gen durch die Wälder fahren, riet immer wted-r Hansens Flamen Er bekam keine Antwort, da befahl er auf freiem selbe, die Pferde schari traben zu lassen ... , _ . . .

Im Arbeitszimmer leine» Sohnes brannt^ noch Licht Der säst gebudt mit rotem Kopf hinter ber dritten Flasche Rheinwein. Dem Vater flieg Der Ekel hoch.

»Hans baT*

»Roch nicht!" . n,

.Wäre es nicht deine Sache, ihn zu suchen?" .In der Rächt, was nützt denn daBf Jto blamier mich nicht dis auf die Knochen

.Das übcrlätu du lieber deinem alten

Der Schutz im ©lut.

Roman von Horst Dodemer.

43. FvrtseN"na (Rachbruck verboten.)

Rur las Ticken ber groben © anbu.jr war hörbar. Mit verschränkten Armen stand Abalbert Züschen an ber Wand und sah auf den be­dauernswerten allen Mann, der zusammengesun- ken im Lehnstuhle sah, unb dem der Atem keuchend durch die Kehle Pfiff.

Die Stille wurde zur Qual. Der Baron lieh die Arme sinken, sagte.

.Erstens, mein lieber Her. Oekonomierat. hat der Mann nicht zugegeben, dast er mit Ihrem Enkel bei mir gejagt hat! Zweiten-! Wenn erS dehauptet hätte, brauchte es noch lange nicht wahr au sein. Endlich drittens! Sie werden sicher HanS zu Hause vvrfinden. oder er wird hi- acht Llhr früh zurück sein! Dann ist das Post­amt wieder geöfsnet. Sie rufen mich durch den Fernsprecher an, da- Weitere könne.1 wir be­reden, nachdem wir ausgcschlafen haben. Vor­läufig bleibt ber Mann bei mir hinter Schiost unb Riegel!"

Christoph Wärhahn erhob sich langsam, streckte Adalbert Züsch«, die Hand hin.

Ich verstehe Sie und ich danke Ihnen, Es ist kaum noch an eine Verkettung von Irr­tümer zu glauben und doch must ich S atmete men. bis ich die Beweis in der Hand habe!"

Adalbert Züschen war auch überzcu't dast Hans Wärhahn munter bei ihm weiter getotl- öeri hatte, aber er wollte dem Oekonomierat, der vorn übergebeugt mit zuckendem Ge'ich'. da- Sand. den letzten Rest Glauben nicht rauben.

.Sie sehen zweifellos zu schwar;-. Alte De- schichte Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, unb wenn er auch bic Wahrheit spricht «Jeher- fragen auf btefen Fall. hat er einmal den Finger

Die moderne Liederkvmposilion steht, von austermusikalischen Emwirdmgen abgesehen, säst wesentlich unter dem Sinflutz Hugo IDc-lh Bon den Grasten unserer Zeit be.Degen sich nut Max Reger, ber in seiner Ly­rik zunächst an D.atzmS anknichfte, unb Hans Psitzner außerhalb dieser Strömungen Die Gefahren der Wotfnachlvlg? liegen borrelnn lidj darin, dast bie Tendenzen des Meiste s die auf eine Verstärkung unb Version lichung der Ans- brucksmittel ausgingen. um ben Gefühlsgehalt ber Tichtung das Gedicht ist ihm nicht mehr .nur" Tert möglichst zu erschöpfen, bei we­niger tiefen Raturen zur Verflachung unb Ver­gröberung bes lyrischen Stiles verleiten muhten. Die wahrhaft prvteische Art, ber wesentlichste Zug ber Genialität Wolfs, war einzigartig und ist un­nachahmlich Betrachtet man unter bief. n Voraus­setzungen die Auswahl eines mobernen Cicicr-

Deutscher Reichstag.

147 Sitzung Dom 19. Aovember, mittags 12 tkhr.

Gegenüber den Vorschlägen M AuSschul eS zur Förderung des Wohnungsbaues. 1 wonach in den nächsten beiden Jahren 6 Mil­liarden aufgewandt werden sollen. wo,ür führ- llch 200000 Wohrnrngen neu g schassen werden «ollen, Haden sich bte Jltebrixiteparuien auf eine gemeinsame Erklärung des Inhalts gerinnt, ben Bericht zur Kenntnis zu nehmen Diese ®r- Oärung finbet gegen dne Neins Minderheit An­nahme Der aus gemeinsamen Antrag aller Par­teien eingebraa te Ge'etze.ttwurf zur 2rganzung des Gesetzes über Atasderung d-S Vers 1 che - rungSgeseyeS für Angestellte wirb ohne xbe weitere Debatte in allen drei Gelun­gen angenommen D.r Auslchustb.-rcchl über d e SrHöhung ber Llnterftützungsfätze für« rtoe r bS - [ole wird angenommen unb ein AuSschustantiag auf dutchlchnittliche Erhöhung um ein Drittel b«r bisherige-' LinierstÜl ung-summen angenom­men, naädem Arbeitsminister Braun anerkannt halle. Latz die Leistungen den Anforderungen der Jetztzeit ang pastt werden mühten. Die LeichSregicru.g sei mit entsprechenden Anträgen an die k'a. beeng.c.u :gen herangetreten. unb er glaube, lagen zu können, dast mit einer Erhöhung um etwa ein Drittel bei allen zu rechnen fei, die unverschuldet arbeitslos gewc-rten seien.

Die Ge.'a^nr.gu g zur Strafv.-ifolgu g LeS 21bg. Tuchta (L1VP.) und des Abg. Schulze- Ber:bi (S.itL) wegen Beleidigunng toirb n.cht erteilt.

Die Entschlief urg des Ausfchus'e-, die Ein­stellung von Beamtenanwärtern in allen Zwergen ber ReichLvsrwaltu:g b.S zur nächsten Etatsberatung zu unterlassen, wird ange­nommen. Der von dem Abg Koenen (Kom ) namenS seiner Partei gestellte Antrag, wegen der

Behandlung der Strafgefangenen ie Lichten­burg

sofort pu verhandeln, da bleie Dehanblung zam Hunaeistreik geführt bade und bic 2 b i er ent- schloffen feien, lofort ihr Recht zu suchen ohne erst auf t<n Mtnisicr Radbruch zu war cn. wirb nach längerer GeschästSordnung mit dem Punkt ber Tagesordnung über die Sinschränfung der kurzen 5teiMtbfliafen Dcrbunben. nachd m ReichSiustiz- mtntfier Radbruch sich bereit erllärt batte, über bie Zustänbe in Lich'.enburg Auskunft zu geben.

2ll»g Rofenf elb (Unabb) schildert die Verhältnisse m dem bayerischen Gefängnis, in dem Toller gequält wurde, unb fragt den Justiz- Minister. ob er denn bei seiner ilntcrjrebung mit dem bayerischen Ministerpräsidentcn etwas für seine Freunde erreicht baue. Die Verhältnisse

pellation _

Minister bes Innern Dr. K 0 e st e r: Die An­gelegenheit muh im Rahmen ber ganzen histori­schen Entwicklung ber letzten Zeil betrachtet wer­ben. Aber auch, was bic grenzpolizciliche Seite angeht, müssen wir uns daran gewöhnen, die deuts«ch-russischcn Begehungen ohne Sentimentali­tät von rechts oder links zu betrachten. DaS 21b- kommen mit ber Sowjetrepublik vom 6 Mai b. I., leyuuyvi« u.c -*-.

lxl-ut-I leine »inmitoune in die innerrufllf.ften abenM bUjaiau<J«5

Fräulein be trüb G e y e r S b a ch die von ben ®id\nr. icrtbcludbcrn seit langem hoch- geschii. re .Künstlerin, erscheint beule al» eine der ullKi.Krutenftcn Inierprctlnnen dreier in jeder Be- , . ng »lästerst bifliAllen und subtilen Moderne. Istr a t.ol IL lo'er Se-Pran reagiert auf fdne und seinste Reaunaen und Schattierungen. Vollendete Rue>wglichenhett der Realiter ver­mag selbst Iukiöpolitionen siegreich au bemeistern. Der Vortrag ist e!lendete AuSdruckSforrn tielsten seelischen Rachem» fiubene unb IRitcilebcn» Fräu- Irin Gehersbach umrahmte die problemallsGe Moderne mir vier Klebern von Mahler, der |a in seiner Lyrik wenigstens völlig naiv geschassen bat. darunter d.tS im wahrsten Sinn de» Wortes wundervolle .Ich ging mit Lust Im grünen Wald" und das für des Meister- weltverlorene, Himmels- sehnsüchtige Stimmung so charak'.enstische .Ich bin der Del! abhanden gekommen" tRü<kert). Den Be- k lub bildete (als Zugabe) Wolfe ewig reizvolles

IscnliCd (auS Shakespeares Sommen'-acht-traum).

Kapellmeister Artur R o t h e r erwies sich nicht nur als kongenialer Begleiter von auher- ordentlicher Einsühlungskraft, sondern auch als Solist von stärkster Ötgcnart. Er spielte mit sehr 1 nsil l m. stark innerlich aerichtetem Vortrag und feinstem Klangstnn, ter ohne die bie und da recht lctchliche Pedelretouche vielleicht noch mehr aut Wirkung gekommen wäre, das Präludium op. 58.2 dcS Berliners Hugo Kann, dem man erst jüngst in Rostock ein Musilfest bereitet bat. die Humoreske op 12 3 des Deutlchruffen Paul Iuon und das Intermezzo op. 23. 5 des S nfonler sehr beach­tenswerten Rheinländers und BrahmsianerO . >wa!d Straelzer Stücke von Keilwelle starker per­sönlicher Rote und gediegener Faktur. H. R.

ganzen Handelsslotte RuhlandS In Zutun t die örtcrritonalität mit allen bei Feieritchl^'.en des Cmpfange* unb ber Behandlung rinzuraumen Wenn der Interpellant lich über die ume.lchied- Uche Behantlung der rustlichen Schiffe belchwe t.

Io find wir brre.l. btefen Schisien Die gleiche 3c- Handlung wie allen übrigen Rationen zu geben, zumal einmal bic Mafle.itransportc deutscher Kriegsge angener aufbdren unb Hamit un'e c V.r- pflichtui.g. auf dir sanitären Mast ahme t zu ach­ten. Im übrigen gleiche t unsere po!.-eillchen *-rt Ichrtftcn in der Behandlung der tulliichen Swi' e auf ein Hier den russischen Bestimmunge i über untere Schiste. Was man von unseren cccku.c i tpibcrt, muh auch Ruhland sich gel-illen lallen. Rußland stöhnt unter Hunger und Se ichen, da mülsen wir uns gegen Ansteckung schützen Auch hier werben wir nicht lleinlich km. aber wir ha­ben Europa zu schützen Das Verhältnis ;.u Sow» jctruhlanb bat bic politische Linie burchtroche.t unb ist in ein Stadium wirt ch is i cher ou amn c : arbeit getreten. Ic rascher sich dieses Stadium en - wickelt, desto schneller werden Zwllchens ille tote Mc in Stettin, Hamburg und Lübeck verschwinden

in Lichten bürg seien ein echt Preu frische- Gegen­stück zu Bayern. Der Redner verlangt die Zu­rückziehung der Schupo, welche gegen die hun­gernden Gefangenen auf geboten wurde. Gr ver­weilt auf die (Mähren, welche mit einer Auf- vochterhalung betr rigorosen Behanblung ber Ge­fangenen verbunden seien, unb droht mit gewalt­samer Aufl.hnung der Arbeiterschaft.

2 g Koenen (Komm ha .be falls schwere Bebenten gegen den Entwurs unb fchllbert Dor- tommmfle in Berliner Gefängnissen, welche bem UnllriuchungSauofchuh ausrriche ides Material aewähren könnten. Der Hungerstreik in Lichten- bürg beweise, bah bie Qualen unerträglich ge­worden seien. Die Arbeiter seien entschlossen, für die Hung.rnden einzuireten. Jedenfalls werde llch die Arbeiterschaft bei dem Gutachten be- Roch^uSschustes des Reichstage- ntcht beruhigen.

ReichStustizminifter Raddruch Der Gc- ietzentwuif bringt Milderungen, kurz eine Fülle von Segen Wegen bes Htiafvoll.-,ugcs habe ich keine jfiitoetiu ig erteilt, eine Revi'ion ber ein­schlägigen Bestimmungen vorzunchmen. In bic bayerst chen Angelegenheiten will ich nicht mehr als nötig etngrdfen. Der Hungerstreik von Lich- ttnburg ist eine heroische Torheit, aber er bleibt eine Torheit. Angesichts ber zahlreichen noch ungelühnten 2krl rechvN' von rechts gegen link» (Droste Unruhe) ist diele Torheit vielleicht

Falls sie aber ein Gnadengesuch einreichen, soll sofort die Angelegenheit geprüft werden (Zuruf Unks. Kerne Gnade!-. Im ädrigen sollen die ein- zclnen Fälle im nächsten Lpril und von da an wiederkehcend In einhalbiahrigen Paulen aus- neue geprillt werden Dae Iegnadigungsrech: soll namentlich im Hinblick auf bte Mi Lu er wer­ter ausgebehnt werben, baher die vielen ^iachpru- tungen. Der Hungerstreik will die vom Reichstag abgelehnte Amnestie erzwingen. Diese erscheint mir auch heute noch nicht möglich Solange Sie. auf ber äußersten Linken, nicht aus das Kampfmitlel ber Gewalt verzichten, können Sie von uns nicht einen Verzicht auf Strafverfolgung verlangen.

< Llng.heurcr Lärm. Zurufe.)

Abg. Rosenfeld <il abh.) erklärt, die Zu- stände in den Gefängnis en seien viel fchllmmer ge­worden. seitdem die Mchrhett-toiialiften in ber Regierung sähen. Wie aber ein fozialdemokratt- scher Minister eine Derzwe.slungStat dne lervllch« Torheit nennen könne, überf^reitc jebel ®-'u 1r i>afle an ber Forderung > Amnestie sest. Er wolle [«.ine Gnade, er wolle Recht

RcichSiustizminister Dr. R a d b r u ch stellt nochmals f st. buh er celagt habe, auch für Bayern fei eine Amnestie zulässig, nur sei es aix* poli­tischen Gründen nicht angebracht, darauf zu de- ftLben Redner schlteht mit der Frage Sollen wir ,lwa unseren Feinden durch eine Amnestie das Spiel erleichtern? (Stürmischer Lärm.)

Dr Levy (Kcmm. 2 beitSgemeir.fch.)^ Was der Minister über die Ausführung bet Amnestie getagt bat. ist auch ein Beweis dafür, wie wenig haltbar das Ltillagcmatciial gewesen ist. Je­denfalls ist mit Zuchthausstrafen sehr freigebig

ch<m Krach' Ausserdem last ich mich durch ben verrückten Gaut Nicht um mein Vergnügen brin­gen!

3m nächsten Augenblick war ber Mann In dem fE-aluc v rschwu den . HanS tast am Wegrand.' unb stüi)te den Kopf in bte Hände. Was nun? WaS nun? Die Liebe zum Droy- Dater packte ihn mit aller Gewalt Zu heulst fing ei an wie ein Kind Unb bann stürmte er sich hinein in die Wälder. lief wie ein Irrsin­niger kreuz unb euer. Stolperte in ber Dunkel­heit über Wurzeln, Baumstümpfe, richtete sich immer wieder auf. bi- er in einer Tannenschonung liastlos zu lammenbrach. Bor Mattigkeit ftd er in Sch la» Wie lange er so gelegen hatte, er wutzte es nidjt. Schreckte Plötzlich au Ihm war-, alS hätte ihn einer gerufen. Die gefpreizte» Händ? auf den Fußboden gestützt, ben Mund toe.t pffe-i. sah er da unb lauschte. Unb zuckte dann iutammex Großvater rief ibn unb mit w c t/Jorgter S vnme. Luchte ihn. Mitten in der Rächt, in fremden Wäldern ber alte Mann. Unb dessen Fleisch unb Blut sollte er nicht fein? Er tu te es nicht, bah letzt mit einem Male ber .Schutz im Blute" such bei ihm Geltung verschaffte, nicht der leichte des rheini­schen Musikante". ber Schutz auS Bauernstamm.

zähe, gründliche, ber wutzte, was er wollte, der s.chüie Tange an fad, wie sie wirllich waren, wie lich ein Bauer ein Stück leine- Lande- an- *icbt eher ein wertvolle- Stück Vieh kkühl,» acnd, bed..''r'gl Die geballten Fäuste fuhren arm am L" de herunter, bic Brust drückte er voraus, der Kops flog in den Racken. Er wutzt^ to er sich Klarheit zu holen hatte unb wurde da- tun - bet Morgengrauen.

(Fortsetzung folgt)

Hebt Dc. twilchen Inh.lr unb Form

ist u ri.: d..drückbar -'"U AuSnahm»

der tri. 'te-. e aus tent .-Hing bdl

Polykiai.» bic stilistisch anders zu bewerten ist. und i t .. < J ricr in v elerici Hinllchr mr u _ iegenlied aus dem Sch.rh-

. cn c:.- biete - eder. da'» die mtimt, j . Art d i" Kunst Hugo Wolfs für bte äiach ge fast t c.iig verloren gegangen Ist Die äu* . ic Faktur l on Liedenr wie das .Heimwc fr.c .orchenb tschäft' ist für > c.-< des mobcrr.cn Konzertliede- rich-

:ur.g' . > geworben Ci igcrung. Umsetzung der riefu ir.hc.ltc in dynamische cre»cendi ist Haupt- dem Höhepunkt beinahe Gesetz dieser Epigoniden, trenn ich fo sagen bars.

Aus Stabt unb Canb.

Dieven, den 21. Rod. 1921.

Wie erkennt man falsche UO'Mark'scheine?

Bekanntlich sind sehr viele falsche SO-OHL» Scheine mit dem Saturn vom 24.6.1919 im Umlauf. Einem amtlichen Merkblatt, in dem die Merkmale für echte und falsche Schein, zusammengeslellt sind, entnehmen wir nach­stehende Anleitung zur Erkennung der Fäl­schungen:

Man präge sich da- Bild des echten Scheines ein! Erscheint das Aussehen eines Scheines zweifelhaft, dann prüfe man wie folgt:

P a p i e r: Ist es fest, in Stärke und Fär­bung abweichend? Fälschung: Lappig, brüchig, dich gefärbt, um dem Falschstück etw gebrauchtes Aussehen zu geben.

Vorderseite der Zeichnung'. 1 Zeigt der weibliche Odealkopf ein jugend­liches. reines Gesicht - -Fälschung: AlteS, unreines, stark beschattetes, oft entstelltes Ge­sicht: mürrische, grobe Züge, schielend« Augen, starrer Blick.

2 Sind die 5 Sterne vorhanden und gut sichtbar? - Fälschung: Einzelne Sterne schien. An Stelle der Sterne sind weihe un­förmige Flecke.

3. Treten alle Telle der Zeichnung, ins­besondere daö Ziermuster, die Schriften, Stempel und Llnlerschriften klar und scharf hervor? - Fälschung: UnHar, verwischt, mit abweichenler Wiedergabe der Zeichnung. An Stelle der Grundmufter willkürlich ge­wählte zeichnerische Unterlagen.

4. Verlaufen die Wellen des gezähnten braunen Randes regelmähig d Fäl­schung: Rand nicht scharf gezähnt, meist dick, Wellen ungleichmähig verlaufend.