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Samstag, 20. August 1921

Erstes Blatt

171. Jahrgang

GietzenerAineiger

lo(abecrfat)Tntitel, Kaviar, Auslern, Seeschildtrö-

rvte Korallen und deren Rachahmungen, Knopfe aus Horn, Hornmasse und Knochen, Stöcke, feine

200 Millionen Mark

der

raubenrosinen. Kaffee, auch Ka feefchalen, Kakao^

piche. Dvrhangsloffe, Spitzen, Stickereien, Tape­ten, Linoleum usw., künstliche Blumen, Kleider. Puhwaren. Schirme, Schmucksedern, Fächer, Hüte, Stöcke, Reitpeitschen. Lederwaren, Pelzwaren, Kautschukwaren, feine Flechtwaren, Dürsten in Verbindung mit Dein oder Horn, geschliffene und polierte oder vorgearbeitete Platten und Stücke

wird im allgemeinen Schankwirtschaf-

Lloyb Georges Rede im Unterhause war nach der Tagung des Obersten Rates ein Ereignis allerersten Ranges. Er stellte zwar est, das Zusammenhalten der Ententemächte ei so stark wie nie zuvor, aber das klang in Verbindung mit dem eigentlichen Inhalt seiner

Die bevorstehende Entscheidung des Dölberbundrates.

Parts, 19.Aug. Rach einer HavaS- Meldung entstand gestern für den Völker- bundSrat die Frage, ob er sich mit dem zweiten Briefe des Obersten RateS, den Driand in seiner Eigenschaft als Präsident wie den ersten unterzeichnet hätte, zu befassen hätte, ein Brief, der dem Völlerbundratbie Schwierigketten, welche die Ziehung der Grenze in Oberschlesten darbietet", auSein- anbergesetzt hätte. Die Besprechungen, die so­eben in Paris abgehalten worden sind, haben dazu gefihrt, ein anderes Verfahren anzu­wenden. Der Oberste Rat beschränkt sich dar­auf, das Aktenmaterial der Ange­legenheit dem Völkerbund zu übermitteln. Keinerlei ergänzender Brief begleite diese Uebermtttlung, aber ein Mit­glied des Rates, LuinoneS de Leon, der Vertreter Spaniens, wird sofort be­auftragt, einen objektiven Tatsachen­bericht zur Informierung der Mitglieder des Rates vorzulegen. Das ist aus verschie­denen Gründen wichtig, 1. weil es den ersten Akt des Verfahrens des Dölkerbundrates dar­stellt, 2. well eS die Mittellung bestätigt, daß die Prüfung des Streitfalles tatsächlich begonnen hat und 3. weil die Ernennung eines Berichterstatters noch vor dein Zu­sammentritt des Rates am 29. August be­weist, daß der Rat von dem Wlllen beseelt ist, hie Angelegenheit nicht in die Länge ziehen zu lassen, und schließlich, well die Er» nennnung des Vertreters von Spanien, die ebenso schmeichelhaft für chn wie für sein Land ist, in Frankreich und in Paris, wo QutnoneS de 'Leon so viele Sympathien besitzt, nicht als

rungssteuergeleh wird auf jährlich geschäht.

Die Umsatzsteuer verdoppelt. Die Speise- und

setzentwürfe wird nunmehr im Wortlaut ver­öffentlicht. so der Entwurf des Gesetzes betreffend die Erhöhung ci z lner Verbrauchs st euer n. der Entwurf des Gesetzes über die Erhöhung von Zöllen, der Entwurf des Gesetzes über die Abänderung des Kohlensteuergesetzes, der Entwurf des R en n w e 11 g e s e h e s. des Kraftfahrzeug st euergeietzes teS" e - sicherungssteuergeseyes, der Entwurf des Gesetzes betreffend die Abänderung des Umsatz st euergesehes, der Entwurf des Gesetzes zur Aerrdcrung des Körperschafts- st e u e r g e s e tz e s. der Entwurf de- Kapital- verkehrssteuergesehes. der Cntiur des Vermögens st euergesetzes, der Entwurf desDermögenszuwachssteuergefetzes, der Entwurf des Gesetzes über die Abgabe von Vermögenszuwachs aus der Rach- kriegszeit. Die Steuererhöhungen des erst­genannten Gesetzes beziehen sich wie bekannt auf Leuchtmittel, Zündwaren, Vier, Mi­neralwasser und Tabak. Die Mehrein­nahme wird für das Rechnungsjahr 1922 aus rund 1 4 Milliarden Papiermark berechnet. Dazu kommen die Erträgnllse des Süßstoffmonopols und Zuckersteuererhöhuna sowie des Brnnntweinmono- pols die auf 2 Milliarden geschätzt werden.

Aus der Erhöhung der Tabak st euer allein werden rund 900 Millionen Mark erwartet.

Die Zollerhöhungen des zweiten Oe-

Die neuen Steuergesetze.

Berlin. 19. Aug. (MTB.) Die Mehrzahl in Vorbereitung befindllichen Steuerge-

llr.M

Der »(dinier lißdget mit der 'DifKSingsbetlagt .Lpert Umscha»' er- fotint täglich, sicher Sonn, und Feiertag», »»uatlicheveina'vreise: Marti 5.- einschließlich IrLgeriohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. A er niprech. Anschlüsse: Hkbieb*rifUeitung 112; für Druckerei. Verlag und Geichafisstelle 51. Aaschrist für Drahtnach­richten Anzeiger -schell.

voslsch«al»»f: frohvrt t. DL 11686.

einer Steuer von 30 v. H.. die übrigen Steuer­pflichtigen mit 10 Prozent des steuerbaren Ein­kommens. Dagegen soll daS Dividenden ein ko mm en in der Hand der Besitzer insofern milder besteuerd werden, als es. wenn daS gesamte steuerbare Einkommen 100 000 Mark nicht übersteigt, nur mit 75 v. H des um die KapitalertragSsteuer gekürzten Betrages in Ansatz gebracht werden kann, im übrigen 90 t>. H., wobei dieser Mehr­betrag jedvch nur insoweit zu entrichten ist, als er aus dem Teile deS steuerbaren Einkommens über 100 000 Mark bestritten werden kann.

Die Kapitalverkehrssteuer wird er­hoben:.») für Rechts Vorgänge, die die Gesellschaft betreffen (Gesellschaftssteuer), b) für den ersten Etwerb von Vermögensrechten (Kapitalverkehrs- Wertpapiersteuer». c) für die Gewährung von Vergütungen an die Mitglieder deS Aussichtsrates von Kapitalgefellschasten (LufsichtSratssteuer), d) Erwerb von Vermögen-gegenständen ui ar» werblichen Zwecken (Gewerbeanschaffungssteuer). Die Mehrerträge aus diesen Steuern werden aus 881,4 Millionen Mark geschaht.

lieber das Vermögenssteuergesetz und das DermögenSzuwachssteuergeseh, die Ab­gabe vom Vermögenszuwachs aus der Rach» kriegszeil sind nähere Angaben bereits gemacht worden. Ertragsschätzungen sind bei diesen drei Gesehen nicht vorgesehen.

Die Leuchtmittel - und Zündwaren- steuern sollen am 1. Oktober 1921 in Kraft treten, bei der Btersteuer die neuen Inland- sähe am 1. April 1922, die neuen Zoll- und Einfuhrabgaben am 1. Oktober 1921, die M l > neraFtoafferfteuer am 1. April 1922, die Tabaksteuer am 1. Januar 1922. Die Vor­schriften des Körperschaftssteuergesetzes sollen An­wendung finden bei der Veranlagung des Ein­kommens der Geschäftsjahre, die nach dem 31. 12 1920 zu Ende gegangen sind.

Bei den übrigen Gesetzentwürfen, die ja alle noch der Beschlußfassung im ReichSrat unterliegen, sind Termine nicht angegeben.

Berlin 19. Aug (Wolfs.) Der Repara« tivnsauSschuh des vorlSustgen Reichs- Wirtschaftsrates nahm gestern den Bericht des Unterausschusses über die Erhöhung einzelner Verbrauchs st euern entgegen. Entsprechend der Regierungsvorlage wurde der Leuchlmittel- fteuer, der Zündwarensteuer mit der Streichu^lj der 48 und 51 der Vorlage, der Diersteuer und Der Mineralwassersteuer zugestimmt. Die T a- baksteuervorlage als ganzes wurde a 6 - gelehnt. Bezüglich der Steuersätze im einzelnen fasste der Ausschuh folgende Beschlüsse: Zigarren und Zigaretten sind bereit- so stark belastet, dah eine weitere Erhöhung der Steuersätze nicht mehr tragbar erscheine. Mit der Einfügung einer neuen Steuerstufe für feingefchnittenen Tabak, mit der Festsetzung des Steuersätze- für Pfeifentabak z. D. in der Steuerstufe 7 auf 8 Mark pro Kilo­gramm und in der Steuerstufe 10 auf 30 Mark pro Kilogramm und mit den von der Regierung vor- geschlagenen Sätzen für Kau- und Schnupftabak erklärte sich der Reparation-ausichuh einverstan­den. Sodann hörte der ReparationSau-schuh den Bericht des Unterausschusses über die Abände­rung des Kohlensteuergesetzes. Gr erteilte der Re­gierungsvorlage grundsätzlich seine Zustimmung. Gegen die Ermächtigung deS Fina^ministerS, bte Steuersätze zu ermäßigen, sprach man sich ein­mütig aus und beschloh folgende Fassung: Der Reichsminister der Finanzen ist ermächtigt, auf gemeinsame- Verlangen des ReichskohlenrateS und des ReichSrats und nach Anhören deS Reichs» wirtschaftsrates den Steuersatz zu ermäßigen ober nach feiner Ermäßigung wieder auf 30 v. H. zu erhöhen.

Allneh»« »ob anjfteeD für die loqesnummet Bte znm Nachm Nag vorher ohne jede Der dindlichkeit. Dreis für l mm Höhe für Anzeigen v 34mm Breit« örtlich 40 Df, ausroärtf 50PL; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 180Tt VW Vorschrift 20''.Ausschlag. Hauptschristleiter Aug. Dvetz Verantwortlich für Politik: Aug Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Aemhold Zenz; für den Anzeigenteil: tzan» Beck, sämtlich in Gietzen.

Kollegen mit den derbsten Stößen vor den Augen der Welt und denen des Völkerbundes in die Knge. Die Si^erheit Frankreichs und das oberschlesische Problem sind ihm völlig getrennte Begriffe, die nichts miteinander zu tun haben. Immer wieder mische Frankreich in das oberschlesische Kartenspiel seine Fäl- chungen. Aber Lloyd George sprach nicht nur als Schützer formalen Rechtes, sondern auch als praktischer Staatsmann und Politiker, dem der Frieden der Welt am Herzen lieat. Genug des grausamen Spiels mit dem deutschen Be­siegten! Das war, kurz gesagt, der Sinn eines großen Teils seiner Rede. Militärische Heber- wachung und sonstige Konttollmahnahmen auf deutschem Boden müssen nach seiner Ansicht nunmehr abgebaut werden. Die Frage der mllltärischenSankttonen" werde in einer der nächsten Tagungen des Obersten Rates wie­derum erörtert werden. Frankreich bekam neue deutliche Mahnungen und Warnungen zu hören. Wenn Lloyd George vom Störer des Weltfriedens spricht, so scheint er nicht mehr nur an Deutschland, sondern auch an Frank­reich zu denken. Im Parlament sowohl wie in der Presse fand der englische Minister­präsident nur Beifall, keinen Widerspruch.

Run scheinen sich zwischen London und Paris bei der Vorbereitung der oberschlesi­schen Entscheidung langsam neue Differenzen heranzubilden. Frankreich ist offensichtlich auf weiterer Verschleppung des Schiedsspruchs bedacht, während England die rascheste Er­ledigung der ausgiebiggeklärten" Frage ver­tritt. Der Vertreter Spaniens wird bei Be­ginn der Tagung des Völkerbundrates am 29. d. Mts. einen objekttven Bericht über den Tatbestand vorttagen, und es scheint, als ob damit der Geschäftsgang im englischen Sinne sich vollzieht. Die Plaidoyers beanspruchen, wie in jeder Gerichtsverhandlung, nur höch­stens eine Tagessitzung, und dann harrt man gespannt des endgültigen Urteils. Denn um ein Urteil, nicht um ein bloßes Gutachten, soll es sich ja handeln. Frellich, über eine Hauptfrage scheint man sich noch nicht einig geworden zu sein. Lloyd George hat angekün­digt, der Völkerbundsrat werde über die ge­samte oberschlesische Sttettsache zu urteilen haben, während Herr Briand in der Pariser Presse geltend machen läßt, über die Gebiete Pleh und Rybnik, die an Polen abgetreten werden mühten, sei sich der Oberste Rat ja einig geworden, und es handle sich nur noch um das Schicksal des Industriedreiecks. Auch diese Heine, von Lloyd George wohl nur zur Einschüchterung des hartnäckigen Widersachers vorgeschobene Unstimmigkeit darf als intet» efsantes SttmmungSmernnal gebucht werden.

getauscht werden wird. Es muh jedoch etwas in der Luft liegen, was die radikalen Verächter der früheren Staatsordnung mit Furcht und 2lerger erfüllt. Das Wiedererwachen natio­nalen Fühlens könnte dem Parteisozia­lismus schaden. Darum versucht man sogar, die Betriebsräte zu mobilisieren, um die Arbeiter von solchen Srinnerungstagungen zurückzuhal- v, v t lv . yo - - - - «____

ten, bei denen die handgreiflichen'Erfahrungen i s^ntwurfes bcziehcn sich auf Bananen, Datteln, unseres Volkes über die Theorien von inter- Tcaubenrosinen. Kaffee, auch Ka'feeichalen,Kakao» nationaler Weltverbesserung so weit hinaus- | bohnen, Kakaoschalen, Tee auch Mate, Paprika.

ten werden in zwei Gruppen eingekeilt. Für die erste Gruppe (Luruswirtschafl) beträgt die Umsatz­steuer 10 v. H., für bte zweite Gruppe 5 v. H. Die Zuweisung in eine der beiden Gruppen erfolgt durch einen Ausschuh, der für jede Gemeinde mit mehr als 25 000 Einwohnern, im übrigen für den Bezirk jeden Umsaysteueramtes gebildet wird. Er besteht aus einem Vertreter des Um­satzsteueramtes. einem Vertreter der Selbstver­waltung, einem Angehörigen des Gastwirtsge- werbes. Wirtschaften, die sich eine auszeichnende Bezeichnung (ersten Ranges, Luxushotel usw.) beilegen, gehören ohne weiteres zur ersten Gruppe. Die Umsatzsteuer ist im Haushaltungsplan 1921 mit 4,5 Milliarden Mark angeseht. Es tarnt je­doch damit gerechnet werden, bah zwischen 6 unb 7 Milliarden Mark eingehen. Dabei ist es bisher noch nicht voll gelungen, bie grohen Umsätze ber Landwirtschaft restlos zu erfaßen so bah der bisherige Ertrag noch auf 8 Milliawen Mark anwachfen dürfte. Dazu werden infolge der Ein- schränfting der Bevorzugung des Ein- unb Aus­fuhrhandels rund 2,5 Milliarden Mark biiuu- treten. Auf dieser Basis läßt die Erhöhung ber Steuer auf 3 Prozent einen Ertrag von 21 Mll- Itarben Mark erwarten, wozu noch eine halbe Milliarbe Mark aus ber LuxuSsteuer treten bürfu. Eine enbere Berechnung ergibt sogar die Summe von 25 Milliarden Mark.

Das Körperschafts steuergefey be» legt bekanntlich die Erwerbsgesellschaften mit

Holzwaren, gepolsterte Möbel, Korbwaren, Zell- homwaren, Buntpapier, photographisches Papier, Briefmarken in Behältnissen usw., Albums, ge­faxte 6bei- und Halbedelsteine, Steinm härbeiten. WandbMeibungsplatten, Porzel an. Gläser. Eold- und Siloerwaren. Kunstguh, Schlitt- unb Roll­schuhe, Aluminium-, Blei-, Zink-, Zinn- sowie Rickelwaren, Personen- und Lastfahrzeuge. Ta­schenuhren Uhrgehäuse usw. (Die Auszahlung ist unvollständig.) Die Rachverzollung soll nur bei Kaffee ^nd Tee platzg reifen.

Die Mehrerträge aus Kaffee, Tee, Kakao, Ge­würzen und Südfrüchten werden auf 46,6 Mill. Goldmark, die Mehrerträge aus den übrigen Zoll- erhöhungen auf etwa 15 Mill. Golbmark geschäht. Von ber Erhöhung der Kohlen st euer erwartet man einen Mehrertrag von 4,5 Milliarben Mark (bisher 4,7 Milliarben Mark). Der Entwurf eines Rennwettgesehes sieht bekanntl.ch auch die Besteuerung von Buchmacherwet'en vor; bie Mehreinnahme wird auf 150 Millionen Mark be­rechnet. Die neuen Steuersätze für Personen­kraftwagen betragen beispielsweise für eine PS 75 ML (bisher 27 Mk.). für 10 PS 950 Mk. (bisher 80 Mk.). für 20 PS 2200 Mk. bisher 200 Mark), für 30 PS 3450 Mk. (bisher 450 Mk). für jede Pferdekraft mehr einen Zuschlag von 125 Mk. (statt bisher 10 Mk ). Dazu kommt eine Besteuerung ber Lastkraftwagen mit Steuersätzen von 150 .bis 2000 Mark. Von ber Steuer befreit sind Kraftfahrzeuge, die ausschließlich zur Beförderung im Sinne des Gesetzes vom 8. Aprll 1917 über die Besteuerung des Personen- unb Güterverkehres bienen, ferner Kraftfahrzeuge im Dienste der Feuerwehr, ber Krankenbeforberung unb gemein­nütziger Anstalten unb solche Fahrzeuge, die aus­schließlich ber Beförderung von Geraten von unb zur Arbeitsstelle und dem Antrieb vieler Geräte dienen. Der Ertrag biefer Steuer wird auf 55 Millionen Mark geschäht.

Der Entwurf eines Versicherungs- steuergesehes sieht fclgenbe Aenberungen vor (bie Angaben beziehen sich bei Feuer unb Hagel auf die jährliche Steuer von 1000 Mark Versiche­rungssumme, im übrigen auf bie Steuer in Pro­zenten der Prämie): Feuer: unbewegliche Gegen­stände bisher 5 Pf., künftig 15 Pf., bewegliche Gegenstände bisher 15 Pf., künftig 40 Pf.; Hagel: bisher befreit, künftig 40 Pf.; Einbruch und Dieb­stahl: 10 v. H.. unverändert; Glas: ebenso; Vieh: bisher befreit, künftig 3 v. H.; Transport: l.v.H., künftig 4 v. H.; Valoren (bisher befreit), künftig 4 v. H.; Kasso- und Baurisiken: bisher 1/2, künftig 2 v. H.; Leben: bisher künftig 4 v. H.; Unfall und Haftpflicht: bisher befreit, künftig 5 v. H. Die Rückversicherungen, Sozialrersicherungen, Arbeits­losen- unb Stellenlosigkeitsversicherungen bleiben befreit

Die bisherige Befreiung von Versicherungen bis zum Betrage von 3000 Mark wirb eingeschränkt auf Lebensversicherungen, bei benen die Versiche­rungssumme 1000 Mk. ober bie versicherte Iahres- rente 100 Mk. nicht übersteigt Die Befreiung ber Krankenversicherungen erfolgt künftig nur, wenn bas versicherte Krankengeld den Betrag von 30 Mark täglich nicht übersteigt Für bie anderen bis­her befreiten Versicherungen gilt künftig ber Satz von 5 v. H. Der Mehrertrag aus bem Versiehe-

Wochenrückblick.

Gegen die Zusammenkünfte. (5r- tnneru ngstage, ehemaliger KrieaS- k a m e r a b e n werden von der sozialistischen Presie, sofern nur von ehemaligen Regimen­tern oder sonstigen militärischen Verbänden dabei die Rede ist, die hefttgsten und ver­schiedentlich auch die gehässigsten Einwen­dungen geltend gemacht. DaS antimilitaristtsche Prinzip zeittgt sehr unvernünftige und phili- ströse Quertreibereien, die den freiheitlichen Zug der Zett in ein sonderbares Licht setzen. Dir könnten eS noch gelten lassen, wenn eS sich nur um ehrliche Bedenken handelte, durch solche Feiern würde nach außen hin der schädliche Eindruck erweckt werden, als wolle das neue Deutschland zu neuer Rüstung und wur Rache gegen seine Feinde sich vorbereiten. Aber um solche Bedenken zu rechtfertigen, müßte man wirklich auf mehr verweisen kön» 1 n, als auf die harmlose Pflege denkwürdiger föjnnerungen unb alter Kameradschaft, oder die gelegentlichen, ruhmvolleren Tagen des alten Reiches geltenden Gefühlsausbrüche ehrlicher Soldatennaturen. Sollen denn etwa bie deutschen Kriegsteilnehmer, die ein inner­liches und natürliches Bedürfnis haben, in Er­innerung an gemeinsam erlebte große und schwere Tage sich wiederzusehen und sich aus­zusprechen, Freude darüber bekunden, daß unser Reich heute wehr- und waffenlos ist? Es mag fein, daß hier und da ein chauvinistischer Eiferer Unüberlegtheiten begeht dann soll man ihn tadeln und zurückweisen. Cs darf auch zugegeben werden, daß die Tannenberg­feier in Königsberg durch den nationalen Schwung, der ihr innewohnte, eine gewisse po­litische Bedeutung erlangte. Wie kann man aber dapei vergessen, daß im zerstückelten deutschen Osten geradezu ein Bedürfnis dorliegt, Zeugnisse deutschen Willens und deutscher Kraft zu entfalten gegen die ftem- den Mächte, die das deutsche Vertrauen auf Gerechtigkeit so schmählich betrogen haben!

Lloyd George hat in seiner letzten großen Rede den Franzosen gegenüber fest- gestellt, bah Deutschland entwaffnet und kei­neswegs in ber Verfassung sei, plötzlich wie- ber kriegsgerüstet etwa gegen Frankreich sich zu erheben. Das sei vorbei, unb ba man wisse, was In Deutschlanb vorgehe, brauche man sich nicht zu beunruhigen. Der alte ReichSfeinb ist also davon Überzeugt, dah von deutschem Militarismus nicht mehr gesprochen werden könne. Will die Sozialdemokratie wohl im Interesse Deutschlands? ihn mit aller Ge­walt eines andern belehren, ihm den Kampf flegen den französischen Rationalismus er» chweren? Lloyd George stellte fest,es herrsche allgemein die Ansicht, dah die Zeit für eine allmähliche Herabsetzung der Deutschland durch die Besatzung und die Kontrolle auferlegten Kosten gekommen fei. Er erklärte dies, trotzdem er sicherlich von Den in Deutschland gelegentlich stattfindenden weg imentSf eiern Kenntnis hat. Es ist eine ein­fache Sache der D v r s i ch t und des M a h e S, Daß jeder Deutsche es vermeidet, die Außen­welt mit Argwohn über erwachende Rache­pläne zu erfüllen. Die ruhige Pflege deS Ge­dankens notwendiger Wehrhaftigkeit eines et­was auf sich haltenden Volkes, eines Gedan­kens, zu dem ja auch ein Mann wie Bebel sich bekannte, ist nicht geeignet, in den Haupt­städten der Entente und zu schaden. Im Ge­genteil, Lloyd George würde nicht in ber Lage gewesen sein, bei bem vberschlesischen Problem Die Besorgnis vor späteren Konflikten als Faktor in seine Polittk gegenüber Frankreich einzustellen, wenn im deutschen Volke nicht Ehrgefühl und Freiheitsdrang in zunehmen- bem Mähe sich wieder regten.

Wenn äirbem morgigen 116er-Tagin Gießen tausende alter Soldaten sich ein­finden wollen und werden, so hat dies btxf> mit Rache» ober Kriegsplänen nicht das ge­ringste zu tun. Es wird höchstens be-i wiesen, daß der Widerwille in den breiten Volksschichten gegen unser ftüheres Wehr- fhstem keineswegs so verbreitet ist, wie sozia- tisttsche Organe eS glauben machen möchten. Es wird in den Unterhaltungen der früheren Soldaten natürlich auch von der Rot des Vaterlandes, sehr wahrscheinlich auch von ber Politik gesprochen werden, die ihm frommt ober nicht frommt; aber wen kann dies auf­regen? Wir vermuten, daß über bie Mängel des alten und die Enttäuschungen des neuen Systems mancher freimütige Gedanke aus-

General-Anzeiger für Gberhessen

vnrck trab Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- unb Steinbruderet R. Lange. Schriftleittmg, Seschäflsstelle unb Druckerei: 5chn!strahe 7.

v , , - , L f , ! aus Elfenbein, Perlmutter, Elfenbein, Schlldpatt-

Rede beinahe wie Irvme. Wiederholt trieb; Perlmutterwaren, echte Perlen, bearbeitete der britische Staatsmann seinen französischen rote Korallen und deren Rachahrnungen, Knöpfe

wachsen. Vergebens; natürliche Vorgänge! andere Gewürze, Kakaobutter, Kakaomaste, Ka- : ann man nicht verhindern, und es ist zu wenig kaopulver und Schalen, ferner Schokolade, Scho- engherziger Fanatismus in der deutschen Ar» ^tolabxerfatzrnttt< Kaviar, Aus^n, Seefchildkrö- beiterkhaft als daß fie ton es für sie lieh um ! lCT- Seekrebfe, Fleisch von Sußwasterkrebfen. Seife »in» hlnhoU hnn unL Snon 9um ^nbcebtaud) geformt, wohlriechende Wässer,

£Herzenssache handelt, von unberufenen; P^per, Schminken, Zahnpulver usw.. Feuerwerk, Agitatoren sich bevormunden liehe. | Glühstrümpfe. Frucht- und PZanzrnfäste. Arznei-

e waren, Seidengespinnste. auch tzaldsridene, Tep»