Ausgabe 
20.5.1921
 
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Au» kessen.

Eiu unerhörter Einriss der Entente.

rm. Ta r m ft a b t, 19. Mai. Die Beschlag­nahme von Modellen imb Teilen von Flug-eugmvtoren und anderen Flugzeug- teilen, an der'hiesigen Techn,ichenHoch,chule bestätigt sich Auf Veranlassung eines Mik gliedes der interalliierten LuftfahrtlontroU - kommission, das die in der Hoch'chull zu Lehrzwecken ausgestellten Flugzeug model lc usw. besicv:il-te, wurde das ganze dorgei'undene Ma­terial zunächst beschlagnahmt. Bersa-i.dene beutfdv Ben»motorcn und anderes Material müssen soweit zerstört werden, daß. sie keine praktische Verwen­dung mehr sinden können. (Sine Anzahl auslän- drscyer Motoren soll vorläusig nach Franfiurt a. M. gebracht und dort einer E ttentecommiftion über­geben werden. Von inastgcbender Stelle wird dieses Vorgehen der Rheinland Kommission als et? uner­hörter Eingrift bezeichnet, gegen den geeignete Schritte geplant sind.

Aus dem besetzten Gebiet.

Neue Musterungen durch dir Franzosen.

fpd. Mainz, 19. Mai. Aus Anord nuna der Interalliierten Äommission sinder am 6. und 7. Juni für die französische Rhein­armee eine abermalige Prü> sung der Pferde und Maulesel, der bespannten oder unbespannten Wagen, der Vergnü- aungswagen mit Bespannung, der Kras tragen, Motorräder und Fahrräder in den ßkmeinben des besetzten Gebietes statt.

Ares Kta-t und Land.

Gr eben, den 20. Mm 1921.

-rcnbauten

die nach dem 1. Oktober 1920 bezugsfertig h<n> gestellt sind, unterliegen nach der Bekannt- machung des Landes-Arbeits- und Wirtschasts- amteS vom 1. Januar 1921 den Wohnungs- mangel-undMieterschutzvorschriften nicht. Wer einen Neubau errichtet, ist somit in der Wahl der Mieter und der Festsetzung der Miet- Preise in keiner Weise beschränkt.

Sperling-Vertilgung.

Tie SperlrngSplage hm im Laufe d>'r letzten Jahre, besonders in der Wetterau, im Nied und rm Rodgau wieder stark zu genommen, so daß sich die Gemeinden veranlaßt sehen, gegen diese landrvirtschaftlick»en Säiädiger durch Berämpfungs- maßnahmen vvrzugelien.

Nach Mitteilung der Biologischen Reillks- anst«lt für Land- und Forstwitisckxift besteht fxmte roch der beste Schutz in der Vernichtung der Nest- jungen. Sie erfolgt am sichersten durch Aushängen vmk künstlich ans Ton angefectigten Brutstätlen, die möglichst natürlich Gestalt und Farbe besitzen und innerhalb der Hofveiten an Wänden Mischen Obststpälreren usw. ausgehängt werden Die Sver- lirw-paare nehmen derartige Brutstätten gerne an und al-dann ist die Vernichtung der jungen Sper­linge eine leichte Arbeit. Erfolg verspricht das Verfahren jedoch nur dann, wenn bezirksweise, Arm mindesten jedoch gemfeinberocife dar gegangen wird. Die Msführung deS Verfahrens nxn wegen Nichtbeschaffung der Spkttlingskäüen zur Zeit eine Unmöglichkeit Nunmehr sind jedoch wieder Fir­men vorhanden, die sich mit der Herstellung der künstlichen.Sverlingsbrutstütden befassen. Nähere Auskunft hierüber erteilen die Sammel stellen für Pflanzenschutz an den Landwirtschaftlichen Win­terschulen sowie die Hauptsammi-lstelle firr Pflan­zenschutz an der Landwirtschaftskammer in Darm­stadt.

Wettervoraussage

für SamStag:

Unbeständig, zeitweise Niederschläge, Tem- beratur wenig geändert, wechselnde Winde, Ck- witternngung.

Wiedereinführung von Ferien ! onderzüaen und Sonntagsfabrkar- ten. Das Wvlfftmreau verbreitet eine Meldung der Zeitschrift ..Der Deutsche", wonach es nun­mehr feststrhe, daß die Eisenbahnverwaltung in btefem Jahre, ähnlich wie vor dem Kriege, wieder Feriensonderzüge fahren läßt Die Prem

Die Benutzung der Züge wird für die Hinfahrt 50 Prozent betragen, so daß die Gesamtteise, die §l.n*I16 Rückfahrt, 25 Prozent verbüligt wird Di« Ei enbahnverwaltung prüft aber auch weiter die Frage, ob auch für die Rückfahrt eine Er maßimmg von 50 Prozent sich ermöglichen wird, w daß man dann Ferienveisen für die Hälfte der tarifmäßigen Fahrgeldes zurück­legen könnte. Außerdem oebnete die Eisenbalm­verwaltung die Einführung von Sonntags la hr ka rten an.

** Sperre für Pakete und Wert- icnbungcn nach Ober,chlesien Wegen der schweren Störungen des Eitenbahiwerkebrs mutzte die Annahme von Paketen und Wctisendun- dem oberschlesischen AbsttmmungSgebiet durch die Pvstanstalien bis auf weiteres eingestellt werden. Die unterwegs befinttichen Sendungen werden zurückgelci et und den Absendern wieder *9C!?5U-, der Aufhebung der Sperre, die möglich» bald herbtigefübtt wird, wird die Oenent- lichkert rechts-.ni Kenntnis erhalten.

** Tas zweite Ziel Gcmeinde- £cu e r n vom Grundbesitz und Gewerbebetrieb mr ba:« Ri. 1920 kann noch bis einschließlich 4- ohne Kosten befallt werden.

» u, leit TounerStaa früh

«Uhr tut 20iädriges Fräulein (kräftig, dunkel-

um den Kvm, blaue Augen, dunkel- Dortige Angaben gegen Beloh- Tnrn^^werden an das Polizeiamt erberen.

tireUoey.Urncn werden morgen Sgfri?^eVCSai probeweise in £ä- _. »/^^^ibwechsel. Das Anwesen der 9ffld?nÄm?R' 19 e.-emalige

SJJ TnÜ n s\'01110 burdl Kaur in den

»? ?CI h ^^verwaltung des Sabril- ^Ert-rverbandeS Deutschlands ch Gießen

in den Ladenr.ru., en fetnc#®cichartStotale emzunchten

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nff&rung u^ üandwirttchrn gibt brfannr r ßoßorttger Str hing bte eurubr xmx \ 1S Tee freigegebcn und die bisherige Einfubrbewiti' «MS mcht mehr forderlich ist. ibroei; sie sich bezieht cut^ Rohkaffee, Tee, die durch Berarde- tung von Tee gewonnenen Erzeugnisse sowie M schungen von ^.ee und auch solchen Ernugniisen mit anderen Stoffen.

' ** Auch ein Zeichen der Zeit. ^le

, Zahl der in Zwangserziehung le'indstckteu Kinder nimmt von Jahr yi Jahr zu. J.n JahrZ 1919 foaren es in Hessen 228b; Tm 'Jähre 1920 stieg die Zahl am230o. An der Spitze marschiert ui dieser Beziehung der Kreis Tarmstndt mit >65 Zwangs, aliugen"- dann folgen der Reite nach Die Streife Mainz 381), Worms (243), Gießen 187), Be.-iSbeim f 163) und Offenbach (122). Die übrigen hessischen Kveiw haben wc-'tger als 100 Zivangszöglinge", am wenigsten dec Kreis Ti - turn mit nur 21. Bon den 2305 in Zwangs- cizwlmng befindlichen Kindern waren zuletzt 1497 in Familien und 808 in Anstalten untergebracht.

**DieFensternichtoffenstehen lassen! Die roamt/c Jahreszeit erleichtert den Dieben und Einbrechern das Handwerk ganz gewaltig, da zahlreiche Einwohner ihre Fenster im ersten Stock und Erdgeschoß nicht geschlossen halten. Tagtäglich lausen zum Beb- spiel auf der frankfurter Polizei Anzeigen über Einstet g d ieb c ein, die natürlich mitnehmen, was sie irgend erreichen können.

Der Tintenstift wird im Reiche im Einverständnisse mit dem Rechnungshöfe bei ein­zelnen Verwaltungen sowie in Preußen schon im weitesten Umfange verwendet. Jetzt soll er auch im Gebiete der Reichsfinanzverwaltung zur unterschriftlichen Vollziehung zugelassen wer­den. Es gilt dies für die Berichte, ALnahmeverhand- lungcn, Beantwortung der Erinnerungen, Rech­nungen, Besch ei nigim gen aller Art zu Berwal- tungs- und Baurechnungen, Sichtvermerke, Brr- wendungs-, Eintragungs- und ähnlichen Beschri- nignngtn für den Rechnungshof. Verwendet kann er ferner werden bei Llnweisungen der Kassen zur Einziehung und Verausgabung von Geldbeträgen usw., Quittungen und EmpsMigsbescheinigungen aller Art, Bescheinigungen auf den Quittungen über Ruhegehälter und Hinterbliebenenh'zügc, 2lb- nähme- und Richtigkeitsbescheinigung^n, Anerkennt-, nissen der Pächter und Käufer in Verhandlungen und Einnahmenachweisungen über Verpachtungen, Käufe usw. Es sollen aber nur Tintenstifte benutzt werden, die eine gut hastende, möglichst dunkle, aber nicht glänzende Schrift liefern, die auch bei künst­lichem Lichte leicht lesbar ist und nicht wie Bleistift aussehen darf.

" Mitber Durchführung desLand- gc setz es befaßte sich eine Versammlung, die am Dienstag vormittag im Cafö Leib auf Veranlassung deS Vorsitzenden des Kreisvereins der Landbewerber deS Kreises Büdingen rrranftaltet wurde. Haupt­redner war der Generalsekretär des Bundes deut­scher Bodenveformer, Rippel (Berlin), der vor allem dafür eintrat, daß die Bestimmungen der Reichsverfassung. auf die sich auch ba-3 Landgesetz gründe, in die Tat umgesetzt würden. Jedem Deut­schen sei hiernach eine gesunde Wohnung und allen deickschen Familien eine ihren Verhältnissen ent- fpred>enbe Wohn- und Wirtschastoh?imstätte zu sichern. Der Boden gehöre der Gesamth.it und bei allen Güterveraußerunmm sei in erster Linie den Gemeinden das BorkausSrecht zu fidii.-rn. Jeglicher Bodenwucher und Bodenspekulation sei schchfster Kampf anzusagen. Abg. Fenchel erklärte, daß er grundsätzlich für Duühsührtlng der Siedlung sei, wobei man sich aber unbedingt an das Landgesetz halten müsse. Vor Ueberstürzung sei zu warnen und es müsse vor allem an dem Eissmtumsbegriffe festgehalten weichen. Abg. Lux Uaiemifierte gegen den Reformbund de^ Gutslwse und stellte das ins reclste Licht, was die Sozialdemokratie für die Landbedürfttgen getan habe. Es sprachen nockr viele andere RÄnei, mehrmals auch her Versamm lunyseinberufer, Walther (Büdingeni, die aber meist nichts neues sagten. Enre Entschließurrg des Abg. Lux, wonach die Regierung di" Durchführung des Landgesehes mit allen Mitteln betreiben möge, idurde angenommen und eim- liessische Arbeits­gemeinschaft für Durchfichrung des Landgesetzes gegründet.

Bornolizen.

Tageskalender für Freitag: Hotel Einhorn, 8 Uhr, Tegemseer Bauerntheater. Lichtspielhaus,Der indische Tod" undDer Schrei um Hilfe". Lichtspiele, Settersweg, Das Floß der Toten".

Der Bund zur Pflege vonMufik und Literatur gibt auch in diesem Semester wiederum im Auftrage des Allgemeinen Stu- denten-Ausschusses drei Kunstabende zugunsten der Gedächtnis spende der Universität. Er schreibt uns hierzu: Wie wohl noch erinnerlich sein wird, haben die Veranstaltungen des Bundes im vergangenen Winter bei unserer Bürgerschaft, bei den Dozenten und Studenten großen ÄnÜang gefunden. Dabei übertraf sowohl der künstlerische wie auch der finanzielle Erfolg weit alle vorher gehegten Erwartungen. Doch ist noch lange nicht das edle Liebeswerk vollendet. Denn welche um­fangreichen Mittel erforderlich sind, um den ge­fallenen Brüdern ein würdiges Ehrenmal zu er­richten, bedarf wohl kaum eines Hinwei es. Ter Bund war auch diesmal bestrebt, durch ein künst­lerisch besonders hoch stehendes Programm weite Kreise unserer Kunstfreunde für die wohltätigen Veranstaltungen zu gereimten. Denn nur allseitige detkitt^ung und Teilnahme an den vorgesehenen dret Kunstabenden, deren Eintrittsoveise in un­gewöhnlich niedrigen Grenzen gehalten sind, um He allen Vereinen unserer Stadt zugängig zu machen, kann nur den erwünschten und würdigen endgültige Erwlg sichern. Der Bund wendet sich daher nochmals an alle Kunstfreunde, denen es ?.m. Kerzen liegt, für unsere toten Helden von der UniDerfitat ein bleibendes Erinnerungsdemkmal zu emmten, ihr Scherslein bcüubagcn durch den öeiud) der drei Abende. Um all denen entgegenzu- wmmen, die uns so in unserem Streben unter- -SS-- . en, geben rett ein Abonnement zu crmatzigttn Prei,en heraus. (Näheres s. Anzeige? . .. y-. * 1 c °atbe m d Pr a t i f che Par - te i halt am na cf tat ^«nstag abend im Eaf? - Versammlung ap. in der

etaat5pranbcnt Ulrich, Tarmstadt sprechen wtrd.

m ~7 ei niate kommunistisch?

Parket Deutschlands Lrtegrmree Gieß-n, häu Anzeige am ^m't-g^hrnd :m Gewerkschaft^.'.

baud eine oftenlltche Versammlung ab. Landkreis ließen.

X wurd? in der

n tri gen Tuvcha. le durch den Teulschen Ju- genbbunbdte Lvkak tv e tn lärm'- .er artDer »Ne Hund von Ni^ergall aufgeführt beider war die Turnhalle nur >>alb besetzt Die "i Teienh.m aber fernen voll .md ganz auf ihre " osten T e Austuhrung durch b-e G ebener Lrrs- jrappe war gut und fand lebhaften Vetsall

AreiS «lSkew.

oa. Alsfeld. 19. Mai. Ter '£nngnmarft erfreute sich eines recht regen Besuche» der <anb» deoölkerung. Im Gegensatz zu bisher waren be-

I sonders auch die Trager dec >2chwälmer L-racht wieder zahlreich erschienen.

KreiS Lauterbach.

r. Schlitz, 19. Mai. Der Schlitzet Ver­ein in.Frankfurt, annähernd 200 "Personen, stattete an den Feiertagen der Heimatstadt Schlitz einen Besuch ab. Ten Gästen ju Ehren sanden verschiedene stack besuchte Veranstaltungen in der Turnhalle sunt, die bei Liedervorträgen, 2ln- s machen, Thea erspiel und Tanz ^tnen schönen Verlauf nahmen. 3n einem gut besuchten El­ternabend wurde besätlossen, die Kosten für An­stellung einer neuen 4. Lehrkraft an der Sck-litzer böherenBürger schule durch eine freiwillige Sammlung bei den interessierten Familien aufzu­bringen.

Kreis Schotten.

f. Laub ach, 19. Mai. Der am Nordaus­gang unserer Stadt errichtete Transforma­tor ist nunmehr im Rohbau fertig. An dem> i'lusbau der Uebnüandleituug wird noch gearbeitet. In dielen Tagen trafen hier die Leitungsmaste ein. Für die Ueberianbkitung nach dem benach­barten Marktflecken Freienseen mutzte eine etwa 20 Meter breite Schneise durch einen jungen Fich­tenbestand, sowie Stangenholz, geopfert werden. Am letzten Sonntag hielt ein früherer Ober­maat einen Vortrag über feine Erlebnisse auf Schift und U-Bovt vor und während des Krieges. Ter Vortrag war gut besucht.

Starkenburg und Rheinhessen.

dz. T a r m st a d c, 19. Mai. Unter der Firma ,,Iris '-Film-Gesell!<lMt Her..- Raven u. (Somp. wurde hier ein Fi'l m - Au su ah me - U n t e r - nehmen zur Eintragung bei dem Amtsgenckü Tarmstadt an gemeldet. Tie Firma verfilmt Dra­men, Lustspiele und Te:ettio-2tücke. Tre Um­gebung Darmstadts, die Stadt selbst, das Künstler- vierter chw., werden nun im Film vereimgt. Mtt den Auftlahmen ist bereits begonnen worden.

Tu. Von der Ber g str a ße, 19. Mai. An­fangs der kommenden Wock?e dürfte ait der Berg­straße die Kir scheue rnte ihren Ansang nel> men. Tie Befürchtung, daß bet dem zuletzt aus­getretenen Frost der größte Teil der .Ärschen er­froren sei, bestätigt fick nicht: im Gegenteil, es gibt viele Kirschen, viel mehr als im verflossenen Jahre. Nur in der El>eue hat der Frost an den Lbstbäumen mehr gesck>ü>er. Im Lause dieser Woche sollen schon die Grotzi-ändler aus Norddeutsch!and eintreffen. Auch bi; anderen Obstsorten und oie Weinberge sehen sehr gut aus und versprechen reichlichc Ernte Aus Zwingenderg wird übrigens berichtet, dag der dorttge, reatbetarmte Früh kirfchen markt bereits am tommen* den Sonntag eröffnet wird.

sw. Born Rhein, 19. Mai. Turch das Fristen drs Regens ist ein weiteres Sinken des D a s s c r st a n des, nach kurzer Besserung, zu ver­zeichnen. Der Schiffsverkehr ist verhältnis­mäßig noch sehr gering. Tie Sch.epMhw zu Tal, die eine Höl-e von 700 Prozent über Tarif er­fahren hatten, betragen immer noch vOO600 Prozent. Zu Berg wurden von der Ruhr hierl)er zuletzt 37 Mark für die Tonne notiert. Es ist beabsichtigt, versuchsweise den Verkehr von Mann­heim nach Karlsrulte aufzunehmen, der monate­lang vollständig still lag.

Kreis Wetzlar.

Der Dank an die Technische Notbilft.

* Wetzlar, 19. Mai Nach Beendigung des Ernsatzes der Technischen Nothitse tnt letzten Wetzlarer Streik ging vom Landrat oreseS Kreises folgendes Dankschreiben an den betreffen­den Ortsgruppen!eiter der Technischen Di-atbilfc etn: Am 10. Januar begann der 'streik in der Me­tallindustrie des Kreises Wetzlar. Während der langen Tauer des Streiks verschärfte sich verschie­den Üich die Lage derart, baß. ein Einsetzen ter Technischen Nochilfe in Envögung g. zogen wurde, icdoch liielf deren Bereitsein bi? Arbeiter vor dem letzten zurück. Am 25. März beschlo sen die Strei­kenden, da der Ausstand für sie verloren war, als letztes Mittel die Niederlegung der Notstands- arbeiten in der E.-Ueberlandzentralc des Kreises Wetzlar. Daraus wurde der Einsatz der Technisckten Noihilfe verfugt, der nach den getroffenen Verein­barungen erfolgte. Tie Arbeitstreuoigleit der ein­gesetzten Notbelser ist mir bura bar- bestteilte Derk betcrnnt geworden. Ich möchte hierdurch diesen und besonders Ihnen als den Einsatzleiter meine volle Anerkennung für Ihre Leistungen aus- sprechen."

Hessen-Nassau.

Kommunistische PersammlungSsprengvng.

* Frankfurt a. M., 19. Mai. Auf dem Römerberg wurde gestern eine große Kund­gebung für das Verbleiben Ober­schlesiens beim Reiche veranstaltet. Es sprackxn Vertreter der Soziclldemokraiie, des Zentrums und der Demokraten. Schon während der fftebc der mehrheftsiozialistischen Reichstogr-abgeordnete - Kaiser kam es zu Zusammenstößen mit einem Kommunistenzug mit roten Fah­nen und Plakaten, der zu einer Gegenkund- a e b u n g nach dem Römerberg zog. Mehrere kommunistische Redner sprachen gleichzeitig in die Versammlung. Als die Kommunisten dann gegen die eigentliche Rednertribüne vordrängten, kam es zu einer regelrechten Prügelei. Die Kom­munisten wurden langsam zurückgedrangt. Als dann ein Schuß fiel, erschienen einige Schutz­polizisten, bei deren Anblick die Kommunisten ihre Plakate roegroarfen und in wilder Flucht davotteitten Neben einigen Lei verletzten wurde eine Frau durch eine berstende Ladensche^e sch.ver verletzt. Zehn Kommunisten konnten verda'tet wer­den, darunter der de kannte Kommunist en führ.w lancr Wiedmann, der unter dem Verpacht des Hochverrates ste.tt 'Auch ter ! mmu irische Lg - tatsr Bruno Scdonlank aus Berlin wurde tn Haft genommen, da er schon seit langem im Verdacht des Landesverrates steh: und sich durch tftne an- rrizenden Reden besonders ausgezeichnet hatte. Ter komm unistische Landtagsabgeordnete Klodt wurt e ebenfalls wegen Beteiligmrg an der Versammlungs- frrengung aus dem Römerberg in Haft genommen.

mc. Frankfurt a. M., 19. Mai. Die '2rbeitgebcr haben heute vormittag den Tarifvertrag für kaufmännische und technische Angestellte abaelehnt. Eine Folge dieser Ablehnung wird wohl ein Ange- stelttenstreik sein, zumal sich der Gewerkschafts-t bund der Angestellten, dieAfa" und der Reichsverband der Angestelltengewerkschaften mr unbedingte Annahme ausgesprochen haben.

o---^Kr?^^urt a. M., 19. Mai. Tie Loffclfd) luder machen Schule, das siebt man an dem Arbeiter Gersfelder, der völlig unheilbar vom Untersuchungsgefängnis in das

stiQnfcnjjau» etn^chefcrt wurde, da er lange Zeit im Gefängnis Eisenstüde und Nägel ge­schluckt har. Er wird nur noch künstlich ernährt.

* Bad Salzschlirf 19. Mai. Nach der ersten Kurlistc sind 82 Badegäste angenommen. Ein Einbruchsdiebstahl wurde wahrend der Pfingstfriertage in einem hiesigen Zigarrengeschäft ausgefühtt, wobei den Spitzbuben für mehrere tausend Mark Zigarren und Zigaretten in die Hände fielen. Dank den energischen Fahndungen des Landjägers Möller in Großenlüder gelang et, die Diebe zu ermitteln und sestzunebmen. Tie ge­stohlene Ware war zur Hälfte bereite umgeiefcL

[1 Marburg, 19. Mai. In der aesttigen Stadtverordneten sitzuno wurde be­schlossen, der Gesellschaft zur Förderung dec Elek- triftcätswirtsckaft beizutteten und uim Stamm­kapital die Summe von 30 000 Mk. bereinigt. Ferner wurde zur Förderung gemeinnütziger Wohnunflsbauten ein Kapital von 300COO Rtark als Beihllfe zum Bau von 24 Häusern mit etwa 40 Wohnungen und' die Mittel zum Aus­bau zweier Straßen zur Verfügung gestellt. Ms Interessenten bei dem Bau der Häuser kom­men außer elsaß-lothringischen Flüchtlingen Be­amte der Post und deS Finanzamts in Frage. Ebenso wurde einem neuen von der Regierung zur Verfügung gestellten Entwurf zur Erhebung einer städtischen Wertzuwachssteuei die Genehmi gung gegeben.

Landwirtschaft.

Ein Landarbeiter-Ultimatum.

fro. Nierstein, 19 Mai. Die Landarbei­ter sind in eine LohnbeweOung ein getreten Der Zentral verband der Landarbeiter lBezirks- gruppe Nierstein- gibt einen Beschluß der Qknetab Versammlung bekannt, darnach werden die Arbeit­geber bis 21. Mai, abends 7 Uhr, aufgeforbert, einen Stundenlohn von 4.80 Mk. rückwirkend ab 1. März anzuerkennen, andernfalls die Forderung auf 5.20 Mk. erhöht wird. Den Arbeitern ist das Ausbrechen und Spritzen der Weinberge, zwei der wichtigsten, gegenroätilgen Arbeiten, verboten. Nach Lage der Dingic ist mit einem Streikzu rechnen.

Uebcrschüsse der Vrrhbandclsverbände.

Wie bereits betoant, haben die Vtebhandels- verbäilde Hessens wälnend des Krites gnofte Ueberschüsse erriett. Diele U^erscküse stam­men zum erheblichen Teil auS der Landwirtsä-aft. Ueber die Verreendimg dieser Mittel' haben schon des öfteren Bitthandlungen ftattgetunbeir (mb man ist mit verschiedenen Vorschlägen Wer die Äerreen- dmigsati an die Regierung herangetreten. Die Landreirtschasrslammerin Darmstadt hat (ich immer mit Nachdruck dafür er igewtzt. eatz diese Mittel, auf bte doch bte hessische Landwirt­schaft einen Anspruch haben dürfte, wieder Dort verwandt würden, wo sie auch herausge^ogen wor­den sind, und zwar zur Hebung unteter durch den Krieg stark gelittenen Viehzucht Meuerdrngs haben die Mitglieder des Landwrrtschascs- kamrner - Ausschuss es für Obe i h eiten erneut den Antrag gestellt, daß die Lanbwrrtschafts- tantmer Darmstadt nochnrals dringend diese Mittel für die Zwecke des Wiederaufbaus der Vichzuckü anfordern möge. Dem Wunsche ist durch eine er­neute Eingabe an die Regierung entsprochen worden.

Auftreten deS Apfelblütenstechers.

Die Landwitifchastskammer legt Wert daraus, aUiährlich über das Auftreten des Avel^üten- stechers wie auch anderer Obstbaum-Schädttnge mti) -Krankheiten laufend unterrichtet «u werden. Ins­besondere ist es erwünscht, von Besitzern größerer Baumpflanzungen hierill'er Nachricht zu erfxrftrn, aus welcher auch ersichtlich fern müftte. an weiften Obstsorten die einzelnem? Schädlinge und Kran Plvt ten besonders stark auftr> ten. Die 'Landimtifchafts- kammer ist in der La>ie, für eine ganze Anzahl solcher Schädlinge neue Bekämpsungsmittel zur versuchsweisen Anwendung kostenfrei DU über­mitteln.

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Marburg, 19. Mai. 5kn der gestrigen Sitzung deS landwirtschaftlichen KrriSverems sprach Dr. Svrenger-Kasftl über die L a ge der Pfer de- zücht, die sich wie er einleitend bemerkte, wieder sehr gebessert habe. Ein Rückgang der Pferdevreise sei in den nächsten Jahren kaum zu erwarten. Man wisse auch nicht, was der Frindbund noch alles verlange. Was die staatliche Pterdezucht an> belange, so wolle man y B in Beberbeck ein Halbblutzuchtgestüt rinrichten. Die Verhältnisse lägen so, daß Hannoveraner Hengste so gesucht würden, daß sie kaum zu haben seien. "Deshalb sei man auf Oldenburger Hengste gekommen. Tie Nachzucht von den westfälfichmi Kaltbluthengsten, die auch in Dillenburg seien, müsse man. wohl beachten. Vielleicht eigneten sich diese für unsere hessischen Verbättn.sse. Neben der staallichen Hengsthattung müsse auch die Oriente und genoffen- schastliche Hengsthaltung gepflegt werden.

<Rcrid>t«faaL

Halle, 19. Mai. l'WolffZ .Den Blättern zufolge wurden die Arbeiter Franz Goßler, Otto Silpvenkc und Ferdinand Goßler, die am Oster samstao /inen Bombenanschlag auf dic Saale zeitung" verübten, vom Sonder­gericht zu ZucksthauSstrafen von anderthalb bis vier Jahren verurteitt.

ßocbfcbitliKicbricbfett.

Ber liner Lehrstühle. Die toii hören, ist die Ernennung des a. o. Professor- und Zweiten Tirekvors des Botanischen GanenS urrb Museums in Berlin-Dahlem Dr. Ludwig T i e l s -um ordentlichen Proftfsor der Botanik an ber Universität Berlin und zum Direktor des Botanischen Gartens und Museums als Nachfolger Geh Ra) Englers erfolgt. Verietzt wurde der o. Professor der klastischen Philologie Dr. Werner 3 arger in Kiel in gleicher Eigenschaft an die Univermät Berlin als Nachfolger von Exz. von Dilamo rot Y-Moellendorst.

Wanderungen.

oa. Alsfeld, 19. Mai. Bom B.H.C. ist mehr auch die Degmarkieruna Alsfeld- Auerberg Schwarz durchgemhrt. Sie wird gekennzeichnet durch ein A, beginnt am Fuldertor und führt zunächst gemeinsam mit ber H (Hard- röber Pfad hinaus zurJäger-Eiche", bann im rechten Winkel links abbiegend bis zu der Steift', mühle^Markierung über die Ziegelhütte den Rain an ber ber Treikuppenweg beginnt. Hier schwenkt die A-Markierung rechts ab, kreuzt die Straße RainrodEifa und läuft an der ehemaligen Äantine" vorbei denPorschgrund" entlang zur Eifa-Llurile. Von da steigt ber Weg aufwärts jur