Ausgabe 
20.1.1921
 
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der textlichen Brarb.itung.

durch sie war auch die schnelle unb wir-

Au» Stadt und ltand.

Gr eben, den 20 Qon. 1921.

Adrehbuch 1921 ®tr machen darauf aufmerksam, da^ das neu bearbeitete alphabetische Einwohner« und Firmenver- zeichnis in den Buchstaben

P bis 3

am 21. und 22. Januar «ährend der üblichen Geschäftszeit in der Geschäfts­stelle des Adrebbuch-Derlages, Schul- strahe Nr. 7, zu jedermanns Einsicht offen liegt. Später verlangte Berich­tigungen und Änderungen können nicht mehr berücksichtigt werden.

Brühl'sche Univerfiläts-Buch- und Steindruckerei R. Lange

Geilshausen, 19. Jan. Eine in allen Teilen wohlge'ungene Neichsgründungs- feier, tron her GemlÄnde veranstaltet, mvrbe gestern abend im Hlllgärinersch^n Saale abgc'h"l- ten_ Lehrer P aul ließ die sehr zahlreich erichie- neuen Teilnehmer den Entwicklrmgsmnn der beut- schen Einheit noch einmal erleben. Ter Vorsitzende des fi*n**nerbfr(*m3 Hch. Wagner gedacht" der für die Einheit Gefallenen. Mit einem Schlußwort des Bürgerm^ist-rs L. Waller schloß die Feier. Lieder des Gesangverrins und gcmrinfame G"- sänge hielten die Teilnehmer noch lange zu* f am men.

n F rieb berg, 19 Jan. lfur Reichs- aründungsfeier battrn sich di'önrtn^ ,ui einem gemnn^rn'en V^ra^en <wi f rf Am - mittflie veranstaltete die Stu^n'e sck,ft d-r St^. Polvteckn. Lebran^lt eine Auffahrt der Vertrettr des Stick-mtencmssck's'e-, b-'r .fflorto'iat'rmeH u"d der Der'Me mit ans^i'h-m^em Fe^gotte°d niste in der S^a>tlirche. Tie b"r Bedeutung de? Tages anflemeffcne Predigt Tieft 'Brot D. Tnebl. 9lm ?lbend vesammelte sich die Bürner'ckaft im Sa""fk>au Bürgermeister Tr Sevd erö'fnete Mi

mit einer Begn'lstung^ansch «ck>e, i'i melcker er blonder? B's"-O"cks gluckt-. Ta? Bircrimm des Abends bot b"f(<rrrntarif^e Bo-tt 8oe v-o ' Freu S^adtn. st'loeä und Schülern h''ebig»r stufte, ges«r"gliche SRorträw des 1. Fn'edberee' TobM- onartetts irb M"sikvvtt-ägr des thvtf-errr-T Streich-rnkn-tTtts. Ten Mi'tteTvvft des Al-e"ds aber biPv-.te di» nach Finnn und Inhalt a^eich Tneistmchrfte F-str-^e von ^rrch.mrat B"lte, Prof, am hiesigen VmdigmtrSmninar. (5r ermähnte am Unfern n ferner dnst er vor 25 Jibren, als damaliger Sdrbch5arrer, nr'fru an dem­

selben Stelle gestanden M>e nm die Festred' mr 25ifiTrirren Gr-'-n^u^gssein- be5 Ruches y hetzen. Er sMrte ans. tote mnnde bet Aufstieg T-rnt- schen Reiches den Neid imb di- Sckeesiuckt der andern Nationen errrtri buchen. Aber er zeigte auch an der hm Geschichte, daß wir trotzdem nicht verzweifeln lallen, denn f-*vm mehr nre rn- .mrrl stand Deuricklnnd am Raub" d^s AbgnmdeS im*b bat lsch durch seinen lrnverwüstlicken tVem von Lebenslrasten immer wieder M neuem Leben er­haben. Em soschnr Aufstieg ist aber mir möglich durch eme Erneuerung und d'^bn-g unseres an» stimm Lebens durch Hebung des NütionulgefühlS. durch eine wahne soziale Grsinnimn. bh in feiern Maschen lernen Bmcher sicht und brrrfr em» ttefe Relim'ost'tet Tie Ansprache min**e mf stürmt» schön De-'fall <nftAenommen Auch der von lacher'tr»gm!d'm V'ch'ndumgrn der lrest'aen Stu- dcntenschast im Saale des , frotel Trivw" Herrn» stgstefe Festkmnmers mahrn eenen durchaus schien Derlinnf: eine xmn Besten der Obe-ckcklesier veran- stastet- Sammlung ergab den Betrag von ca. 4x50 Ml.

)( Marbnrg. 18 Jan. D»s bJ'ähr ine De' sieben des Tnitfefen Reiches wurde bi einer du- Zeit anqcüres''enen Weife begangen. Vormittags fanden in allen Sckt len und Lehranstalten fTei-e Festakte statt. Um 10 Uhr versammelten sich die Anchh^rigen der hiesigen Garnison auf hem Kanrvfrasen. In Verirattrng des Kommandeurs gebarhte Hauvstnann S^amm in cv*er furen An­sprache der Bedeutung des Tages und enfr»fe mit einem Doch aus das deutsch« Vaterland Dir Musik spielteTeutschilond über aTeS" Tie a ka de» W t f <fi e Feier nahm ihn 11 llbr in der Unv- versitätslivche. die bis auf den letzfen Platz besetzt war. ihren Anfang Nach dein aemeinsanien Ge- sang des Niederländischen Dankgebets und ei "em Gesang des Reformierten Kirchirnchors gab Pro­rektor Geh Reg-Rat Prof Busch in längerer Rede cr^m Mckblick auf die politisch»? Entwicklung in Deutschland. Er gckrackte auch d"s Zusammen­bruchs und gab norm' Scklusi der Hoffnung Aus­druck, daß sich drS deutsch»? Voll rmdber xim Lickt empor rin gen möge. Mit dem Gesang?Ein feste Dnych" endete die Feier. Abends fand in den Stadtsälen eine von den vereinigten Kriegerver-- ei-en veranstaltete Gedenkfeier statt, bei der Prof. Brodt die Festrede hielt.

Eichener Sta»ttheater.

Götz von Berlichingen

Gießen, 18. Jan. 1921.

Der Erinnerungstaa der Reichsgründung ist von allen bürgerlichen Parteien in Gießen würdig begangen worden. D'e Studentenschaft veranstaltete eine akkckemische Feier, in der Prof. Roloff aut die deutsche Äuigabe hinwies, Gerechtigkeit und Freiheit im deutschen Sinne eines Völker­bundes in der Welt zu vertreten und als Weg dazu die Ueberwindung inneren Zwiespaltes und Umwandlung des Gegeneinand.rarbeitens in einen Wettlauf um die Förderung der Mgemeinbeit sah. Die Direktion des Gießener Siadttheaters wollte mit einer Festaufführung zu diesem Tage nickt zurücksteden und ihre Wahl war auf Goethes ..Götz von Berlichingen" gefallen, das dramatisierte Epos von einem deutschen Manne, der im Kampfe um Gerechtigkeit und Freiheit am inneren Zwiespalt seines Vaterlandes zerbricht. Wen ergriff es nicht, als der wegen Landfr edensbruch in die Reichsacht Erklärte seinen innerlichsten Wunsch in die Worte fafetc:Wolle Gott, es gäbe keine unruhige Küpfe in ganz Deutschland! wir würdm noch immer zu tun genug finden .... Wir wollien uns mit unseren Brüdern, wie Cherubin mit flammenden

fremd gegen überlaßen würde wohl auch die be­kanntere Szene des Behmaerich'es den Gang der Handlung deutlicher gemacht babe.L Diese Bemer­kungen, die auch verschied-.'ntlich von Zuschauern ge­äußert wurden, l-eeinträchrigen jedoch nicht dos

Lebensmittel aus Amerika.

Wer Freunde oder Verwandte in Amerika Hat, dem ist Gelegenheit gegeben, von dort Lebensmitteltzakete, enthaltend Mehl, Reis, Speck, Zucker, Kakao und Dosenmilch ohne jede Beförderungsgefahr und ohne An­rechnung auf die Lebensmittelration zu be­ziehen. Es vermitteln dies die unter Leitung des von Herbert Hoover, dem bekannten Le­bensmitteldiktator Amerikas, gegründeten American Relief Administration Warehouses. «Näheres ist aus einer ausführlichen Druck­sache Ersichtlich, die unentgeltlich in dec Kanz­lei des Städtischen Wohlfahrtsam­tes, Asterweg 9, Erdgeschoß, und in der Bür­germeisterei, Gartenstr. 2, Erdgeschoß, Zim­mer Nr. 8, abgegeben werden.

Wettervoraussage

für Freitag:

Vorwiegend woltw und troefen, kalt, nörd­liche Winde.

Die Ostwärtsbewegung der Luftdruckgebiete hat sich etwas verlangsamt. Ter Eintritt der kälteren Periode wird dadurch ettvas verzögert. Voraussicht­lich wird das kältere und trockene Wetter nur kurze Aeit anhalten, da Anzeichen für eine neue atlantische Depression vorhanden sind.

Vcranstaltttttgen.

Donnerstag: Neue Aula. 8 Uhr: Licht­bildervortrag Fidus. Hotel Einhorn, 8 Uhr: Gemeinsame Reichsgründungsseier der vereinigten Hassia-Militärvereine. Hotel Großl>erzog, 7V2 Uhr: Hauptversammlung des Hausbesitzervereins. Stadtmission, Löberstraße, 8Vs Uhr: Vortrag des Pfarrers Lorentz. Cafs Leib, 7Vs Uhr: Konzert und Vorst'llung der Lhiemseer. Licht­spieltheater wie gestern.

* Fackelzug. Der wegen der un­günstigen Witterung verschobene Fackelzug der Studentenschaft tzur Feier der Reichsgründung findet rnunmehr am Freitag, den 21. Januar, statt. Der Zug geht um V26 Uhr von der Kaiser-Allee aus und bewegt sich durch fob- gende Straßen: Neuen-Bäue, Marktplatz, Sel­tersweg, Süd-Anlage, Bismarckstraße, Lud- wigstraße, Alicestraße, Frankfurter Straße, West-Anlage und hinaus zum Bismarckturm, wo Herr Prof. H 0 r n e f f e r sprechen wird.

** Kartoffelausgabc. Morgen vorm. von 812 und nachm. von 24 Uhr, und Sams­tag norm, von 812 Uhr findet im Lager Gvaben- straße 7 eine nochmalig? Kartoffclausgabe statt. Preis 35 Pf. für das P'und.

** Bei der städtischen Futter- m i 11 e l st e l l e ist eine Sendung K l e i e f ü r Pferde Halter eingetroffen. Bezugsscheine werden auf Zimmer 13 des Lebensmittelamts verausgabt.

** Freibank. Freitag, 21. Januar, findet der Fleischverkauf von! Uhrab statt.

Konzert-Verein. Tas am Sonntag den 23. Januar stattfindende Solistenkonzert ver­mittelt die Bekanntsckxift mit einem Pianisten von hohem Rang, Herrn Paul Schramm aus Ber­lin. Ta d.r Künstler hier noch nie musizierte, dürs­ten einige biographische Taten angebracht fein. Paul Schramm wurde im Jahre 1892 in Wien ge­boren Im 911 ter von vier Jahren begann er sich mit dem Klavier zu befas'en und wurde schon nach einjährigem Studium vor die Oefsentlichkeit gestellt. Er studierte bis zu feinem 11. Lebensjahre bei Rudolf Kaiser in Wien und uunternahm in dieser Zeit verschiedene Konzertreisen, besonders nach dem Balkan, wo ihn Carmen Svlva in Bukarest des öf­teren und aus das herzlichste aufnahm. Mit dem 11. Lebensjahr übernahm ihn Meister Lesche- tisky, als einen der wenigen Freischüler und imtenichtete tim ununterbrochen fünf Jahre lang. Ti'fc Züt mär' neben wenigen Konzertreisen ganz In einer Zeit wie der unseren konnte kein besseres Werk zum Gedenktag der Reichsfeier gefunden werden als jenes, in dem der Götz für Freiheit und Gerechtigkeit und die innere Einheit seines geliebten Vaterlandes ficht.

Tie Aufgabe, an die sich unsere Bühiae damit gewagt hat, war vielleicht die größte, die sie sich jemals stellte und vorb.ld'ich loste. Das ..schöne Ungeheuer", wie Wieland Goethes erstes größeres bramatifdted Werk nannte, ist in den Originalen den Bühne unzugänglich. Hofrat Steingoetter stellte mit größter Sorgfalt und Pietät für den Abend eine neue Bühneneinrichtung zusammen, bereu Richtlinien ein Aufsatz in unserem Blatte be­reits darlegte. Die Bearbeitung wird den Erforder­nissen der Bühne vollauf gerecht, ohne dem Werfe selbst Gewalt anzutun. Daß Kürzungen und Zu­sammenfassungen vorgenommen werden mußten, ist selbstverständlich. ES geschah nur da wo es unbe­dingt erforderlich war und mit liebevollem Ein- gehen auf die Absichten des Dichters. Zeitlich zu nahe beisammen gerückt erschienen nur die Vor­gänge auf der belagerten Burg Jaxtbauten. Dem ließe sich jedoch durch ein schnelles Senken des Vor­hanges ober eine kurze Verdunkelung der Szene leicht abhelfeu. Zuschauern, die dem Werke völlig

Schwertern, vor die Grenzen des Reichs gegen die Wölfe, die Türken, gegen die Füch'c, die Franzosen, lagern und zugleich unsers teuern Kaisers sehr aus- gesetzt Länder und di? Ruhe des Reichs beschützen, äußert w ,Ta5 wäre ein Leben! OVeorg! Wenn man seine Verdienst '^pt jür die allüemeine .GlMeliakeit dran setzte." | 9hir

bringen Die Srkcrfe sei auch nicht ausgeLlieben, | aber eine Strafe unter der wir nun alle zu leiden haben. Die Revolution freilich H nur der Abschluß eines gewissen Zeitalters gewesen. Tie Leichtig­keit, mit der die deutschen Fürsten fielen, beweist, daß eS 1871 doch ein Fehler war, das Reich zu sehr auf dynastische irnb militärische Interessen zu gründen. Der 18. Jatmar 1871 sei aber keines­wegs vergebens gewesen, denn die Einigkeit des Reiches werde heute noch von allen Parteien hochgehalten. Es dürfe aber auch nicht verkannt werden, daß die Bismarcksche Gründung^ nur eine kleindeuriche Lösung war Die Sehnsucht der deutsch-österreichischen Brüder sei als Hoffnung zu begrüßen auf eine Korrektur des kleindeuticken Reiches von 1871 zugunsten eines großdeutschen Reiches. Erste Aufaabe im neuen Deutschland fei die politische Erziehung des Volkes. Ter Einzel- nnmfch müsse sich von seiner blinden Selbstsucht befreien und sich auf die Sribstverantwortung für das Ganze besinnen Das Lied des Deut­schen von Hölderlin, gesprochen von Frwl Rose R n b n e r, und ein Beethoven-Quintett gingen der Festrede voraus, ein Mozart-Quintett uno der gemeinsame GelangIch hab' mich ergeben" bil­deten den Beschluß.

dem Studium gewidmet. Mit dem 16. Jahre kam er nach Berlin, um dort seine Sauffoalfri als ernster Musiker einzuscÄagen. Wie weil ihm das gelang, zeigt am besten sein wachsender Ruhm und die ein­stimmigen Bresseurteile, von denen nur das der Breslauer Zeitung auszugsweise erwähnt sein möge; es lautet: Flammendes Temperament, gläirzende Virtuosität, geistvolle Interpretation. Etwas Bezwingende-, Hinr.'ißendes reit in s'inem Spiel, in dem die ideale Vereinioung klavieristischen Mangsinns. bavimbemdroertc Phrasierung, Inten­sität des Ausdrucks, gigantische Kraft, und selbst- verstärckliche Losung der kühnsten technischen Kom­bination wahre Klangwunder hervorzauberte.

"Ter Bund für anthroposophische H 0 ch s ch u l a r b e i t hat mit dem gestrigen Abend den Beweis erbracht, daß es ihm mit friner Arbeit ernst ist. Tr. Husemann (Bremen hatte sich mit wissenschaftlicher Vorsicht an die Aufgabe ge­macht. die Unabbängtgfcü der Seele vom Gehirn als wahrsckieinlich darzutun. Er legte nahe, daß man zu diesem Schluß kommen müsse auf Grund von Erscheinungen, die Geschichte und Beobachtungen licTcrn. Die Seele als schop'erisch.' Bildkraft ist beim Tier noch so stark ans Körperliche gebunden, daß sie sogar ganze G.jeder ersetzen kann. Beim Men­schen hat sie sich aus dem Bann des Körperiichcm gelöst und sich als Bewußtseinskrast unabhängig gemacht. Tiefe Unabhängigkeit der Dewußtseins- kräfte anzunehmen legen die Zustände nahe, wie sie beim Traum, der Narkose, bei Verunglückten und beim Versagen der Gehirntätigkeit bei Erkrankun­gen beobachtet werden. Hierher gehören vor allem auch die Meditationen unb Visionen, wie -. B. Goctl^es Erlebnis der Urpslanze und der Meta- morphvse der Pslanzen. Allerdings konnte Goethe seinen Bcwußtseinökräsien gebieten, während andre ihnen ausgelLsert sind, wie die Erschrimrngen der Gefangenenpsychose annehmen lassen. Bei ihr ist die ordnende, hemmende Gesck-ä tigkeit des Gehirns auSgesckxlltet, weil es infolge der Äbsck)ließung keine Anregitng erhält. Ten besten Beweis aber liefert vielleicht Helen Keller, die ohne alle Gesichtsein- orücke Lo'rstellunaen von Farbe und Licht, und obne Gehörseindrucke Tonvorstellungen in sich sand. Tie unenblicfcn Fragen und Schnnerigkeiten, die sich aus dieser Annahme ergeben, zu lösen unb die Ge­setze des Bew^lßtseinslebens zu erforschen, hat sich die Anthroposophie zur Ausgabe gemacht.

** 10. Stiftungsfest des Natur- heilVereins. Zehn Jahre sicht ber Verein im Tienft ber Volksgesundheit zn unermüdlickxr AufNärungs« und Belel-rungsarbeit über alle Fra­gen einer vernünftigen, naturgemäßen Lebens- und Heilweife. Im Laufe dieser langen Spanne Zeit wurden mehr als 60 Vorträge belehrenden In­halts über Lungentuberkulose. Geschlechtskrankhei­ten, Arterienverkalkung, Herzkrankheiten, Frauen-- unb Kinderkrankheilen und nicht zuletzt Vorträge und .Kurse über dlnwendungsformen der Natur­heillehre, Licht-, Luft und Sonnenbäder usw. ge­halten. Der Verein bot auch Lürregungcn in volks­wirtschaftlicher und erzieherischer Hinsicht. Zur Feier des 10. Stiftungsfestes fanden sich am' Sonn­tag den 16. Jmmar im Saale des Katholisckxn Dereinshauses die Mitglieder und Freunde des Vereins zahlreich zusammen. Die Tarbiehmgeu des Abends waren gediegen. Ern von Fräulein Millt Bück aesprockiener .Prolog sowie die An- sprackpe des ersten Vorsitzenden Tr. jur. Spohr gaben der Feier ein würdiges Gepräge. Tic von Frau Rose Diehl mit großer Innigkeit torge­tragenen Lieder für Sopran ftnden rei/icn Beifall. Fräulein Maria Zimmer trug mit tiefem Emp­finden einige Vrolinsoli vor. Die Klavierbegleitung der Lieder für Sopran sowie der Violinsvli führte Herr Pianist Hahn künstlerisch durch Ein kurzes Theaterstück, von den Mitwirkenden flott und riel- bewußt gespielt, sorgte für Heiterkeit. B sonde.e Glanzpunkte des Abends boten zwei von Tödilcrn der Mitglieder vorgeführte Reigen. Ti? gebotenen Zanbervo cführun-gen brach en eine anamehme Ab­wechslung. Ter nächste Vortrag des Vereins in seinem neuen .Arbeitsiahr findet am 5. Fe­bruar statt. Tr. meb. Schlüter aus Hamburg wirb über ein hochwichtiges Tbema fw^echen.

** 'Von ber großen Täuschung ban­delte der 2. Vortrag, den Psc. Gen -Sekr. Lo­rentz gestern abend im Stadttnif'ionssaal, Löb er­straße 14, hielt. Er zeigte ccn Kamps von Leben gegen Leben, welcher durch die gan^? Schöpfting hrnburckzii^ht bis zur höchst verhängnisvollen Aus­wirkung im Menschen und V-"lkerleüen. Ten Grund dafür wies er im Sünden all, in der Loslösung von Gott nach, unb infolge davon in dem drei­fachen Fluch, in dem all uirfer sittliches, soziales unb nnrtscha'tliches Elend, sowie brr Todesschme^z wurzelt Durch diese Lösung von (Mott geriet bir Menschheit in eine mlsckx Lebensrilüung fitnrtn und glaubte ohne Verbindung mit drr L^bens- aueffe Gottes einen panadie'isck.e iWelttustand schu ­fen ,vu können. Die Tatsachen bezeugen, daß biric Weltanschauung sich ebrn als ,Lie große Täc- sckung" erwies, die uns gerade in unseren heutiger Jammer gestürzt hat. Einen Weg aus Cteier Nackt des Elends wird ber heutige Vortrag zu zeigen suchen.

** E in Tanzabend wird morgen abend im Hotel Einhorn vevanstaltet: nne aus dem An­zeigenteil ersiclttlich ist, fon;t die 15jährige Fr ie- del Coradow urter Mtto!r'ung von Frau Eva Schering (Sopran) aus Leipzig.

kunasvolle Inszenierung möglich, für die Hofrat Stecngoet'er eine einfache Lösung gefunden. Ter gotische Stein bogen, b-er zwischen Vorder- unb Hinterbühne vermittelte, ober sie jeweils abschloß, fügte sich allen Bildern harmonisch ein ja hob sie in vielen Fällen bedeutsam hervor. Besonders die Landschaftsbilder erhielten einen intimen Reiz.

Wie die Inszenierung war auch die Darstel­lung würdig und wies überragende Leistungen auf. So stellte Harry Norbert seine früheren schauspielerischen Leistungen weit in den Schatten. Sein Götz gewamt vom ersten Auftreten an volle Sympathie und er verstand von Szene zu Szene die femhaft männliche Gestalt wachsen zu fa'fen. Alle Seiten des Charakters toaren in sorgfältigem Eifer gleichmäßig herausgearbeitet, so daß alle Szenen der verzweigten Handlung auf ihn bezogen bleiben mußten. Seinem Widersviel. Adalbert von Wers- lingen verlieb Oskar Fe igel die liebenswürdige Charakterlosigkeit des Höflings, der ein Nein wenig mehr Weltmann hätte sein dürfen. Bon den FrauengLstalten wurde Götzcits prachtvolle Eheftau von Auguste M a r ck s in echter Na ürlichkeit ge­geben ; Else Koop fand für die weicher geartete Sckwester durch Schlichtheit fesselnden Ausdruck. Der anspruchsvollen Rolle ber verführerischen Adelheid kam Rose Erika v. Brandek mit feinem Verständnis überlegener Glätte des Spiels ent­gegen, bei dem nur manchmal die Dämonie etwas deutlicher hätte hervorschimmern dürfen. Die herz­erfrischende Gestalt b?3 'Jleiteriungcn Georg, von Cläre Türk mit gewinnender Lebhaftigkeit auf­gefaßt, leitete zu Gotzens Getreuen über. Franz von

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Bamberg war am wenigsten eirrdrucksvoll der V schof selbst. Wilhelm Ruvpert. während ck» gegenüber der Abt von Fu6>a Rudolf G 0 l l W lebensvolle Gestalt saß. Wolf fieu t betf< machte sich um den gelehrten Olearius wie um »s Person des Kaisers selbst verdient. Tem ftW fertigen Hosting Liebetraut lieh Richard Heu

Kreis Büdingen.

# Leiddecken, 19. Jan. Hier starb Kirckrm- und Gemeinderechner Heinrich Nico Stiege;Dctctan von 1870/71, im 73. Lebensj-

Kreis Schotten.

Horn eine gelenkige Zunge. Später fand er tuxD Bauernfühver Kohl Verwendung. WeisloVi nackeifernder Knavpe wurde von Wladimir Br« des mit großer Svielfreude unb glücklichem v perament gegeben.

Die große Zahl ber Nebenrollen beschäm beit Rest des Ensembles unb »eigte noch tüfl Leistungen, wie denn sichttich jeder brstrebt war. große Aufgabe glücklich *u lösen. Ties g lang » auch so gut, daß die Aufführung des Götz> Bcrlickängen m den Annalen der Gießener Totti aeschichte als eine der bedeutsamsten künstlerm Leistungen verzeichnet sein wird.

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lli Laubach, 18. Jan. Zum Tode der (Bit stn Ernst zu SolmS-Laubach wird Utz nockr mftgeteiit: Tie Verewigte war tochter des dänischen Mi i'tetd Grafen maunr der 1791 den Dichter Frttdrick ( pckumär tatfräjtig unterstützt hat. Sie halte d» wandtschaftltcke Bezichungen zur Familie Blü« ck e r. Ihre Urgro&mutter war vermähtt mit ftro rad Grafen von Blücker-?kltona, einem $=rta des Feldmarf6»lls. Einige B.i.fte an fernen 8ette in Altona sind 1895 von Prof. Tr. Roeschen ter» öffenllicht worden.

Starkenburg und Rbeinbefsen. Opfer der Fremdenlegion.

rin. Darmstadt, 19. Jan. Trotz aller 8» filht treiben die Werber d?r Fre.ndmlegioi Unwesen immer stärker. Sie wenden alle * lichen Mittel an, um ihrer jugendlich«» Ofc habhaft ru werden und zwar meist mit gutem ür» folg Wie uns aus zuverlässiger Quelle mitgetei?. wird, werden von der Griesheimer SammelM regelmäßige Trupps junger Leute üba Mainz uatt Frankreich verschoben und nur ii wenigen Fällen glingt es den DedauernSwe:tci wieder cms den Krallen der Werber zu entstieh«. Vorsicht kamt nicht oft genug an geraten Werda.

Hrfsen-Nnssan.

Die Fsrankfurter Fr-"h <chrSmefse.

Frankfurt a M., 19. Fan sWolff.'» El der Frühjahrsmeffe vom 10. bis 16 Apck wird ein.» große Zahl unerer namhaftesten Wer» zeugsabr' ken und M af chinen indu­striellen zum ersten Male teil nehmen, «tz die Beteiligung der Tertilfirmen an ta Musterausskllung wird stark sein.

Die Kun st messe bietet zwei Sonbetm* stellungen: einmal eine Ausstellung oitafiah Kunst und dann eine historische Ausstellung schönen Buches, die die Entwicklung des Bi aus seinen ersten Anfängen bis zur Jetztzeit JU, soll. Di een beiden Äusw-llungen steht eine gaff ssunstausstellung.zur Seite, an die sich eine gröM Versteigerung von Kunstrat anschließt.

Raupsckkrhall.

X Hanau. 19. Jan In d?r Aberckstunde 9 schienen in der Wohnung der 81 Jahre atm Wsi» 'iuf-nrurm drei mämiliche Personen unb eine die der Witwe ein Tuch über den Kvpf warfen utii ihr das Bargeld ab verlangten. Tie alte Frau grill tfrr Geld, 1000 Mk, hraus. Ms sich die Räuy gefellschast in einem anderen Zimmer befand, fdW die Witwe Küß wurm schnell das Zimmer ab » rief um Hilfe Es erschienen Mitglreder der SchM Polizei am Tatorte, doch hatten die Räuber m zwischen das Haus verlassen.

©i(fingen wurde von Karl Juhnke mit crufrech» Selbstbewußtsein gespielt. AuS dem einbeinig« Selbitz machte Adolf Teleky rin liebmdroürbigri Original und gab auch dem Kaiserlichen Rat « charakteristisches Profil. Der wackere Serie war tz Karl B 01 ck in guten Händen, wenn auch *

Bruder Martin seinem Gefühl näher stand. ® Gotzens Knappen bewährten sich noch Heinz Sei' stein (3faub\ und Georg Heding (Peter. spW noch Mar Stumpfs. Am Hofe des Bischofs

** Zur Anzeige gebracht. Zu ktem Bericht, grenzenloser Roheit und Sach­beschädigung wirb noch ergänzend mitgeteilt daß die beiden Rohlinge ermittelt und Anzeige gebracht worben sind.

Landkreis Gießen.

? Lang-Göns, 17. Jan. Entgegen «ine, Notiz am vorigen Dienstag stellt unser Berick. erftatter fest, daß die AmtshauSstraße n^ nicht eni)gültig fertig gestellt ist, so fehlt aut der Straße noch der Klein, ch'.ag unb bie Bankene sj^ teilweise noch nicht abgehoben. Tie Unternehm arbeiten schon so lange daran, daß eine alsbast^ Fertigstellung sehr erwünscht wäre. Ein BesiyaL» vor seiner Hofteite Kleinpjlaster angelegt. Füctz^ übrige Bankett wäre es doch schöner, wenn es mit Kies ringebeeft würde. Außerdem ist die St* so breit, datz dort Bäume angepflanzt werden tK e ton. Wenn wirklich eine Umbenennung der St* erfolgen soll«, so würde am besten der Namen * sen, ben jie jetzt im Volksmunde führt.

x W r e s e ck, 19. Jan. In der letzten mernberatssltzung besckäfttgt emaa sich der Frage der Schaf>una eines Sportpla^kj Tür unsere Jugend. Schöne Pläne, wie die 8* legung eines Platzes in ber Nähe des Walt^ die für den Sommer sehr f&te Vorzüge gehi> hätte, ließ man wegen des Kostenpunktes falle und genehmigte einen schönen, etwa 8000 Cu> bratmeter fas>enden Platz aur den Okmcmberoitje am Ried, der bisher schon zum Spiel übedanü worden war. Tie Gemeinde gibt b efen Plitz, der m diesen Zeiten man denke nur an bei

Ausfall ber hohen Grwspacht ein großes Obfe bedeutet, gerne in der Erwartung b:e a» genb sich dieser Gabe würdig erweist. Tem (fc such deS Kort Philipp Schäfer, den Lagerplax in ber Grabenstraße vom 1. April ab änderns, zu verpachten, wird entsprochen und brm R ob> in e t st e r August Schmidt die nachgesuchte Sondn. Vergütung genehmigt. Der Preis der Erbbr-I a r ä b n l f s e wurde mit sofortiger Wirkung n: I 30 Mk. aut 500 Mk. erhöht. Die Festsetzuna bv I M r e t p r e i f e für die in ben b et neuen L>ä» I fern gesckra jenen Woh mngm wurde ve.taat ikJ die Äufsül.ung der aersdnge in Greven«.,I Graben- und Kornblumeiistraße b schlossen, til Wreaegebühren wurden in.eter erlöht uil zwar für Großvieh von 80 Pt. aut 2 DU., ffcl Meinvieh von 20 Pf. auf 1 Mk.

Jhit bis ji De,

Wajchesa!

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