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ffr.272 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Ederhessen) Samstag, 19. November V>21

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ihnen iinüaftung unb Belohnung für ihre

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CHadbbnid nerboten)

42 Fvrlseyung

vor

dem TbUberer <

Xcrt. ich totll die Warheit hören r ,Aäbä. fronen Olt doch Ohren Onteir

Dem Andenken des Hauptmanns Ferdinand Tausch geb M Dietzen ben 25 Mei 184 gefaTei sor Congue:*! am 16 3uli 1816

Gr nötigte Ihn tu einen bequemen Sessel, bot ihn» eine Zigarre an.

.Sabci rebel ei sich am dessen, Herr Coro» nomieral! Unb seien öle felfenfefl überzeugt, auf mich können Sie zählen!"

Christoph Wärhahn tagte. waS er wühle.

,5a, Herr Boron, da macht man sich, nach­dem bte tolle Geschichte vorige- 3abr gewesen, allerlei Gedanken! Und bat) es sich wirtlich nur um einen Rückfell im betninfenen Zustande Han. Helt, dafür siebe ich ein! Der Han- hat sich in ben letzten Mvuaten geradezu musterhaft ge­führt!"

Weder an die musterhafte Führung noch an ben CRüdfeH glaubte der 'Baron. Dom Gegenteil Dar er überzeugt Der junge Mensch war ml! allen Hunden gehetzt und md allen Wassern ge­waschen. Ader er Pflichtete doch ben Oetinwrale­tal bet

öle werden sicher ganz rech! haben! D.r Wilddieb, den ich erwischt habe, ist ein 2Lrbeiter au« Fritzlar. 3d) habe ihn hier tm Dewahttam. Mir gegenüber hat er nicht mit der Sprache hcr- auögerürtt, wenn wir« gemeinschaftlich Der- suchten'?- .

2Un liebsten Hütte Shristoph Wärhahn mit dem Wanne unter vier Äugen gesprochen, darum zu bitten, brachte er aber nicht fertig.

.Danz einverstanden. Herr Baron.

,8inen Augendiick. bitte' Der Förster mag ihn hierher bringen und habet bleiben, der tU unbedingt verschwiegen . . .

Da« Glicht noch immer nul Rutz bcschmwrt, trat der Wilderer ein. Als er den Cetonomieral zu solcher Stunde hier sah, glitt ein hämiches Lächeln über sein Gesicht Denn er es schlau anstellte, konnte er noch jetzt den Stopf au« der Schling« ziehen. Auf den (Hamen Wärhahn liest

Wo Hal Unkel das Gewehr DerftedtT" Weetz ich nich - und fo fragt man bte Dummen au-I"

Hal mein Enkel mit 3hnen. fett »ongem Herbst tagen wir mal, auch mir ein einzlgeB Mal ge jagt?"

Deichdflsgehennnis, Herr Oekvnomieiat! Wir verraten unS doch nich! 3ch sag nich Ja imb ntch R«!"

Da schäumte da« 'Blut bi dem allen bneii- brüfügen Wann« auf Or sprang hoch, stand dicht

Ei packte ben Wilderer an die Brust, schüt­telte ihn hin und her (Adalbert Züschen trat heran

.(verzeihst Vie. Herr Cctoromieral1 Aber fo kommen wir nicht zum Ziele! Lassen Vie mü­der. Wann jetzt fragen. Also hören S« gut aui 21uf bei Kops gefallen sind Sie ja nicht.' Wer Sie finb, wissen wir! Und Zeugen stehen auch bter 3d) werde Vie nicht den Gerichten über­geben. wenn Sie die Wahrheit sagen. kllpp unb fiar: Hat der junge Wärhahn seit vorige» Herbst mit Ihnen gewildert oder nich:?"

.Hähü, Vie übergeben mich im ganzen Beben nicht ben Gerichten!"

.Warum nicht?"

Well der ^err Cetonentierat neben 3hn-B steht k" . M

,2Ufo doch!" stöhnte der Getont mierot unb lieh sich mit einem tiefen 2Uemzuge w'eder tu seinen Sessel sinken. _ _ .

.Führen Sie den Wann ab. tagte der BO* ron znm Förster

(Fortsetzung folgt)

Truppe.

Dewitz, Tausch fanntc nur Atoei Arten von Menschen: tüchtige unb unbrauchbare. Der Krieg hatte ihn Menschenkenntnis gelehrt 6r wutz'e, datz eine Truppe, die vor dem Feinde hohe« leisten soll, in straffster Disziplin dazu erzogen sein muh, in der Stunde der Gefahr o&ne Schwanken den Anordnungen de« Führer« zu folgen 3m Gefecht die Durchführung feiner Befehle mit allen Mit- teln au erzwingen, schien ihm eine heilige Pflicht.

Dahin erzog er Offüier unb Mann. Wen er für unbrauchbar hielt, der tat gut au« seinem Wirkungskreis zu verschwinden. Wer stch be­währte. der durfte auf seine Anerkennung und Wertschätzung rechnen. 3nsonderheit mit allen Mitgliedern seine« Stabe- verband ihn eine fast väterliche Zuneigung. ,

Fast argwöhnisch war et besorgt datz fern BafeiUcm, helfen .eminente" Leistungen er gern

Borgefe^n bi« ,>um kommandieren den General und auch b.c Artiller.e- unb Pionier-Offizier« waren gern gesehene Ga te zum Dank waren fit zur Unterstützung durch Soerr- und Störur.gsfeurr und zur Bete.lieunfl an Unternehmungen des Ba- taillons gern bereit. Rausch verstand e- eben, feine Leute zu nehmen

3m Mai 1915 schlug bie Avfch ed-stunde von Bcauram« und wenige Wochen später ftanb bat Bataillon am ßorrtto-Berge in heitzen, verlust­reichen Äämpfen

Bald Darauf, im September 1915, brauste in her Hero'kschlacht von La Baffe: und Arra.i bei i ranzöf .sch-eng i che Ansturm gegen unsere Linie

.eüeme Bataillon" wich einen Schm tvee.t aus feinen Stellungen bei Li 'vln Wieder- '.ewinnen, was nördlich vom 3.-X 26, bei Lvv«. verloren gegangen, bas war e«, wa? bi? De- banlen des Haupt nun n- Ra n ich unabläff .g be­wegte deine Vorschläge, einfach llar, kühn, tonn­ten leider nicht zur Ausführung gelangen, es fehlte an Truppen. Ai« dem 3 -2L 26 im gröbe­ren Verbände Anfang Oktober an der Kohlen­halde von St P.erre bie Aufgabe zufiel, auf L00S zu Gelände wiederzunehmen, hatte Haupt- mann Rausch au« eigener 3nitiatit* so ver- s'.änbni«voll und fiarblidcnb norgearbeitei. datz her Angrist de» .cremen Bataillon«'' in glin&cn- dem Zusammenw.rken aller (einer Telle die ge­steckten 3 eie voll erreichte, während alle übrigen beteiligten Regimenter In ihre Ausgangsstellun­gen z. 3n den zerschossenen C

wiesen 2 Tage darauf seine tapferen Äontbognier zwei französische Gegenangriffe unter schweren feindlichen Beriuften restlos ab.

Wer damals den Hauptmann Rausch im Tunnel der Kohlenhalde in enger Steinnische am Fernsprecher zusammengekauert Tag und Rächt ohne Rast und Ruhe bte Äamoftätigfcit seine« Bataillons leiten sah, wird da« Bild nie ver­gessen. ©r schien keinem Schlafe« zu bedürfen und blieb frisch unb straff Inmitten de« Lärmes und stickigen Dunste« im engen Tunnelwrge. über dcm unaufhörlich die schweren Granaten einschlugen unb durch den ohne Pause der Verkehr von unb zu den vorderen Gräben ging. Gr war stolz unb voll Selbstbewudtsein über seine unb feine« Ba­taillon« Leistungen in diesen Wochen, und wer wäre e« an feiner Stelle nicht gewesen?

reifen, glaubte er mir die Wegnahme be« Del- ville-Walde« für den 17. Juli zuficdern z.i lönncn G« kam ander«: ich sollte ihn nicht wlederfehen. 2km Abend X*« 16. 3ult wurde er b neb Boll'-reifer in seinem schnell errichteten Unterschlupf nn der Stratzo ®eti»ßongueüal verschüttet. Erst nach langen Muhen gelang e« feinen treuen Waffen- gcsährten. dem Oberarzt Dr. Beese. Lt Schm d>. einem Qlbjutanten unb ben fonftigen Getreuen des Stabe«, feine Leiche zu bergen Gin schneller Soldatentod hatte seinem Leben ein Zte! gesetzt, ein Granatsplitter hatte den Kopf getroffen.

Am 18. Qull wurde Hauptmann Rausch dich: Irtnter der Kampffront auf dem Friedhof von Le Translvy zur letzten Ruhe gebettet Seine Kampfgenossen fehlten, sie standen in bitterem Ringen am Feinde: aber sie setzten ihm an diesem Tage ein stolze- lotenmal Mit stürmender Hand nahm fein .eiserne« Bataillon" im Bevbanbe be« Regiment» da« Dorf Longueval, dellen Wieder­gewinn ben 3nhalt seiner letzten Cebenötage auS- gefüllt hatte.

Sein Leib war zerfallen, aber fein Deist war unb blieb leben big in seinem Bataillon. Davon zeugen dessen Waffentaten in den nächsten 3ab- rcn. Und bie Verse be« .Beaurolns-Marsche«'. von Meister ©ruf) v^ivnt, erschollen noch oft zu Ehren und zum Andenken dellen, der al« echter deutscher Mann ftanb unb fiel, der ein Bater Dar seine« Bataillon« und dellen starker Wille seine Waffengefährten immer wieder dazu hinritz, mit ihm zusammen ihr Leben einzusctzen für Kaiser und Reich, für die Shre bei 3-R 26. für- deutsche Batcrlanb.

Sein »eiserne«" Bataillon ist dahin! Möchte die Erinnerung an diesen aufrechten Mann unb vorbildlichen Soldaten wacher halten bleiben in dem Verbände be» Reich-Heere», der unfereUcber- lieferungen tragen und pflegen solll Bei leinen alten Kampfgenossen wird ba« Andenken an ihn nicht erlöschen? e« soll um« aufrichten in der tiefen Schmach unsere« Baterlanbe«, e« soll un« ben Weg weisen, den wir gehen müssen, wenn wir wieder zum Licht empor wollen.

D r a u t o f f.

Generalmajor unnö Kommandant von Berlin.

An« dem

» Da« Amt-verkündigung-blatt 71 r. 165 vom 18. Rovbr. enthält' Bekanntmachung über die Berechnung der Abfindung an Empfänger einer 3ufa.;rente au« der 3nva tdenver icherung. Abänderung de« Demeindeumlagengesetz^. Prüfung der Schankgefätze KlauenvtehmarE in Allendvrf a. d Lda. - Biehfeuchen

In Ringel-Haufen ist die Maul-und Klauenseuche amtlich sestgestellt worden. 2« wird gebildet ein Sperrbezirk, bestehend au« der Gemarkung Ringel-Hausen, ein Beobach­tungsgebiet, bestehend au« ben Gemarkungen Rabertshausen, Rodheim, Langb. ferner ein Ge- sährdung-aebiet, bestehimb au« der Ge­markung Ltcinheim.

.Tn der Schafherde zu Münster ist die R L u d e festgestellt worden.

In dem Gehöfte Schanzenstratze Rr. 18 in Dietzen ist dieRotlauffeucheerloschen. Die Sperrmatzregeln sind ausgehoben___________

Gnem Regtment^ nachrichtenb^at- e ent­nehme i wir b<e so g<mde au« der Feber Genera m ajvr« Grautost. Kommando'nen von Berlin, stammende warmherü e »ca- «kterfchllderung be« auf dem JeBe ber Ehre gefallenen Sohne« unserer Stadt, bei Hauptmanns Ferdinand Rausch de« alter ' Afrika kämpf er» 3m 'chwarzen Erdteile h tz euch fein jüngerer Bruder al« tJÜtjici feta Geben für« Baterlanb. Die von Herzen kommende klare Otb-Iberunq iKfet nur ben Freunden be« verblichenen Mbtn sondern auch denen seine« Bater«. be« h'er noch im besten Andenken stehenden ebema'igen Direktor« bH Real, h-nallum- cb SchulralL« 2kau'ch. willkommen sein. Atzt ste uns doch auch einen tiefen Bück tw da« Bertrauen-verhäl t i« tun. da« fo* Vvhl zwischen dem Regiment«- und de n

Aus Stadt und Land.

Dietzen, den IS. Rvv. 1921.

** Zur Landtag-Wahl. 3m Anzeigen­teil unterer heutigen Zeitung Ul der »intellung«- plan der Stadt in die Wahlbezirke enthalten Zur besseren Orientierung bringen wir nach­stehend ein alphabetische« Verzeichnis der ©traben mit der Bummer des Bezirks, zu dem sie gehören: Alicestrabe (18), Asterweg (2). Auf der Bach (1). Aulweg (9), Arn Rodberg (4). Am Steg (8), An ben Bahnhöfen (8), An der Hardt (3). An der Warte (10). Anneröber Weg (14). Bahnhof- stratze (6). Bergstratze (11). Bergwerk (9). Bis- marckstratze (13), Bleichstratze (12). Brandgasse (16). Brandplah (16). Braugasse (16). Bruchstratze (11). Buchnerstratze (8). Buckingstratze (4). Bubt-e- ftrabe (7), Burggraben (1), Lrebnerstratze (8). Dammstratze (2), Diezstratze (16). Dveringftratze (14), Dreihüusergasse (16). Sbelstratze (9). öber- ftrabc (2), 3n ben Sichgärten (14). Gichweg (14). Erdkauterweg (9). Srlengasse (16), Franllurter ©trabe (7). Friebrich st ratze (7). DabelSberger- (trabe (5). Georg-Philipp-Gail-Stratze (13). »ar­ten ft rabe (11), Slaubrechtstratze (8), Goethe- stratze (12). Grabenstrabe (6;. Grunmger Pfad (10),

Gefecht-ftand bei Bataillon«, bie tiefe .Räuber» htzhle* warb e.ne Sehenewardigkeit. Hier empfi g der.Schlotzherr von Beujramö den Be'uch aller

Schiffenberg (13).

3lrci4 ^riedberq.

ofz. Btlbcl. 17. Rov DerG terzierp 1 a» bei Billiet wird zu landwirtschaftlichen unb Äldn- garienbauzwecken aufgeteilt. Da« Lande«siedu»ng-- amt in Darmstadt hat für Bildei da« Sied­lung-verfahren eröffnet.

Starken-nrst und RhcinheNeu.

hl». Mainz, 17 Rov Der versalzene R h e l n. Aus der Fahrt eine« mit Salz beladenen Schiffe«, da- stromaufwärts hier norüberfupr, wurde da« Schiff unterweg« leck, so datz da-seloe geleichtert werden mutzte Hierbei fiel ein erheb­licher Teil der Ladungin« Waller. Die Aale unb Hechte unb andere Wallerbewohner de« allen Bater« Rhein werden sich wohl gewundert haben, wie lle da« falzlge llvasser schlucken mutzten

rrn. Of f en badx 17 Rov Gegen die lieber- rahme ber Stellvertretung de- er- tankte'Rektor« einer hiesig n Schule du:ch bi« dienstälteste Lehrerin haben die übrigen Lehrkräfte nach einiger Zeit Beschwerde bei dem <trei«schulinfpektor erbeben Den Bestimmunaen «nt'p.cchend bat wohl der dienstälteste Ledrer der Schul« den Rektor zu vertreten. Die dienstälteste Lehrerin bat aber kurz entschlossen den Para­graph für sich angewendet. Da- Landrtzbillmng»- amt soll mm eine grundsätzliche Regelung treffen.

Hcffen-Raffair.

Fleisbach bet Herborn, 17. Rod. Vorgeschichtlicher Fund. Auf dem Acker seine- Tater« fand beim Rartnffelau«- m ach en der Schüler der Gietzener Oderreal­schule Willst Marlin ein Steinbeil da« au- der nevlikhlsclien Zeit (etwa 2000 v. (Jfrr) stammt unb ber Bandkeramik angehdrl. Der Fund Ist dem Diehener Museum al« Geschenk überwiefen worden.

bracht« Ihm al« erstem Im Regiment bie Auszeich­nung de« ö. Ä. 1 Aus der Höhe seine« Können« zeigte ihn der lag von Beauram«, der 5. Oktober 1914. Mehrere Angriffe anderer Verbände auf da« Dorf waren bereit« abgewiesen, al« Haupt­mann Rausch gegen Abend da- 2 Bataillon unter Missachtung aller üblichen GesechtSformen in den Lhausseegräben von Wercatel her überraschend an da« Dorf heranbrachte und diesen Anariss durch zwei auf der Stratze vorgervllte Deschuhe unterstützte, die ihr Feuer erst auf S600 Meter eröffnen durften Der Grsolg war durchschlagend; mit geringen Verlusten nahm er den S drand de- Dorfe« und setzte allen Vefeblen der Brigade, den Ort wieder zu räumen, au« der besseren, vorn am Feind« gewonnenen Kenntnis der Verhällnisle heraus em kategorische« .Rein" entgegen. .Wa­ich mit Vhll genommen, gebe ich nicht wieder viderstand«lo- herau-." Gr blieb und hatte die Genugtuung, sich am nächsten Morgen ohne Schuh in den BcIid bei ganzen Dorfe-, be« letzten Stützpunkte« der Franzosen vor Arra«. setzen zu können De Franzosen waren abgezogen

Die nächsten Monate herrschte er al« .König" in Beaurain« Hier schuf er sich in seinem Be- talllon die Truppe, die ichm treu und bllnblina« ergeben blieb, bi« sein Tod die« Verhältnis für immer löste Seine Leute hatten mit sicherem Ge­fühl erkannt, datz hier ein echter Führer sie mit fester Hand leitet« Vertrauensvoll legten fit ihr Schicksal in seine Hände. Sein Wille gab Ihrem Wollen Richtung und Ziel wo« er wollte und tat, aalt ihnen mehr al« alle Befehle höherer Stellen. Das .eiserne Bataillon", wie seine Angehörigen es mit Stolz nannten, baute Beaurain« mit rast­losem Fleth zu einer kleinen Festung au«, der

Vataillonsrommaadeur als auch zwischen ItnIrrem unb seiner tapferen, gleich ihm eHenftarftn und bewundern-w«iken Mann- schäft bestand.

3* August 1915 stand ich al« neu ernanntet Kommandeur des 3.-R. 26 in Garvin bet Lens in franz Flandern dem Hauptmann Rausch zum zum ersten Male gegenüber Unvergeßlich ist mir her Eindruck, den ber kleine, fast zierlich gebaute Mann mit den groben, sprechenden Augen au! mich machte, al« er mir in klaren, knappen Wvt- toi über dw Kämpf« feine« Bataillon« an bet Lvretto-Höbe und über die jetzige Aufstellung «nd Berfaffung feiner Kompagnien Bericht er stattete Mir wurde dar: Du hast einen ganzen Mann vor dir, der weih, wo« er will, und der die Energie hat, seinen Willen auch In die Tat umzu- setzen Datz e# mir als seinem Vorgesetzten nicht leicht werden würde, zu ihm bei seinem eigenwilli­gen Charakter da« richtige Verhältnis zu finden. <rfaiurte ich bald 34) glaube aber, eS ist mir doch gelungen.

Seit dem 1 Oktober 1911 erst hatte Haupt- -earm Rausch dem 3 -R. 26 alS Chef ber 5. Kom- Dognle angebdrt. ein scharfer, strenger, aber ge­rechter Batet seiner Mannschaften; imÄameraben- frei Je ein ötgenbröMez, mit dem die Mehrzahl nicht fertig tmirbe.

Dann kam der Krieg Hier war er. der ge­borene Feldsvldat. in seinem Element. Kriegs­erfahren von 'Afrika her. zäh, ausdauernd und Unerschrocken, so führte er feine Kompagnie in den August-Kämpfen 1914 bei Ville Pommereuil und Thulin-EIouge« gegen die Engländer Bei Le Oaleau. am 26. Auguit, Mich er noch zu Pferd«. alS alles längst abgefeffen war. Voll zur Ent­faltung kamen seine Führereigenschaften, seit er von Anfang September 1914 ab ba« Kommando Iber da« 2. 'Bataillon übernahm.

Seine und teilte«Bataillon« Haltung bei Fvntenov an der Ai«ne am 20. September 1914

Fast »/* Zähre lang hielt das 2 Bataillon den in bet Dem Kampf errungenen Boden an der Kohlenhalde, einen auf« höchste gefährdeten Posten, der wie ein Keil in die feindliche Stel­lung vorlprang Alles was Kriegserfahrung und taktische« Verständnis ersinnen konnte, baute Hauptmann Rausch In seine Stellung hinein Kurz vor bem Abmarlch des Regiments zur Somme kam dann endlich der Tag. der seine Mühen krönte. Am Abend de« 30. Zum 191' brachen au«gewählte englische Sturmtruppen nach heftiger Anillecie-Borvereitung und gewaltigen Minenfprengungen in die vordersten Gräben des 2. Bata Ulan« ein. She die Sonne de« 1. Zull emporftieg, war die Stellung nach planvoll vor- bedachterGegen arbeit wieder restlos In der Hand be« Hauptmanns Rausch, der Engländer war mit schweren Verlusten herausgeworsen.

Wer vom Regiment erinnert sich au« jenen Monaten nicht .Bater« Rausch . wenn er, Die Hände tief tm überlangen Mantel dergraben, ben nie sehtenben Rettstvck untrem 2lrm. den Platz­konzerten im Ruheauarller Harne« lauschte oder auf ferner .Edel" mit ihrem bi« zur.Er de reichen- ban Schweif den Dienst feiner Kompagnien lei­tete. Schroff, kurz angebunden, fast grillig war seine Art. Aber dahinter steckte mehr und bessere- starkes Pflichtbewuhlsein. brennender Shrgeiz. hcitze Liebe zum Vaterland« und unablässigem fürsorgliches Streben für ba« Wohlergehen feiner

Der Schuh im Blut

Roman von Horst Bohemer.

ES war fast Mitternacht geworden, als der Oetonorr.it rat nach vergeblichem Suchen und Rusen dem Kutscher den Befehl gab, zum Herrn Baron non Züschen zu fahren Richt« hatte ihm in seinem Leben fo grohe .Uebertoinbung gekostet. Den Schuh hatte er fallen hären, fein £>m- fchiag hatte ausgesetzt wetm da« Hmi« ge­wesen war? Dann hietz e- eben, nachdem er ihn nicht gefunden, beim Baton um gut Wetter für den feichttinnigen Zungen bitten. SS tonnte ja nachgewiefen werden, datz der .Rückfall" in der Betrunkenheit eing«treten war.

Adalbert Züschen war noch wach, als der W<v^ attt dem Oekonomierat vorfuhr. Er hatte den Wilddieb verhört, aber gar nicht« herauS- befrmmen. Ausgeiacht hatte der ihn unb gesagt: .Wenn man die Vermutung habe, datz noch meh­re« an der .Zagdpartie" beteiligt gewe'en seien, fo fvlle man sie doch fnchen.

M« dem Baron gemeldet turrbe. datz der Herr Cetoronhecut Wärhahn bitte, ihn sofort frechen zu Eumtn, war er zusammengezuckt. Seit die Büchsen der Wilderer während der Hirlch- brenft tn feinen Revieren knallten, war er fest davon überzeugt, datz Han« Wärhahn mit den Kerlen unter einer Decke steckte. Und al« fein Förster ihm vor einigen Tagen g.-me.lxt batte, datz er am Hange, in der Aähe des Walde«, den jungen Wär ha hm zu Pferde beobachtet habe, wie ber die Hirsche .verhört", waren Adalbert- !chen die letzten Zweifel vollend« geschwunden. Unb mm Tarn dieser alte, bicöe« Mann zu 'hm

verschaffen konnte.

Sam lamen die Kampfe an der Somme 14 Zull 1916 hatte da^ 3-R 2- den Angri'f der über die Stellungen Ikr 3 Oarbe-3n;e iter. D v s'vn vorgeschob rea ^tiq ä der am oureau - Waide und bei Longueoal aufgefangcn und zum Steden gebracht. Hier erwuchs >>au; tmiHn.3au,d) eine Au'gabe. wie er sie liebte 3» gilt ' Dorf Longueval und dc.n ansto enden De'.mlle- Wald wieder ganz In untere Hand zu bringen 3ue* dem wirren Durcheinander ber Ortu d Waldlampfe wurde die .Grupp« Rauch' g b ldet. der nutzer sein-'m Bataillon 12 2o unb «iompagn en der Reaimenter 9. 72 und 163 an ge­hörten. 3n felb nötiger 2Ir?cit Orbn.m i i n: Gliederung zu Zchafser, alle diese u gemcin- famer Offen'ix zusammenzu'chw.itzen, *ie mit leinen Angriffsgeist zu durchdringen, b.v tna auch hier das Ziel seiner Tätigkeit. Al« ich cm 16 Zull, nachmittags, ihm auf feinem Gesech o stand« vor Longueva! zum Abschied die Hand brüefte, sah er ba« Gelingen seiner Pläre heran-

2icue Stafeme I »14;. Reue Kaserne II (14). leugbau.! ilcme (1<? . Äa larinengaffe (18k Äep- crstratze »13). K ichenpiau tlk Kirchstratz« (lk llinikstratzc 8 . Rornblumengafte (5), Äteiy- .,latz (11). Krvfdorser Stratze <3). üadn'iraste (5k .nndgraf.nstratzc f "6 . andgraf-Ph lll'p-B atz 16 . Landmnnnstratze (13' Ve.bgeüernri Weg (9).

Licher Stratze (14', Licbiistn^e (9). Ctnbengaffe 1 Lindenplatz (1). 3n Loder» Hof 5). Löber- ..ätze (11 . Löwengaffe (17) Liniystratze (12). Ludwig o a.» (lli, kudinigstratze (10). ÄlauSburg 17). Riaigasse .17). 'BUrburger Ltiatze (4), 'larhlaubenftrab« (16 . Marktplatz (1). Martt­is-- (5) BiittcIUKg (8 . Moltfestratze (15).

Mühlstratze (5i, Kie ne Mühlgaffe (5), Rahrmng«- enj (!3 . Plenen Bäue (16' 2Ieucnpeg (18). Neu­stadt t? Ror>3nlage (3). Ost-Anlage (15k Plock- (trabe (18'. Rie>ie!pfad (10). RiUergaste (17). .Xobbcnt?r Stratze (3). Roonstratze (15). vand- gaffe (5 SchanzenstQttzr (5). Schiffcnberger Weg . 13- Schillerst ratze '2). Schlstzgass« (16). Schott' trabe (4) Schützenstratze (3). Schulstratze (16k SelterStreg (17). Senckenbergstratze (16). Svnnen- stiatze (16). Stetnstratz« (4k »roher Stelnwea (14). Otepbanftrahe (11), Söd-An'age US). Teute#!ufl- gärtchen '17'. T'efenL»ea (5). Trlllerga''e (16). Wagenga'fe (16 . Walltorstratzc (1k Weiden­gaffe i!6i Weferftrntze (2). We '.-Anlage (6k hinter de: Bfe t-3n!.i/je (6). Wetteraaffe (17). Wetzlarer Weg 18». Wetzsteingasse (1). TDahlMj- stratze (1), W etecker Weg (4). Wlesenstratze (15), Wllhelmstratze (10'. Willvnstratze (9), Wolfstraf), (13 Wolkcngasfe (17). Zozel-gasse (1), Gemarkung

der Baron ja au« begreiflichen Gründen nichts kommen. Unb für später, wenn man das Schi«st­eifen wieder einmal durch Zuschener Reviere lba­sieren trug, würde das auch allerlei Vorteile haben. _

.Haden Vie meinen Enkel gestern abend ge­sehen?" fragte der Cetoiwmtetat

Da glitt wieder da« hämische Grinsen über das verrutzte Seitcht. Dem Herrn Cefonomterat iah ja der Zammer au« den Augen. □Dort für Wort sollte der ihm an« dem Munde ziehen, damit er tm Bilde war. was der Grostvatev über seinen Enkel zu wiffen wünsch««. Der Wil­derer nickte, sagte nur: .Tjawvll!"

.War er tn Ihrer Rähe, als Sie den Hirsch schossen?"

.Ree. fo dumm find wir nicht!"

Christoph Wärhahn lehnte sich in den Lehn- stuhl zurück, feine Hände umklammerten die Ann- fluDen _

,Um welche Zell haben Vie sich von chm ge­trennt?"

.AlS c« duster wurde!"

.War ba mein Enkel noch zu Pferde?"

.Ree. er war runtergefallen!"

"llnb betrunken nicht wahr?"

Der W-ilderer hörte aus der ängstlich ge­stellten Frage heraus, welche Antwort der Ceto- rtomterat zu Hoden wünschte.

.Er war ratzekahl besoffenk"

.Wutzte ich bereit«! Und ein Gewehr hotte et nicht'bei sich?"

Zetzt htetz es vorsichtig fein, sonst kam man nicht noch einmal mit knapper Rot an der Ge- längnistür vorbei.

.Wir sind doch nicht !b dumm und Laufen durch Fritzlar und die Felder mit dem Gewehr auf dem Bocketk"