। weiter Ein Wagen wurde zertrümmert. Der Der- I lehr wird aus dem Nedengeleise au fr echt erhalten.
Vermischtes.
Gisenbahnunfall.
Man könnte noch viele Friedensschlüsse vergleichen. nirgends würde man |o raffiniert ausgeklügelte Knebel-- und Marterbestimmunaen finden wie im Dertrag von Versailles. Wohl aber würbe man finden, daß die Friedensschlüsse in denen Deutschland den maßgebenden Einfluß hatte, durch Gerechtigkeit und Sachlichkeit gegen andere Nationen charakterisiert werden während die der heutigen Gntentestaaten stets Neigung zu Gewalt und dauernder brutaler Unterdrückung atmen. So zeigt die Ausstellung über die Friedensbedingungen dem Nachdenklichen aufs neue nicht nur die Härte, sondern auch hie Unehrlichkeit unserer Feinde, die immer noch nicht müde geworden sind, zu behaupten, daß Deutschland seine Leiden als Vergeltung für das, was es früher anderen Völkern angetan habe, auf sich nehmen müsse. G. R o l o f f
Entschlafene in seinem ganzen Hause und in der Gemeinde genoß.
Kreis Büdingen.
Die Trauerfeier für den Grafen zu Stolbergs Notzla.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 19. Hüll 1921.
die der
Görlitz, 18. 3ull. (Wolff.) 3n X a u b e n- b «i m an der Spree entgleisten gestern mor- gen 8 Uhr früh bei der Einfahrt des Zuges Ar. 824 drei Wagen 4. Älafle infolge falscher Weichenstellung. Ein Wagen stürzte um und versperrte die beiden Hauptgeleise. Etwa 20 Personen wurden verletzt, davon zwei erheblich. D?e meisten reisten nach Anlegung von Notverbänden
Verbandstag derMietervereine-
Dießen, 18. I rli.
Gestern vormittag sand im Eisenbahnhotel Hopfeld der V e r b a n d S t a g der BszirkSver- bände der Mietervereine von Hessen, Hessen- Nassau und der Länder am Rhein statt. 3m Mittelpunkt der Tagung stand ein Referat von Dr. E. W. Fischer- Frankfurt a. M. über Reichsmietengeseh-, Mietsteuer-, Mieterschuhg'seh und Mieteinigungsämter. Der Redner erläuterte zunächst die Stellungnahme der Mieterorganisationen zu dem Entwurf des Reichsmietengesetzes sowie die Aussichten, die nach diesen gesetzlichen Destimmungen für die Mieter bestehen. Er hält es für dringend notwendig, einen Anschluß der Arbeiter- und Angestelltenorganisationen an die Mietervereine zu erstreben, um eine Einheitsfront herzustellen, die in der Lage ist, dafür zu sorgen, daß eine unerträgliche Belastung der Mieter unterbleibt.
3m zweiten Teil seines Referats sprach der Redner über das „Gesetz über die Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues", das am 24. Juni i. ()6. vom Reichstag beschlossen worden ist. Die Abgabe zur Förderung deS Wohnungsbaues, welche nach Ansicht des Redners nichts anderes als eine Mietsteuer ist, flieht in die Kassen der Länder und Gemeinden, und zwar sollen für die Länder 5 Proz. des Mietwertes
_ W r n l n g s, 18 3uli Ein großer Le'chen- zug, wie ihn Wenings seit langem nicht gesehen hat, bewegte sich heute zum hieligen Friedhof, um den durch ruchlose Mörberhand erschossenen F ö r» st e r Maul zur letzten Ruhe zu bringen. Welch hoher Wertschätzung sich der Verblichene bei ollen Kreisen der Bevölkerung erfreute, gehr aus der zahlreichen Beteiligung, sowie aus den Kranzspenden hervor, die an seinem Grabe niedergelegt wurden. Der Fürst von 3scnburg-Virstein widmete ihm warme Worte der Anerkennung und des Dankes für seine Pflichttreue und bezeichnete ihn als ein Muster für die Hegemeister des ganzen Bezirks. Förster Maul war Veteran aus dem Krieg 1870 71 und stand im 73. Lebensjahre.
Kreis Schotten.
[j Schotten, 16 Juli. Am verflossenen Montag tagte hier unter dem Vorsitz von Ged. Schulrat Dr. Dolckmar-Büdingen eine Versammlung alter Büdinger Gym- naliasten aus unterem Städtchen, sowie aus Nidda, Loubach usw. Man gedachte in froher Erinnerung der gemeinsam verlebten Jugendzeit und trennte sich mit dem festen Vorsatz, in regelmäßiger Folge iolche Zusammenkünfte zu wiederholen. Als Orte der nächsten Brgegnugen wurden Büdingen (13—14. August, und Laubach (5.-6. September) in Aussicht genommen.
Wetterfeld, 17. Qult. DaS Ehrende n t m a l für die gefallenen Söhne unteres Dorfes, über das wir unlängst berichteten, wird alter Doraussicht nach noch in Metern Herbste vollendet werden. Die Balustrade, die den Platz tehr wir- lungsvoll abschließt, ist nahezu vollendet. Demnächst wird mit der Ausmauerung des Sarkophags begonnen, um den die Tafeln ans Muschelkalk gestellt werden tollen.
Am Nachmittag folgten bic eigentlich-,, Verbandsverhandlungen lieber 1500 ~ deiche Mietervereine sind mit mehr als 4 Millionen Mitgliedern (von rund 11 Millionen Mietern, öu 20 Provinzialverbänden und schließlich zum Deutschen Mieterbund Dresden bereits zusammen geschlossen. Während die Ort« he reine die Inter- eWen der Mieter mehr lokal zu wahren haben, arbeiten die Prvvinzialverbände mit dem Mieter bund Dresden eifrig daran, um b-c Mietcirechtt auch gesetzlich zu sichern und ihren heute schon leb- beträchtlichen Einfluß auf die Gesetzgebung aus- zuüben.
Zu dem am 3., 4. und 5. September in Dresden stattfindenden Mieterbundestag wurden Delegierte gewählt.
Die hessischen Mietervereine ttnb zu einem Verband zusammengeschlossen und haben mit den Dezirksverbänden Hessen-Nassau besetztes und unbesetztes Gebiet eine ArbeitsgemeinschaN betätigt. An Stelle des ausgeschiedenen Dr. Rie manu-Gichen wurde Bergingenieur Weber vom Mteterverein Gießen als Delegierter in die A> beitSgemeinschaft gewählt.
Ein großes Arbeitsmaterial wurde in lebhafter Verhandlung, an der sich hie Delegierten aller erschienenen Mietervereine beteiligten, durch beraten, so daß der VerbandStag erst gegen Abend zu Ende kam
Die Versammlung sprach dem Leiter des Verbandstages, Ortslrankenkassenbeamten W v l ff vom Mieterverein Mainz den Dank für seine ge schickte und erfolgreiche Leitung auS.
vom J. Juli 1914 von allen Nutzungsberechtigten aller Gebäude und aller Gebäudeteile erhoben werden. Die Gemeinden haben einen Zuschlag in gleicher Höhe zu erheben, so daß also die Mietsteuer 10 Proz. beträgt. Dieser Zuschlag kann von den Gemeinden erhöht oder ihnen ganz erlassen werden. Auch können die Gemeinden eine Woh- nungslurussteuer einführen. Die Gelder, die an die Länder fließen, sind in erster Linie zur Ver- zinsuna und Tilgung der gewährten Baukosten- Zuschüsse für Bauten, die nach dem 1. Oktober 1920 begonnen wurden, zu verwenden. Berücksichtigt man weiter, daß zur Feststellung der Erhebung der Steuer ein gewaltiger Apparat notwendig ist so bleibt nach Ansicht des Redner« für Reil- beschaffung von Wohnungen nur so viel übrig daß für 90 000 Wohnungen. daS ist der vierzehnte Teil der benötigten Wohnungen, Zuschüsse gewährt werden können, ganz abgesehen davon, daß die Zahl der benötigten Wohnungen täglich steigt. Der Redner ist der Ansicht, daß der Weg der Mietsteuer auf die Dauer nicht beschritten werden könne, daß vielmehr grundsätzlich neue Bahnen in der Wohnungspolitik eingeschlagen werben müssen. 3m letzten Teil seine« Referats beschäftigte sich Dr. Fischer mit Gedanken zu einem Entwurf über Mieterschuhgeseh und Wirt- einigungsämter, machte insbesondere einige interessante Ausführungen über Kündigungsrecht, Vollstreckungsgenehmiaung, Zusammensetzung der Mieteinigungsämterv Anfechtbarkeit der Beschlüsse usw., um zum Schluß dann noch besonder« darauf hinzuweisen, daß die Mieterorganisationen nicht nur die Aufgabe hätten, rein örtliche Angelegenheiten zu regeln, sondern auch mit allen Kräften bei dem Aufbau der Gesetze, soweit sie für den Mieter 3ntereffe haben, Mitarbeiten müßten.
An die sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen schloß sich eine eingehende Aussprache an der sich, abgesehen von Vertretern der Vereine Homburg v. d. H., Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden, Aeu-3senburg und Bad-Nauheim, die Herren Beigeordneter Dr. Seipp, Stadtverordneter W i n n und Land'agsabg. Dr Urfradt Gießen beteiligten Nach Schluß der Vormittags-' Verhandlungen vereinigten sich die Delegierten zu einem gemeinsamen Mittagstisch im gleichen Lokal,
Bei einer solchen Steigerung des Brotpreises wird das 1900-Gramm-Brvt in den Orten, in denen es bisher 3 Mark gekostet hat, nunmehr einen Preis von etwa 7 Mark erreichen. Auch das bedeutet, noch, daß allein für die ersten Monate des kommenden Wirtschaftsjahres, daS ist für die Zeit vom 15. August dieses Jahres zum Ende des Reichshaushaltsjahres am 31. März 1922, Derbilligungszuschüsse des Reiches ftn Höhe von K/t bi« 4 Milliarden Mark, je nach dem Weltmarktpreis des Getreides und dem Stande der deutschen Währung, zu leisten sein werden, also eine Belastung des Reiches, die meben den sonstigen gewaltigen Verpflichtungen -außerordentlich drückend ist. Zu der Befürchtung, -daß das rationierte Brot der Bevölkerung in "schlechter Beschaffenheit verabfolgt werden wird, "'egt kein Anlaß vor, zumal im neuen Wirtschaftsjahre die Brotstreckung fortfällt und Brot nur aus reinem Brotgetreide- rn 6 h I gebacken werden darf. Bei einer etntoaub- freien Verarbeitung solchen Mehles. die durch die Kommunalverbände und die Polizeibehörden überwacht werden wird, darf erwartet werden, daß die Bevölkerung auch das rationierte Mehl in schmackhafter Zubereitung erhält.
3n dem am 15. August 1921 zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr ist eine sehr erhebliche Brot- nerbilHgung gegenüber den vor allem durch das teuere Auslandsgstreide tatsächlich erwachsenen Ginstandskosten erfolgt. Das Reich hat für diesen Zweck über 10 Milliarden Mk. im Laufe des Wirtschaftsjahres aufgewendet, die es sich nur durch stärkere Inanspruchnahme der Notenpresse beschaffen konnte, unb die letzten Endes wieder durch Steuern gedeckt werden müssen. Bei der un= .günstigen Finanzlage ist das Reich auf die Dauer außer Stande, leine Verbilligung in diesem Um- Zange fortzusetzen. ■ Auch in den andern Ländern, in Italien, England und Frankreich bestand während des Krieges und auch in den folgenden Jahren ein politischer Brotpreis, d. h., es hat eine Verbilligung des Brotes unter Zuhilfenahme von Staatsmitteln stattgefunden. In Erkenntnis der Anmöglichkeit, eine solche Wirtschaftspolitir wetterzuführen, sind diese Länder trotz weit günstigerer Finanzlage bereits dazu Übergeganqen, zum Teil unter Einführung der freien Wirtschaft für Brot und Getreide, die Verbilligung ^des Brotes durch öffentliche Mittel elnzustellen.
1 Schritte des
Allgemeinen Gewerkschaftsbundes.
' Wie der „Dorwä rt 6“ mitteilt, hat die kommende DrotpreiSerhöhung wiederholt den Gegenstand von Besprechungen innerhalb des Allgemeinen Gewerkschaftsbunbes gebildet. Die Frage wurde gemeinsam mit der Zentral- arbeitSgemeinschaft erwogen und es wurde darauf hingewtesen. daß im Falle einer Verteuerung des Brotes eine Erhöhung der gegenwärtigen. tariflich festgelegten Löhne er- folgen müsse. Hierüber ist auch dem R s i ch s - kabinett Mitteilung gemacht worden. Die Meldung einer Nachrichtenagentur, daß die Gewerkschaften für den Fall, daß das Kabinett der Brotpreiserhöhung seine Zustimmung erteilen sollte, die Forderungen nach dem Rücktritt der sozialdemokratischen Minister erhoben habe, wird von dem Blatte als falsch bezeichnet.
übergehend. wett Frankreich außer Deutschland I der großen Verehrung und Liebe, Den ganzen Kontinent in die er Weise auszufauaea • - r----------- --
strebte, allein aber nicht starr genug war. diese Herrschaft dauernd auszuüben. Heute haben sich alle großen Mächte der Welt und eine Anzahl kleinerer verschworen. Deutschland in Schande und Knechtschaft zu halten, es wird also weil schwerer als damals sein, die Ketten abzuschutteln Wie anders sehen die Friedensschlüsse au«, in denen Deutschland der Sieger war Nach dem Sturze Napoleons wurden Frankreich keine Bedingungen auferlegt, die seine nationale Entwicklung gehemmt hätten, nicht einmal alle Eroberungen wurden ihm abgenommen: das deutsche Elsaß-Loth- ringen, das Frankreich stet« als Ausfallspforte über den Rhein benutzt hatte, wurde ihm noch gelassen. And die 03ebtnaungcn von 1870? Wer wüßte nicht, daß die Abtrennung von Elsah- Lothringen nur eine Forderung der Gerechtigkeit und der politischen Notwendigkeit war, wodurch Deutschland die Wiederholung französischer Angriffe zu erschweren suchte: wer wußte nicht, daß Frankreich die fünf Milliarden Kriegsentschädi- gung ohne große Anstrengung bezahlen konnte, und daß eS trotz dieser Verpflichtung und trotz jener Verkleinerung einen gewaltigen Aufschwung genommen und ein riesiges Kolonialreich seit 1871 erworben hat? Wer dürfte Deutschland vorwerfen, daß es feinem befiegten Feinde dauernd die Hände zu binden gesucht hätte?
_ vrtenberg, Iß. Juli. Unter der Teilnahme der ganzen Gemeinde fand gestern die T r a u e r f e i e r für den so plötzlich heim- gegangenen Grafen Kuno zu Stolberg- Roß la statt. Die Vereine, Stadt und Kirche hatten am Morgen durch ihre Vertreter im Schloß Kränze niederlegen lassen und geleiteten den Sarg mit der sterblichen Hülle des Heimgegangenen in die Kirche, in der sie auf» gebahrt wurde. Zu der Trauerfeier hatte sich eine große Zahl auswärtiger Gäste eingefunden, der Großherzog mit Gemahlin, die Fürst, lichkeiten von Büdingen. Lich, Hungen, Laubach. Freiherr von Riedesel, Prinz Waldemar von Preußen u. a„ viele Forstbeamte. Kam- merdirektoren und sonstige Vertreter hoher Behörden, so daß das große, geschmückte Got- teshaus bis zum letzten Plätzchen besetzt war. Die Ehrenwache an der Bahre hatten die fürstlichen Förster übernommen, eine Fülle kostbarer Kranzspenden von hier und auswärts bedeckten den Sarg, Gemeindegesang eröffnete die Feier, darauf hielt der vtts- geistliche eine Ansprache und zeichnete noch einmal ein Bild des Verstorbenen. Der Kir- chenchor sang hierauf „Wenn ich einmal soll scheiden." Die auf Wunsch der Leidtragenden und im Sinne des Entschlafenen einfache und schlichte Feier wurde mit Gebet und Vaterunser geschlossen. 3m Anschluß fand so- fort die Ueberfuhrung nach der Bahn statt: die Vereine hatten den Vortritt, hinter dem Leichenwagen folaten die Famllienglieder und ein großer Teil der Gemeinde. Am Bahnhos sprach der Geistliche noch einige passende Schriftwotte und Verse. Unter den Klängen des Kirchenchors wurde der Sara in den Wagen gehoben um nach Roßla überführt zu werden, wo am Dienstag die Beisetzung er
ste Erinnerung an die Jahrhundertfeier wird auch wachgehalten werden durch da- erste Butzbacher Notgeld, das gestern von der Stadt zur Ausgabe gekommen ist. Die auf Antrag von Gemeinderat Ioutz in sieben Serien erschienenen 50-Pfennigscheine zeigen auf der Vorderseite das Bildnis des Landgrafen Philipp von Butzbach und die Nachbildung des von Ludwig dem Baier ausgestellten Stadtbiiefes. Die Rückieit- lut Bel den einzelnen Scheinen verfchiedenes Aussehen, te bringt in Stadtbildern und Darstellung kunsthistorischer Gebäude wichtige Ereignisse und Momente aus der Stadtgeschichte. Sin 25-Psennig schein wird auf der Vorderseite durch dnS Bild des schönen Marktplatzes geziert, während auf der Rückseite eine oberhessische Trachtengruppe mit der Burg Münzenberg im Hintergründe und dem Spruch zu sehen ist: „Wollt r uus leawig ih, müht'r uff Doutfchbach gib". Die große Nachfrage, die gestern und heute schon nach dem neuen Papiergeld herrschte, berechtigt zu der Hoffnung, bah das Notgeld nicht nur die Kletngeldnot behebt. sondern auch der Großgeldnot pes Stadtsäckel« etwas abhelfen wird.
Ihren Abschluß hat die Jahrhundertfeier mit den Hauptfestlageu eigentlich noch nicht gefunden. Auch die nächsten Wochen und Monate werden noch In ihrem Zeichen stehen. Dom 31. Zuli bis 15. August findet hier die große Jubiläum«' Gewerbeausstellung statt. Außerdem veranstaltet der VolksbilburmSverein noch eine Vortragsreihe aus der Geschichte der Stabt Butzbach, zu her der beste Kenner hessischer Schul- und Kirchengeschichte, Pros. D. Dr. Diehl t Friedberg) gewonnen ist. Sr hat bereits über die Geschichte deS Butzbacher Kugelhauses gesprochen und wird im Lause der nächsten Zeit nun noch folgende Themen behandeln: Kunst und Wissenschaft am Hofe Philipps von Butzbach! die Blütezeit her Butzbacher Lateinschule: Aus der Geschichte bet Butzbacher Leben« im 18. Jahrhundert. Dazu wird Geh. Rat Häger noch eine Festschrift zur SechShunbertjahrfeier herauSgeben. 3m Laufe der nächsten Monate erscheinen 6 Hefte. Liebhaber hessischer Geschichte seien darauf aufmerksam gemacht, daß sie da« Werk jetzt schon bei der Buch. Handlung Wilhelm Weickhardt vorauSbestellen können.
Die Erhöhung des Vrotpreises.
Deutschland muh notgedrungen zu einem Abbau der Getreide- und Brotverbilligung -übergehen. Die Reichsregierung hatte deswegen 'm Einvernehmen mit dem Reichstag, der anlaß» ftch der Etatsberatungen mit der Frage befahl war. eine Erhöhung de« Br »tp reise« v m etwa 50 Prozent des jetzigen Broc- greises am 16. August 1921 in Aussicht genommen. Gegenüber diesem Plan hat später der Volkswirt- Ichaft^e Ausschuß des Reichstags auf Antrag 2lbg. Wieber eine Resolution gefaßt, bic Reichsregieurng zu ersuchen, den Brotpreis im neuen Wirtschaftsjahr nicht über 40 Proz. Au erhöhen. Trotz der großen Bedenken wegen der finanziellen Auswirkung dieser Entschließung hat da« bedeutet noch, daß allein für die ersten preis glicht um 50 Prozent, sondern ' nur um 40 Prozent zu erhöhen.
600-Iahrseier der Stabt Butzbach.
# Butzbach, 17 Juli 1921
Der heutige Festsonntag wurde mit Sborol* wusjk auf dem Marktplätze eingeleitet Daran anschließend fanden stark besuchte Festgottes d i e n st e in den Kirchen statt. In der evangel. Maikuskirche hielt Pfarrer Schneiderdie Fsst- predigt: Evangelischer Kirchengesangverein und Gemischter Chor verschönten die Feier. Dor der katholischen Gemeinde war Pfarrer Adler Feh bt’ebigcr.
Der Nachmittag gehörte ber Jugend Unter den Klängen der Musik zog sie in stattlichen' Festzuge nach dem nahen Zipfenwalde am öchren zer, wo die Butzbacher schoti immer ihre Jugend feste abgehalten haben In mühevoller Vorarbeit hatten Real- und Stadtschule ein reichhaltige« Programm ausgestellt Nach dem gemeinsamen Liebe „Deutschland, Deutschland über alle«" hielt Pfarrer Loos eine Ansprache an Jugend und Erwachsene, die das Iugendsest trotz der Not ber Zeit als ein Fest froher deutscher Zukunstshofs- nung nicht nur für berechtigt, sondern al« notwendig hielt 3m weiteren waren vorgesehen Chöre der Stadtschule und der Realschule, Reigenaufführungen, Wettspiele, Theateraufführungen der Realschule (Der Rattenfänger von Hameln Hänsel und Gretel) und mehr. Leider machte ein Gewitterregen, der ja sonst von jedermann heiß herbeigesehnt wurde, dem frohen Iugendtreiben schon zu früh ein Ende, ehe das Prygramm durchgeführt war. Die große Waldgememde löste sich auf. Die Kinder erhielten aber vorerst noch bic seit Jahrhunderten beliebten Stautzenweckc die ihnen die Stadt gestiftet. Außerdem bekam bic Schuljugend zur Erinnerung an die denkwürdigen Tage vom Volksbildungsverein noch die in oci Sammluna der Hessischen Volksbücher erschienene und von Prof. D. Dr. Diehl verfaßte Gedenk- f ch r i f t über den Landgrafen Philipp von Butz- bad) und von der Stadt „ßieß Heimatland" mit entsprechender Widmung. Diese bleibenden Geschenke werden gewiß dazu beitragen, daß den Kindern die benunürbtge Jahrhundertfeier unvergeßlich sein wird.
I J Freienseen, 17. Huli. Heute stellte sich nach wochenlanger Dürre endlich der heiß ersehnte Regen ein. Wir haben eben gerade K i r ch w e i h e. Wenn auch das Fest durch den starken Regenfall etwas gestört wurde, so war doch allgemeine Freude über das willkommene Naß: unsere trockenen Wiesen haften es dringend nötig. Das Getreide steht herrlich.
Ej Ulrichstein, 18. Juli. Gestern mittag fand hier auf dem Schloßberg die Feier des 40jähri gen Bestehens des V. H. C.° Zweigvereins Ulrichstein statt. Eine stattliche >Zahl von Vertretern der übrigen Zweigvereine aus Schotten, Nidda, Laubach, Lich, Mücke, Frankfurt, Darmstadt usw. war erschienen.
Hesserr-Nassau.
[1 Marburg, 15. Juli. Gin Wald- brand vernichtete gestern nachmittag in der Nähe von Cölbe auf ber sog. Subenhardt fünf Hektar Fichtenbestand. — Die Einwohner ber Vorstadt Weidenhausen haben ein Gesuch eingereicht, bei dem sehr niedrigen Wafserstand mit den Lahnregulierungsarbeiten zu beginnen.
Wettervoraussage
für Mittwoch.
Bewölkt, Gewitterregen, warm.
, r --leber bem Festland liegende Luftströmungen haben lebhafte Gewittertätigkeit zur Folge. Auch morgen ist mit schwülem Wetter und Gewitter zu rechnen.
** Die 'Benutzung von übermäßig Hellen Scheinwerfern an Kraftwagen ist verboten, da die blendende Wirkung entgegenkommende Fuhrwerke und Fußgänger stark gefährdet. Die Polizeibehörden sind erneut angewiesen, in dieser Hinsicht scharfe Konttolle auszuüben und jede Uebertretuna zur Anzeige zu bringen.
Bornotizen.
— Tageskalender für Dienstag: Handelskammer-Ausstellung: Der Friedensvertrag von Versailles. — Stadttheater 7 Uhr: Die drei Zwillinge. — Lichtspielhäuser: wie gestern.
— GesellschaftderGiehenerKunst- freunde. Wir machen darauf aufmerffam, daß die Theater-Vorstellung ber Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde morgen im Katholischen Der° emshcms nicht um 7i/3 sondern um 8V, Uhr beginnt. Zur Aufführung gelangen Goethes „Laune des Verliebten" und „Der 24. Februar" von Zacharias Werner.
Landkreis Giesten.
X Wiefeck, 17. Huli. Der Gesangverein „Concordia', der älteste Verein in Wieseck war während des Krieges, da ihm die meisten Sänger fortgerissen waren, verstummt. Vor 14 Tagen ist er wieder mit einer Sängerzahl wie vor pem Kriege m die Oeffentlichkeit getreten. Dirigent ist tote vor dem Kriege Heinrich Kümmel.
Der Friede von Versailles, «Ine noch nie dagewesene Grausamkeit.
r» Ausstellung Über den Frieden von
-äersalueS ausmerksam besucht hat, muß die Ueber- zeugung mit nach Hause nehmen, daß die Be- bingungen geändert werden müssen - oder daß TSti?fRt^Cn?0ir äum Untergang, zur allmäh- licheu körperlich^ unb geistigen Erschlaffung, zu einem kümmerlichen Sklavenleben im Dienste der h. De2£tCt!lVft Die Vernichtung der Wehr- ^sfahrt und des Außenhandels, die Aussv^i-.^' Wasserstraßen, die systematische 9 un !re.c industriellen Geheimnisse, * 9L2rJitfun9 finanziellen Verpflichtungen.
b >±W”Cter Volksgenossen im Osten alles das b^tunentbehrlichen Bodenschätzen; anc« Da« b ent ebenso zur Zerstörung der vor- handenen Leistungsfähigkeit wie zur Unterbindung ■S^tfArnnUhCn fruchtbringenden Tätigkeit, die A“ -
Es tU ein Frieden, wie ibn hip nxvu
Tauft ober an anöertr stell- «n,-siedelt - aba bafi waren offene Akte her Brutalität gerufen durch Haß, Rachsucht und die der Wederersiarkun« ber W.d^ew'Ln M° Gefühle und Ziele der Sieger von heute tmh hi > Felben wie die der AömL d°° m-b^ls 2^ Jahren, bte ^ttel find andere, da man 70 Millionen nicht einfach töten oder auSsiebeln 'u-bt man |lt durch erbrück.nb. DerpMchtunaen r W'Sung bei- 2<tben«nottn<mbtqrXn9‘n bauetnbe» Siechtum ,u treiben. Am meisten ähnelt ber Stiebe ton Tilsit (1807) unb die gatue ba- maltge Sage Deutsch,and« der heutigen.
Eliten die Deutschen wie heute zu Olub unb Smn meKnr.SranJrCi?6 in .^»Filterung unb Ohnmacht etbaUcn werden, mit ihrem @ut unb Aui U.
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