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Vorschrift 20 ..Aufschlag. Hauptschristletter: Aug. Goetz. Verantwortlich­er Politik: Aug. Goetz^ für den übrigen Teil. Dr. Reinhold Ienz; für betr Anzeigenteil: HansBeck^ sämtlich in Giehe«.

Ur. 166

Ter -iekener Anzeiger mit der Dtenslagsbeilage .Zport-Umfchan- er- scheint täglich, außer f Sonn, und Feiertags. Monatliche vezuGrpreife: Mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernsprech.Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Ameiaer Stehen.

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Erstes Blatt M. Iahrgcmg Dienstag, jy. Juli <921

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für die Tagesnummer bl, GletzenerAnzelger General-Anzeiger für Oberhessen

vruck unö Verlag: vrühl'fche Univ.-Buch' und Steinöruderei H. Lange. 5chnftlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7.

Hoover über die wirtschaftliche Lage in Europa und die Lage der amerikan. Landwirtschaft.

Angesichts von Meldungen aus Neuhork über bevorstehende Kreditgewährungen auch an Deutschland interessieren die nachstehenden Aeuherungen HovverS besonders.

Washington, 5. Juli. (F.P.S.) Bei Gelegenheit einer dem Kongreß vorgelegten Bill auf Schaffung eines 100 000 000 Doll.- KreditS zum Zwecke der Förderung der Aus­fuhr amerikanischer Farm-Erzeugnisse nahm der Staatssekretär Hoover, der sich für die Ablehnung dieser DM aussprach und die Finanzierung privater Initiative zu über­lassen riet, Gelegenheit, auf die wirtschaftliche Lage in Europa und deren Beziehung zu der bedrohlichen Lage der amerikanischen Far­mer hinzuweisen. Er erinnerte daran, dah die Bereinigten Staaten in den letzten elf Mona­ten Nahrungsmittel im Werte von 1 Mil­liarde Dollars nach Europa gesandt hätten, und sagte, es wäre offensichtlich, das) die eu- ropäischen Regierungen und Böller wohl Geld aufbringen könnten zur Beschaffung der Nah­rungsmittel, wogegen sie hinsichtlich der Baumwolle darnach strebten, ihren normalen Bedarf an Textilien einzuschränken.

Wenn auch noch 60 000 000 Europäer un­ter Nahrungsbewirtschaftung und -Rattonie- rung stehen, sind doch Polen, Oesterreich und in geringerem Mähe auch Tschechoslowakien die einzigen Länder, wo ohne die Gewährung von Krediten ein Versagen der Nahrungs­mittelversorgung au befürchten wäre. Die eu­ropäische Ernte, Die gut steht, dürste im all­gemeinen genügen zur Deckung des eigenen Bedarfs, und es kommt jedenfalls höchstens eine amerikanische Ausfuhr von 30 000 000 Dushels Weizen in Frage. Es ist eine deutliche Tendenz zu bemerken, von den eigenen Nah­rungsmitteln leben zu können, und zwar so lanae wie möglich; der amerikanische Farmer wird daher seine Vorräte noch länger lagern lassen müssen, weil die europäische Nachfrage erst in den allerletzten Monaten vor der neuen Ernte einsetzen wird.

Wir versuchen einen Kreditapparat zu schaffen, der eine überellte Liquidierung der Daumwoll- und Zuckervorräte verhindern soll. Ist dies durch eine Mobilisierung des privaten Bankkapitals nicht möglich, dann mag man die Regierung anrufen. ES ist ein wahres Glück, daß es dieses Jahr nur eine knappe Baum­wollernte geben wird.

Lange Zeit haben künstlich geschaffene Bedingungen bestanden, die auf den Markt gedrückt haben, so z. B. der lange Stteik in England und die Reparations-Auseinan­dersetzungen mit Deutschland, die beide eine Verringerung unseres BaumwollexporteS zur Folge gehabt haben. Die Lagerbestände der Welt an Textilien schrumpfen zusammen und wir dürfen hoffen, unsere Ueberschüsse so lange lagern zu können, bis sie zu zufriedenstellen­den Preisen verkauft werden können. Aehn- lich, wenn auch nicht ganz so ausgesprochen, steht eS mit dem Getreide."

Aus der deutschen Antwort an Frankreich.

Berlin, 18. Iuli. (WTB.) In der vor­läufigen Antwort, die der Minister deS Aeuheren, Dr. Rosen, auf die Eröffnungen der ftanzöstschen Regierung über die Lag e in Ober­sch le si en und der daraus abgeleiteten franzö­sischen Forderungen gab, wurde auch Bezug ge­nommen auf die Unterredung des Ministers mit dem ftanzöstschen Botschafter vom 7. Iuli. Zu die­ser hatte Dr. Rosen einen Großindustriellen aus dem östlichen Teil Oberschlesiens beigezogen, der dem ftanzöstschen Botschafter als Augenzeuge einige sachliche Angaben über die wahre Lage im Lande machte. Wir bringen aus diesen Mitteilun­gen, die der franz. Regierung sofort zugänglich gemacht wurden, die wesenllichsten Punkte. Sie zei­gen, daß die Darstellung der oberschlestschen Ver- hällnisse in der Demarche der ftanzöstschen Regie­rung aus diese zweifelsfreien deutschen Angaben keinerlei Rücksicht genommen hat. Wie dieser ober- schlesische Industrielle über diese Unterredung mit­teilt, gab er auf die Frage des ftanzöstschen. Bot­schafters, wie die Zustände in Oberschlesien seien, folgenden Bericht:

1. Aeuherstch sieht es besser aus, als vor dem Abkommen mit Korsanty wegen der Räumung, weil die großen Straßen von den polnischen In­surgenten frei seien und man ungehindert aus ihnen verkehren könne. So bin ich vorgestern früh im Automobil von Kattowih über Nikolai nach Glei- Witz gefahren, um dort den Schnellzug nach Berlin zu erreichen. Die Eisenbahn zwischen Kattvwitz und Gleiwiy war nicht benutzbar, weil die Züge von polnischen Insurgenten angehalten und geplündert wurden. Die polnischen Insurgenten sind nach wie vor teild in der Nähe der geräumten Otte, z. B. dicht bei Kattvwitz, teils auch in den Orten ver­blieben oder in die Orte zurückgekehrt, welche sie nach dem Abkommen geräumt haben sollten. So sind die polnischen Insurgenten, welche ouS den nördlichen Stadtteilen von KönigShütte abgezogen

waren, nach wenigen Stunden in diesen Stadtteil I wieder zurückgekehrt. Noch am Montag machten sie I sich durch die Verschleppung von Beamten unlieb- | sam bemerkbar. Die Behörden der polnischen In­surgenten bleiben nach wie vor in Funktion, sie erheben Steuern, sie heben junge Leute zum Mili­tär auS und verweigern den ordentlichen deutschen Behörden, zum Beispiel dem Landrat, den Ge­horsam.

2. Ein Teil der polnischen Insurgenten ist nach Polen abtransportiert worden, um dort mili­tärisch auSgebildet zu werden, und nach ihrer Hei­mat Oberschlesien alsdann zurückzukehren. Sie sol­len als Stammsormationen für den geplanten vier­ten Aufstand dienen. Ein anderer Teil der ober­schlesischen polnischen Insurgenten blieb in Ober- schlesien, lieferte seine Waffen nicht ab, sondern gab sie in Sammelstellen ab, von wo auS sie ver­steckt werden. Für diesen Zweck sind stellenweise mit Zink ausgeschlagene und beschlagene Kasten an­gefertigt, damit die darin untergebrachten und nachher vergrabenen Waffen durch Feuchtigkeit nicht leiden. Meines Wissens sind Hallersoldaten, soweit sie nicht auS Oberschlesien stammen, nach Polen zurücktranSporttert worden, ebenso die re­gulären polnischen Truppen. Sie sind auf der Strecke SoSnowice und Czenstochau versammelt und in der Lage, von SoSnowice auS in einer halben Stunde, von Czenstochau auS in wenigen Stunden nach Oberschlesien hineinzukommen. Man hat ge­sehen, dah viel Artillerie nach Polen zurückttcmS- portiert wurde, darunter auch schwere Geschütze von 12,5 Ztm. Kaliber. Vor ungefähr 10 oder 14 Tagen passierten zwei Eisenbahnzüge von je etwa 60 Achsen vollständig beseht mit Hallersoldaten den Bahnhof Kattowih und gingen, wie einwandfrei festgestellt wurde, in der Richtung nach Westen über die Idaweiche nach Gleiwih weiter. Da die ganze Organisition der polnischen Insurgenten, al­so Behörden usw., noch funftioniert, so ist die O r- ganisation für den vierten Auf stand bereit und der Aufstand kann jeden Augenblick losbrechen. Soweit mir bekannt ist, weilt unter bem Schuhe deS Amnestieerlasses Korsanty noch in Schoppinih, also im Abstimmungsgebiet. In Ober­schlesien zweifelt niemand daran, daß der vierte Aufstand fliit aller Energie und unter der Mit­wirkung Polens und unter der Duldung der französischen Behörden vorbereitet wird und jederzeit auSbrechen könnte. In diesem Falle ist die deutsche Bevölkerung der Schreckensherr­schaft der polnischen Insurgenten schutzlos preis­gegeben, da ja bis dahin der deutsche Selbstschutz nicht mehr bestehen wird.

Der Eindruck der Driandschen Derschleppungspolitik

in London.

London, 18. Iuli. (Wolff.) Ein diploma­tischer Mttarbeiter deSDaily Telegraph" schreibt: Die französische Antwort auf daS eng­lische Ersuchen über die Einberufung deS Obersten RateS zur Regelung der oberschlesischen Frage rief in amtlichen Londoner Kreisen eine große Enttäuschung hervor. Die Pariser Meldung, daß Briand den englischen Vorschlag wegen Ernennung eines Sach- verständigenausschusseS annahm, wird hier atS sonderbar angesehen, weil eS sich dabei tatsächlich um einen Vorschlag BriandS handele. Ein solcher Ausschuß könnte ferne Aufgabe schwerlich 6iS zum Monatsende erfüllen. Der Gedanke, die Lösung der Frage bis zum September aufzuschieben, werde in England für sehr gefährlich gehalten. Zweifel­los seien die energischen Resolutionen, die der Auswärtige Ausschuß der ftanzöstschen Kammer angenommen hat, Anlaß zu den gegenwärtigen Schwierigkeiten, da sie eine Verlegenheit für die französische Regierung bildeten. Ebensowenig wie die vberschlesische Frage könnte die Frage der Zwangsmaßnahmen am Rhein aufgeschoben wer­den.

DieSunday TimeS" schreibt in einem Leitartikel zur oberschlesischen Frage: Briand gab sich in der Kammerrede vom ver­gangenen Montag keine Mühe, die englisch-ftan- zösischen Differenzen zu verheimlichen, und bewies durch seine Worte, daß die französische Politik nicht dem allgemeinen Wohl der Volker, sondern französischen Sonderinteressen dient. Er sagte, die Ruhe im AufftandSgebiet sei wiederhergestellt. Alle amllichen und privaten Meldungen wiesen auf gefährliche neue Unruhen hin. Wenn in einem solchen Falle die Deutschen die polnische Linie durchbrechen unb mit ben hinter ihr stehen­den Franzosen zusammenstohen würden, wären die Folgen unübersehbar. Angesichts dieser Mög­lichkeiten, die nach einer schleunigen Lösung schreien, schlägt Franfteich die Ernennung eines neuen Sachverständigen-AuSschusseS vor. Diese Maßnahme kann wenig mehr als eine neue Verschleppung herbeiführen; beim die alli­ierte Kommission erllärte sich Bereits zweimal außerstande, zu einer Einigung zu gelangen. Frankreich will daS deutsche KriegSarsenal in Oberschlesien an Polen geben, um Deutschland militärisch zu schwächen. Mit diesem Verfahren finb wir nicht einverstanden, denn wir glauben nicht, daß eine so große Nation, wie die deutsche dauernd getoaltfam niedergehalten werden kann. Die Polen, die schon mehr Gebiet verschlucken als sie vertragen können und die finanziell bankerott sind, sind schlecht geeignet, Bergwerk- und In­dustrieunternehmen zu betteiben, die durch die deutsche Intelligenz und daS deut­sche Kapital geschaffen worden sind. Der von einer Gruppe deutscher Magnaten erdachte Plan, Oberschlesien zu einem unabhängigen Staat zu machen, ist auch nicht sehr ernst zu nehmen. ES bleibt also nichts übrig als eine Teilung beS In- buflriegebttteS. Wir brauchen unS auch nur eine

durch Lancashire ober Südwales gezogene Grenz­linie vorzustälen, um baä älnver stündliche und Hnbef riebigenbe einer solchen Lösung zu erkennen. Aber wenn sich einer der Alliierten in elfter Stunde besinnt, so muß dieses Verfahren gewählt werden als einzige Alternative zu der gegenwärtigen gefährlichen Politik deS steuer- losen Dahintteibens.

London, 18. Iuli. (WTB.)Evening Stan­dard" schreibt: Frantteich müsse ebenso höflich wie ernst darauf hingewiesen werden, daß der einzige Weg zu sicheren Zugeständnissen in einem gemein­samen Vorgehen der Alliierten liege und dah die­ses Vorgehen auf die sofortige endgültige Rege­lung der oberschlesischen Frage abzielen müsse.

DieW e ft m i n ft e r Gazette" richtet einen scharfen Appell an Frantteich und England, einig nach Washington zu gehen.

Die Bemühungeu der Engländer.

Beu then, 18. Iuli. (Wolff.) Der Befehls­haber der englischen Brigade, Oberst Wale- Hope, empfing Vertteter der Landgemeinden deS ihm unterstellten Bezirks, denen er erllärte, er wolle aus friedlichem Wege den früheren Zustand wieder Herstellen, älebergriffe von irgendeiner Seite werde er mit allen zu Gebote stehenden Mttteln unterdrücken. Er forderte die Gemeindevertreter auf, ihren ganzen Einfluß auf die Bevölkerung aufzubieten, damit die Ruhe und Ordnung bewahrt und scharfe Maßnahmen vermieden würden.

Die deutschen Zahlungen an die Entente.

Paris, 13. Iuli- (Wolff.- lieber die von Deuts chland in Ausführung deS Zah­lungsplanes geleisteten Zahlungen wird nachstehende Mitteilung veröffentlicht: Die deutsche Regierung Bietet der Reparationskommission eine neue Zahlung eines Betrages von ungefähr 31 Millionen Goldmark ineuropäischen Valuten an. Die Zahlung wird zur Amorti­sation der Reichsschatzwechsel verwendet, die in Ausführung beS Artikels 5 beS Zahlungsplanes auSgehändigt würben. Die gegenwärtige Lage hinsichtlich der Ausführung beS genannten Ar­tikels ist folgende:

Tratten auf 3 Monate Ende Mai

übergeben: 839 573 000

Barzahlungen zur Vervollständi­

gung der Milliarde: 160 427 000

1000 000 000

Deutschland zahlte für Amortisierung ber Tratten die S > a.ne von 114 949 690 Golbmart, mit Einschluß lc. 'oeben geleisteten Zahlung von 31 Millionen Goldmark, wodurch die Gesamt­summe Barzahlungen von Mai ab auf

160 427 000 Golbmart

114 949 690 Golbmart

275 376 690 Golbmart gebracht wirb. Die obigen Zahlen bleiben even­tuell kleinen Veränderungen unterworfen. Außer- bem setzte bie KriegSlastenkommission soeben bie ReparationSkommiffion bavvn in Kenntnis, baß bie beutfche Regierung eine aber­malige Zahlung von 41 Millionen Goldmark in verschiedenen europäischen Va­luten anbietet.

Lloyd George über dieSanktionen" und die Zollgrenze.

London, 18. Juli. (HavaS.) Unter­haus.) In Beantwortung verschiedener An­fragen erklärte der Ministerpräsident, daß der Oberste Rat sich in seiner nächsten Tagung mit der Frage der Zurücknahme der Sanktionen und der Aufhebung der Zollgrenze am Rhein beschäftigen wird.

Lloyd George gegen dieTimes".

London, 18.Iuli. (WTB.) Unterhaus. Im Unterlaufe wurde eine Anfrage an den Premierminister gerichtet, ob eS zutreffe, daß denNorthcliffe-Dlättern neuerbingS die amtlichen Informationen verwei- ?ert würben. Llohb George ertoiberte: Am 3. b.MtS. habe dieTimes" einen äußerst ge­hässigen und beleidigenden Angriff gegen Lord Curzon gerichtet, und zwar im Zusammenhang mit wichtigen und schwierigen Verhandlungen, die er im Namen deS Reiches führte. ES liege ein Versuch vor, gegen einen angesehenen amtlichen Vertteter in einem schwierigen Augenblick Per­sönliche Vorurteile im Auslände wachzurufen. Unter diesen Umständen sei eS erforderlich ge­wesen, dah die Regierung in ihrer Gesamtheit ihrer Mißbilligung Ausdruck gebe. Amtliche In­formattonen seien berSimeS nach wie vor burch bie Nachrichtenagenturen zugänglich, aber bie Vergünstigung, ihre Vertreter zur Einholung von Informattonen an amtliche Stellen zu ent- fenben, sei ihr in Zukunft versagt. Mit ber oppositionellen Stellung beS Blattes habe bas nichts zu tun. Llohb George sagte noch, der Fall sei ohne Beispiel. Kein angesehenes polittscheS Blatt würbe einen solchen Angriff veröffentlicht haben, ber unter bem Niveau beS englischen Iournalismus stehe. Im Auslände stehe bie Times" noch vielfach als eine Repräsentantin des gebildeten und offiziellen Englands da. In England selbst wisse man, daß diese Stellung von ber .Times" schon seit langem nicht mehr eingenommen werde, aber diese Tatsacye wurde > außerhalb Englands erst allmähllch bekamst.

Die Absichten Hardings.

Paris, 17. Iuli. (Wolff.)Chicago Tr^ bune meldet auS Washington, eS werde erklärt, daß bie Abrüstungskonferenz möglicher­weise ohne Ergebnis ausyehen werde. Aber banro werde Präsident Harbin g seine Karten offen auf ben Tisch legen, unb jebermann werde sich' darüber llar werden tonnen, an welchem Hinder­nis bie Verhanblungen gescheitert seien. Unter biesen Umftanben glaube man, baß Japan sich der Konferenz nicht entziehen tonne, so sehr dis Teilnahme diesem auch widerstreben möge. Die Vereinigten Staaten hätten der japanischen Re- gicaing eine Mitteilung zugehen lassen, daß cS nicht Sache einer einzelnen eingeladenen Regie­rung fei, daS Programm ber Konferenz zu be­stimmen, baß müsse ber Vereinigung ber Konfe­renzteilnehmer selbst überlasten werben, obwohl ein vorangehender Meinungsaustausch durchaus angängig fei.

Briand und Schiffer.

Amsterdam, 18. Juli. (Wolff.) Di« ,Lijd" bemerkt zu Driands Polemik gegen? Reichsjustizminister Schiffer:Briand be­antwortete noch nie so kümmerlich einen per­sönlichen Angriff wie den Schiffers. Noch nie sah man Briand so schwach und unbehol^ f e n. Er vergaß, darauf hinzuweisen, daß nie­mand die törichte Entrüstungskomödie der Franzosen in Leipzig mitmachte."

Der ältesteDreadnought".

Paris, 18. Iuli. (Wolff - Nach einer OTTcU bung auS Lonbon ist baS berühmte Schlachtschiff Dreabnough t", baS erste Schiff seiner Gat­tung, baS ben mächtigen späteren Schlachtschiffen den Namen gegeben hat, für bie Summe von 44 000 Pfund clls alteS Eisen verkauft worden. DaS Schiff hatte feiner Zett bie Summe von U/J Millionen Pfund Sterling gekostet.

Die griechische Offensive.

Athen, 18. Iuli. (Wolff.) Die griechische Offensive schreitet regelmäßig fort Zeder feindliche Widerstand wird überwunden. Grie­chische Flieger haben feindlichen Rückzug aus Ku- tahia festgestellt. Große feindliche Kolonnen be­finden sich auf dem Wege nach Eskir Sehir. An ber Norbfrvnt ist ber Feind auS seinen be­festigten Stellungen bei Aughin und Kowatttza zurückgeworfen worben. Die Türken befinben sich in ihren letzten Schützengräben von Kutahia. Eine große Anzahl Kriegsgefangener unb viel Kriegs- gerät fiel in bie Hänbe ber Griechen.

Konstantinopel, 18. Iuli. (Havas.) Nachrichten von ber Front besagen, daß es vier griechischen Divisionen gelungen sei, bie Linie I e n i s ch e h i r- N a z i f Pascha zu besetzen, boch sei ber griechisch" Vor­marsch burch ben türkischen Widers' ' rum Stehen gebracht worben.

Aus dem Reiche.

RücktritlSgedanken Dr. Wirths.

Berlin, 18. Iuli. Nach einer Meldung, beSInttansigeant" soll "bet Reichskanzler Dr. Wirth vor einigen Tagen bem englischen Bot­schafter Lorb b'Abernon er Härt haben, daß er im Falle einer für Deutschland ungünstigen Lö­sung der oberschlesischen Frage bie Füh­rung der deutschen Reichsgeschäfte nicht fori- sehen wolle. Wie die Blätter hierzu von unter­richteter Sette erfahren, hat ber Reichskanzler bereits mehrfach in Unterredungen mit bem eng­lischen Botschafter bie Wichtigkeit ber oberschle- fischen Frage für Deutschlanb betont. Hieraus mag wohl obige Meldung beS genannten Blattes entstanden sein.

Ein Dementi des Reichskanzlers.

Berlin, 18. Iuli- (Wolff.) Amtlich. Sie Deutsche Zeitung" brachte in ihrer Nummer 319 bie Behauptung, baß ber Reichskanzler gegen bie Anschluhbewegung in Oesterreich leine Ränke spinne. Den österreichischen Gesandten in Berlin, der ihm einen Vortrag über bie ver­zweifelte Lage Oesterreichs und ben einzig ret­tenden Anschluß halten wollte, habe er gamicht erst zu Wort kommen lassen, sondern ihm einen langen Vortrag gehalten, der in der Behaup­tung gipfelte, baß bie Anglieberung un­möglich sei. Diese Behauptungen sind j ret erfunden.

Aus Hessen.

rm. Dar mst a d t, 18. 3ult Der Hesfis che Beamtei*Bunb hielt am ©amStag und Sonn­tag in Darmstadt eine Derttetervers ammlun g ab, die von Reichs-, Staats- und Kommunalbeamten wwie Lehrern gut besucht war. 1L a. wurde ber Beschluß gefaßt, zu beantragen, daß bie De- sotbungSregelung noch von bem jetzigen Lanbtag unb nicht erst nach ben Neuwahlen vvrgenommen werden soll.

Aus dem besetzten Gebiet.

Elberfeld, 18. Juli. (WTB.) Die Bergisch-Märkische Z t g." ist vom französischen Oberkommando in Düsseldorf brS zum 15. Oktober verboten worden.