Ausgabe 
18.11.1921
 
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Aus dem Reiche.

Eia Gesetzentwurf über fite Anwendung der Geldstrafen.

Berlin, 17. Rov. (WTD.) Dem Reichs­tag ging der Cbefeijenttourf z,ur Sru>eitemig deS Anwendug ZgÄiieteS fcer Geldstrafe zur Ein­schränkung ter kurzen Freiheitsstrafen zu Roch diesem wird ter Höchst be rag tv G ldstrafen. dir in ten rci-4- und landesrechllichen Sirafvorschrif- ten bet Le.-bre^en, Vergehen oder Lieber!Ölungen angedrvht werden, auf daS K-'mfache bei Der- brechm vde- Vergehen abe- auf miiteftene 100 0C0 Marl c^böht. Ermächtigt das Reichörecht oder Landesrecht die Behörde oder Beamten, Straf- vvrschrif'en zu erlassen und darin Geldstrafen biS zu einem bestimmten ^öchstbetrag anzudroh^n. sv wich der ^^gelassene Höchst betrag auf das Zehn­fache erhöht. Die Borschristen des Absatzes 1 gelten nicht, wenn die angedrvhte Geldstrafe in Dem Mehrfachen eines bestimmten Betrages be­steht. Der ^öchstbetraq der in den reichs» und landeLr-ch'ltchen Borschr s en voraes henrn Butzen wird auf das Zehnfach? erhöht Ferner ging dcm Reichstag ein Gesetzentwurf über die Welipost- vereinsverträge und den strafrechtlichen Schutz von Freistempelabbrücken zu.

Die Erhöhung bet Bezüge verabschiedeter Offiziere.

B e r l i n. 17. Nov. (WTD.) Mit der Er­höhung der Beatntenbezüge erhöhen sich auch die aus Reichsmitteln gezahlten Verfor- gungsgebührnisse der verabschiedeten Ofsiziere undMilitärbeamten. so­wie ihrer Hinterbliebenen. Diese erhallen an- läßlich der Anweisung der Dezemberbezüge durch die Postanstalten Borschuh auf die sich durch die Neuregelung ergebenden Mehrbe­träge in Höhe des für den Monat November gezahlten Betrages ausbezahlt. Als Ausweis gegenüber der Post genügt die Mitteilung des Reichsministeriums des Innern (Pensionsab­teilung) von der Bewilligung der Rente. Ist eine solche Mitteilung nicht ergangen, so hat der Pensionsempfänger einen besonderen Ausweis vorzulegen; dieser wird vom Reichs- Ministerium des Innern auf Antrag ausge­stellt. Die ehemaligen Offiziere und Beam­ten der Schutztruppen und ihre Hinterbliebe­nen haben als Ausweis eine Mitteilung der Kolonial - Zentralverwaltung (Reichsministe­rium für Wiederaufbau) vorzulegen. Im allen Fällen ist der Ausweis der Poftkaffe auSzuhLnbtgen.

Gröffnullg des nensewShfien Berliner Stadt» Parlaments.

Derlin. 18. Rov. (WTD.) In der ersten Sitzung der neugewählten Stadtver­ordneten wurde zum Stadtverordneten­dorsteher der Stadtverordnete der Deut­schen Dollspartei Kammergerichtsrat Dr. Wil­helm Gaspari mit 113. cllso fast allen bür­gerlichen. gegen 74 Stimmen, die auf den Kandidaten der sozialdemokratischen Partei entfielen, gewählt. Die Kommunisten betei­ligten sich anscheinend nicht an der Wahl.

Die Plünderung von VebenSwfilelgcf^Lften.

Berlin. 17. Nvv. (Drivattelegr.) Aehnlich tote in Neukölln wurden heute auch In Berlin Lebensmittelgeschäfte geplündert. Degen Mittag drangen etwa 200 Arbeitslose in ein Fleischkvnsumgeschäft in der Schönhauser Allee ein Und raubten eS vollständig auS. Der Polizei gelang eS. fünf der Rädelsführer festzunehmen Auch an anderen Stellen im Oft en wurden von Arbeitslosen Plünderungen versucht.

I DieHechte Bayerns.

Berlin. 17. Rov. (WTD.) Amtlich. ' Eine Münchener Zeitung berichtete aus Ber­lin. bei den Besprechungen des Grafen Ler­chenfeld mit der Reichsregierung sei von dieser gegen die beabsichtigte Einrichtung einer bayerischen Gesandtschaft in Stuttgart Einspruch erhoben worben; eS sei nur eine wirtschaftliche Bertretung 'zustande gekommen und eS scheine, als ob Graf Ler­chenfeld sich grundsätzlich damit einverstanden erklärt habe. Diese Nachricht entspricht fei-* neswegS den Tatsachen, weder was den Ein- sprach der Reichsregierung, noch den Berzicht der bayerischen Regierung betrifft. Llebrigens würde ein solcher Einspruch auch nicht in Gin- klang mit der Reichsverfassung stehen. Die Verwirklichung deS Planes hängt vielmehr lediglich von der Erledigung der Finanzfrage ab, worüber die bayerische Regierung zu ge­gebener Zeit dem Landtage berichten wird. Tumult In der Braunschweigischen LandeS-

Verfammlung.

Braunschweig, 17. Nvv. (WTD.) In der heutigen Sitzung der Landesversamm­lung ist eS abermals zu tumultarischen Szenen gekommen. Abg. Erdmann (Soz.) schützte das Ministerium gegen die Angriffe der Rechten und sprach den Ministern das dollste Vertrauen seiner Fraktion aus. Mi­nister Steinbrecher verlangte, daß die von der Rechten gegen das Ministerium er­hobenen Verdächtigungen auch bewiesen wür­den. Abg. R o l o f f (LandeSwahlverband) er­klärte. er stehe mit der ganzen Fraktion hinter den Ausführungen des Abg. DlasiuS. Der Redner richtete unter großer Unruhe des Hau­ses neue Angriffe gegen die Minister, worauf Minister Oerter, der von dem Redner wie­derholt der Unwahrheit geziehen wurde, in einer temperamentvollen Rede antwortete, die er mit heftigen Worten gegen den Abgeord­neten Rolosf schloß. Abg. Ronneburg (Dem.) beantragte die Schließung der Sitzung und den sofortigen Zusammentritt des Aelte- stenauSschusseS. um den Zuständen im Land­tag ein Ziel zu fegen. Darauf wurde die Sitzung geschlossen.

Geschlossenes Dorgehen bet bürgerlichen Par» teien im sächsischen Landtag.

Dresden, 17. Nov. (WTD.) Der s ä ch- sische Landtag hat heute über folgenden, von sämtlichen bürgerlichen Par­teien gestellten Antrag verhandelt:

DieMinifterLipinSki, Fleihnerund Jäckel haben nicht das Vertrauen des sächsischen Landtages. Der deutschnationale Abg. Neutler begründete den Antrag und erklärte u. a.. daß ein auf die Unterstützung der Kommunisten angewiesenes Kabinett überhaupt nicht auf die Dauer re­gierungsfähig sei. Die der Unabhängigen Panei angehörigen Minister hätten das Ver­trauen des ßanbtaged nicht verdient; er er­warte ihren Rücktritt. Minister des Innern Lipinski erwiderte, er sei der Meinung, daß er auf das Mißtrauensvotum gar nicht elnzugehen brauche, da eS sich nur um einen papiernen Protest handele. Der Minister ver­breitete sich darauf noch einmal über die Selbstschutzorqanisationen und brachte eine Reihe neuer Einzelheiten und Beschuldigungen gegen diese vor. Nach längerer stürmischer Debatte, woran sich die Redner aller Par­teien beteiligten, wurde das Mißtrauens­votum mit 47 sozialistischen gegen 45 bürgerliche Stimmen abgelehnt.

Stadtverordnetenwahlen in Leipzig.

Leip-ig, 17. Nov. (WTD.) Nach einer amtlichen Feststellung des Ergebnisses der Stadtverordnetenwahlen setzt sich die neue Stadtvemrdnetenverscunrnlung aus 36 bür­gerlichen und 36 sozialistischen Vertretern zu­sammen.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 18. Rov. 1921.

Es wird alles teurer.

Die Fracht- und Postgebührenver- teuerung am 1. Dezember.

Wenn auch nach Lage der Sache schließ­lich damit gerechnet werden mußte, daß die am 1. November eingesührte 30p7ozenttge Fracht­erhöhung Im Eisenbahn-Güterverkehr nicht die letzte fein würde, so kommt doch die bereits be­schlossene und ab 1. Dezember d. ZS. in Kraft tretende weitere allgemeine

50prozent!ge Tariferhöhung dennoch mehr als überraschend.

Auf die Folgeerscheinungen, die eine solche Erhöhung im Handel und Wandel unse­res Wirtschaftslebens auslösen muß. nochmals einzugehen, erübrigt sich, zumal ein jeder sie zur Genüge kennt. 'Befremden muh eS nur, daß gerade eine der größten staatlichen Ein­richtungen es ist, die als Schrittmacher der stetig wachsenden Preicstttgerung mit fliegen­der Fahne vorangeht. Wenngleich nicht ver­langt wird, daß auch ein solches Unternehmen Einnahmen und Ausgaben mindestens auf gleicher Höhe halten soll und muß, so dürfte doch der gewählte Zeitpunkt zum 1. Dezember 1921 der denkbar ungünstigste sein. Auch ein Weihnachtsgeschenk für das deutsche Boll.

Ein Unglück kommt selten allein; denn mit der gleichfalls ab 1. Dezember erfolgenden Erhöhung folgt das Reichs- Post -Ministe­rium dem Beispiel des Reichs-BerkehrS- MtnisteriumS. Diese Erhöhung bedeutet z. D. für' die Postkarte im Ortsverkehr eine Ver- zwölffachung, im Fernverkehr sogar eine Ber- zwanztafachung gegen die FrieoenSsätze; die Ortsbriefe verteuern sich sogar um das Zwan­zig» bis Dreihi7>fache, im Fernverkehr durch­schnittlich um das Fünfzehnfache. Auch die Drucksachen sind durchschnittlich um das Fünf- zehnfache verteuert; bei Postanweisungen er­reicht die Erhöhung allerdings nicht ganz die zehnfache Gebühr.

Nach der neuen Vorlage betragt die Ge° bübr für Pf.

Die Postkarte im Ortsverkehr . . 60

un Fernverkehr......100

den Brief im Ortsverkehr bis 20 Gr. 100

im Ortsverkehr bis 250 Gramm . 150 im Fernverkehr bis 20 Gramm . 150 im Fernverkehr bis 100 Gramm . 225 im Fernverkehr bis 250 Gramm . 300 Drucksachen bis 50 Gramm ... 40 bis 100 Gramm.......75

bis 250 Gramm.......150

usw.

Das Päckchen bis 1 Kg. soll künftig 4 Mk. kosten.

Po st an Weisungen bis 100 Mk. kosten 150 Pf., bis 250 Mark 225 Pf. usw. bis 6 Mark.

Im Postscheckverkehr wird die Gebühr für Zahlkarten ebenfalls erhöht, und zwar kosten Zahlkarten bis 100 Mark 75 Pf., bis 500 Mark 150 Pf., bis 1000 Mark 2 Mark usw.

Telegramme kosten 75 Pf. das Wort, mindestens 7,50 Mk. für ein Telegramm.

Auch das Telephon wird nochmals ver­teuert.

Sehr stark sind die Nebengebühren erhöht worden; Eilboten kosten im Ortsbestellbezirk drei Mark gegen 25 Pf. Im Frieden. Die Ein- schreibegebuhr beträgt zwei Mark gegen 20 Pf. im Frieden.

Amtliche Persvnalnachrichten. Ernannt wurde am 14. November der HilfSheitzer beim LandeSmuseum Philipp Handschuh zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. Dezember 1921 ab zum Oder Heizer beim 2a:*.be6mufeum. Durch Entschließung deS LandeS-LrnäbrungSamteS vom 15. November 1921 wurde der OHtnifterialamt, mann Dr. Adolf Kraft zu Darmstadt mit Wir­kung vorn 1. April 1921 an zum Hilfsarbeiter bei dem LandeS-ErnährungSamt mit der Amtsbe eich- imng .Regierungsratund der Ministerialamt- mamt Karl Hallwachs zu Darmtzabt mit Wir­kung vom 1. April 1921 an zum Hilfsarbeiter bei dem Landes-Ernährung Samt mit der Amtsbezeich­nung .Regierungsbaurat" ernannt In den Ruhestand versetzt wurde am 14. November der Obertei^er beim CanbeÄmufcum Friedrich H Uth­man n zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. De- Ntmber 1921 ab unter Anerkennung feiner dem 1 Staate geleisteten Dienste.

Die Straßenbahn verkehrt mit Rücksicht auf den Totensonntag am 20. No­vember nach dem Friedhof von 10.30 älhr vor­mittags ab alle 71/, Minuten.

"DeschäftigungSchwerbeschädig- ter in Pr toa tbetr ieben. Das Reichs- arbeUsmimfierüim bat für seinen Bereich ungeord­net, daß sich alle Stellen vor Erteilung größerer Aufträge bei der xuständigen Hauptfürsorgestelle der Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterblie- benenfürforge zu erf-mblgen haben, ob die in Aus­sicht genommene Firma ihren gesetzlichen Ver­pflichtungen zur Einstellung von Schwerbeschädig, ten genügt hat Firmen, die diesen Verpflichtungen nicht Nachkommen sind, dürfen größere Aufträge nicht erhalten. Der Erlaß einer gleichen Anord­nung tft vom ReichSarbeitsministerium auch bei allen übrigen Reichsministerien, den Regierungen der Länder und den Stadt» und Landgemeinde- verbänden angeregt worden. Den mit der Durch­führung dcS SchwerbeschädigtengeseyeS betrau:en Hauptfürsorgestellen soll durch diese Maßnahme eine wirksame Handhabe gegenüber Arbeitgebern gewährt werden, die in der Erfüllung ihrer Pflich­ten aus dem Schwerbeschädiglengesetz säumig sind.

"DieGültigkeitSdauerderPässe. Rach einer neuen Verordnung der Reichsregierung dürfen Pässe nut für die Dauer eines Iah res auegcftcllt werden. Verlängerung um ein wcl.cres Iaht ist zuläfsig. Däfse, die älter als zwei Jahre sind, sowie Pässe, deren Dülligkeitsdauer abgelau­fen ist, müssen von den Polizeibehörden sofort ein­gezogen werden. Bei ausländischen Pässen per- längert sich die Sesamtdauer des Passes auf zwei Iayre. Aus Pässe exterritorialer Personen finden diese Daßvorschristen keine Anwe-ndung. Die neue Regelung ist mit Rücksicht darauf, daß voraus- stchtlich am 1. Januar 1922 eine Aenderung der Paßvorschriften nach den Vorschlägen deS vor­läufigen VölkerbundSauSschusseS für Transit- und Derkehr-fcage erfolgt, als vorläuf g zu bet .achten.

Die VortraaSvereinigung ver­anstaltete gestern abend in der Neuen Aula einen ttnterhaltungSabenb. AIS Vortragender war ein bedeutender Kenner Spaniens ge­wonnen. Professor H l e l s ch e r. Berlin. Der Redner befand sich schon vor dem Krieae mit Unterbrechungen in S-a ilen, wurde vom Kriegs­ausbruch dort überrascht und verwandte nun 41/» Iahre auf die Durchquerung und Durch­forschung ganz Spaniens. Rühmend hebt er die freundschaftliche Gesinnung hervor, die Spanien während des ganzen Krieges Deutschland gegen­über gezeigt Hal. Der Zweck seiner Vortrags- reifen durch Deutschland und der Herausgabe seines Werkes über Spanien ist der. die Freund­schaft zwischen beiden Völkern zu vertiefen durch gegenseitig besseres Verstehet- und Kennenlernen. Gleich die ersten Lichtbilder zeigten eines der herrlichsten Baudenkmäler der Welt, die Al- hambra. »Wer Granada nicht gesehen, hat nichts gesehen," sagt der Spanier. Das nächste Bild zeigte die einstige Moschee zu Cordoba, die einem steinernen Palmenwald gleicht. Aus Sevilla sah man daS dr.tte arabische Baudenkmal, dar einstige Minarett. daS jetzt einen Glockenturm träit. 2luS Daladolid wurde der Marmorpalast ge.egt Man sah weiter bei Dlsche den einzigen Palmen­wald Europas, der 115 000 Stämme zähll. Dann fesselle daS Auge der Eskorial. der Wunderbau Philipps II.. Toledo, die frühere Hauptstadt am Tajo. Segovia, daS spanische Nürnberg, mit der römischen Wasserleitung und Salamanka, Im Mittelalter die Stadt der Wissenschaft Nach kur­zer Paufe führte der zweite Teil des Vortrags in das nördliche Spanien, In die Schneefelder der Pyrenäen, nach Saragossa und San Sebastian. Wunderbar und eigenartig lag das baskische Fischerdorf am Ötranoe. Die Bilder von Madrid waren nickt minder sckön. In dem Kloster St. Iust. überhaupt in allen Klöstern, fand der Redner als Deutscher die beste Aufnahme. Er zeigte auch die HurtiS. daS traurigste und ärmste Geoiet Spaniens. Einen phantastischen Anblick beten die Höhlen- und Felsenstädte SüdspanienS, ferner eine Art Äaffernborf und Häuser, die wie Schwalbennester hoch oben an den Seifen klebten. Wundervolle Mondlandschaften und Abendstim­mungen bildeten den Abschluß des vorzüglichen Vortrags. Die Zuhörerschaft, die den Saal dicht besetzt hatte, kargte nicht mit dem Beifall, der wiederholt die schönen Darbietungen deS Redners belohnte.

Bornotizen.

TageSkalender für Freitag. Stadttheater, 7 Ahr: »Fuhrmann Henschel". UniversitätSaula, 8 llhr: Sonderkonzert des Gie­ßener Konzertvereins. Lichtspielhcuis, heute bis einschliehlich Sonntag: ,2ufialo Bill", 2 Teil: »DaS Ende dec Verbrecher" und »Die Erbin von TordiS".

Landkreis Gießen.

Llch, 15. Nov. Unter der bewährten Lei­tung von Tr. Riedel veranstaltete ter Huna- V. H C. Schillerschule Friedberg hier einen Bunten Abend. Der Vorsitzende des hiesigen 3toelgt>eretn4 deS 2 H T. hietz öie Gäste, die bei unseren Mitgliedern gastliche Auf­nahme gefunden hatten, herzlich wlllkominen. Musikalische und deklamatorische Darbietungen bil­deten den 1. Teil und zeigten in drei Bildern: Iägerlust, vehnsuchl unv HeimaUicbe. Die Lie­der tourten wirkungsvoll vorgetragen und san­den großen Beifall. Im 2. Teil folate »Der Vetter auS Bremen". Auch hier zeigten sich die Spieler auf voller Höhe. Reicher Beifall belohnte sie. Ein Singspiä .Der Fu^ys in der Falle", wurde flott gespielt und erregte diel Heiterkeit. Wir können derartige Gastspiele der Schillerschule allen Zweigvereinen bestens empfehlen.

Kreitz Schotten.

[g. Gedern. 17. Nov. Unter dem Dorfitz be« Lehrer- L i st fvll auch hier nach dem Muster anderer Vogelsberger Städtchen eine Ver­einigung der Musikfreunde entstehen, deren Aufgabe eS ist. in jedem Winter eine Reibe von Konzelten erster Künstler zu verhältnismäßig billigen Preisen zu vermitteln.

lg. Gedern, 17. Nov. Am Dienstagabend wurde in der .Krone" in einer D-HT-Ver- f a m m I u n a der Wanderplan für 1922 festgelegt. SS werden 73 Wanderungen au-geführt axrben. Am 23. Ianuar feiert der hiesige Zweigverein fein 4 0. Stiftungsfest, wozu auswärtige Gäste in größerer Zahl erwartet werden.

f. Lau bach, 17. Nov. Heute morgen fing ein mit Stroh beladener Gifenbahnwagen Feuer. Der in Fahrt befindliche Zug mußte auf offener Strecke halten. Da sich die Personen­magen am Zugende befanden, war es nich: mög­lich. die Reifenden toeitecyibringen Schließlich nahm man einen hinter brr Maschine befindlichen Güterwagen zum DeiterrrauSport der Reifenden.

Trotzdem gelang eS nicht mehr, den Anschlußzug m Hungen zu erreichen. Der Wagen brannte voll­ständig aus, obwohl die Feuerwehr Detterfrld bald zur Stelle war.

Starkenburg und Rheinhekzen.

mza. W o r m S, 16. Nov. Sin Pferde­dieb wurde hier in der Person eines jungen Arbeiters aus Flonheim festgenommen. Der junge Mensch war arbeitslos und wollte fick auf dem Weae des Pferdediebstahls leicht Geld verschaffen. Von der Oberftaatsanwcttt- schaft verfolgt, wurde er verhafiet.

Hcsfen-Nanau.

fgd. Frankfurt a. M. 17. Nov. Sin bla * tiges Familiendrama trug sich heute mit­tag im Hauke Mainzer Landstraße 133 zu. Dir Frau des SchleppdampferbeslyerS Adam Schnei­der in Mainz war vor den fortgesetzten Miß­handlungen. die sie von ihrem Gatten zu erleiden hatte, vor einigen Tagen mit ihrem 14'iährigen Sohn aus erster Ehe, dem Schüler Hans Welt, nach hier geflüchtet und hatte bei Der ihr bc* freundeten Familie Hofmann in der Mainzer Landstraße Aufnahme gefiinden. Heute mittag kam der Mann plötzlich in die Wohnung und ftna sofort wieder Streit mit der Frau an. Schließlich richtete er einen Revolver gegen Frqu unb Stief­sohn. Dieser entriß dem toüterJsm Manne blr Waste und feuerte auf ihn. Schneider wurde töd­lich getroffen und starb nach kurzer Zeit. Mutter und Sohn wurden vorläufig in Haft genommen D^ Frau hatte sich schon wiederholt wegen Der Mißhandlungen durch ihren Mann an die Polizei wenden müssen.

mc. Franks urta. M. 17. Nov. Der Händ­ler Karl Rumbler wurde in feiner Wohnung m 11 durchschnittener Kehle aufaefunben Die Mordkommission wurde berufen, da noch nicht fest gestellt werden formte, ob es sich um einen Selbstmord oder einen Mord handett.

Frankfurt a.M. 17. Nvo. Infolge der zeitig e:nsetzenden Kälte hat ein Teil der wahrend der wärmeren I^hrrS-e.ten im Freien gehaltenen T .ere fr her a S in den Bo fahren Wi te q a tle e belieben muffen, doch werden alle ^t itotnterungt- maßnahmen fo getroffen, daß sämtliche Tiere auch in der falten Iahreszeil den Besuchern sichtbar bleiben. Da in diesem Iahre erstmalig das InseltenhauS während des Winters nicht ge­schlossen, sondern mit den durch die IahreS^ett bedingten Beschränkungen In Betrieb gehalten wird, werden die tropischen Raubvögel. Die auf der frcigetoorbcnen Seite dieses Hauses Unler- funft gefunden haben, jederzeit zu befichligen fein. Die Bewohner der beiden Affen-Jreikäiige haben, zusammen mit den anderen Vierhändern, im Hause für .Kleine Säugetiere" Platz gefunden Emu und Marabu, die die AußentLfige Im 3n- sektenhauS bewohnten, haben chr Quartier nach dem .Rundbau" verlegt, desgleichen der Kronen­kranich der Stcl-vogelwtese. Die StamingpÄ und Siörche, die die Mehrzahl der Bewohner der letztgenann:en Anlage ausmachen, finden bei der Kälte älnurfunft In dem benachbarten orientali­schen Haus.

X Hanau, 16. Nvv. In der Sitzung des Aus'chssseS für 2Lbettertoe en unb Berufsaus­bildung der Landwirtschaftskammer flr Den Regierungsbezirk Kastel wurde u. a. bte Frage bei Beschäftigung ausländi­scher Wanderarbeiter besprochen und da» Bestreben der Regierungsstellen, die In Deutsch­land noch beschäftigten zahlreichen ausländischen Wanderarbeiter durch denllche Ar bei.er zu er­setzen, an sich alS bevechtigt anerkannt. Anderer­seits wurde aber betont, daß eS eine R^ihe von Wirtschaften gibt, ble heute noch nicht In der Lage sind, mit deutschen Arbeitern allein ihren Be­trieb in bisheriger Weile auf rech tzuerhalten. Die Umgestaltung mutz nach ter A nicht des Aus­schusses allmählich und in der Art erfolgen, bah die Intensität der betroffenen Wirtschaftsbetriede nicht leidet. Da dieser Desichtspuickt Im Re­gierungsbezirk Kassel nicht immer beachtet toor- Len ist, wurde ^schlossen, bei den zuständigen Stellen zu beantragen, daß bei der Prüfung der Frage, ob ausländische landwirtschaftliche Wan- berarbe.ter für einzelne Betriebe zuzulalsen find, möglichst nachsichtig verfahren werde.

Wettervoraussage

für Samstag:

Dunstig, wollig, meist trocken, etwas kühler, südöstliche Winde.

Die Wetterlage hat sich nicht wesentlich ge­ändert. Die bestehende Witterung wird anhalten.

Aochschulnclchricbten.

Doktor-Ingenieur. Heber die Pro« motton Studierender der mathematisch-natur- wistenschafllichen Richtung zum Dvktor-Inaenieur bei der Allg. Abt. der Technischen Hochschule au Darmstadt erläßt daS GanMami für das Bll- dungSwesen folgende Verordnung: .In Ergän­zung der Bestimmungen der Verordnung, betref­fend Verleihung deS Rechte« der Dvktorpromotton an die Technische Hochschule zu Darmstadt vom 25. November 1£99 sReaiermngSblatt Nr 58 wird der Technischen Hochschule ^u Darmstadt nach Maßgabe der In Der PromotwnSordnung getrof­fenen unb noch au tceffenben Bedingungen das Recht verliehen: Dewervern. die die Prüfung für da« höhere Lehramt in mathematisch-natunvi'fen- schafllicher Richtung bestanden unb einen Teil ihrer Ausbildung an einer Technischen Hochschule er­halten haben, nach Maßgabe der Bestimmungei, der PromottonSordnung auf Grund einer Prü­fung au« einem Gebiete ihrer Fachrichtung den Grad eines Doktor-Ingenieurs -u verleihen."

GtericbtsfaaL

Der Staßfurter Kommunifiatprozeß.

L-lpAia, 17. Nov. (DTB.) Vor dem Reichsgericht begann heute der Staß- furte r Kommunistenproseß. Bei dem Putschversuche in Staßfurt sollte seiner-eit, wie bei den bereits verhandelten Putschen In 6ön then, Schönebeck und Velbert gewaltsam eld Sturz der Reichsverfassung herbeigeführt wer­den. 21ngcflagt waren 49 Personen aus Staß­furt und Umgebung, wovon sich 17 in Unter­suchungshaft befinden. Der Prozeß wird Dor* aussichtlich zwei bis drei Wochen dauern.

Vermischtes.

Wien, 17. Nov. (Wolfi.) Gerbart Hauptmann bat auS den Grträgnisten feiner Vorlesungen in Wien 150 000 Krvnem für die Wohlfahrtseinrichtungen der Untoerlität und 50 000 Kronen für den Verein Kinderpflege bestimmt.