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lassen habe und nichts unterlassen werde, um

auf die Entscheidung über Oberschlesien, die der

tonn»

führt

Symi) legen können, während 20 000 Mann ermüden und. Arie bisher -alle Kräfte darar^u- dernen Waffen versehen waren. 2luf diese setzen, damit nicht dem Reiche dem deutschen behalten die Selbstschuhorganisationen ihre ! Volkstum und der deutschen Kultur durch Ent- t halten ihre Bestände aufrecht und. find * reihung Oberfchlesiens die letzte tödliche Wunde

Massen. 1

die ab transportiert wurden, ist der gröhte Teil in Mittel-- und Riederschlesien geblieben. Die Studenten wurden in ihre Heimatsorte zu» rückgeschickt, sind aber bereit, auf den ersten Ruf hin wieder herbeizueilen: ein Teil von ihnen wurde nur für einige Tage in Urlaub geschickt. So bleiben die deutschen Banden Gewehr bei . Fuh, sei es in dem Abstimmungsgebiet, sei es an seinen Grenzen. Die Stämme dieser Batail­lone, die zur Bildung der Armee dienen, wurden nicht aufgelöst, sondern fortführend vermehrt. Das Kommando bleibt am Platz: General Höfer ist in Drieg. Die Waffen wurden den Kontroll- vffizieren nicht übergeben, die nur auf 250 Ge­wehre und ein unbrauchbares Maschinengewehr hatten Hand legen können, während 20 000 Mann mit modernen Waffen *" nr',t /Meise behalten die ~

Das Schicksal des MemelgebieteS.

Memel, 16.Juli. (WTB.) DemQUcn mcler Dampfboot" zufolge nahm die Stadt­verordnetenversammlung eine Ent­schließung an und unterbreitete sie dem Ober- kommissar mit der Bitte um Befürwortung bei der Botschafterkonferenz. 3n der Entschlie­ßung heißt es. daß die überwiegende Mehrheit der memelländischen Bevölkerung den Wunsch hegt, das memelländische BolkStum in einem selbständig en Staatsgebilde zu er­halten. ES wird die bestimmte Erwartung aus­gesprochen. daß die Dotschafterkonferenz vor der Entscheidung über das Schicksal des Ge­bietes dessen berufene Vertreter hören wird. Ferner wird gebeten. Vertreter der Stadt zu Verhandlungen, die sich mit dem Schicksal des MemelgebieteS beschäftigen sollen, zuzuziehen.

ten.

Das Gewerkschaftsblatt ,L e P e u p l e"

Ein deutscher Notschrei aus Gleiwitz.

Gleiwitz, 17.Iuli. (WTB.) An die interalliierte Kommission wurde rafft hende Kundgebung gerichtet: Erne große Zahl der in G l e i w i tz versammelten Vertre­ter der größten oberschlesischen Industriegesell- schaften richten in letzter Stunde an die inter­alliierte Kommission daS dringende Ersuchen, für ausreichende mllitärische Besatzung ihrer Betriebsstätten und Schutz ihrer deut­schen Beamten und Arbeiter zu sor­gen. Trotz der angeblich durchgeführten Räu­mung wird von den polnisch orientierten Be­triebsräten in der Mehrzahl der Betriebe gegen die deutschen Beamten und Arbeiter ein derartiger Terror auSgeübt, daß eine ge­ordnete Weiterführung der Betriebe vollstän­dig unmöglich ist und die Werke zur Schlie­ßung genötigt werden. Rach wie vor beherr­schen die polnischen Insurgenten daS Land und machen, ohne von den gleichfalls aus Insurgenten bestehenden und damit im Wider­spruch mit den erlassenen Vorschriften zu-

aus. es sei nicht zu bezweifeln, daß die fran­zösische Rote einen diretten Angriff gegen die englische Regierung oarftelle. Zwei Dinge erregten in der Rote hauptsächlich Anstotz. das eine sei das. daß die französischen Diplo­maten trotz aller Erfahrungen nicht darauf ver­zichten wollten. Frankreich den Gendarmen spielen zu lassen: das zweite, dah die militärischen Matz- nahmen den Eindruck erwecken mühten, als treffe Frankreich Vorbereitungen zu einer Lösung, die sich nur gewaltsam durchsetzen liehe.

In derS> u m a n i 16 heiht es: Soldaten, selbst wenn sie in grober Zahl aufträten, waren noch niemals ein Mittel, einen Krieg zu ver­meiden.

Gustav Herv6 nennt in derVictoire" den französischen Vorschlag, Verstärkungen nach Oberschlesien zu schicken, die Klugheit selbst.

Paris, 17. Juli. (Wolff.) Havas verbreitet folgende Meldung: Aimond richtete an Barthou einen Brief, in dem er dessen Auf­merksamkeit aus die prekäre Lage des in Beut her ermordeten Majors Montalögre lenkt und bemertt, die öffentliche Meinung Frankreichs würde es nicht verstehen, dah jede Verantwortung in dieser Angelegenheit verschwinde. .Wir müs­sen die Schuldigen in Berlin suchen, von wo das Geld, die Leute und das Material ge­kommen sind, oder sie an Ort und Stelle fin­den." Aimond ist der Ansicht, dah eine anher- ordentliche Kontribution zur Zahlung einer Entschädigung von der deutschen Bevöl­kerung Deuthens erhoben werden muffe, und fragt, was die Absichten der französischen Re­gierung in dieser Angelegenheit seien.

sequenzen beträchtlich seien und schliehlich vielleicht auch das Reparationsabkvmmen zwischen Lou- ch eu r und Rathenau in Frage stellen könn-

die sich an die Aeberreichung der Resolution an- schloh, beteiligten sich entsprechend dem inter- parteilichen Charakter der Veranstaltung auch Politiker, die den Regierungsparteien nicht an- gehören.

Pariser Pressestimmen.

Paris, 17. Iuli. (Wolff./ Die Pariser Mvrgenpres,e bereitet der französischen Rote über Oberschlesien nur teilweise eine zustimmende Aufnahme: auch die der Regierung nahestehenden Blätter drücken Zweifel aus, ob die vom Minister­präsidenten angenommene Haltung die richtige sei. Vor allem äuhert sich der »Petit Parisien" skeptisch: hier schreibt Philippe Millet u. a.: Gerechterweise sei die französische Regierung er­regt über die Attentate, deren Opfer Franzosen in Oberschlesien geworden seien, und mit gutem Recht könne dann darauf hingewiesen werden, dah die deutsche Drohung Im Abstimmungsgebiet noch vorhanden sei. Daraus folgere man nun, dah man warten müsse, während man im Ge­genteil zu dem Schluß kommen könne, dah man sich beeilen müsse. Ze mehr man ihre endgültige Lösung, vor die man die Polen und die Deutschen stellen müsse, hinauszögere, desto mehr müsse die Erregung auf beiden Seiten wachsen. Das Pro­blem der Grenzziehung gemäß den Ergebnissen der Volksabstimmung sei offenbar mit Absicht kompliziert worden. Cs sei schon seltsam gewesen, dah man bis zum 20. März gewartet habe, um abstimmen zu lassen: das hätte sechs Monate früher geschehen können. Zetzt befinde man sich seit vielen Wochen dem Vermittlungsvorschlage gegenüber, den die Polen in seinen groben Li­nien anzunehmen bereit seien. Worauf warte man nun noch, um ihn anzunehmen's

Der »Figaro" erklärt, in Paris weigere man sich, die oberschlesische Frage als rein regionale anzusehen. Dadurch werde die gesamte deutsche Frage in vollem Umfang aufge­rollt. Es bestehe die Gefahr, dah man aus Ober- schlefien ein neues Irland mache und noch obendrein das Feuer in Europa wieder anzünde.

Der ,G a u l o i s" schreibt, die oberschlesische Angelegenheit erscheine beklagenswert. Es handle sich hier um eine Friedensstörung, deren Kon-

Stüde jum Abkochen Dege hantieren unter Trögen, in denen die ellulose fd/toimmt Die in fiäften Don 50 Zün. nb nehmen bann mti amen Damburmatten jie so lany uminlev MMge Dasser ab- r bildet sich eine dünne sichtig abgehoben und itte ausgebreitet toitö. ie von etwa 20 Zenit- er Flüssigkeit auf die Meßt, inten man id Stricken verwendet, ma 10 Stück auf Helte wände, auf denvi na- Ltrocknung erfolgt ist, einen W °MM- Schwierigkeitenvor st­ochen der Waste last« Wen übt die geringste Sorte säs?-

Friedensvertrag in die Hände fremder Mächte gelegt habe, im Interesse des deutschen Recht-, wie der deutschen Zukunft und zum Wohl 06er- schlesiens einzuwirken. An einer Aussprache,

Tie Abrüstungskonferenz.

P a r i s, 17. Juli. (WTB.) Die Chicago Tri­büne meldet aus Washington, es sei so gut wie endgültig entschieden, daß der 11. Rovern6er als Zeitpunkt für die Eröffnung der Ab- rüftungskonferenz gewähll wird.

Paris, 17. Juli. (WTB.) General Weh­gand erklärte gestern in einem Interview, durch die von Präjidertt Hardtng einberÄene Konferenz.

Berlin, 16. Zuli. (Wolff.) Heute nach­mittag um 1 Uhr empfing der Reichskanzler die Herren des vordereitenden Ausfchuffes für die am Vorabend veranstaltete Kundgebung für Oberschlesien in der Philharmonie und die Red­ner die sich für die Kundgebung zur Verfügung gestellt hatten, darunter Adolf v. Harnack und Gerhart Hauptmann. Pros. Hamack übergab die Resolution der Versammlung dem Kanz­ler nut der bewegten Ditte, in der politischen Arbeit für die Rettung Oberschlefiens nicht zu ermüden und, fine bisher.alle Kräfte daranzu-

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50Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 180 «p, Bet Platz- Vorschrift 20'.Ausschlag, tzauptschriftleiter: Aua. Goetz Verantwortlich für Politik: Auq. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für de» Anzeigenteil: Han, Beck, sämtlich in Gießen.

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Unter diesen Umständen kann angesichts des Druckes der deutschen Bedrohung die französische Regierung nicht daran denken sie ist überzeugt, daß die Alliierten ebensowenig daran denken nach einer oberflächlichen Prüfung von einigen Tagen durch eine Sachverständigenkvm- mifsion eine endgültige Entschei­dung in der oberschle fischen Frage zu treffen, die unmittelbar den Angriff einer wirllichen, aus Aufständischen gebildeten deutschen Armee hervorgerufep und ohne Zweifel durch eine Abwehraktion der Polen beant­wortet werden würde. Die verbündeten Regie­rungen würden sich dann in die Kriegsereignisse hineingezogen sehen. Sie würden es nämlich nicht zulassen können, dah der Berttag von Versailles verletzt und ihre Entscheidung mißachtet wird. Die französische Regierung, die auf Wunsch ihrer Verbündeten durch die Zahl der Truppen und Beamten, die sie nach Oberschlesien entsandt hat und durch den Vorsitz in erster Linie die Verant­wortung trägt, hat mit Rücksicht auf die schwere deutsche Bedrohung Vorkehrungen getroffen, um unverzüglich eine Division zur Der- tärkung nach Oberschlesie n zu sen­den, um die Ordnung aufrecht zu erhalten und der drohenden Gefahr zu begegnen.

Im Anschluß an diese Eröffnungen stellte der französische Botschafter an die deutsche Ree- gierung folgende Forderungen:

1. Es wird von Deutschland jede Maßregel verlangt, die notwendig ist, um die Selbstschuh- und Frellorps-Organisationen zu entwaffnen, aufzulösen und von der Grenze Oberschlesiens au entferne n. 2. Deutschland wird aufgefor- >ert, alle notwendigen Maßregeln zu treffen, da­mit die Entscheidungen der alliierten Mächte und die Ausführung des Friedensvertrages in Ober­schlesien keinen Widerstand finden. 3. Deutschland hat alle Maßregeln zu treffen ür eine schnelle Beförderung der Der- tärfungen, die eventuell nach Oberschlesien ge- andt werden sollen.

Die Antwort Dr. Rosens.

Der M i n i st e r d e s A e u ß e r n hat bei Entgegennahme dieses Schrittes des französi­schen Botschafters sofort mit großem Rachdruck darauf aufmerksam gemacht, daß schon seit .Wochen und namentlich seit der sogenann­ten SäuberungSaktion ähnliche und noch viel schärfere Klagen täglich und stündlich von deutscher Seite in Oberschlesien erho­ben werden. Dr. Rosen hat den französischen Botschafter auch daran erinnert, dah er schon vor Beginn der Säuberungsaktion die Zwei­fel des deutschen Kabinetts an deren Wirk­samkeit unzweideutig zum Ausdruck gebracht und als die Aeberzeugung der Reichsregie­rung ausgesprochen habe, daß die polnischen Insurgenten nur äußerlich entwaffnet seien, in Wirklichkeit aber im Lande verblieben und dort ihre terroristische Tätigkeit weiter aus­üben würden. Am 7. Juli hat der Minister des Aeuhern ferner dem französischen Botschafter durch die Kattowitzer Großindustriellen Mit­teilungen machen lassen, durch die die Rich­tigkeit dieser Voraussage bestätigt wurde. Diese Mitteilungen eines Kattowitzer Augen­zeugen, von denen die französische Regierung Kenntnis hat, enchielten tatsächlich Angaben darüber, dah nur die polnischen Regulä­ren unb ein Teil der Haller-Solda­ten über die Grenze abttansportiert seien und zwar, um jenseits weiter ausgebildet und zu Stammformationen für den vierten polni­schen Aufstand zusammengefaßt zu werden; daß die Waffen nicht abgeliefert, sondern ver­steckt und, um gegen Beschädigung durch Rässe geschützt zu sein, zum Teil in eigens dazu hergestellten Zinkkisten vergraben seien; daß Plünderungen und Dersckleppungen nach wie vor stattfänden und daß die Organisation der Insurgenten voll bestehen geblieben sei. Durch die Amnestie, die sogar Herrn Korfanth den Verbleib in Oberschlesien ermögliche, sei hierzu jede gewünschte Erleichterung geboten.

Rach diesen vorläufigen Erwiderun­gen behielt sich der Minister des Aeuhern die endgültige Stellungnahme der deutschen Regierung auf Grund eingehender Prüfung aller in der Eröffnung des ftanzösischen Bot­schafters enthaltenen Punkte vor.

Eine Aussprache beim Reichskanzler.

sammengesetzten OriSwehren gehindert zu wer­den, die Durchführung geseymähiger Zustände unmöglich, gez.: Oberschlesische Eisenindustrie- A.-G. für Bergbau und Hüttenbetriebe. Ober* schlesische EisenbahnbedarfS-A.-G^ Donners* marckyüttc. Oberschlesische KokSwerke und che­mische Fabriken, 21. Deichsel, Drahtwerke unb Seilfabriken.

Eine Auseinandersetzung des französischen Botschafters Laurent mit Minister Dr. Rosen.

Die Politik Frankreichs entpuppt sich als ein den Frieden störendes Werk nunmehr so offenkundig, dah in der Weltpolitik der mah- aebenden Großmächte plötzlich wieder eine spannungsvolle Krisis ausbrechen wird. Was iber französische Botschafter in Berlin namens hes Herrn Briand unserem Minister Dr. Rosen eröffnete, läuft auf ein Amstoßen aller not- Hürftig zustande gekommenen Abmachungen jiber Oberschlesien hinaus. Wir hatten uns gefreut und in den letzten deutschen Mi- nlfterreden war die Freude auch zum Ausdruck gebracht worden. daß Ende dieses Mo­nats endlich die Entscheidung des sogenannten Obersten Rates in der oberschlesischen Frage herbeigeführt werden solle. Nun bringt Briand diese von England bettiebene Beschleunigung deS Verfahrens wieder zu Fall. And zwar mit den unglaublichsten Verdrehungen und Anschuldigungen der Deutschen in Oberschle­sien! Briand stellt sich, als wisse er gar nichts von einem polnischen Aufstand, von all den Schreckensszenen, die unseren deutschen Landsleuten Gut und Blut genommen haben. Während die Engländer gegen das polnische Raubgesindel endlich, nach langem Zögern, aufmarschierten, sucht Frankreich die Frage deS Rechtes immer wieder durch die Forde­rungen seines von ihm letzten Endes doch 'miß­verstandenen eigenen nationalistischen Inter­esses zu durchkreuzen. Das geschieht am hell­lichten Tage, unter der Sonne des Völkerbun­des! Wir sind gespannt darauf, was das Kabi­nett Wirth auf die neuesten Stöße und Schläge, die es bekommen hat, auszufinnen vermag! Mit fast noch größerer Spannung aber harren wir die Wirkung des französischen Gewalt- schlageS, der die so notwendige Entscheidung in Oberschlesien aufs neue hinausschleppt, in London und Amerika! Davon wird nämlich sehr wesentlich auch der Entschluß der deutschen Pylitik abhängen müssen.

Berlin, 16. Juli. (Wolff.) Heute nach» mittag besuchte der französische Botschaf­ter Laurent den Minister des Auswär­tigen Dr. Rosen, um ihm im Ramen seiner Regierung folgende Eröffnungen zu machen:

Die febr bestimmten und eingehenden Be­richte des Generals Le Rond und die dringenden Mitteilungen der polnischen Regierung lassen kei­nen Zweifel über den infolge des Verhaltens der Deutschen Immer drohender werdenden Cha­rakter der Lage in Oberschlesien, und zwar wegen der Richtablieferung der Waffen, wegen der Aufrechterhaltung der deutschen Ban­den im Llbstimmungsgebiet selbst oder an seinen Grenzen und wegen der Gefahr einer gewalt­samen Llltion in Oberfchlesien, sei es vor der Mitteilung einer Entscheidung der Mächte oder sei es unmittelbar danach, wenn Deutschland nicht doll befriedigt wird. Die ungeheuerlichen Aeuße- rungen und unmittelbaren Herausforderungen des Generals Höfer bestätigen die Schwere des in Oberfchlesien sich vorbereitenden Angriffs. In dem Wstimmungsgebiet selbst mehren sich die deutschen Attentate, die besonders gegen die fran­zösischen Truppen und Beamte gerichtet sind. Die Lage wird immer beunruhigender. Am 4. Iuli wurde Major Montalögre meuchlings in Deuthen ermordet. Am 8. Iuli wurde in Rati- bor ein Adjutant des französischen Kon­trolleurs in seinem Hotel angegriffen und konnte sich nur dadurch retten, daß er sich in feinem Zimmer verbarrikadierte. Am 12. Iuli wurde der sranzöfifche Hauptmann L u x in feinem Haufe ton einer Anzahl bewaffneter Männer angegriffen. In Oppeln wurde Leutnant Duval mit einem Dolch bedroht: er konnte sich aber, ohne verwundet HU werden, losmachen. Eine Bombe wurde in der Rähe eines Hotels geworfen. Ein franzöfifcher Beamter, der als Antersuchungsrichter fungiert, Schädlin, wurde angefallen, seiner Brieftaiche und feiner Papiere beraubt und heftig verprügell, ^»hne dah die Polizei einschreiten wollte.

Die häufige Wiederholung dieser Attentate ist bezeichnend. Bei den Verhaftungen ergab sich, daß die Urheber dieser Verbrechen Mitglie­der von Freikorps sind, die nicht zu diesem Gebiet gehören. Die Selbstichuhformationen sind nicht entwaffnet und nur zum Schein beurlaubt worden. Cs ist festgestellt worden, dah von den 40 000 nur 10 000 Mann aus dem Gebiet üelber stammten. Weitere 10 000 find in Grupveivver- leilt im Gebiet versteckt. Don den 20 000 Mann.

General-Anzeiger für Gberhesfen

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bereit, auf das erste Zeichen hin einzugreifen, i zugefügt werde. Der Reichskanzler nahm die Die Verantwortlichkeit der Regie- Resolution mit Dank entgegen und vefficherie r u n g bleibt ebenso wie bisher voll bestehen, namens der Reichsregierung, dah er nichts unter- well sie die Rekrutierung, den Transport und r'e,r* die Bewaffnung der Selbstschutztruppen sowie ihre Zusammenziehung und ihren Fortbestand in Ober­schlesien duldet.

Eine Ausschutztagung des Völkerbundes.

Paris, 16. Iuli WTD. Der gemischte! AusschuhdesVölkerbunde s für die Her­absetzung der Rüstungen ist, wie angekündigt, heute vormittag unter dem Vorsitz des ttanzösischen Ver­treters Vivlani zusammengetreten. Mit Ausnahme des schwedischen Delegierten D anting, der sich ver­treten ließ, sind sämtliche eingeladenen Delegierten erschienen. Anter ihnen sind für England Fisher, für Italien Schanzer, Frankreich wird u. a. durch Marschall Faholle vertreten. Außerdem hat daL internationale Arbeitsamt drei Vertreter entsandt; als Vertreter der Arbeiter den ftanzösischen Ge­werkschaftsführer Iouhaux, den holländischen Ge- werkschafller Oudegeest und den Schweden Thor- berg.

In seiner Eröffnungsrede sagte Di­viani u. a., er werde sich an dem vorläufigen Posten, den er einnehme, nicht gestatten, eine Me­thode einer allgemeinen Diskussion festzulegen. Eine ähnliche Rolle, wie die Konferenz von Brüs­sel, die nur die Grundlage für spätere Entschei­dungen des Obersten Rates geliefert haben, werde auch die jetzige Tagung spielen können. Bel dieser Auffassung werde er in keiner Weise behindert durch die große und edle Initiative, die vor einigen Tagen Präsident Hardlng ergrif­fen habe. Er fei sich bewußt, dah die Arbeiten, die die Tagung vorberellen werde, von den Regierun­gen nicht übersehen werden könnten.

Im weiteren Derlaufe begrüßte der eng« liiche Delegierte ebenfalls den Schrit Ame­rikas. Er stellte mit Rachdruck fest, dah der Dölkerbund nur mit Freuden alle die besonderen Konferenzen bettachten könne, die in der Absicht abgehalten würden, schrittweise zu einer Lösung des allgemeinen Problems der Abrüstungen zu gelangen. Er hoffe, daß die Frage der RüstungS- einschränkungen zur See in Washinaton gelöst werde. Was die Frage der Landrüstungen be­treffe, so bemerkte Fisher, es sei angebracht D o r s i ch t zu beweisen, solange Deutichland und Rußland außerhalb des Dölkerbundes blieben und man der loyalen Ausführung der deutschen Der- pflichtungen nicht unbedingt sicher sein könne.

Der Italiener Schanzer drückte ebenfalls feine Sympathie für die Initiative des Präsiden­ten Hardina aus. Er erklärte sich einverstanden mit dem Engländer Fisher in dem Wunsche, etappenweise und mit Dorsicht vorzuaehen, indem man Rücksicht auf die allgemeine Weltlage nehme. Er betonte aber die Tatsache, dah die Kommission energisch ihren Willen zum Ausdruck bringen müsse, in dem Sinne zu arbeiten, den die Voll­versammlung des Völkerbundes festgelegt habe.

Im Verlaufe des DiSkufsion beftimmte der Ausschuß, seine Arbeiten durch eine allgemeine Prüfung des .Abrüstungsprvblems zu beginnen und ünterfDmmifftonen zu ernennen, die beauftragt werden sollen, besondere Fragen tote Waffen- und MunitionShandel, und Durchsu- chungsrecht zu behandeln. Ferner erklärte der Italiener Schanzer, man müsse auf die besonderen Rotwendigkeiten gewisser Staaten Rück­sicht nehmen, deren nationales Gebiet mehr oder weniger schwer zu vertei­digen sei. Auch auf die Verteidigung der Ko­lonien und auf die Aufrechterhaltung der öffent­lichen Ordnung im Innern müsse Rücksicht ge­nommen werden. Auch er ist mit dem Engländer Fisher der Ansicht, daß das Budget ein Kryterium bilde, um sich Rechenschaft über den Stand der Rüstungen abzulegen. Man müsse noch andere Elemente in Betracht ziehen, namentlich den Wert des schon vorhandenen Kriegsmaterials zu Wasser und zu Lande. Die Diskussion soll morgen (Sonn­tag) fortgesetzt werden.

Erstes Blatt M- Iahrgang Montag, (8. Juli (921

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