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Bolschewismus keine internationale, sondern

eine

irmererussische Frage.

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Kopenhagen, 15. Oft. lWTD.)

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realen nachdenkliches Interesse, das freilich bei mufeum" erhalten, indem fünf Säle des statt- v x t v .. r . i. i... AI h* v « 4 n Ai _ f. X_ s. _ --i . a 11 Ati n 'llndni

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Eine deutsche Nede im dänischen Parlament.

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erwähnt.

2m selben Abend gastierte George 'Bat' lanofsalS Vcarpia in Puccini«ToSc a Der russische Kammer!äng?r, ter seine prachtvoll ge- schulten klangschönen Stimmst tl anfänglich etwas zurückhielt, gab dem unerbittlichen Pol zrigewal- tigen ein chevalereSkeS Auftreten, betonte nach­drücklich lein« sinnliche Leidenschaft und Leh nur an einzelnen Höhepunkten die rohe Brutalität hervorbrechen. DaS feindurchdachte Spiel und die vornehme Getangskunst des GasteS, der den Tert deS italienischen Originals sang, fanden beim Publikum starkes 3nteresse und reiche Anerken- nung.

Das neue Schloßmuleum in Koblenz. Auch Koblenz -hat nun sein »Schloß-

Aus Hessen.

Der Nachfolger Dr. Streckers im Landtag.

Pfarrer Ern st Weidner zu O b er- laiS tritt als Ersatzmann Dr. Streckers, der nach seinem Metertritt zur Sozialdemokrati- sehen Partei sein Mandat niedergelegt hat. in den Landtag ein. Der an erster Stelle be­rufene Iustizrat Caspar Klein zu Worms hat nach einer Bekanntmachung des Landeswahl­kommissars. aus Gesundheitsrücksichten seinen Eintritt in den Landtag abgelehnt.

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Gebiet die Genehmigung der Rhein- landkvmmission nicht erhalten und kann daher, wie vorgesehen, am 1. Oktober nicht in Kraft treten. Dies ist für die Städte Mainz. Worms. Bingen und Alzey umso emp­findlicher. als die Mebernahme der Kosten durcb den Staat zugesagt war. Die Budget­pläne der Städte sind jetzt in Anordnung

DasGesetzüberdieDerstaat- lichung der Hess. Polizei in den Städten und Gemeinden hat für das besetzte

Frankfurter Theater.

tt. Frankfurt a. M., 16. Ott Georg Kaisers .Koralle" ging, von Direktor Hellmer einüuviert, zum erstes Male über die Bretter der Frankfurter Kammerspiele, nachdem da» Werk bereits 1918 nach Frankfurt gekommen war. Die Versuche des weltbeherrschenden Milliardär«, ter eigenen wllavenvergcmgenheit zu entfliehen, er­

den langatmigen Reden der beiden letzten Alte start nachließ. Es ist doch arg konstruiert wenn Kaiser den Flüchtling vor sich selbst seinen Doppel­gänger töten lässt, um dessen glückumstrahlte Kind­heit einzutauschen. Der sonst glänzenten Technik schadet es. das) stellenweise ein Seitenproblem der Gegensatz Bäter Söhne. Kapitalismus Sozialismus daS Hauptproblem überwuchert, daß wir zeitweilig glauben, eine revolutionäre, nicht psvchologische Tragödie vor und zu haben. Die Bühnenbilder in ihrer knappen Einfach­heit entsprechen der klaren Kälte des Aufdaus. Die Rolle des Stücks den Milliardär verkörperte Walter Fried: er brachte die angst­volle Deschwertheit deS Herrn gut und schlicht zur Geltung, ebenso die hellere Gelöstheit deS von sich selbst befreiten Sterbenden. Reben ihm seien noch die Herren Becker und König rühmend

Folketing sprach der deutsche Abg. Pastor Schmidt-Wodder zum Budget und sagte u. <l: »Die Mebertragung Rordschleswigs an Dänemark beruht nicht auf irgendwelcher Macht-

deutsche Bolt verendet?! Slegerwald erklärte, er stehe nach wie vor zu seinen Essener Darlegungen. Er stehe gegen seinen inneren Willen in seiner jetzigen Regierungsstelle. Seine letzte Aufgabe sehe er darin, die Essener Gedanken der christlich-nationalen Gewerkschafts­bewegung zum Allgemeingut des deutschen Volkes machen zu können. Dies allein könne uns Rettung bringen.

Hierauf hielten Referate Max Haber­mann-Hamburg über di« wirtschaftliche Lage und die gewerkschaftlichen Aufgaben und Ro­bert Fedisch - Berlin über die Zukunft der deutschen Sozialversicherung. Zwei im Sinne der Referate gehaltene Entschließungen tourten ein­stimmig angenommen. V? bar.dsvvrsteher Bechll- Harnburg sprach das Schlußwort.

Aus dem Aeiche.

Die Frage Groß-Hamburg.

Berlin, 16. Ott (WTB.) Die Zentralstelle für die Gliederung des Deuts chen Rei­ches hielt am 13. und 14. Oktober unter dem Vorsitz des Reichsministers a. D. Koch im Reichsministerium des Innern eine Plenarsitzung ab. Hauptgegenstand der Tagesordnung toar die Frage Groß-Hamburg, zu ter auf Grund tes Kommissionsberichtes und auf Grund von Sondergutachten Stellung genommen werden sollte. Das umfangreiche Material wurde von den Berichterstattern Dr. te Thierry-Berlin, Oberbau­direktor Dr. Schumacher-Köln, Mniv.-Prof. Dr. Schumacher-Berlin, Staatsminister a. D. Graf Roetern-Hamburg, Oterbürgermeifter Schnacken- burg-Altona, Oberbürgermeister Dr. Tedsen- Flensburg und Handelskammerpräsident Weber- Hamburg vvrgetragen.

Weiter betonte er. daß die Waffenfabrikation un­ter Aufsicht gestellt werden müsse. Deutschland hätte zum Völkerbund zugelassen werden müssen: er persönlich glaube, daß es auch Augelaffen wäre, wenn es sich nach Genf gewendet hätte. Bezüglich der russischen Bolschewisten erklärte Cecil, so lange diese nicht ein anderes Land angriffen, sei der

entfaltung seitens der Macht, die den Lantesteil übernommen hat, auch nicht auf einer Mebetein- kunft zwischen betten Staaten und ebensowenig auf einer Volksabstimmung, deren Form von den beiten Völkern oder den beiten Staaten genehmigt wurde, Mm so wichtiger erscheint es, dah die Uetertragung so behutsam wie möglich durch­geführt wird. Ich kann aber nicht erkennen, dah das geschehen wäre. Worauf es antommt, isst dah die Minderheit selbständig über ihre Angelegenheiten entscheiden kann. Ich will wünschen, dah der Weg der Meberein- tünfte beschritten werte. Das noch zwischen Däne­mark und Deutschland zu regeln ist, soll auf dem Wege von Perhandlungen geregelt werden.

Ablehnung des Frauenstimmrechts im Kanton (5knf.

Genf, 17. Oft. (WTB.) Bei der VolkS- abstimmung in Genf über die Einführung des Frauenstimmrechts im Kanton Genf wurde die Gesetzes Vorlage mit 14000 Stimmen gegen 6500 verworfen.

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Rechnung sage, die ai 1918 und M fügunfl stell den ©tötete

Letzten Woche hier tagte, versichern, dah die Bölker- Lundsentscheidung in der oberschlesischen Frage ein neuer und vielleicht der s ch w e r st e Schlag für die Aussichten auf Frieden und wirtschaftliche Wiederherstellung Europas sei. LlvhdGeorge habe im Unterlaufe am 20. Juli erklärt, dah es einen beträchtlichen Unterschied für die Zahlungs­fähigkeit Deutschlands machen würde, wenn das wichtige oberschlesische Kohlengebiet von Deutsch­land losgerissen und Polen überleben würde. Die Unterzeichner tes Schreibens erklären, es sei voll­kommen klar, dah der jetzt drohende Verlust die Fortdauer der deutschen Zahlungen in der augenblicklichen Höhe unmöglich mache. Die vorgeschlagene Grenzlinie spreche Polen die gesamten oberschlesischen Zink-, Blei- und Cisen- lager und annähernd neun Zehntel der ganzen oberschlesischen Kohlenerzeugung zu. Die Aussich­ten au> Frieden in Oberschlesien selbst, Aufrecht­erhaltung der Ordnung und einer demokratischen Regierung in Deutschland sowie auf einen Erfolg der Washingtoner Konferenz eines durch Auf­nahme Deutschlands gestärkten Völkerbundes er­schienen zerstört. Der Tag an dem Deutschland unfähig sein werde, seine Reparationen zu zah­len, fei viel näher gerückt. Am Schluh tes Schrel- bens heißt es, niemand werde mit den Vorschlägen des Völkerbundsrates weniger einverstanden fein, als die oberfchlefifche Bevölkerung selbst in ihrem polnischen wie in ihrem deutschen Teil. ES würde daher, wenn die Entscheidung angenommen wer­ten solle, nur recht billig sein, wenn zugleich eine neueAb stimm'«na voraeicf l t e' würde b ch die die Bevölkerung Oterschlesiens die Möglichkeit erhielte, zwischen folgenden Lösungen zu wählen: einer Teilung, wie sie jetzt vorgeschlagen: einem ungeteilten deutschen Oberschlesien: einem un­geteilten polnischen Oberschlesien: einem unab­hängigen Oberschlesien unter ter Verwaltung des Völkerbundes.

Keynes über M? Reparationssorderunyen.

Ein deutscher Hnndlungsgehilsentag in Essen.

Essen, 16. Oft. (WTB.) Vom 15. bis 17. Oktober findet im großen Saale des städtischen Saalbaues zu Essen ter 15. deutsche Hand­lungsgehilfentag, veranstaltet vom Deut- chen Handlungsgehilfen-Verband, statt. Die Ta­gung ist von 4000 Delegierten besucht die 260 000 kaufmännische Angestellte Deutschlands, Deutsch- Oesterreichs und des Auslandes vertreten.

Ministerpräsident Etegerwald überbrachte die Grüße des Deutschen Gewerk- chaftsbundes und des Gesamtverbandes christlicher Arbeitergewerkschaften. Meter Oberschlesien sprechend, sagte er bann: Deutschland hat seine Verpflichtungen bis auf den Verfalltag voll er- üllt. Die Entente hat ihr durch England ge­gebenes Versprechen, Deutschland fair Platz zu gewähren, nicht gehalten. Eine deutsche Bevöl­kerung, die sieben Jahrhunderte lang zu uns gehörte^ soll gleich einer Ziehherte in das pol­nische Lager getrieben werten. Dadurch wird eine Wunde aufgerissen, die so lange nicht heilen wird, als diese Mngerechtigkeit bestehen bleibt. Mit solchen Eisenbart-Kuren wird die Welt nicht zur Rute gebracht und ter Schiedsgerichts- geoanfe für alle Zeit tot geschlagen. Mnb in dieser Zeit streitet sich das deutsche Doll in seinen Parteien. Während England, sagte ter Minister weiter, heute bereits für Arbeitslosen­unterstützung als Folge tes Tiefstandes der deutschen Mark mehr Geld ausgeben müsse, als es von uns zu bekommen habe,

wachse sich der Streit der Parteien in Deutschland allmählich zu einer Komödie aus. Es sei selbstverständlich, daß wir Koalitionsregierungen brauchten, aber die­jenigen, die austerhalb der Koalition ständen, müstten als gleichberechtigte Volksgenossen be­handelt werten. Der Wunsch nach Wiederkehr der Monarchie sei eine Sonntagsangelegenheit, wir aber müstten Werktagsarbeit leisten. Wir mühten uns darüber klar sein, dast ein Wiederaufbau nur mit der Beteiligung der Industrie an der Re­gierung möglich fei Eine nur gesetzliche Devisen­regelung sei unmöglich, solange die Einfuhr der­artig wie heute die AuSsubr übertreffe. Jetzt die Devisenr g lung nur auf gesetzlichem Wege finden wollen, hieste einen Elefanten in einen Porzellan- laten stellen. Es komme der Tag, an dem die deut­sche Mark wieder stabil werte, bann werde vor­aussichtlich eine ungeheure Arbeitslosig­keit in Deutschland eintreten. Dann werde die Landwirtschaft unsere Rettung sein können, wenn wir sie jetzt richtig zu behandeln versuchten. Die Landwirtschaft müsse für den Aufbau ge­wonnen werten. Cs sei falsch, sie fort­während politisch abzustosten. Stegerwald hofft auf den Deutschen Gewerkschaftsbund, aus die mehr als zwei Millionen Arbeitnehmer, die treu hinter ihm stunden. Der Deutsche Gewerk­schaftsbund rufe den Parteien zu: Wir pfeifen auf diese Streitigkeiten, sie sind vergebliche Kraftver­schwendung! Dollen wir solange streiten, bis daS

Gießener Srabttheater.

Die Postmeifterin.

Operette von A. Reidhardt. Musik von L. Iessel. (Sieben, 17. Oktober 1921.

Die Postmeisterin gefiel. Das Publikum er- llatschte sich verschiedentlich Wiederholungen. Mnb in der Tat weist das Stück ganz reizvolle Stellen auf. Rur ist es dem Verfasser nicht völlig ge­lungen, den bunten <2traust von Lustigem. Schalk­haftem, Graziösem, Trivialem, Mebermütigem und (hier etwas reichlich verwendet!) Sentimentalem, aus dem eine moderne Operette scheinbar unbe­dingt bestehen must, fest und sicher zu binden. Er ist m steter Gefahr, zu zerslattern.

Die Musik ändert daran wenig, bei allen reizvollen Einzelheiten. Sie läuft doch etwas zu glatt herunter. Es sprudeln keineSchlager" auf.

Für die Ausführung ist das nicht immer von Vorteil. Man versteht, bah das Orchester daS Möglichste herauszuholen versucht. Das gelang dem staatlichen Kurorchester Dad- Rauheim unter Karl Knübels Lei­tung auch bestens. Aber sehr oft leitet auf Kosten tes Gesanges, der statt von der Musik ge­tragen zu werten, manchmal von ihr verschluckt wurde. Dem könnte nicht allzu schwer abgeholfen werden.

Das Spiel hatte seine Reize. Besondere Auf­merksamkeit wurde natürlich den beiden neuen Kräften, Ilse Dissendorff und Curt Richter, zuteil. Sie haben sich zweifellos Sym­pathien erworben. Ilse Wlfsendorff, die die Titel­rolle gab. Dcrfügt über ein ansprechendes, bieg­sames Organ, von dem man den Eindruck hat. dast jie »roch mehr heraushvlen kann. Ihr Spiel war

temperamentvoll und leicht. Curt Richter (Prinz Louis Ferdinand) gab den tollen Prinzen im 1. Akt doch wohl etwas zu schmissig. Vom 2. Akt an war er auf ter Hohe. Man hat auch bei ihm den Eindruck, dast er seine reichen stimmlichen Mittel noch mehr entfalten kann. Sonst hatten gröbere Rollen noch Käte Otte (Pauline Diesel): schick, testens in Form und tei Stimme: Richard Hellborn (Postknecht Fritz): be­sonders im 2. Akt Im besten Zuge: W 1 adi m ir Brandes (Kapitän Dirvaux): sympathisch leider manchmal kaum zu verstehen. Auch die Heineren Rollen waren gut besetzt und durchge­führt.

Die teilweise ganz reizenden Bühnenbilder, die der Spielleiter Rudolf Goll hinstellte, hielten die Begebenheiten schön umfastt.

Die Postmeisterin dürfte noch einige Male ein volles Haus haben

Zwei Anmerkungen als Rachtrag: 1. Eine Reitstunte von Hassel, wo daS Stück spielt, tra­gen die Frauen doch eine etwas andere Tracht als im Hüttenberg bei Butzbach DaS sei festge­stellt, beileibe aber nicht tragisch genommen. 2. Im Jahre 1806 gingen die hessischen Land­frauen ganz sicher noch nicht In Florstrümpfen.

lichen, im 18. Jahrhundert erbauten Residenz- schlosses für einen Teil der städtischen Sammlun­gen eingeräumt wurden. In einem Rundgang durch daS Museum schildert Walter Eoben in der .Kunstchronik" die sehr gelungene Anord­nung in den prächtigen Räumen. 3m sog. .Weihen- Saal" ist die Altertumssammlung auf­gestellt die die Sammlung von Fundstücken ter vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit aus dem Kreise Koblenz umfastt. In dem .Roten Damast-Saal" ist ein Heiner Tell ter städtischen Gemäldesammlung untergebracht, meistens ,t>or- treffliche mittelalterliche Bildhauerwerke, die mit einigen klug gewählten kunstgewerblichen Gegen­ständen verbunden sind. Den Hauptschmuck tes Thron- oder Audienzsaales" bilden die vor­trefflichen Fresken tes hervorragenden Rokoko­malers IanuariuS Zick. Im benachbarten Blauen Saal" sind die reichen Dilderbestänte deS 18. Jahrhunderts au« der alten Koblenzer Durg- galeric zusammengestellt. Sie Hingen sehr har­monisch mit der Mmgebung zusammen, und die« ist auch der Fall in dem alten Empfangszimmer der Kaiserin Augusta, daS in einer Rische sehr bedeutende Staffeleibilter des Januarius Zick ent­hält. Der letzte Raum, das ehemalige Schreib­zimmer der Kaiserin, ist mit funftgetoerb- lichsn Gegenständen geschmückt, die für ole Ent­wicklung deS Koblenzer Kunsthandwer« wichtig find. .Die Stadt Koblenz," sagt Eohen, .hat ohne Zweifel durch dieses neue Museum eine Sehenswürdigkeit gewonnen, die ihr um so eher zu gönnen ist, al« sie unter den Anforderungen der Besahunastruppen schwerer zu leiten hat, al^ vielfach im Reiche angenommen wird."

London, 15. Oft. (Wolff.) Laut ^Man­chester Guardian" etHärte in ter gestrigen Sitzung ter Konferenz für wirtschaftlichen Wiederaufbau und WelifriedenKeh- n e s in seiner Rede über die Reparation s- frage, während ter Friedenskonferenz hätten die Menschen ten Kopf verloren und in Zahlen von astronomischer Gröhe und über Summen ge­sprochen, die Deutschland zahlen müsse für den Schaden, ten es angerichtet habe. Die Men­schen seien jetzt ruhiger und in der Lage, diese Fragen vernünftig zu besprechen. Man sei jetzt in ter Lage, genauer zu beurteilen, was es kosten würde um den von Deutschland in Rordfrank- reich angerichteten Schaden wieder aut zu machen. Es besiehe nicht der geringste Grund anzunehmen, dah Deutschland nicht vollkommen in ter Gage sei, den gesamten Schaden wieder gut zu machen. Man wisse jetzt, dah in Rordfrankreich etwa 300 000 Häuser zerstört und 300 000 Häuser be­schädigt seien. Angenommen, jedes Haus koste 1000 Pfund, so würde dies weniger betra­gen als die Zinsen, die Deutschland jetzt in einem Jahr bezahlen muh. Frankreich habe durch Kohlenmangel ungeheuer gelitten. Der Verlust sei jedoch nicht so groh, wie die Leute gemeinhin annähmen. Die Erzeugung ter fran­zösischen Kohlenbergwerke habe den 20. Tell der Kohlenerzeugung Grohbritanniens betragen. Auch hier liege die Summe im Bereich der deutschen Zahlungsfähigkeit. Das gleiche gelte von der Wiederherstellung ter verwüsteten Felder. Wenn man den gesamten Schaden zusammenrechne, so besiehe kein Grund, weshalb.Deutschland ihn nicht innerhalb einer verhältnismähig kurzen Zeit wie­der gut machen könne. Die Rechnung ter Alli­ierten für angerichtete Verwüstungen betrage je­doch nur ein Drittel ter gesamten Repa- nationäforterungen, die anderen Zweidrittel ent­hielten Pensionszahlungen. Die Forte- l rung stehe im Widerspruch damit, wozu sich die

Alliierten beim Abschluß teß Waffenstillstandes ^verpflichtet hatten.

Der französische Delegierte Qonguet er- r klärte die französische öffentliche Meinung komme trotz Ser Vergiftung durch die französische Presse rasch zur Vernunft. Der Gedanke, dah man Berge Goldes von Deutschland erhallen werte, sei in Frankreich vorbei. Jedermann wisse jetzt, daß die Erzählung von diesen Bergen Goldes eine Lüge war. Qonguet stimmte ten Aus­führungen Keynes' über die Pensionsforderungen der Alliierten zu. Der Delegierte "Burton er­klärte, man leite an ten Folgen ter Wahlen von 1918.' Die überwältigende Masse ter augenblick­lichen Arbeitslosen in England habe seinerzeit für die Politik gestimmt, die schuld an ihrer augen­blicklichen Rot sei.

Lord Cecil über den Völkerbund.

London, 16. Ott. (Wolff.) Reuter meldet: In einer in Hüll gehaltenen Rete über den Völ­kerbund sagte Lord Robert Cecil, es sei ein Froher Mangel der Völkerbundsversammlung, dah eine Arbeiter darin vertreten seien.

suchS. Autzer Den Männerchdren von Heg«, Abt, Werth, Zöllner, Mair, Schauh und Sturm boten als Solisten Herr Adolf QEüI- l e r -Frankfurt nebst Tochter Frau Schmidt- , Müller sowie Herr Julius Hahn- Gießen Gaben ihrer Kunst. Die Zuhörer zeigten sich sowohl dem Chor als auch den Solisten gegen­gegenüber sehr beifallsfreudig und der ein­heimische Pianist und das Frankfurter Sän- gerpaar muhten sich zu je einer Zugabe ver­stehen. Besondere Anerkennung verdient der sympathische Daßbariwn Herrn Müllers, an dem anscheinend die Jahre spurlos vorüber­gehen und den wir immer wieder gern hören. Dann verdient hervorgehoben zu werden, daß die Frankfurter Gäste unter anderem auch Zwiegesänge für Sopran und Bariton brach­ten und damit ein Gebiet betraten, das wir auf den Bvrtragsfolgen unserer Konzerte diel zu wenig berücksichtigt finden. Aber auch über die übrigen Mitwirkenden einschließlich des Chors hörte man nur eine Stimme des Lobes, so dah die Veranstaltung als nach jeder Rich­tung hin wvhlgelungen gebucht werden tetr?.

Die Entscheidungsringkämpfe imEinhorn" brachten am Sonntag abend einen schnellen Sieg des alten routinierten Ringers Hitzler über seinen Gegner,, den ge­wandten Opitz. Schon nach vier Minuten muhte Opitz sich geschlagen bekennen durch einen überraschenden Kopfgriff. Ebenso siegle im Entscheidungskampf Achner über v. Berg durch Armzug nach 33 Minuten Gesamtzeit. An der Spitze steht jetzt Acdner mit 4 Siegen ohne Riederlage, Christensen mit 3 Siegen ohne Riederlage, Hitzler mit 2 Siegen und einer Riederlage, Zilch mit 2 Siegen und einer Riederlage. Infolge 5 Riederlagen sind Ger­ber und Opitz ausgeschieden, weil sie damit jede Anwartschaft auf die Preise verloren ha­ben. Zu heihen Kämpfen wird es noch zwischen Hitzler und Christensen, Achner und Zilch kom­men; Achner durfte al£ Favorit und Gewin­ner des Goldpvkals gelten. Heute Montag hat Hitzler einen Protestkampf gegen Achner aus­zutragen. Außerdem ringen bis zur Entschei­dung v. Berg gegen den starken Oberösterrei­cher Zilch.

BovnoLizen.

Tageskalender für Montag: Stadttheater, 7 Mhr, Tanzgastspiel Hannelore Ziegler. Astoria-Lichtspiele ab heute bis einschl. Donnerstag:Das große Spiel", drit­ter Teil,Den Krokodilen ausgeliefert", fer­ner ,,Hasard". Lichtspielhaus, Bahnhofstr., ab heute bis einschl. Mittwoch,Die sterbende Salome", fernerSeine schwerste Rolle".

Kasseler Märchenbühne. Morgen nachmittag wird Im Hotel GinhornRotkäppchen und Wolf" gegeben. Es soll sich, wie un« ge­schrieben wird, um eine wirklich gute Auffüh­rung handeln, mit schönen Kostümen und Dekn- rationen.

Kreis Friedberg.

Schmucksachendiebstahle.

x Dad-Rauheim, 17. Oft. In einqn hiesigen Hotel tourte einem au « ländif che n Gaste eine Dorstecknadel mit eiher erbsen­großen Perle im Werte von 920 000 Mark durch einen bisher nicht ermittelten Täter gestohlen. Aus die Ermittelung tes D-etes ist eine Beloh­nung von 50 000 Mark ausgesetzt Worten.

Hessen-Naszau.

Wiederaufnahme der Arbeit in den Farb­werken.

fpd. Höchst a. M., 15. Oft. Bel der Hauptabstimmung der Belegschaft der Farb­werke über die Wiederaufnahme der Arbeit entschieden sich mehr als 4200 für und etwa 1100 gegen die Arbeitsaufnahme. Die Abstim­mungen nahmen einen ungestörten Verlauf. Die Verwaltung de,r Farbwerke hat auf Grund dieser Abstimmung die sofortige Wie­deraufnahme der Arbeit angeordnet. Ein Teil der Werke beginnt bereits am Mon­tag seine Tätigkeit.

Zeichen der Zett.

fpd. Frankfurt a. M., 16. Oft Der An­drang zu einem der hiesigen größten Samen- tonfektionSgeschäft war am SamStagnach- mtltag derart stark, daß die großen Räume wieder­holl polizeilich wegen Meberf üllung geschlossen werden mußten. Die kauflustigen Frauen und Mädchen bildeten stundenlang auf ter Zell Polonaisen, wie man sie nur in ten schlimm­sten Zelten des Krieges erlebt hat.

fpd. Koblenz, 16. Oft. Für die Ameri­ka n e r ist ter Aufenthalt am Rhein gegentoarttg ein Paradies. Bei dem gegenwärtigen Stand der

Aus Stabt unb Lanb.

Gießen, ten 17. Oft. 1921.

Die Ausstellung zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten wird nunmehr endgültig morgen vormittag 10 Mhr eröffnet. Die Verzögerung wurde, wie wir erfahren, durch verspätetes Eintreffen des Waggons mit dem Ausstellungsmaterial ver­ursacht.

Wettervoraussage

für Dienstag.

Frühnebel, vorwiegend heiter, trocken und warm, nachts falt, wechselnde Winde, Gewitter­neigung. .

Von ter Rordsee drängt sich em schwaches Tiefdruckgebiet nach Westdeutschland. An der At- lantlschen Küste sinkt das Barometer weiter. Eine wesentliche Aenterung des Wetter« ist für morgen nicht zu erwarten.

Ein Warenschwindler erbeutete am Samstag einen Lederkoffer im Werte von 1650 Mark und vier Aktenmappen im Werte von 700800 Mk. Der Schwindler ersuchte telephonisch für einen hiesigen Geschäftsmann um Zusendung einer Auswahlsendung, dem auch entsprochen wurde, well der Geschäfts­mann Kunde des Geschäfts war. Mit der Meterbringung wurde ein Angestellter be­auftragt. In dem betreffenden Hause wurde der Angestellte mit dem Koffer auf dem Kvridor abgefangen. Vor Derartigen Schwind­lern wird hiermit eindringlichst gewarnt.

* Das vom Gesangverein Hei­terkeit in der Aula veranstaltete Konzert erfreute sich eines außerordentlich starken Be-

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