QMuta toftet eine Flasche Sekt 00 Lents, ein Paar bester Schuhe 2 Doll., ein Glas Benediktiner fünf Lents, oder In deutsche Währung »ungerechnet Sekt 84 Mark. Schuhe 288 Mark, Benediktiner 7 Mark Die amerikanischen Aeere#- angehdrigen nutzen natürlich diesen Umflano weidlich au«, Hinten trotz aller Verbote nach Herzenslust die deutschen Weine, und kaufen deutsche Waren in Hülle und Fülle für sich und leider auch für ihre — deutschen Freundinnen. Da ist es nicht »u verwundern, wenn der Befehl zur Heimkehr bei den amerikanischen Brsahungstruppen keine ungemischte Freude au-ldst.
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fd Dad-Homburg v. d H., 10. Oft Auf dem Wege von Homburg nach dem Dorfe Oberstedten wurde ein Frankfurter Alt - Händler von einem Weggenossen überfallen und seiner BarschaN fron 22 MO Mark dir er |ur den Ankauf eines Schmucke« verwenden wollte, beraubt. Lutzerdcm nahm der Fremde dem Händler noch einen Mtbartn Schmuck ab. Wie die Untersuchung ergab, ist der Händler von dem Fremden In einen Hinterha lt gelockt worden
mc. Frankfurt a. 16. Oft. Die Bank, welche die Hauptwache zu mieten beabsichtigt, hat sich erboten, jetzt jährlich 300 000 Mk. Miete zu zahlen und außerdem für den historischen Charakter der Hauptwach? zu bürgen. Damit wird wohl der Streit um das Gebäude ein Ende haben, da nicht anzu- nehmen ist, daß der Magistrat diese« aufrer- ordentlich günstige Angebot ablehnt.
fpd. Frankfurt a. M. 16. Oft Seit ,einer Entlassung aus dem hiesigen Gefängnis, wo er wegen Hehlerei eine längere Freiheitsstrafe verbüstl hatte, treibt sich der 20jährige Fabrikarbeiter Hermann Keck au« Zellin betrügend und vagabundierend in der Welt herum. Unter allen möglichen Barnen gibt er Gastrollen, so als Oberleutnant Gras von Malino, Oberleutnant von Äradetolh, Oberleutnant von Schänitz usw ileberall fand der Herr Oberleutnant natürlich offene Hände, die ihm reichlich gaben. Ge- metnfam mit dem Kaufmann Oskar Pseilmaier. der sich als Leutnant von MaiiSfelo auSgad, fetzte er bann Freiwillige für den vberfchlefifchen Selbstschutz in Bewegung, erschwindel'.e von Geldgebern Gaben für Oberschlesien, denen sie dafür den .Oderschlesischen Adler" in Aussicht stellten. Bon betrat«» üttgen Da men erschwindelte sich DaS Paar Darlehen, kurz, au« allen Sagen und Verhältnissen des menschlichen Lebens wutzte es Geld zu schlagen und damit ein sorgenlose« Dasein zu führen. Den Keck ereilte jetzt da« Schicksal in Stuttgart, Pseilmaier wird noch gesucht.
gn. Fulda, 14. Oft. Der hiesige Magistrat bat der großen Votlage der Kriegsbeschädigten und -Hinterbtiebenen, sowie der Kleinrentner Rechnung getragen durch Einbringung einer Vorlage. die an« Ueberfchüsfen der Rechnungsjahre 1918 und 1919 tn«gefaint 150 000 Mark zur Verfügung stellt. Dei- Magistratsantrag wurde von den Stadtverordneten einstimmig angenommen.
und die mit ihrer Frankenpvlltik ausgeiprvchen politische Ziele verfolge. Schäfer legte dann die Ursprünge der Genfer Steife bar, die. der Anregung der fozialdemolratifcheii Partei entsprungen, von allen Parteien nutzer der lommunist»scheu gutgeheihen worden sei. Der Zweck der Steife fei gewesen, die Slot des Saarlandes in die Welt zu rufen und die Blicke der Welt nach dem Saargebiet zu lenken, wo Dinge geschähen, die mit dem Frie- densvertrag nicht im Einklang stünden.
An den Völkerbund wurde daS gleiche Telegramm abgesandt wie in der Vachmittags- fitzung und eine Stefolullon angenommen, die im wesentlichen den gleichen Inhalt hat, wie die am Nachmittag beschlossene; hervorzuheben ist besonder« die Forderung, dast der saarlärrdifche Skr- treter in der Regierungskommistion seinen Rück- trltt einreichen solle, wenn er nicht die Kraft habe, die 3ntereffen der saarländischen Devöllerung wirksam zu vertreten.
Die Zahl der Teilnehmer an dieser Versammlung dürfte nicht wesentlich geringer getoefen sein, al« die der Teilnehmer an Der Äachmittag«kund- gebung.
Die französische Rettungsmedaille für einen Deutschen.
fpd. Biebricha. Ab., 16. Oft. Bor mehreren Monaten rettete der hiesige Steuer- supernumerar Karl Kuhn unter eigener Lebensgefahr einen französischen Solda- t e n vom Tode des Ertrinkens aus dem Rhein. Für diese Tat wurde dem jungen Wanne jetzt unter entsprechenden Feierlichkeiten die französische Rettungsmedaille am Bande nebst einer Hrkunde verliehen. Herr Kuhn ist bereits im Besitz der Bronzeplakette der deutschen Rettungsgesellschaft, die ihm ebenfalls für die Rettung eines Menschen vom Tode des Ertrinkens verliehen worden ist.
Feierschichten im Saargebiet.
fpd. Saarbrücken, 16. Ott Die französische Grubenverwaltung teilt den Gewerkschaften mit, datz am Montag den 17. Oktober die dritte Feierschicht in diesem Monat eingelegt werden muh. da Mangel an Absatz für den Bergbau des Sa arge- b i e 1 s vorhanden ist.
Marokkaner-Heberfall.
rm. Griesheim, 14. Ott. Ein Heber» fall durch einen schwarzenBesatzungS- s o l d a t e n hat sich am Donnerstag abend auf der KreiSstrahe Darmstadt—Griesheim ereignet Ein junger Mann, der auf dem Post- nachtdienst mit seinem Rad nach Hause fuhr, erhielt plötzlich in der Rühe der Kontrollstelle mit einem starten Gegenstand einen schweren Schlag über den Kopf, so datz er sich in ärztliche Behandlung begeben muhte. Hoffentlich gelingt eS, den Täter festzustellen und zur Rechenschaft zu ziehen, da gar lein Grund zu dem brutalen Heberfall vorlag.
Aus dem besetzten Gebiet.
Eia« Protestversammlung in Saarbrücken.
Saarbrücken, 16. Oft. (Wolff.) Eine von bet sozialdemokratischen Partei für heute abend In den Saalbau einberufene Versammlung, In her gegen die zwangsweise Ausbreitung be6 Franken-Hmlaufe protestiert und die Ergebnisse der Genfer Steife der Daargebiets-Dele- gation bargelegt werben sollten, nahm einen auherft stürmischen Verlaus. Einige Kommunisten —- bei der Abstimmung über die Schlutz- resolution ergab sich, bah es sich um 18 bi« 20 Mann handelte — versuchten, durch Rabauszenen btc Versammlung zu sprengen. Rachbem cs mit einiger Mübc gelungen war, die Ruhe wieder herzustcllen. führte Parteisekretär Schäferin feinem Referat aus, wie cfl zum allgemeinen Ruin nicht mir des Kapitalismus, sondern auch und gerade der arbeitenden Klasse führen müsse, wenn der französische Franken immer mehr an Boden gewinne, da dadurch der ©aarinbuftrle die deutschen Absatzgebiete verschlossen würben. Don stürmischem Beifall wurde der Redner unterbrochen, al« er sagte, er verachte jeden, der sich zum Schleppenträger der Stegterung«- kommission mache, die selber zugegeben habe, bat) verschiedene Betriebe würden schliehen müssen,
Die KarLoffelversorgung.
la. Lauterbach, 15. Olt. Das Kreisamt veröffentlicht eine Srllärung gegen bt e hohen Kartosselpreife, in ber es u. a. hcitzt: Die Entwicklung ber Kartofselpreise auf bem Lanbe hat vielfach ben Charakter einer w u - cherischen Preistreiberei angenommen, gegen bie burch bie amtlichen Verwaltungsstellen im Interesse ber Versorgung ber Verbraucher- bevöllcrung Front gemacht werben muh. Aut Grund dieser gutachtlichen Aeuyerung unserer KreiSpreiSprüfungSstelle unb mit Rücksicht auf bie Veröffentlichungen ber maßgebenden Rrichsdehörbeit sowie bie Marktberichte über ben Kartoffel handel unb ben Ausfall ber Ernte halten wir es für unsere Pflicht, bie ßanbtoirte unseres Kreises unb bie Aufkäufer von Kartoffeln ernstlich Txxoor zu warnen, bie Rotlage ber Verbraucher auszunuhen unb übermäßige Preise zu ft.rdern unb zu zahlen. Welche Erzeugerpreise als angemessen mit Rücksicht auf den Ausfall ber Ernte angesehen werden können, war aus den verschiedenen Veröffentlichungen in ber Presse zu entnehmen. Die zur Zeit auf bem Lande vielfach gezahlten Preise sind nicht angemessen und müssen alS wucherisch bezeichnet werben. Gegen wucherische Auswüchse im Kartosfrlhanbel werben
wir mit aller Schärfe Vorgehen, wenn ans au«- reichenbe Beweismittel angegeben werden Da nach VeröffenUichung ber Reichsregierung keine Gefahr besteht, bah die Kanoffelernle für ben Dcbars bei Bevölkerung nicht ausreichen werbe, liegt ein Grund zu überstürzten Käufen zu übzr- mänigax Preisen nicht vor. unb mutz vor ber- artigen Aufkäufen der Industrie und ber Städte gewarnt werben.
s Marburg. 16. Oft. Der Dorfihenbe des .Hessischen Bauernvereins". Landwirt Kapp- Wvlf«haufen, veröffentlicht folgende Erklärung. In einer Beratung be« Bauernvereins unb ber Vertreter des Qanbrat«anU«. ber Stabt, des Erzeugerverbanbe« unb be« Wohlfahrtsamt«, würbe beschlossen unb ber Preisprüfungsstelle mitgeteilt, bah angesichts ber Mihernte in Kartoffeln von einem Richtpreise für biefc abzusehen sei, weil sonst, nach ber Erfahrung auch noch bie wenigen in unterem KreiS abgebbaren Kartoffeln bei ben ungeheueren hohen Futtermittelpreisen in die Ställe gedrängt würben. Der Gesamtvorstanb erwartet aber von ben Lanbwirten. bah sie in bie,em Vorjahr au« Christenpflicht keine für die Menschen brauchbaren Kartoffeln verfüttern unb allerhöchsten- einen Preis von 65 Mk. annehmen, wenn auch ber reelle Hanbel einen höheren Prei« zu nehmen gezwun en ist. Wir wollen bedenken, bah ein grober .teil ber Bevölkerung sich zu diefem Preis nicht voll versorgen kann, unb wir können mit ben wenigen verkäuflichen Kartoffeln ben Schaben, den uns bie Dürre zugefügt hat, doch nicht wett machen. Außerdem erwartet ber Vorstand, bah bie Bedürftigen in ben Gemeinden vorerst zu erträglichen Preisen beliefert werben.
Gießener Strafkammer.
Dieben, 11. Olt
EineS einzigartigen Mittels, ihren ungetreuen Geliebten wieder au sich herüberzuziehen, bediente sich die Katharina St. geb. P. von (Sichen. Sie lieb durch drei ihr bekannte Personen den Koffer ihres Geliebten, angeblich in dessen Auftrag, In seiner Wohnung abholen, damit biefer nicht abreifen könne, begnügte sich aber nicht bamit sondern übergab ben Koffer mit Inhalt (etwa 2000 Mk. Wert) bem Fabrikarbeiter Sllbcrt D. unb einem zur Zeit flüchtigen Arbeiter Gg. W. zum Skrtauf, bie ihn in Marburg abfetzten. Wegen H n t e r s ch 1 a g u n g erhält sie 14 Tage Gefängnis, D. 4 Wochen. Die milbe Strafe ist barauf zurückzuführen, bab ber heute als Zeuge vernommene Bräutigam Verzeihung gewahrt hat unb von feiner Zukünftigen, ber Angeklagten St, z. T. toieber entschädigt ist.
Zurückgewiesen wurde die Berufung der Staatsanwaltfchaft gegen ein Urteil des Schöffengerichts (Sieben, bas zwei Landwirte auS Hochelheim von ber Anklage beS Diehseuchenver- gehens freigesprochen hatte. Die Verhandlung vor dem Berufung "geeicht ergab denselben Tatbestand wie in erster Instanz.
Dagegen hatte die Berufung ber Staatsanwaltschaft gegen ein freisprechendes Erkenntnis bes Schöffengerichts Butzbach Erfolg. Der Jakob Sch. von Butzbach wurde einwandfrei überführt, feinem Vachbar 32 Latten durch Hebersteigen in besten Hof gestohlen zu haben. Strafe: 3 Monate Gefängnis.
Der wieberholt wegen Eigentumsvergebens bestrafte Karl Sch. aus Unteclieberbach hatte zu Münzenberg einem Mitknecht mehrere Kleibungs- siücke entwendet unb muh die« mit 3 Monaten Gefängnis hüben.
Aufgehoben wurde ein Urteil des Schöffengerichts Hungen, durch daS ein Verfahren gegen die Auguste V. von Berstadt wegen Schleichhandels mit Butter eingestellt worben war. Die rechtlichen Ausführungen des schöffengerichtlichen Urteils wurden von ber Strafkammer nicht gebilligt; die Angeklagte wurde bemgemäb zu 1 Tag Gefängnis unb 50 Mk. Geldstrafe verurteilt unter Belastung mit ben Kosten betber Instanzen.
Gerichtssacrl.
mc. Sranffurt a. M., 16. Olt. Die Landwirte beS Obertaunuskreises lieferten in bas Reservelazarett Bad-Homburg grobe Mengen Honig, aber wie sie zu ihrem Erstaunen erfahren muhten, bekamen bie kranken unb verwundeten Soldaten recht wenig davon zu sehen. Der Verbleib ber Imkerware führte zu einer Anklage gegen den Lazarettoberinspektor Wichmann wegen Untreue bzw. Unterschlagung. Ge
stern fanb nun bie Verhandlung svvr ber ^tdige* Strafkammer statt, in ber festgestellt mürbe, bab Wichmann Honig an i h m bekannte Damen verschenkte, bah er seinen Verwandten Honigpakete schickte auhcrdem verkaufte er drei bi« vier Zentner Honig zu einem höheren al« dem Erwerbsprei«. In der Verhandlung wurde die Sache nicht fo vollkommen aufgeklärt. bab die Bcaablung des Honig« unbedingt sicher stand, doch erkannte ba« Gericht gegen Wichmann wegen Unterschlagung aut 3 Monate Gefängnis. 2iut bem Umstanb. bab der Slngcllagte schon betagt unb bisher unbescholten ist kann es zugeschrieve» werben bab er qtflen Zavlung einer Butze voi 3000 Mark bei weiterer guter Führung Strafaussetzung erhält.
t'u r g, 16. Olt. Der Regierung«« mebi-malrat Dr. Knauer wurde vom Schöt!i.n- gericht zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt, weil er einem Briefe an einen Beamten beS Wohnungsamtes. um schneller zu einer Wohnung zu kommen, einen Fünszigmarkschcin bclgelcgl batte Der Anaellagte gab zu feiner Entlastung an, bah man im Publikum der Meinung fei, dab man die Beamten .fchmiercn" könne, wenn die Wohnung«- befchaffung rascher gehen solle.
5od)fd)Ulnacf)rid)ten.
[] Marburg, 15. Olt. Das Wintersemester an der hiesigen Universität hat heute feinen Anfang genommen. Das Belegen der Vorlesungen muh ms zum 12. Vov. erfolgt fein Da« StabtwohnungSamt forbert auf, die leerstehenden Zimmer unverzüglich zu melden, damit die ankommenden Studenten nicht lange nach Wohnungen zu suchen brauchen.
Vermischtes.
Zur Katastrophe in Oppau.
ma. Ludwigshafen. 15. Oft. Die Badische Anilin- und Sodafabrik schreibt unter« 10. d. M.: Unsere Mitteilung, bab die im Oppauer Werk noch befindlichen unversehrten Lager anAmmvnsulphatsalpe- ter, die trotz des nahen ExplosionsherdeS die Katastrophe ohne jede Schädigung überstanden haben und keine neuen Gefahrquellen darstellen, wird durch daS Urteil der am Freitag und Samstag zur Anilin- fabrik bestellten unparteiischen und durch den Untersuchungsrichter gehörten Sachverständigen bestätigt, die gleichfalls in der Lagerung sowie in dem Abtransport des Salzes feine Gefahr erblicken. ES wird demgemäß nach Vereinbarung mit den Sachverständigen das Lager durch scharfe Ueberwachung vor dem Eintritt Unbefugter geschützt und in der nach» sten Zeit in einer von der Aufsichtsbehörde vorgeschriebenen Weise durch mechanische Mittel. das heitzt mittels Hacke und Schaufel, und ohne Sprengung des Salzes abtransportiert werden.
Wie die Bayern Vieh schmuggeln.
fd. Aus Bayern. 16. Oft. Der Viehschmuggel nach Bal)<. t nimmt unglaubliche Formen an. Vach Hunderten wird Hornvieh von den Paschern über die österreichische Grenze gebracht. Hauptschuld an diesen Zuständen ist die schlechte Valuta der österreichischen Krone. Die Schmugg-, ler bedienen sich dabet einer eigenartigen Methode. Sie treiben ihr Vieh unter das an der Grenze weidende Vieh und schaffen es dann bei passender Gelegenheit sogar am hellen Tage weiter.
Ein britischer Oberst alS Börsenspekulant 7
Wien, 15. Olt. Seit einigen Tagen laufen, den Blättern zufolge. Gerüchte um. wonach ein hervorragendes Mitglied der auswärtigen Mission in einer umfangreichen Baissespekulation, namentlich In fremden Valuten. sehrbedeutendeDlf- ferenzen schulde, die auf viele Hunderte Millionen geschätzt werden. In finanziellen Kreisen verlautet, daß eS sich um den britischen Oberst Eunnigham handle, der vielfach hier in politischen und gesellschaftlichen Kreisen hervortrat.
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