Ausgabe 
17.8.1921
 
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3uli die Reichsarbeitsgemeinschas- I für den Frieden verhängnisvoll gewesen sein. AuS den Beschluß vom 1. April hinge- diesem Grunde habe er eineu energischen hw^en zur Zeit im Bereich DersEchritt unternommen, um einen nachträglichen

Sitzung am 7. ten erneut aus

t i g seien.

Auf der russischen Konferenz habe im übrigen niemand, ob er für oder gegen die Bolschewisten war die Hungersnot zu politischen Zwecken aus- nuhen wollen Das Hilfswerk könne nur Erfolg haben, wenn in den nichtheimgesuchten Gebieten die Bauern veranlaßt würden, ihre Getreidevor-

müsse er mitteilen daß die Aachrichten, die die Regierung eben erhalten habe, auf eine furcht­bare Katastrvps

ein Telegramm von

treter in Moskau eingegangen, das des 35 Millionen Menschen hilfSb

b e Hinweisen. Soeben sei dem britischen Handclsver- ngen, das besage, daß ' bedürf-

wiesen. Es schweben zur _

einzelnen Arbeitsgemeinschaften Der Hand l u n g e n über eine a l l g^ tn e_l n e G r

worden sei, -

des Obersten Rates vorweg zu nehmen. 3n Ober» schlesien habe ein p o l n i s ch e r A u f st a n d statt- gefunden, der sehr bemerkenswerte Aehnltchkett hatte mit den gleichen Bewegungen, die bereus in Wilna und an der russischen Grenze ftatigemn- den haben und wie sie sich vorher in Oberschiesten ereigneten. Man sei in London der Ansicht ge- wesen, daß toerih diese Dinge ohne Einspruch ge­duldet würden, d i e H e r r s ch a f t d e s D ö l k e r- ! rechts zu Ende sein würde und dah die

Gewalt die Oberhand bei der Entscheidung dieser I groben Grenzfrage erlangen würde. Di^r *urbe

erinnern, dah

Die Brotpreiserhöhung und ihre Folgen.

Eine halbamtliche Stelle verbreitet fol* gende Ausführungen, In denen zwar wohl­wollende Besorgnisse der Reichsregierungs- stellen zum Ausdruck kommen, die aber in vie­len Lesern doch auch hie Erinnerung wecken Daran, dah.die Gesamtpolitik der ge­genwärtigen Regierung mit ihrem bekannten Optimismus nicht danach angetan ist, die all­gemeine Wirtschaftslage zu 'heben. Wir ge­ben den halbamtlichen Aufsatz gleichwohl sei­nes sonstigen aufklärenden Inhalts wegen nachstehend wieder:

Höhung der Löhne und Gehälter die mit Rachdruck betrieben werden und ein baldiges Ergebnis versprechen. Es steht zu erwarten, dah die beschleunigte Durchführung dieser Aktion dazu beitragen wird, beruhigend auf die' durch die Brvtpreiserhöbung besonders betroffenen Be­völkerungskreise zu wirken.

Asquith bezeichnete die Rede Lloyd Ge­orges als die befriedigendste SrNärung über die internationalen Beziehungen seit dem Waffen­stillstand. Asquith fragte bezüglich der ober- schlesischen Frage, ob nach Ansicht Lloyd Georges die Deutschen und die Polen Gelegenheit erhalten würden, ihren Fall zu unterbreiten. Lloyd George nickte zustimmend. 2Iuf die Frage, ob die Deutschen in dieser Hinsicht in genau bitf selbe Lage verseht würden wie die Polen, trotzdem Deutschland nicht Mitglied des Dölkerbundes sei, nickte Lloyd George, wie es den Anschein hatte, ebenfalls zustimmend.

Die Rede Lloyd Georges.

London, 16. Aug. (WB.) Unterhaus. Lloyd George kam auf die letzte Tagung beä Obersten Rates zu sprechen.

Die letzte Zusammenkunft deS Obersten Rates sei in vieler Hinsicht die wichtigste seit der Frie­denskonferenz gewesen. Es gäbe Fragen, die die Solidarität der Entente be­drohten. Er sei der Ansicht und er sei ge­wiß, seine Ansicht werde von jedem Mitgliede des Hauses geteilt, dah die Einigkeit der Alliierten eine Gewähr für den Frieden Europas fti. (Bei­fall.) Ein Bruch, wobei jeder seine eigenen In­teressen verfolge ohne Rücksicht auf die anderen, würde die Gefahren und Konflikte vermehren und den Ansporn zu einer Verständigung schwächen und die Gefahren, die den Weltfrieden bedrohten, unberechenbar vergröbern. Aus diesem Grunde sei die letzte Zusammenkunft des Obersten Rates eine der bedeutsamsten gewesen, die bisher stattae- funden haben, und es sei auhervrdentlich zu be­grüben. dah zum Schluh der Konferenz eine Ent- schliehuna angenommen wurde, die nicht nur be­sage, daß die Allianz fortbauern solle, sondern dah der Geist der Allianz so stark wie je zuvor sei. (Beifall.)

Dann ging der Premierminister auf bic vberschlesische Frage über unb betonte, diese sei ihm niemals sehr schwierig erschienen, aber sie sei durch Beimengung an­derer Elemente verwickelt gemacht worden, die sie zu einem recht bedrohlichen Problem gestaltet hätten Es gebe weite Kreise der öffentlichen Meinung in Frankreich, die glaubten, dah bic Wegnahme der Kohlen- und Sisenlager von Deutschland für die Sicherheit Frank­reichs wesentlich sei, er halte die« aber für einen Irrtum. Llphd George hob hervor, dah Schlesien keine polnische Provinz,sei: vier Fünfter der Bevöllerung seien deutsch, mit einer recht beträchtlichen polnischen Beimischung nach der Grenze hin. Die Auseinandersetzung habe stch um das bedeutende Industriedreiea gsdreht. in dem die Städte deutsch, die Dörfer polnisch seien. Betrachte man aber das Gebiet als Ganzes, so handle es sich in Wirklichkeit um eine deutsche Mehrheit. Die industrielle Entwicklung, das Ka­pital und die Bevöllerung seien deutsch, so dah nach dem Prinzip »Ein Wann eine Stimme" das Gebiet den Deutschen zufallen mühte.

hergestellt wurde.

Lloyd George erklärte weiter, es sei in der ( Einberufung der Konferenz des Obersten Rates setnerzeit eine Verzögerung entstanden, und nach , einigen Erörterungen sei es bald klar gewesen, dah eine vollständige Ueberein ft im­mun g vollkommen unmöglich sei. Es habe von Anfang an die Schwierigkeit der Frage der Sicherheit bestanden. Auf englischer Seite habe man empfunden, dah. sobald die statistischen, geographischen und wirtschafllichen Fragen be­sprochen wurden, bei den Franzosen immer die Erwägung der Sicherheit vorgeherrscht hätten und baf) daher die Franzosen keinerlei Vorschlä­gen zustimmen konnten, die für die übrigen Alli­ierten annehmbar waren. Unter diesen Umflänben beschloß man in voller Liebereinstimmung, die oberschlesische Frage der schiedsrichter­lichen Entscheidung des Völkerbund des zu unterbreiten Man könne einwenden. daß dies bereits früher hätte geschehen können. Es hätte jedoch bestimmt nicht früher getan werden können, ot>nc dah man einen politischen Miß- erfolg riskiert hätte. Sine Schwierigkeit, die be­stand, sei die gewesen, dah man zunächst den Aus­land erledigen muhte. Man hätte dieses Pro­blem nicht dem Böllerbund übergeben können, da er nicht über bie Ausrüstung verfügte, um mit dem Aufstand fertig zu werden Der Oberste Rat sei die einzige Körperschaft gewesen, die sich mit bem Auf st and habe befassen können. Er fei sicher, daß der Vorschlag, den Völkerbundsrat entscheiden zu lassen, in dem einzigen Augenblick gemacht wurde, in dem er annehmbar war und Aussicht auf Erfolg hatte.

Lloyd George erflärte in seiner Rede weiter, es sei nicht seine Aufgabe, dem Völkerbunds­rat zu diktieren, wie er sich mit dem Problem befassen solle. Er nehme jedoch an, dah der Rat nicht versuchen werde, sich selbst damit zu befassen, sondern dah er die oberschlesische Frage entweder an einen Ausschuß von Juristen oder an einen Schiedsrichter (Arbitrator) verweisen werde. Es sei sehr wichtig, dah bevor irgendetwas un­ternommen werde. Frankreich. Italien und Japan sich verpflichten, die Entscheidung dieser vom Völ- kerbundsrat ernannten Körperschaft anzunehmen. Die Parteien würden zweifellos vor dem vom Völkerbund ernannten Gerichtstribunal erscheinen. Die Frage würde aufgrund fundamentaler doku­mentarischer Beweismittel verhandelt und das Urteil würde in der gewohnten Weise gefällt wer­den. Die vberschlesische Frage sei die wichtigste, die bisher an den Völkerbund verwiesen sei, dessen Ruf, Stellung und Einfluh beträchllich steigen würde, wenn er dieses auhervrdentlich verwickelte Problem erfolgreich behandeln könnte.

Die Beunruhigung über die bevorstehende Drot- preiserhöhung ist allgemein. Sie beschränkt sich nicht auf die Arbeiterschaft, sondern erstreckt sich in nicht geringerem Grade auch auf die übrigen Derbraucherkreise, die auf ein festes Einkommen <m Lohn oder Gehalt angewiesen sind und durch jede Steigerung der Lebensmittelpreise vor die Rotwendigkeit einer neuen Lohnbewegung gestellt werden, also auf Beamte, Angestellte usw., ganz abgesehen von den bellagenswerten Kleinrentnern, den SrwerbSlvsen, Arbeitsinvaliden und Unfall­rentnern. Zugleich mit den äuheren Anzeichen einer immer stärker anschwellenden Erregung ge­langen Vorschläge zur Abhilfe an die maßgeben­den Stellen. Bedauerlicherweise scheitern diese Vorschläge zumeist an der Wucht der Volkswirt- schastlichen Tatsachen. Wenn z. D. gefordert wird, dah eine künstliche Preissenkung dadurch berbci- geführt werde, dah Reichszuschüsse in der bisherigen Höhe von 10 Milliarden Mark weiter gewährt werden sollen, so wird dabei übersehen, dah infolge der ungeheueren Summen, die das Reich für Reparationszwecke aufbrinaen muh, eine Verbilligung des Brotes, wie sie bisher er­folgte. unmöglich ist. Sine Verteuerung des Bro­tes wäre auch dann eingetreten, wenn an bie Stelle ber bisherigen Bewirtschaftung des Brot­getreides nicht das Umlageverfahren getreten Toäre. ihn diese Verteuerung wenigstens nach Dben zu begrenzen, haben Reichstag und Kabinett einem Beschluß zugestimmt, wonach ber künftige Brvtpreis bis zur nächsten Ernte ben bisherigen um nicht mehr als höchstens 40 Prozent über­fleigen darf. Der Preis für ein Markenbrvt im Gewicht von 1900 Gramm darf mithin im Höchst­fälle 7 Mark betragen. Bei der nach wie vor notwendigen Einfuhr erheblicher Getreidemengen und dem schlechten Stand ber deutschen Währung würde der Brvtpreis weit höher getrieben wer­den wenn nicht die Reichsregierung vom Beginn de»' neuen Wirtschaftsjahres bis zum 31. März 1922 einen Verbilligungsfonds von 3 Milliarden bereitgestellt hätte. Wenn trotz dieser großen Zu- fchuhsumme, bic bei ber gegenwärtigen außer­ordentlichen Anspannung der Reichsfinanzen im Interesse der Volksgesamtheit, also auch der Ver- braucherschaft nicht überschritten werden darf, eine fünfköpfige Familie künftig etwa 500 Mark mehr als bisher für ihren jährlichen Drotbedarf wird ausgeben müssen, so ist ein gewisser Ausgleich dadurch geschaffen, daß in Zullrnft bei der Her­stellung auch des rationierten Brotes jede Strek- hmg durch minderwertige Ersatzmittel in Fort­fall kommt und Geschmack und Rährwert des Brotes dadurch wesentlich gesteigert werden.

Mit Rücksicht auf die minderbemittelten De-

räte gegen Lieferungen, die vom Ausland kämen, abzutreten. Diese ßiefer ungen vom Ausland lonn ten nur erfolgen, wenn die Sowjetregierung ihre Verpflichtungen bezüglich der bereits an Rußland gemachten Lieferungen anerkenne. Wenn die Low- jetregierung das Vertrauen schaffen wolle, das die Handelswelt dazu bewege, im jetzigen Augenblick einzuareifen. dann müsse sie sagen, dah sie ihre Verpflichtungen anerkenne. _

Zum Schlüsse seiner Rede schilderte Lloyd George die Rot. die der Krieg in allen Län­dern zurückgelassen habe. Er erllärte unter Bei­fall dieWashingtonerKonferenz komme nicht einen Tag zu früh. Jedoch auch sie würde nicht genügen, wenn nicht eine dauernde. Wachsamkeit verbündeter Rationen in der Welt bestände, die Gewähr dafür biete, daß Ehrgeiz und Habgier niemals wieder die Welt in diesen Sumps de« Glends stürzen.

Lloyd George erklärte weiter, es sei zu­gegeben. dah bic Bevölkerung Oberschlesiens über­wältigend deutsch sei. Bezüglich des westlichen Teiles Oberschlesiens, der in seiner überwiegenden Mehrheit für Deutschland stimmte, bestehe unter ben Llllüerten vollkommene Liebereinstimmung, besgleichen barüber. bah Pleh unb RYbnik. bic für Polen gestimmt hätten, Polen zugewiesen werben sollten. Die italienischen und britischen Sachverständigen, desgleichen die italienische und britische Kommission, stimmten darin überein, dah daS sehr wichtige Industrieaebiet auf der der Abstimmung ber Bevöllerung nb zugeteilt werben müsse. Es

In seiner Rede erklärte Lloyb George u. a. noch, dah neben ber oberschlesischen Frage auch bie Frage ber ,S a n k t i o n e n", die Deutsch­land auferlegt worden feien, schwierig sei. Es be­stehe kein Zweifel, dah wirtschaftliche .Sanktionen" nur gerechtfertigt seien, wenn Deutschland bessere Abmachungen abgelehnt hätte. Deutschland habe aber bessere Abmachungen angenommen und tue sein bestes, um sie durchzuführen. Die Alliierten seien ber Ansicht, dah die Verlängerung der lästi­gen Zollgrenze ungerecht sein würde. Die Alliier­ten seien daher übereingekommen, sie aufzuheben. Es herrsche allgemein die Ansicht, dahdieZeit füreineallmählicheHer- absehung der Deutschland durch die Besatzung und die Kontrolle auf- erlegten Kosten gekommen s e i. Die Ausgaben dafür verschlängen Schätze Die Allliierten hätten beschlossen, einige Kontrollkommissionen allmählich soweit wie möglich ^u vermindern und bezüglich der Kosten der Beiatzungsheere eine Re­gelung zu treffen, die alle Teilnehmer bcfrtebigel werde. Was die Sicherheit Frankreichs betreffe, so könne er die Rervosität des franzö­sischen Dolles verstehen. Die Ereignisse seien noch in Erinnerung, die es Frankreich sehr schwer machten, nicht eine berechtigte Besorgnis dahin zu empfinden, was die Folge sein würde, wenn Deutschland seinen Angriff erneuere. Kein ein­ziges deutsches Schiff werde jedoch ohne Mit­wissen der Entente vom Stapel gelassen und kein Geschoß auf die Schiffe gestellt, von dem die liierten nicht Kenntnis erhielten. Das gelte auch für Frankreich. Deshalb könne Deutschland nie etwas unternehmen.

Lieber dietürkisch-griechif che F ra g e sagte Lloyd George, das einzige sei, beide Par­teien ihre Kämpfe ausfechten zu lassen.

Lloyd George wandte sich dann ber Frage Der russischen Hungersnot zu. die bie furcht­barste Heimsuchung seit Jahrhunderten fer die die Welt betroffen habe. Es sei schwierig. Rach- ichhtsi zu erhalten. Zu seinem größten Leidwesen

Protest gegen die Anerkennung dellen, was als alt acompli gelten könne, zu erheben. Es sei oesentlich, daß eine Warnung erteilt werde, otoeit die Regierung Großbritanniens in Betracht komme, die, wie erfolgreich auch immer der Aus­stand für eine gewisse Partei gewesen sei. diesen Aulltand nicht anerkennen könne unb daß nur eine

völlerungsschichten ist Vorsorge getroffen, daß die kommunalen Verbände aus der Abgabe des Meh- LeS keinen Gewinn erzielen. Eine Ver- Fütterung von Brotgetreide ist verboten, und ebenso ist die Verarbeitung von Getreide und Hafer zu Branntwein nur mit Genehmigung be8 Reichsernährungsrninisteriums statthaft. Schließlich ist der bisher nach mancher Richtung gehemmt gewesene Handelsverkehr mit Brotge­treide, Gerste und Hafer innerhalb des Reichs­gebietes erleichtert worden. Alle diese von der Regierung getroffenen Maßnahmen zielen darauf ab eine Verringerung des Vorrates und einer allzu starken Preissteigerung nach Möglichkeit vorzubeugen.

Wie sich die Preise für das ab 15. August im freien Handel erhältliche Brot gestalten werden, läßt sich zur Zeit noch nicht genau über­sehen. Cs werden nach dieser Richtung vielfach Zistern genannt, die unzweifelhaft zu hoch ge­griffen sind. Die Preisrcgulierung für bic dem freien Handel zugänglichen Getreidemengen wird sich naturgemäß nach dem Grundprinzip des freien Handels, nach Angebot und Rachfrage, richten. Für die Llebergangszeit wird ein gewisses preis­regulierendes Ventil dadurch geschaffen werden, daß in Zukunft, wie bisher, monatlich bestimmte Mengen an Kochmehl an die Verbraucher ab- aeaeben werden die auf die Preisgestaltung des im freien Handel erhältlichen Mehles Einfluß ausüben werden. Was getan werden kann, um einen Ausgleich der durch bie Drotpreis- echöhung verursachten Verteuerung ber Lebens­haltung insbesondere ber arbeitenben Bevölke­rung zu erreichen, wirb geschehen.

Die ZentralarSeitsgemeinschaft ber gewerb­lichen unb industriellen Arbeitgeber unb Arbeit­nehmer Deutschlands, in ber beide Gruppen gleich­mäßig vertreten sind, wirkt gegenwärtig mit Rach- brud daraus hin, daß der Ausgleich durch ent­sprechende Lohnerhöhungen angestrebt werden müsse.

-In einer Sitzung der ZentralarbeitSgemein- schaft die am 1. Avril ds. Zs. stattfand, wurde der Beschluß gefaßt, bie ihr angeschlossenen Reichs- aicheitLgemeinschaften aufzufordern, bei ben Ar­beitgebern darauf hinzuwirken, daß im solle einer Brvtprciserhöhung angemessene Lohnerhöhungen cintreten. Rachdem die Erhöhung des Brotpreises beschlossen worden ist. wurd»" m einer neuen

Entscheidung das Schicksal Oberschlesiens be­stimme, nämlich die Entscheidung der Körperschaft, die, vom Friedensvertrag selbst geschaffen, nach den Grundsätzen handele, die im Friedensvertrag nicbergelegt wurden.

Lloyd George sprach sich anerkennend über die HUfe aus, die Sir Harold Stuart dabei gelei­stet habe, der mit großer Urteils traft, Entschlossen­heit unb Takt gehanbelt habe unb dem es im Ver­ein mit den übrigen Kommissaren vor allem zu verdanken fei, daß der Aufstand in Oberschlesien liquidiert und die Autorität der Alliierten wieder

Briands Mitteilungen an die deutsche Regierung.

Berlin, 16. Aug. (Wolff.) Der fran­zösische Ministerpräsident überm ttelte >em deutschen Vertreter in Pari- folgende

Rote:

Die im Obersten Lat vertretenen alliierten Regierungen haben bie Ehre, Ihnen mitzuteilen, baß ber Oberste Rat am 13. August bezüglich ber am 7. März 1921 verhängten wirtschaft­lichen Sanktionen folgenben Entschluß faßte, besten Wortlaut folgt:

1. Auf Grund ber Annahme des Ultima­tums vom 5. Mai 1921 durch Deutschland, sowie auf Grund der ersten von Deutschland auf die Reparationsrechnung geleisteten Zahlungen, unter Vorbehalt der vollständigen Begleichung der Summen die Deutschland bis zum 31. August zu zahlen hat, beschließt der Oberste Rat einstimmig die Aushebung der wirtschaftlichen Sanktio­nen die durch ihn am 7. März 1921 verhängt Morden sind Diese Entscheidung wird gegebenen­falls am 15. September in Kraft treten.

2. Diese Entscheidung ist jedoch von folgenden vorher von der deutschen Regierung anzunehmen, den Bestimmungen abhängig.

a) Es wird eine interalliierte Stelle geschallen, bie in Gemeinschaft mit den juftänbigen deutschen Stellen zusammenarbeiten wird, bet Der Prüfung der Ausstellung solcher Sin - und Ausfuhrbewilligungen die Waren be­treffen, deren Empfänger ober Absender Firmen deS auf Grund DeS Versailler Friedens b^e s e v - ten Gebietes sind Der einzige Zweck dieser Stelle ist eine Sicherung dagegen zu schallen unb darüber 'zu wachen, daß nicht etwa baS beutle ©in- unb Ausfuhrsystem hinsichtlich ber besetzten Gebiete eine Benachteiligung ber interalliierten Waren unter Verstoß gegen Artikel 264 bis 267 des Friedensvertrages zur Folge hat.

b) Die deutsche Regierung erkennt die GültigkeitderHandlungenarrdie wäh- rerrd der Dauer der Sanktionen auf Grund der Verordnungen vorgenommen wurden welche die interalliierte R he in l an d k o m m r s - f i o n in Ausführung der auf der Londoner Kon­ferenz im März 1921 getroffenen Entscheidungen erließ Es wird von allen gerichtlichen und ver­waltungsmäßigen Maßnahmen wegen solcher Handlungen Abstand genommen, die nach Maß­gabe der erwähnten Verordnungen vorgenommen

3. Die interalliierte Rheinlandkommission ist ermächtigt unter Mitwirkung der beauftragten italienischen Regierung, Ausführung s- uw ilebcrgangSbeflimmungen zu erlasse» unb durchzufüpren. die sich auf die vorgenannter Entscheidungen sowie auf die Verwendung bei vereinnahmten Gelber unb bie Prüfung ber ge­leisteten ober noch zu leistenden Ausgaben be-

Der Oberste Rat überträgt die Ausarbei­tung der Bestimmungen über die in § 2 er­wähnte Stelle einem Sachverständig en» ausschuß der von den Regierungen der Be sayungsmächte unb ber italienischen Regierung ernannt wirb unb seine Vorschläge v o r dem 1. September ben Regierungen zu unterbreitenJjat.

Die Sachverständigen werben möglichst bald^ Koblenz zulammentreten, um sich dort mit De I deutsch«! Delegierten zu treffen. . . , .

Ich habe bie Ehre. Sie 3" bitten, kes^ | Schriftstück Ihrer Regierung zu übermitteln »

Grundlage

Deutsch!----

wäre vollkommen unmöglich. Inseln zu schallen. Deshalb hätten sie zu beschließen gehabt, an wen das gesamte Gebiet fallen solle. Die französi­schen Sachverständigen seien ganz anderer Ansicht gewesen. Die italienische unb britische Kommission hätten in biefer Frage nur baS eine Interesse gehabt: beiben Parteien Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Die ftanzösische Kommission hätte genau dasselbe Interesse gehabt, nur dah sie unzweifel­haft durch andere Llmstände bewogen worden sei, die ihr Urteil mitbestimmten, nämlich die Frage der Sicherheit, indem sie die Bergwerke. daS Zink und Eisen Deutschland wegnähmen und Polen auShändigen wollten. Dies sei keine Er­wägung. bie im Friedensvertrag enthalten sei. Der Vertrag gebe die Durften Richtlinien bezug- sich dessen, was in Betracht gezogen werden mülle nämlich die Bevöllerung, sowie wirtschaft­liche und geographische Erwägungen. Jene an­deren Erwägungen gehörten jedoch nicht zu den Richtlinien deS Vertrages und seien deshalb als außerhalb des KreiseS der Erwägung liegend angesehen worden. Wenn einer Ungerechtigkeit zugesrimmt würde, so wurde dies einen Konflikt in naher Zukunft, be­stimmt aber in der ferneren Zukunft verursachen, und in Europa wurde es kernen dauernden Frieden geben. Das Haus werde sich der Versuch unternommen um die Entscheidungen

Hr 191 Erstes Blatt 171. Jahrgang Mittwoch, 17. August 1921

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