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Mittwoch. 16. November 1921

Ul. Jahrgang

Erstes Blatt

iften von England unb 2Ime-

c e

aas. SU

rzichten.

Ein französis<s"italietiif ches Urbcrciufommrn.

Washington. 15. Rov. (Wolff.) Reu- ter. Briand und Schanzer sind überein- qekemmen, daß F ran kreich und Italien bei Fragen, die sich aus der Konferenz er­geben, gemeinsam handeln werden, und »war nicht nur in der 2lbruswnqSfrage. son­dern auch in Fragen, die im Zusammenhang mit den ©rörterun ien über den Stillen C^eon und den Fernen Osten entstehen könnteru Das Hebereintommen zwischen Briand und ^-chan»

Aus dern Reiche.

Der neue Wohlfahrtsminister.

Berlin, 15. Rov. ZentrumSabgeord neter Hirtsieser deS preuhischen Landl tageS hat einer Korrespontenzrneldung zu folge den Ruf als preußischer Wohlfahrts. Minister angenommen.

der Konferenz.

Die englischen Erwägungen.

erzielt. 3n gut unterrichteten Kreisen ist man der Ansicht, daß dieses Uebereinlommen zur Verwirklichung der Zwecke sehr viel beitragen wird, die Präsident Harding vorschwebten, als er den Plan zur Einberufung der Ab­rüstungskonferenz fahre.

Ruhe in Rom.

Rom. 15. Rov (WTB ) 5>?r allgemein, Ausland ist gestern morgen beendet teer- ben. 21!le Arbeiten tnu-ben w eder cuifce-ommen. öträhenbabnei unb Ei'enbahnen find tot der im Betrieb. Auch die 3citungen find wieder er- td)lenen. Die S'abt hat ihr gewöhnliches Aus­sehen wieder angenommen.

Aus dem defekten Gebiet.

DuS Saarbrücken.

deS amerikanischen Vorschlag«.

Wenn sich Amerika und England unter der Hand über die Abrüstungsfrage zur See verstän­digt haben unb daS In der "Rebe von HugbeS am SamStag feinen RiÄ>erschlag gesunden bat. dann liegt die militärische unb politische Abstcht klar zutage. Solange England des vollen Einverständ­nisses mit Amerika sicher ist. unb solange ihm Amerika ein gewisses Uebergewicht in der Aus- rechterdalning der Seerüstung zubilligt, bat Eng­land nich'S zu fürchten. Die übrigen Seemächte spielen keine Rolle. Japan aber, dem nur eine Flotte von 300 00-} Tonnen gegen die 500 000 Amerika- und 600 000 England« zugehillint wird, ist dadurch völlig an die Wand gedrückt. Und hierin kfcint unS daS Entscheidende deS ganzen Vorgehens zu liegen. Leise und vorsichtig ertönt auS englUdten (Blättern die Andeutung, bah Zapan am Wendepunkt seiner politischen Entwick­lung angelangt sei, und dah in seiner Hand das künftige e<bicTal der Welt mit der Frage Krieg oder Frieden liege. Etwa- stärker und weniger vorsichtig äuhert sich die amerikanische Presse in derselben Richtung. Richt umsonst wirb der Vergleich gezogen, der eine gewisse Drohung in sich schließt, bah nämlich Japan in Wasbington vor dieselbe Entscheidung gestellt werde, wie seinerzeit Deustchlano im Haag. Damals sei Deutschland, fo klingt eS als Unterton durch, nicht aus die Abrüstung-Vorschläge eingegangen unb daher habe eS die Verantwortung für den Welt­krieg «u tragen. Wir wollen davon abfeben. unS in diesem Augenblick unb in diesem Zusammen­hang mit der Frage zu beschäftigen, sondern nur fest stellen, bah birie erlogene Behauptung durch ihre bäufige Wiederholung nicht richtiger wird. Aber man fühlt bereit» deutlich die Absicht her­aus. 3aran militärisch und morcklisch genau so einzukrellen. wie damals Deutschland. Ratürlich muh England. daS ja vorläufig noch Japans Verbünd.-ter ist. etwa» zurückhaltender und behut­samer auftreten alS Amerika, dem es bereitwillig die Vorhand übrrlästt. Aber es wird sich wohl kaum ein japanischrr Staatsmann ftnbcn. der sich über die Bcd.nitung dieser Politik im Unklaren wäre Sah llch Japan gegen beide Mächte zur Wehr setzte unb vor aller Welt die moralische

scheu Standpunkt zu erläutern. Sie Repa­rationsfrage werde n icht diskutiert werden. Es sei Angelegenheit der französischen Regierung, die Stunde unb die Art einer der­artigen Diskussion -u wählen. Diese Dis­kussion könnte augenblicklich nur un- rankreich sein ange i htS der

g ü n st i g f ü r Erregung aller , -------- .

rila Pertinat fordert deShaB L o u ch e u r auf feine Reife nach Washington

London, 15. Rov. (Wolfs.) Zu dem Be­richt bah Balfour in der heutigen Sitzung der Abrüstungskonferenz _tm Prinzip" die amen- kanifchen Vorschläge betresiend die Sinschränkuna der Rüstungen zur See annebmen wird, wird noch gemeldet, es verlaute, daß eine Haupt- erwagung. die Balfour bei dem Entwurf sei­ner gestrigen Antwort auf die Vorschläge HugbeS leitete, die Frage ist, waS getan werden mulfe. um Frankreich und Italien m den Be­reich des amerikanischen Planes einzufügen. Die amerikanischen delegierten sollen ihren britischen Kollegen vor Augen gehalten haben, bah es ttoed- mähig wäre, wenn man zunächst bie vvrgeschlagenc Rüstungseinschränkung behandle, da sie die drei Hauptmächte. England, die Bereinigten Staaten und Japan.' berühre. Xi herbem verlautet, bah England vielleicht sogar die Abschaffung der Unterseeboote Vorschlägen und. wenn man nicht soweit gehen sollte, für die De- schränkungen der Unterseeboote ein treten wird Die britische 2lnlicht geht auhetbem dahin, bah zugleich mit der Rüstungseinschränkung even- tuell eine Verminderung der Rüstung-betrieb-- anlagen stattfinden soll. Die Engländer wollen auch das Ersatzprogramm elastischer unb über eine Periode von fahren oerteili leben. Die bri­tischen Sachverständigen lind au herbem noch der Meinung bah die Einschränkung der Flugzeug- mutterichisfe den Vereinigten Staa'en einen ge- toiffen Vorteil bringe, da die Engländer bereits eine Anzahl solcher Schiffe besitzen, die veraltet wären, während die Vereinigten Staaten neue Schiffe von überlegener Art bauen werden. 3n Washington wird mitgeteilt, bah. obwohl Bal­four an ber Spitze der driti'chen Delegation mir in Abwesenheit Lloyd Georges steht, er bei ben Verhandlungen Vollmacht besitzt.

Der parlamentarische Berichterstatter der .Daily Rews" schreibt, die groben engli'chen Rü­stungskonzerne seien über bie Absichten, die ihre Interessen berührten, lebt beunruhigt

die Frage der Derteidigung Mir S« nicht nur vom Standpunkt der britischen Inseln. sondern auch vom Standpunkt deS gesamten britischen Reiches aus betrachten müsse.

Japan schr Einwendungen.

Paris. 15. Rov. (WTB.) ,Reuvork Herald" meldet aus Washington: 3n den 1 a - p a n t chen Gegenvorschlägen wirddie Beschtantttng der japanischen Flotte auf 10 Grohkampffchisfe. wie von Hughes vorgeschla- gen. angenommen, aber verlangt werden, bah die englische Flotte weniger als 22 und die der Bereinigten Staaten weniger als 18 die­ser Schiffe ^umfasse.

Abrüstung zu Vnitbc?

Paris. 15. Rov. (WTD ) Der Sonder­berichterstatter des .Intransigeant" In Washing­ton will wissen, bah die Einbringung eiueS Vor­schlages für die Abrüstung zu Lande entweder von englischer oder von italienischer Seite unmittelbar bevorstche. Driand habe sich gestern abend mit der englischen Delegation besprochen. 3m Laufe der bevorstehenden Erörterungen werde vielleicht Polen wogen seiner 300 000 Mann ft arten Armee Schikanen auSgeseht fein. Ita­lien mit seinen 230 000 Mann werde vielleicht mit Rücksicht auf feine Devölkerungszifser eine Ein­schränkung vornehmen müssen. Was Frankreich an­lange, so werde es vor der Konferenz den Beweis dafür führen, das) Rutzland heute 1 6Ö0 000 Mann mit 500 000 Bajonetten und starker Kavallerie un­ter ben Waffen habe und morgen 12 Millionen Menschen mobil machen ßnne. Die französische Delegation werde ferner auSeinandersetzen, bah Deutsch! and einen Grundstock von 250 000 Mann besitze unb ohne weitere- sieben Millionen Soldaten mitsamt den nötigen Gewehren. Maschi- neuge-vehren und Flugzeugan aufbringen könne. Die französische Delegation werde auch barlcgen. bah England mit den Dominion- ein Heer von 700 000 Mann habe Es müsse also Frankreich mit seinen Kolonien gestattet fein, 657 000 Mann (da­nach dem Berichterstatter die französische Heeres- stärke Ende 1921 sein wird) zu unterhalten. Wirk­same Garantieen vorausgesetzt, so werde die fran- zöfische Delegation sagen, werde Frankreich gern eine Armee noch mehr einschränken.

Der Arbeitsplan der Washingtoner Konferenz.

Paris. 16. Rov. (WTB.) Pertinar fabelt dem .Echo be Paris": Rachdem Staatssekretär Hughes der Innenpolitik Tribut gezollt habe, verlange er jetzt geheime Beratungen Rach allem werde also der amerikanische Kongreh Geheim­sitzungen abhalten. Rur die Entscheidungen wer­den öffentlich bekanntgegeben. Ueber dem Komitee von 50 Mitgliedern, das die maritime Konvention ausarbeiten tofrbc, über dem Komitee von 36 Mitgliedern, das die Probleme des fernen Ostens lösen solle, und über den vielen Tinterkornrnllsio- nen, bie die Spezialfragen beraten sollen, wird der Rat der 5 R e g ie r u n g s che f S Herr­

chen, analog dem berühmten Rate der 4. Pertinar bestätigt ferner, bah Hughes erklärt habe, er werde keine ©efamterflarung in her Frage des fernen Ostens abgeben. Briand habe erklärt, bah eine rasche Prüfung aller Detailfragen vorerst unternommen werde, vor allen Dingen würden die Probleme behandelt werden. Über die ein Einverständnis leicht zu erzielen sei. Die anderen würden zum Studium zurückgestellt werden. In dieser Art würden die nächsten Verhandlungen geführt werden. Pertinar fragte zum Schluss, ob die Frage der Rüstungen zu _ Lande unb die ReparationSfrage diskutiert würden. Die eng­lischen und italienischen Delegierten liehen er­kennen. bah sie die Initiative zr Diskussion der ersten Frage ergreifen würden, aber es könne auch möglich fein, bah Briand eS für opportun halten würde, ihnen zuvorzukommen, um den französi-

Washington. 15. Rov. (Wolff.) Auf einer Konferenz der Vorsitzenden der Delega­tionen der fünf Grohmächte wurde beschlossen, bah die Frage der RüstungSeinschran- k u n g von einer Kommission erörtert wer­den solle, die sich aus den Syuiptbelegterten der fünf Grohmächte zusammensetzt.

Auch die Erörterung der Frage deS f e r - nen OstenS wurde an eine Kommission ber- wiesen, die aus allen Hauptdelegierten der neun auf der Konferenz vertretenen Mächte besteht. ES wurde auch die Schaffung von Unterausschüssen genehmigt, die sich päter als notwendig erweisen sollten. Auher- dem wurde beschlossen, dah jede Kommission, die den Wunsch darnach hegt, Gelegenheit erhält, ihre Ansichten über die amerikanischen Vorschläge betreffs Abrüstung zur See auf der morgigen Eröffnungssitzung der Vorkvn- erenz zum Ausdruck zu bringen. Die Ver­weisung der wichtigen Fragen der Konferenz an besondere Kommissionen bezweckt die Er­örterung dieser Fragen hinter geschlossenen Türen, statt auf den öffentlichen Sitzungen

Die Wünsche der Kriegs- beschädigten und Kriegs» Hinterbliebenen.

Berlin. 15. Rov. (WTB.) Heute bat beim Reichspräsidenten un er dessen Vorsitz in Anwesenheit de« Re ich« - arbeitümintsters und de« Vertre­ters des Reichskanzlers eine Be­sprechung mit den Vertretern der sieben Spiyenorganlsationen der Kriegs­beschädigten und Kriegshinterbliebenen stattgefunden, wobei die Vertreter der Or­ganisationen die durch die Teuerung hervor­gerufene wirtschaftliche Rotlage der Krieg«- opfer schilderten und die Mahnahmen zu deren Abhilfe besprachen. 3m Vordergründe der Verhandlungen standen die Gewährung einer Winterbeihilse. Erhöhung der Teuerungszula­gen und grundsätzliche Stellungnahme zur For­derung der Organisationen auf sofortige Re­form des Reichsversorgungsgesenes. Der Reichspräsident und der Reichsarbeitsminister sagten die sofortige Beratung der notwendigen Mahnahmen zu. Bereits am 21. und 22. No­vember finden weitere Verhandlungen unter persönlicher Leitung deS ReichsarbeitSmini- sters mit den Spiyenorganisationen der Kriegsopfer im RelchSarbeilSminislerium statt.

Di« Mo nm2 Pest" berich et beft vvn einem groben S.ucz bet Rüfiunasatt.e i unb der "Xltien für Ellen- unb Stahlw.-rke abgesehen, bie amert- kanifchen Vorschläge keinerlei Einsluhauf die englische Efseklenhörf e Ha tcn. Die Eity fei Der Meinung, bah es verfrüht wäre, ben am ersten Tage ber Konferenz unterbreiteten Vorschlägen zu grob? Bedeutung beUumd en. Sie ist au herbem Meinung, bah ®rohbriiannlen

Balfours Antwort.

London, 15. Rov. (Reuter.) Au« Wa­shington wirb'gemeldet Balfour erklärte in seiner Antwort bezüglich ber Abrüstung-Vor­schläge ber Vereinigten Staaten: Wir stimmen mit Hughes im Geist und Im Grund!atz überein -Balfour wies jedoch daraus hin, bah. tnäbrenb bie Verbindungslinien ber Vereinigten Staaten fest und unzerstörbar fcterv fein Bürger deS bri- lischt Reiches vergessen könne, bah sein Leben von den Seeverbindungen de« britischen Reiche- abhänge. ^alfour bat bk Zuhörer, nicht zu glauben, bab er bie diesbezügliche Schwäche Groh- oritannienS beklage. Er sagte weiter: Wir sind stark in der Heiden Vaterla idSll be. die un« ver­bindet. Aber diele stra:egllch? Schwäche ist jeder- marm, bei barüber nachdenkt. Har. Sie Ist unseren Feinden bekannt, und unsere Freunde dürfen sie daher auch nicht veraeffen. Balfour gab ber An­sicht Ausdruck. bah bet Vorschlag be­treffend das Verhältnis der Schlachtschiffe der einzelnen Länder zueinander annehm­bar wäre, und bah die Höhe der Beschrän­kungen angemessen sei. Er schlug vor. dad die Ueterfeeboottonnage vermindert unb ber Bau von groben Unterfeeboo- t en untersagt werde. AIS Balfour die loyale und vollständige Mitwirkung Drotz- britanniens bei ben allgemeinen WrüstungS- fragen zusagte, erhoben sich die Zuhörer und spendeten wahrend einer Halden Minute lebhaf­ten Beifall. Auch die Erklärung Balfours be­züglich ber Unterseeboote fand warme Zustim­mung. Balfour schlug vor. die Frage ber Er­satzbauten und die Frage ber Kreuzer, bie nicht für Flottenaktionen erforderlich sind, ben tech­nischen Sachverständigen zur Erwägung zu über­lassen, ba diese Fragen nich'. die hauptsächlich, slen Richtlinien der amerikanischen Vorschläge be­rühren. Zum Schlutz seiner Rede verlas Bal­four ein Telegramm Lloyd George-, worin der britische Premierminister erflärle, die britische Regierung sei den Verhandlungen mit tiefer Genugtuung gefolgt. Sie stimme von gan­zem Herzen der Anscht Balfour« zu, bah d.e Reden des Präsidenten Harding und deS Staats­sekretär- Hughes mutige staat-männifche 2ku- terungen wären. Als Balfour geschloffen hatte, erhob sich vvn neuem riesiger Beifall.

Die Arbeit in den Ausschüssen.

Nr. 269

Der wi<ecB<r a«jd«er erfoemt täglich, aufcer Senn, und Feiertags ®6*ain*eBftuc*»rf1r. Ulk 5.50 cinld-.L Träger, lohn, durch die Post Tlh. 6.50 etidd)L Bestell» gelb, auch bei Dichter sch ei» r« finitlarr Hummern mfolge hiherer ®<u>alL g<rnipr<*.ÄH|o,tun<: KrbitSdirihkttung 112; für Druckerei, Ter lag und «bechast,stelle 51. lnld)rifi für Drahtnach­richten Anzeiger ckietze».

pastschesfama: graenwrt o. M.

ttnMgme »SA Mnjri«« für die Iage*nummer et» rum Nachm ilaa vorher I ne jede Verbindlichkeit. Drei» hir l n>m höbe für Anzeigen v 34 mm "Breite -nbch 55 Pf. du»»ärts 65 Pf.; sür Reklame» Anzeigen von 70 mm Dr c.t»25üPs. Bei Platz» »ortAnh'20 Aus chlag. Hauptschrislleaer Äug. v c><tz 'lierontwoNlich für Politik Aug. Doey; für ben übrigen Teil: ttarl TDahber. für ben Anzeigenteil hanv keck, sämtlich in Bietzen.

Der Kreditpkan der deutschen Jndnstrir.

London. 15. Rov. (Wolff.) Zu dem Bericht, bah btc R e p a r a t t o n S k o rn m t f- f j o n die deutsche Regierung dränge. SYrcblte im AuSlande aufzunehmen, und zwa- ai4 Dorfchüffe hin, die der deutschen Regierung von der deutschen Industrie gemacht würben, sagt die ..Westminster Gazette" in einem Leitartikel, jeder Versuch Deutschlands, auf diese Weise Kredite hn Auslande aufzu­nehmen. könne nur -u einem beschleunig­ten Zusammenbruch derMark führen.

Die Wtrtschast^kotnmtssion für Oberschlesien.

Pari«. 16. Rov. (WTB) Rach einer .Matin"-Mcldung au« Gens bat ber Völker-, bundSrat bem ehemaligen Präsidenten b<*S Völker-' bundsrateö. Calanber, zum Vorsitzenden der Wirtschastskommission für Oberfchlesien er­nannt

Liidslawien und Deutschland.

Graz. 15. Rov. (Wvlss ) Die .Tagespost meldet au« Belgrad: DaS Komitee für wirtschaft­liche und finanzielle Franen beriet heute ür>er die Vorlage betretend den Elbfchlub eineS Handels­vertrages zwischen Südtlawien u Deutsch­land Der materielle Teil de- Vertrage- wurde angenommen, während der politische Teil dem Ministerium de- Innern zur Sinficht überwiesen wurde.

Der Vertreter der Lowjet-Republik in Deutschland.

Berlin, 15. Rov PDnlll > Der neuemantt 'Vertreter der' russischen sozialistischen föberatihen Sowjetrepubl k in Deut'chland Krestinsky, ist heute vom Reichskanzler anläblich der Tleber- nahme der Geschäfte empfangen worden .

Abrüstung.

-Denn man ben Washingtoner Berichten eng- Mcher und französischer Zei ung-vertretcr trauen batf bat bk Rede de- amerikanischen Staatssekre­tärs Hughes mit seinen Vorschlägen über die Ab­rüstung ^r See wie eine Bombe eingeschlagen. Es ist allerbings für bie übrige Welt eine grobe Ueberraldbung. bab gleich zu Beginn ber Äon- fcrvnt ein so etnWyicibenber Plan zur Herab- seNung der Seestreitkräste für bie brti in Frage kvmmenben Droh7riLch:e gemacht werben konnte. Dabei brängen sich aUbalb brei Fragen in ben Vorbergrunb Ist ber Gedanke alleiniges Eigen­tum der amerikanischen Staatsmänner und für England cb - fo ü' e rnschend wie für die anderen? Die würde fich die Durchführung des amerita- Nischen Torid/aq« für die Schlagfertigkeit zur vee der drei Mächte äußern? Was für eine poli­tische Wirkung ist neben der militärischen damit beabsichtigt?

Rach ben ersten Berichten und nach dem. wa- früber verössentlicht worden ist. mühte man eigent­lich annebmen. bah Staatssekretär Hughes nnt fernen Plänen auch England überrascht bat. Aber es ist in Iriver Zeit das Verhältnis zwischen diesen beiden Mächen so eng gewesen, es bat sich aus fast allen Gebieten ein so durchgehende- Em- vernehmen gezeigt, bab man den Argwohn nicht unterdrücken kann, die englische Tleberraschung sei nicht ganz aufrichtig und es sei auch in dieser Hinsicht bereite ein Einverständnis zwischen Wa­shington unb ßonbon erzielt worben. Der bk Art unb Weise fennt wie bie ösfentliche Meinung ber englisch sprechenden Welt auf wichtige Ent­scheidungen langsam vorbereitet und btnflriüort wird, bei dem wird der Verdacht immer stärker, dah tauB Vorgehen zwischen England und Amerika vorher herabicbet worden ist. Heber diesen Punkt wird man erst klar zu urteilen vermögen, wenn man durch nähere Angaben in den Stand gesetzt werden wird, die mllitärische Bedeurimg der Hu- ghesschen Abrüstung zu verstehen. Rein äuberlich betrachtet, würde eine Zustimmung Englands al« ein ganz gewaltiges Zugeständnis an den Frie­denswillen ber Welt erscheinen ktznnen. benn ba- mit würbe Snglanb seinen bisher stets zäh und hartnäckig vertridigten Standpunkt aufgeben, eine Flotte zu unterhalten, die den vereinigten See- flrtiffrdften der beiden nächst starken Mächte eben­bürtig ist den sogenannten Two Power (zwei MLch'ei vtandari Es widersprechen sich auch die Meldungen darüber, ob auf Grund deS Hu- gde-'chen Plane- nur der Bau bereit« begonnener Schiffe vollendet werden darf oder oh die von den Parlamenten bewilligten Schiffe noch gebaut wer­den fallen ober ob bie zehnjährige Ruhe im KriegS'chifsbau sofort mit voller Wirkung ein- treten soll. Amerika hat bekanntlich aus seinem Flottenbauprogramm die Herstellung von sech­riesigen Pan',erkreu.zern vvn je rund 50 000 Ton­nen und von diesen sind bereit« zwei aus Stapel gelegt worden. Haben diese sech« oder wenigsten« vier davon au-zuschriden? Darüber sehen wir noch nicht Har und dock liegt darin eigentlich die entscheidende Antwort über die wahre Bedeutung

Bürde auf fich nehme, durch schroffe Ablehnung der Abrüstung einen neuen Krieg beraufzube- schwöron. ist nicht anzunehmen. Seine Antwort wird also einen Schluh darauf zulasten, ob es mit bem einigen Ztllarnrn en gehen Englands und Ame­rikas regnet, ober ob es England noch als feinen Dundesgcnosten betrachtet. Insofern hängt aller-1 btngd das Schicksal der Washingtoner Konferenz von dem Sntschluh Japans ab.

SietzenerAMger

General-Anzeiger für Oberhessen

ünid inb Verlag: vrühl'fche UlliV.-vuch' unb Steinbruderei R. Lange. SchriftleitAng, Aefchäftrftelle unb vruderei: Schulftratze 7.

Saarbrücken, 15. Rov. (Wolff.) Auf die zweimalige Aufforderung der R e g l e r u n g S k o m m i s f i o n hin h elt dte Stadtverordneten - Versammlung heute vormittag eine Sitzung ab. um über die Frage zu beraten, ob der Anempsehlung der Tteveretnkommen äwiiu^h Kommission, die für die städtischen samten

zcr da" als ..Dillflänbig" bezeichnet wird, l von der ReqierungS^Et'swn onqeord^te wurde nach einstündigcr Beraning zwischen Frankenbezahlitng auch für die slädnichen Ar- den fran-ölischen und ita.lientschen Delegierren I beiter und Angestellten zu gewähren, Folge