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BtratzenLahnverkehr richt nach wie vor. Me MttengesellschaftWeser" kann infolge eige­ner Kraftversorgung ihren Betrieb aufrecht- ^rhalten. Die Arbeiter sind vollzählig zur Ar­beit erschienen, üben aber passive Resistenz. Der Senat trat mittags erneut zu einer Be­ratung wegen des Streiks zusammen, an der auch ein Ministerialvertteter aus Berlin teil­nahm.

Gin Streik in der Oelindustrie.

Harburg, 16. August. (WLB.) Der Streik in der Oelindustrie dauert fort. Die Streikenden haben nach Ablehnung des Angebots der Arbeitgeber auch den Spruch des Zentralschlichtungsausschusses in Berlin nicht angenommen. Aach der ^Ablehnung wurde eine neue Urabstimmung beschlossen. Die Oel- arbeiter Bremens beschlossen mit Zweidrittel­mehrheit, die Arbeit wieder aufzunehmen.

Aus Hessen.

Teuerungzahlen in Hessen.

Don der Hessischen Zentralstelle für die Äandesstatistik in Darmstadt werden allmonatlich für mehrere hessische Orte nach einheitlich für das ganze Reich festgesetzten Grundsätzen T e u e - rungSzahlen berechnet, die nunmehr für den ZeitraumvonanderthalbIahren vor» fliegen. Die erstmalige Erhebung fand im Dezember *1919 statt. Sie erstreckt sich auf folgende 10 Gemein­den' Darmstadt, Mainz, Offenbach. Worms. Gie- .'tzen, Aeu-Isenburg, Friedberg. Lampertheim. Bad-Rauheim, Viernheim. Vom August 1920 ab wurde sie auf weitere zehn Gemeinden ausgedehnt, und zwar aus Densheim, Dingen, Alzey, Rüssels» cheim, Groh-Gerau, Alsfeld, Lauterbach, Oppen­heim, Erbach und Schotten. Detrachtet man die Entwickelung, die die durchschnittliche Teuerungs­zahl dieser Gemeinden in diesem Zeitraum genom­men hat. so zeigt sich, dah zunächst ein rasches Gmporschnellen erfolgte. Dis zum Mai 1920 betrug sie bereits das Doppelte vom De- zember!919: Dezember 434, Mai 871. Von da an ging sie langsam wieder zurück bis zum Sep­tember. Der Durchschnitt der zehn Gemeinden be­trug damals 783, der der 20 Gemeinden 764. Von hier an hob sie'sich wieder etwas bis zum Januar 1921 (898 bzw. 872). um mit leichten Schwankungen bis Juni 1921 auf dieser Höhe zu verharren (896 bzw. 884). Run seht eine neue Teuerungswelle ein ^Iuli 1020 bzw. 1010). Diese Steigerung ist in erster Ötnie durch die hohen Preise der neuen Kartoffeln verursacht, aber auch durch ein erneutes Anziehen fast aller übrigen Preise. Die nach den gleichen Grundsätzen für das Jahr 1913 berechnete Teue- rungszahl beträgt 85, so dah eine etwa 12- und 13fache Steigerung seit dieser Zeit erfolgt ist. Da­bei ist zu berücksichtigen, dah bei Errechnung der Teuerungszahlen nur Ausgaben für Ernährung. Heizung, Beleuchtung und Wohnung in Ansatz ge­bracht sind, nicht dagegen für Kleidung, Wäsche. .Steuern usw.

Aus dem besetzten Gebiet.

t Die Desatzungskosten.

fd. C v b l e n z, 16. Aug. Die Leiden der De- Kphllerung durch die Desatzunasverhältnisse werden andauernd gesteigert. Die Zahl der in Eoblenz ' durch die Amerikaner beschlagnahmten Woh­nungen und Einzelquartiere beläuft sich gegen­wärtig auf 485. Die Behörde hat jetzt weitere 90 Wohnungen angefordert. In den Reubauten, die im Herbst fertig sind, werden 90 Wohnungen be­zogen. Weitere 130 Wohnungen für Offiziere sind bewilligt. Der Reichshaushaltsplan für 1922 hat ferner neu 50 Offizierswohnungen uno 150 Unter» terosfizierswohnungen angefordert. Es sind 550 Einzelzimmer bei Privaten, 13 Hotels mit zu­sammen 856 Betten und 5 Lehranstalten beschlag­nahmt worden. Dadurch sind etwa 3600 Räume der Zivilbevölkerung entzogen worden. An Miete für diese beschlagnahmten Wohnungen muh das Reich 15 Millionen, an Quartiergeloem für Ein­zelzimmer 1 600 000 Mark jährlich aufwenden. Die gesamten Aufwendungen belaufen sich auf 93 Millionen Mark, für 1920 auf 31.9 Millio­nen Mark, von denen das Reich bisher 23,3 Mil­lionen zurückerstattet hat. Bei der ungeheuren Inanspruchnahme der städtischen Straßen durch die Kraftwagen der Besatzung hat die Stadt Schritte bei der Regierung um Schadensersatz ge­tan. Sie fordert dafür 13,3 Millionen Mark an. von denen 8,3 Millionen Mark anerkannt wurden. Falls das Reich diese Schadensansprüche ablehnt, geraten die städtischen Finanzen in den Zustand völligen Ruins. Die Stadt berechnet ferner als Ersatz für Beamte usw., die Besahungsangelegen- heiten der Arbeiten, monatlich 100 000 Mark und für die Polizei 140 000 Mark.

Der militärische Charakter der Musik.

fpd. Kaiserslautern, 15. August. Die französischen Ortsdelegierten der Pfalz wurden vom Oberkommando angewiesen, in Zukunft bei öffentlicheiLUmzügen Der Turn-, Ruder- und Sportvereine, «und bei Aufstellungen zu Bereinsfestlichkeiten keine Musik mehr spielen oder die Trommeln rühren zu lassen, weil, wie <eS in dem Befehl heißt, diese Veranstaltungen dadurch einenmili­tärischen" Charakter bekämen.

Aus Stabt und Land.

Dietzen, den 16. Aug. 1921.

Gegen die Poftreklamc.

Aus neuerliche Beschwerden wegen Benützung trem Briefumschlägen seitens des PostscheclarlleS, weil diese derart mit Reklame bedruckt wären, dah sie bei den groben Driefeinläufen einer Firma als achtlose Drucksachen oder Lotterieangebote in den Papierkorb wandern könnten hat die H a n ° delskammer zu Wiesbaden den Kauf- männlichen Verein Wiesbaden um seine Meinung gefragt, die dieser in sehr bemerkenswerter Weife wie folgt kundgibt:Die Einsender der betreffen­den Beschwerden an die Handelskammer haben zweifellos ganz recht. Die Defizitwirtschaft bei der Postbehörde führt ständig au neuen Miß­ständen, denn der auch 6ter beanstandete wird mit dem Geldbedarf der Post Verwaltung erklärt. Dies hat nunmehr dazu geführt, daß die Post in allen ihren Einrichtungen derart mit Reklame übersät ist, daß es schon im Interesse des guten Geschmacks dringend notwendig wäre, hier Ein­halt w tun. Briefkästen, die einem bei jedem Korrespondenzeinwurf an eine Stiefelwichse er­innern, Postämter, die in einer Stil- und OrS-

nungSIvstgkeir rmt Rettamepl^aten und Aufschrif­ten versehen find datz sie fast den Eindruck einer Zirkuswand machen u. a. m., müssen den Wider­spruch weiter Kreise Hervorrufen und auch die Kaufmannschaft wendet sich gegen solche Ausschrei­tungen in den Reklameformen. Wir möchten die Handelskammer bitten, datz sie vielleicht in Ge -- Meinschaft mit den benachbarten Handelskammern gegen diese ganze Re» rlam-w r schäft dcr Vertehi^behörden Stellung nimmt. Die bereits vorgenommenen autzerordent- lich hohen Tariferhöhungen in Gemeinschaft mit denen, die noch vorgesehen sind, sollten die Post­behörden in die Lage versehen, auf die ganze ReklaMebetäiiaung zu verzichten, damit die wei­tere Verschandelung der Postämter, Wagen und Briefkästen ein Ende findet. Es liegt vom kauf­männischen Standpunkt aus auch hierfür gar kein Bedürfnis vor und werden nur durch solche Re­klamen eine große Anzahl Firmen in Handel und Industrie besonders belastet, während für die kleineren die Benutzung durch die hohen Kosten unmöglich ist. Xlnfere gute deutsche Tages- presse sowie unzählige andere Reklameeinrich- tungen bieten für Handel, Industrie und Verkehr so viele Mögltchkeiten für Anzeigen und Ankün­digungen, dah die Postbehörde wirklich nicht hier etwa einem Mangel oder Bedürfnis abzuhelfen nötig hat. 11 nb wie ist der Eindruck beim Pu­blikum? Wir glauben nicht zu viel zu sagen, dah die Reklame-Einrichtung bei diesem allgemein Mihfallen erregt. Auch mit Rücksicht auf tye vielen Millionen ausländischer Reisen­den, die alljährlich nach Deutschland kommen, konnte man nur wünschen, dah mit diesen Re­klameauswüchsen gebrochen würde und die offi­ziellen Derkehrseinrichlungen wieder frei von sol­chen Aufschriften und Bildern würden. Wenn aber die Post Verwaltung glaubt, die Reklamever­pachtung unbedingt beibehalten zu müssen, so kann sie dies in einer besseren Form durch Bereitstellen von Vlakattafeln oder ab­geteilte Wanoslächen tun, ohne dah sie zum ^lebermah greifen muh, jede beschreibbare oder vedruckbare Fläche mit Reklamen zu ver­sehen."

Bom Oberschlcsier Hilfswerk.

All denen, die unseren Landsleuten in Ober­schlesien treu und voll Glauben zur Seite standen und ihre Rot durch Zuwendung von Lebens­mitteln lindern halfen, mögen nachstehende Schrei­ben Dank und Grutz sein.

Ihre herzlich gemeinte Liebesgabe haben wir erhalten und schreiben unteren herzlichsten Dant für die erhaltene Spende.

Mit dankbar Äi Grutz

Leschnih (O.-Schl.)

Pauline Grzonka, Wwe., und Hedwig Grzonka." Werte Gönner!

3m Besitz 3hrer werten Spenden beehre mich mich Ihnen meinen tiefgefühltesten Dank für die Gaben auszusprechen. Doppelt wohl empfindet man es, wenn man weih, dah auch in weiter Ferne noch Herzen schlagen und Mitgefüht vor­handen ist für uns Bedrängte in Oberschlesien. Vergelts Gott!

Mit dankschuldigem Herzen

Gleiwih, den 9. 8. 21. Max Trieber. Coseler Straße 24.

Leschnih (O.-S.), den 7. August 21. Bez. Oppeln

Für die erhaltenen Liebesgaben von unserem Verbände aus dem Reiche entbietet den innigsten Dank Familie Franz Tannwih,

Oberpvstschaffner.

Auch die Bezirksgruppe der Heimattreuen Oberschlesier dankt für die in liebenswürdiger Weife gespendeten Lebensrnittel und bittet, nicht zu ermüden, da die Rot durch die traurigen Ver­hältnisse und in Anbetracht des nahenden Herb­stes im Steigen begriffen ist. Auch Kleidungs- st ü ck e werden dringend benötigt, um die von Haus und Hof Vertriebenen dürftig zu Leiden. Für Kinder wird innigft um kondensierte Milch, Kakao, Kekse und Schokolade gebeten.

Jede Auskunft erteilt bereitwilligst die Be­zirksgruppe der Vereinigten Verbände beimat­treuer Oberschlesier, Liebigstrahe 51.

Wettervoraussage

für Mittwoch:

Vorwiegend bedeckt, zeitweise leichte Rieder­schläge, etwas wärmer, Südwestwinde.

Bor Großbritannien liegt eine neue De­pression, auf deren Vorderseite morgen südliche Luftströmung etwas Erwärmung und später Rie­derschläge bringen wird.

*

* Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 9. August 1921 der Land» wiitschastslehrer an der Hessischen Landwirtschaft­lichen Schule Wilhelm Trautmann zu Bü­dingen mit Wirkung vom Tage seines Dienst­antritts an zum Vorstand der Hessischen Land­wirtschaf tl. Schule zu Grünberg. Am 11. Aug d. Hs. wurde der Pros, der Staatswissenschasten Dr. Skalweit zu (Sieben infolge Ausschei- dens aus dem hessischen Staatsdienst von der Stelle eines Mitgliedes der Prüfungskommission für den höheren Finanzdienst enthoben

" Die Kriegerkamera dfchaftH as­st a" war bekanntlich infolge der Stuatsumwäl- zung in ihrer Mitgliederzahl außerordentlich zu­rückgegangen Hetzt aber zeigt sich wieder ein flotter Aufstieg. Während nach der Umwälzung fich in Hessen etwa 250 Kriegervereine auflösten, hat sich seit 1920 eine ganze Anzahl Kriegervereine wieder neu gebildet. 1919 zählte dieSjaffia" noch 39 500 Mitglieder, heute ist die Zahl auf rund 48 000 gestiegen.

Voriiotizeri.

Tageskalender für Dienstag. Hotel Großber^og. 8 Uhr. Versammlung des G. D. A. Lichtspieltheater, tote gestern.

Landkreis Gictzen.

T Harbach, 15 Aug. Obwohl der Orts- Vorstand wegen der Dürre kein Kirchweihfest abhatten wollte, hatte es die Jugend schließlich doch durchgeseht, daß gestern und heute die Kirmes statlfcmd.

Kreis Lauterbach.

z. Grebenhain, 15. Aug. Auch der hie­sige Ort wird der Ueberlandzentrale an­geschlossen. Die Arbeiten der Rheinischen Elektro- Gesellschaft sind schon soweit vorgeschritten, daß Sie Leitungsmasten bis in die Rähe des Ortes auf- gestellt sind. Das Ortsnetz soll im nächsten Monat <wegebaut werden. Mit der Anlage der Haus­leitungen sind zur Zeit verschiedene Firmen be» I schäftigt.

z. BattSdain, 15. Aug Unser Ort leides durch die anhallende Trockenhell sehr an Wasser­mangel. Der Ortsvoriland hat sich demzufolge an die Rachbargemeinde Grebenhain gewandt, deren Leitung nur noch einen halben Kilometer von hier entfernt ist, um durch Zuführung von neuen Quellen Anschluh an diese zu erhalten.

# Schlitz, 14. Aug. Rachdem unsere Stadt vor kurzem ein Bataillon des Inf.-RetS. 15 im Quartier hatte, wird sie am 8. und 9. September wieder Einquartierung erhalten, und zwar eine Eskadron eines Kavallerie-Regiments nebst Regimentsstabes in Stärke von 15 Offizieren 200 Mann, 210 Pferden.

Q Aus dem Schlitzerland, 14. Aug. Roch immer machen sich die Wildschweine denen unsere großen Wälder sicheres Versteck bieten, zum Leidwesen der Landwirte auf den Fluren bemerkbar. Die gräfliche Forstverwaltung gibt sich alle erdenkliche Mühe um den Schwarz­kitteln auf den Leib zu rücken. Die meisten Streifen verliefen aber bis jetzt ergebnislos. Im ver­gangenen Jahre hatten die Jäger und Fvrst- beamten mehr Glück. Da waren um diese Zeit schon mehrere Wildsauen erlegt. Groß ist natür­lich "ber Schaden, der in den Feldmarken ange» richtet wird/ Welchen Umfang diese Schäden an­genommen haben, beweist die Tatsache, daß in der Feldgemarkung Willofs seit diesem Früh­jahr allein für über 7000 Mark Schaden einwand­frei festgesetzt und auch vom Iagdpächter, der dafür auskommen muh, anerkannt worden ist. Die zwischen Willofs und Udenhausen gelegene Trockenmühle ist in den Besitz des Land­wirts Fvllet (Pfungstadt) übergegangen, eines Schwagers des amerikanischen Pfarrers Dr. List­mann in Schlitz. Der Förster L. Schmidt in Udenhausen konnte vor einigen Wochen sein 50jähriges Dienstjubiläum als hessischer Staats­förster begehen, vom Tage feiner definitiven An­stellung an gerechnet. Dieser Tage nun konnte der Jubilar mit seiner Ehefrau auch noch das Fest der goldenen Hochzeit feiern. L. Schmidt nahm an den Feldzügen von 1866 und 1370/71 mit Aus­zeichnung teil.

Kreis Schotten.

B. Burkhards, 14. Aua. Das hiesige mit Rücksicht auf die In diesem Jahre besonders drängende (Smtearbeit verschobene Iuaendfest wurde heute im Saale von Schmidt gefeiert. Das Regenwetter machte die im Freien geplanten Spiele unmöglich. Dafür boten die Kinder unter Leitung von Lehrer Ludwig ihr bestes um den zahlreich erschienenen Ellern und Jugendfreunden einige abwechslungsreiche Stunden zu bereiten. In ber Festrede forderte der Ortsgeistliche die An­wesenden zur tatkräftigen Mitarbeit an der Jugend auf. Brezeln und andere von der Ge­meinde gestifteten Geschenke riefen allgemeine Freude bei den Schülern hervor.

f. Laubach, 10. August. Auf der be­nachbarten Friedrichshütte drang ein Mar­der nachts in einen Hühnerstall ein und s o g sämtlichen Hühnern das Blut aus. Am Morgen fand man 12 Hühner verendet vor. Hühnerställe sollen nicht unverschlossen bleiben. Gewöhnlich hält sich der Marder ganz in der Rahe seines Tatortes auf und oft hat man Marder in Gehöften schlafend gefunden. Es ist sogar schon vorgekommen, dah ein Mar­der seine Verdauungspause im' Hühnerhause, inmitten unter seinen Opfern, hielt, wo er bei der Morgenfütterung aufgescheucht wurde.

+ Gedern, 13. Aug. Der V. H. E. - Zweig­vereinSchillerschule Fr t e d b e^: gder gestern anläßlich einer dreitägigen Hoherol^tour bei uns zu Gaste weilte, veranstaltete zum Danke für die freundliche Aufnahme einenBunten Abend". Im Mittelpunkt des Abends stand die vorzüglich zur Darstellung gebrachte Auf­führung des Kornerschen LustspielsDie Gou­vernante". Herr Dr. Riedel, Ser Führer der ju­gendlichen Wanderer, zeigte sich in der Serenade von Tvselli als guter Violinist. Auch die vielen Lieder und Gedichtvorträge in Wetterauer Mundart fanden großen Beifall. Karl W i e ß° n e r bestand die Meisterprüfung im Sattler­gewerbe.

-. Dom oberen Vogelsberg. 15. Aug. Die Fruchternte ist nun ziemlich unter Dach und Fach gebracht. Mit Ausnahme von einigen Stücken Spathafer und Svmmersamen ist sie im großen und ganzen gut ausgefallen.

Kreis Friedberg.

AuS Leichtsinn verunglückt k

mc. Friedberg, 15. August. Auf der Fahrt von Vilbel nach hier öffnete ein Reifen­der die Türe feines Abteils und kam der Auf­forderung des Schaffners, sie zu schließen, nicht nach. Fast im gleichen Augenblick riß ein auf dem Rebengeleis fahrender Güterzug die Tür vollkommen weg und zerschmetterte dem leichtsinnigen Reisenden die e i n e H a n S vollstänoig.

Starkenburg und Rheinhessen.

Umwandlung der Dollbahnstrecke Worms- Bensheim in eine Nebenbahn?

WormS, 15. August. Der Landtags­abgeordnete Köhler- Worms (D. V.-P.) hat folgende dringliche Anfrage art die Kam­mer gerichtet:

Ist es der Regierung bekannt, daß der Reichsverkehrsminister die Absicht hat, die Vollbahnftrccke WormS Bensheim in eine Rebenbahn umzuwandeln. Was gedenkt die Regierung zu tun, um diese, die Interessen der Provinzen von Starken­burg und Rheinhessen schwer schädigende Ab­sicht zu verhindern?

Bensheim a. d. B., 15. August. In einer gutbesuchten Versammlung von Inter­essenten wurde Stellung gegen die Umwand­lung der Bahnstrecke Bensheim Worms in eine Rebenbahn genommen und eine Kommission gewählt, welche die Rachteile einer solchen Umwandlung ' dem Reichsver­kehrsminister persönlich darlegen soll. Auch eine entsprechende Protestentschließung wurde einstimmig angenommen.

Anscheinend besteht auch die Absicht, die Odenwald st recke nach Erbach aus Er­sparnisgründen in eine Rebenbahn umzuwan­deln.

V

Die Absicht, eine Verbindungsbahn zwi- schen besetztem und unbesetztem Gebiet in eine

Debendayn umzuwanveln. ist heute, wo alles darauf ankommt die Beziehungen zum besetz­ten Rheinland so eng wie möglich zu gestal­ten, geradezu unverständlich.

Kreis Wetzlar.

ra. W e tz l a r. 12. August. Unsere Wan­derbücherei, die sich über sieben Land­bürgermeistereien mit 82 Gemeinden erstreckt, ist zu einem Rieseninstitut angewachsen. Sie zählte im abgelaufenen Jahr 10 122 Bücher, darunter 791 neue Werke. Alljährlich in der ersten Hälfte des Monats August werden die Bücherstöcke zwischen den benachbarten Ge­meinden ausgewechselt.

Hessen-Nassau.

Der wilde Eifenbahnerstreik in ©affet

fpd. 3t a He I, 15. Aug Wegen des hie» feit Sonntag herrschendenwilden" Eisenbahner- streiks findet eine UwlaSung von Gepäck- ft ü d e n und Eilgütern nicht statt. Von der hie­sigen Station wurden Sonntag abend Kuriere der Streikenden auf einer Lokomotive nach Mar - bürg entsandt, um die dortigen Eifenbahnarbelle» zum Sympathiestreik zu veranlaßen. Gleiche Ver­suche wurden in Gießen unternommen, aber ohne Erfolg. Von hier aus sandten dann die ©treu kenden, an deren Spitze sich Die Kommunisten stell« ten, Automobile nach Göttingen, Bebra und anderen Orten. Welchen Erfolg diefe ßeutr hatten, darüber verlautet noch nichts. Wie maf hort, soll die Arbeitseinstellung auch auf Den EifenbahndirellionSbezirk Erfurt übergegriften haben. Die Beamtenschaft des DirekiwnSbeziriS wurde zur Verrichtung der RotftandSarbeiten, die auch von den Streikenden abgelehnt wurde, avfgerufen. Der Aufforderung wurde rückhaltlos entsprochen. Auch die Reichsgewerkschaft ber Eifenbahnbeamten hat es abgelehnt, sich dem Streik anzuschliehen.

Kassel. 15. Aug. (WTB.) Amtlich wirk von der Eisenbahndirekllon Kassel milgeteiU: De» Eisenbahnarbeiterftreik hat auch auf Die DetriebS- arbeiter der Bahnhöfe Hann. -Münden» Göttingen, Rortheim, Kreiensen, Seesen, Warburg und Scherfede über­gegriffen. Heute vormittag muhten siebenPer- fonenzüge auf kürzere Entfernungen aUn­fällen. Im übrigen wurde der gesamte Perso­nen- und Güterverkehr aufrechterhallen.

Wie wir ferner erfahren, vertritt die Eisern bahndirektion nach wie vor den Standpunkt, daß Verhandlungen über die Forderungen ber Elfenbahnarbeiter nur mit den hierfür zuständigen Spitzenorganisationen in Berlin stallfmdrn können, weil der Reichslohntarif mit ihnen abgeschlosser worden ist. Dieser Standpunkt wird u. a. auch voi den Eisenbahnarbeitern in Rordhausen, die son? ihre Forderungen immer sehr energisch vertraten eingenommen. Diese haben es deswegen abge­lehnt, sich an dem Streik zu beteiligen. Auch Di< Lokomotivführer und die Schaffner wollen ent­gegen den umlaufenden Gerüchten nicht streiken Das Kasfeler Gewerkschastskartell bat sich heut nachmittag und abend eingehend mit den Forde« rungen der Gisenbahnarbeiter befaßt und beschlos­sen. den Streik als ordnungsmäßigen und nicht al# toitoen anzusehen.

Von der Gießener Dienststelle der T e ch n t schen Rotbilfe wird mitgeteilt, daß der famtbetrieb der Eisenbahnwerkstätten in Kasse) bisher mit Hilfe der Beamtenschaft, zu deren Unterstützung 40 Rothelfer aufgeboten uni eingesetzt sind, aufrechterhalten wird.

fpd. Frankfurt a. M., 15. Aug. 9th Aufflackero des Streiks im Frankfurter Eisenbahn- direllionsbezirk hält man hier für ausgeschloffen. Die Sage i st vollständig ruhig. Die im Deutschen GifenbahnerverbaTid organisierten Eisenbahner nahezu 90 Prozent erklären sich gegen jeden Streik, solange nicht alle Der- handlungsmoglichketten erschöpft sind. ES gilt demnach für ausgefchlofsen, daß die Streikwelle aus den Rachbarbezirken nach Frankfurt übet- greift.

Verhaftung eines Stadtverordueteu.

fd. F r a n k f u r t a. M., 15. Aug. Auf Ver­anlassung der hiesigen StaatSarrwaltschaft wurde vor einigen Tagen ein Ossenbacher Stadtverord­neter in vorläufige Haft genommen und nach Frankfurt überführt. Es liegt ein Vergehen gegen § 218 vor, wobei für die betreffende Frau schwerer körperlicher Schaden entstanden ist.

Angstkäufe.

mc. Frankfurt a. M., 14. August. folge Ser Rachrichten über die angeblich schlechte Ernte haben sich auch hier viele Hausfrauen ver­leiden lassen, ähnlich wie im Ansange deS Krieges, größere Mengen Lebensrnittel aufzukausen, die sie augenblicklich benötigen. So waren Hülsen­früchte, Kaffee, Kakao usw. in einigen Läden überhaupt nicht mehr zu haben. Schmalz machte infolge der großen Rachfrage einen großen Sprung nach oben und kostet heute in den Ge­schäften OHL 14,50-15,00 pro Pfund, während man eS anfangs der Woche überall für TBL 12,00 kaufen konnte. Hinweise auf das Unsinnig- ihres Handelns hatten natürlich bei den meisten Frauen nur sehr geringen Wert.

ra. Gladenbach, 13. Aug. Die Sammlung für die Oberschlefierhilfe ergab bi un­serem Städtchen den schönen Betrag von 2643,50 □Hart, darunter waren Einzelbetrage von 500, 300, 200 und 100 Mark.

mc Ha 1 ge t, 14. Aug Aus dem hiesigen Bahnhof wurden von einem Waggon 35 Zentner Rohkaffee gestohlen Durch die Aufmerkfamkeit eines Bahnbeamten konnten die Täter erwischt werden GS handelt sich um eine Bande von über 12 Personen.

{) Kirchhain, 12. Aug. In HlmmelSberg erschlug daS 8 Hahrc alte Söhnchen ber Ehe­leute Hieronymus DelShäuser beim KartofselLuS- machen mit der Hacke sein vierjähriges Brüderchen, das ihm beim 2ufielen der Knollen helfen wollte. Weinend brachte daS Kind die Leiche auf seinem Handwägelchen nrit nach Hause. Am 20. August wird hier auf dem alten Friedhof, dem sog. Anna-Park, ein Denk­mal für die Kriegsgefallenen enthüllt.

(l Marburg, 15. Aug. Auf Einladung deS Kaufmännischen Vereins befi Einkaussverelns de» Kolonialtoarenhändler, des GewerbevereinS und des HandtoerkerbundeS sand gestern Im Seebode- schen Saale eine Protestverfammlung gegen den von der Regierung geplanten Umbau des jetzigen UrnsatzsleuersystemS statt. In einer Ent­schließung, die einstimmige Annahme fand, wird Eriasstmg' der Steuer an der Wurzel, also beim Erzeuger, Hersteller und Einführer der Ware, vev- langt