nrutf und Verla-: vrilhl'sche Umv.-Vuch- und Steinöruderei R. Lange. $d?riftleittmg, Seschäftrstelle und Vruderei: 5chulstrahe 7.
der
über andere Fragen.
2lug. Eine Eltern derber Gartenstadt Staken bei
•Berlin, 16. Lr,
über riS, noch
Aus dem Reiche.
Schul streik in einem Berliner Dorort.
Staatsarbeiterstreik in Bremen.
Bremen, 15. August. (WTD.)
Dor|d)rift2O* Aufschlag. hauplschriftle,ter: Aua. Doetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Dr. Neinhold Ienz: für den Anzeigenteil: Han» Beck, sämtlich in Giehen.
Lloyd George über das Gutachten des Völkerbundes.
Das Abrüftungsproblem und die politische Lage in den Bereinigten Staaten. Don Dirgil Jordan.
Aeufzerungen des italienischen Ministerpräsidenten.
Paris, 15. Aug. (Wolff.) Dor seiner Abreise von Paris erklärte der italienische Ministerpräsident Bonomi einem Bertreter des „Petit Parisien", es wäre ein grober Irrtum, die Der- weisuno der oberschlesischen Frage an den Böllerbund als eine Aiederlage Frankreichs anzusehen. In dieser Frage gebe es weder Sieger noch Besiegte. Frankreich sei ein doppeltes Zugeständnis gemacht toocben: 1. indem beschlossen wurde dah der Spruch erst später gefällt werde und 2.’, indem beschlossen wurde, dah die Frage einem neuen Gericht, nämlich dem Dölkerbundsral, unterbreitet wird. Bonomi erklärte ferner, man könne nicht im voraus sagen, dah die Ansicht des DöUerbundcs im britischen Sinne ausfallen werde. Was im besonderen die italienische Regierung betreffe so sei die Absicht Bonomis, dem italienischen 'Bertreter im Bölkerbundsrat die gröhte Freiheit zu lassen.
Bei Besprechung der Rolle der ltallenrschen Abordnung im Obersten Rat erklärte Bo -- nomi: ..Was mir am wichtigsten erschien, war die Berrneidung eines Bruches, insbesondere an der Tafel vom Dienstagabend, welche uns mit unseren britischen Kollegen vereinigte. Ich hatte keine Mühe, Lloyd George zu überzeugen, Der, wie ich gefunden habe, unbedingt für die Aufrecht- eichaltung der Entente ist. Wir haben sodann mit | ihm die Verweisung der vberschlesischen Frage an den Bölkerbunü besprochen. Im übrigen hatten wir bereits Gelegenheit, uns mit Loucheur und
Ein Aufruf des Reichspräsidenten und Reichsregierung.
Rates noch verbessern solle. Zum Schluh drückte ‘ Bonomi die Ansicht aus, dah viele Schwierigkeiten für den Obersten Rat vermieden würden, wenn ■ alle Abordnungen die zu besprechenden Fragen für sich prüfen würden ohne irgendwelche Parteilichkeit. — Der „Petit Parisien" bemerkt dazu, der Schluhsatz werde von mehr als einem Mann mit vernünftigem Menschenverstand geteilt werden.
Eine Hetzrede des französischen Kammerpräsidenten.
Poitiers, 15. August. (HavaS.) In einer Rede bei einer landwirtschaftlichen Ausstellung erklärte Kammerpräsident Raoul P e - ret u. a.: Oberschlesien darf nicht an Deutschland gegeben werden. Wir müssen im O st e n unseren Einfluh ständig Wahren und einen Kern kleiner Rationen .schaffen, die Frankreich treu ergeben sind. Aber trotzdem ist Frankreich gegen jede neue kriegerische Unternehmung in Europa.
Englische Preffeäusierungen.
London, 15. Aug. (WB.) Der Berichterstatter der „BMtminfter Gazette" schreibt zur oberschlesischen Frage, man sehe in Paris die französisch-polnische Sache als verloren an. Es wäre für Briand vielleicht doch günstiger gewesen, wenn er eines der von Lloyd George angenom-- menen Kompromisse angenommen hätte. Es sei so gut wie sicher, Dah die Delegierten Englands, Italiens und Japans im Bölkerbundsrate in Der ober schlesischen Frage Denselben StanDpunkt ein- nehmen werden wie Lloyd George. Die Anzeichen Deuten Darauf, Dah auch China und Spanien, wahrscheinlich auch Brasilien, Den englischen StanDpunkt vertreten. Es bestehe Demnach die Gefahr, dah die Isolierung Frankreichs noch Deutlicher zutage treten werde. Frankreich habe selbst dazu Leigetragen, dah es in eine solche Lage kam. Da es seine europäische Politit auf das militärische unD politische Bündnis mit Dem imperialistischen unD, wie fast immer, unfähigen Polen aufbaute. Der Zusammenbruch einer solchen Allianz werbe ein harter Schlag für Die französische Politit sein. Die französische Diplomatie habe seit Dem Waffenstillstände, besonders in Den letzten 18 Monaten, immer auf Das falsche Pferd gewettet. Man könnte eine auherordenlliche Zahl von Mißerfolgen anführen. Das polnische Pferd sei ein sicherer Berlierer.
Weiter schreibt Der : Berichterstatter des liberalen Blattes: Der Oberste Rat, wie er bisher bestand, ist auf jeden Fall tot. Die Methode Der heutigen Zusammenkünfte, Die angesichts Der ganzen Hatz in Szene gesetzt werden, wurden zu einem Zweikampf von Staatsmännern, Deren Gegensätze offenbar wurden. Die fieberhafte Auspeitschung Der öffentlichen Meinung war tatsächlich nur Zeitungsmeinung. In Der Tat kümmert sich das französische Bolk keinesfalls um Oberschlesien. Die theatralische Aufmachung dieser Berhandlungen und der völlige Bankerott der europäischen Diplomatie.
, Der hier zutage trat, fmD jetzt vorbei. Kein Wunder, Dah Harvey verächtlich von Den euro- ' päischen Staatsmännern denkt, kein Wunder, dah Amerika, Dellen Sympathie und Mitwirkung trotz ; allem nötig ist, von so traurigen Zuständen an» ’ gedielt, Europa den Rücken wendet.
London, 15. Aug. (Wolff./ Der .Observer"" ■ schreibt, folange Deutschland aus Dem ' BoIterbunD ausgeschlossen sei, sei die geistige ' Kraft des Bundes gleich null.
Die Verschlechterung der englisch'irischen Lage.
London. 15. Aug. (Wolff., In den Frie- densver Handlungen zwischen England und 3 r - land ist wie Die Blätter melden, nach Ablehnung Der Borschläge Der britischen Regierung Durch de Balera eine sehr ernste Paae entstanden. .Daily Chronicle"" zufolge werde in politischen Kreisen die tiefe Enttäuschung über Die Wendung zum Ausdruck gebracht. Aller Augen seien auf die morgen stattsindende Sitzung des Sinnfeiner-Parlaments gerichtet, die für die unmittelbare Zukunft Irlands entscheidend sei. Der „Daily Herald" nimmt an, Dah Das Sum- feiner-Porlament beschliehen werde, das Angebot Der britischen Regierung Dem irischen Dolle zur Abstimmung unterbreiten.
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Posts cdecllvnio: firenffirt a. M. 11686.
Konferenz sein, notwendig gemacht durch geregelten Zustand, in dem die ernstesten Probleme des Weltfriedens durch Den Friedensvertrag
fammlung in L. -------- -
Berlin beschloh gestern, in Den Schul streit KU treten, um dadurch die Schaffung eines Rotgesetzes zu erzwingen, das die aus dem konfessionellen Religionsunterricht ausscheidenden Kinder in Freischulen zusammenfaht.
in neue Beziehungen zu Deutschland treten könnte. Sie sind daher überzeugt, dah die Bereinigten Staaten früher oder später ihren Stolz beiseite setzen und an dem "Derk Der internationalen Zusammenarbeit auf Der in Bersailles festgelegten Dasis werden teilnehmen müssen. Dieser Teil der öffentlichen Meinung wird hauptsächlich durch jene Organisationen und Personen dargestellt, die am lebhaftesten die Wllsonsche Politik unterstützt haben.
Andererseits sieht ein groher Tell der Ration in Präsident Hardings Schritt ein kvnseuqentes Weitergehen auf der außenpolitischen Bahn, die sich die republikanische Partei während der Wahlkampagne zu eigen gemacht hat. In diesen Harding ergebenen Kreisen erwartet man. dah die Konferenz, wenn sie zu gedeihlicher Arbeit zusammentritt, die Grundlage für eine neue Gesellschaft Der Rationen und eine neue Friedensregelung bilden wird, welche Böllerbund unD BcrfaiCer Frieden auslöschen und ersetzen sollen — eine Gesellschaft und eine Regelung, in der die Bereinigten Staaten jene beherrschende Stellung entnehmen werden, die sie auf der Friedenskonferenz und im Böllerbund zu gewinnen verabsäumten.
Diese Ansicht beruht auf Dem Gefühl, Dah eine Abrüstungskonferenz, wie sie geplant ist. nichts leisten kann, was Der Mühe wert wäre, ja nicht einmal das Abrüstungsproblem selbst ernstlich in Angriff nehmen kann, wenn fie nicht gleichzeitig Den gesamten Fragenkomplex Der Frie- dei^konferenz neu aufrvllt. Die rein europäischen Probleme Der Deutsch-französischen Beziehungen könnten als mehr ober weniger geregelt ange»
gelassen wurden.
Es ist leicht zu sehen, Dah auf diese Weise, Durch Wiederaufnahme der Erörterung der wichtigsten unfertigen Agenden Der Friedenskonferenz, die bevorstehcmde Konferenz sich bald mitten in der Revision des Bertrags und der Rekonstruktion des Böllerbundes finden dürfte. llnb wenn die breite Masse Der Amerikaner sich auch nicht sonderlich für Die Modalitäten des Berfahrens erwärmt so scheint sie doch ein steigendes Interesse an jeSem ernsthaften Schritt in Richtung auf einen wirklichen internationalen Frieden zu haben, der das Wirtschaftsleben aller Länder neu beleben und die wachsende Last der Rüstungen zu ver- mtnDem gestatten würde.
Lvndon, 15. August. (WTD.) Auf eine Anfrage erklärte Lloyd George im Unter h a u s e, der. Völkerbund sei gebeten worden, sein Gutachten über die Grenzlinie zwischen Deutschland und Polen in Oberschlesien abzugeben, welche die alliierten und assoziierten Hauptmächte festlegen sollten. Mit Rücksicht <mf die Lage in Oberschlesien seien die im Döllerbundsrat vertretenen Mächte gebeten worden, die Sache als sehr dringlich zu behandeln. Die Frage der Abhaltung einer Tagung in nächster Zeit oerde jetzt vom -Völkerbund erwogen werden. Auf die Frage, ob die Vertreter Deutschlands und Polens ersucht werden sollen, ihre Sache darzulegen, erklärte Lloyd George, er hege keinen Zweifel, daß den Beteiligten Gelegenheit gegeben werde, ihre Sache zu vertreten; indessen liege solches lediglich innerhalb der Befugnisse des Völlerbundes.
Berlin, 15. Aug. (WTD.) Der Reichspräsident und die Reichsregierung erlassen folgenden Aufruf:
Die Entscheidung über Oberschlefien ist totber Erwarten nicht gefallen. Der Spruch ist vertagt worden. Die Leidenszett des oberschlesischen Boltes hat noch nicht ihr Ende gefunden. Es gilt, in zäher Ausdauer weiter auszuharren. Ober- schlesier! Unsere Sache ist gerecht. Die Gerechtigkeit wird und muh siegen, wenn das Selbstbestimmungsrecht der Böller Gelb, ng haben soll. Ihr habt Euch mit überwältigender Mehrheit für Deutschland ausgesprochen. Euer und des Reiches Wohlergehen hängt davon ab, Dah Oberschlesien beim Reich verbleibt. Oberschlesier! Ihr habt bisher trotz schwerster Herausforderungen mufter- bafte Ruhe und Ordnung bewahrt. Die berechttgte Abwehr Der Gewalttaten Der polnischen Insurgenten hat Euch Die Welt nicht verargt. Bewahrt auch weiterhin Die Selbstzucht, Die Euch bisher ausgezeichnet hat! Laht Die kühle Ueber - legung nicht schwinDen! Laht Euch durch nichts zu unüberlegten Handlungen verleiten, die Eurer gerechten Sache nur Schaden bringen würden! Mit Euch hofft das ganze deutsche Boll, Dah Der Tag nicht fern ist, an Dem Die Schranken zwischen Euch und dem Mutterlande wieder fallen unD an Dem Das Selbst bestimmungs recht Der Böller in der Wiedervereinigung Oberschlesiens mit Deutschland Dem es seit sieben Jahrhunderten angehört hat, Anerkennung findet, zum besten Oberschlesiens, Des Deutschen Reiches, Des wirtschaftlichen Wiederaufbaues Europas und Des Friedens Der Welt.
Die deutschen Kohlenlieferungen vorübergehend herabgesetzt.
Paris, 15. Aug. (WTD.) Wie der „Temps* mitteilt, hat Die Reparationskommission die K o h- lenlieferungen, wie sie im Abkommen von Spa vorgesehen waren, vorübergehend ierabgesetzt. Diese Herabsetzung wurde von Der Kommission für notwendig gehalten, um Dem augenblicklichen Probuktionsdefizit DeutschlanDs Rechnung zu tragen. Das theoretische Programm von 2,2 Millionen Tonnen monatlicher Gesamtlieferungen an Die Alliierten bleibt aufrechterhalten. Man sei sich aber Darüber einig geworben, dah man von Deutschland mit besonderer Dringlichkeit die Lieferung von 1,6 Millionen Tonnen Kohlen verlangen müsse, wovon Frankreich und Luxemburg 1,1 Millionen Tonnen zuständen. DaS sei Die Grundlage, auf der die Lieferungen gegenwärtig vor sich gingen.
Die ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika.
L o n d o n, 15. August. (WTB.) Im Unter h a u s e teilte Lloyd George mit, daß die britische Regierung mit der Regierung der Vereinigten Staaten durch Vermittelung des amerikanischen Botschafters in London über einen Mandatsentwurf betteffend die ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika in Verbindung stehe. Sie habe jedoch bisher noch keine Darlegung der Auffassung der Vereinigten Staaten in dieser Frage erhalten.
Ein Gefecht an der oberschlesisch-polnischen Grenze. Berlin, 16. Aug. Wie die Blätter melden, versuchten größere polnische Banden von jenseits Der oberschlesischen Grenze in Der Rähe von Myslowih in Oberschlesien einzubringen. Besatzungstruppen unD Apobeamte toanDten sich ihnen entgegen Rach kurzem Feuergefecht zogen sich Die BanDen über Die Grenze zurück. Als fie wieder jenseits der Grenze waren, eröffneten sie eine lebhafte Schießerei auf die oberschlesischen Ortschaften nächst der Grenze.
Ein Handgranaten-Attentat gegen einen englischen Offizier.
Berlin, 16. 2Iug. 3m Kreise Rosenberg wurde, wie die „Boisische Ztg." meldet, gegen das Auto des wegen seiner Unparteilichkeit bei Der Deutschgesinnten Bevölkerung beliebten englischen Pvlizeioffiziers, Major C r e s s y, eine Eierhandgranate geworfen, Die zwar explodierte, aber keinen Schaden anrichtete
Ermordung eines italienischen Serganten durch die Polen.
Die eigentliche Meinung in Amerika geht über Die vom Präsidenten Harding einberufene Ab- ' rüstungSkvnferenz beträchtlich auseinander. Dte j vorherrschenden Erörterungen des Gegenstandes 1 hinterlassen Den Eindruck, daß die Absicht. Die ; Den Präsidenten oder seine Partei bei diesem ' «Schritt geleitet hat. kaum irgendwo richtig Der- \ -standen wird, bzw. daß die Oeftentlichkeit über : feine Bedeutung einigermaßen im Unklaren ist. Qtber das allgemeine Gefühl geht doch Dahm, daß die Anregung zu Der Konferenz die weit- 1 reichenden Möglichkeiten eröffnet und Die ganze Richtung, welche Die internationalen Beziehungen in Den letzten zwei Jahren genommen haben, ent- fcheibenb beeinflussen Dürfte. Was jedoch bei ihr herauskommen wird, hat kein Prophet Den Mut vorauszusagen. Die überwiegende Empfindung ist vorerst Die Der allseitigen Erleichterung. Dah Der tote Punkt und Die bestanDig wachsende Spannung, welche die gesamte Atmosphäre der internationalen Politik kennzeichnete, durch die Initiative Des PräsiDenten in gewissem Sinne übertounDen zu fr in scheinen unD bah, selbst wenn für bic nächste Zett keine sehr tröstlichen Aussichten bestehen, wenigstens bic Bereinigten Staaten und die republikanische Partei sich wieder gerührt haben, um eine bessere Grundlage für die internationalen Beziehungen zu suchen.
Ratürlich gibt es in der amerikanischen Lage S'nnere Gründe für die Zurückhaltung Des mS gegenüber der kommenden Konferenz, em ist seit der Zett der Berfaillcr 5ne- denSv er Handlungen eine gewisse Apathie der arne- rikanttchen Oefsentlichkeit gegenüber allen Problemen der auswärtigen Poltttt zu spüren gewesen, ein allgemeines Gefühl des EntferntseinS, nun Da Der Krieg vorüber und gewonnen war, des Entfernt- und Richtberührtfeins von den Böllern über See und ihren nicht endenwollenden Wirren und Konflikten. AuS dieser psychologisch leicht erklärlichen ReaktionSerscheinung hat die republikanische Partei Kapital geschlagen und auf sie ihre erfolgreiche Wahlkampagne auf gebaut, in Der bte Abneigung gegen den Berfailler Bertrag und den BöHerouno die schlagkräftigte Wahlparole war. Trotzdem ist zu bezweifeln, ob diese Parole auch durchwegs Die wahre Herzensmeinung Derjenigen Darstellte, welche Die republikanische Partei unterstützten. Der Sieg Der Republikaner hat vermutlich andere unD bessere Ursachen gehabt.
Jedenfalls ist einer Der Hauptgründe für Die vorsichtig abwartende Haltung Der amerikanischen Öffentlichkeit gegenüber Der Abrüstungskonferenz heute die Empfindung, daß die ganze Sache mög- llcherweise nur einen Zug politischer Strategie von feiten Der Republikaner darstellt. Einige Gruppen machen kein Hehl auS ihrer Ueberzeugung, daß dieser Schritt, ebenso wie die vorausgegangene FriedenSerllärung an Deutschland, nur ein Manöver der Regierung sei, Die auf diese Weise versuche, angesichts des Beilagen« ihrer harttiäckig Vertrags- und völlerbundsfeindlichen Politik das Gesicht zu retten. Diese Gruppen scheinen zu glauben, Die Regierung rechne damit, durch die Konferenz irgend einen mit ihrer Würde vereinbaren Weg zu finden, auf dem sie Doch noch ihre Stelle tm Völkerbund einnehmen und Den Bertrag wenigstens teilweise ratifiziert bekommen könnte. Für diese Kreise scheint es nun einmal kein Mittel zu geben, durch das die Regierung außerhalb des Vertrags und des gegenwärtigen Bölkerbundes «ine neue Gesellschaft Der Rationen schaffen oder
Die Lage der deutsche» Domänen- Pächter in Polen.
Berlin. 15. Aug. Wie wir zur Lage bet beutschen D o m ä n e n p ä ch t e r in Polen erfahren. hat ber Botschafterrat in Paris die polnische Regierung aufgcforbert, die endgültige Anwendung bei beabsichtigten Maßnahmen hinsichtlich ber Domänenpächter, besonbers was ben Berkaus von Material unb Bieh anbelangt, zu vertagen. Polen hatte bekannllich am 14. Iull 1919 auf Grund des Artikels 256 des Friedens- träges, der die Erwerbung ber Kronrechte tm abgetretenen beutschen Gebiet Polen zusteht, ein Gesetz erlassen, wonach ber polnische Staat für alle Güter, bie früher bem Hause Hohenzollem und dem preußischen Fiskus gehört hatten, aU_ Inhaber einzutragen sei unb sie lastenfrei übernehmen bürfe. Auf Grund bieses Gesetzes. baS in vielen 'Bestimmungen im Friebensvertrage kein« Grunblage finbet, deshalb deutscherseits nie anerkannt wurde, wurden bei bem weitaus größten Teile ber Domänenpächter Zwangsverwaltungen eingesetzt, obwohl biefc ben Eingriff in bte schwebenden Berträgc gerichtlich angefochten hatten Ferner wurde die zwangsweise Entfernung ber Pächter von ben Gütern auf abminiftratioem Dege vielfach angeorbnet. Auch wenn biefc letztere Maßnahme auf Anorbnung von Warschau aus am 1. Juli rückgängig gemacht würbe, fr würbe biefer Widerruf von den untergeordneten Organen keineswegs beachtet. Außerdem wurde von den neuen Pächtern auf gerichtlichem Wege die Exmissionsllage eingereicht, die von ben polnischen Gerichten mit ungewöhnlicher Schnelligkeit bearbeitet unb von ben gerichtlichen Cxekuttv- beamten noch schneller ausgeführt wurden. — Angesichts biefer Tatsachen bebrütet ber Beschluß des Pariser Botschafterrates hoffentlich eine, wenn auch nur vorläufige Erleichterung für bte beutschen Domänenpäcyter.
Zahres beweist. Die Washingtoner Konferenz, Briand Darüber zu unterhalten Ich glaube, daß wird |o tatsächlich eine Fortsetzung Der Versailler wir durch diese Handlungsweise der Entente einen Konferenz fein, notwendig gemacht durch den un-1 großen Dienst erwiesen haben." Bonomi ist der Ansicht, daß man das Arbeiten des Obersten
B e r l i n, 16. Aug. 3m „Lokalanzeigei^ schildert ein Augenzeuge die grausamen Mißhandlungen eines italienischen Sergeant en au* dem Bahnhofe Charlotten grübe bei Rhbnik durch polnische 3nfurgenten. Etwa 30 3r.f- vgenten rissen Den Sergeanten aus Dem Zugabtett heraus unb schlugen unter Berwünschungen auf 3tahen so lange auf ihn ein, bis er zusammenbrach. Die französische Bahnhofswache sah Dem Borfall untätig _____
zu. Der Italiener, Der sich wieder m Den <tug £er Staats arbeitet dauert
geschleppt hatte, wurde dort von den 3nfurgenten technische Rvthilfe wurde if
HriWxxnbelt .st an den ».„aen B«. Mta W«
Chamberlain teilte im Unterhause mit, daß Lloyd George morgen nachmittag tm Unterhause eine Erklärung abgeben werde die Sitzung des Obersten Rates in Pa- über Oberschlesien und vielleicht auch
sehen unD bas Problem Der Beschränkung Der Rüstungen zu LanDe Damit außerhalb ‘Der Diskussion gelassen werben: aber bic lange Reihe Der Probleme. Die sich aus Den Mandaten, Der 'Verteilung Der Deutschen Kolonien, Den Beziehungen zwischen England. Japan, China unD den Bereinigten Staaten in Asien und Dem Pazisii ergeben, sind auf Der FrieDenskonferenz kaum berührt ober jedenfalls nicht befriedigend gelöst worden, wie schon ihr Wachlender Ernst für die I ptternativnalen Beziehungen Des vergangenen j
trjtcs Blatt 171. Zahrgang * Dienstag, 16. August 1921
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