Ausgabe 
16.6.1921
 
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Au- Ktadt iirrd Land.

G i e ßen, ten 16. Jun: 1921.

Ta- Äinderelcnd.

Bor einiger Seit, tri Einführung der ünäter» fötifimg, hatten rcrir über das Kinderelend in der Stadt Gießen einen Artikel des Amts­arztes veröffentlicht. H<ute erhalten wir folgende ftulcfrift über die Not der Kinder auf dem Lande:

W-mn es gilt, durch die am Sonntag Irnm» aende Kinde chilswocke ti: mamngta-'-e v:rliä)e Not. der Kinder der Stadt Gießen und des Land­kreises. die ter Krieg mittelhar und unmittelbar gebracht tet, lintern yn helfen, so könnte man viel­leicht geneigt sein anzunehmen, für den Land­kreis fei ein derartiges Hilfswerk nicht in dem Maße angebracht wie für hi« S*aht. Wp- aber in der Lage ist, bte ge'und^itlühen $cr1:ä,ht;f)c ec- nmier kennen zu lernen, muß leider nicht nur die Wahrnehmung machen, daß diese s^.elero''ts im Landkrris schlechter sind, ass in der Stadt, fnntenr r.e> tr'tt auch deutlich in Ersch'inung daß die folgen

Kri^g-Z hör att"m di- Unterernälp-"ng und her Woh nlngsmangc! mit i ren ge'uitM' itVen 23c* gleiterscheimtngml namentlich die größeren Ort-' mit vorwiegend Industries völkerung nicht verschont haben. ,

Vergleichen wir zunächst die TuberTu* losefterbkichkeitSziffern. wie sie im Avril f. an dieser Stelle vom Kreisgesundh-itsamt '?rrösfentsicht wurden. bmi Stadt imb Landkreis. >'o cTfpfrn wir daß di^enige der Stadt mit 12,6 oitT 1OOOO Einwohn mm sich b'teutend günstiger Erstellt als die teS Lan^kr^ise-; mit 18 1; unter d-n 79 S?r*en b-s Landkrrises sind in 40 Orten k ine ^ub-rfufnfefterMätTe ht»rge*nmmen in te^ übrigen bactgcn herrscht eine jim Teil rocht cf ebite Er- t'ranbungs- und Sterbeziffer an dieser Votts- krankhnt.

In der schnkvslichtigen Wtllt^llaffe von 5 bis 15 I-'lwni fltrrTxm im v'flossWien Jahre im gancn 36 d r davon allein 13 an d r Titb rVo'e das entspräche aUo rin'm Drittel aller im schulpflich- »ig*n Alter Vwftortmen. und zwar entfallen auf L'.mgenschwindlucht 5. aut Tuberkulose der Hiru- (mit und der .Knochen le 3 und des Darrn-s imb des Bauchfells ic ein Todesfall. Das sind Zahlen, die -*ine teutlime Sprache reden!

Die schulärztlichen Untersuchningen er gaben unter den über 10 000 Schilkin dem des Land­kreises 178 Kinder mit ausgesproehmen skrophn- i'ö^n Erschein',nkAuaen'mtrüw^una'n, Haut- Mks'chligc. Trü'enschnxfun'en. N-wimgm zu Schleimhout'erkrank'mgcnß Ein Teil bifer Krnbcr -ft für dieses Ialn für eine Solbatekur vor- :ancrkt, teren Kosten die Landesverffch'runas- anftalt Lassen und bei 10 Kindern bi* Bezirks- sparkasse Gießen trägt. Bei bm hohen Kosten ber- artig-rr Kuren können aber natürlich nur ver-- hältnismäßia wenige Kinder Derücksicht'gung fin* ten. Meft ftammm solch? skrophulöse Kinder aus ?inl-erreick'?n Familien; 23at?r oder Mutter sind "an Tubwkulose erkrankt oder gffborben und das betreffende Kinb in hohem Mas-: tuberkulös ge- fährtet. Was ift es da für ein ^egmt für ein derartiges Kind, wenn eS aus seiner Umgebung, ans der engen Schasstube, wo c5 mit den anderen .Kindern vielleich schlafen muß, für einige Wochen ' hermiskommt, durch Solbäder in seiner Wider- . ftmrdskrast gehoben und vielleich für seine ganze Zukunft gekräftigt wird!

5Ron anderen körperlichen Leiden und Ge- Lredten, die sich im Laufe des letzten Jahres , bei den schulärztlichen Untersuchungen ergaben, seien ermähnt: 198 kurzsichtige und 133 schie­lende Kinder; 49 Kinder zeigten äußere Augen- erkrankimgen. 9t Ämter litten am schlechten Ge­hör und zum Teil an Eitrungen aus dem Mittel- bbr und 115 waren mit vergrößerten Mmideln oder Wuchrungen im Nasenrachenraum derart tehaftet, daß sperialärztliche Behandlung als unbedingt er­forderlich lr'eichnet merten muhte. An Hasen­scharte b?w W°.'-lfs"cvsm triben 10 Kinder, die * T. oreriert sind, an Schiefhals 8 Minter ^Mädchen). Den Verlust eines Auges teklagm 9 Kinder, die .Kosten eines Glasauges konnten bei einigen Kin­dern von den Eltern nicht bestritten werden. Bei 59 Kindern wurde ein Druck)!eiben seftgeftellt. Ver ­krüppelte Gliedmaßen wiesen 61 Kinder- auf; davon leiben 20 Kinder an den Folgen der vor über einem Jahrzehnt im Landkreis Gießen epidemisch auf getreten en Kinderlähmung. Ein Teil dieser Kinder muß Stutz- und Schienenapvarate tragen, um gehn, zu köimen; aber diese Apparate sind, zu Fnetenszeiten passend beschafft, imterbcffen durch Größenveiden der Kinder ober burd) Defekt* werten unbrauchbar geworden. Eine Neuanschaf'- hmg oder Reparatur kann von den Eltern, ivenn sie unbemittelt sind, nicht ober nur $um geringsten Teil bestritten werden, 23 hinter sind mit einem angeborenen Düftleiden behaftet; je ein Schul- fhtb hat nur einen Arm bzw. ein Bein; ein Kind bat überzählige Finger, die entfernt werden müssen. An offerier Drüsen- bzw. Knockientuberkulöse lit - ten im letzten Jahre 7 Schulkinder.

Solche mit körperlichen Felsern behaftete Kin­der werden in geeigneten Fällen der in Gießen

regelmäßig stattfindenden KrüppelberatungSstelle zugttviesen, wo kostenlos ^Beratung imb bet heil- biren und besserungsfähigen Fehlem Heilp.an und Kostenvoranschlag au ge,teilt ni b. 2(2er nur ut den seltensten Fällen ist die Fami ie bt der Lage, du Kosten einer brartigm Behnrdlung u tragen. Lv weil es sich um die Kmxr bemittelter Eltern han­telt. werden die sckulär^licl-erseitö ang.-orbnetr.t Maßnahmen fast ausnahmsU>5 durhgesührt. Umw traurig r ist es seh n zu müssen, wie Kinver wenig bemitte t.T Eltern odw Witwen, die Di.Jricr/t bürd' den Kri'g in Not gcri ten ter Behandlung, die zur Gesundung fülTren oder körperliliae Fehler besciti c > könnten, entbehren müssen. £)ier kann und muß Hilfe gebracht werten; Hrc wird das Lils, wert der kommenden Woche unschätzter m Segen stiften, wenn alle, denen das Wohl unserer Ki.ider am Hcrzen liegt, hilfreich ihre Hand öffnen, und wenn leder nach seinen Kräften dazu teiftcuert, ter Kinder­hilfswoche zu einem r.ichen Erfolg zu verhelfen.

Die Veranstaltungen der ttindcrhilfSwoche.

Sonntag den 19. Juni, 9Vs Uhr, im Stadttyeater: Ehrensingen des Lahntal-Sänger-Bundes. 11 Uhr: Prome- naden-.Konzert in der Süd-Anlage.

Mittwoch den 2 2. Juni, 3 Uhr nachmittags: Lichtspiele Seltersweg, Möve-Film". 4 Uhr: Rosenfest im East Astoria. 6 Uhr: Fußballwettspiel auf dem Sportplatz an oer Rodheimer Straße.

Donnerstag den 23. Juni, 6Vs Uhr, im Stadttheater: Theaterabend der Gießener Frauenvereine.

Freitag den 2 4. Juni, 7 Uhr, im Sta d t theater: Turn- und Sportabend.

Samstag den 25. Juni, 4 Uhr: Wassersportfest an der Lahn. 8 Uhr: Ein­horn-Festsaal,Bunter Abend".

Sonntag den 26. Juni, Vs 4 Uhr: Kinderfest im Philosophenwald.

We t«c »v o >.. uss age für Freitag:

Vorwiegend heiter und trocken, tags warm, nacht? kühl. Winde aus östlichen Nich'imgen.

Ta suh die Wetterlage i i ht wesentlich ge­ändert hat. können wir mit der Fortdauer der be- lehenden Witterung rechnen.

** Weinsteuer. Der Reichsfinanzhof hat durch Urteil vom 16. März 1921 entschie­den, daß der den Kellnern als Entlohnung zustehende Bediennngszuschlag zum Weinoreis in den Steuerwert des Weines auch dann einzurechnen ist, wenn die Kellner diesen Zuschlag bei der Abiieferung des Ver­kaufserlöses gleich für sich Mrückbehalten.

** Das S t u d e n t i s ch e W o h n u n g s- arnt, bei dem man alle freien Zimmer zur Unterbringung zahlreicher obdachloser Stu­denten anmeloen möge, befindet sich Ludwig- straße 23 (nicht 29, wie es in der gestrigen Anzeige irrtümlich hieß).

** Die Zuckerbezugsscheine für Mo­nat Ium können von ten Kletnyändiem am Frei­tag auf dem Lebevsrnittelarnt, Zimmer 8, abge­holt werden.

** Unglücks fall. Ein Fuhrmann bei Oevonom Noll in der Neustadt wollte aestern mittag ein Pferd einspannen. Dabei schlug das sonst sehr friedliche Tier aus und zerschmetterte dem Fuhrmann einen Unterschenkel. Durch die Freiwillige Sanitätskolonne wurde der Verunglückte nach Anlegung entsprechender Verbände in die Chirurgische Klinik verbracht. Man hofft, das Bein retten zu können.

Bornotizen.

Tageskalender für Donners­tag: Lotel Gintern, 8 Ubr, Gastspiel ter Deut­schen Kammerspülc, Tresten. DÖrsaal des Php- fitolifd:.en Im ituts, 8Vs Uhr, 2. Teil des VortragS über Erte, Lict.it- und Fnnlentelegraph.e itnb Tele- phonie. Lichtstnclhaus. w'.e gestern. Licht­spiele, Selberswcg,Ter Reiter ohne Kopf", zwcrrer TeU.

Die Gießener Wald bühne wird cun kommenden Samstag ein altflämiscl)es Schauspiel and ter Zeit ter Wende des 14. und 15. Jaln- hmiterts aufnThren, das in den letzten Jahren bereits an mehreren Orten (so 1917 in Brussel) eine Wi ctercrnferstehnng erlebt hat. Gin volks- Nim'licheo mittelalterliches Drama, das in seiner Neigung, lehrtest und sittlich förternd auf die Seele ter Zusteuer zu wirken, noch an die geistr- licten Mnsterienspiele erinnert, enthält es in naiver Veranschaulichung die Geschichte eines jungen FLrslen, ter eine schlichte Magd auf den genuinen Rat seiner Mutter entehrt und bann davonziehen läßt, und Per später, als er durch feinen ausgesandten Kämm wer vorn Tote der Ge-

liebtcn erfährt die tn Wahrheit erfolgte Ret­tung ter Gcf. lichteten durch :tncn Ritter ver- 'cf-neigt der Bote sich selbst entleibt Die Tarf e £ung d s Geschehens besch.änst üch vielfach <ui' das Aeußerliche, die feineren Seelenvorgänge bleiben verhüllt: entbehrt o das Gan^e auch des eigentlich Tramatifdjcn, so wird dafür in munter* voller Wei e die S?anbtung po.tisch verinnerlicht durch die naive und keusche Lyrik der Gleichnisse, die eine hervorragende Stelle in dem Geoich-t? e nnchmen. Tie Wiüteung wird versuckicn, die- C5 aftflämifde ß.teratur und Kulturten.mrl tunst!erisch <mpfintenten Moternen ein wenig nahe zu bringm. Set schlechtem Wetter wird die Vorstellung verschoben: r.t diesem Falle gibt ein Plakat näher? Auskunft, das ant Samstag 6 Uhr am alten Stadtteu e (Ga tenstraße 2 aus- gehängt nnrb

Die Deutschen Kammersptc le aus Dresden beginnen heute abend ür zw iwgtges CajYt im Lotel Emtem. Ti' Elet'.arödi-'ES f e. i.t Reif..." foN literairsch'Werte Mit fpmi- nenber Lnmdlung verbinden und am Twsdenor Strchttheater ausgesührt werten. Tr Au or, ein Tr Steuer Redalteur, wird ter Aufführung bei­wohnen. \

S o nnenwendfe i er. Am nächsten Sonntag findet, wie im vorigen Jahre, wiederum auf ter Burg M ünzenberg ein: Sonnen­wendfeier statt. Die hierfür getrofienen Vor- tereitungen vcrspr chm einen schrönen Verlaus. Tie Fe.ierrcd: hat Prof. Dr. Werner-Butz­bach (sich: Anzeige).

Tie USV. Gießcn veranstaltet, nne aus einer Anzeige er iMich, heute abend im (Laf6 Veib eine Protest-Versammlung gegen dennet ten Schrecken in Dapern und de Ermordung Gareis".

Dochschulring DeutscherArt. Ter Vortrag Siebert fällt am Dienstag infolge schwerer Erkrankung des Redners aus. Die Karten, die schon gelöst sind, behalten ihre Gültigkeit für einen Vortrag Brausewetter über Danzigs Not am 14. Juli.

Kreiö Alsfeld.

v. Groß-Fel da, 13. Juni. Am Sams­tag fand die Generalveriammlung ter Irie igcn Molkerei-Genossenschaft»statt. Unrefahr 3CO Mita i der na-en erich enen. Sßirrgc* meister H ahn- St> mpntennod gedachte in Mor­ten ter AncrCennung und des Dankes des vor für:em versorlc en Molkwei-Direklors Johannes ^.i 'g, de'sen Andenken ti? Versammlung durch Erheben von ten Plätzen ehrte. Ein beamteter Neviior erläuterte ti* Bilanz und dem Rechner Konnte Entla''ung zuteil werten. B-'i der Wahl be? reuen Tirekw"s würd' der bi?f*mge ftellver- t' e'erbe Ti e.wr gem'eister Wci en' a^, K st­rich, eewäh t Die Mitglieder des Bors^a '.tes und te? Aufrchtsrates wurden zuim Teil wieder, zum Teil neu gewählt.

KreiS Friedberg.

nt. Ober-Wöllstadt, 15. Junt. Inter vergangen^'. Nacht drangen Diebe in das An­wesen des Landwirts Georg Wnsenfee ein, holten nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten ein Rind aus dem Stall, führten es durch die Scheune eine steile Böschrmg hrwrus und schlachteten es in ter Nähe im Feld: ab. Die Gedärme imb ein Stück vom Vorderteil ließm sie liegen. Der ganze Vorgang zeigt, daß die Diebe genaue Lokal­kenntnis befiten, um so mehr, als- in dem Gehöft zwei wachsame, scharfe Hunde sind.

Starkenburg und Nlninhessen.

oz. Offenbach, 13. Juni. Vergangene Nacht entstand am öafen ein Groß feuer. Auf dem Lagerplatz von Lengstenberg u. Wiemer waren eine große Menge Kasten in Brand geraten, wo­durch auch die auf dem anstoßenden Lagerplatz von Leo befindlichen Dolzvorräte ergriffen narr­ten. Die Feuerweln war alsbald zur Stelle und griff das F-euer ans sechs Rohren an. Binnen zwei ©hinten war es auf seinen Sterb beschränkt. Die Entstellungsursache ist nicht bekannt. Sams­tag abend gegen 10 Uhr wurde durch böswil­ligen Alarm die Wehr nach Geleit- und Lud- wigstraße gerufen.

Kreis Wetzlar.

* Hochelheim, 13. Juni. Gestern fand bei Gastwirt Ph. Jung eine gut besuchte Wanderverfammlung te* Obst- und Gar­tenbauvereins statt. .Kreisvbstbaulebrer Kilp aus Wetzlar hielt einen Vortrag über Obstbau und Zusammenlegung", ein Thema, das für uns großes Interesse hat, da die Zufammenlcgungsarbeiten ter hiesigen Feld­mark im Gange sind. Etwa 20 neue Mit­glieder traten dem Verein bei. Wenn die diesjährige Obsternte irgendwie günstig aus­fällt, soll hier im Herbste eine Cbft> und Ge- müfeausstellung der Bürgermeisterei Rechten- bacy stattfinden.

Ocssen-Nassau.

Wieder eine Folfchmuuztrbande entdeckt.

F r a n ksu r t a. M., 15. Juni. Arn Sonntag gelang es ter Kriminalpolizei in tem Hause Lange­straße 39 eine Falschmünzerwerk st ättc zu

entdecken. Dort hatte rn dem 4. Stock des Hinter- g-bäutes cm gewisser Herr von Spi.-gel. ter bei einer dorr in tem Hause dffindlichrn Firma an* gestellt ist, ein kleine Atelier curgerichtet, nt tem jeten falls falsche Tausendmark- scheine zur füttertigrmg gelangtm. Sck»n kürz­lich erh/.'.l ein Dackerm.-istm von diesem Herrn von Tp-.'acl einen Tausrndmarkschten, der sich.al- gefälscht hnausstellte und wi-ter ^urü cf genommen wurde mit ter Begründung, er ici Dereumabmt Worten. Bei der 'Serfriftitng des He-rm v. 2me<wl fand man 40 falsch? Sckxine bei ihm. Ter Umiatz mit diesen Falschsck.-inen soll Mlßerortent^ich awtz g-?w?s?n fehl man rechnet bis jetzt mit 7 Millio­nen 'HuarF und die Verbreittmg erstreckt« sich hauptsächlich auf Polen und Berlm. feiern sich Lncn Mittäter ist man auf ter Spur.

Abbnit der ^ominnnnlisierung.

Fran ksur t a. M., 15. Juni. Die Statt Frankiutt tat re bisher auf dem Gelände des Sand- hofs >n ter Nähe d?s StÄtisckien Krankenhausc- cinc eigen? Dtetzgerei unterhalten, mit ter sie hauptsächlich ihr: Krankm- und Hili-mistalten versorgte. Nunmehr soll ter Betrieb einge­stellt werten, nachdem sich braus gestellt hat. daß im freien Hantel das Fleisch bis 5 9)it billiger geliefert inerten Bann.

ra. Biedenkopf, 14. Juni. Um bet Wohnungsnot im hiesigen Kreise steuern, sind jetzt auf Anregung der Krets- verwaltung Verhandlungen anaebahnt. die die Gründung ener Vaugenossenschaft für den Hinterlandkreis zum Ziele haben.

** Kur-e Nachrichten aus Hessen und den Nachbarstaaten: In Wieseck wurde der langjährige Postsekretär G.org Gutbrer zum Posme.ster ernannt. Zum Polizei diener ter Gemchnde La'u b a ch tourte Heinrich Scferbt ernannt und vc.-pffichtet. In Nidda lostet die Landbutter im freien Hantel 22 Mk. daS Pfund. Auf ter Grube Hair^nbach bet Dillenburg kamen am Dienstagmillay die beiden Häuer Richard Hartmann unb Friedrich August Reh durch abflilrymte Gesteinsmassen »u Tode. In Nierstein i't in einem StmC* steinbruch am Samstag ein 21 jähriger Arbeiter aus Geinsheim tod.ich verungllüll. Er erlitt beim Verladen von Steinen einen Schädelbruch, ter seinen alsbaldigen Tod herb.'iführte. In tem Abendzug von Hanau bis Eberbach entdeckte man auf ter Station Kailbach in einem BremS- häusckren vier bcivaffnete Dal-nräuber. Als man mi ihrer Zeslnckl.mre fd/rciten wollte, flohen die Räuber in ten nahen Wald und beschossen von hier aus ihre unbetvaffneten Verfolger. Die RLu-« her enttarnen in der Dunkelheit.

(ßeridit^fanL

Ter Prozeß gegen Hölz.

Berlin, 15.Juni. (Wolff.) Im Prozeß gegen Hölz kam cs zu einem Zwischmsall ba der Vernehmung des ZigarrmhändlerS Beyer aus Helbra, ter gestern bekundete, daß der An­geklagte auf ihn und seine Frau gescKsen hätte. Als der Verteidiger Justizrat Bwh dem Zeugen vorhielt, daß er ten fiommanbeur der Schutzpolizei in ter Nachbarstadt gebeten frate, ihm einige Mann mitzugeben mit dm Worten, er werte Holz in kurzer Zeit erledigen und daraus fofgert, daß "knxr geplant hätte, Hölz zu er motten, erleidet .*ner einen SBn tanfall und will auf ten Angeklagten losgehcn. Er wird von dm V-amten der Sckmtzpolizei znrückgehalten, weint und fchimpft und muß schließlich aus tem Saal gebracht werten. Tie Verteidiger b-z ichnen Beyer auf diesen Auf­tritt hin als Psycho^athTN, ter t?rne Glaubwürdig­keit verdiene. Als Beyer wieder im Saal erscheint, gerät Holz in die höchste Erregung und protcfriert, daß er, ter selber eine zarte Kindheit hatte, auf Kinder hätte schießen wollen. Er rezitiert ein Gedicht und ist dem Weinen nahe. StaatK- anrvaüfcbaftdrat Jaan erklärt, er werd: die An­gaten Beyers als Belastungsmaterial gegen Hölz nicht verwenden.

Vattrmord.

X Ha nau, 15. Juni. Bor dem Scbtouo- gericht Hanau stand gestern dec grauenvolle Mord zur Abutteilung, ter am 28. Dezember 1920 an dem 64 Jahre alten Zimmermann und Aus­zügler Friedrich Iahe aus Oberzell bei Schlüch­tern begangen war. Die Anklage richtete sich gegen ten eigenen Sohn des Ermordeten, ten 2i Jahre alten, verheirateten Landwirt und »oh* (jaucr Wilhelm Iahe aus Oberzell bei Schlüch­tern, der des Raubmordes beschuldigt war. Ter Ermordete mar als streitsüchtiger Mensch bekannt, mit dem schwer auszukommen war. Dar­unter hatte auch sein jüngster Sohn zu leiten. Am 28. Dezember 1920 war er auf ten Wielen seines Schwiegervaters damit beschäfttgt, mit einer Hacke bte Waisergräben zu öffnen. Es konnte nicht mehr allzu lange dauern, da mußte auch sein Vater von ter Arbeit kommen. In ihm reifte der Ent­schluß, ihm auszulaucrn und ihn zu beseitigen,

k)errn Collins Abenteuer.

Roman von Frank Heller.

36. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Ich starrte ihn an. Wahrhaftig, da van hatte ich nicht gedacht! Ich hatte bic Ok.üpattm .strai'.stmzimmerS burd) ten Pastor immer als eti Hindernis bctradi't. Aber G. hatte recht, baran war nicht zu zweieln! ES b.au 1)1: Fett Hinder­nis zu fein, im Gegenteil! Jrn Gegenteil:

Morgen oder Übermorgen," fuhr G. in der­selben unrrträglidjen Weise fort, rtb wir in Malta. Ta soll der Aste rms Land, und bann kommt wieder die Wade, baraur ffernen Sie Gill nehmen. Jetzt ist seit lier Tagen feine flßadx gegangen, aber Sie .

Schweigen Sie, G," rief ich, ernstlich durch die Freckteit sti uS Auittetens gereizt.Sie fön* neu überzeugt sein, das.'ich bt.* ^adz schton erwogen habe . . . intb heute atenb noch wird ein Besuch tht Zimmer neben dem Pastor »lenadit werten."

Damit weidete ich mib ab, um mich nicht weiter zu ärgern. Und 1 e.ite naijt gegen 1 Ul r also vor cf'.cr Stunde, glaube ich) begab imidi auf merte Expediten. J-ch nxir o an gekleidet wie bewolnlli.ch b". solchen Gelegen cit-n, tun.te: *Bn laun und Filzpgnbof ein, c-5 ; t ti'j ein Kostüm, das keine Aufmerffamkeil erregt, uiu' 11 tem man in neun llen von zdhn unbemerkt vorbeisrttüv,en kann.

Mit eir iger Vorsicht gelang es mir auch, alle Begegnungen auf tem Wege zum Korridor zu va* nKiben, too ter Besatzrungs.aum rich be'tuteL Wie G. schon «gesagt Ixitte, war alles tu diesem

Teil des Schiffes so still und ausge korben, tetz man beinah Angst bekam und eine Fol e fürd-tete. Ter Wächter guckte, unmittelbar beror ich tririn» schlüpfte, in ten Korridor, aber machte sei ie Runde. Ter Sicherheit halber, um »u er'ahre l, wf? oll er hinein zu! eben pflegte, wrfteefte i I- mich in einem Neinen Verschlag zu Anfang des Korridors, wo ter Sleivard oder eine ter ^lufwärterümcn ihre Besen und Sck-auseln aus bewahr ten.

ES war kein besonders teguemes Versteck, das gebe ich zu: aber ich (jäte ti meinem Leben schon fchlimmere grchodt, sunt Beispiel damals, a'.§ ich int Zwtsävnteden ter TueSdner Bank lag und . aber das tut nichts jur Sache. Drc Haupt ache bn solchen Gelegensten ist, daß man nur das te- □tad'tet, was sich rings um dien zuträgt, de Gedanken nicht ab dirociftn läßt und vor allem nicht ait das denkt, was man unmit.eibar vor hat dsm '0NÜ ma I man Tumncheitcn. Es r,ela> g mir auch trotz der unbequemen Stellung red«! gut ich wurde sogar bte Nervo i.it los, d.e mich, feit il) a:t Bord geMmmen war. gequält hatte Das heißt: ich hatte i: schon am Ab itd ju fünften gesucht, ba> geb? ich zu ba n Steward der einen ausgezcick, leten ante i ani rfet Ryc- Lhiskn hat. Ob eS nun bte er nxir oter bt Span# innig, das lasse ich dahingestellt, aber totäc' i o war meine Nervo^ttäl ro.ffc Kvunben. Es tergt ig rine gute halbe Sk i dc, Mim 's f ich ;r den

2.tritt der Vack e B s bi i war alles stumm aewksen, und nickllo attere:- z: hören, a S da- Hämmern der Ma'ckLnen, und fet und da <tu Schritt aut dem Verdeck.

Tarnt hörte ü), rote gc'agt, er Dach: .er# antommen und guckte durch ein tuntei Loch, kaS in die Türe teS Derschlags gebohrt ist, trinauÄ.

Ter Wackriposlen ein junger crianbtitarur, glaube ich, blond, blauäugig blt:l> ganz weit draußen stehen, breTjte von tert, wo er stand, mit einem Schalter das ele.lriche lickt im ganzen Korridor auf, und wart einen Bli t Irin ein. Natür­lich n>ar nichts zu sehen, ater plötz.i b war ellras zu hören ein entsetzlicher Husten aus »em Kranlenzimmer, eut Hus:en, ter gar ni 5t aat» hm en wellte. Es wär herzzerreißcno. Auch tch erzitterte in met icm Versteck und fühlte, nne eine tetfee Welle des Mitleids mit tem Alten, t<r dort brtmien mit tem Tote rang, i i mir aufltieg. Ter Wächter ch:e die Lampe, d.'e er an gezündet hat e, aber vorher sah ich noch, wie fei te Augenlider zit­terten, offenbar batte auch er ten alten Daswr geschen und war von ihm beynitert Worten Tan.i versckrwand er.

Ich Tiefe drei oder vier Minuten vecgel)en, um sicher zu sein, daß er außer Hörwei e war: dann richtete üb mich auf und schlich mich so leise al >5 möglich durch bt? Kehrte sei und das übrige Gerümpel in tem ftämmeriten durch. Ohne :ete4 Geräusch erreichte ich bte Türlli ikc, drückte sic nieder imb öffnete ciieit Spalt ter Türe. Ich wollte sie ete i ganz aufmachm, als sich bad Unheiml'chste, das ib noch in meinem Leben mit- gemacht habe, ereig-:ete.

Tie scksvere Gi eitür deo Kaffenraumes öfmete sich lang-"am und lautlite, so als hätte eine Gei ter- lumb sie bewegt. Tas Lick< nxir trübe, naditem ter Wächter ausite öchr Latte, ater doch ge-ü^atb, da­mit ich sah, mv icmoiib unendlich lajigp-im über tve SckMtlle trat Plötzlich, wahres i h itod) vitt vor 3tarnten in das D-rntel tes stvmdor- fiirrte, wendete rieh b:t Gerillt mit yi: ich nei rücklings zu Boden, und üb nxij nicht, ob ich

aufgeschrien Hobe oter nicht. Tat es mcht so war e3, roeil meine Stehle vor Grauen nne zu- gefdmßrt war.

Denn dort im Monitor aus ter Scttwelke ,nn Kaffenraum sah ich mit eitern eigentümlichen weißen V-oSplwr'chimmer um ti: Kontoren M Körpers und Gesichtes nicmanb andern als mit selbst!?

Aus dem Krankenzimmer ertönte ein furcht­barer Hustenanfall.

Ich weiß nickt, was sitz hum zutrug, weife nicht, wie lange Zrit verstrih, bis ich überhaupt wiKer deuten konnte. Biel'ridt waren es Stton- den, vielleicht auch nur Mi mten. Plötzlich fand ich mich den Kor t «or entlang lausend, ter gu meiner eigenen Kaiüte führte, lauierib ohne jeten Gedanken an Dor icht, und die Türe jir Kajüte aufreibend. Meine Hände tasteten nach rt em Fläschchen, das ich in einer meiner Laten wußtt tasteten stundenlang, schien es mir: end'ich hatte ich es in ten Häuten uib goß etien br:n- nenden Whisly in langen Zügen U tab. So all­mählich wich das Grauen von mir und kehrte nur ruMh stoßweie jede fünfte oter zehnte Minute zurück: ich sah die Szene vor mir; de halb ge­öffnete schwere Türe, die trübe Gestalt, das P-hsS- phorlicht, mem Ge i^i. alles . . . Ein neuer 2<Nu(f aus der Whiskmlasche und eine neue Paus', während ter mein Gehirn ver uchte, bt* tajfctti) Fragen zu beantworten, die es sich selbst stellte . . . Und dann plötzlich eine neue Di,non teS Go sttehenen.

(Fortsetzung folgt)

Sie

irä"! Stotel ?«% ihm i K,M bddl ?A*6tein »i fw k y ermord-«, tfsafi? 5-^ tw« feWg!?, »onu^n- * tssgi dreien. T--» riefe Tatsache

wrleßung i'kidimorrntn en

Urteil M/e* 3a!?tt KrverW.

Frankfur «Mittag gegen

Straflamnie riritlbe im Jahr (rltixicr began» tret der Angeßa aefängnis u Dn Termin nu gcfdndt werden. Sei hinter er des GesÄlgniffo rauchend. Man: an und teute [c ieinti Scrteecten

©iefie?

R.EchMM:

öntlühnung ber und ürfdaitterun gibt eine lange i der imb toimter ba^ das Werk l Kontrasten srllei zweiten Teile, fidnmg ter Ausf ist in ter Austs ter mcilirrtefter htann twllaus

AS Certlidi Worten. DonM bin genommen n> CteTfTrumci in sclilossenteit ter

achate, btrai A vrterte. 5wtz a ck ite Verühnm Wem

sagen wir

Gießen,

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