Ausgabe 
15.12.1921
 
Einzelbild herunterladen

Itr. 294

Der Athener L»;et«a erfcheiit tdglid), autzer 5öwh* urb JeirrtfL». meifftf <^ej«g»He.fr. <Tj| u50 em'chl. 2rLc.ee- loh«, »ure bie Dort Ult. IJb0 eii'dri Sellen. ;ett, »ich bei bichtr^chet- nm timclnrr flimmeni infolge HL 7, er er v,f melu 3er nipttd)-fln.3,lune: furbieS^nfikttenq 112; ftr Dmdieret, 1 erleg und U,e d>dji»|ieBe Sl. .. Id)dft für Drahriach- schien lajefgeric|es.

p»l1*«4l»il#: reihert e. IL 116*.

(Elftes Blatt

M. Jahrgang

vüllnerstag. 15. Dcjcmbcr 1921

GiehenerAMger

General-Anzeiger für Oberhessen

t>rvd nnö Derleg: vrüdl'sche Unie. Bidf* unö $teiibri<erei H. fange. S*riftletting, 6d*ifts|tele uwt Druckerei: 5ch»Iftratze 7.

Ino!?*# »en Siyetgei für die Ioqr»nueieirT »(

p!iierbinMid}kftL

Srtti t<4 1 mm höhe |ur nyigeee 34 mm Brette 6rtli4> 55 Dl. aiteärt* tiS Pf.: für «edlame. Intrigen von 70 mm liteite 250Pt. Bei Platz» erjAr.H 20' , Huf »lag Hauptfchrifileiter Hug. Voetz verantwortlich ftrPoltnh Hag. Goetz ftr de« tbrigen led; Mari Walther: ftr bei Xnseigenletl; ßaa» Pech, fömtltch in Eiehen.

Lloyd Georges Programm in den Welt- wirtfchastsfragen.

London. 14 Dt* CÜBTÄ.) Aus Reuvork Ttrb vom 1Z ds. MtS. gemeldet Der Washing­toner Berichterstatter der .Xlodateb Pnh" mel­det, einige an der Washingtoner Kon­ferenz teilnehmende auswärtige Delegierten hätten Mitteilungen erhalten, die von ihnen da­hingehend aufgelegt werden, daß Lloyd Ge­orge beabsichtige, in den DeltwirtschastS- fragen die Initiative zu ergreifen, da er infolge einer vor kurzem unternommenen Jachfrage in den Bereinigten Staaten zur der Ueberzeugung gelangt fei. bah die amerikanische Regierung nicht die Absicht habe, eine Wirt­schaf tSkvnferenz einzuberufen, jebenfalls nicht in naher Zukunft. Aach den Informationen Meter Diplomaten sieht Lloyd Georges Plan die Streichung der Kriegsschulden Frank­reichs. Italiens. Belgiens. Rußland« und der kleinen Balkanstaaten an Großbritannien vor Ts werde weiter erklärt, der britische Premier» irtnlfier beabsichtige auch die Annullierung der Schulden bet anderen Länder unter gewissen Be­dingungen. darunter der. daß Frankreich die ihm von den aNiierten Ländern geschuldeten Be­trüge annulliere, und daß die Frankreich von Deutschland geschuldeten Re­parationen um 13 Vs Milliarden Fr herabgesetzt werben.

In der Meldung des amerikanischen Be richt- rrfintfer# heißt es weiter. Pris>d--ni 5*) n r b i n g hoffe immer noch, daß die Abrüstungskonferenz vor ihrer Vertagung für Me Zukunft Zu - fammenfünftr der Mächte vereinbaren werde um tntematlonale Probleme zu erörtern. Tine der Fragen, Me, wie man wifse. nach An­sicht des Präsidenten Harding zu einer neuen Konferenz in naher Zukunft führen würde, fei Me Frage der Wel i s i n a n z en.

CHn weiterer Vorschlag.

London. 14 Dez (Wolfs ) Im .Daily Thronicle- tritt Politicus für Me Oinberufung einer europäischen Konferenz durch Lloyd George und B r i a n d unter Teilnahme Deutschlands, der übrigen vormals feind­lichen Staaten und Rußlands ein. um Me Grund­lagen für ein europäisches Übereinkommen zu er­örtern. wie dies durch die WafMngtoner Konfe­renz für Me pazifischen Fragen geschehen fei. Pontiern schreibt, der Friede Europas be­ruhe augenblicklich nicht aus Verein­barungen. sondern auf Gewalt. Man müsse Vereinbarungen anstelle der bisherigen Me­thode fehen und fo einen Weg für den Frieden, die Abrüstung und den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Guropa ebnen. In der Reparationsfoage müll« sich Deutschland vervslich?en. angemessene Re­parationen zu zahlen Gs fei jedoch flar. daß Deutschland nicht das zahlen könne, was man er­wartet habe oder was der Vertrag von Versailles vvriehe. Tine Regelung der Reparationsfrage ist Pobticus zufolge sinnlos ohne gleichzeitige Rege­lung der Rüstungsfrage . GS babe keinen Wert. Milliarden von Deutschland zu bekommen, damit Frankreich sie für fein Heer oder für den Bau von U-Booten verwende. Ts würde daher ein wesentlicher Teil jedes Uebereinkvmmens in der Reparationsfrage bildert, daß Frankreich und die anderen eurvpäifchen Mächte ihre Streitkräfte Herabfeyen Wenn Deutfchland sich bereit erklären wurde, an einem liebereintemmen teilzunedmen in dem es wirkliche Garantien z. B unter Völker» dunbsaufstcht. gebe, bah es fein cheer aut 100 000 Mann beschränke, wesdalo solle llch bann Frank­reich nicht begnüoen mit einem $etr. das stärker lei alß das Deutschlands, jedoch nur Tertd- Mgungszwe.ken diene, und wirum könnten nicht alle anderen Mächte im Verhältnis dazu ab- rüpen? Sv könnten nach Ansicht von Politicire ave Großmächte. rinschlleNllb Gro^britaimiens. überein kommen. Me Tntmilitarifierung des besetzten rheinischen Gebiets zu gewährleist«.

Vriand- Reise nach London.

Pari». 14. Dez (DB) Wie Me DavaS- ageirtur mitteilt, wird Br »and voraussichtlich Sonntag, den 18 Dezember, nach Gglanb reifen, fo bah die Verhandlungen mit Lloyd George am 19. Dezember beginnen können

Der Wunsch Amerikas.

Paris. 14 Dey (DTB.) Der .Reuhort Harald'' meldet au# Philadelphia Der Vize­präsident der Vereinigten Staaten hat gestern in einer Rede erklärt, einer der wich- oerHandlungen fei der Vorschlag Aarbing# über tigften Punkte in der Entwicklung der Konferenz- die Einberufung weiterer Konferenzen und die 3u (a f f u n g Deutschlands.

Eine Pariser Rebe Lord DerdyS.

Paris. 15. Dcg. (WB.) Gestern wurde zu Tdren von Lord Derby, dem ebema.i-en bri­tischen Vvtschasier in PartS ein Früh 'ück ge­geben. an dem -ahlreichr Minister. Senatoren und Rbgcrrbnetc tcilnabmcn. Rach einer Rebe des JtoegAninifiert Ba rt ho u, in der Meter Lord

Derby als einen Freund Frankreichs feierte, hielt Lord Derby eine Rede, in der er zu der bevorstehenden Konferenz zwischen Vriand Und Lloyd George tagte SS ist no.wendig, bah beide Länder die gegenseitigen Schwierigkeiten be­greifen. Fran kroch meh mehr Sicherheiten Haden gegen einen deutichen Rngriff und "beharr der Achtung vor dem Versa Hier Vertrag Auf der anderen Seite machen Me industriellen Gcdie'e Ong (an he eine schwere Strifi# durch liniere Bergwerke und Fabriken, bas 11 n b unsere zerst örten Gebiete Ebenso wie Vriand die Pflicht hat, für ben Schuy her fvan- zöfifchen Grenze >u fregen. eben'v bat Lloyd Ge­orge Me Pflicht, hie tnbuftriellen Gren­zen Sng landS zu verteidigen.

(?iitr Aeusjerunst deS belgischen AinnnzministerS. Paris. 14 Dez. (DTB, Der belgische Finanzminister Thvunts, zukünftiger Ministerpräsident, erflärte einem Vertreter der .Liberte". t ejenuber dem delikaten Reparation#- Problem müf ten Belgien und Frankreich unlös­bar vereint bleiben. ®is fei unvermeidbar gewesen, daß nach dem Kriege fich einige Schwierigkeiten zwischen den Alliierten gezeigt hätten. 2Diber- slredende Interessen hätten einige Konslikt? Her­vorrufen können Gr werde sich bemühen, bei den kommenden interalLiericn 'Berfa idlungcn Belgien zum Bindeglied zwischen den ver- schiedenen Rationen, ganz lei anders aber zwilchen Frankreich und 0 deren Ginne, nehmen eine we eutFche Garantie für den Weltfrieden sei. Deutschland könne kein neuer Zahlungsaufschub gewährt werden, auch kein Moratorium; Deutschland m ü H e a um­führen. ThounlS hofft, daß ein wirtfchastliche- Abkvmmen ^viichen Frankreich und Belgien l;-o|> der verschiedenen Zollregime. Zvllfragen. Ur­sprungszeugnisse usw. möglich sei

Der Wert der von Deutschland ausqelieserten 2chiffe.

Paris, 14 Dey (DTB.) Wie Me HavaS- agentur mit teilt, hat Me Reparationskom- Mission beschlossen, den Wert der nach d-nn 1. Mai von Deutschland auf Grund von Ab­schnitt 8. Anhang 3 des Friedensvertrages von Versailles au »gelieferten Schiffe auf 10 274 488 Goldmark festzufeyen.

(5in vorläufiger Botschafter für Washington.

Berlin, 15. Dez Der .Lokalanz." erführt, daß Geheimrat Dr. Karl Lang, der bisher im Auswärtigen Amt tätig war. alS General­konsul nach Amerika gehen werte Dr Lang soll vorläufig dis zur Grnennung eines deutschen Botschafters In Washington die Geschäfte der deutschen Botschaft führen.

Deutsche Entschädiyuncis- forberungen für Oberschleflen.

Berlin. 14. Dey (Wolfs) Die deutsche Regierung übergab am 13. Dezember durch die deutsche Botschaft in Pari# der Botschafter- konferenz eine R o t e, in der die alliierten Mächte ersucht werden, eine baldige Regulierung derjenigen Schäden herbeizuführen. Me während der Besetzung#zeit in Oberfchle ien durch die verschiedenen polnischen Aufstände entstanden sind. In der ^Rote wird die Erwartung ausgespro­chen. daß vorn Obersten Rat nunmehr umgebenb Maßnahmen getroffen werden, um den geschädigten Deutschen vollen Ersatz für die erlittenen Verluste zuteil werden zu lassen.

Eine Rede Lloyd Georoes über das Abkommen mit Irland.

London, 14. Dez (DTB ) Dai Unter­bau# trat nachmittag# 3 Uhr zusammen, um den irischen Friedensvertrag zu er­örtern. Lloyd George, der bd seinem Er­scheinen begeistert begrüßt wurde, hielt eine Rebe, in der er tagte. Me Bestimmungen deS Friedens- Vertrages hätten größere Bxrchtunq in der Welt gefunden, al# irgendein Vertrag, der je ein­gegangen worden fei, ausgenommen der Veriailler Vertrag kein Uebereintonrr - zwisch i -we lern wurde je so begeistert und fo allgemein be­grüßt. Ganz 5n ]lan6 empfinde Befried» ntng über das Fuftanbetommen de.- all­

gemeine Freude wäre unmöglich geweien. wenn der Vertrag eine Demü'igun; des britischen Rei­ches und Grvßbritan »icnS bedeute. Zcher Artikel des Uebereintommcn# wurde an die Dominion# telegraphiert. Die R gimrngen der DommirnS sprachen ihre Befriedigung und Freude darüber au# 3ebe der alliierten Mächte übersandte dem britischen Reiche und der brittfchen Regierung Glückwünsche. In der gefam.'en ztrUifierten Dell wurde da# Abkommen mit Freude begrüßt. ®r danke Slynes für das. waS er über Me Rolle gefaat habe Me er Lloyd George bei den Te banMupgen gripielt habe Der (Srfolg hätte jedoch nicht erreicht werden können ohne das vollkommene Zu'arrrmmtrirfert der brrt.fchen Ver­treter Veder von ihnen habe schart gearbeitet und naf besten Kräften bei den RerbanbLungaf mttgcbolhm. Das gleiche gelte von den irischen Vertretern Sie hätten den Frieden gemacht und ibn gesichert Lloyd Gavrge fügte unter Beifall hinzu, indem er fich au Thamberlain wandte, einige feiner Kollegen hätten ein größeres Riife auf fich genommen al# er selbst, indem sie ben Vertrag unterzeichneten Die'e Vertreter batte« eine ehrenvolle Ausgabe gespielt. Auch auf der

anderen Seite feien Männer gewesen. Mc eine große Verantwortung auf sich genommen hätten

Lloyd George fuhr fort: Die hauptsächlichste Wirkung des Abkoirnnens ist. Irland die Stellung eine# Dominion# im bri­tischen Reiche zu geben. Ss fchwieng und gefährlich, den Ausdruck . Dominion#flatut71 zu definieren Die Machtbefugnis bei Domi­nion# und Me Grenzen der Rechte der Krone find nicht durch ein Geietz abgegrenzt. Alles, was wir fagen können, ist. daß das ganze Maß von Freiheit ba# Kanada. jLiflrahe i. Neuseeland und Südafrika geniesten, auch Irland angeboten wird. ®inc Garantie wird durch die einfache Tatsache gewährt, daß das Statut dasselbe ist und daß. wenn man versuchen würde, in Mt Rochte Irlands einzugreifen, alle anderen Do­minions die (knbfiiilung haben werden, daß ihre ötelluna bedroht wird In der Pra,iS bedeutet das. daß Irland die vollkommene Kontrolle über leine inneren Angelegenheiten ohne Ginmilchung eines anderen Teile# des Reiche# haben wird Finanzwe'^n, Verwaltung und Gc'etzgedung. so­weit es sich um innere Fragen bandelt, nx-iden unter seiner eigenen Kontrolle stehen und die Vertreter der Krone werden nach den Ratschlägen der Minister der Dominions handeln. So verhüll es sich mit den allgemeinen Angelegenheiten. 2Luer infolge der besonderen Stellung Irland# gegen­über Großbritanniens werden Grenzen notwenbig bezüglich des Heeres und der Marine.

Hieraus kam Lloyd George auf die aus­wärtigen Angelegenheiten ?u sprechen und sagte: Seit dem Kriege haben Mc Domi­nions bezüglich der Kontrolle der auswärtigen Politik be# Reiches Rechte erhalten, Mc denen Großbritanniens gleich sind. Sie haben sich diele Reble erworben durch die Hille, die lie uns während des Kriege# geleistet haben Heute befinden sich die dritisch.m RL:d)tbefugnt,le in den Händen des gesamten britischen Reiches Es ist eine gemeinsame Kontrolle und eine gc- mein tarne Verantwortung: da# ist Me neue Ent­wicklung. Me während der letzten 4 3abve em- getreten ist. Irland wird die Rechte und öje Veoantworlliä-keit teilen, Mc auf be;i Schullern des ganzen Reiches liegen. Hierauf kommt Lloyd George auf das Recht Irlands zu sprechen, ein eigene« Heer und eigene Marine zu unterhalten. Irland mufie auSreich nd Trupi en haben, um feine innere Ordnung aufrechtzuerhallen. Wenn das über Me festgesetzten Grenzen hinaus- gehen wurde, so wurde der gesamte zwischen England und Irland abgeschlossene Vertrag in Frage gestellt Irin. Das britische Reich ist start genug. eher derartigen Eventualität eine# Bruches des Vertrages ruhig Ins Auge kfren ju können GS ist Me Ausgabe der bntil^cn Flotte, die Gewässer aller drltischen Inseln zu verteidigen. In fünf Hahven werde beurteil! wer­den können, ob Irland an diesen Vertoidigungs- maßnahmen beteiligt Norden könne H.rte.uf gib Lloyd George eine lledersicht über Mr Frage der Schulden und Steuern und tarn bann auf LIlst er au sprechen. D e britische Regierung werde keine Maßnahmen ergreifen, Me bk* Auswirkung eine# (-jwanges auf Irland bedeuteten. Ulfter habe die Freiheit, feine Gmfchlüfk zu fafien; alle leihe Redjk werden geschützt werden. Die Trup­pen der Krone werden au# Irland zurückgezogen werden, sobald In Südirland eine verantwortliche Regierung gebildet lei. wird eine Bill be­treffend Entschädigungen für die Handlungen ge­schaffen werden, die in Irland vorgekommen find ES handelt sich nicht um eine Kapitulation vor dem AuSlanb. AhurderungSantiüge wurden den ganzen Vertrag gefäh den. Sin Aufstand könne auch mit anderen Mitteln al# der Gewalt beendet werden. Ll'yd George schloß. eS sei fläKr. Miß im Lause eine# Kriege# Irland Schulter an Schul­ter mit England flehen werbe.

London. 14 De; (DTV.I Die kurze Ta­gung de# Parlameru# zur Ratifizierung des englisch-irischen Vertrages wurde heute vom König mit einer Thronrede im Cbcrbaufe eröffnet, in der es heißt: Ich berief Sie. sich mit mir zu dieser ungewohnten 3cft zu veriammeln damit die Bestimmungen de# von meinen Ministern und den irischen Ab­geordneten unterzeichneten Abkommen# Ihnen so­gleich zur Gutheißung vvrgelegt würden Mit herzlicher Freude erfuhr ich von dem Abkommen, das geschlossen wurde nach vielen Monaten dau­ernden Verhandlungen und das nicht nur die Wohlsabri Irlands berührt, sondern auch die der britischen und irischen Raffe in der ganzen Welt. Es ist mein innigster Wunsch, daß durch diese# Ihnen nun unterbreitete Abkommen ein Streit, der Hahrhunderic währte, fein Ende fin­den möge und daß Irland al# ein freies Mit­glied der Gemeinschaft der Rationen, die das britische Reich bilden, Me Verwirklichung feine# Frieden# finden wird

AnSstnandersetznnqsn in Irland Aber den mit (England abgrscßlossenrn Vertrag.

Dublin. 15. Dez. (DTB.l Bei der heutigen ersten Zusammenkunft des Dail Citeonn zur Behandlung des englisch- irischen Vertrage« wurde beschlossen, daß da« Sinnfeiuer-Parlament morgen in öffentlicher Sitzung über die Ratifizierung de« Vertrages ab stimmen solle. 3m Verlaufe der Sitzung erklärte De Dalera. die nach London entsandten irischen Vertreter seien er­mächtigt worden, mit der britischen Regierung xu verhandeln unter der Voraussetzung, daß sie dem Sinnfeiner-Parlament Bericht erstat­ten sollten. Collin, einer der führenden Sinn* feiner-Delegierten, der in London den Vertrag

mitunterzeichnete, beftrirt in seiner Erwiderung die TDrtrürfc De Valero« an Hand de« bei irischen Delegation mitgegebenen Begleit­schreibens. bah die Delegierten keine Voll­macht gehabt hätten, das Mcbcrtintommcn ab- zuschllehen. Collin sagte, er sei ein Verräter genannt worden. Das irische Volk solle ent­scheiden, ob er ein Verräter sei oder nicht. De Valeta erklärte, es sei zugegeben worden, '.c-n nichi ein Vertrag sei. son­dern ein älebeteinkommen, das für das Sinw- feinet-Patlament nicht bindend sei. Auf An­trag De Valeta« wurde beschlossen, am Aach- mittag eine geheime Sitzung abzuhalten.

5labinettckwrchsel In Nnmänirn.

Bukarest, 14. Dez lWDB.) Da« Mini­sterium Averescu ist zu rückgetreten. Da König beauftragte ben olSherlgen Minister be# Aeußern Take IvneScu mit ber Reubilbung bes Kabinetts

Der Prozeh Iagow.

Leipzig. 14. Dez (WDB.) 3m Iagov- Prozeß erklärte Staatsrnlnister a. D Dr.» befum. e« sei ihm klar gewesen, baß gegen Me mililärische Erneute sofort ein Wlbcrftano organi­siert werden müsse. Er habe deshalb bereit# am e.:in#iaqmlttaq die Mitglied«

slchen Lar

Mc Auslösung dc« 'Jlarlament# veranlaß Der Aufruf, ben Me verhafteten preußischen Minister verfaßt hatten, konnte nicht veröffentlicht wer­ben. da ble Zeitungen durch Kapp verboten waren. Er habe sich hauptsächlich ber Sicher- heitsvolizei versichern wollen, und da# sei ihm auch gelungen Die Soldaten ber Kapp-Re t runf habe er aufflar.*:: ' i". n Am Sonnlagmlltag 1 ic. mit dem Minister Oeser und bem bamaligcn Abgeordneten Domtnlcu# zu Lütlwitz gegangen und habe ibn auf die Folgen eines Streif« bet Eisenbahner aufmerksam gemacht Lüttwitz fei nun an feinem Plane irrt geworben, habe sie abe» an Kapp verwiesen ES fei Ihm unoerstänbllch baß Rlänner wie Kapp und Genossen glauben konnten, baß wir aus ihre Seite treten würben.

Leipzig, 14 Dez (Wolff. > \Tm ;5agjto> Prozeß trurb» heute nachmittag Me Zeugen­vernehmung beendet unb die Beweis­aufnahme geschlossen. Der Praiident verwies ben AngeNagten barxiuf. bah statt ber Teilnahme eventuell nur Beihilfe zum Hochvet-rxU in Frage kommen kann, unter Hmffflnbei auch Am #- ürmahung unb zwar entweder k'ibflänbla oder In rechtlicher Te tinbung m t Hochv trat D r D>n- nerstag bleibt frei Am Frcitagvormitlag be­ginnen Me PlaidoherS

Aus dem Reiche.

Dor einer Umbildung der Reichsregiernngr

Die der .Lokalanz" willen will, fei eine ber Voraussetzungen, die von englischer Seite für irgendwelche Abmachungen in finanzieller Hinsicht verlangt werden, die Festigung der deut­schen Regierung Damit würde also die Frage der Regierungserw« i:e-.-ung wieder akut werden und in parlamentarischen Kreisen sei cs. wie da« Blatt weiter mlltcilt, kein Geheimnis, daß Be­sprechungen mit bei Deutschen Volkspartei und den Demokraten wegen des Eintrittes in Mt Koalition unmittelbar bevorstehen.

Die Kohlensteuer.

Berlin. 14. Dez. (Dolfs.) 3mRel<he- fehlen rat schlug St Inne« die Ein­setzung eine« kleinen Ausschusses vor. um mir ber Regierung über die Frage der Dertellung der Kohlen zu verhandeln. In diesen wurden gewählt: Stinnes.Bergrat Kleine. Dr. Sflver- berg, Kommerzienrat Dr. Schumann, Direktor Janus, dle Arbeitervertreter Lössler, 3mbusch und Girbig, Lanbrat v. Bredow, D<l)clmrat Prins und Dr. Bueb-Ludwigshasen. Aachdem Silverherg dringend vor einer Niederspannung der Kohlensteuer gewarnt hatte, wurde ein­stimmig eine Entschließung gesaßt, worin der Reichskohlenrat eine dreißig v. H. überschrei­tende Kohlensteuer al« ein« für das deut­sche Dirtschasteleben zur Zeit unerträgliche Belastung erHärt und entschieden Widerspruch erhebt gegen die beabsichttgte Ausschaltung des ReichekohlenratS bei der künftigen Durch­führung des Kohlensteuergeseyes. Der ReichS- k.hlenrat spricht die Erwartung au«, daß bei der weiteren gesetzgeberischen Behandlung de« GesetzenrwurseS betreffend die Aenderung de« Kohlensteuergesetz««, die durch den Rctmeral herbei geführt« A«nd«rung der Reglern ng«DDr- laqe. wonach der Reichskohlenral nicht mehr seine Zustimmung zu geben hat, sondern nur noch anzuhören ist. wieder beseitigt wird.

Werter« Herabsetzung der Margarineprers«.

Berlin. 14. Dez. (Dolfs.) Auf Vor­schlag der Preis komm ission t^S M a r g a - rineverbandes wurden die Prelle weiter herabgesetzt. Sie stellen sich für Daren, die ab 14. 12. vom Lager geliefert werden, für die verschiedenen Sorten aus 21 bi« 27 Mk. Die Prell« sind KleinhandrlSprris« für gesal­zene Ware, wozu noch die üblllben Handels-, Zuschläge kommen.