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heute

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Deutsche patriotische tlunft vor j»v Jahren.

Die bildende Kunst der Romantik ist

Att- Otavt und Land.

G l e st e n. den 15. Febr. 1921.

Oberst Lpohr t.

Vm vergangenen Tvnner-tag verschied einer der ältesten Mitbürger unserer Stadt. Ms die Todesanzeige am SamSlag in unserem Blatte er­schien, hitte dem Wunsche deS v rstorbenen gemäß die Einäscherung bereits in aller Stille stattgeiun- den. Jeder Gießener wird es bedauern, daß die gestalt de- alten deren damit aus dem Straßen- bilbt von Gießen versclnvindet. Ter D r e i u n d - neunzigjährige war eine der markantesten B rfönlickknlen, bi? jed.rmann kannte Wer ihn bis bis zum Kriegsausbrüche alltäglich seinen Morgen-

klassijch" geworden. Die so lange nicht beach­teten Derk: von E. R Friedrich und Kerstina werden hoch bezahlt; Museen streben danach, sich in den Besitz solcher Bilder zu setzen, dte trüber ochtloZ auf Speichern standen. Immer mehr er- fenni man, daß die ersten Jahrzehnte de- 19. Jahr­hunderts auch lat die bildenden Künste eine bedeut­same Looche waren, die urt jetzt besonder- lieb ist. weil man damals etgttifenben Ausdruck für die Gefühle der Zeit sand. Ttec Kunst der Ro­mantik von Runge bi- Sckwinvt wird zum ersten Male einem grüy'ren Kreise nah gebracht durch da- soeben bei Guten Dieberichj in Jena er schienene warmh?rzige Buch von Kürt Ä. Türkin Deutjche Maler der Romantik'. Hier wird auch da- patriotische Moment betont, da- in diesen Gemälden au 3 den Jahren tiefster Erniedrigung and kraftvoller Erhebung Deutichand- nieder- aeleat 'st. Brachte e- doch damal- selbst de LandschL't-simst fertig, die Empfindungen der Vaterland-lieb- zu entfachen und zu rerttfm! Zn jenen Zeiten, da Napoleon in Deutschland herrschte und die Dalrwlen Nets von Feinen und Spionen umgeben wavrn, mußte man Dort und Blick tüten, und so wurde die Kunst »u einer Geheim- prache der Nation. 3d?'n Th O. Runge, tr srüL dahingegangene Begründer her roman. tifchen Malerei, schuf in foüftem Sinne feine ffircöe^fen und Buchum'chläee. Lnn Buck- mnfchlag hüt da- ..Yaterlärrdifche Mu eum" von Verthe-. ba? die Nation auf seit'chm sollte, zeigt in deutlicher Symbolik da! dearaoene V?r-r'and, die SBafien von der La ffon-blume umblüh? den GeniuS. der ba* ?: V. ne über« aufpeitfM' »ur Lat. In einem ?a r t e n i d i e L tef en Hol (rf> r e x entwarf, bat Runge 1809 den edlen Vorkämpfer

Rn, dem deletztm Gebiet

-französische Anmaßung im Satngkbiet.

Berlin, 14 Fedr. iWLB.) Die Regie- Urng-kommifswn des Saargebietes überipug vekarrntlich vor langer Zeit die Wahrnehmung der Auslanb-intereisen der B-wohwer des SaaroelncteS, die ihre StaatSwigehörigLit nicht wechselten und zuweilen mit dem staat-c.-chtlich «ich? zuttesfenden AusdruckSaarläni^r" bezeich­net werden, der fta:i>ö] ifdje n Regierung Qm Zm'amme.rhang hi-rmlt riche'e, w wir et» Iah eil, die ReichsteriLrung oer.dri bene Noten an vir Regierung-kommt, sürn des Saargebietc- und an den Völkerbund. In einer bereits einige Seit -u'ückli- a m>en Note erklärte die Reichsvegie- rung. die Wahrnehmung der Jnteresen des Sim* «b ete- in Deutsck)lani) durch f a $5 i'che j&rr* tretu.if.ai nicht aner ken neu zu können. Tie Wahrnehmung dieser Unteres en durch Frankreich wäre mit dem Versailler Vertrag unvereinbar, da da- Saar gebiet dem übrigen D.-uksch'and gegen­über n i'cht Ausland ist. Tie Frage, ob es aufhört, Reich-gebiet »u sein.' wird erst 1935 auf Gnrnd einer Volksabstimmung entfcheden. 65 e auch unbegreiflich, wenn die im Saargebict wrsLssii^l deutjchen Staatsangehörigen in Deutsch­land GC.xnflber den deutschen Vc hör den von Frank- veich vertreten sein sollten.

Lür»lich hatte sich die Reicks eegteruna mit einer anderen Seite dieser 'Frage zu beschäftigen. Nackdem ihr eil im Am -blatt bet Regiernngsk'M- misiwn de- Saarg.-bietrt re d lenti .trt Schreiben dsr fran*ö|i rf^n Rl'gieeung bekannt mürbe, wo: ach birje lick» bereit crflä le, dm im Ausland ansässigen Saarländern" den Sckmtz der franzöii.chen, diplv- wakiscken und Vonsularichen Agenten anybeibm yu lassen, macht die Rcick»-regleieung daraus auf» tnerfjam, daß hier ein Berselien vorli'gen muß, denn der I r i e de n - ve r t r ag kennt keine Saarländer", sondern mir Bewohner trd Saaraebietc- Nur bezüglich der SBe-uolprr, d h. der Personen, die ih en Wohnsitz im Saargebict selbst haben, bat die ReglerungsSommission das Reckst, für die Wabrnehurung ihrer Au-londsinter- effen *u ,vryen Bon Personen aber, bie auS dem Saarsebici stammen und cmdertuo wvh en. d. h. von ^Genannten .Saackändern", sp icht der Ver­trag an keiner Stelle Die Reick»-'-echernng hat dos'alb eine Berichtigung des Sch eiben- b*r fran­zösischen fRpgktJng beantragt und im üb hen er* klärt, daß sie den Sckpitz der hn Ausande ansäsfi prn, im 3®irgeL<.l bebeimate'en Te.fonen infonxit für lief» beansprucht, al- diese die Vieichsangehörig- 1dl bei Iben. ---

Dtr Sfrell In Wetzlar beirrt an und liebt immer weitere Kreise. Die nicktebestneiktm Betriebe der Metallindustrie des Lahn-Arbeitgeberverbandes hoben ihve Arbeiter­schaft auf BerbmrdSbeschluß unter Innehaltung finer Ittägigen Kündigung-frist mit Wirkimg vom 94. bzw 2j. Februar au-gesperrt. Wir berich- irtm hierüber bereits tn unserer letzten Freitage nummer und erhalten heute die ergänzende Mit- tzeiluna, daß von dieser Aussperrung etwa 1600 bi - 2000 Metallarbeiter betroffen wer­den Nunmehr werden auch die Grubenbe­triebe de- Lahnbergbaue- in Mitleidcn- schaff gezogen. Wegen der durch den Streik ver­ursachten Ueberfüllung der Lagerplätze ist die Grube Buderu- mit 75 Mann Belegschaft still gelegt. Dir Gruben Riesenberg und 8 b a r o m folgen in den nächsten Tagen, Aus den meisten Gruben im Lahnbezirk wird bereit- mit verkürzter Arbeitszeit gearbeitet. Die Zahl der Arbeitswilligen fei, wie uns ' weiter mitgeteilt wird, dauernd im Wachsen, wie mis zahlietchm Aeuberungen hervorgehe. Die alte (triabnntg daß tn Zeiten niedergehender Kon­junktur jeder Streik aussichtslos ist, findet auch h«r ihre Bestätigung. Al- größter Betrieb, bet von diesen Aussperrungen betroffen wird, sind bie Buderuswerke in Lollar mit ihren etwa 1200 Arbeitern zu nennen. Aus Marburg erfahren hnr weiter, daß auch die dortige Ma- ^nenfabrik Ostheim ihre Arbeiter auSgefocrrt

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werden. Die Ausführung vonGaS" urtg von Direktor Stein tret ter, unter

Wettervoraussage für Mittwoch:

Wechselnd bewölkt. leichte Niederschläge in Schauern, kühl, nordwestliche Winde

Ta- im Westen liegende Dock hat sich wieder etwas nach Ost.m ausge^e nt. Zwi'cket Dock und Ties gelegen haben wir bei Nördlihen Winden mit unbeständiger Wit erung zu rechnen

Veranstaltungen.

Dienstag: St:dt h ater, 7 IHr.Gas". Großer Sönoal der U ai>er,ttät, b Uhr, Licht. btfberDorLag her Gesellschaft Vie'r er Kimst- freunde über: Tic B.ü e eit der deutschen ft.T* hauerkunst im 13 Zal-rh-n^e t Casö Herb, 7i/» Uhr, Konzert und Vorstellung der Thiem-. leer. Lichtspielthcaler, wie gestern.

Ersatz für die fehlenden______ ____

Orgelpfeifen zu schaffen. Die Mittel die sick- auf rund 80000 Marr belaufen, sollen durch freiwillige Zuwendungen her Gtenrinfeglictwr auf- gebrackit werden SBtr verwesen auf b.m tm In­seratenteil der beuti'jen Nummer veröffentlichten Aufruf de« Gesamtkilck-cnvorstnnLeS.

3m Jahre 1917 mußte die hiesige evangelische Gemeinde von jeder fiüxf-t eine Glocke um) alle Orgelpfeifen obfrlfcm. Anre.-e Airck-engemrinden haben betkitS bi? fohlendn Glocken wie-er erneuert und dupch Desebasfung von OrgelPt ifen den häß­lichen Anblick, den die Orgeln dar boten, verschwin­den lassen. Jetzt hat der evangelische Ge­samt ki r'che n vor sta n d G re

* Amtliche Personal nackrichten. Erteilt wurde am 8. fiebcuar dem Kustos an der geologisch-mineralogischen Abtei ung des Lande-- museumS Tr. Os.ar Lauvt au- Darmstadl die Amtsbezeichnung ,,Professor"'. Erledigt ist ebte mit einem evangelischen Lehrer zu beteten fr Lehrer-- stelle an der Bolk-schule zu Maar, Kreis Lauter­bach.

** Au< dem Stadttheaterbureau. In der beutln Aufführung tun Georg Kaisers G a -" wird dem biefi(xm Publikum cin Muster­beispiel eines eitwessionistischm Dramas geboten. ,,Gas" ist eigentlich der >zwei« Teil von Georg KaisersKoralle^", vüdet jedoch für sich ein völlig ahaeschLotsenes Werk. Bon der Aufführung der ..Koralle"^ mußte hier abgesehen werden, weil diese- Stück nur möalich ist. wenn zwei Darsteller vor­handen sind, die sich Wotut ähnlich sind. Da- Stück konnte deshalb bisher nur an wenigen Büh-

n en. und

Nach feiner Zurdrsvosrtwn-stcklung im Jahre 1881 nahm Oberst Svohr f.ine Wohnung in Gießen, wo er nahezu -.0 Jahre bis ku funem nun erfolgten Ableben ständig blieb, (n bat in biJm langen Iabren unern'.üblich auf viclen Ge­bieten gtartdtet. In »ah rächen mil ischen Zeü- schroten über artille.i'.ische, taltische und friert* g.schickrliche Fragen mttnearbdtd, vor attem aber

Rrit kunst thvore isch und praktisch gc flcocit Bekannt ist dte Soobr'sche Züumungs- lehre und feine zablreichen Schriften insbesondere die Logik in der Reitkunst und vor allem seine Bücher über die Pflege der Pferde und ihre Be­handlung.

Lchw-res Leid brachte ihm der vor 19 Jad en erfolgte Leim gang seiner g liebten Frau und der 1918 erfolgte Tod seine» älteren Sohnes Tr. meb. Roderich Spohr (Fixenk'urt a M V

Obcrst Spohr verschied nach ku-zem Kranken­lager. Ein Frühiah.-kaiarrb terfiätite sich zur Bronchitis und halbseitigen Lungenentzündung, bei deren Abklingen er samt entschlief.

Eine SUockenspende für Gießen.

ritt unternehmen sah oder ihm begegnete, wenn er barhäuptig, im Sommer mi weißem Leinenanzug und ©aiita en seinen Spa.iergang ul ternahm. wird die würflige Greisengestalt nicht mehr Berget len Wte bereit» gestern aus einem kurzen Nachruf bernor- ging, war Oberst Spohr ein et riger Anhänger einer naturgemäßen Lebensweise, der er bi- »ule&t aetreu blieb. Tie Was erhcillund^ bitte er 1858 am tigen-n Leibe erprobt und suchte u bis zu seinem Lebens­ende in -ah.reich.m Lu.satzen und Schriften auS- i.tbauen. Birle Jahre wir er unermüdlich regele mäßig auf weilen Bortragsreisen durch ganz Teutschland und sprach in zahlrcichen Vereinen für Natuih.illunde, Äegctarismus usw. Tas Reiten gab er erst nicht 'reiwtllig auf, als mit Beginn de- Krieges die fr erbe emsige hoben wur­den. Neben dem Reiten o legte er von feiner Studentenzeit an bis in sein höchster Alter das Fechten. Bis in den Sommer 1920 hinein be­suchte er regelmäßig da4 Licht- und Dasserbad an der Lahn u: D twfi.n auch noch vor wenige,i Iahten bei jedem Detter Seebäder. Welt und br it tn der Armee war er bekannt aU ,^>e r alte Wasser- freun b". Auch seinen Freunden au- der Studen- ten-.'it blieb er nah und feierte da- seltene Jubi­läum, durch Üöer 1 50 Semester hndtrch Mit­glied der Burschenschaft Dlemania tn Bonn go» wcsen jyu fein.

Oberst Spohr wurde am 27. Februar 1828 zu Teutz am Rdem al- DoM de- SteuerinfpcfrorS Peter Joief Spohr geboten. Er besuchte tas Gvm- fium zu Bonn, das er Im Derbst 1845 all al* vierte. Ta auf studierte er in Bonn brS -um Sommersemesier 1848 IuriStwuden» und te u.a. lernst Moritz A nd.- oeigiei -je b: BöNe gesclrch.e. Als er boif äIrrig wurde, folgte er tewch lei' cm eigenen Wu sche und tcat am 1. Lktoler 18*19 tat bte 6. Kompanie der 7 ArtiUene-Bnga.!«, bei der er 1830 Porteveefähnrich mur?e. Als lolcher wurde er bei dem b:Ja inten Konflikt Frie­drich Wilhelms IV. mit Ku ehest en, her mit t> m Treffen von Bronzell 1850 endete, in BQve- gung geletzt.

Dievaus wurde er 18-30 tzkir mobilen ersten lecktSpündigen Batterie der 7. Art-Bri-rode kom­mandiert. Tez. 1851 zum austeretat-mästigen &> tonbeleuhiant beföibert. Bon 18jO bis 1853 bc* suckle er die Bereinig e AEerie- und Ingenieur- särule zu Derlkn. ©ein Ofsizrerspa ent la.itet vom 9. Tcz 1851. 1855 wurde er zur kombinierten FestungS-Art.-Abt. unter Stellung k la nulte dos 7. Art.-Rgts. verletzt, 1859 als Premierleut- nat in das 8. Art-Rgl. verletzt. Hier wurde er 1864 zum .Hauptna?.!n beförtiert, madyte bte Qrc» neiulstob-reise de- 8. Armoc-sto.ps mi: und wu do 1865 unter Stelluna ä la suite der 8. Art - Brigode Lehrer a.t der 51-rieg.schule zu lknc.erS. Am 10. Januar 183b wurde er ä la su'te dcS Rh inischen Fech A i.-RgtS. Nr. 8 gest lli. am 16. Mar 1866 dem Rhein. Fev>-Art.-9iat Nr. b aggregiert, war er bis zum 11. Juli 186b Kom- mairbcur der 7. Munitions-Kolonne, rückte mit droser ins Feld und war bann vom 11. Juli 1866 bis 6. Okt. 1866 Komma, heur der 4. seck>5- pffrtrbtoen Batterie. Bon da an war er rtncixr unter Stellung ä la suite de- Rheinischen Feld- Art-Rgt-. Nr. 8 Lchrer an der Kriegsschule zu EugerS.

Laup'numn 1. Kstffse, heivatete er am 9. Sep­tember 1868 Friederike geb Philipp auä Nisch- burg m Böhmen, die er dort im Feldzuge 186b kennen gelernt hatte. Sie war ihm bis -u ihrem 1902 eriolgten Tode die treueste Lebens- und Ar- beitSgenoisin und sba id ihm vornehmlich ba seiner umfangreichen Tätigkeit au» dem Gebiete der Naturheilkunde mit vsllster Ueberzeugung zur Seite.

Während deS Feldzuges 1870/71 war er vom 22. Juli 1870 bis 23 oept. 1870 Kommandeur der leichten Er'a>Datterte und vom 28 Sept. 1870 bis 3. April 1871 Kommandeur der kombi­nierten 11. tzes» i» chen Festun aS-Ark - Abt. Nr. 11. Er war beteiligt ba den Belagerun­gen von Berdun, Thionvtlle. Mont- m ebt) und MeziereS. Dom 10. Wil 1871 bis 2 Mai 18/1 zur schweren Ersa^Batterie atfcad)iert war er von da an bi; 4. Tez 1871 wieder Lehrer an der Kriegsschule in Enger-. Tann wurde er als Batterleche» zum Rl-em. Feld-Art - Rgt. Nr. 8 zurücki>ersetz^ (Jülich). Mit Patent vom 8. Oktober 1872 wurde er al- Ttaior und Datl.-Ches zum Schlesischen Fuß-Art.-Rgt. Nr. 6 lGlogau) versetzt. Dom 2b. Okt. 1872 bis 16. Äug. 1873 kommandiert als Kommandeur der SlrtÄlen-» strieg-belatzmig in Belfort. Tenn zum Batl- Kommandeur im D cmdenbu gischen F ih-Arl.- Rgt. Nr. 8 in Mainz versetzt u-tb vom 12. Dez 1874 an Artillerie-Offizier vom Platz in Mainz 12. April 1897 zum Reg -Komma: dcur deS Fuß- Art.-NgtS. Nr. 15 (St a&burg i. (fc.) venetzt. Oberstleutnant vorn 11. Juni 1879. Arn 24 März 1881 zur DiSposi Ion, 16. M« 1888 wurde er außer Dienst gestellt, am 19. September 1891 Tharaktei als Oberst erhalten.

Mitwirkung deS gesamten Personals, sorgfältig norbereitet worden.

** D i e Blinddarmentzündung eigentlich Wurmfortsatzentzündung tritt, wie wir von unterrichteter Seite erfah­ren, in der letzten Zeit in stärkerem Maße auf, und zwar mehren sich die Fälle nicht nur in der Stadt, sondern auch gerade in den Or­ten des Landkreises Gießen. In den weitaus meisten Fällen, die ganz akut begin­nen, ist Operation erforderlich, die, weil eben frühzeitig ausgeiührt, fast immer völlige Hei­lung in verhältnismäßig kurzer Zeit zur Folge hat. Besonder- bemerkenswert ist das gehäufte Auftreten in einigen Orten, und zwar unter den nächsten Verwandten, so mußten aus dem nahen Oppenrod innerhalb weniger Wochen vier nahe Verwandte an dieser ge­fährlichen Krankheit operiert werden, wovon zwei Fälle tüdlicy endeten. Die Beobachtung, daß sich Blinddarmentzüiiduna in bestimmten Familien findet, hat man schon öfters ge-

liebsten Freunden, Körner und Frieden, malte er, als sie gefallen waren, ein Ehrenmal. Da sehen mir die Lützower Jäger auf Vorpostenwacht am Walde vor deutschen (Sieben ruhend, und al- Geaenstück dazu ein Mädchen in einem düsteren Eichenwald, das tvauervoll beet Kränze windet, und in die Eichen sind dvei Namen geschnitten: Jtörner, Friesen, Renihart Ludwig Richter, der diese Kunst der Romantik weiter fortführte, oetixmft diesen Zagen von Deutschland- Fall unv Erbebuna, die sich dem jirngen Gemüt unver­geßlich em prägten, das B'ste seine- r.ichen Schaf, lens: er hat in fernen Bildern jenen rnnen un- orrborbenen Geist festgehalten, der vor fmnbert Jahren au« der deut'chm Kunst aufblübte und den auch wir wieder zu gewinnen streben müssen, jenen Geist, von dem et sagt:Ern stilles, fried liches Daheim, ein frSnrt fveundlich-s Asyl mit einem Blick ins Weite, In da- kleinste Stück Natur mit der Kunst und mit Gott, ist mir da« Beste, Liebste, fcdAQt. Alle» so äußerlich', bloß kluge, ansoruch-volle und dem Schnn huldigende Treiben, wie es jetzt in den großen Städten vor­herrscht, ist mir im innersten zuwider."

..Herr von Oeinaalt"

Dra Szenen von Karl Stern he im.

Darmstadt, den U Febr

Qm Radmen einer £üerxmfdxn Matinee brackse da- hessische Lante-rtz^ater harte einen neuen 6 tarn beim zur Uraufführung. 2- twnhelt sich n ickk eigentlich um ein Derk wn ab gesch affe­ner dramatischer ijenn. Sternheim Wbn nennt ,.verr von Seingalt" drei Szenen Er beschränkt sich darauf, in einem ohne Zweitel geistvollen, fangeschliffenen Dialoa in einet höchst kultivierten, aber nicht etwa blutlee-en. sondeTn scharf poin- tieteiben Sp «he ein Stiüt ISeibpn*« iu indjren, bei ntmterfii einen, wenn juA nicht den Typ barfiellt Die öergogm har sich in anen Leur- rtant der kövislichcn Garde DcrltdiL Den fcet*>g

Schill als Treffbuben efngrschmugaelt. Ja, man oerfau t? mass.mhait als Emzckdruck fern Märchen vom Fischer uiw feiner Frau denn die mablo- sich gegen Gott und die Welt Überhebende und öa,ür ins Elend zurücksinken^e Jlf.'bill wurde auf Napoleon gedeutet! Dahl bezeugt uns, daß die Patrioten damals in den Landschaften Taspar David Friedrich-ein? eigene, ich möchte sagen politisch »wob^ti'ch: DnUung suchten und fanden, tzinweffe auf eine allmächtige, unsichtbare £*anb, die m die verworrenen Geschicke der Mcn- sch.m emgoeift". Da war z. B in einem Bilde, das kurz nach dem geschnterten russischen Feld­zuge NaiwloonS entstand, ein französischer Tha Pur dargestellt, der in einen dunklen verschn iten Wald binemaebl, indem ibm ein Rabe vom Baum­stumpf höhnisch nadjTüfrte. Jedermann wußte, waS das bedeuten sollte. Man sah auf diesen Bildern da- Grab deS Freiheit-Helden Arminiu- m steiniger Schluckt, die Gräber der Fveiheits- krieger, die frbcutlamc Inschriften und Buck- staden wie F. A. K. (Körner) zeigten. Solche Werke wurden 1814 tn der Dresdener Akademie zu einer AusstellungPatriotisch? Bilder" ver­einigt. Sber auch später, in der Seit der Reaktion nach dem Frühling de- Fteiheit-kamvfe-, hat Friedrich die Natur zum Sinnbtfb seiner politi­schen Gefühle benutzt, wenn er z. B. in dem Bild­chenFrühlchnee" ein mnq-- arü"ende- Wäkdch-N malt, da- wieder unter trübet Schneedecke versinkt.

Auck Georg Friedrich Kersting, der wundervolle Ma'er der h'llen Bredermeierstuben, au- dessen von chm aufgefundenen Nachlaß der Verfasser Intere'fante- mitteilt bet solch? vairiokffche stunst geufiegi Von furlgen und Friedrich unterstützt, machte er den Be>'iung-fr-i'g al- Lützower Jäger mtl; er hat sich selbst 'väter gemalt, wie er marfrfprcrt von seiner Braut Abtchied nimmt, bar in seinen Ski zenbuchern b« edlen Köpfe der Kameraden feftgtbaltst. Seinen

von 24 233 Tonnen: der größere teil

bet

wetteren Berarvettuna befltmmt -. verarbeiteten Rohkohlen wurden

neben

Sehwelereiprodukten erzeugt: 275 Tonnen Braundohlenbrikrtts Außerdem wurden in Hessen erzeugt 7045 Tonnen Steinpreßkohlen. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Geldstverbrauchs verblieben am MonatS- schluß absatzfähig: 16 275 Tonnen Rohkohlen, 20 Tonnen Briketts, 706 Tonnen Naßpreß- steine, zusammen 17001 Tonnen Braunbohlen und Braunkohlenprodukke im Gesamtwert von 1 787 800 Mark.

** Kleine Mitteilungen. Dn letzt« SamStag fand im Gasthaus .Dtndenburg" bte Jahre-versommluna der Ami -vor» stände der prrus isckien flutafteränutT bei Re- a erungSb^i ks Wiesbaden und der V<Aodix\xten. Aemter der Rrgterunrt' e^.ttfr Kaf'el und Koblentz statt. C- waren zu dieser Bersammluna bte ba» treffenden Verven von Langrn'sch:i«Ibach l T., ^mnbuvg v b. ö., Frankfurt a M. Königstein i T., Usingen, Nassau, Limburg. Runkel Weil­burg, Lerborn-Dillendura. Bwdenkovf, Gladenbachs Rvohetm a d. Bieber. Seite - Montabaur, foe» damar, Wallmerod, daclienlu g, Maltenbera. Ren- nerodsawie ton Wetzlar. Ehrmrt'«u en, Braun­fels, Marbury und Frankenberg endtin e > und bil­deten mil dem alten hter m Qfw'i m im Rubelten» lebrnden terrn dicker B.amtengrupve bte stattliche 3ab( von rtipa 80 Teilnehmern Ci > pveu^ischal siatafteramt entfv kfM etwa dem te^envaligm heute schen Steuerbmnnisjariat.

** Bornv t i zen. Kon-ertverein. Wte an- dem Anzeigenteil ersich'lich. finbet oos zweite Sinfoniefongerl des Darm- itäbter Lande-theaterorchester- unter Leitung von Pwfrifor Troutmann am T i ni- tag ben 22. Februar, abend- 7 Ubr, tm btadte tHeater statt. VS gelten für brfrt Konzert bte für das zweite Otelx'eclvnzert au»gcg le.irit Alvnne» rnentSkarien, jedoch nur mit tnorr Zufchlo-^karte 8 Ml. für 1. und 2 Platz und 2 Mk fürfcat 13. und 4. Platz) Die Zusch a tm find in den Mukte talienhandlung vo i Ernst dbJ n ahiulolen Ta- selbst find wich für Nichtabonnenten Karten et- hältlich. Oberleib Ku " stverezn la die feit Sonn ag ausgestellte Kollektion brr JMnfte lerinnenvereiutgungTer Kvei-" dv Kvllekwnm W. tzillgerodt, Otti Jachntz und sichere mir zehn Tagt au-qesteilt bleiben, tri aut Den Bestich bitirr Au-stellu g beion er- hingeuie en. Mo ge i, Mit-« Doch, Ist bte tiUtoiteuUiig wn L1 bu f und am Naäunittog von 3 bis 5 Uhr geöffnet. Aut Beranlassung der Sektion Gießen des D. u. D t. A. - A sprich- am Tcnterlbag im väraal ort TZhemlcgften Insti uts tm Unttersitä sgebäude Pros. Tr varvassow tz über: Gle.scker ir'O Eiszeit m den Alpen. Tte Ort-g^uvpe Gieren brt R. d. B. hält ihre Vollver'amrnlw'g am Mittwochs 16. Febr., im Dotel Broschei zog von Besten

** Der Kreis - Obst » u n b Garten­bauverein hielt am Sonntag nackmiuaa tm Feffenkelle^ eine stark beuchte au^rorttentlidr Dai-vtverfammlung ab. Der 2. Borsitzende brt Vereins gab einen kurzen Rückblick aui Die Tätig­keit im verflossenen Jahre und gedickte befonders der im letzten verbst von mehreren Lokalvereinen veranstalteten wohlgelungenen Obstau-stellungen. Für oie schon länge« Zeit erledigte Stelle brt l. Boriivenden wurde gemäß eines Dorstands- beschluffrt Ober«gierung-rat Beider öorga» schlagen und einstimmig gewählt Auf einen dem K«i-ve«iu zustchenden Ätz in Ausichuß für den Drovinzialrerein wurde Lebrer Becker gewählt, welchem außerdem im Prvviiorium brt Amt eines Schriftführer- im Krei-vetein übertragen mürbe Zur Belehrung de- anzelnen. sowie zur ->ebung und Förderung brt Obstbaues Im allgemein« finden im Laufe des JabreS Vorträge von Sachverständigen in 12 Orten bei Kreifrt statt. Außerdem wurde beschlossen, zu dem gleich« Zwecke im kommenden derbst ein« au- alle«

kränkt nicht to sehr diese Tatsache alS der Gegen­stand der Eheirrung seiner Gattin, der so tief unter ihm steht, daß nur die BezeichnungLieb" ihn richtig (fcara frei liiert. Sein Freund Eosanova. um diesen Dienst ersucht, soll der perjegin 0te Augen über den Gegenstand ih er Li be öffnen Er fängt da- höchst ungeschickt an. indem er den Leutnant niedersticht. Der tot ober doch sterbend Geglaubte wächst m derz und Dr men der ^--r.o^n Su über agcnde Seelengröße, Ge ste*- u ck denvite aualitit Der ulte legem Frauenkenner, der der- *>g, erkennt die Größe der Gefahr, bte der lebende Liebhaber niemoLs erreiche hätte, und er idlft pffeA pflegt den verwundeten gesund. Mehr als das, er mästet ihn. Und al» nach »wer Wochen bte Vfütogin den Liebhaber besucht, findet f« anstatt eines bleich in den Stiften rvTxnben Märwrers cinen fetryfüttrrtcn, zufriedenen Leutnant, er­kennt plötzlich die Borzüge des fei e en TlefUxttÄ« den der Sxnog Der fort litten onb kehrt zu ihm zurück Sie liebt« nur mit den Sinnen, der wem» erweist td> als der geistig Ueberlegen«.

Tie Tarstellung der drei war au-- gezeichnet, soweit von Darftellunü die tt-be sein fann. Sie beschränk« steck tm wetentlickKn auf bte Beherrschung der Sprache, in der fernen fr er tu* atbfütmg bei St'ls und m der Offenbarana von Ueberlegenheit oter Tlwwe^ament. dann» Bau­rn e t st e r «3 Serzog Ril»rd Eg aa rten gt- Tatenova, beide ausgezeichnet in Maske und Spiel, blieben auch im Dialog ihren Aufgaben nicht- fd-u!btg. Lild^aid Imhof all Ler> ain über» raschle durch ihr Temperament und d rch olenbenN äußer« sckaufp elerische Mit el, ihr war noch nickt ausgeglichen Die kleine Rolle des T;rnerl ftnelie £*en K oe-ak. Ta» für Ute aüd« jtem'bil empfing tefe Maimeepublikum nahm bte Neuheik mit Beifall und Anerkennung auf

Ter Aufführung oo an ging ein «fteCnbet Vornan von Dr. Victor- yrnutffurf übe*

Rohkohle wurde verarbeitet oder war zur weiteren Berarbeituna bestimmt.-Lu- ben

macht und es scheim dies änf eine mit der Art der Ernährung zufammenhängcnde fache -inzuweifen. Daß man nicht mit U> recht dem stacken Fleischgenuß eine aewisse ursächliche Rolle bei dem Zustand» kommen dieser Erkrankung zufchiedt, zeig: das Zurückgehen der Erkrankungsfälle an Blind­darmentzündung während der letzten Kriegs.

jahre. Dr Sch.

** Die Kohlenproduktion tn Hessen. Die monatliche Statistik der Ko^ lenproduktion des BolksstaateS Hessen ipetft ür ben Monat Januar 1921 folgende Zäh­en nach: An Rohvraunkohlen wurden ge- öidert 49 277 Tonnen, verkauft wurden ba-

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