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Erstes Blatt

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ae ckh , ReickÄminister a T. Tr. mtb Johannes Tiedje. Oe er^-ich

Ver- Zuml wich-

Reickfssteuererhebung, Besserung des fchrswesens, Ausbau der Wasserstraßen. Schluß äußerte er nocheinen der

ftrin

^Körpern

ktr.Udit

Oashtli-Ofa

Handluirgen der Mailänder Völkerbund- ko nserenz erhielt brr Deutsch.' Ltga für den Völkerbund folgende D^ahnmg: Die von der ital e- nilchen Liga für den Völkerbund ein berufene Kon­ferenz unter dem Vorsitz des Senators und.frühe­ren Mi-iiters Ruffini, wurde unter Btteilt- flr.mfl zahlreicher 'üknlanteilcricr aller Varkeien eröffnet. Deutschland war vertoeten durch Pro- fes'or Dr. I a e rf" "

Wen bie Subern^ cbeitnehmern noch m, ihre Entschlüsse W bei Fima, tnufi cungen ans bei L. chen, kann nicht ge- 5ÜD

vik 4( Zragen der Brüsseler Konteren?

Berlin. 15. ?<m. Die Matter veröffent­lichen die deutsckie Andoort aut bie 4 1 Fronen, die von der Entente in Brüssel den deutschen Zarin*rftänbrgtm vorg l'vt wurden. Zur F^age über die deulsrire Bapieraelbrusgibe f flirrt die 2b t roort u a. aus da» eine aemffe Hemmung des STmni-'.'f it3 des P^piergeldum lautes roi der m Gönn beit ib.kfm Eiizr-Inm-r bi neuen Storern ettbofft werde. Zur F age über de Steuer­einnahmen erklärt die Antwort, daß begründete Sbo'fmtng bestehe, daß die txm den n.'uen Steuern erroo-trten Summen erngchen roerf'e'i. Ue>r tue @cra:ntnbqabn an Steuern und 2lbgiben heißt es, daß diese 1918 4175 Millionen betragen hi ben und sich nach dem Bovaischlag für 1920 auf 45 202 MiAioncn be (murrt Jedoch werde die e letztere Summe nicht ausreichen, um alle lausenden Ausgaben zu decken.

Die Mailander Dölferbunöstonferen?.

Berlin, 14. Jan. iWolff.) lieber die Brr-

'Nachj.

Himmle ir.lamEsdwihTtr &5T36

Situation etflärte nam.ms der beutfdm Mn tret er Jacckh, daß diese beidüoiitn batten, an der Vo.de- rcitung der Dagrsorchr.org der Lcvorf c ci den pa­riser Sitzuirg der Völkerbundliga offiyd. i idti teil- zmielnnen, foitbern sich darauf zu bechränken, in offener AuSsprackie über dentsciie F.ogrn ^uv<-rläs­sige 2luskmrft zu iiebnr, um Legenden y\ zerstören und mit den anwesendeli Verlre'.eni br anderen Nationen sreinrbsckurst'.illrk icbungm ciiau- l' üpsen zur g meinsamen Borbeichl n cxnc5 roi f- lichcn, un versalen und bernokraiickron D. Uerbund^ und Recl'tsfriedenS Die Xbnfercn^ billigte diese Entsckeib'.mg Dernburg^spracch übe. die nnrischaft- lid;e Solidarttät und Tiedie über ta-3 Minter- tettenrerfx Die i alicniscl» Prrssc roibmet der Sh>n- fereng große Llufmerksamkcit.

i> lerll£j

ihnen abgenommen hatte, zurückverlongten. Auf einen weiteven Prvttst wurden sie sri> ießlich mittellos entlassen und nach Reval ab- transvortiert, wo die Fvcru des Amerikaners an bat Folgen des Hungerstreiks starb. Als Srirvary in Reval einen Vortrag vor Arbeitern half» wollte, wurde er über die Grmze abgesrioben und erhielt von Gukowski im Auftrage Tschitscherins 500 englische Pfund ousgezahlt.

Eine (Einigung in der vesyldnnarfra^e.

Berlin, 14 Jan WTB. Amtlich Dos Kabinett beriet heute ab-nd tTvt bie Erhöhung der Teuerungszusri^öoe für die B amten und Ar­beiter des Reiches, nachdnn im Saure des Tages Besprechungen mit den Verrr.nern der Svi?en- oxganisationen der Beamten unb Arbeiter bnm Reichskanzler statt gefunden ha-ten. An dm 23-» sprech.ingen oaldmen auch Vertrrt.n der Regie- cungsparteien teil. Man eimgte sich schließlich aus folgende Regelung, für bte auch bet Zu-

ttgsten Wünsche":

Es gilt, der wirtschaftlichen unruhigung Herr zu tret ucn. Die durch den un glück, ei igen Kriey fast vollsläwig reruichtet ge- tuefene Produktion der Friedensgüer muß im lommatben Jahr mit unerschütterlicher Energie weiter gefördert werden. Und gleich­zeitig muß alles geschehen, um ein Zu arnrnen- brechen unserer Arbeiter- und Beamtenschaft so­wohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht zu vcrhinoern. Was in dieser Richtung vom Reich ,d>on geschehen ist und sortgeetzl geschieht, soll hier ausdrüctlich anerkannt werden, gerade weil

s owenig bekannt ist im Volke und so außer-

Samstag, 15. Januar 1921 21m i $n: »oi Mn.fl je.» für die Xaqtsnummer bis ohne jebeUtrbtnMidjiif.L

M lA M Preis ult l mm hötze für Anzeigen v 34 mmBreite Lj crtl d) 35 Pb, auswärts Wk 45 Pi.; für Reklame,

Anzeigen van 70 mm | Drene lbO Pi D i Platz,

ins Gefängnis geworfen als die Räteregie- nm<r erfuhr, daß er früh abfällig über die russiirivn Zustand? äußerte. Schwartz beschuldigt Erispien, Dittmcmn, Däumig mtb Stöcker, die vier bruffrfm Delegiertien, ber RLteregiermtg s?ine tniDafat Aeußerungen hinterbracht $u haben. Srijmxiry und lerne Frau, bie im Gefängnis bie Wahrungtaitf- nähme verweigerten, wurden schlief,lich auf Protest hin wieder frei gelassen, aber erneut gefangen genommen, als sie 3000 anterikanischen Goldes, die man

2 Uhr 0110 'Eetrieb-^ KontQ9 8 Sj ?taumituk kr bis auf «L.

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Lortiauts:

auf. b« ufzunchnen. Sollst Wh der nächst« le geleistet toetben, Wtate entlaß e ^euanMhM er. der Zeitpuntt be

arrter Volksgeno sen auch Hinkten mag: Hessens |u I u n f t bangt mehr als je vordem da .'on ab, Töf Stellung t>ai Reich i n Leben der Knltur- 3dhr der Erde ein nehmen wird."

Wir wüßten nicht, warum dies für irgend eiten Menschenparado x" Hingen sollte? Bern man aber einen so einleuchtenden 'Tuisch hegt, wenn man, wie Derr Ulrich, es War für denwichtigsten Wunsch" iiloaß es dem Reich gelingen möge, recht ixte die Stimmung der Kulturvölker derart !t teeinslussen, daß die Möglichkeit der B e- 'eiung Deutschlands von der Be­izung durch fremde Völker erörtert Md erreicht werden kann" dann muß man ufj seine Politik danach einrichten. Herr Ul- Ith hat, als er seineWünsche Hessens" nie- irisch rieb, sehr wenig oder säst gar nichts vom sniLldemokratischen Parteivrogramm abgele^ 'ifr.. Tas ist an sich erfreulich, aber doch etwas Mrlwürdig. Er wünschte baldige Lösung der i^nanzfrage, schleunige Lurchsührung der

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... gfttser AW®® gk9Moltk«"Äe M herfflu/y

Dernburg mtb Zohannes Tiedje Oe err-uh durch den Botschafter a D. Drimba irnb Professor .stnnz, Ungarn durch den fn'chrren Mi i er Miklos und Bulgarien durch Professor fitjtrn Ws franko- fische Vertreter waren bi R»ktor der Sorbonne Rulerd und der Professor 0te<nt> M^emrkdei. batten aber infolge des v'ötzkirim, l^isveuch' be-j Präsidenten ber fmsö i.tfrn iipa Baiwg ors. in letzt« Svmde aogeiagr. jbyeivtiti bjejer nc.m

Der Regierungswechsel In Zranlrelch.

Paris, 14. Jan. (Wolff.) Gestern nach­mittag wurde nur Voincars vom Präsi­denten Millerond empfangen unb später

Ur. 12

» wtejene? Rnzel«er er t)eint täglich, auher Scan, unb Feiertan«. Belicht Betwe^treilr. S . 4.25 ein'chl. Irflacr- y-i, durch M* P-st Mk. i ein chl Destellgelb ? t,$p*rt-Urafd)«MN fi. 5.50 ei,fchl. Trager.

n, durch die P»st Mk. «tnschl. De.leügelb. j,,a>»rech.An|chlüsfe: bleSchristletzung 112;

«elchisf stelle 51. Hi'chrift für Drahtnach. ITtrn: Inj?iqtr «lehrn. pestlche N-Rlo;

Aeilfert a. kst. 11686

Ans dem llcidje.

Aus der preußischen Lanvstsverfanrmlung.

Berlin, 14. Jan. (Wolff.) In der vre » ß i.-1 schen Landesversammlung sollten die namentlichen Abstimmungen nim KultuSetat vorgenommen werden, die in der gelingen, b s svät nachts dauernden Sitzung »urückgestellt worden waren. Ta bei der ersten dieser 9£bfhmmungnt diesmal die Linke keine Stimmzettel abgab, ergab sich bie Beschlußunfähigkeit. Ter Präsident be­raumte sofort eine neue Sitzung an, in ber bie namentliche Abstimmung über ben zweiten Punkt basselbe Ergebnis hatte. Dies wredecholde sich sieb en 4 mal. Erst tu ber achtet, Sitzung konnte lde.' Etat fin der 2. Lesung erledigt unb die 3. Lesung begonnen! werden. In der SchLußabstimmung würbe der Etat gegen bie Stimmen ber .stvmmunisten unb Ung abhängigen angenommen. Im weiteren Verlause trat twch breimal Beschlußumähigkeit ein. so baß neue Sitzungen anberaumt werben mußten. In seiner Schlußansmache gab PräsibeM Ceinert einen Rückblick aus bie Tätigkeit der Landes- Versammlung unb wies baba auf bie erbeb!iriien Gebietsverluste infolge bes FriedenSvertraaeS bnt

Die Landesver ammluna nahm h ibner heu­tigen letzten Sitzung das Gesetz über die Bereit­stellung von Staatsmitteln zur AbbÜrdung der Bau kosten Überteuerung an. hier­durch w rb bie vveußiscbe Stoa i e^icung ermäch­tigt, 400 Millionen Mark zur Gewährung von Beihilfen yim Wohnung Sn rubou zu re^wenden.

VolkScntfchtiÄ in Der Reichsfarben-Fraae.

Berlin, 14. Jan. (2BT7V) Wie mitgeteilt wird, soll versucht werden, den Streit um b te Reickss arben, be- durch bie Bestmmr ng bi Verfassung offensichtlich noch nicht brgefegt ist, im Interesse des inne en F i-dms unb der Ge- schlosfercheit unseres Dolves cnbgtiltti auS ber Welt M schaffen. Zu diesem Zwecke r-g'e die Teut- scheVolksparteibeden anherm R^gwrungS- 0arteien an, die Entscheidung der Fvag- der Dis- bereinfübrurg be* schwar>-nx--roten Flage durch Volksentscheid hecheirufsthien Tv anbrrm Ne- giorungsvarteien werden »u dieser Anregim i sofort naifj Zusammentritt der Fraktionen Stellung nehmen.

Dir Wehl dcS Ministerp-ösidenten in Mecklen­burg.

Schwerin, 14 Jan. 'WTB.^ Bei trr Wahl des M inisterpräsiden ten in dem w'cklen- burg<friipmnifto Landtag wurden G2 Stimm­zettel. davon drei unbesrirriebmL. abgegeben Don den Stimmen fielen 31 der Sozia d molva en und Demokraen auf den früheren nK-tfkmburaifrirn Staatsminister H Innern Stelffng 'S z.l, 2* bi Teutsckon Dolkspartei, des W rtsckri'tsbunde- unb der Tmitsch-Ra-ionolen auf ten bi triffm Mini- fterirdftbmten $rore'W Tr. Reinck''Bloch (T D >. Stelling nahm bie Wah' an. Die W^h' der fir rigen vier Mi'gliürer des Ministerarms er olgt Mi twoch nachmittag.

Nach'länge ;um Fall von Flensburg.

Berlin, 14. Jan. (Wol'f.) Der Leiter der Schutzpolizei in FlenSburq, Major von Plüskow, ist nach dem Ergebnis der Unterfudyungen aus dem Polizeidienst ent­lassen loorben. Er veranlaßte trotz War­nung durch erfahrene Zivilbeamte ans einen Spitzelbericht hin bie Verhaftung des Arbeiters Hoffmann, der nack)hcr in der Ka­serne erschossen wurde.

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auch Bria nd.

Nach den bisher gepflogenen Unterredun­gen hat das Staatsoberhatipt die Ueber- reugung gewonnen, daß die Abstimmung ber Kammer sich gegen Personen richtete, nicht aber gegen bas Programm bes Mini­steriums. Anbererseits ist Millerand der An­sicht, daß hie Stetigkeit der Regirung unentbehrlich ist. Es ist deshalb seine größte Sorge, ein Kabinett zu bilden, das sich in der Kammer auf eine starke unb große Mehrheit stützen kann.

Paris, 14. Jan. (Wolff.) Havas melbet, daß P s r e t heute mittags gegen 1 Uhr, nach­dem Barthou das Elysöe verlassen hatte, durch einen Offizier ins Elysee zum Präsi­denten berufen wurde, von dem er mit der Bildung des neuen Kabi nett s be­traut werden soll.

Parts, 14. Jan. (WTB.) Nach einer 6a» vaSmeldung begab sich Peret um 53/« Uhr nach­mittags ins Elys« zum Präsidenten Millerand. Beim Verlassen bes Elysees erklärte Peret, unter den gegenwärtigen Verhältnissen wolle er nur em großes Ministerium ber nationalen Einigung bilden Dadurch würben sich bie Besprechungen in die Länge ziehen. Sie loUen heute abend und morgen fortgesetzt werben.

ordentlich wenig anerkannt wird."

Gut, dann wollen wir am 18. Januar daran denken, daß das von Bismarck geschaf­fene Reich, wenn manches darin auch 'ver­besserungsbedürftig war, es doch nicht ver­dient hatte, so schmählich unterwühlt unb schließlich gestürzt zu werden. Unb wir wol­len uns bie Hand reichen in der Einsicht, daß bie Marxistischen Grund- und Glaubens­sätze heute nichts nrehr taugen, da sie wirk­lich nicht «der wirtschaftlichen Beunruhigung Derr werden können.

Innerhalb dec bürgerlich-nationalen Parteien wird ber Reichsgrünbungstag kei­neswegs mit Jubelschall, sondern mit tief­stem Ernst und innigerer Trauer begangen roerben, als sie von sozialistischer Seite an diesem Tag gezeigt werden dürfte. Denn es ist ja nicht zu vergessende Wirklichkeit: Deutsch­land ist unfrei, befindet sich heute in schmäh­lichster Kn«htschaft. In der Monatsschrift Deutschlands Erneuerung" tJ. F. Lel)- manns Verlag, München) schreibt Oberst a. D. Karl von Wachter eine nationale Selbst­kritik AberWahrheit und Würde", und er meint darin ganz mit Recht, eine deutsche Mo­narchie würde heute von unseren Derren über dem Meere gar nicht geduldet werden, es sei denn eine JS d) e i n - und Schattenmo­narchie. Eine Wiederherstellung ber Mo­narchie vor der Wiederherstellung der Macht wäre auch eine Würdelosigkeit:

Merkwürdig, daß dieser Gedanke den national Gesinnten pari» ferne zu liegen scheint: und ein Zeichen, rote weit nnr uns vorn gesunden Emp­finden entfernt baden, oder roohl noch mehr dafür, wie wenig Verständnis auch die Best^efmnten für unsere Lage haben. Sonst müßten sie stch sagen, daß wir uns etwas vergäben, ben Engländern zu viel Ehre erwiesen, wenn wir in ihrer Provinz beutsche Kaiser irnb Könige ein setzten als unfreie Derrscher über ein unfreies Volk, die dann womöglich noch mit einem Lloyd George unb Konsorten verkehren müßten. Nein, einen solchen Triumph sollten wir unseren Feitchen nicht gönnen, mit inkschen Fürsten bie unseren nicht in eine Reihe stellen. Unb wer möchte sich auch unter solchen Verhält­nissen dazu 6ergeben, Kaiser ober König zu sein? Eine beutsche Monarchie wäre für bie Welt nur ein neuer Anlaß, über uns zu lächeln, würbe uns eine Minderung des Ansehens unb der Achtung bringen statt eine Mehrung Wir müssen auch mit der Staatsfvrm unserer Lage Rechnung tragen, wenn wir ben Wunsch haben, unsere Würbe zu wahren und nicht noch mehr zum Spott ber Welt zu werben. Es gibt ja außer ber Monarchie noch anherc Staatsfvrmen als untere bermalige demo- kratisch-pai lamentarische mit ihrem Absolutismus ber Parteiführer."

Wir wünschten, bei allen Rechtsstehen­den mochte dieser Gedanke einkehren. Und wir glauben auch, da er einleuchtend genug ist, daß in den nächsten Jahren die Gefahr eines monarchistischen Putsches kaum noch besteht.

Einige tröstliche Momente dürfen wir in diesen traurigen Zeiten doch festhalten. Ein­maliger Gedanke aneinstarkesPreußen ist nicht untergegangen. Reichszersplitterungs- gefahren, die wir aber bei innerer Einigkeit abwehren können, treten nur von außen an uns heran. Die bevorstehenden Preußen- w a h l e n , zu denen in den letzten Tagen die Parteien ihre Wablfeldzüge begonnen haben, werden es hoffentlich erweisen, daß Bismarcks geistiges Erbe noch nicht verschleudert ist. Und dann: es ist in der Zeit unserer erbärm­lichen Unfreiheit doch ein lickst voller Augen­blick, da unsere deutschen Brüder in Wien und den österreichischen Landen, am Ende ihrer Hoffnungen angelangt, ausrufen: Oester­reich i st tot, e s lebe Deutschland? Nun soll der Wahltag von Oberschlesien ein ebenso lautes Zeugnis für die Treue 1 zum Deutschtum oblegen l Dann m an die Stelle französischer Tyrannei endlich ein vernünf­tiger Wiederaufbau Europas treten!

ftimmung des Reichstags zu erwarten ist: Für bie ghnrix^beamten fallen bi: Duerungszuschäge «um Grundaehalt unb Ortszusch ag erböfr werden: In Ortsklasse A aus 70 Proz., in Ortsklasse B auf 67 Pro;., in Ortsklasse E äui 65 Proz, in Ortsklasse T auf 60 Prwz. unb in Ortsklasse E am 55 Prozen'. Für bie harter er sollen bie Trne» rungszufch äae für die Stunde eA-öh: wendu: In Ortsklasfe 91 um 60 Pi., in Orlslasse B um 56 Psennia, in Ortsklasse E um 10 Ps , in Ortsklassc D tum 30 Pf. unb in Orts Hasse E um 20 Pfenn ig Tic entsprechende Gesetzesvorlage soll ben gesetz­gebenden Körperschaften sofort zug.'hen.

Berlin, 14. J<rn. (Wolff.) Die Der treter der Länder berieten heucke über das Ergebnis der Verhandlungen, die die Reick)s- regierung mit den Beamtenorgani­sationen über eine weiter gehende Er­höhung der Te uerungszusch l äge ge führt hat. Die Vertreter der Länder haben gegen die in diesen Verhandlungen getroffene Verabredung, die für bie Länder von schwer wiegenden Folgen begleitet ist, ernste Be­denken. Wenn sie gleichwohl bereit sind, ihr zuzustimmen, dann geschieht dies unter fol­genden Bedingungen: 1. Die durch die bisherige Verabredung veranlaßte Mehr­belastung ist die Ob er grenze, über die unter keinen Umständen hinausaegangen wer­den barf; 2. die Deckung der ourch die Er- l>öhung der Teuerungszuschläge dem Reich, den Landern und den Gemeinden erwachsen­den Ausgaben erfolgt durch den Ertrag neuer Steuern und sonstiger neuer Ein­nahmen. Diese Steuern unb Einnahmen sind in demselben Gesetz festzulegen, durch das die Ausgabe bewilligt wird. Bis zum Fließen der neuen Einnahmen sind den Ländern und Gemeinden die durch die Erhebung der Teue­rungszuschläge erwachsenden Ausgaben durch das Reich zu erstatten.

Erlebniffe in Röternßland.

Berlin, 14. Jan. (WTB.) In der tiiefine^ Universität hielt der arnerikcmifrip Sozialist Schwartz an San Francisro, ber im Anftraae ber American Federation of Labour zusammen mit feiner Frau dem zweiten Kongreß ber dritten! Internationale beiwohnte, einen Vortrag über leine Erlebn isse in Räterußlanb. Schwartz aus San FocriciSco, ber im Austta-ie

Wochenrückblick.

Erneuerung, Umschwung, Rettung aus fcp- Not so lauten noch die Stichworte un- « Zeit, die nicht arm an Ereignissen ist, - bie Entscheidungen noch immer vor sich toäht wie ein Riesenfaß ohne Znl>alt.

n mal muß dieses Faß doch wieder gefüllt rben, und bann, wenn wirkliches Frie- sgebräu statt des Versailler Vertrages standen ist, wird wieder einige 9hd}c unter ! Völker kommen. Italien hegt diesen luvfrf), wie aus Rom amtlich verlautete, und tr wollen hoffen, daß er besser in London ßzrchdringt, als das besinnungslose Treiben irr Franzosen Diesen möchte man, wie Oist Fr. Th. Bischer, wieder zurufen:Tragt p nicht allzu hoch, die Nase, ihr lockeren »-inken! Ihr, Herrn Nachbarn, denn wir irrten im gleichen Spital." Wir wissen noch wen fie an bie Stelle bes Herrn Ley- <i<3, ben sie zum Rücktritt genötigt |rten, setzen werden Ob Herr Mtllerand Bidit doch etwas bänglich nach London schielt, Ntnn er seine Entschlüsse faßt? Und ob Herr 8bt)b George, der seine Pariser Reise ja tho8 in Frage gestellt zu haben schien, tri!'t warnend den Finger erheben wird? Seit der Ueberveichung der amtlichen Ab- ttfnumg Frankreichs mit Deutschland beim Zclrreswechsel sind ja von Wesden her von wi«m bedeuttlngsvolle Vorstöße gemacht lyirben. Deutschland soll ben Friedensvertrag «ch dadurch verletzt haben, daß eS an die ^tinzösische Zivilbevölkerung in Mainz unb $ie5baben keine Milch verteilt! Eine Be- -stwerbe, bie uns so hart wie kaum etwas oberes inS Bewußtsein ruft, wie schnöbe Srier Reich an Ketten liegt! Was wirb aus for Pariser Botschafterkonferenz, was aus tzr bann folgenden Brüsseler Sachverstän- ti^enberatung werden? Auch bie bedrohlich luchsenden Gefahren in Oberschlesien drän­gln nach einer Entspannung, die den west­lichen Machthabern nicht so schwer werden {eilte. Ihre Versäumnisse werden sich rächen. & ist schon so, wie ber verabschiedete Levgues <idi geäußert hat: Europa wird ein Fieber Jen 40 Grad haben, wenn in bie Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland nicht Üb beschwichtigende Vernunft eintritt.

, Der 1 8. I a n u a r, der Tag der R e i chs- jrün bu n g, naht, unb es scheint, als werde er doch in den weitesten Schichten unseres Solkes eine neue Selbstbesinnung stärken. Ein preußischer Schulerlaß zeigt, daß auch bie MhrheitSsozialisten eine Feier der Reichs- «ünbung nicht rundweg ablehnen wollen. Es jol des Tages in den Schulen kurz unb |dlid)t gedacht werden: ber Unterricht soll n 11 ausfallen. Also vielleicht ein Tag der S'lbftbetäubung, ein halbes Gebeuken, laue Erinnerungen? Nein, ber Tag wird unb soll Irrt unb mächtig zu uns sprechen! Wir ni fen unb dürfen uns klar darüber werden, tF.f wir verloren haben. Die Lehre der Ge­dickte wird uns härter anfahren, als die onblaßte Menschheitsidee, die ihren Riesen- jtaiten auf die Kriegsjahre warf, nun aber fr- eine Spu kerscheinung zerblasen ist. Wir Mlen dem verllungenen Kaiserreich eines Kfilemen, was es selbst nicht besaß: inneren 8 cden, gemeinsames Schaffen auf natio- ifem Boden! Wir sind noch eine Macht, fritn wir uns nur dazu aufraffen. Leider Gr.rt der Reichsgründungstag die zum natio- lilen Staat sich bekennenden Parteien nicht iirtall zu gemeinsamer Feier zusam- «rnrufen. Die hessische Regierung, die Sifanntlid) das Ereignis des 9. Novembers ßo eiaenartig in den Herzen der Schüler und ef)ülerinnen hatte befestigen wollen, hüllt |ü) zum 18. Januar vorläufig noch in Schwei- Bit Dabei hat sich Staatspräsident Ulrich mdieWunsche Hessens" beim Jah- M.'ioechsel in der HalbmonatsschriftDer ge- K'ue Mart" ganz vernünftig ausgesprochen, fc iagte an der Spitze seiner Betrachtungen: So pora^or es für ben einen ober anderen

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General-Anzeiger für Gberhessen MW

Druck und Verlag: vrühl'sche Uiüv.-Vuch- und Zteindrnckerei R. Lange. Schriftleitnng, Geschästrftele und Druckerei: Zchulstratze 7. sämti.ch in Girhen