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Nr. 295

Der Siebener Sn}«'«« erscheint täglich, nutzer Sonn, und gierte- Äceatlid><Bctus*»re fe: T-h 6JO einteL Ird'.rr. lohn. »u«ch di« Toft 'JJtiu 7JO ein <fL Se|t<Q. g#16, auch bei 9'iü/terich«'- nm efayelatr Hummern infolge höherer uxoaLt. atref|>red)-letetoH*: fL'rbieSd)n|iUtiu?tQ112; für Druckerei. Der lag und ^eichüftssleiie 51. Lnlchrift für Vrahtnach- richten SNjei-er »letze».

Pet1*etftenl«:

Sreefleti a. DL 116X6.

Erster Blatt

Mittwoch. 1-1. Vezcmber 1921

Ul. Jahrgang

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnick und Verlag: vrühl'sche u»i».'v»ch> Steinbrnderei R. ta»ge. Sdfriftletting, Seschästr stelle un) vräderet: Zchttlstraße 7.

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Die französische Universität in Mainz.

Don Theodor Winter.

Das französische . Zentralinstitttt fÄr ger­manistischetubten** in Mainz ist bekanntlich eröffnet tvvrden. Anher dem Rheinlandkom- ml ff ar, Herrn Tirard, waren General De- gontte. der Rektor der Straßburger Uniderst« tüt. Herr Lharlety, ferner die Dekane der ju­ristischen und der wissenschaftlichen Fakultäl nebst zahlreichen Professoren, Militärs und Zidtltsten amvesend. Professor Psisker-Straß- bürg sprach über deutsche Dichter und Män­ner de« deutschen Geistes, Herr (5 bar- fett) feierte Herrn Tirard, dem allein die Ausbreitung des französischen Geistes im Rheinland zu danken sei, und General De- aoutte dankte namens der Armee. Herr Tirard selbst hielt eine in vieler Hinsicht für un« Deutsche lehrreiche und interessante Rede. Gr sprach der Universität Straßburg und ihren Professoren den Dank Frankreich- aus für die Hilfe, die sie seit ztvei (Zähren geleistet hätten, um die Ausbreitung der französischen geistigen Institute im Rheinland slleS: ÄiriturpTopa- ganda) zu ermöglichen. Ihrer Hilfe habe Frankreich es zu verdanken, tvenn es seinen Offizieren, den Soldaten der Rheinarmee, den ZiPilbeamten und denen, die da« Rheinland studieren wollten, folgende Institute zur Ver­fügung stellen könne:

1. Die Recht-schule in Mainz, von deren großen Erfolgen ihr Leiter berichtete. 2. Eine Handelsschule, deren Erfolg nicht geringer sei. 3. Sine landwirtschaftliche Schule, auf der die Soldaten ihr technische- Dissen bereichern kön­nen. 4. Zwei große Lyzeen, die sich starken Zuspruchs erfreuten, ferner zahlreiche fran­zösische Schulen und eine technische Anstalt für Kunst und Gewerbe und endlich die neu er­öffnete Mainzer Hochschule.

Herr Tirard dankte darauf dem General Oegvutte und feinem Seneralstab, ohne deren HUfe diese Institute nicht hätten geschaffen werden können. Selbstverständlich vergaß Herr Tirard den Dank an da- Rheinland und das deutsche Volk,'auf dessen Kosten alle diese Institute ins Leben gerufen und unterhalten werden, ohne daß irgendwo eine Rechtsformel dafür zu findelr sein dürfte. Die französische Militärbehörde, die Räume, Häuser und ganze für die Dersoraung der einheimischen Bevöl­kerung unentbehrliche Güter beschlagnahmt, hat den Dank deS RheinlandkommissarS leicht verdient. Er zitierte in seiner Ansprache eine Reihe von Ausführungen der deutschen Presse, die er sich geschickt mit Taschenspielerkünsten zu eigen machte, indem er verschwieg, daß die bcutfebe Presse energisch protestierte gegen diese Form der Verfälschung de« Kulturorga- niSmuS und indem er scharf betonte, daß die Würdigung der französischen Tätigkeit seitens der französischen Redner die gleiche wäre, wie sie in der deutschen Presse, auch in der feind­lich gesinnten, zu finden wäre. Obgleich die deutsche Presse die Ziele, die Frankreich ver­folge, zu entstellen versuche, sei eS erklärte Herr Tirard interessant, ihre Ausführungen zu verbreiten. Er entnahm ihnen u. a. Sähe wie diese:Alle Mißerfolge haben die französischen Beamten nicht gehindert, den Plan der Mainzer Hochschule weiter zu ver­folgen. und. ohne viel Lärm zu machen, Stein auf Stein zu setzen. Man kann sagen, daß Mainz von heute ab eine französische Uni- versität besitzt. Die Zähigkeit und die Einig­keit der Franzosen hat auf der ganzen Linie gesiegt.- ..Au- welchem Grunde fragte Herr Tirard weiter geben sich dieselben Leute, die unsere Erfolge bestätigen. Mühe, unsere Ziele in einem feindlichen Lichte zu sehen? Man behauptet in der deutschen Presse, daß wir ber rheinischen Bevölkerung die französische Kultur aufdrängen und die deutsche verdrängen wollten. Das ist eine völ­lige Verkennung der Franzosen. Frankreich achtet auf Grund seiner ilcberHcferung die Sitten und Gebräuche, die geschichtliche und kulturelle Vergangenheit der Völker, mit denen e- in Berührung kommt.-

Die Rheinländer können Herrn Tirard darauf nur das eine antworten, daß e« ihm und seinen Leuten nicht leicht sein wird, die letztem Behauptung zu beweisen. Man ver­schone unS mit der französischen Kulturpropa­ganda. man bekämpfe öffentlich und energisch die Bestrebungen kommunistischer und Dorten- scher Landesverräter. Man errichte in Frank- reich Mnincrfitätcn, so viel man will. Aber man beleidige nicht da« nationale Gefühl der Deutschen, indem man in der Stadt Guten­bergs und Frauenlobs eine französische Hoch­schule eröffnet. Französische Publizisten haben unS genugsam über dte wahren Ziele dieser Institute und den Zweck der ..Penetration nacifique. über die Rotwendigkeit der Be­kämpfung des preußischen Geiste« usw. unter­richtet, als daß wir nicht in allen platonischen

Beteuerungen der Achtung vor dem deutschen Geiste nur eine Komödie, eine theatralische Heuchelei sehen müssen. Berlin, Deutschland, werde hart und lege endlich ein Veto gegen diese ErvberungSversuche deutschen Landes und deutschen Sieben« ein!

Das Reparationsproblem.

Berlin, 14. Dez Dav Retch-kabinett beschäftigte sich gestern nachmtUag mit dem 2te- barattontpioblem Dr Rathenau machte au«- ührliche Mitteilungen über das Ergebnis seiner Londoner Reise. Im Anschluß daran wurde der gesamte Komplet der RcparotionSfrage clngebenb besprochen Die Verhandlungen waren streng ver­traulich.

Den Blättern Aufolge wird Reichskanzler Dr. Wirth nähere Mitteilungen über die Londoner Besprechungen erst machen, wenn die Beratungen über die Reparationsfrage zu einem gewissen Ab­schluß gekommen stnd. Da- .Berliner Tageblatf glaubt allerdings sagen zu können, daß der all­gemeine Eindruck, den ber Bericht Rat Henau« ber- voraerusen Hat. nicht ungünstig sei. Auch eine so­zialdemokratische ParlamentSkorrespondenz will wissen, daß die Londoner Verhandlungen zu einem vorläufigen Abschluß gekommen seien, ber, unter den Gesichtspunkten der augenblicklichen wirtschast- lichen Lage Deutschland« betrachtet, für unS nicht al« ungünstig betrachtet werden Tonne.

Pari«. 13 Dcz (DDB) Der3nttxrnfi- geanf glaubt zu wißen, bah infolge der Reite Dr. Ratoenaa- demnächst in vollständiger Ueber- dnfitmmung zwischen bei Alliierten eine inter­nationale Anleihe von 1 Milliarde Dollar«, d h. etwa« über 4 Milliarden Golbmari, ausgelegt werde. Die'e Anleihe soll Z Prozent Zinsen bringen, steuerfrei und innerhalb 50 (Vibren rück­zahlbar sein. Sie würde von der.Reparation«- kommistion begeben, kontrolliert und überwach:. IedeS alliierte, assoziierte, neutrale ober ehemal« feindliche Land tonne sich daran beteiligen. Man würde noch jede Regierung fragen, welchen An­teil an der Anleihe sie übernehme, mit anderen Worten, welchen Dell ste bei ihren Staatsangehö­rigen U7ite.bringen zu können glaube. Mn Achel würde sofort begeben um die nötigen Mittel zu erhalten, die den Zahlung-n entsprachen. welche die Alliierten von Deutschland am 15. Januar und am 15 Svbruar 1922 erwarten. Die Anleihe würde durch die aesamten Einnahmen der deut­schen Zollerträg,.i^E sicher,,ri:ellt Deutschland würde bei der Ausgabe bitter Anleihe und unter der Voraussetzung daß sie erfolgreich sei. nach der ZablungSaufstellung und tc Abrechnung für die Sack.:Mennigen die Ansprüche ber Alliierten für ungefähr zwei Zähre befricbicc i. Der Ertrag ixr Anteil)? würde nach bem festgesetzten Schema verteilt, wonach Frankreich 52 Prozent zu kommen Die Frage ber Sachliescrungen rach bim Wiesbadener Abkommen und die Frage der fran­zösischen Priorität würde den Gegrnstand von Son der Abmachungen zwischen den Beteiligten und der Reparotionstommission b Den. Eine Entscht- dung stehe nahe bevor. Da« granMät-llchc Ab­kommen zwischen den Hauptbetelligten sei fast sertiggestellt.

Der ReichStvirtschaftSrat trab Me KreMiaktivn.

Berlin, 13. Dez (WTB.) Der Reichs- wirtschaftSrat beschäftigte sich in seiner Sitzung im Berliner Rathause heute nochmals mit dem Gesetzentwurs betreffend die Errichtung einer Kreditvereinigung ber deut­sche n Gewerbe in Berbmdung mit ber bereit« am öamitag gemeldeten Kompromihresolution, wonach 1. die Kreditaktion zeitlich und dem 'Be­trag nach zu beschränken ist, 2. vorausgesetzt wird, daß ber endgültige Entwurf vor b«r Zuleitung an den Reich«rot dem ReichswirtschaftSrat iur nochmaligen Durchberatung überwiesen wirb Die Kompromißresolution wurde einstimmig angenom­men und die Vorlage und die dazu vorliegenden Anträge der Regierung als Atteumaterial über­wiesen. Rächste Sitzung unbestimmt.

Crnfllanb nnd Frankreich.

London. 13 Dez. (WTB) Zu den Be- richten der französischen Presse, nach denen Groß­britannien geneigt fein soll, zum Vorteil Frank­reichs da« Finanzabkommen vom 13. August abzuändem. wodurch die erste, von Deutschland am 31. August gezablle MMiarde Goldmark zwischen Sngland und Belgien verteilt wird erklärt daS Reutersche Bureau nach 3nfo'rmatinnen von gut unterrichteter Seite, daß dte Haltung ber britischen Regierung unverändert sei England (bibe dabei, daß die'es Abkommen von der französischen Regierung ratthlert werden tolle Die vor kurzem geführten Beratungen er­gaben zweifelsfrei, daß die belgische Regierung nicht bereit fein würde, auf ihre Prioritätsrecht.' bet bem Anteil an Meter Summe zu verzichten Sngland sei ebensowenig bereit, seinen Anteil auszugeben, der dazu bestimmt sei, die großen Kosten de« DesayungsheereS zu erleichtern.

Die Washingtoner Konferenz.

Washington. 13. De^ (MTB, Havas. In der gestrigen Rachmtnagsswung de« Aus­schusses für den fernen Osten brachte D i- viani einen Antrag ein. ber die Rotwendigkeit betont an Stelle der Konkurrenz ein Zulammrn- arbeiten in den drahtlosen 2 eher mitte- ! lung«stationen zwischen ffbina und ber i anderen Ländern eintreten zu lasten. ®r befür- I ©ortete die Bildung rin-s AusschasteS, ber sich I au« den Vertretern der intertflkrten Länder I sowie Lhina« urlammensetzen soll. Das ZtUauuven-

arbetten soll die größte Au-n^hung de« Kapital«. I de« Personal« und ber Linien verwirllichen Lhina soll sobald alS möglich mit eigenen Stationen, mit allen Vollkommenheiten auSge- rüstet werden Grundsätze für die drahtlosen Mit­teilungen sollen ertasten und Geselllchaslen und Personen. Me sich dielen nicht anpasten in feiner Meise unterstützt werden Die Sa re für brabllole Mitteilungen soll niemals die Gebühren für Draht- oder Kabel Meldungen überschreiten und Regierung«- wie Prestetelcgramme eine Ermäßi­gung um 50 Prozent erhalten

(Pinr Zusatzklausel znm ^trrmndtfr» Abkommen.

PariS. 14. Dez (WTB 1 Der Sonder­berichterstatter der Agentur HrvaS melket auS Washingtons Außer bem Viermächte­abkommen haben Me Delegierten beute noch eine Zusatzkfausel unterzeichnet, in ber e« heißt SS ist ber Mille unb die Absicht der Sig­natarmächte: 1. Daß daS Abkommen auf dir Manda tSznfeln be« Stillen Oxean« Anwcnbung findet unter dem Vorbehalt, daß die Zustimmung der 'Bereinigten Staaten zu bem Mandat al« in dem Abschluß des gegenwärtigen Abkommen« einbegriffen betrachtet werden kann, und daß sie den Abschluß von Verträgen über die Mandot«inseln zwischen den Vereinigten Staaten unb den Manbat-mächten nicht verhindern. 2 bifj unter ben im zweiten Paragraph be« ersten Ar­tikel« erwähnten Streitigkeiten feine Fragen ver­stauben werben, die nach bem intermationalen Recht ausschließlich von bem Souveränitätsrecht ber be­treffen ben Macht abhängen

(£inc Aensrernng brti japanischen Minifterpräsidenten.

Tokio. 14. Dez (Hava« ) Der japanische Mi­nisterpräsident Takahashi sagte in einer Rebe, da« Diermächleabkommen über den Stillen Ozean bedeute einen unzerstörbaren Dchutzwall gegen jeden Angriff und sei ber größte Dienst, ber jemals ber Sache be« Weltfrieden« in der Geschichte er- wiesen wurde.

Die N-Boot-Arage.

Washington, 13. Dez (WTB.) Reuter meldet, daß die U-Boot-Frage Me nächste große Frage bllden werde, mit der sich die Konferenz befassen müsse. In allen anderen gr-He­ren Fragen erwarteten Me Delegierten eine bal­dige Lösung

(?in englisch-amerikanisches Abkommen Über ehemalige dentsche Vesitttingen.

London. 13. Dez. (Weiss.) Wie genulbct wird, beabsichtigen die Vereinigten Staa­ten mit Droh-Britannien ebenfalls ein Abkommen über die vormals beu t f eben Be­sitzungen südlich be« Aequators, für die Dcvß-Britannien ein Mandat hat, abzu- schließen.

Lefövre gegen ben Reichskanzler.

Paris. 13 Dez (WTB.) 2Ltbr6 Les övre veröffentlicht im .Iournal" eine Antwort auf bas dem Berliner .Matin"-Vertreter gewährte Interview deS Reichskanzlers. Er habe mit einer gewissen Ueberraschang die 2Int- wort des Reich«lanzlerS gelesen und frage sich, ob er die Dinge nicht kenne, von denen er spreche oder ob er die Wahrheit verleugne. Gr neige der ersteren Annahme zu. obwohl der ReichSlanzler manchmal feine (OefcDrti) Gedanken falsch wieder- gebe und ihm Dinge unterstelle, Me er nicht ge­sagt habe. Gr habe gesagt unb er halte e« aufrecht: Wahrend bte Freikorps, die man in Oberschiesten habe operieren sehen, bte Deckung bildeten, würden die Kotttpagnien der Reichswehr alS Rahmen Menen für die Regi­mentsvereine DaS sei gleichbedeutend mit einer ganzen Mobilmachung Wo« Me Auflösung ber Freikorps anlange, so habe Dr Wirth vergessen zu sagen, daß sie am 25. Rovember angeorbnet worben sei. al« Me oberschlesische Angelegenheit zu Ende ging Zwei Wochen nachher könne man keinerlei Vertrauen in die Wirksamkeit einer Maßnahme haben, denn seit 18 Monaten habe man fortgesetzt auf bem Pap ter aufgelöst, in Wirklichkeit aber Me Organisationen wieder ge­bildet- Lesevre veröffentlicht da« Bild de« MausergewehreS. ba« in einen 3agb- farabiner umgewaadelt worden sei und gibt ferner über Mn Kanonenrohrfundin Heidenau in Sachsen Einzelheiten wieder. Hiernach sollen gewiste Rohre ba« FibrikationSdatum 1919 tra­gen. Die Behauptung be« Reichskanzler« daß ber Fabrikant baS Material für seinen eigenen Gebrauch habe bebalten wollen, trage ben Cha­rakter eine Vaudeville. Auch feine Behauptung üb'r ba« Vorwort be« General« von Seeckt dllt ber ehemalige KriegSminister vollkommen aufrecht Der Hauptpunkt fei Me ruhige Ver­sicherung. mit ber General Seeckt schreibe, daß feine tarbeitet und er da« Reglement für die gesamte mobilisierte und Me modern bewaffnete deutsche Armee geschrieben hätten unb nicht nur für da« Heer von 100 000 Mann, ba« au* Grund be« Frfebtittocrtragtf gebildet worden (ei Le­sevre bleibt auch bei seiner Behruptung über Me Panzer züge unb erklärt, di? Studenten von Stutgat :t? der Technischen Tot d e engetö.-.en, hätten für ein Manöver aus bem Truppenübungs­platz von Tlünaingen einen Militärpanzer­zug zur Verfügung gehabt. Rach Oderschiriien wie nach Württonbevg feien diese Züge nicht ddt selbst gefonurun Sie feien von deutschen Si'en- bahnen hi» und hergeführt worden. *ie <~r

neuen Tdpen von Maschinengewehren, von denen er gesprochen habe, führten den Samen Gast und T u I Wenn man Me doppelten Eisenbahnlinien feben wol e brauche man sich nur eine ?llenbahnkarie zu nehmen. General Rollet habe sich nicht mit den Eisenbahnen zu be­schäftigen, wenn er Me« tun würde, würde man ihm antworten, daß er sich nur um die Bewaff­nung selbst zu kümmern habe. Lesövre kommt zu dem Schluß, er habe nunmehr Punkt für Punkt btm Reichslantzlei geantwortet und er stelle die Frage, ob Dr Winh zu leugnen versuche, in­dem er daneben antworte, oder ob er die Be- i xrihtung«hage nicht kenne? Die vielen AuS- fünfte, die er von zahlreichen Franzvfen erhalte, prüfe er richt etwa aus einem KriegSgeiste her­aus sonder, einfach deshalb, weil er akuibc. daß in diesen verwickelten Fragen die gesamte Welt flar sehen müße.

Der Reichspostminisler über die Gebührenreform.

Berlin. 13. Dez IWTD ' In der gestri­gen ReichSratSsinung erklärte der Retch.«- postminister, bae ReichSpostsntnisterium sei vom Re!ch«'inanzminist?tium anfg frrbert werden, fein 5>efUit schon für 1922 zu befett.gen. da. folan. e Me De-lebrSbetriebe des Reiche« Mill arden^ lf^üffe au 5 der allgemeinen F itanzveriva'.tun; erhalten, ein Entgegenkommen der Entente bei beri Reparationsleistungen kaum z u erwarten fei Sie mach? baS Cntgcg nfommen vtelmehr davon abhängig daß die ReichSiina'tien durch Steuern unb die Reichs Verkehrsbetriebe durch Einnahmeer Höhung und Au Sgabevermin- berung saniert werden Darum bitte er den Re.chSrat. bie Postgebühren nunmehr im Ver­hältnis von eins zu zwanzig festen- fetzen Von ber Post würbe schon feit dem Kriege fortgesetzt erhöhte Sparsamkeit verlangt. Dabei habe ein allgemeiner Verkehr«rückgong bri ber Post nicht stattgefunden Der eigentliche Post verkehr sei schon nahezu wieder auf ber Höhe der Vorkriegszeit angelangt. Im Tele­graphen-. im Fernsprech-. irn Funkwesen unb im Posllchcckverkehr fei ber Verkehr sogar b-trächt- lich a.stiegen. Da« beMnge eine Vermehnrng ber Arbeitskräfte, so baß sich bierau« schon baS Mebrpersonal gegenüber ber Vorkriegszeit teil­weise erfiärc Ferner fordert Me Durch ührung der 4S^Slunben-Wvck>e bei der Post eine im Ver­hältnis größere Vermehrung deS ständigen Per­sonals. Zweifellos werde bei Ber Annahme der jetzigen Gebührenvvrlage ein Rückgang lm Verkehr emtreten, ber weiteres Personal entbehr- Itch mache Die Post fei bereit, der großen Rotlage der Zeitungen Rechnung au tragen, doch dürfe man nicht, tote eS blefn Tage von fetten einer Berliner Zeit tng ar­id ben fei, Me Dinge so barstellen, al« ob M< Leistungen ber Post im (feitungAhvl t > neb< j- f>cr ohne besondere Unkosten mitgemacht werden könnten.

Ein Qlbänberunqsantraq zum Einkommensteuergesetz.

Wie die .Vvllifche Zeitung" mitteilt, hasten bte Zentrumsf raktion unb bte Fraktion ter Bayerischen Vvlksvartei im R e i chS t a g r.lS 3nit iatit>antrag einen C^efcnttouri zur 2k:ibcrung bes Sinkommensleuergefctze« ringc- bracht, bemzufvlge die Grenze^ bl« zu der die 6teuer 10 vom Hundert de« steuerbaren Ein­kommen« beträgt, mit Rücklicht auf die start ver­minderte Kaufkraft bei Gelbe« von 24000 aus 4 00 00 Mark erhöbt werben soll Auch für die darauf folgenden Einkommen sieht der Ent­wurf eine beträchtliche Herabsetzung be« Steuersätze« vor.. Die Ermußiaungen für ben Sv ueichsüchtigen unb Me Si-efrau feilen ver­doppelt aber nur auf (SfrJommen bi« zu 40 002 Mn-k gewährt tixrbcn Die Kinderermäßigungen dageaen sollen für ®fiflfommen MS zu 1X000 Mack bestehen bleiben. Zugunsten ber Rentner ist eine stärkere Anrechnung ber Kap,ta!erirag«steaer auf bie Einkommensteuer vorgesehen.

Ein Konflikt in der OedenburgerAbstimmungsfraye

Dien, 13. Dez. (Dolfs.) Den Vorstel­lungen ber österreichischen Regierung Rech- nung kragend ermächtigte die Botschafterkon­ferenz. ber ..Politischen Korrespondenz- zu­folge, die Interalliierte Generalkommtssion, die Oedenburger VolkSQbskfnnmtng auf den 18. Dezember zu verschieben.

Budapest. 14. Dez. (UngarischrS Kvrr - Bureau > General Ferrarlo, Präsident der interalliierten Deneralkvmmi'sion in CcMnburg. teilte gestern abend dem ObrrregierungSkommistar Guilleaume Me Entscheidung der Generalkommis- ficn mit der zusolge mit der Abstimmung in Oldenburg am 14. Dezember. 8 Uhr vormittag«, unter allen Umständen angefangen wird.

Dien. 14 Dez. (WTB.) Der pollriß-e Korrespondent schreibt: Im Mmisterium de« Äeußeren liefen in den späten Abensrund« Aachrichten ein. wonach die interalliierte General- kommisfion in Oedenburg trotz ber ihr von der Botschas terkonserenz erteilten Lrmächttgung die Derschiebang der Mstvn- mun'j in CeXnfr^rg nicht durchzuu^rengenrist ist. so daß mit der Abstimmung oft 14 Dezember gerechnet werden muß. Gestützt auf Me ihr von hcen Delegierten in Oedenburg zageLommenen Berichte wonach in keiner Weise ein auch nur primitivsten Begriffen der llnparieilichtes