Unterhaltung ♦ Erhebung * Selehmng
nachgab. „Das Gelb," sing er an,
Wie Raffael arbeitete.
ml -'i
kreis
gewichtslos sein.
Die ältesten deutschen Spielkarten.
Bitten und mit Versicherungen von ihrer Der. I fiunbc können schwiegenhert solange in den Mann, bis er ihr | solchen hat E
A
schnellere» Parallel- LH.
del-Well, in der sich Storm so wohl fühlte, lebt sem letzter Brief vom 5. Juli 1888; von dem modernen Naturalismus flüchtet er zu Leberecht Hühnchen, und mit Seidels Ohren lauscht er dem Vogelsang im Garten, dem Idyll der Natur
wieder begegnen; ich vermag sie nicht abzulegen denn meine Kraft reicht nicht so weit und ich muh nun so verbraucht werden. An dem was für mich erreichbar ist. habe ich Mühe und Arbeit nicht gespart." Und wie bescheiden klingt seine Aeuherung über dieses Buch. ..Es ist der erste kleine Erfolg in meinem Leben, und ich bin 40 Jahre darüber alt geworden. Vielleicht ist nun der Dann gebrochen."
Die Sonne bringt es an den Tag".
Hat die Drehung der Erde um ihre Achse Einfluß auf das Gewicht eines Körpers?
verraten zu werden. Der Mond schien damals dell wie er jetzt scheint. Da sagte der Neisende. der Mond werde mich verraten. Aber" setzte der Fleischer lächelnd hinzu, „dec Mond fort eg doch nicht getan." — Nach einiger Zeit entstanden Mchhelligkeiten zwischen beiden Ehe- leuten; die tfrau offenbarte das Geheimnis, und der Mann empfing seinen Lohn."
Spielkarten werden rasch abgenutzt, und es ist daher begreiflich, daß sich aus 'jenen Anfängen des Holzschnittes, in denen die ersten deutschen Spielkarten verfertigt wurden, nur wenige Beispiele erhalten haben. Die Arbeiten der „Karten- macher". die ihre Karten mit allerlei Einblatt- drucken. Loos- und Schicksalsbüchern, Helligenbildern usw. verkauften, waren die frühesten Form- und Holzschneider in Deutschland. Aber ihre Merke sind fast völlig zugrunde gegangen, und es ist bisher nicht möglich gewesen, das Urbild der deutschen Spielkarten oder deren Entwicklung mll einiger Vollständigkeit aus den vorhandenen Bruchstücken zu erkennen. Nur zufällige
,x t uns da Weller bringen, und einen Erwin Volckmann gemacht, als er
Da mußte ihm die Anerkennung, die durch die Urteile des verehrten Meisters bei allen Einschränkungen warmherzig durchklang, unendlich Wohltun. Storm macht ihm eingehende Derbesse- rungsvorschläge. gibt ihm guten Nat und wird nicht müde, ihn zum Weiterarbeiten an der Vervollkommnung seiner Kunst anzuspornen. „Da Sie mir die Kritik gestatten", schreibt er 1873.
Sn Trii
bet
Sielet Paris, a® unerwartete t englisch« Sw« öS ,0N sowohl kosten wie auc konnnissionen hingen vorhie der bisheriger die Berichte t sen, und es i die volle Sch herigen 'Serie Wert ist c ner Gesanch len Franken maß wird di Sanktionen । Deutschland Noch in den Beschwerden gen, daß die lenz die llei die im Herr waren und ük schen wirtschc Wandel in bi droht. Das und das mef land kann s Devisen hels schen Zeitun ftanMsche auf Grund | sehend gesck ws die E Produkte dl schließt der Sanktionen achuheben, c die Erteilung besetzte Geöie mteiolliietten natürlich den und namenüi bettum ander erträgliche $ wird also in nannte Sperr täuschen Men. Die; Mrs Argumei ^4egen eine die sranzosisc rechtfertigen s Tagen zu fr "les Sorget)! Mische Prr scheu Aeberh
in Würzburg erschienenen üni> Gcwerbegassen" teilt "t. ^Cl. ?G.C De Handlung der Kartenmaler Näheres E blese Entdeckung mit. In einem alten Sam- rnel&anö befand sich neben verschiedenen Hand- Niederdeutscher Minnelieder und einiger Frühdrucke auch ein acht Blätter umfassendes gänzlich undatiertes Heftchen, auf dessen zweiter Gerte unter einem kräftigen Holzschnitt die vier Druazeilen stehen: ,.Ehn Lohbuch aus der Karten gemacht Und alleyn durch kuczweil erdacht wer aber zu glauben sich daran wolt fereh: Das selbia Msich unrecht leren". Auf den folgenden sechs r?r?lter^< neben jedem achtzelligen „Schick- -^erliche, aber scharfe Holzschnitt eines Kartenbildes, so daß insgesamt 48 Spiel- ?at!f-nr k6l'9eftellt sind. Da damals die 10 noch S/mLw e !? öied ein vollständiges Spiel der deutschen Karten, und aus dec Enlstehungszeit der Holzschnitte läßt sich erkennen, daß es sich hier um die ältesten deutschen Spielkarten, die bisher aufgetaucht sind, handelt. Die Gewandung und besonders die Schnabelschuhe der dargestellten Kartenfiguren deuten darauf hin, daß die Zeicb» spätestens zum Beginn des letzten Drittels des 15. Jahrhunderts entstanden sind. Wissen wir doch aus verschiedenen Chroniken, daß um 1490 öie Schnabelschuhe bereits altmodisch geworden und durch breite Schuhe, die sog. „Kuhmäuler" ?/*cr ••Barentaeen“ erseht waren. 1480 wandte sich Papst Pius IV. in einer besonderen Bulle gegen den Unfug der Schnabelschuhe, deren überlange, Mit Glöckchen besetzte Spitzen zu einer allgemeinen Modenarrheit ausgeartet waren Die Kartenzeichen zeigen deutlich die Formen der Spätgotik, und Kenner des frühen deutschen Holzschnittes haben auch den Schöpfer der Äarten- holzschnitte festgestellt: sie erkannten ihn in dem Meister der Himer Aesop-Ausgabe. Danach wäre die Entstehung dieser Spielkarten spätestens in den Zeitraum von 1470—75 zu sehen, und damll ind sie als die frühesten deutschen Spielkarten erwiesen. Die „Farben" des Spiels haben fol- gende Reihenfolge: Herren, Schellen, Eicheln und Laub oder Grün; die Bilder bestehen aus: König. Obermann. Untermann und Bauer. An Zahlen ind vorhanden: Neun, Acht, Sieben, Sechs, Fünf Vier, Drei und Zwei. In diesem ältesten deut-' schen Kartenspiel fehlt also die Zehn, die ja auch letzt noch in der Schweizer Karte durch das „Banner" vertreten ist. Auch das Aß oder Daus'fehlt, doch ist anzunehmen, daß das Danner ursprünglich das Daus ersetzte.
" An d Träges $
UKistl-
S «Seschast- ,-schrist
Anzeig yoM« ztaMP 61
,, Paris, U-hung au. Alands ADn,alen 2 ^Nunqen u ft. Vf ?-A'entsbk ^9 über ww über boTt .^derbem bes iage Oeste eichene 5)jrfp seine L
otT iet hem ( aus V ins Stehl’*
SSt* an Sen .
b
’S s** ft? per r niad W'l!
®te Entdeckung dieser Quelle, in der wohl zweifellos der Keim des Chamissoschen Gedichtes zu finden ist, gibt von Maaßen Anlaß, die Wichtigkeit einer solchen Motivforschung hervvrzu- P5en- ^d er meint mit Recht, „daß Chamissos schönes Gedicht erst letzt in seiner ganzen Vortreff- lichkeit bewundert werden kann". Die Umbildung des rohen Stoffes durch die feine Dichterhand läßt uns nämlich einen tiefen Dlick in die Geheimnisse künstlerischer Schöpfung tun. Chamisso unter- was die Anekdote kaum berührt' die Schwatzhaftigkeit der Frauen. Aus der an sich grausigen Geschichte, die eigentlich nur eine lehrhafte Warnung sein soll, formt er ein Kunstwerk. in dem dämonischer Ernst, leise Ironie " r,'ast liebliche Schelmerei zu einer Einheit verschmolzen sind. Sodann mischt er einen der Anekdote gänzlich fehlenden rührenden Zug fo>i- per Erschlagene wird von ihm zu einem alten schwachen Mann gemacht, dessen ganze Darschaft nur 8 Pf. beträgt. So ist der gräßliche Mord um nichts geschehen, wahrend in der Anekdote der Metzgermeister seinen Wohlstand dem Morde verdankt. Chamisso hat die Art des Handwerks bei seinem „.Meister Nikolas" Überhaupt nicht erwähnt. Dadurch, daß die Sonne an Stelle
Mond^ tritt erhält das Ganze erst seine tief symbolische Dedeutung. Der Masse des Lesepublikums hätte ftellich die Schauerromantik einer Mondnacht mehr zugesagt. Chamisso aber vermeidet derartig grobe Mittel und hebt sein Thema in eine künstlerische Höhe, die wir erst richtig abschähen können, wenn wir das Vorbild kennen.
Rote Dächer!
Von Arno Holz.
Aus den Schornsteinen, hier und da, Rauch, oben, hoch, in sonniger Luft, ab und zu. Tauben. Es ist Nachmlltag.
Aus Mohdrickers Garten her gackert eine Henne, die ganze Stadt riecht nach Kaffee.
Ich bin ein kleiner, achtjähriger Junge und liege, das Kinn in beide Fäuste, platt auf dem Bauch, und gucke durch die Bodenluke.
Unter mir, steil, der Hof.
Hinter mir, weggeworfen, ein Buch . . Franz Hoffmann . . . Die Sklavenjäger . . .
Wie still daS ist!
Nur drüben in Knorrs Regenrinne zwei Spatzen, die sich um einen Strohhalm zanke«, ein Qlla rm, der sägt, und dazwischen, deutlich von der Kirche her in kurzen Pausen, regelmäßig, hämmernd, der Kupferschmied Thiel.
Wenn ich unten runter sehe, sehe ich grade auf Mutters Blumenbrett: ein Topf Goldlack, zwei Töpfe Levkojen, eine Geranie
und mitten drin, zierlich in einem Zigarrenkistchen, ein Hürnpelchen Reseda.
Wie das riecht? Bis zu mir rauf!
Unb die Farben! Jetzt! Wie der Wind drüber weht!
Die wunder-, wunderschönen Farben! Ich schließe die Augen. Ich sehe sie noch immer.
Zu den bekanntesten Gedichten unseres Schrifttums, die in allen Lesebüchern zu finden sind und die man bereits in der Schule lernt gehört Adalbert von Chamissos „Die Sonne bringt es an den Tag". Das Gedicht, das zuerst in dem „Gesellschafter" von Gubih am 26. März 1827 veröffentlicht wurde, ist zweifellos eine der schönsten Schöpfungen dieses französischen Dichters, der einer unserer großen deutschen Lyriker wurde. Wodurch Chamisso auf die Behandlung dieses Themas kam, war bisher nicht bekannt. Die wahrscheinliche Quelle des Gedichtes teilt nunmehr Carl Georg von Maaßen in dem Romantik- Sonderheft des von ihm herausgegebenen im Horst-wtobbe-Verlag zu München erscheinenden „Grundgescheuten Antiauarius" mit. Die Geschichte, auf die das Gedicht zurückgeht, findet sich m einer zu erzieherischen Zwecken zusammen- gc|«elltcn Anekdotensammlung mit dem Titel „Entdeckung und Strafe geheimer Verbrechen. Eine oammlung merkwürdiger Dehspiele zur Warnung und Belehrung des Volkes und der Jugend" die 1804 in der Buchhandlung des Hallcschen Waisenhauses erschien. Die Anekdote, die Chamisso freilich auch wo anders £er kennen gelernt haben könnte, da sie der Kompllatvr für fein Duch wohl einer Zeitung entnommen hat lautet folgendermaßen „Ein Fleischermeister hatte sich mit seiner Frau zur Ruhe begeben. Der Mond leuchtete ihnen so hell in die Augen, daß sie nicht einschlafen konnten. Dieses gab Gelegenheit daß der Mann sagte, er denke jetzt an etwas, das er keinem Menschen sagen könne. Diese Worte erregten die Neugier der Frau, und sie drang mit
Es gehört zu den interessantesten Aufgaben ber Kunstgeschichte, in die Schaffensweise großer Meister einzudringen und die Geheimnisse ihrer Werkstatt au belauschen. Zum Verständnis der Arbeitsweise Raffaels bieten sich als ein unvergleichliches Material seine Zeichnungen dar, über deren Bedeutung im Werk des Meisters der Herausgeber des großen Corpus der Raffael- Handzeichnungen Prof. Oskar Fische! im „Sammler sich ausspricht. Aus dem Zu stand der einzelnen Blätter läßt sich ein sehr anschauliches Dild von seinem Schaffen gewinnen, und wir ersehen daraus, daß auch dieser geniale Geist, in dessen vollendeten Arbeiten man so nichts von Mühe zu spüren meint, um die wundervolle Harmonie seiner Werke heiß gerungen hat. Raffael pflegte Gedanken für ganze Kompositionen und Gruppen mit der Feder oder auch mit dem Pinsel so rasch hinzuwerfen, daß man früher geneigt war, solche sorglos gezierten Studien sogar für Fälschungen zu halten. Man beachtete dabei nicht, daß die gewissenhaft ausgeführten Zeichnungen, die als selbständige Stiftungen von dem Künstler aufgefaßt wurden, von ihm ganz anders angelegt waren als diese flüchtigen Ginfälle. Genau wie beim Zeichnen verfuhr Raffael, wenn er in seinen großen eigenhändigen Dlldem rasch einen Kopf anlegte oder im Hintergrund Nebendinge flüchtig sesthiell. Er entwarf zuerst von jedem größeren Plan eine große Anzahl von Studien, die immer ausführlicher wurden und die Komposition immer klarer und reiner gestalteten. War er so mit dem Aufbau völlig fertig, dann schritt er zur Vergrößerung der Studien im Karton und verfertigte eine sehr sorgfältig durchgearbeitete Zeichnung, die schon fast wie das Bild im Kleinen wirkt und als letzte Fassung der Entwürfe naturgemäß mit dem fertigen Bilde im wesentlichen übereinstimmt. Diese großen Kartonzeichnungen, von denen eine Anzahl erhallen ist, dienten als Unterlage auf dem Arbeitsplatz und wurden wenig geschont. Sie waren auadriert, um vergrößert zu werden, und gerade diese Spuren der Benutzung, die sich auf diesen Blättern finden, sprechen am deutlichsten für ihre Echtheit. In ihrer durchstochenen oder durchgedrückten Kontur tragen Blätter, wie die Studien zur „Delle Iardiniöre" oder zur „Mackintosh Madonna" den äußerlichen Beweis an sich, daß sie für das Bild als Hilfsmittel gedient haben. Doch auch zwischen diesen Kartons und dem fertigen Gemälde standen gelegentlich noch Zeichnungen, indem Raffael, um genau zu fein oder Zeit zu sparen, die Kontur des Kartons aus ein handliches Blatt durchpauste. So stellen die Handzeichnungen des Meisters eine verwirrende Fülle der Formen und einen außerordentlichen Reichtum an Erfindungen dar. Was dem Meister als letztes künstlerisches Ziel bei seinen Arbeiten vvrschwebte. das lassen gerade diese Skizzen häufig mit großer Deutlichkeit erkennen. Die verschiedenen Zustände der Erhaltung der einzelnen Blätter passen gut zu der Art der Arbeitsweise, die Armenini von Raffael geschil- £>ert hat. „Wenn eine Kompositton im allgemeinen fertig vor seiner Idee stand, pflegte er eine große Anzahl von Zeichnungen vor sich auf den Tisch auszubreiten, deren Motive seinem augenblicklichen Thema verwandt waren. Er sah dann über die Blätter hin von einem zum andern, und unaufhörlich rasch zeichnend,feuerte er durch die Fülle dieser Eindrücke die Phantasie an und fand so für seine Gedanken die sprechendste Form "
Aus neuen Briefen Theodor Storms und Heinrich Seidels.
Storm war Seidels Meister und der yöchste Richter in allen Fragen dec Kunst. War auch des Husumer Poeten Temperament dunllec und leidenschaftlicher, sein Dichten tiefer im dunkeln Urgrund der Seele verankert, so war doch beiden gemeinsam der bunte Märchengeist, die lyrische Naturbettachtung und die Freude äm Familienidyll. in dessen Verklärung der Schöpfer des „Leberecht Hühnchen" sein Höchstes geleistet Seidels Sohn, H. Wolfgang Seidel, macht allen Verehrern der beiden Dichter ein kostbares Geschenk durch die Veröffentlichung ihres Brielwech- sels. die sich im neuesten Heft der „Deutschen Rundschau" findet, ©torm erscheint in diesen Brie-
beleuchteten Zimmern gewährte einen sehr ftatt- sichen Eindruck, worüber der Kaiser selbst sich aussprach. Seine Einführung darin war durch die betreffenden Beamten in den besten Formen vorbereitet und hätte für den Empfang jedes erbetenen fürstlichen Gastes genügt.“ Zum Schluß batte Doyen eine lange Unterhaltung mit Napo- leon bet der der Kaiser seinen lebhaften Dank «lussprach. Er sprach von der Ueberlegenheit der deutschen Artillerie, deren Deschießung von Sedan auf ihn großen Eindruck gemacht hatte und berührte
J<?£c&e1l&cn politischen Fragen in Europa, x 1 ^rttcrfeit sprach er von dem Umschwung
.IlT^nun9cn in Frankreich und sagte dabei: .Als ich im Begriff stand, zur Armee abzugehen, .xiite ich die Absicht, Paris zu passieren, aber der
^Präsident erklärte mir, daß der Enthusiasmus der Bevölkerung derartig erregt wäre daß '^nrS r ble ^rde ausspannen, daß man mich in Oer Menge erdrücken würde, kurz, daß jede Art hOü- rnJ? Uxdßfal! fürchten sei, und da mußte ich natürlich daraus verachten, durch die Stadt zu fahren. Uiti) heute sehen Sie, wie dieses selbe Volk mtt demselben Enthusiasmus der Fahne
6 Ja^?5elötlV,ül9t Wir toetben sehen ob diese es besser machen werden als wir."
Jeder Gegenstand auf der Erdkugel beschreibt täglich eine Kreisbahn, und je nach feiner Lage nach dem Aequator oder den Polen hin einen größeren oder kleineren Kreis. Nun wissen wir aber, daß, toenn wir einen Gegenstand, etwa einen Stein, zwingen, sich auf einem Kreise zu bewegen (Schleuder), er sich das nicht ohne weiteres gefallen läßt, und in der Richtung des Radius nach außen hin einen Zug oder einen Druck, je nach oer Art des Zwanges, ausübt. Diese Widerstandskraft ist so groß, nur entgegengesetzt gerichtet wie die Kraft, die nach dem Mittelpunkt des Kreises weist, und ihn zwingt, die Kreisbahn zu beschreiben. Diese heißt Zentripetalttaft, jene' Zentrifugalkraft (Fliehkraft). Jeder Gegenstand auf der Erdkugel wird nun durch die Anziehungskraft der Erde gezwungen, auf der Erdoberfläche zu bleiben und ihre Rotation mitzumachen, und er würde, da er ja nicht fest angeknüpft ist, in der Richtung der augenblicklichen Tangente an den Dahnkreis abfliegen, wenn Zentrifugallraft und Schwerttaft (Gewicht) einander gleich wären und in derselben Geraden wirken würden. Dies ist jedoch nicht der Fall. Wohl aber wirkt die Zentrifugalkraft dem Gewicht entgegen, und zwar für einen Körper am Aequator am meisten, für einen Körper auf einem Paralleltteis in dem Mas^ weniger, als der Radius des ParalleltteiseS kleiner ist als der Erdradius. Die beiden Kräfte, nämlich das Gewicht, das nach dem Erdmittelpunkt gerichtet ist, einerseits, und die Zentrifugalkraft, die die Richtung des ParollellreisradiuS nach außen hat, andererseits, setzen sich stets zu einer resultierenden Kraft zusammen, die Heiner ist als das Gewicht. Bei der Geschwindigkeit der Erdrotation, von der doch die Zentrifugalkraft' des Körpers ebenso abhängt wie von seinem BahnradiuS und seiner Masse, macht indessen der Einfluß der Fliehkraft auf das Gewicht so wenig aus, daß er praktisch vernachlässigt werden kann Würde sich aber die Erde 17 mal so rasch drehen, als sie es tut, so müßte ein Körper am Aequator sein Gewicht verlieren; und bei noch "' ~ Rotation auch ein Körper auf einem
Wie die Deutschen als SieaerlS bisweilen allzu scharfe s<rv
hrtnXrtUAM si^d^ Jüngere immer wieder mit
yanoelren. rührender Bescheidenheit unterwirft. Dec Sohn
Ein charatteristisches Zeugnis für die ritter- 6eiM Storms Tode, bei glück-
siche Art. mit der die Deutschen 1870 den be- £^>5 -Wenn ich es
siegten Gegner behandelten, ifl ber u n ter ö f - 5nb “■ ist tot“
fentlichte offizielle Der i cd t von der r • "mner wieder kommt er in diesen Briefen zu Ueberführung des Kaisers Napoleon ga?>eiß bei ihm unbestech- n a ch W i l h e l m s h ö h e, der jetzt in der Deut- Einstes Eingehen zu finden,
schen Revue" mitgeteilt wird. Unterm 28° Sep- sAreM besondere 5reui>e“,
fernher 1870 berichtet der mit bet Bealeituna des 1884, „wenn ich em neues Buch an
kaiserlichen Gefangenen beauftragte Generaladju- ^UTn‘ Allerdings ist sie, niemals
tont von Böhen ausführlich an'König Wilhelm SJärfAf2ln9Jt Wer diese Ereignisse ^oleon äußerte bim r
QBunfcb, fordf) Belgien zu reifen und vor allem Jorinde"' mHnf? Übersendung seiner Sedan nicht zu berühren, weshalb ein Umweg von die allen fiXer Anen „wohl
2lJ2 Meilen gemacht wurde. Der ganze Weg I JÜÄLSJSS :^±_Öic I^nn öfter rügten, biss zur belgischen Grenze mußte im Schritt zurückgelegt werden, da der Kaiser gebeten hatte, lang- fam zu fahren. „Er führte uns", schreibt Doyen. ..bis in chie Nähe der belgischen Grenze, fast unausgesetzt an Truppen aller Waffen vorüber, welche im Marsch begriffen waren, unterbrochen durch lange Reihen von Gefangenen und Geschützen, welche in unsere Hände gefallen waren. Die Haltung unserer Mannschaften war sehr anerkennenswert, wiewohl jedem Soldaten die kaum zurückzuhaltende Freude über die Begegnung aus den Augen sah. Einzelne Regimenter standen neben der Straße und machten bei unserer Annäherung Front. Die Offiziere salutierten. Den Zug des Kaisers langsam an diesen lautlosen Truppen vorüberdefilieren zu sehen, war ein außerordentliches dramatisches Bild. Don den Gefangenen, f „ , - - rst gegen den Kaiser selbst nichts Insultierendes moc^te S^nen zurufen, was ich oft mir ausgegangen. Beim Passieren der Generale nah- silber zugerufen: „Nicht tief genug! Noch tiefer 1“ men sie indes bisweilen eine sehr drohende Hal- ^Jonoerd eingehend beschäftigt er sich mit der tung an und riefen ihnen „malheur ä la France A^archendichtung Seidels. „Mit dem Kunstmär- „ rieft heureux qu'ils f’en vont" usw. zu. $en T[f freilich eine heikle Sache", erklärt Glücklicherweise blieben sie in fortdauernder Be- F’ ^)aben “mm ein Dutzend, die in Betracht toegung, und die Fatalität war also auf kurze ^mmen. und ich bilde mir in der Tat ein wenig Momente beschränkt. Der erste Halt wurde an , baß ich viele Jahre nach dem „Hin- der Grenzstadt Bouillon gemacht. Beim Diner Smcl€rr • n?<r -Dulemanns Haus", den „Cy- am Abend war der Kaiser gefaßt und ruhig und priansspiegel und „Die Regentrude" zu schreiben e meist über militärische Gegenstände und rZaim’8 jetzt selber nicht begreifen."
risse. Am nächsten Tag ging die Reise , Ipm Seidel 1883 seine gesammelten Märchen in einem Ektrazug weiter. „Auf allen Stationen ^u'enbet tabelt er die Unselbständigkeit einzelner war ein zahlreiches Publikum versammell, zuweilen findet das Ganze aber „ein seines und mtt übergetretenen französischen Soldaten gemischt angenehmes Buch" und tröstet den Freund: „Es die die belgischen Offiziere mit großer Satis- auch von keinem Menschen zu verlangen,
fattion „leurs prisonniers de guerre“ nannten ‘Fr?3 wirkliche Märchen erfinden und schrei- Es sprach sich große Neugierde und kein Uebel- o 2 V ^as Kunstmärchen ist, wie ich mein wollen, indes ebenso wenig Sympathie für den lan9 behauptet, eine der schwierigsten Fvr- Kaiser aus. Aus einer Station erhielt derselbe men der Poesie." durch einen Kurier, der am 3. September morgens . Was Storm an Seidels Werken hauptsächlich aus Paris abgegangen war, einen Brief von der ^^ht, das ist „der Verfasser selbst, der mir Kaiserin. Auf einer anderen Station wurde er- sympathische phrasenlose fein, nicht nur
durch ein sehr lautes einstimmiges „Dide l'Em- empfindende, sondern auch anschauende Mensch, pereur" geweckt, das von dem seit einigen Wochen ?on ?,em fahle, daß es mir erquicklich wäre, in der Gegend installierten Prinzen Pierre Na- P1 «oberen, persönlichen Verkehr mit ihm zu le» Poleon gerufen wurde. Der Kaiser sprach wie « •, UnY dieser wundervolle Mensch Seidel es schien, in sehr herzlicher Weise mit ihm."' Am offenbart sich auch in diesen Briefen, besonders nächsten Tage, dem 5. September, wurde beim tn I^nen* Weihnachtsbrief von 1882, in dem er Frühstück in Derviers gemeldet, daß die Republik ^on seinem Leben erzähll. „Ich sitze in der Weih- in Paris erklärt sei. Der Kaiser sagte darauf zu n? l ^rißt es da, „welche zugleich mein
Bohen: „Jetzt, Herr General, haben wir den- Arbeitszimmer ist, es herrscht um mich jener feit- selben Feind und fast dieselben Interessen." märchenhafte Weihnachtsduft, der an diese
Sehr peinlich gestaltete sich die Lage bei der hnh un£- 03 ganz Mll, nur
, Abreise von Deiviers wo sich eine große Men- Ä "L^ne hinter m ^er gente ein wenig singen " schenmenge angestaut Hatte. „Der Kaiser trat mit beiden Vogel, em RotkehlAn und
> sichtlicher Befangenheit auS dem Hause und nahm Ä» Hüpfen."
sofort den Arm des Generals Chazal" schreibt c5L”®leP?un 3a$re>
Doyen. „Ich stellte mich auf seine ande're Seite ich auf dem 2an5e verlebte, erscheinen mtt die Offiziere dahinter und so durchzogen wir die ""r bis an den
schreiende Menge, die wtt mehrmals mit unseren Oiertwi Jahres zuruckreicht) als die
Körpern zurückdrängen mußten Die preußische Lebens, und ich hege die
Grenze war bald erreicht und von da^an nal)m Voet^!!9^^9'; ba6’ to<nn b.Dn einem
unsere Reise eine gänzlich andere Form an Die ™ öle« lener Zeit
Devöllerung zeigte eine frohe, durchaus nicht /?aim erzählt er erzückend
übelwollende, wenn auch sehr angeregte Stirn- S.ra eme£ ?.err allerbesten mung, sogar eine Art schonender Rücksichtnahme, daß ??/ e en Schuler war, so
Momentane Ausbrüche zu lauten Jubels tour- 6 «c na?fremem ^hr in Tertia
den im Volke selbst erdrückt, so daß das Schlimmste hK mußte. Und zuletzt
was dem Kaiser auf diesem Felde widerfahren ist' h< V unb in feine Familie,
ein paar derbe Hurras waren/über de^n Motive ?? echteste Lebensstim-
sich niemand täuschen konnte. Die französischen n*Un. Die von Storm
Herren äußerten sich sehr überrascht über diese »^Jjna^öftimmung , von der
Anstandsdisziplin im Volke und zogen Vergleiche ist lmmer wieder die Rede
mit ihren eigenen Zuständen." Bei der Änlünst bie Beiden miteinander. 2lls aber
auf Station Wilhelmshöhe wurde der Kaiser von er ^inen In
den Spitzen der Behörden empfangen Nach f9^ lCpi^nLn?S60-ben ^abe’fVt ®torm über die- kurzer Begrüßung sah er die bereitstehende Ehrend S Ä-SciöeI
wache und fuhr dann mtt General Reille und mir mich in^ief^- toD^ fu^le ich
hinaus. Dos Schlvh Mit feinen Ä Lä"


