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Samstag, 15. August 1921

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen)

Drittes Blatt

Nr.M

(Ein deutscher Bries aus Mexiko

vertragschließenden Teil r Der Briesschreiber erzäb! Lana. bodtAutommen und

Tendenz.

Brüstel-Antwerpen .

llhristiania......

KurS KurS

164,50

390,

356,

999,- 1035,

345,

249,50

350*- 360,-

13.8.

Schweizer Franken

es ist

Är. =

Är.

100 L.

481,

759,

361,60

302,15

82^3

643.85

6,52

15,50

1,22

Grün- immer

164,25

176,75

124,05 356,90 298,67

81,84

430,

335,

345,

12. 8.

7,17

3,92

100 100

1

100 100

100 100

100

480,- 247,- 629,75

294,50

ß.

F-. Är

123,75 356,10 298,07 81,66 639,35

11.8. 77,50 79,-

76,90 70,75

170,- 304,-

261,50 215,75 191,- 164,50 173,25 159,84 560,- 456,- 465,- 750,- 410,- 330,-

KurS 12.8.

77,50 78,80

76,60 70,70

170,- 305,- 261, 216,50 191,75 164,75 177,50 159,- 610,- 460,-

494,75 736,-

400,50 320,-

F rankfurt a. TL, 13. flugnft. Berliner Devisenmarkt.

. 100 3FL - . 100 Töl =1 . 100 Är. -

Landwirtschaft.

Vetreideschieber an der Arbeit.

11.8.

7,32

3,96

7,95

5,95

6*49

15,75

1,23

Spanien . . . Wien (altes). Deutsch-Oesterr. Prag.....

Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel

123,15

362,40

302,85

82,71

645,15

12.8.

77,50

(3n einem Teil der Auslage wiederholt.) Die französische Presse über den Ernst der Lage.

Pari«. 12. Aug. (WTB.) Per t Ina? sagt nn Scho de Daris", die Verhandlungen über die Teilung Oberschlesiens hätten zu einer

KurS

11.8.

77,50

Wechsel auf Holland.......

Deutschland Wien ....... Prag........

Varis........

London ....... Italien.......

Brüssel.......

Budapest......

Neuyork.......

Agra«........

Bukarest......

Aus dem Amtsverkiindigungsblalt.

" DaS Amtsverkündigungsblatt Ar. 117 vom 12. August enthält: Viehseuchen. Dienstnachrichten. Feldbereinigungen Münster und Lich. Aenderung der Ortssahung über die Benutzung der Demeinbevieh- und der Fuhrwerks- wage zu Obbornhofen.

Milzbrand. Der bei einem Binde des Johannes Burk zu Garbenteich ausgebrochenc Milzbrand ist erloschen. Die angeordneten Sperrmaßregeln werden hiermit ausgehoben.

DienstnachrichtendesKreisamtes. Dem Hilfsverein der Deutschen Juden in Berlin hat das Ministerium des Innern auf Grund der Dundesratsverordnung vom 15. Februar 1917 (Reichs-Gesetzblatt 6.143) zur Unterstützung der notleidenden Juden in der Llkraine die Erlaubnis zur Sammlung von Geldspenden in jüdischen Krei­sen durch Aufrufe und Werbeschreiben bis zum 30. September 1921 für das Gebiet des Dolks- staates Hessen erteilt.

Züricher Devisenmarkt.

12. 8.

352,-

503!- 250,- 630,- 295,50

Stunde.

* Grove Verheerungen richten die Feldmäuse in diesem Sommer an. Sie fressen Dickwurzeln und Rüden, unterwühlen die Kar­toffelbusche und fresten die jungen Knollen ab. Manche Kartoffel- und Runkeläcker wimmeln von Mäusen Ja. sie fressen die Bohnen an der Erde oder in der Erde ab, klettern an Erdsenreisern und Bohnenstangen hinauf und fressen die Früchte. Aus den Wiesen durchwühlen sie den auSgedörrten Rasen.

np AuS dem Ohmtal, 10. Aug Die Getreideernte ist vollendet, ungcmetn rasch, weil das stete hcive Wetter alle Fruchtgattungen mit­einander reifen lieh. Mit Ausnahme der feuch­ten Grundwiesen gibt es kein ®rammet; "* ,f* überall vertrocknet unb verbrannt. Das futter, besonders der Klee, verschwindet mehr, da kein Rachwuchs vorhanden.

Marknotierungen. u *

Für 100 deutsche Mark wurden gezahtt:

184^0 7.15 0.725

5.40

46.25 2L69 25.90

45.90

1.60

595.-

3.50

7.60

184.50

7.275 0.72 7.45

46.50

21.70

26.-

45.10

1.675

590.-

3.60

7.70

Kopenhagen Stockholm . ßefflngfors. Italien . . . London. . . Neuvork . . Paris. . . . Schweiz. . .

10,88 10,92 10,48 10,52

101,65 101,95 101,75 102/J5

23,22 23,28 22,97 23,03

Datum:

Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Sto^holm.' Wien. . . . London . . Paris . . . Neuyork. .

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin

Abend- Abend- Schluß- Schluß-

Material. Von den bevorzugten Papieren, tme Chemische Anilin, Höchster, AEG.. Bergmann. Gelsenkirchen, Rheinstahl und verschiedene Kassa- induslrieaktien konnten deshalb Abschlüße nicht zustande kommen. Zuckerfabrik Stuttgart, Hydro­meter, .Frankfurter Maschinen, Kleyer wurden höher genannt. 5proz. Goldmcxikaner 850855 genannt. Sehr fest lagen Chemische Rhenania. 545- 555. Ludwig Ganz 315316. Gebrüder Fahr 518 5 Proz. Silbermexikaner 490. . Zur Rotterang kamen bei lebhaften Umsätzen Schuhs. Deineis. WesselS 432. PluS 32 Proz., 3eh- stofs Aschaffenburg 539 - PluS 19 Proz , Berlin- Frankfurter Gummis. 458 PluS 14 Proz. Deutzer GaS notierten 390.. Deutsch-Luxemburg höher. 464.. Ferner waren Waschs Riedinger zu ster- genden Kursen gesucht. Scheideanstalt, 700., ge­wannen 10 Proz. Holzverkohlung 529. . Elektron Griesheim ca. 20 Proz. höher genannt. Der Schluß zeigte bei erregtem Geschäft sehr feste

Oberschles. Nseninb. . Phönix-Bergb.-Lkt.. Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. Llektr A.E.S.....

Schuckert-Wercke. . . Felten-Guilleaume, . Daimler.......

Lud - Eisenw - Akt. . Adler werke......

4'/. Hesf.Staatsanl. . Elektron Griesheim.

(Berid)tsfaaL

Milchfälscher am Pranger.

fpd Au S dem Spessart, 11. Aug. In Stetten wurden fünf Landwirte wegen Milchpantscheret zu empfindlichen Geldstrafen verurterlt. Außer- dem verfügte das Gericht die Aushängung der Strafbefehle am schwarzen Brett der Bürgermeisterei. Am nächsten Morgen waren die Strafzettel zu tausend kleinen Fetzen zerrissen. Runmehr wurde verfügt, das) die Zettel auf Kosten der Milchpantscher, übrigen- die wohlhabendsten Leute im Orte, neu hergestellt und auf volle 14 Tage zum Aushang gebracht werden.

1.7.14. yr. 125,40

59,20 Är. 88,83 Är. 117,80 Är. 88,83 Är. 117,88 Sh. 97,33 Ort 125,40 1 23,80

Kunst und Wissenschaft.

Ziel und Spielplan der hessischen Landes- Wanderbühne.

Die Zentralstelle zur Förderung der Volks­bildung und Jugendpflege in Hessen, die Schöp­ferin her hessischen LandeSwauder!?uhne, verbrei­tet einen gröberen Aufsatz: ,WaS will die hessische Lande-Wanderbühne und waS wird sie bringen?".

Sandele

Berlin, 12. Aug Börsen st immun gs- biib. Von unwesentlichen Rückschlägen abge­geben, zieht die Aufwartsbewegung der Kurse bei sich verstärkender Beteiligung immer weitere Kreise. Unterstützt wird sie von der am Devisen­markt erneut eingetretenen Befestigung. Obwohl sich die Spekulation hier sorgfältig verhält, kauft sie wegen der Unsicherheit über den Ausgang der Pariser Konferenz ausländische Zahlungs­mittel, besonders solche der Ententestaaten. Die Träger der Aufwörtsbewegrng blieben bei einer Kurssteigerung von 10 bis 25 wiederum rheinisch­westfälische, Montan- und Anilinwerte. Doch a ich Elektrizitätswerke werden neuerdings und beson­ders heute stärker mit nach oben gezogen, wobei neben AEG. und Felten u. Guilleaume besonders Siemens u. Halske, Schuckert und die Werte des Rhein-Elbe- und Anilin-KonzernS bei Kursstei­gerungen von 30 bis 40 Prozent die führende Rolle spielten. Odsrschlesifche Montanwerke bUe^ ben au« den gestern angeführten Gründen ver­nachlässigt, behaupteten fedvch bis auf La irahütte, die 10 Prozent niedriger waren, ihren Kursstand. Andere Jndustriepapiere stiegen bei ruhigerem Geschäft um ungefähr 10 Prozent. Vereinzelt waren sie auch um diesen Betrag niedriger. Star­ter aber gaben nach Augsburg-Rürnberger- 3n Bank-, Schiffahrts- und Valutapapieren bestand bis auf die sehr festen Mexikaner bei mäßigen Kursbesserungen rihigeres Geschäft. 3n den Sinheitstursen gehandelten Znduftrrevapieren führt die anhaltend starke Kauflust des Publi­kums Wieder zu erneuten ansehnlichen Kursstei­gerungen Die Umfähe bleiben hier so umfang­reich, bah sich die Kursfestsetzung bis über 3 Hhr hin auszieht.

Frankfurt a. M, 12. Aug. Dörsen- stimmungsbild. Das Hauptgeschäft wickelte sich im freien Verkehr ab, da wegen üleberlastung der Makler offizielle Kurse nicht zur Rotierung gelangen konnten. Vielfach mangelte eS auch an

Märtte.

Frankfurter Obst» und Gemüsemarkt.

Frankfurt, 12. Aug. Der heutige Markt zeigte geringere Zufuhren an Obst- nur Zwetschen waren reichlich angefahren unb wurden zu etwas ermäßigten Preisen glatt geräumt Falläpfel fehl- ten. Alle anderen Obstsorten wurden zu festen Preisen glatt geräumt. Der Gemüsemarkt war heute reichlicher beschickt, doch reichten die Zu­fuhren, besonders bei frischen Gemüsen, nicht auS. Auch ausländisches Gemüse war reichlich abgefah­ren; hier blieb, besonders in Rotkraut, bei hohen Preisen Heberstand. 3m Grobhandel wurden be­zahlt. Apfel ITafeläpfel) 2,50-3,00, (Wirtschaft-- Lpfel) 1,501,80, (Falläpfel) 0,60; Birnen 1,50 bis 3,50; Reineklauden 2303,00; Mirabellen 3,50 biS 4,25; Zwetschen 2,50-2,80; Heidelbeeren 1,80 bi« 3,50, Preistelbeeren 4,004,50; Tomaten, auslän­dische 2,20-2,80, einheimische, 3,20-3.50; Gur­ken, Salat, holl., 2,50-4.00, hiesige 2.80-9.00; Blumenkohl, holl., Stiege (20 Stück) 150,00, deut­scher fehlte; öinlcgegurfen 0,400,75; Weißkraut 1,001,50; Rotkraut 1,702,00; Wirsing 1,50 bi« 1.80; Römischkohl 1,00-1,20; Salat 0,80-2.00; En­divien 1,001,50; Sellerie 2,003,00; Lauch 0,10 bis 0 25; Rettich 0,80-1.80; Rabies 0,801,00; Zwiebeln 1,20-1,50; Kartoffeln 0,90-0,95.

Geld Brief Sell» Brief Datum. 11. August. 12. August.

LmsterDam- «otterb. 2527,35 2532,55 2557,40 2562,60 --- 618,35 619,bö 626,36 626,65 1044,95 1047,051068,90 1071,10 1286,20 1288,801311,15 1313,85 1703,25 1706,75 1733,25 1736,75 ----- ----- 122,85

680,65

1376'101378,90 1388,601391,40

1353,901066,10 1063,90 1066,10

sehr ernsthaften Krise geführt. Er trage, ob sie über den heutigen Tag hinaus fortgesetzt werden könnte. Die Abreise Lloyd George« be­deute notwendigerweise nochnicht den Br u ch, weil Lord Curzon nach Schwankungen sich bereit erllärt habe, provisorisch In Pans zu bleiben, und sich nicht auf feinem George Washington" eingeschifft habe. Ader eS fei Dar. hast, wenn die Unterredung heute morgen nicht gestalte, aus der Sackgasse derauSzukommen, die augenblicklichen Verhandlungen mindestens unter­brochen würden.

Da« .Journal" sagt, eine Tatsache habe den gestrigen Tag beherrscht; der Oberste Rat habe seine Verhandlungen unterbrochen. Wann werde er sie wieder aufnehmen? Da« wisse man nicht. Vielleicht werde man e« erfahren, nachdem der Ministerrat im Elhlee Aufammcngetreten sei und nachdem Driand Lloyd George wieder gelben habe Jedenfalls werde aber die nächste Sitzung de« Obersten Rate« nicht vor einigen Lagen wieder zusammentreten Da« Blatt be­hauptet Lord Surzon blieb mit den englischen Sachverständigen in Pari«, um die Rückkehr Lloyd George« abzuwarten

Berlin 11. Aug. (WTB.) In Dersvlg der Ruhland angebotenen Hilfsaktion des deut­schen Roten KreuzeS ist dem b e u t s ch e n R 0 t en KreuzvomrusfischenRvten K r e u xdiw Antwort zugegangen Da« russische Rote Krraz erllärt dah es nach Einvernehmen mit der rassi­schen Regierung das Anerbieten deS deutschen Ro­ten Kreuzes vom 30. Juli mit Dank annimmt. DaS russische Rote Kreuz betont, dah eS der weitest­gehenden Unterstützung ber rassischen Regierung sicher sei, und bittet daS deutsche Rote Kreuz, die Einzelheiten in unmittelbarem Benehmen mit bem russischen Roten Kreuz zu regeln. Da« rassische Rote Kreuz begrüßt unter Bestätigung seine« vol (en Einverständnisse« mit den organisatorischen Grundlagen der gesamten Aktion die Bestrebun­gen des deutschen Roten Kreuze« zur Schafsung einer internationalen Roten-Kreuz-Hilfe Sin De< legierter des deutschen Roten KreuzeS ist bereite nach Moskau unterwegs.

Au« einer kleinen Stabt in Mexiko erhält das Deutsche AuSland-Jnstitut einen Bries, dessen Schreiber unmittelbar nach dem Kriege auSgewan- bert ist und der lebhaft vor schlechten Elementen warnt, seine Landsleute bittet, ja vorsichtig zu sein ueb solchen Leuten kein Geld anzuvertrauen, na- necntlld) aber nicht auf« Geratewohl auszuwan- bern. .AuS meinem Unglück unb auS bitteren Er­fahrungen will ich kein Geheimnis machen, andere, die eS angeht, sollen lernen, sollen vermeiden, nut tm Ausland ungültigen Verträgen über Vergesell­schaftung oder Kapitalverteilung auSuiwandern oder Verbindungen einAugeben, wo sie den andern vertragschließenden Teil nicht genauesten» kennen. Der Briesschreiber erzählt bann wie eS ihm ge­lang. hoch zu kommen und sogar für daS Deutsch­tum an feinem jetzigen Aufenthaltsorte Wesent­liches zu leisten, und fährt fort:

Einen für die wirlliche Dölkerversöhnung tt>- Fall erlaube ich mir hier beizufugen, wes' er mir gerade heute vorkam: Ein Eigener, ein Phantast, wie so manche in der Welt umhcrAiehcn. ohne bestimmtes Ziel und ohne bestimmten Beruf, von Geburt Schweizer, wollte gestern hier seine gute Uhr an den deutschen Uhrmacher verllopsen, *m ein bißchen Geld zu erhalten. Der Plan fiel infolge der Mittellosigkeit deS Deutschen (auS Sa- moa) ins Wasser und der Schweizer mußte sich heute früh an daS französische Konsulat um Unter­stützung wenden. Er erhält die zurückweisende Ant­wort; «Ich sah Sie gestern bei einem Boche stehen, lassen Sie sich von Ihren Boches unterstützen!" Derartige Anrempeleien gibt eS viele hier. Und wir Deutschen sollten diese Fälle; auS denen so die wahre HerzenSgesinnung der grande nation her- vorgeht, laut in die Welt hinauSposaunen. wie wir auch mit unseren Dokumenten über bie wahre Kriegsschuld und über die rohen Grausamkeiten unserer Feinde, über ihre Lügen und Gemem- heiten viel, viel wehr Licht und Klarheit verbrei­ten sollten in der ganzen Welt! 3n allen Sprachen! Da wäre da- Gell) besser verwendet al« zu architektonisch oft gar nicht hervorragenden Gedenksteinen und Denkmälern. Wir wollen un­sere Toten ehren, indem wir sie rächen an unseren ewigen Feinden! Heraus mit den politischen ®e- bebnatten usw.. heraus an die Oefsentlichkeit im breitesten Sinne mit den Schmach- und Schand- Dokumenten ans dem Weltkrieg, über die Feinde! Dann aber aus die Zähne gebissen und gearbeitet am Wiederaufbau, nicht deS Feindeslandes, son­dern deutscher Größe, deutscher Kraft, deutscher Ehre und deutscher Wissenschaft."

DaS .PetitJvurnal" sagt, es sei wahr­scheinlich, daß im Laufe de« heutigen Tage« man sich entweder auf einen Vergleich einigen oder daß eS zum Drache kommen werde. Rach drei­tägiger DiSkusfion und Studium stehe man vor dieser beunruhigenden Alternative.

Hava« Über de« Tcilungsplan.

Par iS. 12. Aug (WTB./ Die TLgentaf Havas verbreitet solgenden 'Bericht über Mt diplomatische Lage: 3m Lause deS gestrigen Tage« hat der SachverstündigenauSscduß sei - n e n Bericht auSgeardeitet. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, daß im InlmstmSbezirt 16 un­mittelbare Gruppen bestehen, von denen 10 ent­schieden polnisch und 6 deutsch sind. Unter Öen letzteren befinden sich öle großen ötäöte Beuthen. Kattowitz, Gleiwltz, Hinöenburg unö König-Hütte Rachöem ölefe fachlichen Vorarbeiten zu Ende geführt sinö, bleibt es nunmehr öle Aufgabe der Regierungen, öte Grenzlinie selbst sestzusehen.

Rach Erkundigungen ÖeS öiplomatischen B» richte», statters öcr Havasagentur bürste Ölefe Grenzlinie Deutschland Da« ganze Industrie- öreied zu fallen lasten, mit Ausnahme eine« flctnen TcileS östlich von Katiowih, wodurch Den Polen Kollowitz, SchönwalD, Deutfch-Szgerain und WhS lowltz mit ihren Graben unö Zinkfabriken fallen würbe. Diese Grenzführung ei,t!preche Durchaus der ursprünglichen Linie Percival bt Martnt, bie Polen die Bezirke Pleß unb Rybntck zuweist, die allerdings recht ausgedehnt sind, deren Ausbeutung aber wenig produktiv ist, während an Deutschland Kattowitz, Königshütte, Beuthcn, Hindenburg, Gleiwih und Tarnowitz fallen wür­den, Da« heißt die hauptsächlichsten Industrie- zentren. Die englischen Zugeständnisse der Linie Percivalöe Marin» gegenüber kommen nur in bem landwirtschaftlichen Teil im Rorden öe« 3n- öustriebezirkS zum Vorschein, lvo öle vorgeseheiw Drenzsübrung nunmehr Lublinltz. Guttenlag um) Rosenberg an Deutschland fallen würde.

Die HavaSagentur meldet weiter, Lloyd George habe gestern abend pie italienischen Vertreter zum Esten etngetaöen und sodann Den amerikanischen Vertreter tm Obersten Rat, Harsay, empfangen. Während der Abwesenheit Lloyd Georges von Paris wird Lord Surzon die Der- hanÖlungen führen.

Pari«, 12. Aug (WTB.) Zu der Hcwnt- melöung, Daß Brtand alS letzte Lösung öte Sforzalinie annehmen wurde, sagt Hava« weiter: Die Sforzalinle teilt bekanntlich den west­lichen Teil des Industriegebiete« Deutschland -u. Die französischen Sachverständigen haben gestern abend vom völkischen Gesichtspunkte auS die Prü­fung der Folgen vorgenommen, die die Annahme ber gestern von Lloyd George unb Lord Eurzon m bezug aus das Abstimmungsergebni« vorgeschla- genc Grenzlinie haben würde. Die einfachen Zahl«» ber Volksabstimmung: 60 Prozent für Deulschians unb 40 Prozent für Polen genügten, um darzutun, daß ber englische Vorschlag unannehmbar fei.

Mangelhafte Ergebnisse in den Verhandlungen der Finanzmtnifter.

Pari« 12. Aug (WTB.) Wie da« .Scho dePari mittetll, haben dieDerhan diu n- gen der alliierten Finanzminlster ' feinen schr glücklichen Verlauf genommen Weder in der Frage ber Besahungskosten, noch In der Frage der belgischen KrieaSschuld, noch über di« Festsetzung deS deutschen Kohlenpreisesi zu Was­ser noch inbezug aus da« Loucheur-Rathorau- Abkommen sei ein Einverständnis zustande ge­kommen.

Die Rote-Krenz-Hklse für Rußland.

dem wir folgende Einzelheiten entnehmen:

Die Lanoeswanderbühne muß praktisch wir­ken. Sie hat nicht in erster Linie der Kunst, sondern der Volksbildung zu dienen. Sie muß sich auf bie Menschen einstellen, muß bie Kunst wirksam an sie herantragen und wird daher mehr mit Erprobtem alS noch zu Erprobendem arbeiten müssen. Sie wird daher keinen ausschließlich lite­rarischen Ehrgeiz entfalten können und unter den wertvollen Bühnendichtungen diejenigen au«- wählen müssen, die den volkstümlichen Geschmack ansprechen. Sie wird Schiller eher durch die Räuber" repräsentieren, als burch bie .Braut von Messina", Shakespeare eher durch eine seiner Lustspiele als durch eine der großen Tragödien; Kleist eher durch den .Zerbrochenen Krag" als durchPhenthefilea". 3n der Gattung der ilnter- haltungsstücke wird sie selbstverständlich das Un- merttge streng vermeiden, aber sie wird leichte, heiter« liebenswürdige Dichtungen bringen, auch wenn he keine ausgesprochen literarische Bedeu­tung haben, und wirb ihnen durch eine vornehme, geschmackvolle Art der Darstellung künstlerischen und bildenden Wert geben. Der Spielplan ber Hessischen Landeswanderbühne ist unter sorg­fältiger Durchdenkung der dieser Bühne gestellten Aufgaben zustande gekommen. Bei einem Teil der Stücke steht der bildende, bei einem anderen Teil der unterhaltende Zweck mehr im Vorder­grund. Doch in allen Fällen ist dafür gesorgt, baß da« Bildende zugleich anziehend, da« Unter­halten be zugleich veredelnd sei, wobei gehalt­volle Darstellung überall al« eine wesentliche Größe in Rechnung gestellt ist. Zu erwähnen ist auch daß bei der 2ll»Swahl der Stücke gewisse Um- ftänSe technischer Art mitsprechen. Die Larrde«- wanderbühne ist außerdem eine .Stilbühne", sie macht sich die modernen Anschauungen von stili­stischer, d. h. bloß andeutender Gestaltung des Bühnenbildes und der Darstellung flug zu nutze, und erzielt dadurch eine beträchtlicheDereinfachung des Apparats. Sie kann sich alfv nicht darauf ein­lassen, Räume bis zur Täuschung getreu nach- Auahmen und Stücke, die dies ausdrücklich ver­langen. kommen für ihren Spielplan daher nicht in Fruge. Die großen Rainen der deutschen Dich­tung sind Im Spielplan der hessischen LandeS­wanderbühne vertreten durch Schiller, Goethe, Kleist und HanS SachS. Schil- l e r erscheint mit den .Räuber n", Goethe bietet die schlechthin größte Bühnendichtung der Deut­schen den .Faust". Die Hessische Landeswander- , bühne wird den Beweis erbringen, daß e« möglich , ist. mit einfachen Mitteln, doch unter äußerstem Einsatz menschlicher unö könnerischer Kräfte diese« 1 Werk herauszubringen. Daneben wird Goethe - von seiner liebenswürdigen Seite in ber .Laune

de« Verliebten" gezeigt. Von Kleist kommt .Der »erbrochene Krug". Als Beleg de« alten deutschen Humors werden schließ­lich die .Hans S a ch s s p i e l e gegeben. Shakespeare kommt mit .Der Wider- f penst igen Zähmung' zu Worte. Dazu kommt noch .Onkel Jochen" von Fritz R e u- t e r und die .Deutschen Kleinstädter" von Kotzebue. Die Gattung deS feineren modernen DerSlustspielS wird durch öte ,® t>löene Eva" von Schönthan unö Koppel-Ellfelb re­präsentiert, die anspruchslose Komik deS bürger­lichen Lustspiels durch .Der Herr Senator" von Schönthan-Kadelburg. An den .Zer­brochenen Krug" schließt sich nach der modernen Seite hin Hauptmanns .Biberpelz" unb .Schneider Wibbel" von Müller- E ch l 0 s s e r an. 3n graue germanische Sagen­welt führt ,W ielanb der Schmied" von Friedrich Lienhard zurück. Die Stimmung des naturalistischen DramaS spiegelt sich im .S t r 0 m" von Mar Halbe; die Gattung des dramatischen KindermärchenS wird durch eine Reuheit .Der kluge Prinz von Frohland" von Wal­ter Jensen vertreten.

Die Hessische Landes-Wanberbühne will nicht geradeso spielen, wie die stehenden Bühnen. Sie will nicht raffiniert, nicht expressionistisch spielen, sie will keine schauspielerische Treibhauskunst pfle­gen. Sie will herzhaft unö volkstümlich spielen, vornehm aber faßlich, fein aber nicht verstiegen, eigenartig aber nicht schrullenhaft.

Datum:

»/, Dtich Ärieaseml. 47, Dtsch. Reichs««!. 8 7e Dtfch. Reichsan!.

4 70 *preuß. Äonlols Darmstädter Dank . Oeutsche Bank . . . Disconto-Desellschast Dresdner Dank. . . Nationalbank f. D. . Mitteld. Tredilbank. tz,.Am«rik. Pokeif. . Norddeutscher Lloyd. Boch.Gußstahlwerk . D.-Luxemb. Berga).. Gelsenklrch. Bergw. . ftarpener Bergbau . Oberschles. (Eifenb^B.

BOHNERWACHS

O.WliterfceH,Me«.Drst.

s.Krett»p!«U. 9. Blehel. KrOTOs-breporle. Wslitsrst«. Tie verhängnisvolle Milchnot macht sich noch allenthalben bemerkbar. Jede Mutter entgeht allen bamit verbundenen Gefahren für Ihren Lievling, wenn sie unbedenklich au Nestle'S Sinder- mehl grei't, daS alle Borzüge voll rahmiger Atven- milch, unter Ausschluß der Nachteile frischer Milch, in sich vereinigt unö, einfach mit Wasser angerübn unb aufgekocht, ein ebenso beauemeS und stelSsrch bewahrendes Nahrungsmittel bietet. 8089ke

Frankfurt a.M. 10. Aug. Au« lanö- wktschaftlichen Kreisen ber verschieöensten ®e- buten des Frankfurter WirtfchaftSbezirkS wird mitgeteilt. daß erhebliche Wengen be« tm freien Verkehr gehandelten Getreide« den W e g über öiedeutschc Grenze finden soll. Wenn schon unter normalen Verhältnissen bedeutende Mengen ausländischen Getreide- zur Ernährung deS deut­schen DvlkeS eingeführt werden müssen, so werden in diesem Jahre bei der herrschenden Dürre, und wenn die Getreideschiebunaen so weiter gehen, besonders weitgehende Auslandszuschüsse zur hei­mischen Detreideerzeuguna erforderlich. Die Fracht wird von Detreideauskäufern zu noch nie dagewe­senen Preisen erstanden und heimlich verschoben. Durchgreifende Gegenmaßnahmen gegen dieses Hebet sind ein dringende« Gebot der