ICunft und Wissenschaft.
Pend<tr .ffünftirr in London.
C-n der Quanaball in London bot brr be» nibmte Bwllniß ffrei-ler da-> etfie be u 11 cbc Sondert seit ff r ieg ßauß* b r u d) gegrben. Tu Uolyd hatte Störungen be- fürchtet, do etrage Ä*ttrgs5kiind)mrT Kundgebungen angtbrob' batten. Statt dessen wurfr i*m deut- idjen .vünsüer eine begeiferte A ut na dme brretfrt. in den Dausen und am SdjLujje erntete ff träfet stü rmis chen Beifall. Ter Zünftler dankte m einer (Krübrten Ansprach.-. Einige ^n- fiter von London übertadjom ffreulcr euren Lor- beerfcanj. — Tie von Crfotbcr Stuben cen nm • gegründete ..(derman Itterarn f»aciu" bteh dieser Tage tbre eritc '-irrfammlung ab. Prvfei'ot {Vielte ler ivurde jum Gfrrmnäftbcnteu geviblt. Irene Triesch las Tubtungcn von Gveifr, Schiller. Lerne. Ter Jubel war.grotz.
— Tie Uraufführung von Eugen b'Alberts Oper ,.S c i r o c c o" in Tarrn- fta ö t unter muftlahfdir Leitimg Michael Bölling- und unter f gern lebet ßrituna Otufino $ ar tungs, der ber itompontfl beuvotmrn nnrb, ist auf PfmgstmvMag den 16 Mar fefigrie&i.
Dcrm'iicbte*.
• Ter niedrige Wasserstand des Rheins Seit über bunbrrt Iahten Iiatte der Rhein einen hotdm Ttefiinnb radjt mehr. Unter- la b Bingen habt sich cm Sfein'aua dein öaffer. auf dem cingcnrifeclt fleht: „Dir mich iahen, weinten über mich! Die mich wieder sehen, werden über mich weinen!" Unsere Seitbcrtkiltniffc geben Arrian, über diese Worte evoas nattwibaifen.
Kirchliche Karbricbtett.
Israel. Religio ns gemeinde Gottesdienst in ber Synagoge tSüd-Anlaae». Samstag. 14. Diai Bvrabd 7 45. Morg. 8.30. !ß r e b 19 t. AvdS. 8.20 und 9.00 Ufr.
3 1 rael. Reltgtons- Gefellfchaft. Sattakfeiet, 14. ?Xat. Freitag abd 7.30. Samstag norm. 8.00, nadvn. 4.30. eabtutauSgang V 00. ^Äochengottc»dienst: nötig. 6.30, abb». 7.00 Ufr.
ftttfrrtz ffBtÄfljerIetwn'3 in Frage. Ta ittwck innerchald der geseHlichen Frist ' n Strafantrag mm dem ^r^Tn gegen F. gestellt nwt, muhte ba8 Strotnendken gegen F. eingefteUt Werren unter qlu frbuitq be? crstinsianKliLen llrtrilß
Ter Ärbetier Wilhelm R. aus Burckack hatte an tmei Butz «acker Bürg-n- erpref 1 ert 1 d?e Briefe geschrieben In dem emen verlangt.' er 2000 SÄ/., die idm nmtfagernh unter ledabrefK ^ugehen sollten, in dem andern frefeffr Summe, die an einem abseits gelegenen Garten an tfri ob- geliefert werden sollte In den Bnnen irnnt>? den $mpf :ngem allerhand Uabfee angedrohl, wie Anzeige ongeblPer strrfba.er La d ugm, näch> licke Besuche To Jet wies der Brr.-p chretber daraus (xn, datz der Empfänger des Briefes ständig non ernte Dererni runq ü e.ipadÄ werde Am Postamt wurde R. atgefaft. als er den einen poftfagenifrn Brie, abholv'. wollte Ter Angeklagte war ge- ftinbig Tas Gericht er Bannte am 4 Monate GefLnsmis.
Ter Landwirt Georg Pf aus Staden bitte feinem Nachbar mehrere Quadratmeter Ackerland afrgeprlügt. Er gab an, sein Pflug fei ihm auS- gcrutschk Ta- wurde ihm nicht geglaubt, ^enn eS bandelte sich um eine nicht unerhebliche Fiäche seine Berufung gegen das Urteil der Amts- flerid-1-? Al enftabt das ihn zu einer Gelds: rare von 25 Mk verurteilt hatte, hatte keinen Erfolg
Tie Putzmacherin Anna ffr. hatte na-ck Rulbo eine Bluse <iel:e ert die in ihrem Ofe-idjAft rr’Tft :R<xf umwarfrtfet worden war Ter Besteller sand den Preis yi hoch und erfvattete An-eige w.-gen Preisttei''enn In der Dauvtrerhandlung nrrrhe icbcxh durch SatlwerstLndiye nach ewresen, datz eine foldie nicht tudiegt. Tie Angeklagte wurde |rei- gefpnxhen.
Schöffengericht
(Sieben, 10 Mai 1921.
Pech hatte ein Arbeiter aus Nürnberg, der bei ebnem Schutzmann in Gießen bettelte. Dieser nahm ihn fest und wollte- ihn zur Ponzri bringen. Tobri leistete der Bettler erheblichen Widerstand, bis er die Dergedlichteit seines Tuns einsah Er wurde mit Rücksicht auf feine Bov- ftoafen 411 3 Wl'chen Hast und einem Monat Gefängnis verurteilt und der Landespolizeibehörde tibernntfen.
Ein Fu hfmann von hier hat einen M i- litärwagen.' der zu den tzeevesbeständen des Proviant amt es Gietzen gehörte, und den ein Fuhr- mmui auS Wetzlar im Oktober 1919 entwendet batte, gekauft Da der ffäufer nach ber ganzen Sachlage annehmen mutzte, datz der Wagen auf unrechtmäßige Weife erworben war, erhielt er wegen Hehlerei eine Woche Gefängnis
Zwei Fuhrleute von hier wollten sich ihre Wohnungen neu Herrichten lassen und suchten sich mi diesem Zweck kostenlos das Material zu verschaffen. Sie stahlen nämlich aus dem Lager einer hiesigen Firma 2 Fatz Bleiweitz im Qfefamtgrtmdrt von nalxi^u 6 Zentnern ftn Werte von etwa 4000 Mk. und verluden sie mit Hilfe eines Arbeiters, den sie dazu bestellt hatten, auf dessen Starren. Unterwegs firf jedoch ber Ar
beiter urit fernem Darren einem Sckutzmann m bü Lande, ber den ganzen Diebstahl aufberfre. Die beiden ^-ubrfeutt erhielten wegen Diebstahls drei bpv ,w.n Monare l^>sangms, während der Arbeiter nxgen Beihilfe dazu mit einem Monat davonkam.
©egen Beschädigung von Dienst- 0egenuänben erbet i-in fr übe r erreich *• roebrfolbat frei Tarn Mütelartest. Er frt:e Äxiten, die zum Ven'and von BeUeidung-stücken dienten, zerhackt und verbrannt
,Ein Eisenbahn schaitner i. P auS Gietzen, ber mit feiner Ehefvau in Streit und t»n ihr getrennt lebt, hat nach einem Termin am Landgericht hier aejen seinen Sohn, der ihm „Selbstmörder" pigerufen hatte inen Revolver gewgen und ihm zuoe ufen- Tat Hund, ich schätze dich über den Haufen". Wegen Bedrohung wird er *u einer GeLdstrafc von 30 Ms verurteilt.
. Weil er ber Frmt eines SboHegen, mit dem er in demselben Haufe wohnt, mit einem Reiserbefen auf den Avn ocidfagen hat. wird ein Bahnarbeiter aus Wiefeck mit einer Geldstrafe von 20 Mk bestraft. Eine zwischen den gleidxn Parteien scfrvebende Prtvatkla.Te ivegen Beleidigung wird dahin verglichen, datz jeber Teil die gefallenen Aeutzerungen mit Bedanern üunktninrmt und seine eigenen und fre Hälfte ber Gericht-Sosten trägt. Wfe in fe vielen Fällen war auch hier wieder die Tatsache iesi^u stellen, datz die Streitigkeiten Möglich von den Frauen ausgehen, während die Ehemänner ganz gut miteinander stehen.
Ein ff rast Wagenführer tx>n her, brr »ur Zeit eine mehrjährige Ofesängnisstrcne in ffaf" fel-Webll>eiden verbüßt, hatte einem Mami aus Dutenhofen, der schleunigst einen Arzt zur Entbindung feiner Fran holen mutzte, für die Fahrt von Gießen dorthin und zurück 230 Mk. abgenommen, obwohl die Tare nur 167 Mk. betrug Tiefe Summe lieferte er an seinen Ge ■ scstäftsherrn ab, während er den Unterschied mit 63 Mk. m feine Tascfr steckte. Wegen Betrugs erhielt er 3 Wväien «Gefängnis.
Die bisherige Schuldienerin eines Dorfe- in der Rübe von Gietzen hatte gegen den dortigen Schulverwalter Privatklage erhoben, weil dieser geäußert haben sollte, es könne der Schuldienerin nicht ..angehabt" werden, ein Kutz vom Lehrer X. ntarfje alles wieder gut In der heutigen Gei ichtsverchandlung ergab sich, daß die Drivatstägerin tatiad)li(b selbst früher einmal derartige Aeufterungen getan hatte, daß dies allgemein im Torf erzählt würde, daß der Schulverwalter, der dies gehört batte, hiervon vertraulich dem betreffenden Lehrer ffemitnid gegeben hatte, um ihn -zu warnen, und daß er, als bi? Privatklägerin einmal eine Beschwerde bei der Kreis'chulkonnnission gegen ihn vorgebracht hatte, in Wahrung berechtigter Interessen die oben erwähnten Aeußerungen vor geb rächt hatte. Die Privatklage wurde deshalb kostenfällig abgcwiefen.
Eine andere Privatklage endete damit, datz die Angeklagte zwar für ichuldig, aber für straffrei erklärt wurde, und datz die Kosten beiden Parteien je zur Hälfte auferlegt wurden.
Gerichtssaal.
me. Frankfur t a. $L, 11. Mar Anlätz- h(h einer GteridiÄrtbanbtunfl gegen den Landwirt Julius B r ü ck e l aus Hannneruein bei Wetzlar hörte man von einer fftmbeLifen Milchaftärr, die lick ungefähr wie folgt »uaetra-gen bat: Trr Landwirt Drücke!, ein unbe'cholteiier Mann, lieferte her Stadt Frankfun Milch, die wnderbarerweiie bei 5taHproben stet- vollrabnng war, bei der Ankunft auf den städtischen M (Lfr en traten aber eine ganz gehörige Entrahmung und Däfferung erfahren hatte. Man konnte sich das nickt erklären. bis vorige Woche der st ä d t i s ck e M i l ckte Ton troll eur und tridrinenbffdxrneT Ellert beobachtet wurde, wie er mit Kvmolizen bu an- aekfrnmene Milch öffnete, entrahmte und mit einer Milchzange frs Magistrats, die ber der anliefernden Landwirte gleich war. wieder v^richlotz. Turck die Untersuchung wurde feftgr .c lt. daß monatlich über 1000 Liter Rahm den ff intern urtb ffronftai entwgen wurden und datz tabtreidx andere >lon- t roll tu re an ber Sacke ebenfalls beteiligt und. Tic Binder wurden allo buchstäblich um ihre wichtigste Nahrung betrogen, ßanbunrt Brücke! mürbe n-amrlich rxxu Schöffengericht fveigesprochen.
Slthemr Staötttjeatcr.
Timwbenö Hauelore Ziegler.
Gietzen, 13. Mai 1921.
Hannelore ZieglerS Kunst ist in Gietzen rühmlichst bekannt. Auch die gestrigen „Tänze und Plastik eigener Gestaltung" waren nur geeignet, die Begeisterung ihrer Bewunderer noch zu vertiefen. Der stürmische Beifall erzwang nicht weniger denn vier Zugaben
Das Programm verzeichnete nur einen einzigen sogenanntem tragischen Tanz, die Des-Dnr- PrÖlude von Chopin. Hier gab Hannelore Ziegler vielleicht ihr Bestes Ties beseelt gestaltete sie diese Pantomime voll reiner Anbetung, zarter Sehnsucht ui«Z> stillem, leidvollem Entsagen
Der äußert Erfolg war freilich größer nach den heiteren Sachen. Hannrlore Ziegler frißt ja auch eine ausgesprodiene Begabung für reine, humorvolle Wirkung, dazu bezaubernde Leichlig- feit und Lebensfreude, liebreizende Anmut und neckische Grazie und eine wirkungssichere Schelmen- spracho der Hände und Auaen.
Ein frillstingshaft leicktes Tanzgedicht nach einer Mufik von Tschaikowskt) eröffnete den Abend. Südländstch feurig, im Carmen 'loftüm und mit dem Tamburin tanzte Hannelore Ziegler dann eine Walzerrcche von Brahms Originell war das ffrtiselspiel in dem Minutenwalzer von Clwvin. Dann folgten zumeist alte, aber gerne wieder- gcfe^cne Bekannte. Rach ber fvriidelnden Sdxilf- haftigkeit ber Dizzilatoovlka wisperten und raunten gar sütz und geheimnisvoll des WalzerkönigS G'fchichten aus dem Wiener Wald. Reu war dann wieder daS entzückende Tftedenneierbukett nach einem Lannerfchen Walzer. Der uiioerroüftlirfK Radetzkhmarich bildete mit feinem springlebendigen Dabinstürmen wie stets die wirkmigsvollfteSchlutz- fanfore. gk.
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T aaet-Orbnuna:
1. Brrichierftatluna. 2. RechiuiugSavlaqe. 3 Ersatz- wähl des BorstandeS. 4. Wahl des Rechnung» Prüfung»-«nsschuffe». 5. Qrironioe Anträge gemäß 8 24. Ahs. 3 ber Satzung. 6. BerfchiedeneS.
Um zahlreiches und vünktk Erscheinen wird gebeten. Gietzen, den 12. Mai 1921.
Der Vorstand.
Di,k Rechnung liegt bei dem Vorsitzenden, Herrn A. Dickord, Schanzenstratze 8 vom 1H Mai 8 Tage zur gefälligen Einstcht der Miiglieder offen. 5464b
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