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(«ttungen auskommen als die <3 tn^e [betriebe und deshalb billiger sein

Die neue Fernfprechvrdnung ermöglicht die Verwirklichung derartiger- Wünsche Den von der Telegraph? :e axiftung hierzu erlassenen Aus- führungSbestimmur.gen entnehmen wir folgendes: Derernigur.gen hon Personen, Firmen usw.. die sich lediglich in der Absicht zusammentun. Fernsprecheinrichtungen gemeinsam zu benuhen, werden htm der Telegraphen Verwaltung mit dem Zugeständnis der Eintragung der einzelnen Be- tetligien in das amtliche Fernsprechbuch nur auf Widerruf und unter folgenden Voraussetzungen anerfannt:

1. Tun sich Personen usw. in deren Räumen sich keine Sprechsi eilen befinden, mit einem Teil­nehmer zur M.lbenuhung feiner Fernsprechein- richtungcn zusammen, so müssen sie entweder- mit dem Teilnehmer gemeinsame Wohn- ober Ge­schäftsräume inne haben ober die beiderseitigen Wohn- und Geschäftsräume müssen so zueinander liegen, baß durch bas Herbeirufen der Mitbe- nuher keine unverhältnismäßig langen Warte­zeiten entstehen.

2. Tun sich die Inhaber eines ober mehrerer Hauptanschlüsse zusammen, um eine Nebenstellen­anlage gemeinsam zu betreiben, so müssen sich ihre Wohn- oder Geschäftsräume in demselben Gebäude befinden. Die Inhaber solcher Haupt- aoschlüssc haben sich schriftlich zu verpflichten, für alle auskvmmenden Gebühren alS Gescunt- fchuldner (§ 421 ff. D. G B.) zu haften.

Don dem Widerruf ist nur Gebrauch zu machen, wenn sich aus der gemeinsamen Be­nutzung ^lnzuträglichkeiten ergeben, insbesondere die Anrufe deS Amtes nicht mit einer festge­setzten Rufnummer beantwortet werden.

" Der gestrigeSilberne" Sonn­tag zeigte im Straßenbilde, namentlich in den Abendstunden, einen sehr regen Ver­sehr. Cs handelte sich allerdings wohl meistens um Schaulustige. Dos Weihnachtsgeschäft selbst lieh, wie verschiedene Erkundigungen ergaben, vielfach zu wünschen übrig. Cs be­stätigt sich jetzt die Erwartung, daß sich «eine ganze Anzahl von Käufern in der zurück­liegenden Zeitspanne zu sehr verausgabt haben. 3m 3nteresse der Geschäftswelt. ~bie, wie ein Gang durch die Straßen zeigt, große Anstrengungen gemacht hat, ist es zu hoffen, daß die kommenden Tage und vor allem der nächste Sonntag sich besser anlossen.

** ®lne Sitzung der Stadtverord- neten-Dersammlung findet am Freitag, dem 16. Dezember, nachmittags 5 Uhr. In dem Stadthaus 'Bergstraße [Sitzungssaal) mit folgen- berTageSoronung floti: A. Oeffentlich: 1 Festsetzung der Gemeinde Hundesteuer 2. Er­höhung der T iiqc der Ruhelohnempfänger und deren Hinte, dliebenen. - 3 Bewilligung eines Kredits zur Anschaffung eines Tischgastochers usw. für daS Studentenheim 4. Ausbau des ttniversitäts-Turn- und Spielplatzes durch Rot- flanbdarMtci 5 Festsetzung der Vergütungen für Hilfeteistung bei der Landtagswabl 1921. 6. Vergütung an bk Schutzmann schäft für die Zu­stellung ber Postkarten an die Wahlberechtigten lLandtagswahl 1921). 7. Erhöhung der Fahr- preise der Straßenbahn. 8. Vorlage der _Red>- nung für 1919 20 und des Voranschlags für 1920 21 ber Löberschen Stiftung. 9. Desgleichen Rechnung der Plockschen Stiftung für das Rech­nungsjahr 1918. 10. Errichtung eine« Werk- flättenbaued auf dem Grundstück Licher Straße .. 13/15. 11 Erbauung einer Lagerhalle auf dem

Grundstück der Firma S^ermann Heß an ber Mar- r^-ctenbütte. - 12 Ei-richtung einer Autohalle fH dem Grundstück Maigasse 15 durch Wilhelm Pad). 13. Herstellung einer Einfriedigung aus *Holz am Grundstück des Professors Brüning an jpber Rodthvhl. 14 Bebauungsplan für daS Gelände gegenüber ber Siechenanstalt. 15. Kre- -.ditdewilliciung für Daureismachung des Gelän­des gegenüber ber Siechenanstalt 16 Verbrei­terung des Riegelpfades zunächst ber Liebigstraße. 17. Ausbau ber Straßenstrecke zwischen ber Bismarck- und Keplerstraße in ber Richtung ber verlängerten Bleichstraße. 18 Erweiterung deS Kredits für die Vertilgung ber Schnaken. 19. Gesuche um Erteilung der Schankkonzession- a) des HanS Krug für den Wirtschaftsbetrieb (Frühstücksstube) im Hause Wetzlarer Weg 65; b) deS Fritz Strasser für den Wirtschaftsbetrieb im Hause Klinikstraße 24 (Seltershübe); c) de« Jeimann Hardt für den Wirtschaftsbetrieb im Haufe Schiffcnberger Weg 63; d) ber Frau Katha­rine Holland für den Mineralwasser- und Kaffee- ausschai.k in ber Verkaufsbude Ecke Bahnhof- und Liebigstraße.

Landkreis Gießen.

vo. Beuern. 10. Dez. 3n letzter Zeit wurde verschiedentlich im Ort eingebro­

chen und meisten« Geld gestohlen. 3n vergangener Rächt erfolgte ein Sinbruch in die WirtschaftGermania". Da der Besitzer auf der Lauer lag, gelang e« ihm, den Ein­brecher. einen Burschen an« dem Dorfe« zu stellen. Der Dieb wurde heute von der Gen­darmerie nach Gießen abgeführt.

Hefferr-Nasiau.

ra. Biedenkopf, 10. Dez. Der Ver­band der evangelischen Kirchenge­sang v e r e i n e für den Konsistorialbezirk DieSbaden kann demnächst auf seine 40jährige Tätigkeit zurückblicken. Gegenwärtig gehören dem Verbände 24 Vereine an gegen 321.1. 1914; viele aber stehen noch abfett«. Der nächstjährige Verbandssängertag soll voraus­sichtlich in Biedenkopf stattfinden, wozu schon jetzt eifrig Vorkehrungen gettoffen werden.

ra. Au« R a s s a u, 10. Dez. Infolge eine« zwischen der Handwerkskammer und dem Gewerbeverein für Rassau unterm 24. Ro- bember abgeschlossenen schriftlichen Vertrage« wird da« Hessen-Aassauische Hand­werker- und Gewerbeblatt vom 1. Januar 1922 ab jedem selbständigen Hand­werker de« Kammerbezirks (Bezirk Wiesba­den) zugestellt.

Vermischtes.

DaS Rätsel deS .Schneemenschen vom Himalaja". Man hatte öfter« in den unwirtlichen Gishöhen de« Himalajas, die nur Eingeborenen zugänglich waren, auf dem Schnee menschenähnliche Fußspuren gefunden, und des­halb ging unter den Tibetanern die Sage, daß Schneemenschen" gäbe, die die höchsten Höhen dieses Gebirges bewohnen. Man schrieb diesen fabelhaften Schneemenschon furchtbare Kraft und geheimen Zauber zu. und sie wurden daher von dem abergläubischen Volk wie Götter verehrt. Die von verschiedenen europäischen Gelehrten aus­gesprochene Vermutung, daß es sich hier um Affen handle, hat sich bestätigt. Wie der englische Raturforscher Godwin-Austen in derRa tu re" außfübrt. wurden bei der jüngsten Expedition, die zur Vorbereitung der Besteigung oes Mount Everest unternommen war, Trupps von Assen in großen Höhen beobachtet. Es handelt sich hier um eine bereits bekannte Affenart, den6em- nopithecuS de« Himalaja", den man auch Kanaur ober Hanuman nennt. Dieserheilige Affe Der 3nberT war bereits früher am Fuße deS Hima­lajas beobachtet wordenSelbst auf den Höhen des Mount Everest," sagt Godwin-Außen, .muh dieser Affe, der ein Alles-Fresser ist, sich leicht ernähren können, denn ber Affe, dem man über­all in diesen Schneegebieten begegnet, ist dort außerordentlich zahlreich und läßt sich nach einer kalten Rächt in seinem Lager leicht fangen. Die Fußspuren, die man im Schnee fand, stammen also augenscheinlich von diesen Affen her, die also die wahren .Schneemenschen" des Hima­laja sind Damit wäre das Geheimnis geklärt. Der Himalaja-Aste ist eine besondere Bergart des Semnopithecus entellu«. der sich in Bengalen und Eehlon finbet und auch die Gewohnheit Hal, im Sommer hoch in die Gebirge hinaus zu wan­dern. Es ist ein Affe von außerordentlicher Stärke, mit einem sehr langen, dichten Pelz be­kleidet, der einen furchterregenden Eindruck macht.

*EineberühmteKircheburcheinen Erdrutsch gefährdet. Die malerische 3nfel Mont S t. Michel, die an der nördlichen Küste der Bretagne liegt, ist durch einen Erdrutsch, der kürzlich erfolgte, ernstlich gefährdet, und mit ihr die berühmte Kirche und Abtei, die die Haupt­sehenswürdigkeit des Ortes bildet und von zahl­reichen Reisenden besucht wird. Aus dem höchsten Gipfel deS kleinen GilandeS erhebt fiefc in wunder­voller Lage diese Kirche, die bis ins 11. Hahr- Hundert zurückdatftrt wird, und mit ihr verbunden ist das alte Kloster, das im Jahre 708 nach der Legende auf besonderen Befehl des Erzengels Michael gegründet wurde. Rings um diesen hochragenden Felsen mit seinen herrlichen Bau­werken schmiegen sich nun die alten Häuser des malerischen Dörfchens, und am Fuße des Berges sind noch die mittelalterlichen Befestigungsanlagen erhalten. Run droht diesem Juwel alter Baukunst ber Untergang. Die Hauptstraße der 3nfe( ist zerspalten, und in dem Pflaster gähnt ein Erdloch von 25 Fuß Breite und 20 Fuß Länge. Man glaubt, daß dieser Erdrutsch, ähnlich wie in andern alten Städten Frankreichs, von einem Zusammen­sturz der Gewölbe unter den alten Häusern her­rührt. Man hat sofort eine genaue Prüfung ber Fundamente der Kirche und des Kloster« ang.'orb- net, da man fürchtet, daß auch die Gewölbe dieser Bauten nachgeben werden.

Wcthnachts-Buchctrtisch.

Goethe. Ein Profil von Frederik P a a s ch e. ^Derlagsanstalt Greiner L Pfeiffer, Stuttgart.) Friedrich Lienhard führt da« Buch durch ein Vorwort ein, in dem er u. a schreibt. . Diese« Buch werte man als den freundlichen Gruß eine« neutralen Ausländers an den deutschen Genius, der sich in Goethe verkörpert hat! Als ich die ersten Seiten gelesen hatte, mar ich erfreut über bext ebenso anmutigen tote aussichtsreichen GesichtSvunkt, von dem der Verfasser auogebt.

.DaS Hau Sam b u n t e n 5 I u f)" ifi ber neueste Roman der Serie .Rufe in die Zeit" (Verlag von Rich Bong, Berlin und Leipzig» Der Dichter Eberhard F r o to e i n schildert die reich bewegten Schicksale einer Familie und stellt unS mitten hinein in das Geben »einer alten deut­schen Industriestadt. Das Buch ist ein getreue« Spiegelbild der Vorkriegszeit.

.Schöne Literatur". Ein alphabe­tisch und systematisch geordneter Katalog, ent­haltend die altllaffifche Literatur in deutscher llebertragung, die ältere deutsche Literatur, Äch­tungen und Dramen, Romane und Erzählungen. 520 Seiten (Kvmpendien-Kataloge XI). Leipzig, Koehler A Dvlckmar A-G. & 6o.

Sandel-

Frankfurt a. M.. 12. Dtzember.

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Dries

Datum: -«.Dez. 10. Dez.

Amstervam-Rotterd. 6743,25 7756,71 6733,25 6746,75 Brüssel-Antwerpen. 14' 1,05 1413,95 1393,60 1396,40 Ehrifttania..... 2747,25 2752,75 2757,25 2762,80

Kopenhagen 8545,45 3552,55 3561,40 3568,60 Stockholm *520,45 4525 55 4520,45 4529,56 HelsmgforS 339,65 340'35 339,65 340,35 Italien 831,15 835,85 819,15 820,85 London 771,70 773,30 769,20 770,80 Reuyork 188,31 188,69 187,21 167,69 Paris 1483,51 1486,50 1453,501*56,50 Schweiz 3671,71 3678,70 3621,35 362y.5 Spanien 2697,30 2702,70 2672,302377,70 Wien (altes) ....

Deutsch-Oesterr.. . . 6,48 6,52 6,93 6,97

Prag......... 216,75 271,25 215,75 216,25

Budapest 24,47 24,53 24,57 24,63

Buenos Lire« . . . 61,65 61,85 61,15 61,35

Bulgarien

Züricher Devisenmarkt.

10.12. 12.12.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Fl. - 186.25 186.25 Deutschland 100 Alk- --- 2.65 2.825

Wien 100 Kr- 0.16 0.17

Prag 100 Kr- 5.95 6.-

Pari« 100 Fr. -- 39.90 40.30

London \ £ 21.22 21.35

Italien 100 L. = 22.65 22.90

Brüssel 100 Fr. » 38.10. 38.90

Budapest 100 Kr = 0.625 0.675

Reuyork 100 $ = 519.50 516.-

Agram 100 Kr. --- 2. | 2.-

Warschau 100 Är. = 0,155 0,16

Marknotieruugen.

5ür 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Datum: 1.7.14. 9.12. 10.12.

Zürich Fr. 125.40 2,70 2,77

Amsterdam Fl. 59.20 1,45 1.50

Kopenhagen Kr. 88.80 2,90 2,90

Prag Kr. 117.80

Stockholm Kr. 88.80 2,25 2,30

Wien Kr. 117 80 3197,-

London Sh. 97.80 8,02 7,65

Paris Fr. 125.40 6,75 6,84

Reuyork $ 2180 -,52 -,54

(3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Beratungen über das Moratorium.

Optimismus in London.

London, 10. Dez. (WTB.) Der .Mor- ning Poft" zufolge herrscht in Londoner amt­lichen Kreisen bezüglich des Ergebnisses der (Be­ratungen über die wirtschaftliche Lage Deutschlands Optimismus. Dem diplo­matischen Berichterstatter deS »Daily Telegraph" zufolge werden Loucheur und möglicherweise auch andere französische Minister Briand auf feiner Reife nach ($nglant> begleiten. Dem Blatte zufolge ist bei den Beratungen mit Loucheur die Frage eines Moratorium« für Deutschland nur gestreift worden, man werde jedoch unver­meidlicherweife in Betracht ziehen muffen, ob Deutschland in der Lage ist, feinen bevorstehenden Verpflichtungen nachzukommen oder nicht, bzw bi« zu welchem Grade Deshalb habe man über die Garantien gesprochen, die Frankreich er­halten würde, falls Deutschland ein Zahlungs­aufschub gewährt werde. Laut »Daily Telegraph" dürften die unfvrmellen englisch-französischen Be­

sprechungen. die. wie man hofft, nächste Woche stattfinden, keineswegs ür eine Konferenz de« Obersten Rate« angesehen werden Sie feien auch ganz unabhängig oon der geplanten Kon­ferenz der Außenm mster von England, Frank­reich und Italien betreffend die Frage de« nahen Osten«.

Deqirtn der Berhandlnug« der deatfch-polnischeu Untet a*«f trofft. Beuthen, 10. Dez. (WTB.) Sämtliche ilnterfommiffionen hielten gestern ihre ersten Sitzungen ab Die Sitzungen einzelner Kommissionen beschränkten kich in der Hauptsache auf die Prüfung und die Vorstellung der Mit­glieder untereinander. 3n anderen Kommissionen wurden die den einzelnen Mitgliedern vortchwe- benden Grundlinien für die weiteren Verhand­lungen besprochen. Die nächsten Verhandlungen werden heute beginnen.

Eine Stimme ans dem amerikanisrhea Senat.

Reuyork, 9. De,. (WTBZ Durch Funk­spruch. Wie aus Washington berichtet wird, hat 0-cruitW Borah geäußert. England, Zapan. Frankreich und Deutschland ft)lltea eine Erklärung abgeben, eine Konferenz zur Revision de« Versailler Frie- densvertrage« abzubalten,- damit Europa leben könne.

Frankreich und Spauiea.

Paris. 9. Dez. lWolff.) Rach dem _»yo de Paris" hat sich der Ministerrat gestern mit der iyrage deS französisch, spanischen Han- delSver.trageS beschäftigt. Er Hobe den Ab­bruch dieser Verhandlungen ins Auge gefaßt und mit einer Prüfung der Maßnahmen begonnen, für

Fall, daß bis Montag nicht ein neuer modus ' ivcndi zwischen den beiden Staaten gefunden werde. DaS Gerücht gebt um, daß im Falle des Bruche« bk spanischen Produkte bei ihrem Ein­gang in Frankreich mit einem Zoll belegt werden

Madrid. 9. Dez. (WTB' Der .Heraldo- schreibt nach Auskünften von zuständiger Stelle. Frankreich hat am 6. Dezember Spanien ein« Rote überreicht, in der dringend die Annahme der franzöftfchen Bedingungen als Grundlage für die weiteren Verhandlungen gefordert wird Diele Rote werde die letzte sein, auf sie werde, wenn ihre Wirkung auSbleibe. der Abbruch der Ver­handlungen erfolgen. DaS Blatt fügt hinzu, daß die spanische Regierung ein Rotbuch über diese Angelegenheit herouszugeben gedenke, und daß ein Bruch als unvermeidlich betrachtet werde. Aach die .Ipeca" hält einen Abbruch der Verhandlungen für unvermeidlich. Die Sorge der Regierung sei jetzt darauf gerichtet, daß die­ser Zustand so kurze Zeit wie möglich dauere

Die Rot ber Invaliden und Kleinrentner.

Berlin, 9. Dez Rach dem ,B. T." sind die RegierungSmaßnahmen zur 2ir.bcv.irg der Rot unter den Invaliden und Kleinrent­nern als abgeschlossen anzusehen.- Invaliden- rentner und Rentner auS der Angestelllenverstche- rung sieht ein jetzt ferliqgeffelUcr Gesetzentwurf eine Unterftü^ung der Reiche regierung für daS Rechnungsjahr 1921 in Höhe non einer Milliarde Mark vor. Die Hilfe für die Kleinrentner wird nicht auf gesetzlichem Wege, sondern durch von dem Reichsarbeitsministerium berciu«gege5enen Richtlinien erfolgen. Die Richtlinien, die ebenfalls bereit« fertiggestellt sind, peoen die Art der Ver­teilung der Reich«hilfe und den Ärei« der In De- trach' kommenden Personen an. 3m großen und ganzen wird den einzelnen Gemeinden ziemlich freie Hand gelassen. Die Summe, die vom Reich für die Kleinrentner aufgewandt werden soll, be­trägt 100 Millionen Mark. Rach Schätzung in unterrichteten Kreisen kämen etwa 250 000 bedürf­tige Kleinrentner in Frage. Die 100 Millionen vom Reiche sollen al« Zuschüsse zu den von den Ländern und Gemeinden den notleidenden Klein­rentnern gegebenen Unterstützungsbeträge ver­wendet werden. Bei Verteilung der Unter­stützungsbeträge sollen im besonderen da- Alter und der Grad der Arbeitsunf-ibi.ikeit der Bedürf­tigen berücksichtigt werden. Die An>-.zuh!ung de« Unterstützungsbetrages soll nicht Im ganzen, son­dern ratenweise erfolgen.

Die rheinischen Gewerkschaften für die veuisch^n Rechf«.

Köln. 10. Dez (WTB.) Aus führenden Gewerkschaft Streifen wird mitgvtctlt, in ©etoert- schaftskreisen überlege man Maßnahmen zur Sicherung der oe«i tfd)en Rechte gegen­über dem willkürlichen Vorgehen der BesahungS- bebörben, wie eS sich in Dem Fall Srneet» ergeben habe. In christlichen Sewerkschas^kreisen fhti> noch Beratungen im Gange Das gesamte arbeitende deutsche Volk am Rhein verwahrt sich gegen dtle Uebcrgriffe der BeiatzungSbcHörden und verlangt die volle Respektierung der noch dem deutschen Volk im besetzten Gebiet verblie­benen Rechte.

Spuren im Schnee.

Roman von Sven Clvestad.

Evnächtigte Uebersetzung.

10. Fortsetzung. (Rachbruck verboten.)

Sechstes Kapitel.

Während der Kapitän auf sein HauS mit den erleuchteten Fenstern zuging, mußte er fortwäh­rend an die beiden sonderbaren schweigenden Menschen denken, denen er soeben begnet war. Oie sahen ganz ander« aus als die gewöhnlichen Landstreicher, die man sonst auf der Straße traf. 3fort verschlossenen Gesichter hatten einen merk­würdigen Ernst gezeigt, und dann meinte der Kapitän auch, ihre Schritte hätten auf ber ge­frorenen Strafte auffallend bart geklungen. Er blieb stehen und horchte, ob er vielleicht den Klang dieser barten Tritte noch immer Horen könne Ader jetzt war alles still.

Al« er so allein auf der Straße stand und lauschte, wurde er auch auf da« Wetter aufmerk­sam. Es ist doch fonterbar. wie lange diese trockene Kälte an hält, dachte er Man hatte nun fett mehreren Tagen auf Schneefall gehofft, aber auch beut abenb bei dies m Sturm sah es nicht aus. als ob es bald schneien würde. Der Kapirün schaute sich um und fühlte sich mächtig bewegt durch die nächtliche Schönheit der Landschaf Der rasche Wechsel zwischen Dunkelheit und Maliern Licht verlieh der sonst stachen und unb'deutenden Gegend eine merkwürdige Stimmung. Hinten hob stch der schwarze Umriß eine« dunklen Walde« vom Himmel ab. der Sturm, der durch den 2DaU> sauste, bewegte die Baumkronen, und so wurde ber Umriß zu einer wechfetnoen Linie. Sonst

war alle« ruhig Kein Rauch stieg au« den Häu­sern auf. die ringSum zerstreut lagen. Einzelne davon waren ganz finster. Die weiß angeftri- chcnen Häuser auf der weiten Ebene glichen rie­sigen Leichen st ei neir. Ans einzelnen Fenstern schimmerte ein gelbliches, trübe« Licht. Richt weck von dem Beobachter liefen die Schienen der Sisen- batm <jf« zwei silberne Linien dahin, die sich am Horizont vereinigten und wie ein m die Unend­lichkeit hinauSgestchossener Pfeil auSfahen. Richt weit von des Kapitän« Wohirung streckte eine Eifenbahnbrücke ihr graue« Skelett über einen Fluß. Der Wind fauste durch bie Bogen und Spannungen der hohen Brücke, und aus diesem Retz von Eisen heran« tönte ein tiefe« Klingen und Singen. Al« ber Kapitän baftanb. in bie Ferne hinausstarrte und lauschee. kam es ihm nicht mehr so still rundum vor Gr fing jeden Ton ber sonderbaren Musik auf. deren fort­währendes Sausen dem menschlichen Ohr erst auf­fällt. wenn es darauf horcht . . Erregt unb nervös wandte er stch schließlich von diesen Bil­dern und Tönen unb* betrat fein Hau«

Die Haushälterin war noch auf, unb SIS er fk verwundert schalt, daß sie nicht zu Bett ge­gangen kl entschuldigte sie stch damit, sie habe etwa« Im Hause zu tun gehabt, das sie erst noch habe erledigen wollen Als er feinen Mantei im Dorplay ausgehängt hatte und in seine warme ölube trat, folgte ihm die alte Stern rin mit wach­samen Augen ES war gerade, alS ob sie auf ihn achtgeden wollte

Rachdern der Kapitän eine Weile in der Stube hin und her gegangen war und allerlei in Crkruna gebracht hatte, nahm er In feinem Scharckelstuhl Platz und lehnte Kopf und Ober­

körper behaglich zurück Er tippte mit den Füßen gegen den Boden und fetzte den Stuhl in schau­kelnde Bewegung Seine Augen waren hall» ge­schlossen. Tie alte Dienerin machte sich in der Stube zu schaffen unb fragte:

.Wollen der Herr Kapitän jetzt noch nicht

zu Bett geben 7

Er gab keine Antwort.

Kurz darauf fragte sie, während sie stch am

Ofen zu schaffen machte:

»Wollen der Herr Äajntän nicht rauchen?

Alle Ihre Pfeifen sind gestopft."

Aber der Kapitän ließ tetnertei Antwort hören.

.Ds ist mir ein solcher Kummer, den Herrn Zapitän so dafitzen zu sehen," fuhr bie Alte unver­drossen fort, aber mit leiser Stimme und vorsich­tig, als ob sie befürchtete, ihn ui reizen. »Tas ist nun schon die zweite flacht, daß der Herr Kapitän so dasihen. Sie können doch m biefem Stuhl un­möglich schlafen."

D-er Kapitän hörte auf zu schaukeln, blieb <iber zurückgelehvi sitzen unb starrte an bie Decke empor

.Ich versichere Ihnen. Maria, ich ruhe so auSg«eichaet/ sagte er.

.Aber warum wollen stch der Herr Kapitän nicht lieber tm warmen Schlafzimmer in das gute, weiche Bett legen ? DaS ist doch jebenfall« viel besser." «

.Warum?* murmelte er geifteSabwe^end vor stch hin. .Ich kann so bester denken "

»Bei lladft hfl man -icht denken." erklärte Maria ernsthaft. »Bei Rächt soll man schlafen."

.Gut» Rocht, Mvrta!" toetc der Kapitän frevRbttcb

Aber Maria suchte noch immer Einwen­dungen zu machen, erzählte lockend von tx-w weichen Bett, von dem warmen, stillen Schlaf­zimmer.

.Gute Rächt t" tagte der Kapitän unbewegt.

Brummend ging bie Alte endlich hinaus und ließ ihn allein.

Der Kapitän atmete nun leichter unb feyte den Schaukelstuhl wieder in Gang Bald darauf schlug er die Hände vorS Gestcht So blieb er lange Zeit Rren Plötzlich murmelte er etwoS leise vor sich hin. efn Wort, da» au« feinem m- nerflen Gedankengang aut getaucht war:

.DaS Unglück!" tagte er .DaS Unglück!*

Dann schwieg er wieder unb schaukelte weiter .

Und die alte Wanduhr in ber Ecke begleitete bie verfließenden Rachtstunden mit ihrem gleich­mäßigen Ticken.--

Rachdem ber Kapitän den Apotheker, wie eS diesem schien im Zorn, verlassen hatte, machte sich letzterer noch allerlei in der Apotheke zu 'chasfen Er ordnete die Rezepte und zählte btt SCane nach Er war augenbtickllch toteber schlech­ter Laune geworben. Denn er brummte zuweilen halblaut vor stch hin. Einmal hielt er mitten im Zufarnmenzählen ber Zahlenreihen beS Kassen- öucheS inne, blickte nachdenklich inS Weite unb tagte:

.3d) hoffte, bah Ry lande r kommen and mich beruhigen werbe, unb statt besten hat « mich noch unruhiger gemacht Ader wovor, beim Henker, fürchte ich mich denn eigentlich?"

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