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w#b emorte ttzm. er fimne unter keinen Um- ständen gugzben. bat* bat Heer vermindert Verde. 3c müls» auch die sofortige Auslösung der Ratio- nalöerTannnlurtfl verlangen. Wenn er abgesehk würde, würden feine Offiziere alles kurz und Bein schlagen. Der Zeuge hielt diese Reden für , Prahlerei Aus eindringlich--n Dorhalt des Zei­gen erCärte Lüttwitz, ec wolle ja auch gar nichts oegen die Aeichsversassung unternehmen. Mit habe der Zeuge nie gesprochen. Denn ßütt» Witz darüber befragt worden wäre. waS er eigent­lich wolle, so würde er es wahrscheinlich selbst nicht gewußt haben. Die Kappaktion war augen- scheinlich nicht weiter durchdacht und auherordent- lich unklar.

Zeuge Oberpräsident RoSke erklärt nach- k«m er vereidigt worden war: 2lm 10. März bin ich (luftig ^»worben, als ich hörte, daß Lüttwih den Reichspräsidenten sprechen wollte, und ich "bat Chert, bei ter sintertet u"g zugegen lein zu bür­ten. Ich heb' der Unterredung dann auch bet* gÄvvhTTt. Lütt trift brachte bei dieser Unterred.>na militärische Beschwerden vor und hat dann auch zum ersten Male politische Ziele erörtert, die rrm den Rechtsparteien ausgestellt worden waren. 5er Reich lp äsident ging In (ärgeren Darlegun­gen aus diese Fragen ein. Ich brachte dann zum Ausbrack. bah ich mir unter keinen Umständen eine Insubordination gegolten lassen würde Räch- sten Morgen habe ich-bert gegenüber erklärt, ich nähme an, bah Lüt'wih Abschied nehmen Werde. Ich Zellte Haftbes. ,'e gegen Kapp, Pabst, Schevjhler und GrabowSki <ruS und lieh im An- schluh daran den Ches deS Personalamtes, De- ncral 'Braun, zu mir kommen, der Lüttwitz mit­teilen sollte, das) er seines Amtes enthoben sei.

Aus dem Reiche

Sie erhöhten Postgebühren.

Berlin, 10. Dez. lieber die am 8. De- gvmber Dom ReichSrat beschlossenen Post­gebührenerhöhungen hinauSgehend hat die Reichspo st Verwaltung nach Mit­teilung der Dvssischen Zeitung den Regierun­gen der einzelnen Länder eine neue Vor­lage unterbreitet, die wesentlich höhere Ta­rifsätze Vorsicht. Diese sollen an Stelle der vor wenigen Seien beschlossenen vom 1. Januar 1922 ab Geltung haben. Die Postkarte soll danach im Ortsverkehr 75 Pf., im Fernver­kehr 1.25 Mk. kosten. Die Gebühr für den Brief im Ortsverkehr soll 1.25 Mk.. und im Fernverkehr 2 Mk. betragen. Der Vorschlag sieht bei den Telegrammgebühren eine Er­höhung für daS Wort auf 1 Mk. und 10 Mk. Mindestgebühr für das Telegramm vor. Die Fernsprechgebühren sollen auf 100 Prozent ge­genüber dem Gebührentarif vom 1. Oktober erhöht werden. Diese neuen Gebührensätze be­tragen durchschnittlich das Zwanzigfache der Gebühren vor dem Kriege. Wie das Blatt weiter mittellt, sollen auf dieser Grundlage auch die Gisenbahntarife aufge­baut werden. Der Fahrlkilometer, der vor dem Kriege in der 3. Klasse 3, in der 2. 4*/> und in der 1. 7 Pf. gekostet hat. werde nach dem neuen Tarif 60 Pf. bzw. 90 Pf., bzw. 1.40 Mk. kosten. Wie das Blatt weiter bemerkt, soll durch die neuen Gebührensätze unbedingt er­reicht werden, daß die Staatsbetriebe keine Reichszuschüsse mehr erhalten.

Aus Hessen.

Eine Entschließung der Demokraten.

Frankfurt a. M., 11. Dez. (WTB.) I Der heute in Franlfurt a. M. tagende 2 a n - ^.deSaus schuh der demokratischen ^Partei Hessens hat folgende (Sn t - \ schliehung angenommen: Die Pattei ist nicht verpflichtet, eine Verantwortung für die künftige Regierungsbildung zu übernehmen. Diese Verantwortung fällt vielmehr den- fenigen Parteien zu. denen die Wählerschaft diese Verpflichtung durch die Stimmenabgabe zugewiesen hat. Der Ausschuß berttaut dar­auf, daß die Fraktion diejenige Entscheidung treffen wird, die geeignet und nötig ist, eine

ent)a) ebene und tatkräftige demorransche Po­litik im Lande zu gewährleisten.

Aus Stabt und Land.

Stehen. Den 12. Dez. 1921.

Wettervoraussage

für Dienstag:

Heller, trocken, falt, starker Nachtfrost, Linde ans östlichen Richtungen.

Da^ über Finnland gelegene Hoch, daS noch am Ende der letzten Woche infolge der westost gehenden Tiefdruckwirbel keinen Ein- sluh auf unsere Wetterlage zu gewinnen schien, hat sich bedeutend verstärkt und südlich 5er­lagen. Die aus ihm strömenden kalten, ttocke- nen Ostwinde haben in Ostdeutschland schon gestern erhebliche Tempcraturerniedrigang ge­rächt. Die Ausläufer der atlantischen Lief- drucllvirbel haben sich infolge der Druck­zunahme ausgefüllt. Diese neue russische Kältewelle berührte unser Beobachtungsgebiet erst heute in den frühen Morgenstunden. ES ist mit weiterer Zunahme des Fr? ft >3 zu rech nzn; die Dauer der Frostperiote läßt sich noch nicht abschätzen.

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** Amtliche Personal Nachrichten. Am 1. Dezember 1921 warben der Oberrirrster Fcieörcch Knaf zu Wald-Michelbach tom 1. Ja­nuar 1922 ab zum Forstmeister b?r Obersorsterei König, und der Obrrsörster Karl Reist zu Lan­gen vom 1. Januar 1922 ab zum Forstmeister der Ob:ifotrterei Langen ernannt Ernannt wurde am 9. Dezember der Rektor an der Volksschule zu Da-ms'.adt Wilhelm Derbig Aura Krc^sschulral bei der KreiSschullommission Erbach tm Odenwald. Ernannt wurde am 8. Dezember 13-1 der Mini- sterialoberrevisor Albert Decker aus Darmstadt mit Wirkung vom 1. April 1920 ab zum Rech­nung at bei der Registratur des LandesuullS für LdL Dildungswesen. Es wurden ernannt: der Zvllsckretär beim Zollamt Miw.lstadt Peter 6 <r . iher , zur Zeit in Wimpi: t, zum Vor- fia.i ' cZollamts Wimpfen der Steuerbetriebs­assistent Jakob Werner VII. beim Finanzamt Langen und die Hilfszahlmeifter W . . in.}

bei der DezirkSkasse Groß-Gerau. Hel . . August Schunk bei der Bezirkskaste Gießen und Johann Huster bei der Dezittülasse Oppenheim zu Qtcueraffift entert. Liebertragen wurde am 7. Dezember der Dchulamtsanwär- "i Helene Dietz aus Dieburg eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Froschhausen. K'eiö Offenbach, der Schulamtsanwärterin Anna Müller auä Mainz eine Lebrerinstelle an der Volksschule zu Heusenstamm, Kreis Offenbach.

Die Technische Rothilfe in Wölfersheim. Don der Technischen Rothilfe beim ReichSm inisterium des Onnern, Abteilung Frankfurt a. M., wird uns mitgeteilt: Durch den Plötzlichen Ausstand der vberhefsischen Bergleute und der Arbeiter des Kraftwerkes Wölfersheim bei Friedberg in Oberhessen ist seit Freitag die gesamte Licht- und Kraftversorgung OberhessenS in Frage ge­stellt. Die Arbeiterschaft erflärte sich auch nicht bereit, die für lebenswichtige Betriebe unbe­dingt erforderliche Kraft zu erzeugen, d. h. Notstandsarbeiten zu leisten. Die hessische Re­gierung hat deshalb tm Interesse der öffent­lichen Sicherheit und Wohlfahtt dem Einsetzen der Technischen Rothllfe stattgegeben, nachdem ihre erneuten Bemühungen, die Arbeiterschaft zur Beendigung des Ausstandes zu bewegen, fehlgeschlagen waren. Die Technische Rothilfe wird daher am Montag früh mit 130 Rot­helfern eingreifen.

** 3 m Etadttheater gelangte am Samstag daS Märchenspiel «Der Frosch- k ö n i g" von Robert Dürkner zur Aufführung, von Karl Volck als Spielleiter .mit bestem Gelingen betreut. Dem Verfasser ist es recht gut geglückt, die Märchenstimmung festzuhalten, wozu er durch Einlage vertrauter Volkslieder wesentlich beiträgt. Die Darsteller gaben sich red­lichste Mühe und fanden ein dankbares Publikum. Zu nennen sind besonders das Prinzestchen Cläre Türks, Willi Simmet als Froschkönig und

der btoDt Eiserne Hetnnw Heinz Vech ftetnS, die im Bunde mit Paul 22 c 5 n e r t, Karl Volck. Philipp Krebs, Elsbeth V o l l m a r and Luise Ramme! frohe Kinderherzen entzückten. Oskar Feigel wirkte mit feinem Veritändn.s als An­sager mit

Gestohlen wurden aus den Vor­plätzen eines hiesigen ßcbnnfttrutd 6 Herren- Überzieher, darunter zwei Covercoats, ein brauner ®ummtmaniel. ein schwarzer und ein brauner Ueberzieher und em dunkelbrauner Paletot. Dor Ankauf wiro gewarnt.

Bornoti^cn.

Tageskaler.5er für Montag: Astotta-Lichtspiele, ab heute bis einschliebllch MittwochDer Todes I . ef und..Entfestelte Menschen". Licht sptt! >_ Dahnhvfstrahe, ab heute bis rinjch. >. ch MittwochDer Abenteurer von Paris*" u.J)Moral".

Aus dem Sta ' bester- bureau. Allen, die her ch lachc.r wollen, kann der Besuch des zetta.mästen Schwankes ,.B S r 1 e n f t e b e r", oc i seiner Erstauf­führung mit großem II aufgenor.imen

wurde, bei der morgigen W Überholung bestens empfohlen werden.

Der Oberheffische Geschichts­verein bat durch Anzeige in voriger Rümmer zu einer dritten Winterveranstaltung cingeladen auf Dienstag, 13. D^rmber, abends ? Llhr, im Hörsaal des Physllalt chen Instituts der Uni- dersität (Eingang Stepha:.strahe). Dr. We­ber. Pttvatdv^cnt für Forstwissenschaft an der Lubov.ciana, wird zunächst die Geschichte unserer herrlichen oberhessischen Wal­dungen darstellen, ein Thema, das besonders RellvrlleS gerade unS Ob 2t Hessen zu sagen haben wirb, die wir den Forste -ii.erer Heimat soviel an Stimmungswerten u:.b äußerem Gewinne zu verdanken haben. Ferner wird uns der Red­ner über die Ausbildu g und Vervolllommnung einer geregelten Forstwirtschaft unterrich­ten und im Zusammen ng: damit uns mit den Persönlichkeiten der bedcutt.nd 'en Vertreter der Fvrstwirtschaftslehre bekanm- machen, von denen ja Rame.r wie Heyer, Hundes­hagen, Heh u. a. in ben !. testen Kreisen Ver- cbiu.-y gerne'en. 3n eichen Lichtbil­dern werden Waldtat!Waldansichten, be- rnerlenswerte Däume und lhc Porträte der gro­ben Förderer de» ober ' Yen Forstwesens vor- grsühtt werden. Anschließend an diesen Vor­trag wird im Rahmen der .Kleinen Mit­teilungen" Professor Dr. Roe scheu aus Laubach des 300. Jahrestages des Treffens bei Stutcif in Oberhrsseu gedeulr.:, des bedeuterrd- ften Gefechtes, das auf dem Boden unserer Pro- rinz ftattgefunden hat. Er wird den Hergang des Tressens auf Grund neuer archivalischer Untersuchungen schildern und eine alte Sage nachweisen, die auf die'eS Ereignis Bezug nimmt -- Die Veranstaltung ist öffentlich und unentgelt- iich zugängllch.

Der Alice-Frauenverein hat unter den vielen Zweigen seiner Tätigkeit auch eine Abteilung für Studentenhilfe und macht auf die am nächsten Donnerstag im Katholische Vcr- emshauS fiattfindende Adendseier besonders auf­merksam. Für geringen Preis (5 Mark) wird etwas wirklich Eigenartiges geb. ter., und jeder, der hingebt, trägt zuc Llnterstützung des un­teren Studenten so nötigen Studentenheims ein Teilchen bet

Kreis Friedberg.

Friedberg, 11. Dez. Seit Freitag sind Die Belegschaften der staat­lichen Gruben in Wölfersheim wegen Lohnforderung in den Ausstand ge­treten und somit die elekttische Zentrale außer Betrieb gesetzt. Rnserc Provinz ist also, so­weit sic von dieser Steile abhängig ist. .'ohne Licht. Daß ein derartiger Zustand gerade jetzt bei den ohnehin trüben und kurzen Tagen äußerst störend ist, unterliegt toobl keinem Zweifel: besonders für die Eisenbahn, die Post, die Geschäftsleute, und am meisten wohl für die Krankenhäuser ist er geradezu unhaltbar; muhten doch in dem städttschen Krankenhaus« Operattonen bei Kerzenlicht vorgenommen werden. SS ist also dringend zu wünschen, bah

die Verhandlungen baldigst zu entern befrte- digenden Abschluß kommen. Zur Feier des 50jährigen Bestehens der ^Deut­schen Lebrervereins fand heute in der Aula der Augustiners ule eine sehr gm be- suchte Lehrerveriannn^ng statt, bet der Leh­rer Möller von Frankfutt a. M. einen Vottrag über die geschichtliche Entwicklung deS Vereins hiell. Mit Unterstützung des diesigen GeschichtS- unb Altettu svereins fin­det in diesem Monate ein Zhklus kuu st- geschichtlicher Vorträge statt; der erste von Dr. Meher-Ba rkhausen über Alte Kirchen in Hellen^ mit besonderer Be­rücksichtigung der Fttedberger Siebfraucn- kirche, bet durch zahlreiche Lichtbild« be­sonderen Wert bekam, vereinte eine zahl­reiche Zuhörerschaft in her Turnhalle oer Augusttnerfchule.

Ltarkcnburg und Arheinhesie».

mza. Mainz, 10. Dez. Jugendliche Strahenräuber. Zwei junge Burschen aus Kostheim batte- auf der Straße nach Hochheim von einen- Frachtsuhrwerk zwei Ge­päckstücke gestohlen. Der Fuhrmann wurde noch rechtzeitig auf den Diebstahl aufmerksam und verfolgte die Diebe, worauf diese ihre Beute wegwarf en. Später gelang es, die beiden jugendlichen Sttahenräub« zu ermitteln. Sie gaben den Diebstahl zu. Eine Lehrerin aus Dierstein stand gestern in der Augustiner­straße vor einem Schaufenster, an dem star­ker Andrang herrschte. Als sie behn Weiter­gehen nach ihrer Handtasche greifen wollte, die sie im Arm hängen hatte, war ^le ver­schwunden. Wahrscheinlich wurde der Riemen durchschnitten und die Tasche, in der sich Mn größerer Geldbetrag befand, auf diese Weise gestohlen. Gellern vormittag wurde durch ein junges Mädchen in dem Laden eines Trödlers in der Steingaffe eine goldene Da- menubr zum Verkaufe angeboren. Der Tröd­ler schöpfte Verdacht und ließ die Person feftnehmen. 3n dem Besitze des Mädchens wurden außerdem noch verschiedene werwvlle Scf.mu cf fachen sowie ein größerer Geldbetrag gefunden. Sie gab an, daß sie bei einer Fa­milie in Frankfurt stundenweise gearbeitet und die Sachen dabei geswhlen habe. Mit dem nächsten Zuge fuhr sie nach Mainz, um Hie aestohlencn Sachen zu veräußern, dann wollte sie weiter nach Koblenz reisen.

Hcsien-Nassau.

fpd. F r a n f f u r t a. M.. 11. Dez. Die tm Hause Brunnengasse 6 wohnende Gärtner- familte Johann Gackstätter, bestehend aus Vater, Mutter und Sttessohn, wurde am Samstag vormittag, als sie nicht zur ge­wohnten Stunde erschienen, von Hausbewoh­nern in ihrer Wohnung an Gasvergif­tung lebensgefährlicherkrankt auf­gefunden. Die Familie wurde dem Hellig- geifthospttal zugefuhrt. 06 ein Unfall vvr- liegt ober ob die Leute freiwillig aus dem Leben scheiden wollten, konnte noch nicht er­mittelt werden.

H Marburg, 11. Dez. Rachdem Ende der Woche erst die Reaierungsverfü- g u n g bett. dieRichtoffenhaltungder Läden an den beiden letzten Sonntagen vor Weihnachten hier bekannt wurde, begaben sich gestern drei Vertreter der hiesigen Kaufmann­schaft zur Regierung nach Kassel, um die Auf­hebung dieser Bestimmung fürMarburq au erwirken. Es wurde geltend gemacht, daß die Grunde, die für den Erlaß dieser Bestim­mung angeführt wurden, für Marburg und seine Geschäftswelt nicht zutteffen. Außerdem seien auch in den angrenzenden darmstädti­schen Otten die Geschäfte offen. Wie gestern in den Rachmittagsstunden von der Polizei bekanntgegeben wurde, istdemGesuch bet Kaufmannschaft stattgegeben wor­den.

Giehener Konzertverein.

Helge Lindberg (Frankfutt a.M): Bari­ton.Am Klavier: Prof. Trautmann.

Gießen, 11. Dez. 1921.

Helge Lindberg war unS alS Sänger, was tm September Zoseph Szigeti als Geiger war: eine klassische Erscheinung. Die begeisterten Worte, welche seinerzeit an dieser Stelle über den großen Geiger gefunden worden find, dürfen auch auf den großen Sänger übertragen werden. 3n der knappen Umrahmung dieses Liederabends hat er sich in den Herzen der Gictzener Musikfreunde ein Denkmal aere perennius errichtet. Der anfangs flarTc, späterhin stürmische, zuletzt wilde und ent- fejcltc Beifall wirb ihm darüber keinen Zweifel qelasten und hoffentlich den Vorsatz erweckt haben, seinerseits die neugewonnene rückhaltlos ergebene Cbemctnbc in der seiner wartenden Zukunft nicht zu vergessen.

Die Vorzüge des Sängers umspannen alles, was man sich in der GcsangskUnsi als wünschens­wert ausdenken mag: ein Organ von prachtvoller Klangsarbe, schmetternder steghaster Gewalt und <hifiex;tcr dynamischer Wandelbarkeit; eine mär­chenhafte Almungstechnik klare Aussprache: glänzende musikalische Durchöllbang und Beherr­schung der verwinkeltsten Probleme in Tonsin- düng und Rhythmik: durchglühter und überzeu­gender Vvttrag. Alles das zwang die Hörer in Bann, obwohl eine Indisposition zuweilen die Glätte des Organs dies vielleicht garnicht zum Rachteil der besonderen Stimmung der Russen­lieder und die Sicherheit der Intonierung um- schleiertr, auch mittels Unsicherheit über die Dor- iragSfvlge einige Unruhe stiftete. Solches tvr- ^eicpnet der EhroniN, während der Lauschende sich zu einer irgendtvie erheblichen Trübung des feltenen Kunstgenusses nicht bekennen kann.

Wie andererseits Prof Trautmann über alle Hindernisse deS Abends hinweg die nervene sböp- fenbe Ausgabe der überaus schwierigen Klavier- ' ealeitung zu nehmen und zu bewältigen wußte, bteibt sein Geheimnis Gin nicht bis ins letzte durchgebilbeter unb jeden Augenblick über den ge­samten pianistischen Apparat verfügender Musiker würde in gleicher Lage die Waffen an die Wand gestellt haben. Rur bat hervorragende unvertret­bare Können Trautmanns, hat hier dgs Erklingen

der auSgewählten Lieber überhaupt ermöglicht, unb ein wesentlicher Teil des Dankes war daher tbm geschuldet. Hinzu tritt uns das beruhigende 'Setoufitfein: Sollte Helge Lindberg das Gießener Publikum vergessen, so wird er doch den Gießener Begleiter nicht vergessen und wiederkehren I

Der Abend begann mit 3 Arien von Händel. Voran ein herrliches Largo, Dankgebet für Er­rettung Israels auS der Hand der Aegypter: hernach ein reizendes Liebeslied aus Atalanta, besten Pianissimr und langgehaltenen Schluhton der Sanger aus dem Zauberland geholt hatte: zum Schluß .Rymphen, Faune" aus einer welt­lichen Kantate, eine Arie von sprudelnder Fttsche, deren musikalischer Grundgedanke später von Mendelssohn in einem seiner schönsten Symphvniesähe ausgenommen und verarbeitet worden isr. Unendliches Sütter waltete in dem ZylluS ^Lieder und Tänze des Todes" des Russen Mussorgsky. Zwei schauerlich? Wiegenlieder, das erste einem tm Schneesturm erliegenden Bäuerlein, das zweite einem kranken, dem Mutterarm ent­gleitenden Kindlein gesungen, ftreiften hart die Grenze des seelisch Erträglichen, haben aber ge­nügenden musikalischen Inhalt, Liniensührung und Schmuck, um sich halten zu können. DaS .Ständ­chen". der Tod vor dem Fenster eines in LebenS- burft mit der Krankheit ringenden Iungmädchens, scholl dagegen gar zu eintönig, um recht zu wirken Heroisch unb bedingungslos packend trat der . Feldherr" auf. der Tod alS Heerschauer in der auss Schlachtfeld gesunkenen Rächt. Diese Lieder, der Hinneigung der Russenseelc zur heulenden Verzweiflung entsprossen, sind keine wesent­liche Bereicherung des deutschen MusillebenS. wohl allerdings sehr geeignet, unbetmlicb- fuggeftioe Kraft der Lindbergschen Vor- tragskunsl zu entfalten. Als Dritter Iim Hugo Wolf mit 4 Liedern aus dem Spanilhen Lieder­buch, musikalisch und gemüllich voll auSgeschöpit. Indes das Schlußlied .Herz, verzage nicht ge­schwind", zog Lindbergs vcblunn auf eine Stufe, über welch? uns bk ganze Er st;«: nun; dieses Künstlers bereits hinansgewrchsen au sein scheint ©eine Fähigkeit zum Erhabenen tollt« sich nut noch die höchsien Ziele stechen. Zuc Gestattung des Tragischen, auch des D aultgen und VemichiLnden sinden sied unter Schuberts seltener gehörten Wer­ken Stoffe in Hülle und Fülle. Unb daß .di«

Weiber Weiber sind", sollte Geringeren zu ver­künden überlassen bleiben. Es war gut und Ix;- freiend, als Lindberg ein tief er Wert desselben Komprnisien, den stets verjüngten .Gesang Wey- laS", nachfügte. Endlich liev Geseiette sich bewegen, das Danllted Israels zum größten Teile zu wiederholen. Alle Spuren der Indisposition waren inzwischen gewichen und di« wundervolle Farbe uitb Gewalt der Stimme erstrahlte zum Abschied im vollen blendenden Glanze. Fl H.

Oberhesstscher Kunstverein.

Gießen. 10. Dezember 1921.

Auch auf der derzeitigen Ausstellung sind, wie bei der vorigen, Landschaften di« Träger der stärksten Eindrücke. Und wie dort AltheimS ve.haltene Stimmungen alles andere hinter sich ließen, sind eS dieses Mal die still-beleoten Aus­schnitte aus der Eigenart des Weftetw<itdes. die I. M a n s k o p s - D ubhaufen bittet. Auch wer den Westerwald nicht kennt, wird immer wieder in den Dann dieser Raturschilderungen gezogen, die auch, ganz abgesehen von ihrer magisch we­benden Beseeltheit, durch den Reri eigenartiger sicherer Technik wirken (Westerwaloheive, Wafd- wiese, Mondfchcinlandschaft.)

Auf ganz anderen inhaltlichen und techni­schen Voraussetzungen beruhen die Eindrücke, die R. Kaiser- München vermittelt, der ja hier fein Fremder mehr ist. Anregend und zum Verweilen einladend sind die Pastellstudien von 2. Mar­tin- Alsseld Dur dürsten sie nicht so gedrängt Lusammenhüngen. daß sie sich gegenseitig stören In der umfangreichen Kollektion, die W. Wil t- getobt- Dillenburg geschickt hat. steht neben Feinem doch auch manches weniger Gelungene i<5)i etfen ft ein. Mondnacht» Bon L 5 r i e »-Orten- berg sei als besonders erfreulich eine große Vogrisbergstimnurng genannt von 3. Eimer- Dannstadt neben einem Heben Märchenbild (Entenreiter) eine Heine feine Landschaft Bei Groß-Eichen), bk Aquarelle von Fr Linck- Darmstadt und O. Popp- Hlldeshrim. die beide zahlreich vertreten sind, muten bei aller 5 reff- lichkci i deS Technifchrn doch etwas erkältend an Schöne Qualität bef onderS als Malerei, sind die toeibenben Küh: von X Cübede- Giert.

Richt ohne Reiz, aber auch nicht stark ist F. S ta 11 le t - München in seinem Küchen­

interieur unb G 3. Buchner-München bi seinem .Bauernstilleben". Schwach dagegen sind die beiden Bilder von E. Ritter- Karlsruhe (Garmen; Im Schmuck der Perlen) trotz ihrem ansprucksvollen Format. Ser Geist F 2. von Kaulbachs läßt sich doch wohl nicht so einsa^ bannen. Schwach ist auch die .Krru,ziguna", die H Eichrodt- Karlsruhe neben einem eindrucks­vollen FrauenblldniS (.Erwartung") ausstellt Bezeichnens ist ein näherer Vergleich der beiden Werke auch in anderer Hinsicht Die .Grwartuna", großzügig unb monumental, entstand 1910. Sie .Kreuzigung" (man kann dabei an Vllder eftna von K. Gaspar, die aber bedeutend stärker sind, denken) ist von 1919. Man wird vor ihr das Gefühl nicht loS. einem Experiment gegenüberz»- stehen

Auch Frauen sind dieses Mal in gröberet Anzahl vertreten Sie zeigen säst nur Still eben, und auch andere Stoffe werden unter ihrer Hand unversehens ein solches. Clara Herzog -ötult- gart und Dora Willger vdi - Dlllenvura bie­ten Blumenstücke, die letztere auch eine Schwäl- merin. die aber wenig überzeugend dasteht Der ..Ausblick' und die Dome .tm Morgen kitt de" von Emilie von Ha l 1 a va n a a »München sind öitlleben wie das .Studentensiandchen" mit seinen reizvollen Lichtvroblemen von Olga Hassel- mann-Kurtz, unb daS sehr wenig ausaegllcheae .Mobell im Atelier" derselben Künstlerin, deren Begabung doch wo anders liegt Außerdem sind noch Helene Oncken-Gießen und Ottilie K owarzik-Gießen vertreten.

Einen Platz für sich nimmt F 3 ü 11 n er Wolfenbüttel mit heiteren und geschickten Kari­katuren ein.

Die graphische Sammlung, die der Bund zeichnender Künstler Deutschlands rt 'ammengestellt hat. ist bet aller Qualität ba Technik und Güte des Inhalts nicht viel mehr als guter Durchschnitt. Außerhalb deS Bundes steht W. K u f i 11 i ch - Mainz mit einer Reihe von Skizzen und G. 3 <r dDresden mit seinen be­kannten Radierungen. Der Holzschnitt fey aüch dieses Ma! leider wieder Mit seiner etwas nachdrücklicheren Pflege könnte sich der Ober- hessikche ÄunftDtrrin zu seinen bisherigen Verdien ften cht neues ertDcroen. W.