Ausgabe 
12.7.1921
 
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i heitsibeal des Klassizismus der ersten Jahrzehnte | Der gesamt« I des vergangenen Jahrhunderts. Seiner Q3orftel- Stelluna ut

:en Wietzener Beamtens cyafr erneut

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Gegensatz beider Epochen versöhnte sich in der

ist dringend zu wünschen, dah die Alliierten

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Personalnachrichten. am 6. Juli der ordentliche

durch daß ausgedö-rte ilnter- an geschlagenem Holze großen

bolz und richteten Schaden an.

** Amtl. Ernannt wurde Professor des

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** Der Halt in Dutenhofen wird ab Montag den 1. A u g u st bei der Trieb­wagenfahrt 423 (TB), Dutenhofen an 7.47, ab 7.48 dorm., aufgehoben. Reisende aus Rich­tung Limburg (2.) für Dutenhofen gehen in Wetzlar auf den unmittelbar nachfahrenden Personenzug 644, Dutenhofen an 7.53 Dorrn., über.

Bevölkerung gelangt zur Ausgab?. Es können aus die Zvckermarken 199, 200 und 201 je 250 Gramm =» 750 Gramm Zucker bezogen werden. Mit Ad- laus des 31. Juli d. Is. verlieren die Marten

setzten Gebiet über die ungeheueren Ein- quartierungslasten laut. Auf < reichen großen Gehöften, die zum Teil jarim > seit Wochen 3400 Mann Einquartierung j haben, werden oft selbst der zur Landwirtschaft: benutzte Hausrat, die für die Betriebe be­nötigten Räume, ja selbst die Weideflächen für die Zwecke der Besatzungstruppen in An­spruch genommen. Roch unerträglicher wird

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Bei Zernikow in Mecklenburg geriet, ben- salls ein großes Waldstück in Brand. Die Flammen drangen

. .. Maschinenbaufaches an der Technischen Hochschule Breslau Wilhelm Wagenbach zu Breslau zum ordentlichen Professor des Maschinenbaufaches an der Technischen Hochschule zu Darmstadt mit Wir­kung vom 1. Oktober 1921 an.

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Für den Wiederaufbau in Frani- reich, Belgien und Italien soll die Lieferung von Schwell en, Telegraphenstangen. Schnittholz, Rundholz v'ig v?n w rdcn. Die Verdingungsunterlagen stnd bei dem Lankes­auflragsamt einzusehen und können von dort be­zogen werden. Die Angebote find In doppelter Ausfertigung, verschlossen und mit der borge- schriebenen Aufschrift. bis zum 15. Juki 1921. vormittags 10 Uhr, an daS LandeSaustragsamt einzureichen, in deren Bereich die Abgangsstation liegt. Angebote auf Hotz, für das die Qualitäts' abnahme im Auslande ftaftfinben sM, stnd un- mitf?fbar an das Reichskommipariat Berlin W 9, Potsdamer Strafe 10 11, ci z s nden. Zuschlag-- frist biS z-im 23. August 1921.

D i e Ferien des Krelsausschusses. Der Kce-sauSschuß hält während der Zeit Vom 15. Juli bis 15. September Ferien. Während der Ferien können nur besonders schleunige Sachen zur Berhandlung kommen. Auf den Lauf der gesetz­lichen Fristen sind die Ferien ohne Einfluß.

Zuckerverbrauchsregelung Die füi den Monat Juli 1921 zustehende 3u(fcmenge in Höhe von 750 Gramm aus den Kops der ßanb-

una genommen werden.

Reichsbanknoten zu 50 Marl vom 30. Rovember 1918 haben aus Grund der Berordnung vom 27. Dezember 1920 iR.G.Bl. Seite 2318) ihre Eigenschaft als gesetzliches Zah­lungsmittel bereits seit dem 31. Januar 1921 ver­loren. Sie werden nur noch bis zum 31. (3ult 1921 von der Reichsbant eingelöst, für die mit diesem Zeitpunkt jede EinlösungSvflichl endet. Die Besitzer solcher Roten werden in ihrem eigenen Interesse erneut an deren rechtzeitige Ablieferung erinnert.

seit 1870 entwickelt hat und heute eine bedeutende Einnahmequelle für Behörden, Gemeinden und Private geworden ist. Es gab in den 70er Jahren wenige Sorten, 1876 zerstörte ein Orkan viele Obslbäume und in dem berüchtigten strengen Win-

tiken Menschen vermochte die Kunst des vierten Jahrhunderts, namentlich in den attischen Grab­reliefs, die gleiche Wärme und Innigkeit wie die ersten Werke des Mittelalters mit einem ge­ringeren Aufwand an äußeren Gesten zu er­reichen. Die Kunst des Praxiteles bedeutet einen Höhepunkt sinnlicher und zugleich durchgeistigter und beseelter Schönheit. In der Epoche des Helle­nismus steigert sich der Ausdruck des Gefühls zu stärkster Leidenschaft und barockem Pathos. In den letzten Jahrhunderten der Antike entwickelt sich eine neue Kunst, die die Formen der Wirk­lichkeit zugunsten des Ausdrucks, des Gefühl? und der Idee vergewaltigt und damit die Kunst des Mittelalters begründet. Diese Entwicklung ist in­nerlich dem Expressionismus der ©egentoTt nächst­verwandt, aber ©Stoffe auf die Zukunst lassen sich aus dieser- Parallele nicht ziehen, da die wirt­schaftlichen und geistigen Grundlagen, aus der das Mittelalter entstand, von der Kultur der Gegen­wart verschieden sind. Dagegen hat der moderne Expressionismus Kräfte der Phantasie und der Idee neu geweckt, mit deren Hilfe wir das wahre Wesen der Antike begreifen können, indem wir die gehaltene Sprache ihrer Gebärde verstehen ler­nen und zu der Form und die Farbigkeit die Skulptur und damit auch die Beseeltheit des Auges ergänzen. Entscheidung unseres freien Wollens ist es, ob eine Welt der Schönheit uns ein verschlos­senes Paradies fein oder uns beseligen soll.

Vorsicht bei der Herstellnnq von Obft- marinelnden und Obstweinen.

Trotz wiederholter Warnungen an dieser Stelle, so schreibt uns das Chemische Unter» suchunqsamt, gibt es immer noch Leute, die zum Ginkochen von Marmelade, Musen und Bereitung von Obstweinen verzinkteKessel und Eimer benutzen. Die in dem Obst enthal­tenen Sauren lösen das Zink der Behälter auf und das Obst nimmt einen unangenehmen, kratzenden Geschmack an und kann bei Ge­nuß Gesundheitsfchadigungen verursachen. Bor dem Gebrauch verzinkter @imer und Kessel wird nochmals gewarnt.

Einschränkung des Wasserverbrauchs.

Der Wasserverbrauch hat in den letzten Tagen noch weiter sehr stark zugenommen, so daß das Wasserwerk nicht mehr in der Lage ist, die erforderlichen Wassermengen zu be­schaffen. Falls die Wasserentnahme in dem­selben Umfang wie bisher fortgesetzt wird, muh eine zeitweise Sperrung der Wasser- znfuhr eintreten. Bis auf weiteres ist die Entnahme von Wasser zum Speisen von Springbrunnen, Besprengen von Garten und Bürgersteigen sowie zu gewerblichen und land­wirtschaftlichen Zwecken verboten.

Wettervoraussage

für Mittwoche

Vorwiegend heiter, trocken, warm, nachts MH- ler, nördliche Winde.

Heber England ist ein neues Hoch erschienen o daß mit Fortdauer der trockenen Witteruna gerechnet werden muh. Die Höchsttemperatur in Gießen betrug gestern 35 Grad Celsius im Schat­ten, in Darmstadt 34 Grad, in Lauterbach 33 Grad. Rachts : in Gießen 16 Grad, in Darm- tadt 19 Grad, in Lauterbach 13 Grad.

Die europäische Hitzwelle.

In Berlin wurde gestern eine Höchst­temperatur von 33 Grad Celsius im Schallen estgestellt.

Wie der Lokalanzeiger ans Rotterdam meldet, sind infolge der gewaltigen Hitze und Trockenheit in H o l l a n d große Wald brande ausgebrochen. Bei Tilburg brannten 70 Hektar Wald nieder. Ach in der Provinz Rordbraba.it und an der holländisch-belgischen Grenze wüten große Waldbrände.

endlich mit der Rückbeförderung der Truppen, für deren Anwesenheit kein Grund mehr vor­liegt, beginnen.

DaS gefährliche deutsche Lied.

Frankfurt a. 1, 11. Juli. Einem Frankfurter Mittagsblatt wird aus Caub be­richtet : Der Kapitän desDampfersHin- denburg der Köln-Düsseldorf-Gejellschaft wurde kürzlich von den Franzosen in Mainz verhaftet, weil er es nicht ver­hindert hatte, daß die Passagiere seines Schif­fes am Tage der deutschen Sonnen­wendfeier in Caub u. a. das Lied sangen: Sie sollen ihn nicht haben, Den freien deutschen Rhein." Einen für uns Deutsche ziemlich lächerlichen Beige­schmack erfuhr die Angelegenheit noch da­durch chah sich an Bord des Schiffes ein f r a n- zösischer Oberst befand, der gerade beim Essen war und vor Wut feinen Teller samt Essen und Besteck in den Rhein schleuderte. Die Unabhängigen für dir Zerreißung des

Versailler Vertrages.

Wiesbaden,11. Juli. In Wiesbaden sprachen am Samstag ungestört von der Be­satzungsbehörde auf Veranlassung der Un­abhängigen Sozialdemokraten in dem Meeting der internationalen Arbeiterschaft sozialisti­scher Parteien die Arbeiterführer Wall- h o a d (England), Grimm (Schweiz), und bie Frau Abg. Wurm (Deutschland). Besonders stark war der Beifall, als die letztere die Zer­reißung des Versailler Vertrages verlangte und die Politik der Sanktionen kräf­tig bekämpfte. Die Wiedergutmachung in Frankreich soll, wie sie ausführte, durch Zu­sammenschluß der Arbeiter gefördert werden und nicht im Dienste des Kapitalismus. Die Versammlung wurde mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschloffen.

Iug, der bereits 11.17 Uhr in Grüuberg a \- tommt. Trafen früher die Briefsachen erst spät abends nach Postschluß in Grünberg ein, f° haß sie erst am folgenden Tag ausgetraqen wurden, so können nun die Brieffachen schon am selben Tage in die Hande der Empfänger gelangen; allerdings müssen die von Laubach mit dem Morgenzug abgehenden Briefe ent­weder vor der 7-Uhr°Leerung der Briefkästen oder vor Abgang der Post im Post- bzw. Dahnbriefkasten etngeworfen werden.

* Kurze Rachrichten auS Hesse, und den Rachbar st aalen. In Laubach hat Frau Dausekretär Seih ihr Anwesen in der Bahnhofstraße an den Zigarrenfabrikanten Philipp Repp für 50 000 Ml. verkauft. - In Orien­te r g hatte das von Kapellmeister Ackermann ver­anstaltete Wohltätigkeitskonzert einen außer­ordentlichen künstlerischen Erfolg. Durch einen Jäger auf dem Anstand erschossen wurde der 46jährige Landwirt Vlumenstein aus Spangenberg in Kuryefsen. Auf dem Rachhauleweg von einem Rachbardorfe trat er unglücklicherweise in die Schußrichtung, als der Jäger gerade nach einem Fuchs feuerte. Der Getroffene war sofort tot. In Dutenhofen (Wetzlar) wurde infolge der großen Trockenheit und Dürre am Sonntag nach­mittag eine große Wiesenfläche an der Lahn durch Feuer zerstört.

Landwirtschaft.

** Der Kreis-Obst- und Garten­bau de rein für den Kreis Gießen hielt am Sonntag im Hotel Schütz seine diesjährige Haupt­versammlung ab. Ober-Regierungsrat Welcker begrüßte die Mitglieder. Rechner und Schrift­führer Lehrer Decker erftattete den Jahres- belicht für 1920, die Einnahmen Betrugen 2527 Mark, die Ausgaben 1692 Mark. Der Vor­anschlag für 1921 zeigt eine Vermehrung bet Ausgaben durch Zuweisungen an die OrtSver- eine zu Dortragen und praktischen Vorführungen.« Es sollen 20 Vorträge gehalten werden. 8 im Sommer und 12 im Winter. Die Versammlungen sollen hauptsächlich an der Außengrenze des Krei­ses, Drünberg, Hunden und Londorf, gehalten werden, um hier Anregungen zu geben. Von einer 0 b ft au sstellung soll für tiefes Jahr Abstand genommen werben, ba die Obsternte schlecht ausfällt. Falls aber seitens der Land- wi'-f chaftskammer ejne Beteiligung an bet Land­wirtschaftlichen Ausstellung in Schotten ge­wünscht wirb, soll dies geschehen. Kreisamis- gchilfe Hapvel würbe zum Rechner und Gchrift- fühier gewählt. Von größtem Interesse war der Vortrag des Kreisvbstbaulechnikers H e b e - rer - Heuchelheim überD e r Obstbau in den lebten fünf jia 3ab re n". Er gab ein deut­liches Bild, tote sich der Obstbau im Kreise Gießen

Die Hochschulgesellfchaft hielt am 10. Juli ihre Hauptversammlung ab. Wir berichten heute über die Festsitzung: einen Bericht über die Gefchäfts- sitzuna werden wir demnächst nachfolaen lassen. In der Festsitzung sprach Prof Dr. G. Roden- w a I b t, der Vertreter der Archäologie an un­serer üniberfität, über denAu sdrucksgeha l t der antiken Plastik', alnterstützt bon zahl­reichen Lichtbildern führte er etwa folgendes aus Die heute berbrettetc Anschauung bon dem

Aus Stöbt und Land.

Gießen, den 12. Juli 1921.

DerFriedensvertrag" von Versailles.

Wer weiß etwas bon- ihm'c Millionen Deutscher, ob arm, ob reich, groß oder klein, seufzen tagtäglich unter feinen Lasten und Wir­kungen und find sich dessen gar nicht bewußt. Sie alle suchen instinktiv die Wurze^ des ilebelö, wo der Hebel zur Desserung anzusehen sei, und finden es Nicht.

In dankenswerter Weise hat es die hiesige Handelskammer übernommen, den Bür­gern unserer Stadt den Weg zu zeigen. Wer hätte Zeit oder Geduld genug, die mehreren Hun­den Sellen dieses Schanddokuments burchzustu- dieren, und selbst wenn, dann fehft die An­schauung, sich den Wahnsinn seines Inhaltes klar zu machen.

In der zur Zeit in dem schmucken Gebäude der Handelskammer, Lonystraße 7, täglich geöff­neten A u s st e l l u n g ist dieses Anschauungs­material in reicher Fülle geboten, und niemand sollte es versäumen. diese Zahlen und Bilder dort in sein Gehirn und sein Herz einzuhämmern. In erschütternder Klarheit wird uns hier durch Bild und Wort bor Augen geführt, welche ber- nichtenden Wirkungen der Vertrag aus unser ge­samtes Wirtschaftsleben, auf Handel und Ver­kehr, auf Industrie und Landwirtschaft und auf unsere ohnehin schon zerrütteten Finanzen aus­übt. Memelgebiet, Danzin, Westpreuven, Posen, Oberschlesien Hulbschiner Land, Elsa' -ßotbtngen, Saargebiet, ® >pen»Malme^h, Sch eZwig, al es ur« deutsche Gebiete, unter deutscher Herrschaft zu üppigster Blüte gebracht, darunter G biete. d e schlechthin unsere Lebensnerben darstellen alles berlorcn, geia bt. D e Äc knien, b scheiden im Vergleich zu dem Besitz des ländergierigen Eng­land, durch deutschen Fleiß und deutsche Tat­kraft aufs beste bewirtschafket. Handelsflotte, Welt- berkehr, Kabel, (Sh- unb Ausfuhrhandel, Heer, Marine und Luftflotte, alles gestohlen, zertrüm­mert, bernichtet. Schamloseste finanzielle Aus­beutung, MiDarden und nochmals Milliarden, so klingt's ständig ans Ohr. Die stolzen ur- deutschen Ströme unter fremder Kontrolle, 15 Mil- lionen gute Deutsche unter grausamer' Fremd­herrschaft, der Rest entrechtet das ist der »Friedens"-Vertrags

Rüchteme Bilder unb Zahlen zeigen sich dem Beschauer, aber erschüttert verläßt et bi> Aus­stellung. Ei-gehämmert muß eS jedem Erwach­senen und jedem Kind werden, daß einst eia einziger lauter Ruf einmütig durch die deutschen Lande braust und unseren Feinden mächtig tn Obr und Gewis'en dringt: »Revision des Ver­trages von Versailles!"

Eichener Hochschnlqesellschast.

Aus dem besetzten Gebiet. , -------

Die leibende Landwirtschaft im besetzten j lang von der antiken'Kunst "als "Verwirklichung Gebiet. j leidenschaftsloser, kalter Schönheit wirb von der

Frankfurt a. M., 11. Juli. Lebhafte journalistischen Aestbetik der Gegenwart die Kunst Klagen werden von den Landwirten im be-1 o-LeIaJ^rf urt° ?er Gegenwart als Ausdruck

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876 zerstörte ein Orkan viele dem berüchtigten strengen Win­ter 1879 auf 1880 erfror etwa ein Drittel aller

von Leidenschaft, Warme und Innigkeit gegen- izrhf- übergeftellt. Es fragt sich, ob dieser Gegensatz zu 5 , besteht. Die archaische Kunst der Griechen scyvn hat gegenüber der Kunst Aegyptens und des Orients zum erstenmal den Menschen beseelt. Das archaisch? Lächeln ist der Ausdruck der Schöpfer- treude einer geistig und wirtschaftlich unvergleich­lich produktiven Epoche. Aus demselben Geiste, aus dem die griechische Tragödie entstand, erwuchs im Gegensatz zu der frohen Gesinnung jener Zeit eine Kunst, die wie der moderne Expressionismus nach

Alsfeld, 11. £Mi. In der Sleinfirst wurde nm Freitag die Leiche eines jungen Mannes ge­funden, der sich mit einer Mauserpistole eine Kugel In die Schlafe geschossen hatte. Da bei Tote Mjlitärkleidung trug, nimmt man an, daß eS ein entlassener Reicdswehtfoldat ist. Der Waffenrock trug die Rr. 11 des Artillerie-Regime nts in Mün­ster. Reben dem Toten lag auß?r der 'THaufer- vistole ein halber Kommislaib Die Leiche wurde in die hiesige Leichenhalle verbracht. Schwer verunglückt ist am Donne s'ag das 4iährige Söhnchen des Kanalarbellers Ri b'rjali Das Kind, das seinen beim Kanalbau beschäf­tigten Vater auftuchen wollte, kam dem Kanal- schacht zu nahe und stürzte in die Tiefe. Ein im Schacht liegender Pickel drang dem Kleinen in den Hals und verletzte ihn schwer. Der Iunae wurde in das hiesige Krankenhaus gebracht.

Kreis Schotten.

Neuregelung des Postverkehrs Laubach - (Brünberg.

f. Laubach, 9. Juli. Wie die Direktion unseres Postamts mitteilt, ist nunmehr eine unmittelbare Po st Verbindung zwi­schen Lau bach und Grün berg ge­schaffen worden. Jetzt ist es möglich, Post­sachen an demselben Tage noch nach Grün­berg gelangen zu lassen. Der von Saubach

Obst bäume, 1834 wurde laut Beschluß Begonnen, an den Kreisstraßen an Stelle der Pappeln, Eschen und anderer Wilbbäume Obstbäume zu pflanzen. Diese Anlagen wirkten vorbilbllch und eiferten die Landwirte an. Auch mancher Pfarrer, Lehrer und Bürgermeister gab in den Gemeinden An­regungen für bessere Sortenwahl unb Veredelung. Hier fei erinnert an die Gemeinde Lauter, das seinem damaligen Bürgermeister Feldmann viel verdankt. Heute stehen an den Kreisstraßen im Kreise Gießen 16500 Obstbaume, im ganzen zählt der Kreis rund 570 000 Obstbäume. Sie lieferten 1920 rund 410 400 Zentner Obst mit einem Wert? von rund 12-15 Millionen Mark, auf den Kreis entfielen 12 000 Zentner. Rühmend erwähnte der Redner die aufllärende Tätigkeit der Herren Prof. Reichelt und Techniker Metz von der Friedberger Obstbauschule, die in den 90er Jahren unb früher viel Anregung gegeben haben. Jetzt beginnt die Bahnbehörde, auch an Bahndämmen Obftbäume nnzupslanzen. In den Gcm inden g bt 's ncch manch W ft ngen, die durch Obstanlagen nutzbar gemacht werden könn­ten. Früher war daS Obst ein Luxusartikel, eit etwa 15 Jahren, besonders seit dem Kriege ist es ein Nahrungsmittel geworden, das keine Familie mehr entbehren will- Seit 1899 begann der Kreis, das Obst an den Straßen zum Teil selbst zu ernten und im Kreisamtskeller zu ver­kaufen: diese Reuei-ung wurde von den Gießener Bürgern mit Freuden begrüßt und ist eine stän­dige Einrichtung geworden. Für den <KiSgezeich- neten Vortrag dankte der Vorsitzende und fügte hinzu, daß die Kreisstraßenverwaltung tn den letzten 2030 Jahren an den Straßen eine muster­gültige Obstanlage geschaffen habe, die dem Kreise Hunderitausende von Mark ein bringe.

Aus dem AmLsverkündigungsLlatt.

' Das Amtsverk-ündiaungsblakf Rr. 99 vom 11. Juli enthalt: Ausführungsverord­nung zu dem Gesetz über die Regelung des Ver­kehrs mit Getreide. (Schluß.) Wiederaufbau: Lieferung von Schwellen, Telegraphenstangen usw. Urlaub der Lehrer und Ferien. - Ferien des Kreisausfchusses. Zuck?rverbrauchSregefU"g Feldbereinigungen Londorf, Stangenrod undTreis a. d. ßba.

= §r neue Äreüi Mrgemeisl des Kreiser aus der et feien) nc der 6tabtk lrgendeit, i grützen 3ti gunfl durch der non Lehrer sprach von Verwaltung festen 'M flflWge die ihre 5j ÄrSbildunj lichten, un imders zu Mtoren t vchulcat S W, fpro ^vlkßle tu le", k« letzten Schulmann fttduküve chabe bi Mcrem Mb.'bc l^e

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** Die Straßensperre der Schloß- 1 gasse ist wieder aufgehoben, da die Abbruchs- 1 arbeiten am Hause Schloßgafse Rr. 6 beendet sind.

**Ehemaligel68er. Wir wir hören, beabsichtigen die bereits schon seit langem in Offenbach a. M., Butzbach, Gießen, Grün- berg, Plettenberg und Schalksmühle gebil­deten Vereine ehern. Angehöriger I. R. 168 dieses Jahr das erste Mal eine größere all­gemeine Regimentsfeier zu veranstalten. Als Platz hierfür ist die ehemalige Garnison des 1. Batalllons, Butzbach (Oberhesseit), in Aus­sicht genommen. Die Feier selbst sott am Sonntag den 21. August, im Andenken an die Feuertaufe dieses Regiments am 22.Aug. 1914 in der Schlacht bei Reufchateau, statt- finden.

** Beginn der Entenjagdzeit. Im Monat Juli beginnt die Jagdzeit für März-, Schell-, Tafel-, Brand-, Losfet-, Knack- und Krick­enten. Für unsere hessische Heimat kommt eigent­lich nur die gewöhnliche Wildente (Märzente) in Betracht.

** Indem ArtikelE i n Besuch in Butzbach" haben sich einige Druckfehler einge­schlichen. Es muß heißen: Absatz 2 Zeile 4 von unten Philipp IV. (nicht VI.), Absatz 3 Zeile 3 von oben (2. Spalte) Schirn (statt Schirm), letzter Absatz Zeile 7 von oben ... mit Ver­ständnis zu erfüllen für die Werte . . .

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Handelskammer, 101 ülhr und 37 ilbr täg­lich Ausstellung: Der Friedensvertrag von Ver­sailles. Stadttheater, 7 ülhr. Die deut­schen Kleinstädter.

Pfarrer B r a u s e w e t t e r, der am Donnerstag hier spricht, ist weitesten Kreisen un­seres Volkes schon durch feine Romane bekannt Er hat unter anderemStirb und Werde",Zum Herrschen geboren" undIn Lebensfluten und Tatensturm" geschrieben. Da ihm weiterhin der Ruf eines bedeutenden Redners vorangeht, so ist der Besuch des Vortrags, der der Stärkung des Deutschtums im Osten dient, ganz besonders emp­fehlenswert. Karten bei Frees, Ferber und Ricker.

Landkreis Gießen.

-m. Hungen, 12. Juli. In einer nahe an der Horloff gelegenen Ba racke der Jung­vieh w e i d e Tiergarten brach gestern früh gegen 5 ülhr auf unaufgeklärte Weise Feuer aus. Der zur Unterbringung erkrankter Tiere dienende Holzbau brannte in kurzer Zeit vollstanbig nieder. Tiere befanden sich zur Zeit des Feuerausbruchs nicht in dem Raum, so daß nur ein Sachschaden von einigen tausend Mark entstand.

n. Lollar, 10. Juli. Auf Einladung des hiesigen GesangvereinsSängervereini- äung" gab der GesangvereinSängerrunde^- Mainq gestern abend im SaolbauZur Linde" ein Konzert. Die Chöre fanden großen Beifall. Besonderen Anklang fanden die Tenor-Solls des Herrn Graf-Mainz. Auch die Biolin-Soli des Herrn Schmidt-Mainz, eines Sohnes des früher auf dem hiesigen Postamts beschäftigten Briefträgers Schmidt, wurden mit großem Beifall aufgenommen. Der Humorist Brand-Mainz, ein Mitglied der Sängerrunde", trug fein Teil zur Verschöne­rung des Mends bei. Heute abend gibt die Sängerrunde in Mainzlar ein Konzert und setzt dann die Sängerfahrt nach Marburg weiter.

Kreis Büdingen.

- Selters, 12. Juli Unsere im Kriege abgeliefe'-te Kirchen glocke unb die ebenfalls abgeliefe le Prv^p k pfeifen 6er Orgel sollen auf einstimmigen Beschluß der betreffenden Körper­schaften unb mit einstimmigem Wunsch der Ge­meinde wieder erseht werden. Die Gemeinderate von Selters und Wippenbach beschlossen, die Mittel hierfür zu bewilligen, ja der hiesige Ge­meinderat bewilligte noch eine dritte Glocke, so daß unsere Gemeinde ein Geläut von echten Bronceglocken erhalten wirb

Kreis Alsfeld.

** Ortsklasse B. Die Ortsgruppe des Deutschen Beamtenbundes schreibt uns: Die am Dienstag voriger Woche in Berlin un­ter Teilnahme von Regierungs- und Beam- tenverirelern geführten Verhandlungen in der Ortsklassenfrage wurden auf Betreiben beson- derS einiger preußischen Provinzen auf die brei e Grunr I ge ei e rol fla di} neuen Ort - klasseneinteilung eingestellt, was zur Folge hatte, daß die andernfalls zweifellos erreichte Zusage der alsbaldigen Einreihung der Stadt Gießen in B nicht zu erhal- t e n war. Da jedoch die Durchführung dsrarli- ger Reformen erfahrungsgemäß mindestens

aus geuie Deroretieie -Lllchauung von dcm i Jahresfrist erfordert, sott in einer auf kom- etwas nach 10'Uhr abgehende Personenzua Wesen der antiken Kunst beruht auf drm Schön-1 menden Sonntao anberaumten Versammlung hat sofort Anschluß an den FuldaGießener1 ihre Gültigkeit

Vie durch die Einquartierung geschaffene Lage

bie Qpiiip nirf^t n^itfen Tie x«p . ,* ja das Brutale und Häßliche bar-

bie ßeute nickt wissen wo sie bu Fruchte stellte. Anders als in der Gegenwart verband sich

unterbringen sotten. Auch hier zeigt sich die diese Ausdruckskunst mit dem Naturalismus. Der schwere Schädigung der Gewaltmaßnahmen Gegensatz beider Epochen versöhnte sich in der der Entente besonders für die Ernährung der I religiösen Feierlichkeit der phidiasischen Kunst. In landwirtschaftlich arbeitenden Bevölkerung. Cs >^r Folgezeit übernahm die Malerei die Darftel- **'*-- * - -- ' ' * ------- j lung stärkster, momentaner Affekte, während

Runbskulptur unb Relief Themata von gehaltener, innerer Erregung wählte. Dank der stärkeren Aus- orucksfähigkeit der kultivierten Gebärbe bes an-