Ausgabe 
12.7.1921
 
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Druck und Verlag: yrükfl'sche Univ.-Vuch- und Steinbruderei R. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schuistrahe 7.

etnAutretcn, trwem in oen wuimiuw tt , v V i \ \

Deutschen Reiche l°«geri-n-n Teilen ebenlalls! Polin! in Sy^-N und L,l>e>°n nuszuiptechen^Ru,

Ordensschlosses.

fcing auf gefordert, für das Selb st be st im-! fönne

Nationale Gedenktage im deutschen Osten.

Nationalistische Reden in der französischen Kammer.

Die deutsch-französischen Wirt- schastsverhandlungen.

sei heute davon keine Rede. Die Verhandlungen würden jedenfalls beschleunigt werden. Voud)cur habe für eine sehr nahe Frist den Beginn der Wiederausbauarbeit in den zerstörten Gebieten an­gekündigt.

Stenge bic 2 ii)cn "'er D n uns bjer ff nen Trü er in Pomerellen und Danzig vor Augen führte. Er verlas eine Resolution in welcher die West- Preußen anläßlich des Abstimmungstages ihre Brüder im Reich ihrer Treue und Zuverlässig­keit versichern und dazu aufrufen, sie in dem schweren Kampf zu unterstützen. Die Botschafter-

Paris, 11. Juli. (WTB.) 3n der heutigen Bormittagssitzung der Kammer stand die Beratung eines Gesetzentwurfes auf der Tagesordnung, der Kredite für Syrien und Cilicien für das Budgetjahr 1921 verlangt. Abg. SouliS erklärt: Deutschland weih uns stark am Rhein. Es sucht uns in Syrien Schwierigkeiten zu schaffen. Die Trup­pen von Mustapha Kemal Pascha sind zum größten Teil von Deutschen b ef eh - I i g t Deshalb müsse man wachsam am Rhein bleiben. Bergessen wir es nicht, so sagte er toet- ter, dah jede Riederlage in Syrien auch eine Riederlage in Europa bedeutet.

Ministerpräsident B r i a n d erklärt in einer Zwischenbemerkung, es handele sich nur darum, zu wissen, ob Man mit den Türken Krieg führen will. So stelle sich die ganze Frage. 3m weiteren Verlaufe erklärte der Ministerpräsident seine Politik im Osten und fügt hinzu, dah wesentlich sei wie man sich in Syrien halten könne. Davon hänge die ganze französische Politik im nahen und fernen Osten ab.

3m toeteren Berlauf der Debatte schnitt als­dann der Abgeordnete F r i b o u r g die Frage ter Aburteilung der Kri,egsbeschuldig- t e n i n L e i p z i g an. Er sagte, man könne sich allerdings fragen, ob man die Lage des Mini­steriums Wirth verstärke oder schwäche, wenn man die Frage in der französischen Kammer an- schneide. Es fei zu befürchten, dah durch die skandalösen Entscheidungen des Reichsgerichts in Leipzig der Triumvh der Alldeutschen sicherge­stellt werde. Das Ministerium Wirth würde als­dann nur eine einfache Schutzwand fein, hinter der sich die Reaktion und der Militarismus ver­stecke. um aufs neue Borbereitungen zur Förde­rung des Weltkrieges zu treffen. Er forderte den Ministerpräsidenten auf, zu erklären, dah ange­sichts einer derartigen Haltung Deutschlands | Frankreich die Möglichkeit der Aufhebung

Der Ministerpräsident ergreift sofort das Wort, um sich nochmals über die französische

Aqrarnnruhen in Bulgarien.

Wien, 11. Juli. (WTB.) Die Mon- tagSblätter bringen aus Belgrad Rachrichten über in Sofia und einem Teil Bulga- rienS ausgebrochene Agrarunruhen. Vollständige Zensursperre herrsche in Sofia.

Aus Hessen.

Beschlösse de- Finanzausschusses.

Aus dem Reiche.

Hörsing.

Berlin, 11. Juli. (WTB.) Hörsing hat sein Mandat als Mitglied des p r e u h t - schen StaatSratS niedergelegt. An seine Stelle tritt Landrat AS e r g m a n n aus Kalbe.

wieder das Haupt erheben können. Dah das ge­schehen mnae. das walte Gott! Di° Ausführungen ' fanden lebhaften Beifall. Arn Schluh fang die Menge das Deutschlandlied.

Als fetter Redner sprach der Geschäftsführer des Bundes beirnattreuer Ostpreuhen Gro^-Ber- lins. Albert A u g u st i n. im Ramen des Reichs- Verbandes heimattreuer Ost- und Weftpreuhen. Alle auswärtigen Ostvreutzen im Reich fo führte er aus. stehen geschloffen hinter der Heimat und blicken bewegten Herzens zu 3bnen hinüber und feiern genau so wie Sie das Abstimmungsdank- feft. Mit dem Breuhenlied fchloh dann die er­hebende Feier, die in volkstümlichen Veranstal- tungen am Rachmittag und Abend ihren Aus- klang fand.

Marienburg. 11. Zull. (WTB.) Auch hier fand unter der Beteiligung der Bevölkerung des ganzen Abstimmungsgebi'tts eine Feier des Gedenktages der siegreichen Abstimmung vom 11. Zuli 1920 statt. Der Tag wurde eingeleitet durch die Frühster, woran alle Konfessionen unterschiedfns teilrmhmen. Geaen elf Uhr ver­sammelten sich tausende auf dem Markt, wo im Angesicht des alten Ordensschlosfes eine vater­ländische Kundgebung abgehalten wurde. Der Aegierunqspräsident Graf B a u & i f fi n war an» wesend. ferner die Vertreter bev yeftnatlichen deutschen Schutzverbände, der Berliner West- preuhenvercine, der Studentenschaft Danzigs und Königsbergs und der rheinisch-westfälischen Presse. Der erste Bürgermeister Pavilcik hielt eine Ansprache, die mit Bravorufen der Menge aufgenommen wurde. Hierauf touTbe der Grund­stein zu einem Abstimmungsdenkmal ge­legt. das einWahrzeichenderTreuedes Ostens fein soll. Auch der Regierungspräsident und die Vertreter der verschiedenen Vereine aus dem Reich und Osten wiesen auf die Bedeutung des Tages hin. Schliehlich sprach noch der Lan­desgerichtsrat Grohmann vom deutschen Ausschuh Marienwerder, der ber "crfammeUen

Hamburg, 11. Juli. (WTB.) Die Bürgerschaft der Stadt Hamburg stiftete aus einen Antrag des Senats 500 000 Mk. für das Oberschlesierhilfswerk. Die Sammlungen in Hamburg brachten außer dieser Stiftung bereits über 1 100 000 Mk.

Ministerpräs'derck Briand trägt bann von neuem den französischen Standpunkt in der ober- schlesischen Frage vor. Die französi che CR-gicrung halte sich nur an den Friedensvertrag. Die Tat­sachen scheinen zu Gunsten Polens zu sprechen. Es rnüsten schon zwingende Beweis gründe erbracht werden, um zu anderen Ergebnissen zu kommen. Die Verbandsmächte sind nur die Vertreter Der Gerechtigkeit. Sie wollen nichts anderes als- die ehrliche und genaue Durchführung der Bestim­mungen des Friedensvertrages, die Die Abuim- mung nach Gemeinden voriah unter gerechter Be- rücksichtigung der geograph schen und wirtschaft­lichen Verhältnisse. Es müssen nun Vorftchtsmatz- nahmen ergriffen werden. Run gut, wir werden sie ergreifen. Briand geht dann nochmals zur Aburteilung der Kriegsbeschuldigten über und hebt hervor, dah die Frage im Ultimatum besonders erwähnt wurde. Deutschland tat so, als wolle es die Olburteilung vornehmen. Die französische Regierung mutzte zu ihrem Be­dauern feststellen. datz die Anwesenheit der fran­zösischen Abordnung in Leipzig vollkommen zweck- los war da es sich doch nur um ein Theater st ück (!!) handelt.

3um Schlutz fasste Briand die gegenwärtige Autzenpolitik nochmals kurz zusammen und sagte: Wenn unglücklicherwci'e die Alldcut chen die Tiebermacht gewinnen, und wenn es ih en ge­lingen sollte, das Ministerium Wirth zu vertrei­ben und Deutschland wieder in eine Politik stür­zen, die für Frankreich gefährlich wäre, dann möge jeder wissen: Frankreich beicht alles, was es braucht, um die Lage wieder herzu st eilen.

konferenz, der Oberste Rat und alle Völker, na» I ---° ' . - nr -, r, -

mentlich die neutralen, werden in der Entschlie- Iber Sanktionen nicht ins Auge fassen

Dienstag, 12. Juli 1921 Annahme Don Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachm.ttag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für l mm höhe für Anzeigenv 34mmBreite örthd) 40 Pf. auswärts 50 Pf.: für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite l80Pf Bei Platz. Vorschrift 20" »Aufschlag. Haup'schriftleiter: Aug. Goetz. verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Nemhold Ienz: für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

Paris, 11. Juli. (Wolff.) Die franzt schen unb bie beutschen Sachverstänbigen nehmen heute unter bem Vorsitz Loucheurs bie Be­sprechungen über bie Reparationen wieder aus. Das3 o u r n a T glaubt zu willen, bah Guggen- heimer bie Zustimmung ber beutschen R g.erung hinsichtlich ber Verteilung unb Verrechnung dec Sachleistungen auf einen Zeitraum von zehn Zähren aus Berlin mitbringen werde. Das Blatt meint, datz die Verhandlungen daher wohi zu entscheidenden Ergebnissen führen würden. Einen schwachen Punkt bilde die schwache Stel­lung der Regierung Wirth. Dieser Punkt wiege aber um so schwerer, als Bergmann und Guggenheimer versuchen würden, bie Frage des wirtschaftlichen 3nde? anzuschneiden und die Ersetzung einer 26pwzett gen Aussuh al-g-be durch Abgaben anderer Art, z. B. auf gewisie Kolonialwaren, Zucker, Kastee und Tcckcck, aui einige Rohstoffe unb auf bie Eingänge aus ben Verkehrsmitteln unb der Post sowie auf bie Er­trägnisse der Einkommensteuer usw. verlangen würden. Das .Journal" bemerkt bazu datz die französischen Sachv r äibigen von d r Annahme eines solchen Vorgehens nicht weit entfernt zu sein scheinen, denn es wurden au! diese Weise

Polnische Räuber und Mörder.

Beuthen, 11. Juli. (WTB.) Gestern wurden acht aus Godullahütte stammende Männer, Angestellte des deutschen Plebiszit­kommissariats in Beuthen, auf dem Wege vom Heimatorte von einer etwa zwan- zigköpfigen Bande überfallen. Der Angestellte Stefan Orlowski wurde durch drei Kopfschüsse niedergestteckt. Der Angestellte Kulik wurde festqenommen und soll nachts nach Polen verschleppt worden sein. Ein dritter Angestellter wurde festgenommen, doch ge­lang es ihm, zu entstehen. Die übrigen flüch­teten und gelangten auf Umwegen nach Beuthen zurück. Orlowski wurde von dem jungst aus dem Beuthener Gerichtsgefängnis entsprungenen, des Raubmordes angeklagten Anton Musfal erschossen, der von einer Reihe Zeugen einwandfrei erkannt wurde.

Kattowih, 11. Juli. (WTB.) Sams­tag nachmittag drang eine große Bande be­waffneter Insurgenten in das Lager der Rotstandsversorgung in Begatschütz ein und plünderte es aus, ohne irgend­wie behindert zu werden. Innerhalb zwei Stunden wurden hauptsächlich Kleidungs­stücke, Schuhe und dergleichen geraubt. Au dem Bahnhofe in Mhslowitz bemächtigten sich frühere Insurgenten eines Waggons und be­schlagnahmten 5000 Liter Spiritus.

Englische Tanks in Beuthen.

Beuthen. 11. 5luli. (WTB.) Gestern sind mehrere englische Tanks einge­troffen. Die Stadtteile Friedenshütte und Roßbach erhielten ausschließlich französische Besatzung. Die Besatzungsbehörden setzten die Polizeistunde auf 8 Uhr und den Schluß des Straßenverkehrs auf 9 Uhr abends fest.

Die San mlnngen für Oberschlesien.

Amerikanischer Vorschlag eiucr Konferenz in Washington.

Paris, ll.Iuli. (Havas.) Der Geschäfts­träger ber Vereinigten Staaten stattete heute vor­mittag am Quai d'Orsay einen Besuch ab. In Llbwesenheit Driands, ber in ber Kammer zurück- gehalten wurde, wurde er von dem Abteilungs­direktor der politischen Abteilung empfangen. Der Schritt des amerikanischen Geschäftsträgers sollte dazu bienen, Fühlung zu nehmen über die Auf- nähme der kürzlich ergangenen Einladung Har dings durch die französische Re­gierung. Harding hatte bekanntlich die alliierten assoziierten Mächte aufgefordert, an der Konfe­renz in Washington teilzunehmen. In wel­cher vor allem die Fragen ber Einschränkungen der Rüstungen, des Stillen Ozeans und des fernen Ostens erörtert werden Der Abteilungsdirektor teilte dem Ministerpräsidenten den Schritt sofort nach Rückkehr aus der Kammersihung mit.

mungsrecht ber Völker in Wahrhei11 -inzutreten, indem in ben willkürlich vom ' ' * Teilen ebenfalls |

Uebergehenb zu den Ereignissen in Oberschle­ien, sagt Briand, dah in gewissen Gebieten die ranzosischen Truppen sich in einer schwierigen Lage befanden. Man habe beunruhigende Augen­blicke durchlebt. Er habe alles getan, um zu ver­meiden, daß das Land in ein Abenteuer gestürzt werde. Kammer und Senat hätten seine Haltung gebilligt. General L e r o n d habe in bewunde­rungswürdiger Weise unter undankbaren Umstän­den seine Pflicht erfüllt. Oberschlesien sei kein deutsches Gebiet. Es werde durch die Interalliierte Oberkommission verwaltet. Ueber den Zwischenfall von Beuthen sagte der Ministerpräsident: Aus Anlaß der Ankunft eines englischen Bataillons hätten etwa 100 Personen eine Kundgebung veranstaltet, nicht für die Eng­länder, aber gegen die Franzosen. Als einer der Unteroffiziere durch die Menge hindurchgehen wollte, seien Revolverschüsse abgegeben worden. Major Montalegre, der den Lärm gehört habe, sei auf die Stratze gegangen unb durch eine Kugel von hinten getötet worden. Es handelt sich um ein feiges Verbrechen (Zuruf rechts: Und die Sanktionen!). Briand fährt fort, indem er die Tapferkeit und die Verdienste des verstorbenen Majors unterstreicht, der Zwischenfall habe sich nicht auf deutschem Gebiet abgespielt. Es sei des­halb Sache des Oberkommissars gewesen, die An­gelegenheit zu untersuchen. Es seien zahlreiche Haussuchungen abgehalteen worden, um die Schul­digen aufzufinden. Reichsminister Dr. R o s en habe beim französischen Botschafter eine einfache Höflichkeitsdemarche unternommen.

Der Anschluhgedanke in Oesterreich.

Wien, 12. Juli. (WTB.) Der Bundes­rat beschloß gegen den Gesetzbeschluh des Ra­tionalrates zur Durchführung der Volks­befragung und des an den Rat des Völ­kerbundes auf Grund Art. 88 des Friedens­vertrages zu stellenden Antrages keinen Ein­spruch zu erheben. In seinem Referate bezeich­nete der Berichterstatter Dr. Hartmann das Gesetz als eine der vielen Etappen auf dem Wege zum Anschluß an das Deutsche Reich. Jeder Versuch und jeder Ausdruck, die Wünsche der österreichischen Bevölkerung zu verhindern, sei eigentlich ein Zeichen des bö­sen Gewissens, das nicht wolle, daß die An­sicht der Deutschösterreicher vor aller Welt kund werde, Das Selbstbestimmungsrecht im Sinne des ÄnfchluffeS an Deutschland au«- üben zu wollen.

Erhöhung der Poftgebühren in Österreich.

Wien, 12. 3uIL (WTB.) Der Hauptausschuh genehmigte in der heutigen Sitzung gegen die Stimmen ber Sozialdemokraten die Verordnung ber Bundesregierung betreffend bie Reufest- fetjung ber Gebühren für die Beför­derung von Postsendungen. Die Ver­ordnung erhöht die gegenwärtigen Postgebühren um 102 Prozent. Die Briefpostaebühren im Orts­verkehr werden 3 Kronen, im Fernverkehr 4 Kro­nen, die Gebühren für eine Postkarte 2 Kronen betragen. 3m Weltpostvereinsverkehr wird die Briefgebühr 10 Kronen, die Gebühr für eine Post­karte 6 Kronen betragen.

rm. Darmstadt, 11. Juli. Der Fi­nanzausschuß des Landtags befaßte sich heute mit den Anträgen der Abg. Frau Steinhäuser und Knoll und Gen. bett, die Erhöhung der Pflegegeldsätze für Waisenkinder zu Kap. 27 des Haupt - Voranschlags. Rach eingehender Aussprache einigte man sich auf folgenden von der Re- .gierung vvrgeschlagenen Beschluß: Die Re­gierung wird ermächtigt, höhere Sätze zu ge­währen, wenn der wünschenswerte Abschluß eines PflegeverttagS zu der normalen Höhe nicht möglich oder die Beibehaltung zu den bisherigen Pflegeverhältnissen nur zu er­höhten Sätzen möglich ist . Die Vorlage, durch welche für die Herstellung von hun­dert Mietwohnungen für Beamte die Summe von 10 Millionen 400 000 Mark an­gefordert werden, findet Annahme. Die Re­gierung wird nunmehr die Pläne ausarbeiten und vorlegen lassen. Endlich wird noch einer Vorlage bett, die Aeckarkanalisatton und einem Schreiben der Regierung bett, die

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t, Siebener Anzeiger "ybtrDitnstagsbcilage zN.Umschau- er- bi täglich, außer §en. und Feiertags. Uenalliche vezuarvreise: 5«rh 5.- einschließlich tigerlohn, durch die «poft bezogen Mark 5.75 ^schließlich Bestellgeld. Fern sprech-Anschlüsse: str die Schriftleitung 112; ftr Druckerei, Derlag unb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger ließen.

psftfchetNonto:

Frankfurt a. M. 11686.

bie Volksabstimmung zuaebilligt werbe und datz uns ber entgegen dem Abstimmungsergebnis ent­rissene Teil Westpreutzens wiedergegeben wird. Die zehntausendkbpfige Menge nahm die Reso­lution begeistert auf. Rachmittags wurde im Schloh Marienburg ein Verein gegründet, der Marienburg zum geistigen Mittelpunkt des deut- schen Ostens machen will. An dieser Aufgabe be­teiligten sich namhafte Männer des ganzen Deut­schen Reiches, insbesondere des deutschen Ostens. Alljährlich zu Pfingsten soll in Marienburg eine Festspielwoche für das ganze Deut­sche Reich ftattfinben. Mit Vortragen und Aufführungen vaterländischen Geistes schloh ber großartige Tag mit einem zweistünbigen Konzert in dem Schlohhofe und großer Beleuchtung des

die von dem Abg. Fribourg angeschnittene Frage erflärt er, die äußere Lage Frankreichs sei im Augenblick nicht beunruhigend. 3m Gegenteil, um seine 3ntereffen zu verteidigen, verfüge es über die notwendige Kraft. Die öffentliche Meinung in Deutschland könne durch ben alldeutschen Geist ver­giftet werden. Sie könne sich auch toeigem, aus den vergangenen Ereignissen zu lernen. Ia. man könne sogar von einer Revanche sprechen. Frankreich stehe aber am Rhein. Deshalb könne Frank­reich nicht gestatten, daß Deutschland ich so gestalte, daß es für Frankreich bedrohlich werde.

Erstes Blatt M- Jahrgang

GietzenerAMger

General-Anzeiger für Oberhessen

Allenstein, 11. 3utt (Wolfs.) Die erste , IahreSfeier des glänzenden Abstim- mungSsieges wurde gestern überall im ehe­maligen Abstimmungsgebiet festlich begangen l Die Stadt Allenstein hatte reichen Flaggen- und Festschmuck angelegt. Um bie zwecke Rachmit- tagsstunde bewegte sich ein F e st z u g oller Ver­eine. Innungen ijnd Gewerkschaften durch bie Stabt nach dem Zakobsberg. wo die Festansprache gehalten wurde. Hier begrützte als erster Redner berVortihende des Heimatdienstes, Rektor Funk, die tausendkopfige Menschenmenge unb erinnerte daran datz es die Heimats- unb Vaterlandsliebe gewesen sei, die vor einem Iahre diesen Sieg errungen habe unb bie auch in Zukunft wieder zu lichten Hohen emporführen müßten. Darauf ge­langte ein Telegramm ber Reichs- unb Staatsregierung zur Verlesung.

Auch vom preußischen Ministerpräftbercken Stegerwald war eine Drahtung mit Wün­schen für den erhebenden Verlauf ber Feier etn- gegangen. desgleichen vom Befehlshaber des Wehckreises. Generalleutnant von Dassel. Darauf ergriff der frühere Reichskommissar für das ost- preutzifche Abstimmungsgebiet, Freiherr v. Gayl, das Wort zur Festrede. Er ft'i^ri? aus: Ringsum sind Vo'k und Vaterland in tieferer Rot als in jenen Sommertagen unserer Abu^mmuna. Die Ketten Deutschlands flirren sobald es sich rührt. Aus ben abgetretenen Gebieten tönen herzzerreißende unb erschütternde Rotrufe iU uns herüber. Mit brennenden Augen voll schmerzlichem Heimweh starren bie von uns ab­gerissenen Lanbsleute unserer nächsten Heimat zu uns herüber. Wir Ostpreußen fordern laut, heute tote zu jeder Stunde, unser Recht. G e n t uns untere entrissenen ® ? b i c t e to » e * b e rj Laßt untere geknechteten Trüber unb Sckto^- stem frei! 3m Tarnen ber Gerechtigkeit und der Menschlichkeit fordern wir das. Wir bauen auf bie Gere-tztigkeit der Weltgeschichte die das Welt­gericht ist. aus die Gerechtigkeit Gottes. Rur ein Doll, das sich selbst aufgibt, ist verloren. Gerade wir haben am wenigsten älrsache. uns selbst auf- zugeben. Wir wissen genau, datz auf die Dauer am harten Willen eines in sich einigen Volles jede Gewalt zerbrechen muß. Darum rief ten wir untere Blicke auch heute aufwärts. Unter Weg liegt steinig, aber klar vor uns. Laßt uns arbeiten unb dadurch Taten tun! Wir selbst haben am 11 Iuli 1920 eine Tat der Arbeit am Wieder­aufbau ber Ration geleistet. Laßt uns heute mit dem Vorsätze zu einer neuen Tat auseinander» geben. Latzt uns ben festen Entschluß fassen, alles zu vermeiden, was uns trennt, alles tun, was uns e i n i a t. Tun wir das dann bricht ein neuer Zeitabschnitt der deutschen Gesch'chte an. Dann kommt gewiß auch ber Tag. an dem unter Rationallieb wieder Wahrheit wird: Deutschland. Deutschland über alles, über alles in ber Welt! Wir wollen in dieser seltenen Feier­stunde uns selbst unb unterem Volle die Treue geloben im Kampfe mit uns selbst. Reden wir nicht von dem. was war. sondern von bem. was vor uns liegt. Wenn die Last des Alltags uns niederdrückt. wollen wir zu den fernen auf- blicken. Denn es kommt bie Stunde, da auch wir

genauere Ergebnisse er ielt werden aB mit

der Ausfuhrabgabe Was di' devts - rarzaa'che "Wasserstraßen öUgestimmt. 3u|ammeirrbet bdn WiD nu,b u Ruß.

lands betreffe - ein ©ebame, den Rathenau --------*

| immer noch mit besonderer Vorliebe hege so s