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Turnen, Sport und Spiel.

Um ben Fa-bLll-DtutbeSpokal

Janben am Sonntag in München-Glabbach, Sie'.- Un und Breslau die drei Torrunte^tnete ftitt Mit dem größten Interesse sah man dem Treffen SüLbeutsÄand gegen Westdeutschlaub in Mün­chen-Gladbach entgegen. Die Süddeutschen halten ihre stärkste Mannschaft aufgebracht, die auch das m sie gesetzte Vertrauen rechtfertigte. Bereits bei der Pause waren sie mit 3:0 Toren in der Führung denen sie in der zweiten Hälfte noch 2 weitere hinzufügten, während den West- dciUschen da« Ehrentor versagt blieb. Wit 5:0 hat sich somit Süddeutschland für die Zwr- schenrunde qualifiziert.

In Stettin standen sich die Vertreter Aorbdeutschland« und des Bal t erwerb jn bc 3 gegenüber Wie zu erwarten stand, waren die Äorddeutschen leicht mit 4:1 siegreich Bei der Pause hatte das Spiel 1:1 unentschieden gestanden.

In Breslau endete erwartungsgemäß das Spiel Mitteldeutschland gegen Südostdeutschland 3:0 für die Gäste. Die Einheimischen zeigten regen Spieleifer, konnten aber gegen die bessere Tech­nik der Mitteldeutschen nichts auSrichten. Bei Halbzeit hatte daS Spiel 1:0 für Mittel­deutschland gestanden.

In der Zwischenrunde am 13.11. werden sich da« in der Dorrund« spielfreie Berlin sowie die Sieger der Borrunde von Süd-, Bord- und Mitteldeutschland gegenüber'iehen.

Berlin schlägt Basel im Fußball städtekampf 2:1. Mit einer großen Ucderraschung endete der am Sonntag in Basel auSg.'tragens Fukchallstä?te'amps Mi­schen den repräsentativen Mannschaften Basels und der deutschen BeichShauptstabt. Die Deut­schen waren durch im bohren Augenblick not­wendig gewordene Drsatzemstellung mit wenig -SiegeSaussichten in den Kamps gegangen, ent­täuschten aber nach der angenehmen Seite, wie ffv oft. wenn es galt, einen aussichtslosen Kamps auszunehmen. DaS Spiel ist das zweite seiner Art. Das erste im Frühiahr im Deutschen Sta­dion endete 4:4 unentschieden.

Die Dadreunsaison

-neigt sich ihrem Ende zu. In B r e s l a u schloß am Sonntag die dortige Radrennbahn ihre Pfor- ten mit dem klassischen Lennen um den® r n - sten Preis von Deutschland" über zwei Stunden. Leider tarn der erwartete Kampf Weiß Rosellen. die sich bereits in Dresden im 2-Stun- den-Lennen gegenüber gestanden hatten, nicht zu­stande Losellen hatte Defekte. Don einer sehr guten Seite zeigte sich dagegen Thomas. Lach 10 Kilometern ging er von dritter Stelle aus an die Spitze, um sie nicht wieder abzugeben. Der deutsche ^Heister Wittig fuhr nur anfangs gut. Zum Schluß ließ er nach, da er nod) unter den Folgen seine« schweren Sturzes in Köln zu lei­ben hatte Weiß war recht gut. konnte aber Thomas nie ernstlich gefährden. Da« Ergebnis war: 1. Thomas, 2. Weih, 3. Rosellen, 4. Wit­tig, 5. Bauer.

In Köln ragte unter den vor 15000 Zu­schauern auSgetragenen Lennen deS Sonntags das .International« Flieger treffen" in 3 Läufen hervor, das sich der schon über 25 Jahre hindurch im Sattes erfolgreiche Weltmeister und diesjährige deutsche Meister W i l l h A r e n d vor seinem zähen Rivalen Eugen Stabe und dem alten dänischen Weltmeister Lllegaard holte. Im .Großen Steher-Preis" über 30 und 70 Km. blieb der Kölner Ehr. Mülle r trotz verschiedener Defekte vor Stellbrink und dem Italiener Bordoni siegreich.

DaSBergrennen zum Drachenfels, das der Bund Deutscher Radfahrer (©au Rhein­land, besetztes Gebiet) am Sonntag veranstaltete, war «in voller Erfolg. Riesige Zuschauermengen umsäumten die 3700 Meter lange Rennstrecke von KLnigSwinter bis zum Plateau deS Drachenfels und verfolgte jede Phase des ersten Dergrennens im Rheinland« mit gespanntem Interesse.

Zur Baden-Badener Automo­bilwoche. die jetzt im Anschluß an die A. D. A C.-Reichsfahrt ihren Anfang nimmt, sind bis­her 66 Teilnehmer ein getroffen, so daß sich Me Woche zu einem Glanzpunkt der deutschen Auto­mobil-Industrie zu entwickeln verspricht.

Handel.

Der Rückgang deS englischen Handels.

London, 10. Oft. (Wolfs.) Als ein Zei­chen für die ernste Lage des britischen Han­dels bezeichnet .Observer" die vom Handels- amt veröffentlichten Ziffern für den Monat Sep­tember. die gegenüber dem Jahre 1920 einen riesigen Rückgang in der Ein- und Aus­fuhr aufweisen. Berglichen mit dem Monat Sep­tember 1920 weist die Einsuhr eine Derminderung um 65 638 629 Pfund Sterling und die Aus­fuhr eine Verminderung um 62 502 335 Pfund Sterling auf.

Seeschiff«verkehr im Monat September in den bre­mischen Weserhäfen. Angekommen: 1913: ö00 Schiffe nut 369 2S0 Retw-Reg.-To., 1918: 148 mit 62 978, 1921: 304 mit 238 408. Abgegangen: 1913 : 509 Schiffe mit

341975 Rerro-Reg.-To., 1918: 160 mit 72 687, 1921; 275 mit 285 331.

c - r ? c r l * n* 1®- Börsen s: im munas- b > ld. Der Börsenverkehr spielte sich dank der Maßnahmen des BbrsenvorstandeS in ruhigeren Formen ab. Zum Teil war auch di« Llnt^rneh- Mungo last der cpduLaiion eingedämmt mit Rück­sicht auf den krittschen Stand der oderschlesischen Frage und das Schwanken der Devisenkurse. Ramentlich am Montanmarkte und in Farbwerten machte sich Realisierungslust bemerkbar, ohne jedoch zu wesentticheu Rückgängen zu führen, während andererseits einzelne Wert« ganz be­trächtliche Steigerungen erfuhren, so Thater-Hllen- hütte um 275 Prozent. Starke Meinungskäufe trieben Tettilwette und Waggonfabrikaktien be­trächtlich in die Höhe; Rorddcutsche Wolle ge­wannen 300 Prvz. Ferner als hohe.- hervorzu­beben sind: Th. Goldschmidt. Ai^gvburg-Aürn- oerger Maschinen. Köln-Rottweiler, Deutsche Waffen und Ludwig Loewe. Im Derlaufe machte sich Reigung zu Abgaben noch deutlicher bem?if- bar. ohne daß jedoch der Druck auf den Kursstand besonders «mpfintl.chwurde. Balutcipapicre waren etwas höher. Devllen schwächten sich nach großer vormittägiger Festigkeit etwas ab.

Frankfurt a. M.» 10. Oft. (Börsen- ft i m m u n g S b 11 b.) Die Geschäftslage an der Börse wird immer unsicherer; in dieser Woche sind zwei Börsentage vorgesehen. Die an die Makler und Händler gefüllten Aufgaben wa­ren heute wieder groß. Die Folge ist natürlich wieder, daß die Kursnotierungen Verzögerun- gen erleiden, und vielfach Dotierungen infolge Ueberlastung nicht zur Ausführung gelangen können. 3m freien Verkehr hat die Erklärung des Börsenvorftandes. Papiere, welche noch keine Bilanzen veröffentlicht haben, nicht zum Handel einzuführen, Eindruck gemacht. ES wurden in der Hauptsache nur die bekannten Aktien gehandelt. ES war auf diesem Gebiet sehr regeß Treiben zu bemerken. Die Kurse bei sehr fester Tendenz schwankend. Hansa Lloyd Steigerung ca. 340345350. ManSfelder Kuxe 1400. Bahnbedarf eine Kleinigkeit fester. Bereinigte Metallfabriken 500 genannt. Durch die ungeklärte Lage in Oberschlesien wurden die in Betracht kommenden Werte recht ver­nachlässigt. Die Kursbewegung auf dem 'Mon­tanaktien markte war im allgemeinen recht un­regelmäßig. Stärker gesucht waren ManneS- mann. Phönix schwächer. Einen Rekordkurü erzielten Westeregeln mit 900. Angeboten wa­ren Adlerwerke Kleyer. Bankwerte fester. 3n» dustriepapiere des Kassamarttes lagen fest. In der zweiten Börsenstunde war das Hauptver- kaufsgeschäst in Clektrizltäts- und chemischen Aktien. Die Börse schloß ruhig, aber vorwie­gend fest. Die nächste Börse findet am Don­nerstag, 13. Oktober, statt. Privatdiskont 3»/, Prozent.

Frankfurt a M., 11. Oktober. Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief Datum: 8. DT.L 10. Dftt.

Amsterdam - Kotterd. 3996,- 4004,- 3933,50 4001,50 Brüssel.Antwerpen . 876,60 878,40 876,60 878,40 Christian«« 1483,50 1486,50 1478,50 1481,50 Kopenhagen 2292,70 2297,30 2292,70 2297,30 Stockholm . 2812,16 2817 85 2829,65 2835,36 helsingfor, 178,30 178,70 170,30 179,70 Italien........ 487,- 488,- 492,- 493,-

London 467, 469,- 467 - 468,-

'Jleuporfc 122,87 123,13 122,37 122,63 Poris 891.10 892,90 892,60 894,40 Schweiz 2187,80 219.,20 2'20^,75 2207,25 Spanien 1620,851624,15 1628,351631,65 Allen (altes). . . .. -,-

Deutsch-Oesterr. . . . 6,68 6,72 6,73 6,77

Prag 130,45 130,75 132,35 132,65

Budapest 18,03 18,07 18,48 18,52

Bulgarien,,

Konstantinopel. . . .,.

Buenos-Aires. . . 40,20 40,30 40,45 40,55

Marknotierungen.

Für 100 deutsch« Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.11. 8-10.10.10.

Zürich Jr. 125,49 4,57 4,55

Amsterdam Fl. 59,29 2,51 2,49

Kopenhagen Nr. 83,8) 4.55 4,45

Prag............fir. 117,89 77,- 76 -

Stockholm fir. 83,80 3.65 3.65

Wien Är 117.80 -,-2537,-

London . Sh. 97,80 4,67

Paris Fr. 125,49 11,36 11,25 NeuvorK . I 23,80 ,81 0,82

Der Schuh im Blut.

Roman von Horst Bodemer.

9. Fortsetzung. (Aachdruck verboten.)

Der Henner verstand es wirklich nicht. Uni> daß die Jrofe Oper" schon von allen größeren deuttch^n Bühnen unter mehr oder weniger an­erkennenden Worten zurückgetornmen war, die dem Jupp Sitten mehr Flüche entlockt hatten, als er verantworten konnte, wußte er nicht. Diejrvtze Oper" wurde dem zukünftigen Schwiegersohn jeden Tag ein paar mal vorgesetzt. Er hoffte schließlich auch daß der Tag der Erfüllung dieses Herzens­wunsches bald kommen würde wer hatte einen berühmten Schwiegervater nicht gern? seine Zukunft brauchte er jedenfalls aus dieser Hoff­nung nicht auszubauen. Und das war ihm ein sehr tröstlicher ©ebardc! . .

Unangemeldet erschien eines Tages Marias Bruder Ernst aus London. Ein junger Mann von siebenundzwgnZig Jahren, sehr elegant, dreimal am Tage wechselte er den Anzug, weltgewandt, mit großen, grauen Augen, bleichem, bartlosem Gesicht. Kühl prüfend lag fein Blick mit dem Schwager, wer Millionenwerte an Edelsteinen ost mit sich in einer RerseLaffette herunstchleppte. anußte ein Menschenkenner sein, sonst vertraute man ihm so kostbares Gut nicht an. Der Bater war gerührt, killtte ihn ab, pries Henner ge­genüber feine beiden Söhne in allen Tonarten . . . Ernst Sitten schnitt den Redeschwall mit einer kurzen Handbewegung ab.

Laß das doch, Tater! Mit einem verbind- jlichen Lächeln wandte er sich an seinen Schwager. Mnterhielr sich erst ganz harmlos mit ihm. bei

der dritten Flasche Rauenthaler der alte Sitten hatte bei weitem das meiste getrunken war er vollkommen im Bilde ,Schade, daß ich nur drei Tage hier bleiben tarnt, aber zur Hochzeit komm ich bestimmt!

Die ruhige sichere Wettgewandtheit Ernst Sittens machte großen Eindruck aus Heinrich Wär- Hahn. Er hätte viel darum gegc^n, wenn er sich die anzueignen imstande wate. Aber solch Ich haften Geilt besaß er eben nicht, da tarn er nicht mit! Die Rheinländer waren doch ver­teufelte Kerle! Sein Bater hatte ganz recht, die Wärhahns waren zu schwerblütig, unbedingt brauchten die den .Schuß tm Blute: Seine Kin­der würden ihn haben. Dafür mußte Maria torgen. DaS Blut war wohl tas Rotwendigsts. aber Erzief-ung tat sicher auch viel, älnb ge­rade diesen Schwager wollte er sich warm halten. London lag ja nicht au- der Welt. Er ging ihm nicht von Der Seite.

Bevor Ernst Sitten abreifte, nahm er sich leine Schwester unter vier Augen vor.

.Aus Täters überschwengliche Briefe habe ich nicht allzuviel Wett gelegt, wir kennen uns da ja aus! Aus eigene Faust habe ich Erkundigun­gen eingezogen, ich bin vollkommen im Bllde, denn. toaS ich tue, geschieht gründlich! Däne Zukunst ist gesichert. Alles findet man nie beieinander Frauen tonnen nicht um Hoch;iele so ringen wie Männer. Den Henner hab ich gründlich frubiert Wird nie ein schwieriger Mensch fein, to^m du ihn fest in der Hand hältst! Geh nicht zu ver­schwenderisch mit deinen ßiebtofungen um, Maria! So viel ich sah, hast du die richtige Att. Geistig stehst du über ihm, das muß ec immer fühlen.

ohne es lästig zu empfinden. Mitunter wird es nicht ganz leicht sein. Aber wenn dein Mann in dir immer die begehrenswerteste Frau auf Gottes weiter Welt sieht, findet fich alles andere von ganz allem. Das wäre deine Hauptaufgabe. Unb seinen Tater müßtest du lernen mit den Augen, einem anmutigen Lächeln, wenn eS fein muß mit einer Kühle, die nicht verletzt, zu be­handeln! Die auch nie zu lange anhalten batji Dann aber ist noch eine Mamsell im Hause! Mit der muf t du dich unbedingt ausgezeichnet stehen. Leicht wrrd das nicht immer sein. So ein Men­schenkind, das sich mit dem Tater herumgeschun- den und 'den Sohn grvßgezvgen hat, ist stets die Hauptperson. Mag es äußerlich auch nicht schar, zum Ausdruck kommen. Wie du mit der am besten fertig wirst, mußt du selbst sehen. Ihr Interesse muß auch das deine erregen, ohne daß du in ihren Machtbereich einbrichst! Solche Wesen sind in diesem Punkte sehr emvsindlich! Bei der dir angeborenen Liebenswürdigkeit wirst du schnell bei einiger Vorsicht im Anfang den regten Weg finden! Tocläufig wird sie dir zum miadeften nicht wohlwollend gegenüberstehen' Also das wär es! Für deine Aussteuer an Klei­dern und Wäsche werden deine Brüder sorgen, wir lassen es uns etwas kosten Erschein immer tadellos 6e!Leibet vor deinem Wanne! . . Ach was. ich glaube gar, du willst uns banienl Durch Tater finb wir Jungen in gute Stellungen ge­kommen. das Bewähren war natürlich unsere Sach«! Wir tragen ihm nur unseren Dank ab! Llnd du bist unsere Schwester: Wenn es einmal paßt, werde ich mir erlauben, die Frau Ritter­guts befitzer Wcthahn, den scheußlichen Tarnen mußt du mit in den Kauf nehmen meinen

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin 1-Hbc» 1-llhr- Schluß- Schluß- Kurs Kur« Kurs Kur«

7.10. 10. 10. 7 10. v'.Dtsch Srieesanl. 77,50 77,50 77,50

3' . Dtsch. Reichsanl. 77,

4 e Preuh Konsole, 62,90

Darmjitcitr Denk . 300,-

Oeulid>e tienh . . -,- 433,- 450,-

Disconlo-Dtsrkfschast,- 39), _

Dresdner Vauk..., 345^ 330,

ma»ionalbanii s. t). .,312,

Milteld. Creditbank., 293

H.-Amerik. Pakets. . 370,- -J- 389,-

Norddeutscher Lloyd.-- 404,

Voch.Guösiadlwerk . - 848.-

V.'Luxemb. Lergw.. 740 - 705^-

Gelsenkirch. Berg«. . 740,- 720,50

Aarpencr Vergdau . 926 - 880,-

Überschles. Eisenb.-B. 700,- 6v5'- 703*-

Ober,chles. Eisentnd. . 660,- 655,- 670,- lP5önif.Pergb.-2Ikt. 1000,- 930^- 930,- Vnd. L>ülm. u. Soda 590'- 579,50 höchster Farbwerk«. - - 679J0

ricktr.Ä.E.G 610,- 609,- 619,50 Schuckett-Werke. . . - 537,50

Felten-Duilleaume. . -,- 885 - 801 -

Daimler....... 459,- 455'-

Bud.- Eisen».-Akt. . 862,-

Adlerwerke...... 538,- 530^- 547,-

t*/.Heg.Stoatsaul. ,

Elektron Griesheim. _, 599,-

10.10.

77,60 72 40 7«,-

64,25

4»;z 384 - 329.- 306,- 295, - 897,- 419,75 830,26 723 720,-

896, 690,- 666,- 910,- 565,-

560,- 607,- 550,- 660,- 468,- 839,- 526,-

62,- 582,-

Züricher Devisenmarkt. 1 . 10. 11. 10.

Wechsel auf Schweizer Franken

yolcrnd 100 Ft. » 182.21 182.- Deulschland 100 Döt. = 4.522 4.525

Wien 100 «r. =» 0.28 0.275

Prag , . ......100 Är. = 6 - 6.-

Paris 100 Fr. = 40.676 40.45 London \ £ = 21.25 2L18

Italien 100 L. 22^0 22.20

Brüssel 100 Fr. - 40.- 39.75

Budapest 100 Ar. 0.85 0.826

NeuyorK 100 $ = 558 - 549.-

Agram . ... 100 Ar. = 2.25 2.20

Äuiuueit....... 100 2. -= 4.90 4.75

w

Märkte.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M.. 10. Oft. (Amtlich.) Bei langsamen Geschäft verblieb bei Rindern und Schweinen Uebcrftanb. Die Schweinepreise gaben nach. Bei Rindern gaben bei geringeren Sorten die Preise etwas nach. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 2280 Stück Großvieh, davon 440 Ochsen, 60 Bullen, 1780 Färsen und Kühe, ferner 374 Kälber. 284 Hämmel und 1157 Schweine. An Prei­sen wurden angelegt pro Zentner Lebendge­wicht: für Ochsen von 550900 Mk.» für Bul­len von 550750 Mk., für Färsen und Kühe von 250875 Mk., für beste Färsen, und bis 800 Mk. für beste Kühe, ferner für Kälber von 4501000 Mk., für Hämmel von 250 bis 500 Mk.. für Schweine unter 80 Kilogr. 10001300 Mk. Alle schwereren Sotten über 80 Kilogr. 14001500 Mk. Außerdem wur­den 100 geschlachtete Dakonierschweine gehan­delt, und zwar zum Preise von 12001500 Mark für den Zentner Schlachtgewicht. Der jüdischen Feiertage halber wird der Klein« viehmartt von Donnerstag, 13. Oktober, auf Freitag, 14. Oktober, verlegt. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Handlergewinn in sich schließen. Der Hauptmarkt vom Montag, den 17. Ok­tober, wird mit Ausnahme des Schweine­marktes auf Mittwoch, den 19. Oktober, ver­legt.

Frankfurter Oetretbemarft

Frankfurts. M., 10. Oft. Don der De­visenbewegung wurde die Tendenz des hiesi­gen Getteidemarktes nur wenig bewegt. Die Geschäftslage bleibt ruhig. Weizen war nur wenig angeboten. 3n Roggen waren die Offer­ten größer. Hafer findet Käufer, während Mais kaum beachtet ist. Die Nachfrage nach Gerste hielt an. In Mehl hat sich wenig verändett. Hülsenfrüchte sind gesucht, die Um­sätze aber klein. Für Speiseöle zeigt sich wenig Interesse. Futtermittel sind knapp angeboten, und die Stimmung fest. Leinsaat billiger er­hältlich. Reis liegt fest. Für Karwffeln mußten höhere Preise bewilligt werden. Heu und Stroh wenig verändert.

(In einen M bet Auslage wtedsholt.)

Eine Red« de« Herr« von Kahr.

Landsberg, 10. Oft. (WTB.) Der Landwirtschaftliche Verein Oberbayerns hielt am Sonntag eine Kreisversammlung ab. Aus diesem Anlaß veranstaltete der landwittschast- liche Dezirlsverein Samstag und Sonntag ein landwirtscdaftliches Fest, bei dem RegserungS- präsident Dr. v. Kahr ernt Ansprache hielt, in welcher er einleitend der Totenfeier ge­dachte, die die Landeslxtuptstadt ihren Helden- söhnen beute bereitete und dann fvrtfuhr: Denn ich es nicht schon früher gewußt hätte, wäre es mir in der Stellung als Minister­präsident zum Bewußtsein gekommen, was un­sere Landwirtschaft für unseren baye­rischen Staat bedeutet, wie sehr unser Dobl und Wehe von chr abbängt. Bayern ist ein Staat, in dem die Landwittschaft noch verhältnismäßig die weiteste Schicht unter den ErwerbSständen auSmacht und in dem die Landwittschaft der ganzen wittschaftlichen, so- zialen und politischen Struktur des Landes ein ausschlaggebendes Gepräae verleiht. Die Stärke der bayenschen Landwirtschaft und de« bayettschrn Bauerntums ist die Stärke de« bayerischen Staates. Daß es uns geglückt ist. nach dem Zusammenbruch in dem Krieg uni) der Revolution rascher als anderswo wieder Ruhe und Ordnung herzustellen, verdanken wir in erster Ltnie der überragenden 'Bedeutung unserer Landwinschast und dem konservanv- denwkrattschcn Charakter unserer Bauernschaft und ihrem staatStteuen Sinn. Soll ich an unsere Einwohnerwehr erinnern und an. ihre Bedeutung für die Wiedergesundung un- scres Staates, die ihre 'stärkste Derankerung in unserer landwirtschaftttchen Bevölkerung be­sah? Daß wir sie dem Dittat unserer Gegner opfern mußten, ist tief schmerzlich. Für den bayenschen Staat kann es keine dttnglichere Sache geben als die der bayettschen Land­wirtschaft und dem bayerischen 'Bauerntum seine Stärke wahren. Dies ist nicht möglich, wenn die bayerische Dolkswittschaft ihren überwiegenden agrattschcn Charakter aufgibt und wird auch nicht möglich sein, wenn die Entscheidung über die Belange unserer baye­nschen Landwirtschaft nicht mehr bei dem bayerischen Staate selbst liegt. Auf dem Ge­biete der Landwittschaft muh mit besonderer Sorgfalt geprüft werden, was Reichs- und was Landesaufgabe zu sein Hal. Der Redner kam dann auf die Unmöglichkeit einer dauernden Leistung der Repara­tionsabgaben zu sprechen und sagte: Zweifelhaft ist nur noch, ob der Zeitpunkt, in dem wir erklären müssen, es geht nid>t mehr, erst im kommenden Frühjahr oder schon früher eintritt. Diese Einsicht scheint sich jetzt aud) bei unseren Gegnern durd-zuseyen. Zu welcyem Schritt sie auf Grund dieser Ein­sicht gelangen, ob sie namentlich dazu gelan­gen, den Eintritt des Zusammenbruchs noch rechtzeitig zu verhindern, wer wollte das sa­gen! Aber auch für sie gilt, dah sie erst durch Schaden klug werden. 2lber wer möchte beur­teilen, wie groß der Schaden erst geworden fein muß, bis unsere Gegner, bis die Welt klug wird? 3n England waren im Durchschnitt des letzten Jahres l*/i Millionen Menschen infolge der Störung der englischen Wirtschaft, die durch die Verhältnisse in Rußland, Oester­reich und Deutschland verursacht ist, ar­beitslos. Bei den Arbeitslosen von nur 15 Shilling pro Kopf und bei 280 Arbeitstagen im Jahr beträgt dieser Ausfall für die eng­lische Wirtschaft in einem einzigen Jahr 6,2 Milliarden Goldmark, weit mehr, als England jemals aus der deutschen Reparation ziehen kann. Aehnlich ist es in Amerika, ähnlich in den neutralen Ländern. Die Flut des Papier­geldes täuscht bei uns im allgemeinen Reich­tum vor, der in Wirklichkeit nur Schein ist. In diesem scheinbaren Reichtum läßt sich unser Volk zur Genußsucht und Leichtlebigkeit verlei­ten, die in früheren, besseren Zelten unbekannt war und jeden, der noch einen klaren Blick be­wahrte, mit schwerster Besorgnis erfüllen muh. Wenn auf der letzten Münchener Tagung des Reichsverbandes der deutschen Industtie die Losung ausgegeben wurde,die Wirtschaft ist das Schicksal", so ist das nur die halbe Wahr­heit. Die einseitige wirtschaftliche Einstellung mit chrer Dermaterialisierung wurde uns schon einmal zum Schicksal.

Besuch zu machen, schon um zu sehen, ob meine Worte auf fruchtbaren Boden gefallen finb!

Eines Tages. Anfang März, sagte Jupp Sitten zu feinem Schwiegersohn:

3n der.Krone" zu AßmaTmShauien tft näch­sten Connabenb und Sonntag jrvites Preissingen, vierzehn Vereine haben zujeiagi. ich bin natürlich Prcisrichterobrnann! Zum Schluß singen aUe Vereine jememfam unter meiner Leitung mein Rheinlandlieb! . . . DaS mußt du hören, Henner. aus ein paar hundert jeschulten Kehlen un­bedingt!

Der sah feine Braut an. Bisher war bU. immer dagegen gewesen, baß er ein Sängerseü mit ihrem Tatet besuchte, sie hatte ihn allein gehen lassen. Der Henner war froh gewesen, baß er seine Traut den ganzen Tag für sich allein gehabt hatte.

Maria nickte.

.Wir werden mitfommen, Tatet!*

.Herrlich! Himmlisch! Henner, ba wirb bis ein Bejrifs von meiner TollStümlichteit aufjehen!'

Maria sah bem Feste aber doch mit einiger Herzbeklemmung entgegen. An solchen Tagen war bet Tatet immer sehr ausgelassen, und die besten und schwersten Weine setzte man ihm auch vor . .

Wat das ein fröhliches Geben! Und her Mittelpunkt war Jupp Sitten! Während bcs Wettstreites aber saßen bie Tausenbe mucks- mäuschenstill aus ihren Stühlen und Bänken, bie PreiStichter mit ernsten Gesichtern an kleinen Tischen und machten sich ihre Aufzeichnungen. Schulung war in den rheinischen Kehlen!

(Fortsetzung folgtj