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poßschetttoate:
Sronffurt a. M. 11686.
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Erster Blatt
rq. Jahrgang
Samstag, fl. Juni 1921
ietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
vnick onb Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch. nnö Steinbrudtrei R. Lange. Schristleltimg, Geschäflsstellc unb Drnderet: Zchulstraße 7.
AuuuhWe von Anzeige« für die lagtsnummrr Die ium Vachm ttag vorher Ohne fed« Derdindl>chk,»t. Srth für l mm höhe für nzeigrn v 34 mm Breit« irtlid) 40 TI, ouimirt« 50 TL; für Beklam«. Anzeigen von 70 mm eifitr ISOTI ve> Platz« »orfchrift 20 . Auf chlug. tzaupifchrililtitrt « Goetz Verantwortlich für Tolilik: lug ®<xtj, für den übrigen leit Dr. Bernhold'Ienz; für den Inzeigrnteil'. f)en* Beck, fümtlich in Gießen.
cutjirtrctot.
Berlin, 10.. fluni
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inxrrt von fran-
2fus dein Netche.
Die neuen Steuern.
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eii.barre Zie.e t>jri>.gen. 3u
ist TeutidXanb biraft ifen 7r.ii
Die tage in (vberschlefien.
Oppeln 10. Ium. (WB.^ Amtlich brrlauttart: Tie fta.npfta t ig fet i der
Tie Zahl der obcrichlestschen Flüchtlinge.
Berlin, 10. Iwri ,Wolff.) Tie Zahl der ober schlesischen Flüchtlinge, die chr Seim unb ihre Arbeitsstätte verloren haben, beträgt in den Lrenen Cosel 2323, Kreuzburg 466, Leobschüy 270, Oberglogau 665, Oppeln 2200, Ratibor 775. 'Viel größer ist die Zahl der Flücku Imge, die die Arbeüsslätten allein verloren haben. 2re betrögt in ixn Kreisen Corel 2510, Storuv bürg 1626. Leobschütz 1050, Oberglogau 4636, Oppeln 2300 unb Ratibor 4078.
Tie Turclrbrechung b.T Grundsätze des öcjt[dxn Vereins reckus liegt nufX nur in b.T Auslötung der bayerischen ^i iwohnernfehr unb Der ouprcu ßischen Wehren, ioroeü diese Verbände nach der, Emwaffnung rriebtütje, mit ban Vereinsrecbr oer- bie er Durchbrechung edensvnnrag in Ber
oo H ft ä n bi g hält Im übrigen Ixit de ReiclxS rtgierung vor der Stitffirllung ber Lifte selbst verständlich über bie Bed ulung, die dieser 2eil des Ultimoti m> nach Auffassung der sauptmachec Italfen sollte, vorher Fühlung netw>n:m n unb es dabei an Aufüärung über die Etat iten nnd Zn> ck der Organisation nidn fehlen lassen Nach dem Ergebnis birer Fühlungnahme ivje nach dem SBortlaut des mit dem Ulttmahim beendeten Noten- weckielS bat bie Neichsregie unq den einzig mög- liehet. Schritt getan, in Erfüllung deS Ultimatums bie Crganiiaiion Escherich fristgerecht in bie Liste auszunehmen.
rührer hat heute allgemein nachgelassen. Bev Zembowitz nahmen die Polen erneut Sprengungen vor. Im Shrei e Oppeln wurden deutsche Stell un- gen unb ber Bahn Hst von Äanbrjin vsn den '21up ständischen erneut beschissen. Die Slrtilfertetätig- feit ber Polen bn Ra i-or ist schwärzer gervirdkn Tie Olsauer Brücke wurde von den polntidien Bmiden e -nrut ge poenat Bei Ztubjicmu sanden neinem <5dA2|> feien statt. Tie Be.ö lcrung tm Jndustriegeb rt l bet immer mehr unter einer Nahriniqsmittriknckpplfeit. Mehl, Mich, Zucker, Kartofeln und Gemü e fetz'en fast gin-lich Tie Insurgenten führen nfei'crrfn große Mengen der geförderten Kohlen nad) Polen aus Tie polm- sckzen Truppen an der deutschen Ohren je wurden in den testen Tagen durch sogenannte Zollbatml- bne ersetzt.
Die Not Oberschlesiens.
Berlin, 11. Juni Wie das „B. I." aus
Eine Note Tschitscherin».
London, 10. Juni. > Wolff.- Tschitscherin hat eme gleichlaufende Nore an öfe Minrfte- rien für auswärtig-: Angelegenhr-Uen in Enr land, Fran kreich unb Italien gendu-r, rporin er erfiärt, daß der Sturz Der boliche- mistischeu Regierung in W l a b i w o u o f unter dem Schutze ber I apaner durchgeführ'. jorben sei. Die Note fteUt werter seit, daß Die Franko'en die japanischen Pläne imfer rügten uni daß alle Ententemächte Die Verantwortung dafür teuren. Großbritannün wird in bet Note feinb» ,1jc Tätig Li: in Ni cht Übereinstimmung mir Dem .'nglffch-rusiilcben Lertrase oorgeworfen. Lord
Frankreich» Flottenprogramm.
P a r i S, 10. Iuni. Haras. Tie Kammer nahm mit 468 gegen 128 Stimmen das Flotten- Programm an, das den Ban von sechs Icitfrtcn Kreuzern, 12 Zerstörern, 12 Torpedobooten, 36 Unterseebooten unb einem Flug^eugmutterselisf vorsieht. Die Ausgabrn, bie sich am mehrere 3 ah re verrecken, b. laufen sich aus 1 413 000 000 Franken
Amerikas stehendes Heer.
Paris, 10. Iuni. tWTB.) Wie bic „CIn- cagv Tribüne" aus Waslch'.glon mitteilt, sprach sich Der Senat gestern mit 36 gegen 32 Stimmen für ein stehendes £feer von 15 0000 Mmm aus 9£nt Tage Dorier war mit 35 gegen 32 Stimmen ein .Antrag auf Erhöhung ber Armeestärke auf 170000 Mann anqeiTonmm worden, der jetoch Mit RücksiclU auf das Votum te3 Repräsentantenhauses wieder fallen gelassen worden war
Ferner wird ganz unverhüllt von einem I ri<6 nicht Krieg in Kleinasien gesprochen, wo es offen- auf die £i bar den Griechen so schlecht aedt. daß die' 6«ht idjor Engländer gezwungen sein dürst mit Geld, ^rotiiant und Munition, sondern auch mit Truppen den Griechen gegen die Türken zu Helsen.
. :c.5mat rinl vor-ubrinfeit, vol kommen gründ- lo'> Beschuldigungen gegen eine andere ftfeauinna i'.chte. Tie britische Reg.erunq lehne es Mbalb ab, in irgendeinen Schitjdv^h,«! in taffer (suche
Der internationale Kongreß der Völkerbund-Vereinigung.
Genf, 10. Juni. (Wolff.) Der internationale Kongreß der BölkerbundSvereini- auna schloß gvffern feine Tagung ab. Die Ber- sammlung nahm noch eine Reihe von Entschließungen an, welche sich il a. mit dem Abrüstungs- Problem und ber Notwendigkeit eingehender Propaganda für ben Völferbitndsgebanfen b-sassen. Tie näckfftc Konferenz soll Ostern 1922 inPrag statt- finden.
bin bang mit der Pari er Note und dem Ultima^ tum gezwungen und verpflichtet. Das Ultimatum enthalt <i:e gewi'se Jnterpretarion - Friedensocrrrages, ixr wir uns nach Annaht..-' de.- Ultimatums fügen nriufen, felbi roenn dazu das Ge es vom 22. Mär« nicht ausreichte, was nach dem Leest Icfiten Endes von ber Reiche aierung zu entscheiden iit könnt-, dies nur taju Mlner, daß rin neues G-fetz zur Turdiühru. t<j Ultiniar. mi erlassen werden mü’-te Daß bi Entente die Auflösung ber Crganiiation Esch
amt von den Iirurgenten geitü i feretär Krämer wurde m ©egent jöüschen Poften verschleppt.
Beut he n meldet, wurde Tarnowih gestern nachmittag von den b ttxLfevt-n Polen!an en geräumt Der in ber Stadt durch die 3nfurgmicn angeriditete Schaden ist groß. — Im Norden ber polnischen Front, wo die Engländer vorgegangen finb, ziehen sich laut „Boss. Ztg." die Jniurgenten unter M t- nohm.- ihrer Artillerie Und Trains lang-fern zurück. Tie Blätter ntlben daß in den Städten des In buflriegebietes infelge ber dort Herr chenden Notlage Massenerkrankungen an Ruhr unb Grippe wgefcotn inb. Besonders das Kin - verelend ist infolge des Mckch- und LebenS- mitte mangels bei piellos In Ruthen wurden bai Ci ei babnnwfd', inen amt und das Betriebs (imt von ben In'urgenten geftü mt Der Ober-
t gefordert haben würde, wenn sie nichts Curzon hat durch feinen Sekretär antworten „ ,r ... „ L,,. ufe gcietn nwrden wäre, ist irrig T\^. 1 affen, die Note fei nicht annehmbar,
bar den Griechen so schlecht geht, daß die« Idon darwis bertKr, daß Ofeneral Nvllet,> ba es n»eder Brauch noch für guh Beuelmni.-n
rc—fs***“*- ---*— f-1- *ten, nicht nur' amtlrch ickwn m tgeteilt nvrbcn ist. nach liebet orderlich fei. daß eine Re'iiermig ohne genügendes
, i'eiamng der Lifte die e tetzt noch für u n . e.ie.iSmal rial vor-ubrin gen. volkmimen gründ-
Einhaltung der Entwaffnungzfrisk.
Berlin, 10. Juni. Wolff.) Gestern lief die von bet interalliierten Koni roll kommisiion gesetzte Frist zur Ablieferung ber schweren und eines Teiles ber leichten Waffen der Einwohnerwehren ab. Es läßt sich jetzt be rnld fieber üb. rsehen, daß es — namentlich in Verfolg der Entschließung der bayerischen Wehren nir freiwilligen Daffenabgabe — gelungen ist, diese Frist einzuhalten.
Berlin, 10 Junt. (Wolff.) Amtlich. Tie int „Der.inet Lokalw ze ger" wi. detgegebene Aus- fühnmg des Forstrats Escherich über bie Auflösung der Organisation Esche- r i ch beruht auf unrichtigen Annahmen.
Hus dem besetzten Gebier.
Rhrinische Protkstk.
Ä-obfen», 11. Iwri. Sämtliche Parteien des Ml-einland-s von brr DeutfdcuUenden Vvffs- txrrtti bis zur So»ialdm«kratffch n Partei Laben in eurer gemeinsdaiffich-n Tagung in lkvnigS- rcinte- eine ErMchiiehung g--feßt, in ber gegen dreZwangsmaßnahmen am Rhein trro* teiiert wird Es wird auf dir -unebm-mde Arbeitslos igfc i t infolge der ZwangLmoßnatz- ^zj, hmyrTPf*ren Auch gegen die Verwendinr.; schwarzer Truppen unb du Bermrhri ng ber D satzungstruppen wird schörffter Pvotest erhoben
Tic Bkfugoiffe der üfliierltn Zollbkamten.
Kob lenz 8. Zum. (Dolff.) Die Interalliierte Rheinland - Kommis- fton hat eine Verordnung Nr. 88, betreffend die Befugnisse der alliierten Zollbeamten, erlassen. Diese bestimmt im wesentlichen folgendes: Die alliierten Zollbeamten haben in Abwesenheit der deutschen Beamten oder in Fällen, wo diese sich weigern, die ihnen gesetzlich obliegenden Verpf'icchtun- gen pi erfüllen, die gletchen Befugntsse wie diese Beamten, soweit es sich um die ^feffr stetlung und die Unterdrückung von Zuwiderhandlungen gegen die Arllbesttmntungen handelt. Tte Berichte und Lernehntungsproto- lolle, die» sie zu diesem Zwecke verfassen, werden entweder nach den Vorschriften ber l'fefetzgebung ihres Landes oder in den von der deutschen Gesetzgebung oorgeschriebenen Formen ab^esaßt. Die Verordnung tritt sofort in Kraft.
Die britische Reick>skonferenz tritt demnächst zusammen. Im Bordergrund der Bc ratungen steht die Erneuerung des Bündnisses mit Japan und das Verhältnis zu Amerika. Bei dem Ringen um die Oberherrschaft im Stillen Meer muß eine Verteilung der britischen Seestreitkräfte unter Berucksich tigung besonderer Wünsche Australiens, Neu- seelands und Canadas erfolgen. Das Verhältnis Amerikas zu Japan, der Streit um den Besitz der ehemals deutschen Kabel und die Nachrichtenwege im fernen Osten ist noch un- aellärt. Ferner, wie sich in Zukunft das Matsrechtliche Verhältnis der innerlich immer fester, mächtiger und unabhängiger werdenden Dominions zum englischen Mutterlande gestalten soll?Das alles sind Fragen von n>cltbe»vegender Bedeutung, die auf der britischen Reichs Konferenz zwar nicht endgültig gelöst, aber immerhin besprochen werden müssen. Man sieht, daß Lloyd George und sein Kabinett alle Hände voll zu tun haben und vielleicht froh sind, wenn sie durch die Verschiebung der oberschlesischen ^ragc einen ernsten Konfliktsstoff mit Frankreich vorläufig ivenigstens aus der Welt sck>affen können. Für uns mag das wenig tröstlich sein. Mer es ist besser, die Dinge Jo zu sehen, wie sie wirklich sind, statt sich avermals in falschen Hoffnungen zu wiegen.
Auch die fran^ö(ifd)e Regierung bat keinen leichten Stand. Im französisck)en Kabinett sck>einen sich ernste Meiimngsverschiedenhei- ten zwischen dem Finanzminister Doumer und dem Wiederaufbauminister Loucheur ergeben zu haben. Doumer ist plötzlich erkrankt, ob nur politisch oder wirklich, bleibe dahingestellt. Briand ist natürlich viel daran gelegen, in der kritischen Lage, in der sich die sran,zösische Regierung überhaupt befindet, die Gescylossenheit seines Kabinetts nach außen nicht durch innere Zwistigkeiten durchbrechen zu lassen.
In der nächsten Zeit steht auch die zweite große Tagung des Völkerbundes bevor. Als Vorbereitung dafür findet zur Zeit in Genf eine Konferenz der vereinigten Völkerbundligen statt. Es ist fürwahr ein merkwürdiger Bund, der zur Förderuirg unb Stütze einer solchen Reihe von anderen Bünden bedarf. Nunmehr scyeint sich ein Wandel in der Richtung vollzogen zu haben, daß die Aufnahme Deutschlarrds in den Völkerbund selbst empfohlen wird. Da gleichzeitig Präsident Har- ding daran zu gehen schein:, seine Pläne zur Errichturrg eines anderen Völkerbundes durch weiteren Ausbau der Beschlüsse der Haager (ereilen auszuführen, wird sich hoffentlich die deutsche Regierung nicht zu einem voreiligen Aufnahmegesuch an den Genfer Völkerbund verleiten lassen. Es ist vielleicht besser für uns, abzuwarten, wie sich in Washington die Dinge gestalten werden. Präsident Hardiny hatte allerdings versprochen, sofort nach seinem Amtsantritt den Frieden zwischen den Bereinigten Staaten und Deutschland herzustellen. Am 4. März d. I. trat er sein Amt an und wiederholte sein Bersprcckien. Heute schreiben wir den 9. Juni, der Friede ist aber noch nicht wieder hergestellt.
meine Z i uni" bc dfjntt ti Nahri' t b ka - anzeigcrS", oaß die S o z i a l b c in o t r a t c n itzre Zustimmung zu der gevlmiten Steucrerdö- bu n g von ber Verdoppelung bet Reich»- notopsers abhängig machen, al» nicht zutreffend
7lu» dem Reich4wirtschaft4rat.
Berlin, 10. Juni. Daö Han- fetzt zunächst de Beratung bcS Branntweinnwrn'vvIS fort.
Es folgt der Dericlit bc4 sirairzp>litife)en Ausschusses zum Antrag Beinlxnb, den 8 45 beS la» barsteuergcsetzrs darin nbsuäubem, daß der versteuerte Banb.-wlepreiS nid* langer Mindest' pieis für Zigarren und Zigaretten bleibt.
Berickrterstatter Bernhard verweist ans bie verhültttiSmützig giosfen Sprünge, welch- de Preitz- abimfungm namentlich bei den Z-garetten morfwn unb feine ;3roi dxmfuife yilaff n Kr-iusfaUs lei die Mindestpreis mit ber Beftpucrung zusammen geschachtelt werden.
!öandl>.w rr tr La n ge -Mogdelturg verweist auf die cntgegenstehenden Jntereffen des £><mbel# Jrn Ausschuß fr. nur bie Industrie yu ©ort ge- fion.men Er beantrage Zurückvenv i ung an ben ?ludid)u6, um erst Sachoeritündige des Handels zu hören.
yrbeitnehmerDertreter Fürstenberg widerspricht. ES Kien Oachverständig- gehört worden. Wenn sie sich nicht offen ausgesprochen hakten, sei daS ihre Schuld. Andererseits seien bisher fthon 77 000 Arbeiter der Zigaroenindustrie ar- bcitslov. Daher müsse schleunigst bafür gesorgt werden, daß die Zigarren billiger würden. Tel Handel müsse eben nicht zuviel verdienen wolle».
Ter Antrag Lange wirb abgelehnl, ba Antrag Bernhard angenommen.
Gkneralsttkik in ganz Bayern.
München. 11. Juni Wie die Blätter an- München melden, haben bie bäuerischen foiialtfti- fd)cn Parteien um die Genehmigung einer Mas en- protestvsriammlung unter freiem Himmel nakh- aesucht. die ihnen jedoch verweigert wurde. Dte sorialiftischen Pattnen rufen trotzdem zu einer gemeichchaftlichen Pw estkundgebuwi geien die Ermord u n g Garei-' auf, die Sonntag nachmittag in dem Aii-stelluna-vark ftait'inbm soll. Nach einer Meldung de- „Vorwärts" ist die AuS« behnung des Generalstreik- auf da- getarnte Gebiet Batierns beschlossen worden. — Nach einer weiteren Mtlbnng des Blat'e- hat da- Telegravhenamt auf Befehl ber Polizeidirek rin alle Fernfviechleitunaen nach bem Gewerchcha t-'au-, dem Sitz der General- ftmfi.ihmg, gesperrt. Die Po ije' hat im Genferk- schaftslau- Hau-fuchunn nach 3trrifflunblflttcrti horqennmmcn Auf ben Straffen wurden die Gene- ralstreiffluablätter befchfegnochml unb die Verbreiter fest gestellt.
Beschlagnahmung der Roten Fabne.
Berlin, 10. Ilan. Tie gefrtgt Ausgabe der „Roten Fahne", bie in einem Artikel: ..Rieder mit der weißen Schandjustiz" febouptet bn'te. t»ß dieaußerordentlichenGerichte Cber pnet Iahrlaufende Zuchibau- unb G 2710" is i bt kommunistische Arbeiter trrWfli hätten, ist laut „TeMfcher Allg-mnner Zei'uiufe^ Wien Aufreizung i u m klaffen ba» durch unwahre Be- hruptiaigcn beschlagnahmt hxrcbciu
WothenrürfbHcL
Seit bie Regierung sich das Vertrauen einer Mehrheit zu sichern wußte, hat Reichs kanzler Dr. Wirth noch zweimal (Gelegenheit Qriwrnmen, fein Programm ausführlich bar- tzutttn Im Reichs Wirtschaftsrat suchte er Un terstühung *ur loyalen Erfüllung des Ulti matums unb sprach mit ziemliü-em Optimismus über die neuen Steuern, ivobci er allerdings bie Frage der Goldwerte in porsichti nem Bogen umgintz. Die zweite Gelegenheit bot ihm ein Interview des Berliner „Matin"- Äorrefponbcnten, in dem er von jedem Deut- fdfe-n freudig aufgenommene Worte über Oberschlesien fand, die auch auf die Leser des ,,Watin" ihre Wirkung nicht verfehlt haben werden. Daß der Reichskanzler dem Bertre- tre eines der deutschfeindlichsten Blätter diese Unterredung gewährte, ist aus tat* tifrfyn Gründen nicht zu beanstanden. Weniger erfreulich war aber, daß Tr. Wirth dem anmaßenden Ton des Franzosen gegenüber ritte deutsche Antwort schuldig blieb.
Die oberschlesische Frage hat inzwisckfen immer noch keinerlei Klärung gefunden. Es ist ein merkwürdiges Spiel, das bie Entente- Mächte in Oberschlesien biplomatisch unb militärisch miteinander, mit Deutschland und Polen, spielen. Ausnahmslos alle eng- liscl)en Berichterstatter in Oberschlesien melden ihren Blättern, daß die Haltung der bentfdfen Bevölkerung musterhaft sei. In der englischen Presse wirb einmal über das an* bere betont, daß ber Ansprtlch Deutschlands auf den Besitz Oberschlesiens, vielleicht mit Ausnahme der Kreise Pleß unb 9h)bni( burch- au5 berechtigt sei. Die Entsendung der englischen Division unter General Hemker spricht auch dafür, daß die Engländer mit Ausfüh mna der Absicht, in Oberschlesien Ordnung «u scl^asfen, Ernst machen wollen. Der furchtbare Hilfeschrei der deutschen Frauen aus Kattowitz, bie anbauernden Berichte über entsetzliche Greueltaten der Polen, lassen bestenfalls erkennen, daß bie Engländer bei der so-- aenannten Säuberung mit gewohnter metbo- oifdHT Langsamkeit Vorgehen. Im vollen Diderspruch dazu steht das auch im Ton ungemein schroffe Ultimatum, das die Interalliierte Kommission dem General Hoefer zugestellt hat. Es hat sich herausgestellt, daß diese Slote nicht nur die Unterschrift Le Ronds, sondern auch diejenige des italienischen Kommissars be Marini und sogar des neuen englischen Kommisiars Sir .Harald Stuart trägt Mit dem angeblichen Wohlwollen der Engländer ist jenes Ultimatum an General Hoefer also schlechterdings nicht in Einklang zu bringen.
In einem gewissen ursächlichen Zusammenhang damit steht vielleicht ein zweites merknmrdiges Ereignis. Es ist den Franzosen fielungen, die Engländer und Lloyd George dwn soweit mürbe zu machen, daß der englische Ministerpräsident fein Drängen nach baldiger Abhaltung der Ententeloiiferenzaufe gegeben hat. Er hat eingewilligt, daß bie Konferenz frühestens Mitte Juli nacb Eiw treffen eines eingehenden Berichtes Sir Harald Stuarts ftuttfinben soll Dadurch ist die ebenfalls von Frankreich aus Berschleppungs- absichten vorgeschlagene Entsendung von Sachverständigen überflüssig geworden. Es hat seinen Zwrck, die Entscheidung über das «chicksal Oberschlesiens aus eine Reihe von Woclfen zu verschieben, vollkommen erreicht. DaS legt die große Befürchtung nahe, daß es aud) seinen Hauptzweck, durch bie aiv dauernde Verzögerung die Engländer gefügig zu madyen und dann Oberschlesien in der Hauptsache den Polen zuzusprechen, erreichen wird. Dir müssen diese Tatsache und den Zusammenhang der Dinge stets im Auge behalten und uns nicht durch papierene Versprechungen irreführen lassen.
Die Versck)iebung der Boulogner zronfe- renz mag den Engläichern aus manchen Gründen ihrer auswärtigen Politik nicht unwillkommen sein. Zwar scheint die größte augenblickliche Sorge der Bergarbeiterstreik zu irin. Rach den jüngsten Meldungen steht sein Ende bevor. Aber in Irland geht noch alles drunter und drüber, nicht viel besser als in Oberschlesien. Eine kurrc Erörterung im britischen Unterhaus hat in den letzten Tagen ein neues Streiflicht auf bie irische Frage und deren internationale Bedeuttmg geworfen. Was ein von Parlamentsmitgliedern inie von ber Re aierung als Eingriff in bic inneren Angelegenheiten Englands schroff zurückgewiesenei Derick)t einer amerikanischen Untersuchungskommission ermittelt hat, ilt für englische Methoden der Zivilisation und Menschlichkei! geradezu vernichtend. Die Veröffentlichung , eines solchen Sdwiftstückes und sein Eindruck dürste auf das Verhältnis der beiden Länder nicht gerade fördernd eürwirken. Dazu kommen Zve Zu stände in Aegypten und Indien, die gleichfalls alles andere als rosig sind
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