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Nr. 108 Zweites Statt Gießener Anzeiger (Gencral-Anzeiger für Gberhesfen)

Mittwoch, U. Mai 1921

Vie neue Negierung vor dem Reichstag.

Ttendtat, 10. Mai 1921, 9 Ufr oknw.

Um 9 Ufr abrnoS nnrb bie irrfprmi^(id) aut

Ufr angeteyie Sitzung eröffnet To? Haus tfl httfr befe&t. T« Tribünen sind bis auf ben "Ötm Plan gefüllt imb in den Diplomatenlogen vorn *aMrei fr Vertreter der Eurem- und neu raler Staaten. Ter neue Reichskanzler T r. Wirth nimmt mit den Mitgliedern feines KabmettS am RegienmgStiscfr Platz.

Um 9 Uhr abends eröffnet Präsident fiöbc die Sitzung mit folgender Ansprache: Ter Reichs­tag hak sich versammelt, um eine Ent scheu» m g von unabfebbarer Tragweite zu fällen. Indern ich die Sitzung eröffne, gebe ich dem Wunsche Aus druck, baß unsere franbhmgen von dem Ernste getragen fern mögen, den die geschichtliche Stunde !in» gebietet

Unter den Eingängen befindet sich die Er fiänmg der Alliierten vorn 5. Dcai mit der, ReporatronS Verpflichtungen, ferner ba5 Abkommen zwischen der deutschen Regierung und der russi lcfrn sozialistischen Sowjetregierung über die Er­weiterung deS Tätigkeitsgebiete- der beiderseitigen Delegationen.

Zur Entgegennahme einer Erklärung erhält der neue Reichskanzler Tr. Wirth das Wort.

Reichskanzler Dr. Wirch:

Meine Tarnen mtb Herren! Der Reichspräsi­dent hat mich ersucht, die Kabinettsbildung zu übernehmen und ich habe geglaubt, in einer so ent scheidungsschweren Stunde mich diesem Rufe nicht versagen zu dürfen. Zu Reichsministern sind durch den Herrn Reichspräsidenten ernannt: Reich? kanzlet Tr. Wirth, der dis auf weiteres auch das Portefeuille des Aeuheren übernimmt, Reichs schatzm inister und Stellvertreter des Reichskanz­lers Bauer, Reichsminister des Innern Tr. chradnauer, Reichs Minister der Justiz Schiffer, ReichSarbeit-s Minister Tr. Braun, ReichSwitt- schaftsminister Robert Schmidt, Reichsministrr für Ernährung und Landwirtschaft Hermes, Reichs- nrlrrmintfter Tr. Otefeier, Reichsverkehrsminister, <Sröner, Reichspostmimster Giesbetts Tas Reichs- sinanznnnistrrium ist vorläufig unbesetzt. Ergän­zungen des Kabinetts sollen m Erwägung aller Tür seine Zusammensetzung wesentlichen Gesichts­punkt unverzüglich in Angriff genommen tveroen.

Die Ausgabe in dieser schweren Stunde ist, die Entscheidung des Reichstages über das Ulti­matum der alliierten Regieiimgen fcrbdyi führen. Im Hinblick aui den Ablaut der Frist thur id\ Sie bitten, Ihrer Meinung durch unverzügliche Ent- schlietzung Ausdruck zu geben. Es bleibt uns ferne andere Möglid)fett, als Annahme oder Melmung. TaS Ja bdKutet, dafe wir uns bereit «erklären, die schwelen ftnanziellen Lasten, bte man jafr Tür Jahr von uns fordert, in freier (Arbeit zu .tragen. Tie Ablchmmg aber würde bedeuten, bie ZwangSroststreckUag unserer gesamten Bolksnnrt- schäft, würde lebcufrn Sklavenarbeit unter Aufsicht tendlicher Ba.vnerte, würde bedeuten bee Ausltz- rcumg der Grundlagen unserer ganzen industriellen Tätigkeit. Tv Bcrrcifeung unseres fto stark ge- id'toä(6tm Wirtschastskorvers imb der Niedergang unseres ganzen Erwerbslebens wären die Fragen. Aber noch ungeheuerlicher konnten sich stne Wir­kungen aus wachsen für unsere politische (Eriftmj, für unter Reich ,(E8 steht mehr als Geld und Gut mn "bem Stvele. (Sehr richtig.) CS txrrfett sich um bie ganze Zukunft unseres hartgeprüften, qelselten Vaterlandes Tas deutsche Voll ist zu den grdfe'cn materiellen Opfern bereit. Tie beutide Regierung nimmt aus diesem Grunde dos Ultt m atu in an. Tie Verantwortung für die welftmri- schaftliclien folgen des Ul imatums liegen bei der Gegensd t. Nur durch Leistungen können wir un­sere Ge,mer von der Aufrichtigkeit unseres Wt - lenS überzeugen und fetd -ich die Atmosphäre schat­ten, in der eine erträgliche Handhabung der Lon- doner Beschlüsse im Rahmen unserer Leistungs­fähigkeit gescke'en Tann. Turch Annahme des Ul­timatums beseitigen nnr die drohend' Besetzung dcS RüdrgebreteS. Tic vielfach geäufeerte Mn mmg, datz eS auf leben Fall zu einer Besetzung des Ruhrgekietes JF.mtmen würde, findet in dem Ultimatum Ferne Stütze. Nach feinem Sinn und Wortlaut l-ebeutet die Annahme d s Ultimatums (terdbc die Berhü d'rung der Besetzung des Ruhr- gebietes. Tafe wir fei dieser schweren Entschliefe an g unseren Blick auch auf Lberschlesien richten, bedarf keiner BegiüNferna. In bie'et Hinsicht vertrauen wir fest auf 'das Ergebnis der Bolksabstinrrnung. Worauf eS jetzt anfammt, ist, dafe die alliierten Regierungen den von polnischer Seite gemachten Versuch, eine allem Recht Hohn sprechende voll­endete Tatsache zu schaffen, nicht dulden werden, und baß auf keinen Fall ein polnischer Diktator die wenigen Reci.le, die unS der Friedensvertrag

I noch gibt, imi Füfeen tritt. Dieser Frieden sver- j tvag, der unS iv gigantische Lasten aufcr.tfr, b irgt fttr bie allnetten 9leniemngn auch heilige Pflich­ten. Tie nai gebildete Regierung empfiehlt Ihnen nach genriffenbafter Prüfung bie Annahme fes Ultimatums. Beifall.

Das Haus tritt sofort in bie Besprechung ein. nur bie sozialdemokratische Reichstcmsfmkrion gibt Abg. Wels eine Erklärung ab. die betagt: Tie Vvlitische Verantwortung für die Annahme und btf Äusnibrung des Ulimvatums liegt nach Ansicht der sozialdemokratischen Reiclstagsfmltion bei fern Karteien, bie am meisten zur Verlängerung des Krieges und zur Vermehrung feiner Lasten bei* getragen haben Ta aber jene Parteien in s.-diver- Uer Stunbc versagen' und auf einer Politik be- barren, bie die unmittelbare Auslieferung deut­scher Landesteile m Feindcshand in sich trägt, hält es die sozialdemokratische Reich nagsftaktion für ihre Pfticht, die von beit eigentlichen Verant- irortlid.en an Ltiüi gelaise.« '.lufgalx $u übet nehmen. Tie sozialdemokratische Reictstagsnaktwn hat daher ifre Tellnahme an einer Regierung be schlossen, die durch Annahme des Ultimatums Teutschland dvr den unmittelbaren katastrophalen folgen einer Besetzung des Ruhr geb ietes retten und den ehrlichen Veriuch machen will, das uns Auferlegte nach bestem Können zu erfüllen. Zur Lösung ihrer schweren und terantiDortlidxn Aus­gabe bedarf bie Regierung Ihrer Einsicht unb bin gebungsvvllen Unterstützung der weitesten BvlkS- freife. i Leb Hafter Beifall bei den Sozialdemo­kraten.)

Abg. Trimborn gibt namens der Zen­trumsfraktion eme Erklärung ab, in der es lieifet: Bei Erwägung ber Gründe für und gegen bie Ab­lehnung des Ultimatums haben wir es für wahrscheinlicher geb alten, dafe das Deutsche Reich imb das deutsche Volk bei ber Annahme der For­derungen der Alliierten in seinem Fortbestand weniger gefährdet sei, wie bei den mit ihrer 2ll>- lehmmg emtrftenben Wirkungen. Im Falle oer Ablehmmg tritt die Besetzung des Ruhrgebietes sofort in Kraft. In der lieberjeugung, dafe es für bie Erhaltung und für die Wiederaufrichtung Deutschlands keinen anderen Weg gibt als die Unterschrift der Reichsregierung, haben wir uns entschlossen, unsere Zustimmung durch unser Ja ztum Ausdruck zzi bringen, womit wir zugleich die Erfüllung unserer EntwasfnunySzusage aus- sprechen. .Dem Kabinett sind wir bereit unser Vertrauen auszusprecfrn. (Beifall im Zentrum.)

Abg. Dr. Stresewann (D. Bpt ) : Unfern Fraktion ist einmütig der Auffassung, datz bie uns in dem Ultimatum zugemuteten Leistungen unmög­lich erfüllt werden können, ohne zum Zusammen^ bruch des Landes zu führen. Tas Ultimatum er­folgt zu einer Zeit, wo unsere Grenzen noch nicht einmal feststehen, und nötigt uns in der Zeil schwerster Gefahr, unsere SBefr im Osten au fern- heben. Zudem haben unsere Forderungen aus Ga­rantien bezüglich ber Aushebung bet Sanktionen bislang keine befriedigende Antwort gefunden. Aus diesem Grunde haben toir unsere Zustimmung zur Unterzeichnung des UQvnaturns nicht abgeben können.

Abg. Hergt kD.-sNatk ): Die Regierung ruht auf schwachen 'M feen. Die Regierung der Sozial­demokratie schiebt die Verantwortung dem Bürger­rum zu, obwohl sie weife, dafe die von ihr ange­führten .Behauptungen nicht zutreffen. ES .gibt niemand im Volke, ber bie im Ultimatum fesb- gelegten Bestimmungen für durchführbar hält. Der ganv Auswärtige Ausschuß von rechts bis links stand ebenfalls auf diesem Standpunkt. Tie So­zialdemokraten können daher jetzt die Verantwor­tung nicht ablehnen dafür, daß die deutsche Ar­beiterschaft in ^viderstandslofe Abkßingitteit vom Auslande gebracht wird. (Pvotesle links.) Ter Reichskanzler hat erklärt, bvr Ablehnung würde zur Sklaverei führen. In Afrika hat mnn die Sklaverei abgefdyifft, aber durch dieses Ultimatum wird sie bei uns eingeführt. Tie vbersÄesische Frage wird zweifellos durch die Annahme des Ultimatums in em neues Stadium gebracht. Ge­wisse englische Zusicherungen sollen dafür sprechen. Tas bezieht sich aber nur auf gewisse Bezirk Oberscklesiens, nicht auf ein ganzes, ungeteiltes Oberschl.es ien. Die Regierung gibt sich also hier zu grafe en Illusionen hin. Solange uns nicht bündige Versicherungen torfiegen, dafe uns ganz Oberschlesicn ungeteilt zu fallen soll, können wir das Ultimatum nicht annehmen Teshalb haben wir uns zu unserer Stellungnahme durchgerungen. Es handelt sich hier auch nicht allein um Gelt) und Gut, es handelt sich auch um moralische Ge­sichtspunkte, um die deutsche Ehre. (Proteste unb Zurufe der Abgeordneten Bartz und Rem­mels, die einen Ordnungsruf erhalten.) Empörend ist das Verhalten ber Entente gegenüber ben Polen Empörend ist, datz man durch Jen Enlwafsmrngsalt neue 3nnehadt in Te ftchland säen will. Unter diesen Umständen mußten wir nein sagen. Wenn wir bie Folgen des Ultimatums

nicht tragen, wenn wir nicht fofart entwaffnen tomten, erfolgt am 31. Äa. a bwb der Em- marfeb. Das taU da bie Atempause nützen? Im Gegen teil, bc. Gegner ersuch, daraus, bai; nnr uns gegen ferne Uejctgnf.e sträuben, bau nnt uni nttfr alles gefallen lassen. Zusammensassenb et- ttare kd namens meiner Frvkfton: Dir leimen tne Annahme des Ultimatums ab. nvil e> mienülldar m und fente Annahme bas deutsche Volk üi kurzer odr nncb.t in trfefbc Lage wie heute br itgai nrüI^c- und weil das Verlangen derÄburtrilung ber hwnorm ten .'tncff&eibnifcer mit fee bc Leutschlm ds nickt ueiträglid) ist weil die Euk- wMniunqssvrderung die Sicheichdt b. Reiltes na di aufeen und nach innen gefährden würde, un' weil ixe <'=>0rauhe nrbenmrr i das bcuh.tr 'V.Nk a s der Rdde Ixt jeltsta btigcn 'Jianoiien streilen nnrh, imb weil auch unser«' .stinder m b Ztzindes Inder zu Sllaven unserer fointv würden. Dir Abi eh mmg würbe uns schwere Ldve.i uub Crtcr drmgen. aber wir tonnen eine erträglich.- Gestaltung .'er jfoiedensbedingungen nur erreichen, wenn liniere ttembc enmtül unseren festen Wille'' zum ricmalai SelbstbeNmsitsem sichen. Sie wollen fet ten Frieden, svndern die Vernichtimg Teurchlands Wir wollen uns fetbit treu bleiben Dir w.'llen nicht (Gewaltpolitik, wir wollen Zukunft. r-'Ittif trdben. Einmal wird Tcutfdianb iri br stark int Rate ber Völker sein. (Grafrr Lärm limc Hipp bipp, Hurra!» Wenn nicht alle Teile un­seres Volkes b.ee Ansicht teilen, müssen ive t - stens bie, welche an bie 'chikunft TritfdH r d> , l.in- ben, die Hoffnung aut lieffere Zei en waü> halt-n Lärm links. 'Zkifall und Händekiatsdrn au* ben Tribünen, das ber Präsident rügt. Zisct^n )

Präsident Löbe rügt, daß der Abg Hergt eine vertrauliche Mitteilung des Ministers des Aeutzern aus bem Auswärtigen Ausschutz hier wiedergegeben hat. Er bedauert dies und bittet bie weiteren Redner, solche Zitate zu miterlM'fen.

'2rba. Le de bou r (U.S.): Die unabhängige sozialdemokratische Reidtstagsftaklion ist zu dem Ergebnis gekommen, daß die Regierung das Ulti­matum unter dem Zwange der angedrohirn waltmaßnahmen annehmen muß. Wir verurteilen den Vertrag von Versailles als einen Gewalt- frieben bes siegreichen Imperialismus, ebenso die wirtschaftlichen Folgen des Ultimatums als eine schwere Schabiaung für die Arbeiterschaft. Tie Besetzung bes RuhrgebieteS würde eine Arbeits­losigkeit von bisher nicht bekannter AuSdeknunq herbeiführen unb bas deutsche Wirtschaftsleben völlig zerrütten. Die katastrophale Erscheinung würde noch verstärkt werden durch die Ablehnung ber forberuna ber Entwaffnung und ber Ver­urteilung der Kriegsverbrecher. Die Entente könnte es als BSswllltgkdt Deutschlands auQlcgcn und von diesem Gesichtspunkt aus die Entsdieidung über Oberschlesien zuungunsten Deutschland? 'ällen. Das ernstliche Bemühdt, mit ber Durckftihrung ber Zahlungen zu feg innen, schafft dem deirtsctvm Wirft chastslefen eine Atempause. Die unvermeid­lichen Folgen ber verderbenscbwangeren Entente­politik werden sich bald in den (Entente!änLrm zeigen, wumal fei der Arbeiterschaft. Die An­nahme deS Mtimatums ist das kleinere liebet Wenn eine Partei in dieser Stunde die Pfticht hätte, an ihre Brust zu schlagen unb zu sagen: Herr, fd unS ©ünbern gnädigso ist es die Derttschnationale Pa ttd. (Heiierkeit > Diese Hetzer! Nur die totale polittsche Unfähigkeit dieser Leute ist ein Entschuldigungsgrund für ihr Verhalten. Den Rdchskanzler aber nehmen wir beim Wort, wenn er von der Freiheft bes deutschen Volkes spricht. Ick erster finde muß er eine allgemeine Amnestie für alle Pol irisch Berücket ten Jfeie Patteiunterschied erlassen. Die Ausnahmezustände müssen fallen, die Sondergerichte feffeitigl werden. Das sind die Taten, die wir von ihm Bertingen und eüoatten. (Beifall auf der äußersten Linken. >

Abg. Haas (Dem.): Jeder bcutfdx Mann hat in dieser Frage wohl in schwerer Gewissens­not dagestanden. Auch wir schämen uns nicht, zu sagen, dafe auch fei uns bie Anschauungen ge­trennt fnti>, wenn wir in bie Zukunft ffrtuen. Wenn wir auch zu feinem Votum gekommen sind, sind wir uns über be B-duftoig der Frage klar Redner dankt, den Engländern und Italienern für ihre aufopfernde Haltung in Ober schien en und sagt zum Schlufe: Wer selbst wenn die Unter zeichnung jetzt erfolgt, sind wir der Auffassung, dafe damit ber Versailler Vertrag nicht frnTällip wird, sondern dafe damit die Paragraphen, die eine Nachprüfung unserer Leistungsfähigfeit betreffen, bestehen bleiben, und daß jeder Verstoß gegen den Vertrag unsere Gegner zu neuen Sanktwnen Der anlassen wird. Wenn das Ultimatum angenommen wird, müssen wir alle uns auf ben Boden dieser Annahme stellen. Wir dürfen bie Regierung bann nicht sabotieren, und jeber Patteigegensatz muß zurücktreten. Hier handelt es sich dann um bie Erislenz des Reiches Wir werden bann bie Re aienmg unterstützen, und wir hosfen, dafe die Regierung noch eine Verbreiterung erfahren wird.

Alig Köhnen JMnrn.k ?ie Illiterz idrnm^ tfbrufrt Hunger für das beuhdx Volk Aber btr bin iiTltdru Paririen werfen aiidintrtu ein Gramm fern ihrem DoRie.en atnxtKm Ten ?ln wiMl.cn, Ylrbtr.em undikamien erden alle Lasten «nil» gebürdei. Ter Adx arndentag soll fallei gd.n- fen und btr Arleuer no>ft mctxr mitstrurrfef mrr* txm, um b:<- 'Fruburhrn 11 heben Edens' fallen die .stlruil'crriebe ; i Gunsten ter Gratzl»eiitebe be- jdttgt Werken. Dir foifent aurt» bi Amnestie. Ater wir sind übenmigt, datz es fernen .iueck biben wild, beim b Stoninnnriiini neben ia .nifert-ilb ber Okfcu Mit Rußlanb un Blinde nnlrtx «4 rdne o'.erfülle isüe foagr gefeit tz'ed.iei vertieft (.'dann eine Erk äruna inner Parier, \ i der er iwhnuil ' gegen b.e fapiiahi i ' und imrena- listische Voll i p.o e irrt Tci Rcaicru ig wird bas Recht beim Len, int Namen ber b urfden An- beitersdxift zu banbrln.

Namens ber Bauens den Voikspotte' eiffärl Abg. Tr. Heim: Dir iiiimnnt gegen bas llltv mahnit, weil wir babirrd) indjt mi einem o.rucrn- ben Frieben kommen. Tic Regierinm habe die e\iu!lung brr ülvcrooimnenai Verpft i^rungen zu feilten, io Weit sie erftUIfen seien Db baS nicht brr Fiül sd, könne biese Eriüllung nufr irrtanflt werfen Tie Entwaffmmg in Baiern trifft feine miiitänfdte Einrichtung, fonfern eine nm ben foAtalbonafraicn ge chaffene Sclbftitbutwrganiia ritm, bie nicht unter bie Bestimmun-ien feS foir- fenSvettrages von Versailles fällt

Ter Änttag Müller Franfen unb Trim« hot n, in fein her ReidiStag sich damit dnven- flaiifen erklärt, daß bie Reidisvegirrung die im Ultimatum geforderten Erklärungen abgtbt, wirb sodann in namrntlidrr Wsftmnving mit 221 gegen 176 Stimmen amrrnomnn'n bei . inerStimm- entI?a1 hing. TaS Ergebnis Wird von der Rechten mit Pfuiiiffen ausgeiwmmen.

Nächste Sitzimg Mittwoch 2 Uhr: st feine Bor- dagen

Schluß 12' , Ufr nachtS

Deutschland al; Käufer In den vereinigten Staaten.

(F.P.S.) Im Mrmat März verkaufte Amerika an Deutschland mehr Baum­wolle als an jedes andere Land. Die Be richte bes Eeiffur-Bureau weisen aus, bafe 105 788 Balleii (1 Basten 164,2 Kilogr.) im genannten Monat nach Deutschtanb ab- gegangen sind, während die Bereinigten Könitsreiche, sonst ber beste Käufer für ame­rikanische Rohbaumwolle, mir 61 490 Ballen erhielten, weniger noch als Japan, bas 87 030 Ballen kaufte In ixn drei Vierteljahren bis zum 31. März sind 830 190 Ballen im Werte « von 85 001)000 $ nach Deutschland exportiert worden. Vor dem Kriege nahm Deutschland durchschnittlich jährlich 2 250000 Balten ame­rikanischer Baumwolle ab.

Auch im Februar erhielt Deutschland mehr Baumwolle als jedes andere Land, näm­lich 117 135 Ballen gegen 116 285, die nach England gingen. 93 587 nach Italien, 66 349 nach Japan, und mir 25 570 nach Frankreich. In den 8 Monaten, bis zum 1. März, hatte Deutschland noch an fünfter Stelle hinter Eng­land, Frankreich, Japan und Italien zurMge- standen.

Von der amerikanischen WeizenauS- f u h r nahm Deutschland im Februar 4 008 000 Bushels auf und stand damit an zweiter Stelle nach England mit 4 614 000 Bushels und vor Italien und Frankreich mit 2 780 000 bzw 1609 000 Bushels; be-üat. der Mehlausfuhr stand es an dritter (stelle nach Polen und Cuba.

Die amerikanischen Kupferexporte im Februar gingen in erster Linie nach Teutschland mit 20 725000 Iba. gegen 18970000 Iba., die nach England, unb 10 242 000 Iba, bie nach Frankreich gingen. Meichfalls an erster-Stelle steht Deutschttind als Importeur von amerikanischem Speck und Schmalz, wovon es 30000000 Iba erhielt ge­gen 22 000000 Iba., bie nach England gin­gen, sowie von amerikanischer CondenSmilch, von ber Deutschland fünfmal mehr einführte als jedes andere europäische Land. Der Gv- samtwert der amerikanischen Ausfuhr nach Deutschland im Monat Februar ist 39 619 000 Dollar gegen einen entsprechenden Gesamt­wert von 93 450 000 Toll, ber Ausfuhr nach England, von 28 198 000 Doll, noch jtaliev und 20 432 000 Doll, nach Frankreich.

fferrn Collins Abenteuer.

Stoman von Frank Heller.

13. Fortsetzung (Nachdruck verboten.)

Mr. Men von hatte seine Antwvtt bebmmen, und man wartete Ungeduld.g auf die nächste Replik fes Dialogs.

Raummangel zwingt die Erzählung, Mr. Re- iipons nächste Tage zu überspringen. Dir müssen uns bannt begnügen, flüchtig zu erwähnen, ditz lebe Spur des weifeen Limousrnewagens hinweg- qefegt schien, ganz wie der kühne ötbnnnbfer, der Lord Eaxtons Züge enllehnt hatte. Befer Signalement wurde ohne jedes Resultat telepra- phrsch in ganz Großbritannien verbreitet, und dn- fnmberteiminbicdr.ia verschiedene Garagen und Re- taratuur?rfitätten in London und Umgegei b ganz nutzlos iwn ben Tetekllvs von Sc.'tlmid-Ya b duvcknvrscht. Fettier ntünen wir erwähnen, baß Mr. Kenvvn dank einer sorgiälftg vorgenommenen Sichtung der vielen Hunden angemerbeten Fälle das Haupioiiattier ber Verbrecher out ein Gebitt zwischen Hvlborn, Kings Crvß, Regenkspark und Tottenham Court Rood totalnieten zu können glflEbte Tiefes Gebiet war nämlich ain_ ferner Rarte tast ebenso blauF wie Afrika vor Ltanlev, imb da es betannt ist, feF. Falschmünzer so nxit als möglich von ihrer Zentrale .-»federen, ver­mutete Ken von dfefe bart gelegen: dock die Unter» turinrng aus fern angegebenen Rayon ergaben nicbr das geringste Resultar. Wettet nrih"en nnr leinen Besuch rn Amfteickam, in dem holläi bücken Bank- örtb Reifebureau erwähnen ein Besuch, ber nur das Resultat hatte, dafe das Signalement .des falschen Lord Caxton, ber auch hier ins Feuer

gegangen war, sestgestellt wurde. Tmm ertolgte sein Besuch m fern Sanctum Sanctorurn der eng­lischen Bank, ber Banknoiensabttk: auch hier war Mr. Kenpcms Resultat em negatives, obw.-chl khrn alle ferne Theorien sagten, batz bie Verbrecher irgenbrott in bei Besitz bes fetanderen Banffiofen» pavieres gekommen sein mußten, ^ein Fabrikat, das sie nfeht ohne die größten Schwierig fei len nacbahmen tonnten. Aber nem! Tie Fabrik bc* sdtaftigte nur wenige Arbeiter: alle waren doch entlohnt, sehr besorgt, ihren Matz zu verlieren, imb über icfen Bei dacht erhaben. Außerdem nxir* ten sie täglich visitiert.

Verfrderungen im Tiensttersona! ?" fragte Mr. Kennonles, dn Mann ist geslorken, Mr. Ren non, Tom Jeffr ies, ber hier Auffefer war/' Schon lange?'Vor drei Monaten.",Va- pfere?"Alles in Ordnung, bitte ni feben: ärzt­liches Attest, Begräbnisfefrin, alles. Nem, hier finden Sie nichts, Mr. Rentpn. und übrigens sieht es ia aus, als ob bie Verbrechen aufhöcen rollten. Wtt haben feit drei Tagen fernen neuen Fall gehabt?"

Tas war richtig. Ken von gab es taulzend zu und nahm Abschied. Seit fern Attentat gegen die Tion-Bouton-Gesellfckafl <samst5g, den 26., hatte die Ausgabe des falschen Gelbec wie durch dnet Zauberschlag au''gehört. Urb seither waren brd Tage verflossen. Drei Tage? Ja, und tn rodtern vier sollte er sein Berfpreckeii e.ntoien. Er raufte fein rotes Haar und war nahe daran, aus Verzweiflung über ferne übereilte Prah erei in berTally Marl" 'feine forgnierter. RI eifer zu zerreißen. In was für eine Sache batte er sich da gestürzt! Es war unmöglich, absurd, wifet fee Natur! Tie großen Fälle bie TrowBou-

wn-Geschichte unb bie Amsler bam er Affäre gaben feine Sput; nun wohl, es war außerordent­lich geschickt gemacht, doch immerhin möglich. Aber diese Hunderte von fldnen Fällen! Tie mußten tndj eine Sput hinterlastan, bestimmte Schluß­folgerungen ermöglichen, die Telails mußten sich nneterfarfen, die Verbrecher tonnten doch die Waren, die sie erftanfen hatten, nicht aus b r Aelt ichas- Ttn. "TTbet tre Fälle führen nicht zu einet, sie führten zu hundett Schlußfolgerungen; die Te- tails wiederhol:en sich cifr. oder wenn, b nur infolge ter eintarmigcn Phm-ttrsie der beugen; imb die Verbrecher schienen tat'ächlich sich ielbn fo wie ihre unehrlich erworbenen Waren farr- zaubern zu können. Boll fempser -orniger Wat artdtete Kennon an feiner dnzigen übnen Theorie wdter und sah sich mit jedem 9Jäxgen einen Tag näher feinem Ruin.

Arn Donnerstag, ben 1. Mai, nxrr es dn reckt rerändertet und demütiget Herr ftentxm, der gegen zwölf Ufr zur 2co-Janfe?)arb tarn, um sich nach neuen Details zu erkundigen. Mit tronrmer Höi- licbteir hatte sich nämlich die Teiekmxzentrale be­eil!, Herrn Kenoon alle ihre Hilfsmittel zur Ver­fügung zu stellen. Boll stummer Gebert, datz bu Mächte doch einen neuen Anhaltspunkt gesrnv! haben möckten, stellte er die gewöhnlichen foeger. an einen ber Beamten, nur um fee gewöhnliche Antwort zu erhalten: Nichts Neues, Mr. 'tzenpon: Unb er war schon im Begriff, sich wieder mi ent­fernen, als der junge Beamte ihn zurückr.ei:

Einen Augenblick, Ma. Kenhon,"^sagte er. vielleicht habe ich doch etwas, was Sie rnter- effieten kann. Tas heißt ick glaube trübt, .xife es von Bedeutung ist. Tas .Kontor ber Lor dar. Eowtty and Westminster Bank ia rdolkorn hat uns

mitgcteilt, daß sie regelmäßig Posten falscher Mün­zen unter dem Geld gefui-ben haben, das ihnen von einem ihrer Kunden eingelegt wurde, M. Adolphe Lauerlise, ber etn $hnL>iitätnigdd)dft Southampton Roab 138 hat Tie Bank selbst legt fern Gewicbt darauf, ba sie mit M Laverttsse [dim fdt ein paar Jahren in Geschäftsverbindung uehl und er ein an ähnliches Guthaben bei ihnen har. Aber vielleicht kann e- doch zu ttgenbetner Spur ftwren."

.. .icht wahrscheinlich," sagte Kenyvn tatter, in dieser verdammten Affäre führt nichts zu einer Spar Wie lange hat dieser Lavettifte das Geschäfts"

Ick glaube, zwei Jahre."

Nun ia, tdx werde gelegentlich zu ihm btnem* schauen. Guten Morgen!"

Sen gern ging in womöglich noch schlechterer Laune, als et getommen wat. Pfui Teufel, mir das eine Angelegenfrtt! Unb tannen mennfr zwanzig Stunden mußte er über die Vecbtecfrt im klaren fern!

fo, das sah wahrscheinlich aus, ein rasches Ende von Mr. .Ketiyons fiaufbafri schien so gut twe sicfrr. Tenn die letzte Theorie, bte er noch ümg hatte, versprach auch nicht viel mehr Aus­beute als fee anderen. Was sollte er nun mit diesem Lavenifje machen? Et iah aut seine Ufr, fee gerade zwölf -zeigte, u* b tanb es zu früh, mn den fiundy u nehmen, wrsbalb er zehnMmnten später aus d:nem in aller Eile genommenen Taxi vor M Lavertiftes Gefchbft in So lthampron- Road ausstieg. Man tonnte ja üraneCfrn vir bem Lunch einen Blick frndnrDCTfnt

(Fortsetzung tolffLJ