Pm<f und Dtrlflg: vrllhl'sche Ü-'n.^uch- und Stetnörntferei H. Lange. Sdjriftleitiing, «eschä,,»stelle und vruckerei: Schnlftraste 7.
Die Annahme des Ultimatums durch ein Kabinett Dr. Wirth
.... .?r- «iry. ber Heurige d°s Reich °usIH«n erfahrenen Rat und Ihre @in. flunbofbun« ihre Bffl* tun nnd c «u- Mw,
Sine Kundgebung
Minister, hat den Auftrag zur Bildung eines
Die tage in Oberschleflen.
ist
Tie Urteile der englischen Presse.
London, 10. Mai. Molls. Tie cnqlh'chc Presse ivcnbrt den Ereignissen in Obcrschlcsien weiter große Aufmerksamkeit zu Tie ..M o r- n i n g P o st" meldet aus Beuthen, unter den alliierten Vertretern unb verantwortlichen Bürgern herrsche große Unzufriedenheit über die Parteinahme, die von den Franzosen den polnischen Aufständische,! gegenüber an den Tag gelegt wowei, ist Beim Ausbruch der Aufstanbsb'w'gung hären sich die Franzosen mit 9 Bataillonen. Tanks, einem Kavallerieregiment und Artillerie untätig verhalten, während die I'allener g-treu der den Alliierten übertragenen Pflicht die Ordnung auf rechterhalten und über 100 Mann Verlust«' gehabt Härten. Tie geringen Verluste der Franzosen seien hauptsächlich Unglücksfallen zuzu''chrciben. Im Landkieise Beuthen habe b.r britvtf»* Kontrolleur erfahren, daß die französischen Truppen am Tage vor dem Ausbruch des Aufstandes auf eine storn pagnie herabgesetzt worden seien In Greß-Ztrelir hätten die französi chen Artillcrsten aus das Annchen des britischen Kontrolleurs zwar fünf Schüsse abgegeben, dann aber habe der fran- wüsche Befehlshaber eingegr.ff in T,e Temü'igimg >cr britischen und italienisches Offiziere sei voll- tändig und das Prestige der Entente habe einen schweren Schlag erlitten. Tie bn tisclxm und die italienischen Mitg'ieder der Kom
Verantwortung auf sich zu nehmen. Sie Haben in treuer Pflichterfüllung unter außerordentlich schwierigen Verhältnissen an der Stutze d'r Reicks- regierunq die Geschäfte mit umsichtiger, erfahrener Hand geleitet, gestützt auf das Vertrauen, das Sie in so reichem Maße sich während Ihrer langjährigen Tätigkeit als Parlamentär-er wie als Präsident des Reichstags und der v.r'as'unggeben- den Nationalversammlung erworben Hatten. Gern und mit Dankbarkeit werd? ich stets unserer gemeinsamen Arbeit im politischen Leben gedenken, und ich Hoffe zuversichtlich, daß auch fernerhin
2ftt* dem tteiche.
Umbildung des prenßi'ch^n AI ibi netto?
Berlin, 10. Mai Wie das .,B. T." mit- teilt, haben die Sozialoenwkraten bei bet Verhandlungen mit Tr Wirth über die Teilnahme an ber Reichsregierung erklärt, daß eine Rekonstruktion ber Regierung in Preußen unumgänglich sei. Scvcring bunte wieder preußischer Minister des Innern twrrim. Tes- gleichen bürten ber frühere Landwirtscka-tsminister Braun unb ber ehemalige Kultusminister .Hönisch wieder auf ihre Posten zurückkehren.
Ein Denlmnl für Kommunisten!
Berlin, 10. Mai. Wie der „Lokalanz." aus Halle meldet, hat die Stadtoeror netetwev- sammlung einen Antrag anaeiwmmen. den während des letzten PutscheS gefallenen fi*o m mu* nisten ein Denkmal zu setzen
tatkräftige Mitarbeit rechnen kann. Mit den herz- ltchsten Wünschen unb mit dem Ausdruck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung bin ich Ihr freund» lchaftlrch ergebener Ebert, Reichspräsident
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer di» zum Rachm Nag vorher ohne jede $erbinblid)keit Dreis für l mm höhe für Anzeigen o 34 mm Breite örtlich 40 Pf, auswärts 50 Pf.: für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite sSO Pf Bei Platz» vorfchnft20 „Sufjd)lag. Hauptfchrtftleiter: Äug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Ienz; für den Anzeigenteil: Han» Beck, fämtlich in Dietzen.
Sitzung be»
WieberherstellungsautzschuNe».
P i s, 10 Mai. WTB ) Tie Reparation^- nonuniiiion ist beute nachmittag zufammeugctreten. Ter otnziöse Vertreter ber Vereinigten Staaten, Boy de n, nahm seit dem 1 Mcn zum ersten Male an den Beratungen wieder teil. Tie Reva- rationskomMission setzt die Abickrätzunasarbeiten für btc deutschen Lieferungen fort auf Grtmd bc» Atttkels 2Ä5 dcö Friei>msverttag,te Abzuschätzeu Itnd nach dem „Temvs" das Kriegsmaterial unb die ausgelieferten Schisse. Zur Regelung der letzteren Frage Mmbet sich augenblicklich bte beut s che Telc aation in Paris, bi? gestern mit bei Reparationskommission verbandelte. Tie stvm Mission geroäbrtc eine Frist von 8 Tagen zur Emrerchung schriftlicher Bemerkungen.
neue Bewegung auf kommunistische Umtriebe zurück und bringt damit and) die Ausschreitungen der Gruppe in Aldershot in Zusam- menhang.
London, 10. Mai. (Wolff.) „Evening News" meldet, daß bisher etwa f ü n f M i l - lionen Arbeiter von dem Kohlen streik, der morgen 14 Tage währt und der englischen Industrie den verhängnisvollsten Schaden gefügt hat, unmittelbar in MitleidQischaft gezogen sind.
Nr. (08
Der Gießener Anzeiger mit der Dienstagsbeilage ,5port'Umscha>- er« lchemt täglich, außer Sonn- und Feiertags. Monatliche Vezvarvrelfe: Marn 5. - einschließlich Trägerlohn, durch die Poft bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernlprech-Anschlüste: für die Schriftleitung 112; fDr Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiaer Gießen.
poftfchecktonto:
Xranffurl a. M. 11686.
Beuthen, 10. Mai. /Wolff.) Die Sage unverä n i> er t Tie nächtlichen Schießereien haben etwas nachgelassen. Ten deutschen Gewerkschaftsvertretern erklärte der Stadtkommandant gestern aufs neue, daß die Sich'rlxnt uqn Beut mm gewährleistet sei. Es liege ein Befehl aus Oppeln vor, die Aufrührer nicht in di? Stadt zu lassen. Auf die Hohenzollern- und die Heinrichsgrube find 35 Mann französisch? Wache geleit worden. Ter Betrieb ist zunächst in schwachem Umfange wieder ausgenommen worden. In der Stadt sind 1675 Flüchtlings.
Oppel n, 10. Mai. (WTB.) Tie Sage in ^Oberschlesren hat sich nach Meldungen, die bis 10,5 Uhr abends in Oppeln Vorlagen, dadurch verschlimmert, daß nunmehr die Aus- ständischen, nachdem s e Verstärk tngen erl-al- ten haben, einen Angriff au, das westliche Oderufer vorbereiten. Die Städte Nati-
2Ius dem besetzten Kehlet.
Eine Anfrage an die hessische Regierung.
Unter dieser Ueberschrist gibt das „Tarnt« städter Tageblatt" folgende Nachricht mit allem Vorbehalt wieder:
Nachdem bisher die französischen Besät- zungsbehörden die Neauisitionen von Personen- und Lastkraftwagen sowie die Anforderung von Chauffeuren auf das besetzte Gebiet beschränkt haben, dehnen sie ihren Machtbereich nunmehr auch auf das unbesetzte Gebiet aus. Die Eisenbahndire^ lion Mainz läßt zurzeit auf dem Mannheims Waldhofer Bahnhof, der der Eisenbahndirek- ,tion Mainz untersteht, aus Baden 130 sogenannte Rundenwagen zusammenziehen. Dir Beamtenschaft weigerte sich, diese Arbeiten auszuführen, weil diese Wagen für französi iche Militärtransporte nach dem Ruhrgebiet verwendet werden sollen. Da die Eisenbahn- direklion Mainz im besetzten Gebiet sich befindet, bringt sie anscheinend nicht den erforbc» I chen Widerstand auf, um dem französischen Verlangen zu widerstehen, aber man kann wohl erwarten, daß alles getan wird, um die Ausdehnung der französischen Befehlsgewalt auf unbesetztes Gebiet zu verhindern Einer solchen Anforderung der Franzosen, die jeder rechtlichen Begründung entbehrt, müßte ganz entschieden entgegengetreten werden.
Ter Mord in Höchst.
wd.^H ochst, 10. Mai. Auf dem Friedhof des Stadtteils Sindlingen wurde Montag nachmittag der am Himmelfahrtstag von Maro lkanern ermordete Farbwerksbeamte Hans Bur kma nn zu Grabe getragen. An der Beisetzung beteiligten sich mehr als 8000 Personen, darunter fast alle Vereine der Stadt Höchst. Eine Beteiligung ber Besatzungsbehörden an der Beisetzung war von
besteht der ernste Eindruck, daß die polnische-" Regierung bei Erfüllung ihrer Verpflichtung, die Grenze nach Oberschlesien ui schließen, versagte. Wie verlautet, wurden deshalb weitere Vorstellungen bei den "Polen erhoben. Man hält an der Ansicht fest, wenn nicht eine wirkliche Kontnollgrenze eingerichtet wird, die polnische Regierung sich einer schweren Verantwortung nicht entziehen kann.
hör und Cosel sind besont-ers bedroht. S it nachmittags drei Uhr war mit Co'el eine Verbindung nickst mehr zu erhalten. Ter Haien von Cosel ist heule von den Aufrü'lwern bereits be'etzt worden, denen größere Margen Lchensmiktel in bic Hände fielen. Bei den Kämpfen um Kandrzin verwendeten bic pvlnisckien Aufrührer Artillerie Auch einige Ortschaften m der Nähe von ftanbrrin wurden beute von den Insurgenten mit Artillerie be- sckwsscn. Kandrzin wurde heute von den Polen besetzt Bei den Kämpfen um Kandrzm wurden einwandfrei erneut die Angehörigen eines regulären polnischen Feldartillerie-Regiments, sowie einer Grenzschutz- unb einer Gendarmerie-Division festge- Mit. Die Arbeitsruftiakmr in den einzelnen Be- ricben mit vorwiegend deutschgesinnter Arbeiter- rffaft 'hat mit der Cntsvanmmg der Lage nichts M tun. Tie Wiede >hr ge'etzmäßiaer Zu stände muß durch andere Mittel herbeigefülrrt werden. Tie Lage in den anbe/en Gebieten ist sonst wenig verändert. Aus Tamowitz tvrid 'ehr starke Lebe's- mitteThunyrbeit gemeldet. Alt-Ro'enberg mußte von den 9CufuLbrern heute weiter gt äumt werden.
Berlin, 11. Mai. Einer Meldung des ySo» kalanzeigers" zufolge ist der von den polnischen Barrden besetzte Coseler Oderhafen von dem deutschen Selbstschutz im Sturm zu- r ü (f genommen worden. Bei den Kämpfen um Cosel wurde festgestellt, daß bic Polen ftan;ösi''chc Geschütze benunten unb Zahlreiche Franzosen in Uniform auf festen der Polen 'echten.
Eine strenge Rote an Polen.
London, 10. Mai (Wolff.) Die alliierten Regierungen richteten mit Rücksicht auf die Lage in Oberschlesien eine strenge Note an die polnische Regierung.
London, 10. Mai. Reuter meldet: Hier
Hefstfche Minister in Berlin.
Darmstadt, 10. Mai. Staatspräsi- deut Ulrich, Finanzminister Henrich und Präsident Hebel hont Landesernährungsamt ftnb am Montag nach Berlin gereift, um gemeinsam mit den Ministern und Vertretern der anderen Bundesstaaten zu dem U l t i m a - tum der Entente Stellung zu nehmen.
Eine Entschließung der Essener Stadtverordneten.
Essen, 10. Mai. (WTB.) Von der heutigen Stad'y?rordnctensitzung wurde auf Antrag des Cjk?i b ■ rgcrmciftcr» Tr. Luther folgende Entschließung einmütig angenommen: Tie Essener Stadtverordnete-Versammlung bekundet als bc- rufene Vertreterin der Essener Bürgerschaft: Was auch die kommenden Zeiten Hartes für Essen bringen mögen, fe werden es die Stadt unb bic Bevölkerung in Dem Gefühle zu tragen wissen, daß fte für das ganze Volk leiden unb geloben unwandelbare Treue dem deutschen Vater lande. . Die deutsche Industrie gegen Annahme des Ultimatums.
Berlin, 10. Mai. lWTB.) Ter Reichspräsident empfing heute den Vorsitzenden des Reichswirtschaftsrates Edler von Braun und eine ’itoorbniing ber Arbeitgeberabteilung des Rrichswirtschastsrates Tie Abordnung überreichte einen Beschluß der Arbeit- gcbcrabteUung des Reichswirtschaftsrates unb eine Entschließung des Vorstandes des .Reichsverbandes der deutschen Industrie, welche die Londotrer Beschlüsse als undurchführbar bezeickfnen und ter Regierung ihre Ablehnung auch auf die Gefahr der angvdrvhten Gewaltmaß- nahmen 'hin empfahlen.
Der Kohlenstreik in England.
London, 10. Mai. (Wolff.) Die Blät- weisen auf die ernste Wendung hin, die kohlenstreik genommen hat infolge Weigerung der Eisenbahn-und
der Angestellten-Gewerkschaften.
Berlin, 10. Mai. (WTB.^ Ihr einem Ausruf, den der Gewerkschaftsbund der Angestellten und der Gesamtverband beut- sh " 8 k st e l l t en-G ewer k riha f ten rer- ötfekstlicht, heißt eS: Die für bi? IN betrieb etzungi ber industriellen Werke unentbehrliche Schicht ber J-ndustriebeamtcn, die zu 98 Prozent in den deutschen Angestellten-Gcwerkschaiten organisiert sind, wurde mit Gewalt von ihrm Arbeitsstellen vertrieben, obwohl sie arbeiten! lig ist. Wir behalten uns vor, eine eingehende Darstellung über bic Gewalttaten und den geübten Terror beiiubringen» »um Nachweis dafür, daß die Behauptung, bic Arbettseinstelluna sei eine sich kundt iende elementare Vol'S.vwegmig. uick-ts toeiter als eine doläe Phrase ist, da die Arbeitswilligkeit in sämtlichen .streifen der Arbeitnehmer immer vorhanden war unb ist. Durch eine bewaffnete Minderheit wurden die technischen und kaufmännischen Jnbustriebeam- ten daran gehindert, ihrer durch nicksts zu ersetzenden Berufsarbeit jiarf^u geben. Am 6. .Mai haben die deutschen Gewerksckm lSnrtteter zur Arbeit aufgenifen und ^am 7. Mai hat die auf- Führung .dasselbe getan. Die interalliierte Zbommission versprach, diß sie alles tun toerbe, um wieder gesetzmäßige Zustände zu schaffen, die ein ungehindertes Arbeiten zulassen. Acht Tage dauert bereits der augenblickliche bedauernswerte Zuitand Wir müssen leider feststellen, das; von einer Durchführung der Anordnungen ber tu ter a 11 i e r t e n Kommission nichts zu spüren ist Industrieangestellte wurden vielmehr gegen ihren Wlllen zu Waft'endiensten gepreßt und dadurch ihrer Arbeit entzogen.
©in Zwiespalt in ber interalliierten Kommission in Oppeln.
Ber Ein, 10. Mai. Wie die „B. Z." aus zuverlässiger Quelle erfährt, kam es in ber intet a [liier ten Kommission in Oppe ln zu einem offenem Bruch. Die italienischen und englischen Mitglieder stehen den französischen Mitgliedern in schroffer Haltung gegenüber und werfen ihnen vor, daß sie angesichts der Sachlage in Oberschle- fien versuchen, die Lösung hinauszuziehen. Die DifferenAen wurden sogar rein persönlicher Natur und es gab heftige Einzelauftritte zwischen den Mitgliedern der Kommis- ft an,. Der zweite italienische Bevollmächtigte Passagli legte heute sein 2lmt nieder und ist abgereist, desgleichen baten zwei englische und ein italienischer Kreiskontrvlleur wegen ungenügender Unterstützung um Enthebung von ihren Posten.
neuen Kabirretts übernommen und seine Mitglieder auS den Reihen des Zentrums, der Demokraten und der Sozialdemokraten entnommen ES ist ein Kabinett der A nna h m e des UltimattimS. Die neuen Männer sind von früher her dem Volke bekannt. Bezeichnend ist, daß der Posten des Ministers des Auswärtigen noch nicht besetzt werden konnte. Bezeichnend ist auch, daß bei der Abstimmung in der gestrigen folgenschweren Reichstagssitzung mit nur 46 Stimmen Mehrheit das Ultimatum ange- nönrnren wurde: 221 Abgeordnete stimmten für die Annahme, 175 dagegen. Mit tiefster Bewegung muß man es auch vernehmen, daß das Ergebnis der Abstimmung von der Rechten des Reichstages mit Pfuirufen ausgenommen worden ist.
Diese .Kundgebung des Widerwillens und des Mscheus bezieht sich ^allerdings zweifellos nicht auf die Motive der Männer, die das Diktat der Feinde iMtgedrungen haben annehmen wollen. Sie charakterisieren vielmehr das unerbörte Ereignis, das ein ganzes Volk her Willkür und Gewalt seiner Feinde überliefert, unter den Augm der Pharisäervölker, die Moral und Menschlichkeitsziele im Weltkriege vor getäuscht hatten. Es ist unendlich schwer, zu sagen, welches in der Zwangslage, in die uns das Ulttmatnm verseht, die rich- '?ge Entscheidung ist. In dieser Beziehung haben die gestrigen Erllärungen der Parteivertreter im Reichstag fa hinreichende Aufklärung gegeben. Fast möchten wir annehmen, es werde einmal die Stunde kommen, wo in der Tat ber feindlichen Willkür durch die deutsche DollSvertrettmg ein formelles und entscknedenes Halt geboten werden muß. Die gestrige Abstimmung bedeutet einen letzten Versuch. Wir werden bald sehen, wohin die Reise wirllich geht.
Das neue Nelchslabinett.
, Berlin, 10. Mai. (WTB.) Der Reichspräsident hat den bisherigen Reichsfinanz- minister Dr. Wirth unter Ernennung zum Reichskanzler mit der Bildung des Kabinetts beauftragt und nach dessen Vorschlägen so l- gendeReichsminifter ernannt: Reichs- schatzminifterium und Vizekanller Bauer, Inneres Dr. Gradnaner, Wirtschaft Robert Schmidt, Justiz Dr. S ch i ffe r ,.Heer Dr. Geßler, Poft Giesberts, Verkehr Fröner, Arbeit Dr. Braun, Ernährung Dr. Hermes, Aeußeres mit einstweiliger Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt Dr. Wirth. Finanzen und Wiederaufbau noch unbesetzt.
Tas neue Rrick'ska^imtt ist, bi es ffh nur aus Svzirld'mokrat-n, ,?C”tmm und Temrf-<rei ni'amme «fetz', eine Mi derhrit're t u-g unb be^ tmlb auf die Unterstützung her Dar^rif^vn Volks- partei u"d her U-nalck'änmgeu angenriefen. Das noch unbesetzte Mnristerium des Aeußern unb das Frianzimniste-öim fn(I nach den Bl'ttern Beamten übe-tragen yivbrn. Als Kandidaten für den Außmmimstnvo'en werden von b"Wät- tem genannt: Sbaatch'e'retär Bergmann, yr (sandte brim Va'ikan von Bergen, imb ber GVner^P'ir Ftnr her Hombum-ÄmTika-Linic Cuno. LaZ c'-emalls nvck> unbesetz t W'.^yra-n- (aimrin<'"erium soll laut „Vorw.nts" ,i i'Sozialdemokrat eichllten.
Die deutsche Note.
11 ^N. Tas neue Reichttabin-tt wird den Blättern mwlge unmittelbar nach Schluß der Reich?tagSntz>mg zusammenrrrien. um den Wortlaut der Note an bk Alliierten, in ber bic Annahme d ' s Ultimatums mrsvsprockrn mirb, rn beWi'hen. Tic dkvte wirb bann sofort nach .London, Paris und Rom telegraphiert werden.
Ter Reichspräsident
an den scheidenden Kanzler.
Berlin, 10 Mai. (Wolffs Ter Reichspräsident richtete an den scheinenden Reichskanzler Fchrenbach folgendes Handschreiben:
Hochverehrter Herr Rrichsminister! Indern ich durch Udicrenbung. des befolgeniten Abschieds Ihrem Anträge auf Entlaisung aus dem Amte des Reichskanzters entsprear, ist cs mir ein Bedürfnis, für Ihre dem Baterlande in schwerer Set geleisteten wertvollen Tieirfte Ihnen meinen T tiefempfund neu Dank auszusprechen. Mit gro- , ßer Orf:rwilligkeit haben Sie fick in vorigmJahre < ttotz schwerer Bedenken bereit erklärt, die Last ber
ihre Pflicht tmi unb Crr Wo t halten. 5h>rhmtt) unb feine Anhänger forderten bt Geiawtzrund- lage des Friedensvertrages von Versailles 1-e.n.is.
Mission hätten versucht, unparreiisch zu sein. Tie Franzosen hätten iedoch bic Regierung in Ober- schlciien tatsächlich an Korfantp ausgeliefert, anstatt die erste Pflicht b:r Allnerten, die Ordnung aufrechtzuerhaltm aus;uüben. Tie Polen hätten niemals den Auftstand begonnen, irenn sic nicht ber Haltung der Franzosen sicher gewesen wären. Tie Aufständisc^n hätten strengen Befehl gehabt, allen sran-ösii'chen Truppen aus dem Dege ;u gehen.
„Daily Chron icle" beacidsiet den xwV* Nischen Aufstm'd als eine vo r f'ä tz I i ch e Herausforderung. Es Töwie, dem Bla t yiflgc, kaum angenommen werben, biß der C^crftc Rat bereit sein werde, da: ^berschle'ftche Problem u ltebardeln, wähnend d Lage mrh nicht p m, bas seine Beschlüsse entroeber als ci-e llnter- roerrung unter Korsanry cber als cü:c Erlaubnis an Teurschiland seinen Anteil mit Gewalt zu nehmen, erschei.ren wütdm. Te.n dchloma ische.! B. ich> erstatter des „Taily Telegraph' yriolge gr- mimt der Gedanke langsam an Boden, den Br-- scklun» l-eziig ich Cbrrid^e-jen dem V lkmbund Z' überlassen. Ti: „Times" fordert im Interesie des euvopärschen Friedens weite e e er i che Anstrengungen, um den 'ungerechtfertigten ^nb tc rühren Aufstand zu imterdrückc. Tas Blatt schreibt, bic Allt er en hätten es übernommen, Ge'etz ir*b OrLcu^g in Lberschlesren zu wahren. Sie müßten
Blatt m. Jahrgang . Mittwoch, st. Mai 1921
EietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
ter der der Transportarbeiter, Kohlen, die auf dem Seewege cingctroffcn sind, zu befördern. Der „Morniug Post" zufolge befindet sich die Natron dadurch in genau derselben Lage wie zur Zeit des großen Generalstteiks Arbeiterdrcibutldes. Das Blatt führt diese


