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Unterhaltung Erhebung Belehrung

Lieber das in unserem Blatte bereits er-

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een Kaisers legt uns der zu erfüllen! Grwar fernem Herrn verschrieb«

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Million Bolt angelangt.

Der Ritter tat das denn auch nur

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war er doch über die Mähen froh, enbli-

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ort nie, muhte mit Eifer au einer Technik greifen, die ver- Herzen I bättnismähig billrg unb eiitfach war, die alle Um» I ständlichkeiren der Oehnoletr vermied und bei brr

mehr an- ihrer Treue zweifelte und sie im ehrte vor allen Krauen der Welt.

Line halbe Million Volt.

Bei der elektrischen Kraftübertragung kommt darauf an, möglichst hochgesoannte Ströme

und muhte gehorchen, wenn er nicht für sein Leben in ilngnabe fallen wollte. Sobald die Herrin be­reit sei. dem Knechte ihre Tunst zu gewähren.

wähnte Buch Lcs fri

Verlag Ä. F.. Korhler-Leipzig folgende Mit-

3hm war ein Edelknecht mit Raunen Hänselein zu Diensten, ein braver und wackerer Bursche. Den bat er. sich heimlich seiner Frau als Liebeswerber zu nähern. Was half's, dah der Knappe sich an­fangs weigerte, den Wunsch des zweifelnden Tat-

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trifft sich wunderlich, dah ich zu Deinem und zu Herberts Geburtstag niemals bei Euch bin, und Deiner fällt immer in recht geschäftige Feit. 3m vorigen Jahre arbeiteten wir am Gasteiner Vertrage, vor zwei Jahren unterzeichnete ich ge­rade am 1. August den Frieden in Wien, und vor drei Jahren traf uns die österreichische Einladung

Neue Bismarckbriese»

Rachdem kürzlich der dritte Drnd von Bismarcks Gedanken und Erinnerungen der deutschen Oeffenllichkeit übergeben wurde, werden in den nächsten Tagen (im Berlag für Politik und Wirtschaft, Berlin W. 35) . Bismarcko Briefe an seinen Sohn Wil­helm" erscheinen. Wir bringen heute folgen­den ^DeburtslagSbrief" des grohen Staats­mannes an seinen Heranwachsenden Sohn zum Abdruck.

Rikolsburg, den 1. August 1866.

Mein lieber Bill,

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herrlichsten Schmuck und kostbare Kleider.

schönste Gabe aber'war die, dah er hinfort nie

nach Frankfurt um die Zeit und der Besuch des Kaisers; 1862 war ich in Biarritz, und in diesem Hahre hier in Mähren. 3ch hätte es so gern mit angesehen, wenn Du so plötzlich 14 Jahre alt wirst, einem Ruck um ein Hahr älter und verständiger Aber ich kann Dir nur aus der Ferne Gottes Segen und Gedeihen an Leib und Seele wünschen. 3ch habe viel Arbeit gehabt, und noch mehr steht bevor. Der Friede mit Oesterreich ist so gut wie fertig; nachdem es uns den Platz in Deutschland geräumt, haben wir es glimpflich behandelt; Hol­stein und 40 Millionen Thaler, wovon 20 für Gegenforderungen abgehen. Es ist wohlfeil, aber in der Politik muh man, wenn man viele Gegner hat, zunächst den stärk- stenauherSpiel sehen und die schwächeren schröpfen, was im Privatleben eine sehr unritter­liche Gemeinschaft wäre. Was wir brauchen, ist Rorddeutschlaud, und da wollen wir uns breit machen. Der Süden soll Geld bezahlen. Der König ist heut nach Brünn voraus; ich habe bis morgen früh noch zu tun in dem alten grohen Schloh hier, das vor einigen Stunden noch lebendig wie ein Ameisenhaufen war. Unten stehen Stolper Kin­der, vom 61. Regiment, Scbildwach. Sonderbar, hier mit ihnen zusammenzutressen; ich kann aber nicht ermitteln, ob Reir.felder oder Kolziglower darun­ter sind. Bon Philipp (Bismarcks ältester Reffe, dec bei Königgrätz durch einen Lanzenstich ver­wundet wurde. Anm. d. R.) erfahre ich hrer auch nichts, zuletzt hörte ich vor 14 Tagen, dah er bald geheilt fei. Es ist Gottes Gnade, dah der Stich nicht ins Auge ging oder tiefer in den Kopf. Kabel und Eubecken sind Wohl und Karl noch Wohler, meine guten Pferde aber beide tot. und ich reite aus des Königs Marstall gewöhnlich einen schwar­zen Hengst, bet unde Tom heiht. Morgen früh fahre ich auch nach Brünn, und bin so Gott will am Sonnabend über Prag in Berlin. Rach Wien kommen wir leider nicht, aus Gründen, die ich einstweilen Deinem politischen und militärischen Scharfsinn zu erraten überlasse. Am Sonnabend wird der Landtag eröffnet. Da werden sie aller­hand auszusetzen haben, dah wir nicht sehr viele Länder noch, und des Kaisers Bart und den Mond uns im Frieden ausbedungen haben, und ich werde der Sündenbock für alles fein. Meinetwegen; der Sturm, der durch die Schwäher kehlen führt, ist mir noch gleichgültiger, als das Heulen desjenigen, der augenblicklich sich hier an meinem Eckfenster aud- tobt. Run leb Wohl, mein geliebter Zunge, grübe unser Väterchen herzlich und Deine Mutter, wenn sie da ist, nebst Marie und Herbert.

Dein treuer Vater

v. Bismarck.

Bestrafte Eifersucht').

3m Ostrrlande sah ein reicher und ehrenhafter Ritter, der hatte eine schöne und züchtige Frau. Manches Zahr lebten die beiden in glücklicher <$be, bis eines Tages der Mann auf den unseligen Gedanken kam. die Treue seiner 5rau zu txrfucbcn.

Hört zu, welch wunderlichen Plan er fafttc!

) AusDeutsche Cicbcima ren, nach alten Quellen bearbeitet von Fritz Ge - rathewohl. Vllber von Hofes Sattler. (Ver­lag von Parcus & Co., München i Der Der- falfer hat den bisher noch nicht unternommenen Versuch gemacht, von den gereimten mittelhoch­deutschen Liebesmären. zwölf der schönsten in neu­hochdeutscher Profa nachzuerzählen.

' Das Doppel-Weihnacht-Heft .Der Reue Merkur" «Verlag .Der Reue Merkur". Mün­chen» für Rovernber Dezember ist ganz der box- tigen deutschen Dichtung gewidmet and enthält Verträge von Heinrich Mann, HanS Earvssa, Regina ilümann, 3ofcf Ponten. Johannes R Becher, Klabund, Kasack. Rudolf G. Binding, Alfred Döblin und vielen anderen.

Die allergrößte Verbreitung fand das Pastel­iieren in Deutschland Dieses durch den Dreihig- jährigen Äricg verarmte Land, in dem ein starke- Bürgertum sich langsam eine grohe Kultur schuf.

Die Besch chtstabellen Kaiser Wilhelms II.

Iman rasch mit ferner Arbeit fertig wurde Dir deutschen Künstler, die im 18. Jahrhundert als Dcldnismaler ihr Leben fristeten, muhten von Ort

zu Ort wandern, um zu billigen Preisen Porträt- auf träge auszu führen .Der Porträtmaler ist be­kanntlich der unsteteste aller Maler", schreibt noch 1790 Hüsgcn im .Artistischen Magazin", .will et Geld verdienen, so muh er reifen, in grohen und kleinen Städten Leute aufsuchen, die sich in Rächt- und Pelzkappen, dem Schlafrock oder Hochzeits- Neid, mit Kommandostab oder Düttelstock und nach taufend andern Phan.allen abmalen laufen wollen." Dazu kommt, dah das 18. Hahr hundert das Hahr- hundert der ausübenden Liebbader, der Dilettan­ten ist. Beinahe alle gebildeten Männer und noch mehr die Frauen beschäftigen sich auch mit der Praxis der Kuntz. Die deutschen Fürsten pafttl» lieren mit entschiedener Reigüng Sv schafft in Karlsruhe die Markgräfin Karo live Luise ihre durchaus ernst zu nehmenden Pastellkopien. Deutschlands gröhter geistlicher Kurfürst. Clemens August in Bonn, malt Bildnisse, Friedrich der Grohe wird zu einem gewih dem Staaten- und Schlachtenlenker nicht ebenbürtigen Pastellisten. und ein adliger Dilettant der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der Herr Haller von Hallerstein in Rürnberg, ist der einzige deutsche Benutz« farbiger Stifte, dessen Arbeiten am München« Hofe Gnade finden." Die leicht erlernbare, verstau- desrnähig klare Technik des Pastells wird zu einer Art Symbol der Aufklärung Alles will in dieser lichten und leichten Manier porträtiert fein Der genialste deutsche Pastellist dürste Menas sein, während <?IS der feinste der Meininger Johann Philipp Bach zu gelten hat, der aus der .Dynastie' der Dache stammt, mit dem groben Johann Seba­stian verwandt war und in stiller Bescheidenheit wahre Wunderwerke schuf. Sine richtige ^Pastellistenschule in Deutschland ist wohl zuerst in Berlin und zwar von einem Bruder des groben Pastellmalers Wallcrand Dail'ant gegr nbet wor­den. Die Technik erhieltsich hier am längsten bis zu Krüger und Menzel, sonst aber verfiel sie mit der alten Rokoko-Tradition unb ist er ft vom Impres­sionismus wieder belebt worden.

dann wolle er selber an seine Stelle treten, so waren die Worte deS Ritters.

Der Jüngling kam nun der Frau näher und war ihr zuerst aus alle Weise dienstlich und ge­fällig Er trug ihr die Schleppe, begleitete sie auf dem Kirchgang, spielte und fang ihr die schönsten Minnelieder. Endlich bat er die Herrin um die Er­laubnis, ihr sagen zu dürfen, waS er schon lange im Herzen trüge. Sofern seine Rede züchtig und bescheiden sei, solle er sprechen von dem, wozu eS ihn dränge, entgegenete ihm die Frau.

Da begann der Knappe in minnereichen Reden von feiner Liebe zu berichten, die feinen Sinn be­zwungen habe und gefangen hielte, fo dah sein Leben hinfürder wertlos fei, wenn er nicht Er- hörung fände. Die Herrin geriet darob in argen 3om. verwies ihn mit strengen Worten und gebot ihm, nie wieder fo unziemlichen Scherz zu treiben. Wenn ihm fein Woyloef,irden lieb sei, solle er die üble Rede.vergessen und schweigen erlernen.

Darauf eilte der Knappe zu seinem Herrn, ihm zu berichten, dah alles Reden umsonst ge­wesen. Hedoch der Ritter ermahnte den Knecht, in der Werbung fvrtzufahren. Als nun solches geschah, klagte alsbald die Frau dem Manne, wie unschicklich sein Knecht sich aufführe. Der Ritter tat aber so, als wolle er dergleichen nicht hören und lehnte entrüftet jeden Bedacht ab. der den getreuen Knecht treffen könnte lieber diesen Be­scheid erschrak die Frau gar sehr, und sie flehte Gott an, er möge sie in ihrem Kampfe um Ehre unb Tugend beschützen.

Wieder und wieder bestürmte der Knappe die Herrin mit seinen Liebesworten, wieder und wie­der wies sie ihn zurück. Selbst als sie ihm drohte, am nächsten Feiertage ihn bei ihren Verwandten anzullagen, gab der Jüngling keine Ruhe. Da ging die Tugendsame in ihr Kämmerlein und betete zur Jungfrau Maria, sie möge ihr einen Rat geben, wie sie sich des Werbers entledigen könnte, ohne dah er sein Leben einbühen müsse; denn dessen war sie gewih; erführen ihre Brüder von dem Frevel, so wäre eS um den Liebeskranken ge­schehen.

Die Mutter Gottes war der armen Frau gnädig und lieh ihr einen Ausweg finden. Als der Knappe am nächsten Tage sich wieder zu ihr setzte und von seiner Minne sprach, sagte sie ihm mit freundlicher Stimme, seine Beharrlichkeit habe sie überwunden: er möge des Abends spät, da sein Herr zur Jagd reite, durchs Gärtlein zu ihrer Kammer kommen, wo sie ihn selber entfallen werde. Fröhlichen Sinnes dantte der Jüngling und eilte davon, um flugs seinem Herrn zu berichten. Der war über die Botschaft nicht eben erfreut und redete in heftigen Worten über die Untreue, die jedem Weibe angeboren sei. Den Knappen aber lobte er für seinen Erfolg.

Indessen rief die Frau ihre Mädchen zusam­men und eraäfclte ihnen heimlich ihren Plan. Der freche Liebhaber solle am Abend, wenn er ins FrauenhauS gebrungem sei, so heftig verprügelt werden, dah ihm feine frevlen Gedanken für immer vergingen. Gern waren die Mädchen be­reit, die Ehre der Herrin zu verteidigen; das Kammerweib brachte drei derbe Knüttel sowie drei zähe Ruten herbei, und alleS wurde für den Empfang des Knappen gerichtet.

Als nun die Stunde gekommen war, da der Jüngling erhört werden sollte, machte sich der Ritter im Wamse des Knappen auf den Weg zur Kammer feiner Frau. Er klopfte an die Tür, und die Gattin sprach ihm leise zu:OBer kann's wohl sein, der so spät noch zu mir will?" 3n der Stimme seines Knechts gab der Ritter zurück:Hänselein ist'S, der euch liebt und dem ihr eure Winne schen­ken wollt, Hänselein, euer treuester Diener."

Ach ja, du bist mir vertraut," klang's aus der Kammer,komme geschwind. dah ich dich lohne für dein standhaftes Werben!"

Rur ein kleines Lichtlein brannte im Hinter­gründe des Zimmers, fo dah es fast im Dunkeln lag.

Hetzt trat der Ritter ein. Er tastete nach dem Bette, wo er tflaubte, die treulose Gattin zu fin­den. Aber o weh! kaum hatte er den ersten Schritt getan, da griff ihm die stärkste der Jung­frauen mit beiden Händen ins Haar und rih ihn auf den Estrich nieder. Schon touren die anderen drei zur Stelle und liehen ihre Ruten und Gerten nach Herzenslust auf den Rücken des Eindringlings fallen. Das dicke Kammertoeib aber trieb die Mäd­chen mit kreischender Stimme zur Arbeit an und schlug mit ihrem Knüppel so schnell den Takt, dah sie bald zu Pusten begann und der Schwelst ihr aus die Stirne trat. 3ndeS die Herrin lachend beiseite stand und sich des toobigelungenen Strei­ches freute.

Der arme Ritter war zerbläut, mehr als je ein Hofschalk geschunden wurde. Richts half es ihm, dast er schrie und stöhnte vor Schmerzen, nichts auch, dah er den Mädchen zurief. .Haltet ein, ich bin's ja, euer Herr und Gebieter!" So lange schlugen sie auf ihn loS. bis die Herrin Erbarmen fühlte, zu dem Aermsten trat und ihm Tagte;Wenn ihr mir auf der Stelle schwört, euer Leben lang meinem Willen zu gehorchen, dann sollt ihr endlich Gnade finden?

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Die vvrli senden . Vergleichenden Geschichts- tabellen" Kaiser Wilhelms H. v2m 3afjre 1878 bis zum Kriegsausbruch 1914 verdanken ihre Ent- Hebung einem persönlichen Bedürfnis des Ver­fassers. Aus dem Wunsche heraus, dir wich- ügften Ereignisse der Weltgeschichte seit dem Ber­liner Äongicf; bis zum Ausbruch des Welt- flieget in einer übersichtlichen Darstellung sich leicht vergegenwärtigen zu können, hat der Kaiser zuerst im Jahre 1919 eine derartige Ausstellung netfafjt und sie dann nach dem ihm seither Zugäng­lich gewordenen Quellenmaterictf vervollständigt.

Das in Grost-Quart gehaltene, 75, Seiten umfassende Werk bringt in Tabellenform die wich­tigsten Geschehnisse bet den Großmächten. Sn der Anordnung find die grohen europäischen Bundes­gruppen vor dem Kriege nebeneinander gestellt worden; fo folgen auf die Dreibundstaaten Deutschland, Oesterreich-^lngarn und Italien, die Ententemächte England, Frankreich unb Russland, barm die TalJanftaatcn, die Türkei. Amerika und Japan Für genunr.fame Daten ist eine besondere Sp«lteAllgemeines" vorgesehen. Vorgänge, die mehrere Länder angehen, sind über die Spalten hinweg gefetzt worden.

Als die Absicht, die den Kaiser bei Ausarbei­tung der Tabellen geleitet hat, gibt baß Vorwort an:eine übersichtliche Zusammenstellung streng geschichtlicher Tatsachen zu liefern, die den Leser in die Lage verseht, über die politische Weltlage feit dem Berliner Kongreß 1878 und über die Vorgeschichte des grohen Krieges sich ein eigenes Urteil zu bilden". Demzufolge sind die einfachen Tatsachen an den ihnen zukommenden Platz ge­stellt worden, unter Vermeidung jedes Wert­urteils oder sonstiger Folgerungen aas den Vor­gängen Don besonderem Wert ist, dast jedes wichtige oder strittige Ereignis und jedes Zttat in einem 267 Anmerkungen umfassenden Quellen­nachweis einwandfrei ist.

Diese überfichttiche Zusammenstellung streng geschichtlicher Tatsachen bringt nun, wie baß bei bem heutigen Stande des bisher erschlofsenen Quellenmaterials gar nicht anders zu erwarten ist, nicht mehr und nicht minder als den schlüssigen Beweis für den treibenden Kriegswillen der Entente st aalen. Dieser Eindruck wird vertieft durch einzelne wörtlich zitierte und genau belegte Aussprüche verantwortlicher Staatsmän­ner feindlicher tote neutraler Staaten. Unwider­leglich werden offenbar: Frankreichs Revanche­politik. die immer bereit war, über Deutschland herzufällen, sowie sich nur ein mächtiger Partner fanb. Englands Reid auf Deutschlands werdende Macht und die systematisch betriebene, von den belgischen Diplomaten in ihren letzten Zielen Dar erkannte Eiirkreisungspvlitik Eduards VII., und schliestlich Rustlands ganz und gar aktive Politik mit dem Ziel ter Eroberung Konstantinopels, klar totrb ausgesprochen, dast die Srreichung dieses Zielesnur nach einem siegreichen Kriege gegen Deutschland und Oesterreich-Ungarn möglich' sei, und eine Ministersitzung in Petersburg beschlieht im Februar 1914, die Lösung der Meerengen­fragehn Rahmen eines europäischen Krieges" in Angriff zu nehmen; ausdrücklich findet dieses Programm die Billigung des Zaren. Ueberhaupt »zeichnen sich gerade die Aeusterungen der Staats­männer Rustlands und der Balkanstaaten, vor /allem Serbiens, durch eine erfrischende Deutlich­keit aus; hier ist man ganz unter sich unb braucht Hein Blatt vor den Mund zu nehmen. Die ser­bischen Anschläge auf Oesterreichs Zertrümme­rung. gelenkt und gefördert von dem mächtigen russischen Bruder, treten In ihrer ganzen brutalen Nacktheit zutage; die beigefügten Quettenbelege beseitigen jeden Zweifel an deren Glaubwürdigkeit.

3n ähnlicher Weise sind in einem Anhang die Ereignisse der Zuli- und Augusttage 1914 dargestellt. 3n der nüchternen chronologischen An- elnanbcrrcibung der wichtigen Daten tritt klar unb unwiderleglich Deutschlands Friedensliebe unb auf der andern Seite der feste KriegStoille der Entente zutage: wie Rustland die günftige Gelegenheit zum Kriege von Anfang an zu nutzen entschlossen ist, wie Frankreich sofort an Rust- lairds Seite tritt unb tote England eS anfangs der serbischen Mordbuben wegen nicht zum Kriege kommen lassen toUl, dann aber. alS Rustland- Frankreich unter allen Umständen in den Krieg zu treten gewillt sind, sich nicht versagt und nur noch nach einem Vorwande sucht. Dieser fanb sich willkommenerweise in der Verletzung der belgi­schen Reutralität. Alle diese verwickelten Vor­gänge find in einer Weise bargelegt, die ihr Verständnis auch dem Laien nahebringen.

Für die historische Forschung bringen die ,V. G " insofern Beachtliches, als Der Kaiser auf Grund feiner persönlichen Kenntnis einiges, bisher sonst nicht bekanntes Material beibringt. So z. B. über die Entsendung des damaligen Pritrzen Wil­helm 1886 nach Brest-Lttotosk. Zar Alexanders III. Abneigung gegen die französische Republik, An- griffsabsichten Nikolaus ll. gegen Zapan bereits im Jahre 1901, König Eduards Absichten bei dem Besuche In 3schl, über die der Kaiser von Kaiser Foanz Zoses selbst unterrichtet worden ist usw. usw.

Ganz gleich, welcher Partei der einzelne an- gehört, dieV. G." sind eine Waffe im Kampfe gegen die Lüge von der Kriegsschuld Deutsch­lands. tote sie schärfer und schneidiger nicht gedacht toerften tarnt 3hren Gebrauch zu lernen, ist vater­ländische Pflicht für jeden Deutschen, ob er nun Monarchist ober Republikaner ist

Ballade vom toten Kind.

Don Älabunb.*)

Die ward mein Lieberfluh so targl 3d) muh mich mein erbarmen.

3d) hatte auf den Armen Einen kleinen Sarg.

GS reichen sich die Hände Geschlechter ohne Ende Wer endet? Der benannt 3d) bin nun Sinn und Sitte, Und meine Hand ist MittelShanb, 3d) bin der Grde Mitte Und bin bet Mittelsmann.

3d) stehe an der Letter. Die in die Grude führt, Und reich der Erde wett« Das Herz, das ihr gebührt.

Schon stürmt eS tn ben ßüftefl. Der Frühling stürzt herein.

ES knien alle Berge, GS brechen alle Särge. Unb aus den Vellchengrüfteu Wie Jesus Christus weiland Steigt schon der neue Heiland Und will dein Kindlein sein.

zu fein.

Run brachte die Frau das Lichtlein herbei, um nach den Wunden zu schauen, die der Gebläute davongetragen. Kaum war sie mit der Lampe näher getreten, als sie gar heftig erschrak, sie cr- laraitc in dem armselig Zerschlagenen sogleich ihr leiblich Ehegemahl. Da geriet sie in grohen Zorn und schalt den Gatten einen ehrlosen Gesellen, dem recht geschehe, wenn ihm in feinem Hammer weder Mitleid noch Pflege zuteil werde

Jedoch ihr Herze war zu gut. alS dast fic lange dem Gatten ihre Hilfe vertagen konnte. AIS sie fühlte, dast der Ritter feine Tat bitter bereute unb er ihr gestand, dast eS nur mastlole Liebe gewesen, die ihn zu dem Frevel verführt, da nahm fic ihn wieder in Gnaden auf. hotte Arzneien und Salben und pflegte den wunden Körper

Dafür schenkte der Ritter feiner Gattin den

fortzuleiten. denn nur bei solchen wird bw Verlust an elektrischer Energie, der mit der Fernleitung verknüpft ist, ein Mininrum Die hochgespannten Ströme werden am Verbrauchsort durch TranS- ormatoren in niedrig gespannte umgetoanbelt unb können so verwertet werden Erzeugt werben die hohen Spannungen wiederum durch Trans­formatoren, in die man niedrig gespannten Wechselstrom hineinsendet Die Wechselstrom­maschinen haben überall da, wo es sich um proste Fernübertragung elektrischer Energie ban- )elt, die Gleichstrommaschinen verdrängt, denn nur der Wechselstrom ist transformier bar. Glcich- trorn lästt sich wohl auch auf grobe Entfernungen hin mit geringen Energieoerlusten sortleiten; habet wären aber die Kosten für die Leitungsdrähte, die bedeutenden Querschnitt haben müßten, so er- ! redlich, dast die ilebertraguna nicht rentieren würde. Es kommt hinzu, dah künftig noch mehr als seither immer gröbere Entfernungen für die Kraftübertragung sich alS notwendig er­weisen. um die in der Ratur vorhandenen Energie­mengen (Kohle. Braunkohle und Wasserfall), die in elektrische Energie verwandelt werden, so stark tote möglich auszunuhen Dabei wächst die Wirt­schaftlichkeit der Leitungsanlage mit dem Qua­drate der Betriebsspannung, so dast beispielsweise bei dreimal so hoher Spannung die Kosten für die Leitung sich auf etwa den neunten Teil verringern. Die Kosten für die Erzeugung höherer Spannung fallen gegenüber der Ersparnis an Fernleitungs­aufwand nicht ins Gewicht. 3n Deutschland eitstie- ren Energieübertragungen auf 2DO Kilometer bei Spannungen von 110 000 Volt; es bedarf hierzu äuherft sicher arbeitender Sicherung-- und Schalt- apparate. Transformatoren und 3solatoren. welche die hohen Spannungen gegen Luft und Erde isolieren. 3n Kalifornien werden gegenwärtig Transformatoren gebaut, die 220 000 Volt er­zeugen sollen, mit (Isolatoren und Schattern, die durchaus betriebssicher fein werden. Auch In Deutschland scheut man keine Mühe, die mit der Ylcbertragung hoher Soannungen verknüpfte» Schwierigkeiten zu überwinden, und man Ist hier bereits bei der erstaunlichen Zahl von einer halben

Das Zeitalter des Pastells.

Bedenke, Mensch, dah du nur Staub bist!" Dies witzige Wott, das Diderot dem grohen Pa­stellmaler La Tour zurief, sollte die Vergänglich­keit der trockenen Pastelltechnik geiheln, und dieser Vorwurf, der auch noch heute wiederholt wird, hat das Pastell einer gewissen Richtachtung an- heimfallen lassen, obgleich sich gerade einige der bedeutendsten Meister des 3mpressioniSmuS, ein Renoir, DegaS, Liebermann usw., seiner zu her­vorragenden Leistungen bedienten. Gegen solch ein Verdammungsurteil einer einst hochgerühmten Malweise wendet sich Lothar Brieger in seinem soeben beim Verlag für Kunstwissenschaft in Ber­lin erschienenen grohen Werk ,Das Pastell", in dem er zum erstenmal die Geschichte der Pastell­malerei auf wissenschaftlicher Grundlage darstellt und seine bedeutendsten Meister eingehend behan­delt. Der Hauptnachdruck seines Buches liegt natürlich aus dem 18 Hahehundert, das man als das eigentliche Zeitalter deS Pastells bezeichnen lann, und besonders eingehend behandelt er die deutsche Pastellkunst, die damals zur Mode ge­worden war und die weitesten Kreise beschäftigte. Die Erfindung der Pastellstifte geschah kurz vor 1500 in 3tallen, und zwar war es der Wunsch, die Zeichnung mit dem Rotstift und der breiten Kohle noch farbiger zu gestatten, die dazu führte, trockene Farben in Stiftform zur Malerei zu ver­wenden. Wenn sich auch nicht Nachweisen läbt, dah Leonardo selbst mit Pastell gearbeitet hat, fo ist doch jedenfalls die Kunst deS Pastellierens zuerst in dem Kreise feiner Mailänder Schüler ver­breitet, und halb fand der Pastellstift andere An- bänger. wurde im 17. Oahrhuadert, hauptsächlich durch den Flamen Wallerant VaMant in die hohe Kunst" eingeführt und durch die gefeierte Rosalba Earriera zu einem viel bewunderten Höhepunkt erhoben. Trotzdem ist Rosalba noch keineKlassikerin" deS Pastells, sondern ihre voll­endete künstlerische Ausgestaltung erfuhr die Tech­nik erst im wetteren Verlauf des 18. Jahrhun­derts, vor allem in dem Dreigestirn der französi­schen Meister La Tour, Perrvnneau und Liotard Der Pasrellstift wird nun zu dem beliebtesten Handwerkszeug des Malers in 18. Hahrhundert; es entsteh' eine überreiche Fülle von Pastellbil­dern. die sich bis heute unvergänglich frisch er­halten haben, denn der Vorwurf des raschen Hin- lchwindens trifft baß gutbehandelte Pastell durch­aus zu Unrecht; eS besitzt sogar dem Oelbilb gegenüber die Vorzüge seiner Trockentechnik, und die Meisterpastelle deS Rokoko erstrahlen noch beute im Glanz ihrer urspomglichen Farben

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