Ausgabe 
10.10.1921
 
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Aintrverlündigungrblatt

für die Provinzialdirektion Gberheffen und für das Kreisamt Sichen.

Erscheint nach Bedarf: Montag. Dienstag. Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen gegen Mk. 2.50 vierirljührlich.

Nr. 143 10. Oktober 1921

Inhalts-Uebersicht: Versorgung der Kranken mit Iusatzlebensmitteln. Tigentum ehemaliger russischer und serbischer Kriegs- und Zivil- gefangener. Heimschaffung der russischen Kriegsgefangenen. - Die Strafregister - Wohnungswechsel des Amtsveterinärarztes. - Tollwut in Langsdorf. - Apparat zur Vertilgung von Ungeziefer. - Viehseuchen.

Bekanntmachung

die Versorgung der Kranken mit ZusahlebenSmittcln betreffend, vom 20. September 1921.

DaS von dem Ministerium des Innern erlassene Ausschreiben vom 10 November 1916 mit den dazu erlassenen Richtlinien über die Abgabe von Zusahkarten für Lebensmittel auf De- scheinigung eines Arztes (veröffentlicht in der Darmstädter Zei­tung Ar. 266) wird aufgehoben.

Darmstadt, den 20. September 1921.

Hess. Landesernährungsamt. Hebel.

Betr.: Wie oben.

An die Bürgermeistereien her Landgemeinden des Kreises.

Vorstehende Bekanntmachung, mit der unsere Anordnung vom 14. November 1916 (Kreisblatt Nr. 148) hinfällig wird, ist alsbald ortsüblich zu veröffentlichen. Alle seither gewährten Zusahlebensmittel für Kranke kommen danach zukünftig in Wegfall.

G festen, den 4. Oktober 1921.

Kreisamt (Niesten.

Dr. TIfinger.

Betr.: Eigentum ehemaliger russischer Kriegsgefangener.

An die Bürgermeistereien her Vanhfiemeinhen he«? Kreises.

Soweit unserer Verfügung vom 22. September 1921 (Amts­verkündigungsblatt Nr. 139 vom 29. September 1921) noch nicht entsprochen ist, wird hiermit ihre Erledigung erinnert.

Giehen, den 4. Oktober 1921.

Kreisamt (Niesten. I. V.: Dr. Heß

Betr.: Eigentum ehemaliger serbischer Kriegs- und Zivil­gefangener.

An Vie Bürgermeistereien her Lanhgemeinhen hes Kreises.

Soweit unserer Verfügung vom 19. September 1921 (Amts­verkündigungsblatt Nr. 136 vom 22. September 1921) noch nicht entsprochen ist, wird Hiermit ihre Erledigung erinnert.

(Niesten, den 4. Oktober 1921.

Kreisamt (Niesten. I. D.: Dr. Heß

Betr.: Helmschaffung der russischen Kriegsgefangenen.

An hie Bürgermeistereien her Lanhgemeinhen hes Kreises.

Soweit unserer Verfügung vom 15. August 1921 (Amts­verkündigungsblatt Nr. 121 vom 22. August 1921) noch nicht entsprochen ist, wird Hiermit ihre Erledigung mit Frist von 8 Tagen erinnert.

(Niesten, den 5. Oktober 1921.

____________Kreisamt Giehen. I. D.: Dr. Heb.____________

Betr.: Die Strafregister- hier: Die Nachweisung der in der Zeit vom l.Iuli 1919 bis 30. Juni 1921 verstorbenen bestraften Personen.

An hie Bürgermeistereien her Lanhgemeinhen des Kreises.

Viele Bürgermeistereien sind mit der Einsendung der Nach­weisungen über die in der Zeit vom l.Iuli 1919 bis 30.Juni 1921 verstorbenen bestraften Personen rückständig.

Wir erinnern auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft dringend an die Einsendung und machen noch bei dieser Gelegenheit daraus aufmerssam, dah die Berichte alljährlich ohne Erinnerung ein­zusenden sind.

Giehen, den 7. Oktober 1921.

Kreisamt Giehen. I D.: Welcher.

Bekanntmachung.

Betr.: Wohnungswechsel des Amtsveterinärarztes.

Vom 15. Oktober ab befindet sich die Wohnung des Amts­veterinärarztes Dr. Stein zu Giehen im Hause Henselstrahe 4. Nummer seines Fernsprechers nach wie vor 1080.

Giehen, den 7. Oktober 1921.

Kreisamt Giehen. I. D.: Welcher.

Bekanntmachung.

Betr.: Tollwut in Langsdorf.

In Langsdorf ist in der Hofreite des Wilh. Scheid I. bei einem Hunde die Tollwut festgestellt worden. Ein anderer Hund aus Langsdorf, 3 Monate alt, zirka 30 cm hoch, rötlich-braun, Mischrasse. Wolfstyp, stark der Tollwut verdächtig, ist entlaufen.

Drei Monate lang sind sämtliche Hunde festzulegen, d. h. ein­zusperren oder anzubinden.

Der Festlegung ist das Führen an der Leine oder mit einem sichern Maulkorb versehenen Hunde gleichzuachten. Die Verwendung von Hirtenhunden zur Begleitung von Herden und von Jagdhunden bei der Iagd ohne Maulkorb und Leine ist gestattet.

Hunde, die diesen Bestimmungen zuwider umherlaufend be­troffen werden, sowie im Gelände freilaufende Katzen sind sofort zu töten.

Die Besitzer der eingesperrten Hunde sind verpflichtet, das Aus- treten verdächtiger Krankheitserscheinungen der Bürgermeisterei zu melden.

Obige Bekanntmachung gilt für folgende Gemeinden: Langs­dorf, Lich, Birklar, Dors-Güll, Muschenheim, Bettenhausen, Bellers- heim, Hungen, Inheiden, Trais-Horloff, Villingen, Nonnenroth, Nieder- und Ober-Bessingen und die Bezirke der Güter Dorf-Güll und Arnsburg.

Giehen, den 8. Oktober 1921.

Kreisamt Giehen. I. D.: Welcker.

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, dah wir beim Stadtbauamt Giehen einen Apparat zur Befreiung der Woh­nungen von Flöhen, Wanzen und Läusen ausgestellt haben.

Die Anwendung dieses Apparates ist jedermann im Kreis Giehen gegen Ersatz der Unkosten zugänglich gemacht.

Minderbemittelten gegenüber findet Niederschlagung der Kosten in gleicher Weife wie bei den Desinfektionskosten statt.

Giehen, den 5. Oktober 1921.

Kreisamt Giehen. I. D.: W e l ck e r.

Bekanntmachung.

Betr.: Schweinerotlauf in Giehen.

In dem Gehöfte Roonstrahe Nr. 22 dahier ist Schweine- rotlauf amtlich festgestellt worden. Sperrmahregeln sind angeordnet.

Giehen, den 7. Oktober 1921.

Polizeiamt Giehen. I. V.: Dr. Heb.

Druck der Br üblichen Unwersiläts-Nuch- and 5t»mi>rudum N Lauge Eichen

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treibe, au$5 Hannover und der Provinz Sach­sen betreffs Kartoffeln, die nach Meinung der Anzeigenden in das Ausland verschoben werden sollten, in groher Zahl zugegangen. Derartigen Anzeigen ist grundsätzlich nach­gegangen worden; es hat sich jedoch in keinem einzigen Falle ein greifbarer Anhalt dafür ergeben, dah derartige Aufkäufe zum Zwecke der Verschiebung ins Ausland erfolgt sind oder zu solchen Verschiebungen geführt haben; vielmehr hat sich stets herausgestellt, daß solche Anzeigen aus gut gemeinter, aber un­begründeter Besorgnis erstattet worden sind. Vielfach hat wohl "auch die Befürchtung, dah Aufkäufe von Händlern aus anderen Gebie­ten Deutschlands die Befriedigung des lokalen Bedarfs beeinträchtigen oder zu einer Er­höhung der Preise führen könnten, solche Ge­rüchte hervvrgerufen oder verstärkt. Grund­sätzlich muh aber, soweit die freie Wirtschaft wieder eingeführt ist, dem berufenen Han­del die Befugnis zustehen, auch auherhalb seines Niederlassungsgebietes Lebensmittel und Waren aufzukaufen, um sie in die deut­schen Bedarfsgebiete zu überführen. Auch die westlichen besetzten Gebiete, die schon vor dem Kriege ausgesprochene Bedarfsgebiete waren, haben Anspruch auf Dersorgung aus dem übrigen Deutschland. Dah dieser Lebensmit- teltranSport nach dem Westen nicht zur Ver­schiebung ins Ausland mihbrauchl wird, da­für sorgen die mit der Kontrolle befahlen Ein- und Ausfuhrbehörden und die Polizei­behörden mit Erfolg. Ob nicht, insbesondere über die grüne Grenze, Getreide und Kar­toffeln in kleinen Mengen ins Ausland ge­schmuggelt werden, läht sich natürlich nicht mir Sicherheit ausschliehen. Wo Anzeichen für einen solchen Mißbrauch bestehen, sind beson­dere Ueberwachungsmahnahmen angeordnet. Bei festgestellten Zuwiderhandlungen werden

QU|UUU»CHUCI«II, uui VUH Will ViywiHB uev -OC* ratunaen der Vlererkommissivn Kenntnis zu neh­men. Am selben Abend werde er sich über ole dem Obersten Rat zwecks Teilung Oberschlesienszu empfehlende Lösung" einigen. Das Gutachten des Dölkerbundsrates werde telegraphisch dem Vor­sitzenden des Obersten Rates, B r i a n d, mitgeteilt werden.

Schwierige Lage des Kabinetts Wirth.

Berlin ,11. Oft. Reichskanzler Dr. Wirth ist gestern abend gegen 10 U(>r von einer Er­holungsreise nach Berlin zurückgekehrt Dem .Berliner Tageblatt" zufolge ist für heute vor­mittag eine KabinettSsihung anbercmmt worden, in der das oberschlesische Problem, und die sich aus der Entscheidung ergebenden Folgen beraten werden sollen. In dieser Sitzung wird, wie das Blatt berichtet, Reichsminister des Aeu- hern Dr. Rosen über seine Besprechungen mit dem deutschen Botschafter in London, Stharner, berichten.

Nach einer anderen, von den Blättern wieder- gegebenen Version soll das Reichskabinett bereite gestern abend nach der Rückkehr des Kanzlers über das oberschlesssche Problem beraten haben.

Der .Vorwärts" "ifl infolge der für Deutsch­land ungünstig lautenden Nachrichten aus (Senf um das Schicksal des Kabinetts Wtrth äuherst besorgt. Das Blatt schreibt: Die So­zialdemokratie steht in Dert ieigungsstellling zum Schutze des Kabinetts Wirth und seiner bisherigen Politik. Sie ist von vorn angegriffen durch die Nationalisten Deutschlands, und sie ist im Rücken bedroht durch die Entscheidung über Oberschle­sien. Ob sie imstande sein wird, ihre Stellung zu hatten, das wird von der Entscheidung über Oberschlesien ab hängen. Fällt diese Io ungünstig aus, wie befürchtet wird, so werfen wir des­halb noch! nicht die Flinte ins Korn. Aber wir dürfen uns auch nicht verhehlen, dah dann die 3uhmft sehr dunkel vor uns liegt.

Wie die Blätter aus parlamentarischen Krei­se ' «ähren. wird der Reichstagsaus- fc ' für Auswärtige Angelegen­heiten am Mittwoch zusammen treten, um über die ober schlesische Frage zu beraten.

oberschlesischen Frage

Die neue englische Erkenntnis.

London, 10. Oft. (WTB.) Der Pariser Berichterstatter der .W e st m i n st e r G a z e t t e" nennt das Wiesbadener Abkommen die bei weitem wichtigste Maßnahme seit dem Ver­sailler Friedensvertrag. Es bestehe alle Aussicht darauf, daß die Reparationskommission das Ab­kommen schließlich genehmigen werde. Die Lage sei einfach, da Deutschland nicht in bar zahlen kann. Frankreich habe daher mit Deutschland vereinbart, dah es in Waren zahlen soll. Deutsch­land zahle in Waren nicht an die Alliierten im allgemeinen, sondern rpir an Frankreich: die So­lidarität der Allianzen, die die Erfüllung des Friedensvertrages fordere, sei aufgegeben wor­den. Der Vertrag sei gerichtet, Frank­reich handeleauherhalbdes Obersten Rates und außerhalb der Repara­tionskommission. Die Reparationskommis­sion müsse ihr eigenes Todesurteil genehmigen. Iedermann wisse jetzt, dah die Be­mühungen Deutschlands, Geld auf» zubringen, um die Alliierten in annehmbaren ausländischen Werten bezahlen zu können, die mit deutscher Mark angekauft werden muhten, verhängnisvoll waren. Die Mark fiel und mit der Mark der Franken. Im aflgemeiacn wurde eingesehen, daß diese Zahlungen unmöglich fortdauern. Die anderen AlliicrtTN. insbesondere England, können deutsche Waren nicht annehmen. Englands besserer Teil sei, die hoffnungs­lose Schuldeneintreibung zu Gunsten einer Politik der Wiederherstellung des Handels in Europa aufzugeben. Das Londoner Ab­kommen verschwinde nach und nach. Die gesamte europäische Politik werde jetzt in neue Kanäle geleitet Das Wiesbadener Abkommen bedeute, daß das Londoner Abkommen preisgegeben werde und daß England nach 7 Zähren keine wetteren deutsch:n Zahlungen erwarten tonne. Englands verwüsten 'e biete seien seine verlorenen aus­ländischen Markte

Dienstag, ss. (Moder 1921

ier

i: §ch«lftrahe 7.

Annahme von Anzeigen für die Taqesnummer bis zum)lacbm ttag vorher otme jede Verbindlichkeit preis für l mm höbe für Anzeigeno 34mmBreite örtlich 55 Pf. auswärts 65 Pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 250 Pf. Bei Platz. eorfd)nft2OAusschlag. Hauptfchrisileiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik:21 ug. Goetz; für den übrigen Teil i D.: Aug. Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gtehen.

Churchills Borschlag.

London, 10. Oft (Wolff.) Der politische ichterstatter derCunban Times" meldet urchill habe durch ein letzte Woche über finanzielle 2aae verbreitetes Memorandum, verlautet, großen Einfluh auf die Sntschel- gen der Regierung ausgeübl. Churchill fei Ansicht, eine Rettung sei nur durch fitabi- lerung her Wechselkurse vermittelst mf et tiger Erlassung der Schulden ssich. Churchill sei sogar gegen gröbere Re­ktionen von feiten Deutschland-.

London, 10. Oft (WTB.) 3m .Daily onicle" bezeichnet Ooservator als eines der ttel zum Wiederaufbau der Welt allgemeine Streichung b <* * Inter- tionalen Schulden und Entschädigungen, Ausnahme Oer zur Wieoerpe.^t^i^ .er lörten Gebiete bestimmten. Sollte ein solches rnationales Abkommen nicht zustande kom- , so mühte Grobbritannien die ihm von den iierten geschuldeten Summen streichen.

Die Arbeitslosenfrage.

London, 10. Oft. (WTB ) Die OlrbeitetN rtei und der Gewerkschaftskongreb haben die ladung Lloyd Georges, am Dienstag nd zu einer Besprechung der Arbeitsloserfrage ihm zusammenzukommen, angenommen.

Die aufständischen Mollahs.

London, 10. OIL (Wolff.) .Daily Tele- pH" erfährt aus Allahabad, daß die auf- ndischen Mollahs. alle Hindus, Män- Frauen und Kinder, niedermetzelten. Führer der Aufständischen plane die Or­tung eines Mollahkönigtums in Grnad.

itrefemann über die Politik des Kompromisses.

In Wesel hat der Abgeordnete Dr. resemann am Sonntag auf der Ver- mlung der Deutschen Volkspartei im chstagswahlkreis Düsseldorf-West (Nie- chein) über die politiscye Lage gesprochen. >er unsere gegenwärtige innerpoliti- e Hauptsvrge, die Bildung einer neuen ilüton, sagte er.

Wenn wir, was ich nicht weih, in eine neue lierung eintreten werden seit Görlitz hat die laldernokratie Angst vor der eignen Courage mmen. so geben wir nicht das geringste auf.

habe schon, ehe ich etwas von Görlitz wußte, lich in Lüdenscheid gesagt, dah wir, wenn wir )er Regierung sind, nicht um eine Nuance in :er Politik anders handeln. In den Versuchen r Verständigung sind wir jetzt mit dem Zckt- n und den Demokraten auf allen Gebieten eilig rorden, jedoch nicht mit der Sozialdemokratie, wird ohne eine Besitz st euer nicht gehen, c wogegen wir uns wehren, das ist ein Sin» f in die Substanz der deutschen 3 n - ft r i e, ehe eine Ötabilifierang der Mark erfolgt 3n die Substanz der Industrie einzugreifen und n nach einem oder eineinhalb Zähren doch er» en zu müssen, dah wtt nicht In der Lage sind ahlen, das machen wir nicht mit. Geradedie rischen Arbeiter sollten sich mit uns auf en Standpunkt stellen. Das hat nichts mit Ka- lIsmus zu tun, sondern es handelt sich nur um Frage, wie wir uns das Beste und Einzige. . wir noch haben, erhalten. 3(6 hoffe, dah wir uuuj darüber zu einer Verständigung kommen. Sollte es zu dieser Verständigung kommen, dann bitte ich Sie, uns und unsre Partei nicht unter dem Gesichtspunkt aruusehen, ob uns die Par­teien und die P.rsönlichfeiten passen, mit denen wir zusammen arbeiten, sondern nur unter dem Gesichtspunkt, ob es dem deutschen Voll und dem Reich frommt. Die Not schafft seltsame Schlaf- genossen, und man muh zur Erreichung des Ziele- mit manchem Zusammengehen, von dem und eine ganze Weltanschauung trennt. Wir dürfen auch nicht fragen, ob einem der andre sympathisch ist oder nicht. Es ist und nicht leicht geworden, das sage ich ganz offen, uns zu dieser Politik durch­zuringen. Aber wir haben und gesagt, dah es eine unbedingte Notwendigkeit ist.

Bei der auswärtigen Politik kam Dr. Strefemann auch auf das Wiesbadener A b- kommen zu sprechen mtt der Schlußerklärung, dah daS Wiesbadener Abkommen von der Deut­schen Volkspartei gebilligt werden könne. Im wesentlichen sagte er folgendes dazu: Das Wies­badener Abkommen unterüegt einer lebhasten Kri­tik Der Reichsverband der deutschen Industrie, dem ein grobes Sachverständnis auf diesem Gebiet zuzutrauen ist, hat den Darlegungen des Ministers RatHenau mit ziemlichem Beifall zugestimmt, wenn er es auch an Kritik nicht hat fehlen lassen. *Das Wiesbadener Abkommen in Bausch und Bogen zu verwerfen, halte ich nicht für richtig. Rathenau ft eilt sich auf den Standpunkt, dah alles Arbeiten der Notenpresse unsre Mark nlchi so entwertet habe, wie es der Aufkauf der Devisen in den letzten Monaten getan habe. Dann sagt Rathenau, dah wir versuchen wollten, an Stelle des Aufkaufs von Devisen, der unsere Valuta ruiniere, mit Sach­leistungen unsre Entschädigung zu bezahlen Dieser Gedanke ist richtig. Man tonnte den Einwurf machen, daß der gegenwärtige Stand der deut­schen Mark zu einer Exporthausse führe. Ich halte aber bieten Zustand für innerlich krank; unsre wirtschaftliche Lage darf nicht auf Schwankungen gestellt werden. Was wir jetzt sehen, ist eine tro­pische. ungesunde Entwicklung Durch die Entwer­tung unsrer Valuta leibet am meisten die Mittel­schicht unsers Dolles, da- Beste, was wir noch haben. Wir haben heute höhere Beamte, ble ihren