Einzelbild herunterladen

internationaler Basis dem notleidenden Ruhland eine wirksame Hilfe gebracht werden könne. Die -eingeleitete Hilfsaktion des deutschen Roten Ären® -es auf sanitärem Gebiete wird hierdurch nicht berührt.

Maxim (Borki in Deutschland.

, Berlin, 10. Aug. DieDörsenzeitung" mel- Let: Ma?. Im Gorii ist in Berlin eingetroffen, um in der Frage der Hilfsaktion für Ruhland mit den beteiligten Stellen Fühlung au nehmen. ®r beabsichtigt Die Durchführung der Aktion durch persönliche Verhandlungen in einer Reihe deut­scher Grohstädte zu fördern.

Die Revolte tu Spanisch Marokko.

Paris, 9. Aug. (Wolff.) Eine Depesche aus C a ! a b l a n c a an die Leitungen gibt Einzel­heiten über die augenblicklichen Ereignisse in Spanisch-Marokko. Iouffray, der in den Jahren 1910 bis 1912 das Rifs als Forscher durch- quert hatte, hat am Sonntag in Fez Eingeborene befragt, die an den letzten Kämpfen teilgenommen haben. Rach den von Iouffcay eingezogenen Er­kundigungen. hat der Aufstand am Jahrestag der Revoltierung der eingeborenen Truppen be­gonnen. Die Bewegung war dermahen rasch, und so gut gelungen, day alle Riffbewvhner überrascht waren. Da Houffray über-die Möglichkeit einer Gesamtbewegung der Eingeborenen skeptisch schien, sagten ihm die Eingeborenen, dah im Riff sich alles geändert habe, dah Leine Unordnung mehr herrsche, sondern Di ziplin und dah die Reibereien aufgehö.t hätten, Ueberall habe man die Kämp­fer aufgefvrdert, sich jedes nutzlosen Mordes zu enthalton und nur während der Kämpfe zu tüten. Durch ihre Erfolge ermutigt wollten die Stämme unverzüglich Zeluan und Melilla stürmen, aber die Äotabeln haben dies mit Rücksicht auf die europäische Bevölkerung verweigert. Es wurde eine Abordnung gebildet, aber ihre Berhandlun- gen sind gescheitert und der Sturm wurde be­schlossen Alle Stämme des Riffs haben daran teilgenommen. Auf eine Frage IouffratzS nach den Rarnen der Führer sollen die Riffbewohner, wie Havas hinzufügt, geantwortet haben, dah deutsche Forscher einen groben Teil der Verant­wortung zu tragen hätten. (?)

Madrid. 9. Aug. (WTB.) ,El Sol" und Acrion" melden eine neue Bewegung der Kabhlen. Die spanischen Gefangenen werden auf 5000 beziffert. Die Marokkaner drohen mit deren Tötung, falls ihre Lager mit Fliegerbomben beworfen werden.

Flugpostdienft zwischen Deutschland und Argentinien.

La dir. 9. Aug. (Wolfs.) HavaS meldet: Der Vertreter eines deutschen Hauses un­ternahm Schritte bei dem Zivilgouverneur der Stadt, um jede Erleichterung für die Errichtung eines Laudeplatzes und eines Flug­platzes im Gebiete der Provinz Codi? zu er­halten. Die Einrichtung soll für die Zeppeline be­stimmt fein, welche den Postdienst zwischen Deutschlmrd und der Republik Argentinien ver­sehen sollen.

Die deutsche Einfuhr nach England.

London, 9. Aug. (Wolff.) 3m Unter- h a u s wurde von der Regierung mitgeteill, dah die deutsche Einfuhr nach England vom 1. 3anuar bis 30. 3uni sich auf 11 79 491 Pfund Sterling belaufe gegenüber 11 895 943 Pfund Ster­ling in derselben Zeit des Vorjahres.

Aus dem Reiche.

Erhöhung der Lebenshaltungskosten.

Berlin. 9. August. (Wolff.) Die Reichsindexziffer für die Lebens- h a l t u n g S k o st e n, die vom Statistischen Reichsamt auf Grund der Erhebungen Über die Angaben für Ernährung, Heizung. Be­leuchtung und Wohnungsmiete berechnet wird, stieg im 3ult beträchtlich und beträgt 963. während sie im Vormonat 896 betrug, und im Januar, dem bisher teuersten Monat, 924 erreichte. Zu der Steigerung trugen im Be­richtsmonat die Preiserhöhungen für fast alle Nahrungsmittel bei, besonders für Hülsen- früchte. Fette, Eier, Milch, und vor allem für die bei der Zusammensetzung der Berechnun­gen zu Grunde liegende Rormalration. Für die Feststellung der Reichsinderziffer fallen die infolge der außergewöhnlichen Witterungs- verhältniste stark in die Höhe gegangenen Preise für Gemüse sowie Kartoffeln neuer Ernte sehr ins Gewicht. Die Bewegung inner­halb des Reiches war, im Gegensatz zu den Vormonaten, ziemlich einheitlich. 3n fast allen Erhebungsgemeinden war eine Steigerung der Lebenshaltung festzustellen.

Berlin. 9. August. (Wolff.) Der deut­sche Eisenbahner-Verband teilt mit: Am

9. August traten die Vertteter der v i e r g r o hen Eisenbahnerorganisativnen zusammen, nämlich des Deutschen Eisenbah- nerverbandes, der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner und Staatsbediensteter, des All­gemeinen Eisenbahnerverbandes und der Reichsgewerkschaft der Etsenbahnbeamten und Anwärter zur Beratung über die Durchfüh­rung der aus der Preissteigerung sich ergebenden Lohn- und Gehaltsforderungen. Nachdem die Reichsgewerkschaft erklärte, mit Rücksicht auf ihre Zugehörigkeit zum Deutschen Beamtenbunde vorläufig eine Einheitsfront nicht Herstellen zu können und chre Vertreter sich weigerten, gemeinsame Forderungen auf­zustellen, erfolgte die Konstituierung eines Sechzehnerausschusses, der sich aus den erst­genannten drei großen Verbänden zusammen­setzt. Ueber die einzureichenden Forderungen wurde vollständige Einigung erzielt. Auf­gebessert werden sollen die Bezüge der Ar­beiter. Angestellten, Beamten und Pensio­näre. Es soll versucht werden, Verhandlun­gen auf dem schnellsten Wege zustande zu bringen.

Der Parteitag -er Deutschen VolkSpartei.

Berlin. 10. Aug. DieTägliche Rund­schau" meldet: Der diesjährige Parteitag der Deutschen Volkspart ei findet, nachdem der ursprünglich festgesetzte Termin wegen der Berliner Stadtverordnetenwohlen fallen gelassen werden muhte, nunmehr vom 22. bis 25. Oktober in Stuttgart statt.

Aus Hessen.

Der neue Direktor der Gietzener Universitäts­bibliothek.

Wir haben bereits gemeldet, dah an Stelle deS in den Ruhestand versetzten Herrn Geheimen Hosrats Haupt Professor Dr. Ebel zum Direktor der Universitätsbibliothek ernannt worden'ist. 3n einigen Blättern war aus diesem Anlah die Per­sonalpolitik des Präsidenten Dr. Strecker ange­griffen worden. 3n der amtlichenDarmstädter Zeitung" vom gestrigen Dienstag erscheint dar­lauf nunmehr folgende in ihrem Hauptsatz in Sperr­druck hervorgehobene Rotiz:

An Stelle des verstorbenen Geheimrats Dr. Haupt wurde der demokratische Stadtverordnete Dr. Ebel zum Direktor der Universitätsbiblio- thek (Sieben ernannt. In einem Teil der Presse wird von einer geflissentlichen Zurück­setzung des seitherigen stellvertretenden Direk­tors Dr. Heuser aus parteipolitischen Grün­den gesprochen. Wie uns aus akademischen Kreisen mitgeteilt wird, ist Dr. Heuser we­der von dem seitherigen Direktor noch von der 11 n i d c r f 11 ä t, die i h n nicht in Vorschlag brachte, noch von der Beamtenschaft der Bibliothek als geeignet für den Posten ange­sehen worden. So wurde denn der nächst­dienstälteste Beamte, dessen Fähigkeiten nicht in Zweifel gezogen werden konnten, zum Direktor ernannt Alle anderen Kombinatio­nen sind irrig.

Wir möchten dazu zunächst die Tatsache fest­stellen, dah Rektor und Senat ursprünglich als Rachfolger von Geheimrat Haupt einen aus­wärtigen Herrn vorgeschlagen hatten. Welche Gründe dabei zur Geltung gekommen waren, ent­zieht sich unserer Kenntnis, bedarf auch keiner öffentlichen Erörterung. Die auffällige und über­aus taktlose Veröffentlichung des Amtsblattes der hessischen Regierung, in der sogar von einem verstorbenen Geheimrat Haupt gesprochen wird, fordert aber zur schärfsten Ver­urteilung heraus. Auch wenn die obige Rotiz nur ausakademischen Kreisen" stammen sollte, so muh sich doch das sonst von Herrn Dr. Strecker immer eingehend kontrollierte und inspirierte Regierungsblatt darüber klar fein, dah es mit seiner öffentlichen Anrempelung eines unbescholtenen Beamten ein schlimmes Licht wirft auch auf den Geist, in dem das Dildungsamt die Personalfragen erledigt Wenn es derDarm­städter Zeitung" wirklich um eine Klarstellung gegenüber Angriffen auf den Präsidenten Strecker zu tun war. so war sie den Lesern vor allemeine lückenlose Darstellung des vorliegenden Falles schuldig, auch die Abweichung von dem Vorschlag der Lanbesunlversität begründet werden muhte. Herr Dr. Strecker wird nicht umhin können, über den takllosen Verstoh seines Blattes Rede zu stehen und die fehlende sachliche Aufklärung nachzuholen.

Aus dem besetzten Gebiet.

Verhaftung eines Pollzeikommisfars.

fd. Wiesbaden, 9. Aug. Der Pollzellvm- missar K l e t f o r d wurde von den Franzosen ohne Angaben von Gründen verhaftet und nach Mainz verbracht

Aus Stabt und Land.

(Ziehen, den 10. Aug. 1921.

Wettervoraussage für Donnerstag:

Dedeckt, zeitweise Riederschläge, westliche, später nordwestliche Winde.

Die Depression, die gestern nordwestlich Ir­lands lag, ist schnell in südöstlicher Rlcht^ng vor­gedrungen und liegt heute mit ihrem Kern über Großbritannien. Bei wett rem südöstlichen Vor­dringen ist morgen mit Riederschlägen zu rechnen.

Die Universitätsbibliothek hatte am 31. März einen Gesamtbestand von 320 264 Büchern und 184 976 llnlversitätS» und Schulschriften. Der Zuwachs betrug im letzten Jahr 10 154 Bücher usw. Die Anzahl der im Lesesaar benutzten Werke betrug 5718 Stück, außerhalb des Hauses wurden ver.i Heu insgesamt 41E65 Stück, darunter außerhalb Gievens 1381 Siück in 335 Sendungen. Die Zahl der Entleiher be­trug im Sommersemester 1923 1544. im Winter­semester 1527, die Zahl der die Bibliothet 'be­nützenden Studierenden im Sommers emester 840 (39,1 Proz.), im Wintersemester 815 (43 2 Proz.).

** Der Landesverband der Hessi­schen Polizeibeamten hielt in der vorigen Woche im Hotel Ginhorn unter dem Vorsitz des Polizeivberwachtmcister Schäfer aus Darmstadt seinen dritten Q3erbanbe tag ab, der sich eines sehr guten Besuchs erfreute. Rachdem am ersten Tage eine Reihe innerer geschäftlicher An- geleaenheiten ihre Erledigung gefunden hatte, wurde die Hauptverhandlung am zweiten Tage durch den Vorsitzenden Schäfer eröffnet, der die Vertreter aus allen Landestellen, insbesondere aber die Regierungsvertreter Kreisamtmann Ditt- mar, Finanzrat Lippert und Zustizrat v. Siff, den Beigeordneten Dr. S e i b, Giehen, die Vor- schenden der Landesverbände von Baden, Gräf, Heidelberg, Dreuhen, Siering, Düsseldorf, des Reichsverbanöes, Polizeimajor Becker, Berlin, den Vertreter von Hamburg, Polizeihauptmann Rusch, den Polizeischulrat Helbig, Stuttgart, die verschie­denen Amtsvorstände, sowie die Vertreter der Schutzpolizei unb der Gendarmerie. Ansprachen hielten hierauf Dr. Selb, Giehen, Amtmann D i t t m a r , Darmstadt, Finanzrat Lippert, Darmstadt, Rusch, Hamburg, u. a. Den ersten Gegenstand der Beratung bildete die Frage der Einheitsorganisation, über die der Vorsitzende berichtet. Der Hauptausschuh hat am Tage vorher den Antrag angenommen. Es ist ha­be i nicht eine Verschmelzung, sondern nur ein Zu- sammenschluh zu gemeinsamer Arbeit unter Wah­rung der Selbständigkeit der einzelnen Gruppen gedacht. An der sehr lebhaften Aussprache betei­ligten sich u. a. Rusch, Hamburg, der aus der gemeinsamen Tätigkeit große Vorteile erhofft, und Jobst, Babenhausen, der die Zustimmung der Grünen Polizei zusicherte. Klaup und Ger­hard, Darmstadt, können für die Gendarmerie nur unter Vorbehalt zustimmen. Rach weiteren Ausführungen von Siering, Düsseldorf, Gräf. Heidelberg, Hoch, Darmstadt, Becker, Berlin, und H e r b t g , Stuttgart, die alle für die (Sin- heits Organisation wann eintreten, wird diese beschlossen. Die Richllinien sollen in den näch° ften Tagen ausgearbeitet werden und man hofft, dah auch die Gendarmerie sich bis dahin anschlieht. Die Einhettsorganisation schlieht sich dem Retchs- verband, dem deutschen Deamtenbund und der Süddeutschen Arbeitsgemeinschaft an. Dem ®e- meinbebeamtenbunb kann sie rtur im Kartellver- hältnis angehören. Es folgt bann die Beratung der Kleiderfrage und In Verbindung damit die Gehaltsregelung. Da nach den neuen Bestimmungen zwei Fünftel der Uniformkosten von den Beamten selbst zu tragen sind, bedeutet die neue Gehaltsordnung für die meisten keineVer­be s s e r u n g. Rach eingehender Aussprache über die Desoldungsverhältnisse, an der sich u. a. der Vorsitzende, Ruschs Hamburg, Boehm, Mainz, Gräf, Heidelberg, Bräutigam, Offenbach, Hoch und Oechler, Darmstadt, Amtmann Dttttnar und Becker, Berlin, beteiligten, wird eine Entschließung angenommen, durch welche die Regierung aufge­fordert wird: 1. eine bessere und gerechtere Ein­gruppierung der hessischen Polizeibeamten wie bis­her, 2. die Lieferung freier Dienstkleider an alle uniformierten Beamten, 3. die Zahlung einer der besonders gearteten Tätigkeit der Kriminalpolizei entsprechende Entschädigung für Dienst und Klei­deraufwand zu beranlaffen. Gleichzeitig wird die Regierung ersucht, anläßlich der Verstaatlichung der kommunalen Polizei die Verpflichtung anzu­erkennen, den kommunalen Polizeibeamten unter Wahrung seiner wohlerworbenen Rechte In gleich­wertige Stellen der Staatspolizei zu übernehmen Es wird weiter erwartet, dah zur Erledigung dieser Fragen die Mitwirkung des Landesverban­des unb der dazu berufenen Deamtenvertretung erfolgt Zur Frage der P o l iz e i sch u le gibt der Vorsitzende einige Erläuterungen. Es soll ein Landesschulausschuh gebildet werden. Rach Mitteilungen von Rusch, Hamburg, und Her- big, Stuttgart, über die dortigen Verhältnisse gibt Polizeidirektor Dr. Wehner, Darmstadt, be­

kannt, dah am 15. August ds. Zs. in Sarmftabt durch die Regierung eine Landespolizei­schule eröffnet wird, in der 1. Polizeifachunter- richt. 2. allgemeine Bildung unb 3. körperliche Ausbildung unb Wafienunterrich' gelehrt werden sollen. Die zur Schule fommanbierten Beamten scheiden während dieser Zeit aus dem Dienste ans. Es lind wöchentlich 45 Unterrichtsstunden vorge­sehen. Am 1. April 1922 sollen alle Beamte die Polizeischule besucht haben. Die Schule wird von Major Reuter geleitet Der Antrag zur Bildung eines SchulauSschussrs wird angenommen, nachdem von verschiedenen Seiten bedauert wird, dah die Regierung selbständig ohne (Befragen der beteilig­ten Verbände vorging. Hieraus wird ein Antrag auf Vermehrung der Oberwachtmeisterstellen an- ficnonunen. Bei der Reuwahl des Vorstandes er- olgt Wiederwahl der bisherigen "7^i-glieder sowie Bestimmmig einer Anzahl Fachgruppenvertreter OahreS- vnd Kassenbericht werden genehmigt und der Vorstand entlastet Der StcrbcgeDbeitraa wird von 50 Pf. auf 1 Mk. und der blinde Beitrag zur Deckung der Untoften in der gleichen Weife erhöht. Der Kassier soll eine Vergütung von 600 Mark erhalten. Der Deneralvertrelertag mit der Grünen Polizei und der Gendarmerie soll am 1. September ftattfinben. Mit DankeSworten wird die Tagung abends 8.20 Uhr durch den Vorsitzen den geschlossen.

Die ZuckerbezugSscheine für den Monat September 1921 können am 11. ds Mls. auf dem LebensmUtelamt. Zimmer 8, d irch Klein­handelsgeschäfte in Empfang genommen werden.

Borno. tzen.

Tageskalender für Mitt­woch: Lichtspielhaus, Vahnhofstratze,Zi- geunerblut. Astocialichtfpiele:Entgleist", undDie sündige Vestalin".

Eine Versammlung für alle 168er findet Freitag, den 12. August, abends 9 Ahr, im Hotel Kobel statt. (Siehe Anzeige.''

Kreis Lauterbach.

ISchadges bei Lauterbach, 9. Aug. Un­sere kleine Gemeinde hat die Errichtung eines eigenen Elektrizitätswerkes beschlossen, es ist zu 100 000 Mark veranschlagt Das Wasser der Altfell wird als Kraftquelle benutzt. Gegen­wärtig wird an den HauSanschlüssen gearbeitet.

Kreis Schotten.

Schotten, 9. Aug. Am Samstag fand hier unter Vorsitz des IustizbureauinspcktorS Dil­ling eine gut besuchte Versammlung der Reichs-, Staats- und Gemeinde- beamten de.' Kreiseö Sch st en ftiti Tertre en waren insbesondere die Orwkartelle Gedern. Lau- bad) und Schotten deS Deutschen Beamtenbundes. Zweck der Versammlung war die Bildung eine« Kreiskartells für den Kreis Schotten als Teil des Landeskartells Hessen des Deutschen Beamten» bundes. Heber den hessischen Deamtentaa inDart»» stadt am 16. Qull d. I., auf dem daS Landes - kartell Hessen des Deutschen BeamtenbundeS ge­gründet wurde, berichtete Oberamtsrichter Zim­mermann aus Laubach. Die Bestrebung, die be­sonders in der Revolutionszeit sehr stark ein­setzte, die aber auch jetzt noch nicht ganz jur Ruhe gekommen sei, nämlich die Aufhebung des Berufsbeamtentums und deren Ersetzung durch die Anstellung auf Grund eineS Arbeitsdienst- Vertrages, womll der Anspruch des Beamten auf Ruhegehalt und Hinterbliebenenverlorgung hin- fiele, müsse bekämpft werden, bann aber die ungerechte Behandlung bei der Orteflaffen ein« tetlung unb der verschiedenen Staffelung bet Teuerungszuschläge. Zum KreiSobrnann für den Kreis Schotten wurde Oberamtsrichter Z l m metmann, der Vorsitzende des Oriskatells Lau- bach einstimmig gewählt. 3n seinem Schlußwort betonte Herr Dilling, dah eS Pflicht eines jeden Beamten sei, dem Deamtenbunde beizutreten

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Offenbach a. M., 9. Aug Sieben­hundert Vögel im Wert von vielen Taufend Mark sind einem Vogelzüchter In der Wathilden- st ratze bei einem Dach st uhlbrand umgekom­men. Die Brandursache ist noch nicht ermittelt

NreiS Wetzlar.

Oberlemp, 10. Aug Die Schwesterfirmrz S. Dock u. Co. und Haubach u. Co., Gletzen er­öffnen demnächst hier eine neue Zigarren­fabrik. Da sowohl am hiesigen Ort als auch in der näheren Umgebung noch keine Industrie besteht wird das Unternehmen allseitig freudig begrübt.

Hessen-Nassau.

rm. Wiesbaden, 9. Aug. In einer am 7. August in Koblenz Äufammengerufenen Ver­sammlung des MleterschutzverbandeS der Länder am Rhein wurde eine (S n 11 d) ft e» Huna gefaßt in der gegen die Abhängigmachung der Rechtsbeschwerbe gegen Entscheidungen deS Miteinigungsamtes durch einen Rechtsan­walt Verwahrung eingelegt wird unb Weller eine bessere Fühlung' mit den Mieterorganisattvnen. eine gesetzlich festgelegte Kostenverteilung des MieteinigungSamtä u. a. gefordert werden.

Die Rothersteins.

Roman von Erich Ebenstein.

Copyright 1919 by ©reiner & Eomp., Berlin W 30.

26. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Magelone starrte ihm bestürzt nach, als er das Zimmer bereits verlassen hatte. Was sollte dies bedeutend So knapp und kall hatte er nocy nie mit ihr gesprochen. Sollte er doch irgendwie er­fahren haben, bah ihre Krankheit In Wien nur fingiert war und sie? Aber nein, daS war ja unmöglich. Alle gemeinsamen Bekannten waren ja fort von Wien, und Wendloh wutzte Bescheid. Der hätte auchfchon Annelieses wegen geschwiegen, iLbst wenn Iie es ihm nicht besonders eingeschärft hätte. Und Rüdiger verbrachte doch feine Abende, wie er Ihr selbst erzählt hatte, während der ganzen Zell im Familienkreis Professor von Rücklings, bar sein Lehrer auf der Hochschule für Boden­kultur gewesen war Rein, es war ganz unmögllch, datz er etwas wusste ...

2lber bann? War er böse, datz sie so Tange weggeblieben war? Möglich ... ja, das mutzte eS sein.

Sie lächelte wieder beruhigt. Run, das würde sie schon wieder in Ordnung bringen . .

13. Kapitel.

Herthas Appell an sein P,llchtgesühl als Vor­mund machte Rüdiger doch mehr zu schaffen, als er anfangs gedacht. Immer wieder mutzte er daran denken, unb ost siel es ihm mitten in einer wichtigen Arbeit ein. oder er mutzte abends daran benien, wenn er müde im Bett lag unb lieber geschlafen hätte.

Wenn er nur gewutzt hätte, wie er es an­stellen sollte. Dorotheas Vertrauen äu gewinnen oder erst nur überhaupt ins Gespräch mit ihr zu kommen I Aber er sah sie ja nie allein. Sie huschte ja immer so scheu davon, wenn er die Ab­sicht hatte, sich ihr zu nähern.

Da entschlotz er sich endlich eines TageS. die Gelegenheit einfach zu erzwingen. ®r war früher als sonst heimgekommen zu diesem Zweck und er­fuhr auf seine Frage vom Diener, dah die beiden Komtessen mll Seiner Durchlaucht eben den Kaffee am Rosa-Pavillon nähmen.

Sofort machte er sich auf den Wea dahin. Als er aber die schattige Buchenallee durchschritten hatte, die auf den Kiesplatz vor dem Pavillon mündete, blieb er plötzlich gefesselt durch ein an­mutiges Bild, das sich seinen Augen bot, stehen.

Unter den zwei mächtigen Kastanien, deren dunkles Grün sich scharf abhob von der rosenroten Mauer dahinter, stand der gedeckte Kaffeetisch, an dem Hertha lesend sah.

Do aber ging, Arm In Arm, munter plau­dernd, mll dem Fürsten auf und ab. Letzterer machte heute gar nicht mehr den Sindrua e»neS hinfälligen Greises. Seine Haltung war stramm, sein Antlitz frisch gerötet und sein Gang so elastisch, als hätte er nie einen Dichtanfall gehabt.

Rüdiger mutzte sich lln stillen gestehen, datz fein alter Herr sehr reprälentabe! äussah, wie er da mit altfränkischer Ritterlichkeit neben dem jungen Mädchen ging, das wie ein wunderfeines zierliches Dachstelzchen umherttlppelle.

.Siehst du, Onkel üb alb, wie eS nun herrllch geht mll dem schlimmen Bein," sagte Do eben. Unb das kommt nur, weil Du mir folgtest und

dir die Heublumenbäder und Umschläge gefallen liehest."

I was. bilde dir das nicht ein, dummes, kleines Mädel," protestierte der Fürst gut gelaunt »Das kommt well wir RothersteinS einfach nicht unterzukriegen sind. Richt mal von der Gicht Aber was ist'S nun, kriegen wir heute keinen Kaffee, ober willst du ihn partout kall werden lassen?"

.Durchaus nicht Aampe hat ihn Übrigen­eben erst gebracht. Ich wollte dir nur zeigen, wie hübsch du schon marschieren kannst Onkel Ubalb. Ich denke, den Fahrstuhl können wir nun für lange in die Ecke stellen."

.Gott geb's! Hoho. waS gibt'- denn da für eine verdeckte Schüssel heute?" unterbrach er sich, als sie beide an den Tisch getreten waren, und wollte den mit Bergenzian geschmückten Decket Heden. Aber Do Iahte rasch feine Hand.

Latz, bitte, nicht anrühren! Erst raten. Ich habe das eigen- für dich zurecht gemacht, als Feier, well du heule -um ersten Male zu Fuh den langen Weg hierher machtest. Unb du mutzt es ganz Lllein essen, Onkel Ubald!"

.So. so, eine Ueberraschung also? Hm, was kann denn dahinter stecken? Himbeeren etwa?"

»Falsch!" ,

.Brombeeren?"

.Falsch!"

Heidelbeeren T*

.Falsch!"

Donnerwetter, du wirst mir doch nicht zu­muten, herbe Preiselbeeren zu verschttigen?"

.Gott bewahre! Etwa- viel Besseres! Rate nur weiter!"

Do hatte inzwischen ihren Platz rotgenom­

men, Hertha ihre Zeitung beifeiie gelegt Rur gotz Do mit hausmütterlicher Würde, die ihr an« täglich reizend stand, den Kaffee üt die Tasten schnitt Kuchen auf und strich Butter unb Honts auf kleine Weitzbrötchen, während der Fürst afc und habet munter meüerrict Aber weder er nock Hertha tonnten das Richtige treffen.

Da sagte Do lachend, den Deckel hebend:

.Erdbeeren mit Schlagsahne sind-, Dnfo Ubald, dein Lieblingsessen r

.Erdbeeren jetzt Ende August?-

3a. Denke nur, ich habe sie oben im Buchen­wald unter dem Wetterstein entdeckt. Dort in feuchtkühlen Schatten sind sie erst jetzt gereift Ader ich habe das Plätzchen schon lange gelaunt und mit dem Pflücken gewartet, di- wir die Pen- sionierung des Fahrstuhls feiern konnten."

Sin liebes, innige- Lächeln verllärte ihr strah­lendes Gesichtchen. Der Fürst sah sie eine Welle schweigend an. Dann polterte er, wohl um fein* Rührung zu verbergen, rauh herauS:

.,2m Wetterstein oben! Bei der infernalischen Hitze! Prügel verdienst du, Wädell Hättest bh ja einen Sonnenstich holen können."

.Gott bewahre! Wir Rothersteins sind jo nicht unterzukriegen!" lachte Do schallhast, tn rötete aber gleich daraus tist. 'denn es war ih» eingefallen, datz man sie ja gar nicht für eine vollwertige Rotherstein ansah.

Rüdiger ftanb noch immer unter dem letzten Buchenbaum der Allee und starrte auf die brd hin, die so vergnügt unb herzlich zueinander waren Sie konnten ihn nicht sehen, denn daS Unterhol/ verbarg seine Gestatt, ^venn eS ihn auch nid)# hinderte, zwischendurch zu sehen.

(Fortsetzung folgt.)